theil des Körpers, fadenförmige Tarsen länger als die Schienen. Jn beiden Geschlechtern quellen die Augen stark vor, sind die Taster lang, der Kopf ziemlich senkrecht, das vorn runde und ver- schmälerte Halsschild hinten in zwei Spitzen ausgezogen, das eingelassene Schildchen dreieckig, die Hüften der vorderen Beine kugelig und die Gelenkpfannen hinten offen. Länge 8 bis 9 Linien. Die Larve lebt mindestens drei Jahre von Wurzeln und hat in ihrer äußern Gestalt viel Aehn- lichkeit mit deuen der Elateren, sechs kurze, einklanige Beine, einen mehr gewölbten Kopf, einen langen Prothorarring, länger als die beiden folgenden zusammen, und noch so manche Abweichungen, welche bei Chapuis und Condez, wo eine Abbildung gegeben, nachzulesen sind (Mem. d. l. societe royale des sciences de Liege 1853 p. 488). -- Noch andere Arten bewohnen die Küsten- länder des Mittelmeeres, Nordamerika und Afrika und außerdem einige Gattungen, welche die Familie der Cebrioniden (Cebrionidae), unsere siebzehnte, bilden, gewissermaßen Elateren ohne Schnellvermögen, aber mit Grabfüßen, die in der eben beschriebenen Form zu den Mala- codermen hinüberleiten. Lacordaire schiebt zwischen beiden noch ein die kleine Familie der Rhipiceriden mit einigen exotischen Arten und die Dascylliden, von denen auch mehrere in Europa und Deutschland an Pflanzen leben, meist unansehnliche, ovale und breitgedrückte Thiere von unbedeutender Größe, wie Dascillus (Atopa) cervinus, Cyphon (Elodes), Scirtes und andere.
Die folgende achtzehnte Familie vereinigt unter dem Namen der Weichkäfer (Malacodermata) eine große Menge von Arten, welche fast ausschließlich durch weiche, mehr lederartige Körper- umhüllung, besonders Flügeldecken, übereinstimmen und außerdem noch folgende Merkmale gemein haben: cylindrische Vorder- und Mittelhüften, quere an den Hinterbeinen und mit kegelförmigem Ansatze nach innen versehene Schienen, meist ohne Enddornen, fünfgliederige Tarsen, bei manchen Männchen die vordersten nur viergliederig, ein aus sechs bis sieben freien Gliedern zusammen- gesetzter Hinterleib und sehr verschieden geformte Fühler, welche in der Regel aus elf Gliedern bestehen, es kommen aber auch nur zehn und manchmal zwölf vor. Die hornige oder häutige Zunge hat keine Seitenzipfel, die beiden Laden des Unterkiefers, deren innere manchmal ver- kümmert, sind blattartig und bewimpert, die Lippentaster drei-, die der Kiefer viergliederig und die Kinnbacken kurz. Bei den meisten treten die Geschlechtsunterschiede deutlich hervor, entweder an den beiden letzten Leibesgliedern, oder an den Fühlern, den Deckschilden, den Flügeln oder den Vordertarsen. Auf Blumen oder Sträuchern finden sich die meisten der hierher gehörenden Thiere, zum Theil aber nicht, um daselbst Süßigkeiten zu suchen, sondern dem Raube nachzugehen. Wie die vollkommenen Käfer in den angegebenen Grenzen mancherlei Unterschiede darbieten, so läßt sich auch von ihren Larven im Allgemeinen nichts weiter sagen, als daß sie sechs Beine haben und Fleischfresser zu sein scheinen; wir kommen bei den einzelnen Sippen auf sie zurück.
Zunächst zeichnet sich die arteureiche, vorzugsweise in den Tropen heimische Sippe der Lyciden (Lycidae) durch die starke Entwickelung, sehr wechselnde Form, Färbung und Skulptur der Flügel- decken vor den übrigen aus. Dieselben liegen dem Körper allermeist nur auf, erweitern sich nach hinten oft sehr bedeutend, vorzugsweise bei den Männchen einiger Gattungen, pflegen einfarbig scharlachroth oder schwarz und gelb gebändert, durch Längsrippen in mehrere Felder getheilt und diese bei einer gewissen Breite wieder durch Querrippen in ein zierliches Maschennetz zerlegt zu sein. Der Kopf steckt zum Theil unter dem vorn vorspringenden Halsschilde, die langen, zusammen- gedrückten Fühler entspringen, einander genähert, zwischen den Augen, die Kinnbacken bleiben unbewehrt, die Mittelhüften stehen von einander ab, und die Schenkelringe liegen in der Achse des Schenkels. Die linienförmigen Larven haben je ein einfaches Auge und zweigliederige Fühler, aber keine Oberlippe; sie laufen hinten in eine gegabelte Spitze aus und halten sich in faulendem Holze auf, wahrscheinlich den kleinen Schnecken in ihrer Nachbarschaft nachgehend.
Die Käfer. Cebrioniden. Weichkäfer.
theil des Körpers, fadenförmige Tarſen länger als die Schienen. Jn beiden Geſchlechtern quellen die Augen ſtark vor, ſind die Taſter lang, der Kopf ziemlich ſenkrecht, das vorn runde und ver- ſchmälerte Halsſchild hinten in zwei Spitzen ausgezogen, das eingelaſſene Schildchen dreieckig, die Hüften der vorderen Beine kugelig und die Gelenkpfannen hinten offen. Länge 8 bis 9 Linien. Die Larve lebt mindeſtens drei Jahre von Wurzeln und hat in ihrer äußern Geſtalt viel Aehn- lichkeit mit deuen der Elateren, ſechs kurze, einklanige Beine, einen mehr gewölbten Kopf, einen langen Prothorarring, länger als die beiden folgenden zuſammen, und noch ſo manche Abweichungen, welche bei Chapuis und Condèz, wo eine Abbildung gegeben, nachzuleſen ſind (Mém. d. l. société royale des sciences de Liége 1853 p. 488). — Noch andere Arten bewohnen die Küſten- länder des Mittelmeeres, Nordamerika und Afrika und außerdem einige Gattungen, welche die Familie der Cebrioniden (Cebrionidae), unſere ſiebzehnte, bilden, gewiſſermaßen Elateren ohne Schnellvermögen, aber mit Grabfüßen, die in der eben beſchriebenen Form zu den Mala- codermen hinüberleiten. Lacordaire ſchiebt zwiſchen beiden noch ein die kleine Familie der Rhipiceriden mit einigen exotiſchen Arten und die Dascylliden, von denen auch mehrere in Europa und Deutſchland an Pflanzen leben, meiſt unanſehnliche, ovale und breitgedrückte Thiere von unbedeutender Größe, wie Dascillus (Atopa) cervinus, Cyphon (Elodes), Scirtes und andere.
Die folgende achtzehnte Familie vereinigt unter dem Namen der Weichkäfer (Malacodermata) eine große Menge von Arten, welche faſt ausſchließlich durch weiche, mehr lederartige Körper- umhüllung, beſonders Flügeldecken, übereinſtimmen und außerdem noch folgende Merkmale gemein haben: cylindriſche Vorder- und Mittelhüften, quere an den Hinterbeinen und mit kegelförmigem Anſatze nach innen verſehene Schienen, meiſt ohne Enddornen, fünfgliederige Tarſen, bei manchen Männchen die vorderſten nur viergliederig, ein aus ſechs bis ſieben freien Gliedern zuſammen- geſetzter Hinterleib und ſehr verſchieden geformte Fühler, welche in der Regel aus elf Gliedern beſtehen, es kommen aber auch nur zehn und manchmal zwölf vor. Die hornige oder häutige Zunge hat keine Seitenzipfel, die beiden Laden des Unterkiefers, deren innere manchmal ver- kümmert, ſind blattartig und bewimpert, die Lippentaſter drei-, die der Kiefer viergliederig und die Kinnbacken kurz. Bei den meiſten treten die Geſchlechtsunterſchiede deutlich hervor, entweder an den beiden letzten Leibesgliedern, oder an den Fühlern, den Deckſchilden, den Flügeln oder den Vordertarſen. Auf Blumen oder Sträuchern finden ſich die meiſten der hierher gehörenden Thiere, zum Theil aber nicht, um daſelbſt Süßigkeiten zu ſuchen, ſondern dem Raube nachzugehen. Wie die vollkommenen Käfer in den angegebenen Grenzen mancherlei Unterſchiede darbieten, ſo läßt ſich auch von ihren Larven im Allgemeinen nichts weiter ſagen, als daß ſie ſechs Beine haben und Fleiſchfreſſer zu ſein ſcheinen; wir kommen bei den einzelnen Sippen auf ſie zurück.
Zunächſt zeichnet ſich die arteureiche, vorzugsweiſe in den Tropen heimiſche Sippe der Lyciden (Lycidae) durch die ſtarke Entwickelung, ſehr wechſelnde Form, Färbung und Skulptur der Flügel- decken vor den übrigen aus. Dieſelben liegen dem Körper allermeiſt nur auf, erweitern ſich nach hinten oft ſehr bedeutend, vorzugsweiſe bei den Männchen einiger Gattungen, pflegen einfarbig ſcharlachroth oder ſchwarz und gelb gebändert, durch Längsrippen in mehrere Felder getheilt und dieſe bei einer gewiſſen Breite wieder durch Querrippen in ein zierliches Maſchennetz zerlegt zu ſein. Der Kopf ſteckt zum Theil unter dem vorn vorſpringenden Halsſchilde, die langen, zuſammen- gedrückten Fühler entſpringen, einander genähert, zwiſchen den Augen, die Kinnbacken bleiben unbewehrt, die Mittelhüften ſtehen von einander ab, und die Schenkelringe liegen in der Achſe des Schenkels. Die linienförmigen Larven haben je ein einfaches Auge und zweigliederige Fühler, aber keine Oberlippe; ſie laufen hinten in eine gegabelte Spitze aus und halten ſich in faulendem Holze auf, wahrſcheinlich den kleinen Schnecken in ihrer Nachbarſchaft nachgehend.
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Die Käfer. Cebrioniden. Weichkäfer.
theil des Körpers, fadenförmige Tarſen länger als die Schienen. Jn beiden Geſchlechtern quellen
die Augen ſtark vor, ſind die Taſter lang, der Kopf ziemlich ſenkrecht, das vorn runde und ver-
ſchmälerte Halsſchild hinten in zwei Spitzen ausgezogen, das eingelaſſene Schildchen dreieckig, die
Hüften der vorderen Beine kugelig und die Gelenkpfannen hinten offen. Länge 8 bis 9 Linien.
Die Larve lebt mindeſtens drei Jahre von Wurzeln und hat in ihrer äußern Geſtalt viel Aehn-
lichkeit mit deuen der Elateren, ſechs kurze, einklanige Beine, einen mehr gewölbten Kopf, einen
langen Prothorarring, länger als die beiden folgenden zuſammen, und noch ſo manche Abweichungen,
welche bei Chapuis und Condèz, wo eine Abbildung gegeben, nachzuleſen ſind (Mém. d. l.
société royale des sciences de Liége 1853 p. 488). — Noch andere Arten bewohnen die Küſten-
länder des Mittelmeeres, Nordamerika und Afrika und außerdem einige Gattungen, welche die
Familie der Cebrioniden (Cebrionidae), unſere ſiebzehnte, bilden, gewiſſermaßen Elateren
ohne Schnellvermögen, aber mit Grabfüßen, die in der eben beſchriebenen Form zu den Mala-
codermen hinüberleiten. Lacordaire ſchiebt zwiſchen beiden noch ein die kleine Familie der
Rhipiceriden mit einigen exotiſchen Arten und die Dascylliden, von denen auch mehrere
in Europa und Deutſchland an Pflanzen leben, meiſt unanſehnliche, ovale und breitgedrückte
Thiere von unbedeutender Größe, wie Dascillus (Atopa) cervinus, Cyphon (Elodes), Scirtes
und andere.
Die folgende achtzehnte Familie vereinigt unter dem Namen der Weichkäfer (Malacodermata)
eine große Menge von Arten, welche faſt ausſchließlich durch weiche, mehr lederartige Körper-
umhüllung, beſonders Flügeldecken, übereinſtimmen und außerdem noch folgende Merkmale gemein
haben: cylindriſche Vorder- und Mittelhüften, quere an den Hinterbeinen und mit kegelförmigem
Anſatze nach innen verſehene Schienen, meiſt ohne Enddornen, fünfgliederige Tarſen, bei manchen
Männchen die vorderſten nur viergliederig, ein aus ſechs bis ſieben freien Gliedern zuſammen-
geſetzter Hinterleib und ſehr verſchieden geformte Fühler, welche in der Regel aus elf Gliedern
beſtehen, es kommen aber auch nur zehn und manchmal zwölf vor. Die hornige oder häutige
Zunge hat keine Seitenzipfel, die beiden Laden des Unterkiefers, deren innere manchmal ver-
kümmert, ſind blattartig und bewimpert, die Lippentaſter drei-, die der Kiefer viergliederig und
die Kinnbacken kurz. Bei den meiſten treten die Geſchlechtsunterſchiede deutlich hervor, entweder
an den beiden letzten Leibesgliedern, oder an den Fühlern, den Deckſchilden, den Flügeln oder den
Vordertarſen. Auf Blumen oder Sträuchern finden ſich die meiſten der hierher gehörenden Thiere,
zum Theil aber nicht, um daſelbſt Süßigkeiten zu ſuchen, ſondern dem Raube nachzugehen. Wie
die vollkommenen Käfer in den angegebenen Grenzen mancherlei Unterſchiede darbieten, ſo läßt
ſich auch von ihren Larven im Allgemeinen nichts weiter ſagen, als daß ſie ſechs Beine haben
und Fleiſchfreſſer zu ſein ſcheinen; wir kommen bei den einzelnen Sippen auf ſie zurück.
Zunächſt zeichnet ſich die arteureiche, vorzugsweiſe in den Tropen heimiſche Sippe der Lyciden
(Lycidae) durch die ſtarke Entwickelung, ſehr wechſelnde Form, Färbung und Skulptur der Flügel-
decken vor den übrigen aus. Dieſelben liegen dem Körper allermeiſt nur auf, erweitern ſich nach
hinten oft ſehr bedeutend, vorzugsweiſe bei den Männchen einiger Gattungen, pflegen einfarbig
ſcharlachroth oder ſchwarz und gelb gebändert, durch Längsrippen in mehrere Felder getheilt und
dieſe bei einer gewiſſen Breite wieder durch Querrippen in ein zierliches Maſchennetz zerlegt zu
ſein. Der Kopf ſteckt zum Theil unter dem vorn vorſpringenden Halsſchilde, die langen, zuſammen-
gedrückten Fühler entſpringen, einander genähert, zwiſchen den Augen, die Kinnbacken bleiben
unbewehrt, die Mittelhüften ſtehen von einander ab, und die Schenkelringe liegen in der Achſe des
Schenkels. Die linienförmigen Larven haben je ein einfaches Auge und zweigliederige Fühler,
aber keine Oberlippe; ſie laufen hinten in eine gegabelte Spitze aus und halten ſich in faulendem
Holze auf, wahrſcheinlich den kleinen Schnecken in ihrer Nachbarſchaft nachgehend.
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Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 6. Hildburghausen, 1869, S. 90. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/brehm_thierleben06_1869/108>, abgerufen am 23.11.2024.
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