Ach nimm, o Mensch, des Schöpfers Lieb und Macht, Der iede Creatur, mehr als man glaubt, geniesset, Am schroffen Eis' aufs neu in Acht! Da es, trotz seiner Härtigkeit, Doch von so seltener Beschaffenheit, Daß es gar leicht zerschmeltzt und schnell zerfliesset.
Wenn, da es Felsen-hart, es Felsen-gleich auch währte, Und es die Wärme nicht so leicht zerstöhrte; Welch Elend würde nicht im Wasser, auf der Erden, Von ieder Creatur empfunden werden!
Wenn ihr demnach, wie schnell das härtest' Eis zergehet, Und durch des Zephirs Hauch zu Wasser wird, ersehet, Auch wie die Härte sich so leicht entsteinet; Ach so gedenckt dabey: Daß dieß, mehr als man leider meinet, Ein Wunder-Werck des weisen Schöpfers sey.
Ge-
Das Eis.
Das Eis.
Ach nimm, o Menſch, des Schoͤpfers Lieb und Macht, Der iede Creatur, mehr als man glaubt, genieſſet, Am ſchroffen Eiſ’ aufs neu in Acht! Da es, trotz ſeiner Haͤrtigkeit, Doch von ſo ſeltener Beſchaffenheit, Daß es gar leicht zerſchmeltzt und ſchnell zerflieſſet.
Wenn, da es Felſen-hart, es Felſen-gleich auch waͤhrte, Und es die Waͤrme nicht ſo leicht zerſtoͤhrte; Welch Elend wuͤrde nicht im Waſſer, auf der Erden, Von ieder Creatur empfunden werden!
Wenn ihr demnach, wie ſchnell das haͤrteſt’ Eis zergehet, Und durch des Zephirs Hauch zu Waſſer wird, erſehet, Auch wie die Haͤrte ſich ſo leicht entſteinet; Ach ſo gedenckt dabey: Daß dieß, mehr als man leider meinet, Ein Wunder-Werck des weiſen Schoͤpfers ſey.
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Das Eis.
Das Eis.
Ach nimm, o Menſch, des Schoͤpfers Lieb und Macht,
Der iede Creatur, mehr als man glaubt, genieſſet,
Am ſchroffen Eiſ’ aufs neu in Acht!
Da es, trotz ſeiner Haͤrtigkeit,
Doch von ſo ſeltener Beſchaffenheit,
Daß es gar leicht zerſchmeltzt und ſchnell zerflieſſet.
Wenn, da es Felſen-hart, es Felſen-gleich auch
waͤhrte,
Und es die Waͤrme nicht ſo leicht zerſtoͤhrte;
Welch Elend wuͤrde nicht im Waſſer, auf der Erden,
Von ieder Creatur empfunden werden!
Wenn ihr demnach, wie ſchnell das haͤrteſt’ Eis zergehet,
Und durch des Zephirs Hauch zu Waſſer wird, erſehet,
Auch wie die Haͤrte ſich ſo leicht entſteinet;
Ach ſo gedenckt dabey:
Daß dieß, mehr als man leider meinet,
Ein Wunder-Werck des weiſen Schoͤpfers ſey.
Ge-
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Brockes, Barthold Heinrich: Jrdisches Vergnügen in Gott, bestehend in Physicalisch- und Moralischen Gedichten. Bd. 4. 2. Aufl. Hamburg, 1735, S. 410. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/brockes_vergnuegen04_1735/442>, abgerufen am 22.02.2025.
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