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Die Bayerische Presse. Nr. 241. Würzburg, 8. Oktober 1850.

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Berlin, 5. Okt. Wunderbare Versionen
werden über den Jnhalt einer neuerdings von
dem russischen Cabinet an das österreichische ge-
richteten Note in Gang gebracht. Aus zuver-
lässiger Quelle können wir versichern, daß der
Jnhalt dieser allerdings vorhandenen Depesche
der ist, daß Rußland ausspricht, es werde für
den Fall einer zwischen Preußen und Oesterreich
ausgebrochenen Streitigkeit sich auf Seiten dessen
stellen, welcher den Verträgen von 1815 am
nächsten steht.

   

Berlin, 5. Okt. Zwischen dem Minister des
Auswärtigen Herrn v. Radowitz und dem Herrn
v. Manteuffel soll neuerdings wieder eine Span-
nung eingetreten sein, welche letzteren leicht ver-
mögen könnte, sein Portefeuille vor dem Zusam-
mentritte der Kammern niederzulegen. Die gest-
rige Fahrt des Herrn v. Manteuffel nach Sans-
souci zum Könige soll darauf Bezug gehabt ha-
ben. Es heißt gleichzeitig, daß Herr v. Rado-
witz sich sehr willfährig zeige, dem österreichischen
Cabinette und dessen Verbündeten Concessionen
zu machen, und von energischen Maßregeln ab-
rathe. Die hier accreditirten fremden Gesandten
sollen es übrigens dem Herrn v. Radowitz nicht
sehr freundlich aufgenommen haben, daß er sich
von ihnen abschließe und zur Zeit gar nicht per-
sonlich mit ihnen verkehre. -- Jn diplomatischen
Kreisen erachtet man es für keinen Beweis freund-
licher Gesinnung Rußlands gegen Preußen, daß
Herr v. Meyendorff als russischer Gesandte von
hier abberufen worden ist. Man hält es sogar
für leicht möglich, daß der russische Gesandt-
schaftsposten hier vorläufig nicht wieder von einem
Gesandten, sondern nur von einem Geschäftsträ-
ger verwaltet werde. Höheren Orts soll man
wegen der Abberufung des Herrn v. Meyendorff
etwas verstimmt sein. -- Aus guter Quelle ver-
mögen wir die Mittheilung zu machen, daß im
Laufe d. M. die Zusammenberufungsschreiben an
die Kammern ergehen werden und deren Zusam-
mentritt dann am 8. oder 10. November d. J.
erfolgen wird.

   

Posen, 2. Okt. Ueber die desertirten Tscher-
kessen geben wir hier den Bericht der ministeriel-
len "Const. Cor.", da die anderweitigen Nachrich-
ten sich vielfach widersprechen: Am 1. d. M.
lieferte der Distrikts = Commissarius in Kruchwitz
10 Tscherkessen bei dem Landrathsamte Jnowra-
claw ab, welche ihrer Angabe nach am 29. v. M.
aus ihrer Garnison Skierniewsce im Lowiczer
Kreise desertirt waren und am 30. die diesseitige
Grenze überschritten hatten. Zugleich überstandte
der gedachte Beamte eine an ihn ergangene Re-
quisition des Commandeurs der kaukasischen Rei-
terdivision um Auslieferung der Deserteurs. Die
sämmtlich berittenen, mit Flinten, Pistolen, Sä-
beln u. s. w. stark bewaffneten Flüchtlinge erklär-
ten bei ihrer Vernehmung, in preußischen Mili-
tärdienst treten zu wollen. Man stellte ihnen das
Unthunliche der Ausführung dieses Vorsatzes und
die Nothwendigkeit ihrer Auslieferung in Gemäß-
heit der bestehenden Kartellconvention vor. Hier-
auf gaben sie die Erklärung, freiwillig nach Ruß-
land zurückkehren zu wollen. Als man ihnen aber
bemerkte, daß sie vor Allem ihre Waffen abgeben
und sich militärisch escortiren lassen müßten, wei-
gerten sie sich, Folge zu leisten, und als darauf
der Rittmeister von Jlow mit einem Theil der
in Jnowraclaw stehenden Dragoneneskadron an-
kam, um zur gewaltsamen Entwaffnung der De-
serteurs zu schreiten, ergriffen diese die Flucht, die
Bromberger Chaussee entlang, wobei sie zugleich
ihre Gewehre abfeuerten, und einen Dragoner-
Unteroffizier tödteten und mehrere Dragoner ver-
wundeten. Das Militär erwiderte nun das Feuer,
wodurch zwei Tscherkessen fielen und einer ver-
wundet wurde, zwei wurden eingefangen. Die
übrigen fünf begaben sich nach dem Vorwerk
Kruslewice und setzten sich dort fest, indem sie
ein lebhaftes Feuer auf das nachrückende Militär
unterhielten, wobei mehrere Einlieger=Häuser des
Vorwerks eingeäschert wurden. Es wurde nun ein
[Spaltenumbruch] Jnfanteriecommando vom 4. Regiment von Brom-
berg geholt, mit dessen Hilfe vier der Flüchtlinge
schwer verwundet gefangen genommen wurden,
während der fünfte in dem Vorwerkshause, wo
die Tscherkessen sich zuletzt festgesetzt hatten, und
welches sie endlich selbst in Brand steckten, todt
zurückblieb. Von den Jnfanteristen ist leider
ebenfalls ein Mann gefallen und Einer leicht ver-
wundet.

Neuestes.

Karlsruhe, 5. Okt. Der Prinz von Preußen
hat seine in hiesigem Schloße befindliche Canzlei
aufgelöst und die desfallsigen Beamten nach Kob-
lenz beordert.

Berlin, 2. Okt. Jn der heutigen Sitzung
der Philologen=Kongresses wurde Erlangen zum
nächsten Versammlungsort und Prof. Döderlein
zum ersten, Prof. Nägelsbach zum zweiten Vice-
präsidenten vorgeschlagen, welchen Anträgen die
Versammlung zustimmte.

Paris, 2. Okt. Ein Mitglied der provisori-
schen Regierung, der edle Jude Cremieux, hat
die prachtvolle Domäne und den Wald von Saon
erkauft und 800,000 Fr. baar darauf angezahlt.
Die Stelle eines provisorischen Regenten muß
doch ziemlich einträglich gewesen sein, denn im
Februar 1848 hatte der Jude Cremieur notorisch
kein Vermögen.

Rom, 26. Sept. Der Erzbischof von Cag-
liari ist hier angekommen und hat bereits eine
Audienz beim Papste und beim Cardinal Anto-
nelli gehabt.

Turin, 1. Okt. Nach der "Jtalia libera"
hätte der Großherzog von Toscana zu Gunsten
seines Sohnes abgedankt. -- Man erwartet die
Ankunft Pinellis aus Rom.

[Spaltenumbruch]

T. D. 1 ) Hamburg, 5. Okt. der Sturm auf
Friederichstadt hat begonnen; die Holsteiner sollen
bis zum Marktplatz vorgedrungen sein.

2 ) Hamburg, 6. Okt. Man spricht von be-
deutendem Verlust; es geht das Gerücht, der Sturm
sei abgeschlagen worden.

3 ) Hamburg, 6. Okt. Der offizielle Bericht
des Oberbefehlshabers, Generals v. Willisen, da-
tirt aus dessen Hauptquartier Süderstapel, bestä-
tigt die früheren telegraphischen Angaben. Der
Sturm auf Friedrichstadt geschah am 4. d. M.
Abends. Bei dem Bombardement ist die halbe
Stadt nebst der Hauptkirche in Asche gelegt wor-
den. Der Verlust der Holsteiner ist sehr bedeu-
tend; das Heer hat sich bis nach Süderstapel
( fast zwei Wegstunden südöstlich von Friedrichstadt
am rechten Ufer der Eider ) zurückgezogen.

4 ) Wien, 6. Oct. Feldzeugmeister Heß ist
von hier nach Kamnitz, in Nordböhmen, abgereist.
Es wird offiziell widerlegt, daß österreichische Trup-
pen in Sachsen eingerückt seien.

   


Verantwortlicher Redakteur u. Verleger:
Franz v. Faber.



Theater=Anzeige.

Mittwoch den 9. Oktober 1850.
Zum Erstenmale:
Geistige Liebe,
oder:
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Lustspiel in 3 Akten von Dr. Fr. Lederer.
Vorher:
Der arme Poet.
Schauspiel in 1 Akt von Kotzebue.
Zwischen und nach beiden Stücken:
Ballet
ausgeführt von der Familie Jerwitz = Lindor und
Frl. Weidner.

[Ende Spaltensatz]
Verzeichniß
der aus dem Keller
des kgl. Julius=Hospitals dahier
pro 1850/51 zum Verkaufe bestimmten selbstgezogenen Weine.
fl. kr.
A. Jn Bouteillen zu einer bayer. Maas.
I.1834r Würzburger gelb gesiegelt, per Bouteille........ --39
II. 1834r Rödelseer schwarz   "   "   "......... --48
III.1841rStein A. roth   "   "   ".........1 12
IV. 1834r Stein A. grün   "   "   ".........1 45
V.1822rStein A. weiß   "   "   ".........337
B. Jn Eimern bayer. Aiche.
I.1846r FahrerB................ per Eimer 16--
II.1846r Fahrer A................ " "18--
III.1842r Astheimer............... " "18--
IV.1846rRetzbacher=Stein............. " " 20 --
V.1846rOberdürrbacher ( Kreuzberg ) ......... " "22--
VI. 1846rPfaffenberger.............. " " 24--
VII. 1841rHeinrichsleitener............. " "24 --
VIII. 1842r Stein................ " " 27--
IX.1841rPfülben............... " " 30--
X. 1834rStein................ " "36--
XI.1846rRödelseer............... " " 40--

Hiebei wird Folgendes bemerkt:

1 ) Der bouteillenweise Verkauf findet täglich, jedoch ausschließlich nur in den Vormittagsstunden von
11 bis 12 Uhr statt.
2 ) Zur Weinabgabe in größeren Quantitäten, insbesondere in Eimern, jedoch nicht unter 1/4 Eimer,
sind die beiden Wochentage Dinstag und Freitag von 2--5 Uhr Nachmittags festgesetzt.
3 ) Jede Weinabgabe findet nur gegen gleich baare Zahlung in kassamäßiger Münze
mit Ausschluß der Goldmünzen
statt.
4 ) Bezügliche portofreie Aufträge von Seite Auswärtiger, direkt an das unterfertigte Rentamt ge-
richtet, werden pünktlichst besorgt; dabei wird aber auch gewärtiget, daß vor Absendung der Weine
an den Besteller von diesem für die baare Zahlung gesorgt wird.
5 ) Die bisher bei Wein=Abfüllungen üblichen, von den Käufern zu tragenden Aichgebühren für den
Büttner a 24 kr. per Eimer bestehen zur Zeit noch fort.
6 ) Auf Verlangen wird die Verpackung von Bouteillen durch den diesseitigen Büttner besorgt und
per Bouteille 6 kr. in Aufrechnung gebracht.
7 ) Nach dem Wunsche der Käufer werden die zum Weineinfüllen nöthigen Fäßchen hierorts gestellt,
und für ein halbeimeriges 1 fl. 24 kr., für ein eineimeriges 2 fl. berechnet.



Druck von Joseph Steib in Würzburg.

Berlin, 5. Okt. Wunderbare Versionen
werden über den Jnhalt einer neuerdings von
dem russischen Cabinet an das österreichische ge-
richteten Note in Gang gebracht. Aus zuver-
lässiger Quelle können wir versichern, daß der
Jnhalt dieser allerdings vorhandenen Depesche
der ist, daß Rußland ausspricht, es werde für
den Fall einer zwischen Preußen und Oesterreich
ausgebrochenen Streitigkeit sich auf Seiten dessen
stellen, welcher den Verträgen von 1815 am
nächsten steht.

   

Berlin, 5. Okt. Zwischen dem Minister des
Auswärtigen Herrn v. Radowitz und dem Herrn
v. Manteuffel soll neuerdings wieder eine Span-
nung eingetreten sein, welche letzteren leicht ver-
mögen könnte, sein Portefeuille vor dem Zusam-
mentritte der Kammern niederzulegen. Die gest-
rige Fahrt des Herrn v. Manteuffel nach Sans-
souci zum Könige soll darauf Bezug gehabt ha-
ben. Es heißt gleichzeitig, daß Herr v. Rado-
witz sich sehr willfährig zeige, dem österreichischen
Cabinette und dessen Verbündeten Concessionen
zu machen, und von energischen Maßregeln ab-
rathe. Die hier accreditirten fremden Gesandten
sollen es übrigens dem Herrn v. Radowitz nicht
sehr freundlich aufgenommen haben, daß er sich
von ihnen abschließe und zur Zeit gar nicht per-
sonlich mit ihnen verkehre. -- Jn diplomatischen
Kreisen erachtet man es für keinen Beweis freund-
licher Gesinnung Rußlands gegen Preußen, daß
Herr v. Meyendorff als russischer Gesandte von
hier abberufen worden ist. Man hält es sogar
für leicht möglich, daß der russische Gesandt-
schaftsposten hier vorläufig nicht wieder von einem
Gesandten, sondern nur von einem Geschäftsträ-
ger verwaltet werde. Höheren Orts soll man
wegen der Abberufung des Herrn v. Meyendorff
etwas verstimmt sein. -- Aus guter Quelle ver-
mögen wir die Mittheilung zu machen, daß im
Laufe d. M. die Zusammenberufungsschreiben an
die Kammern ergehen werden und deren Zusam-
mentritt dann am 8. oder 10. November d. J.
erfolgen wird.

   

Posen, 2. Okt. Ueber die desertirten Tscher-
kessen geben wir hier den Bericht der ministeriel-
len „Const. Cor.“, da die anderweitigen Nachrich-
ten sich vielfach widersprechen: Am 1. d. M.
lieferte der Distrikts = Commissarius in Kruchwitz
10 Tscherkessen bei dem Landrathsamte Jnowra-
claw ab, welche ihrer Angabe nach am 29. v. M.
aus ihrer Garnison Skierniewsce im Lowiczer
Kreise desertirt waren und am 30. die diesseitige
Grenze überschritten hatten. Zugleich überstandte
der gedachte Beamte eine an ihn ergangene Re-
quisition des Commandeurs der kaukasischen Rei-
terdivision um Auslieferung der Deserteurs. Die
sämmtlich berittenen, mit Flinten, Pistolen, Sä-
beln u. s. w. stark bewaffneten Flüchtlinge erklär-
ten bei ihrer Vernehmung, in preußischen Mili-
tärdienst treten zu wollen. Man stellte ihnen das
Unthunliche der Ausführung dieses Vorsatzes und
die Nothwendigkeit ihrer Auslieferung in Gemäß-
heit der bestehenden Kartellconvention vor. Hier-
auf gaben sie die Erklärung, freiwillig nach Ruß-
land zurückkehren zu wollen. Als man ihnen aber
bemerkte, daß sie vor Allem ihre Waffen abgeben
und sich militärisch escortiren lassen müßten, wei-
gerten sie sich, Folge zu leisten, und als darauf
der Rittmeister von Jlow mit einem Theil der
in Jnowraclaw stehenden Dragoneneskadron an-
kam, um zur gewaltsamen Entwaffnung der De-
serteurs zu schreiten, ergriffen diese die Flucht, die
Bromberger Chaussee entlang, wobei sie zugleich
ihre Gewehre abfeuerten, und einen Dragoner-
Unteroffizier tödteten und mehrere Dragoner ver-
wundeten. Das Militär erwiderte nun das Feuer,
wodurch zwei Tscherkessen fielen und einer ver-
wundet wurde, zwei wurden eingefangen. Die
übrigen fünf begaben sich nach dem Vorwerk
Kruslewice und setzten sich dort fest, indem sie
ein lebhaftes Feuer auf das nachrückende Militär
unterhielten, wobei mehrere Einlieger=Häuser des
Vorwerks eingeäschert wurden. Es wurde nun ein
[Spaltenumbruch] Jnfanteriecommando vom 4. Regiment von Brom-
berg geholt, mit dessen Hilfe vier der Flüchtlinge
schwer verwundet gefangen genommen wurden,
während der fünfte in dem Vorwerkshause, wo
die Tscherkessen sich zuletzt festgesetzt hatten, und
welches sie endlich selbst in Brand steckten, todt
zurückblieb. Von den Jnfanteristen ist leider
ebenfalls ein Mann gefallen und Einer leicht ver-
wundet.

Neuestes.

Karlsruhe, 5. Okt. Der Prinz von Preußen
hat seine in hiesigem Schloße befindliche Canzlei
aufgelöst und die desfallsigen Beamten nach Kob-
lenz beordert.

Berlin, 2. Okt. Jn der heutigen Sitzung
der Philologen=Kongresses wurde Erlangen zum
nächsten Versammlungsort und Prof. Döderlein
zum ersten, Prof. Nägelsbach zum zweiten Vice-
präsidenten vorgeschlagen, welchen Anträgen die
Versammlung zustimmte.

Paris, 2. Okt. Ein Mitglied der provisori-
schen Regierung, der edle Jude Cremieux, hat
die prachtvolle Domäne und den Wald von Saon
erkauft und 800,000 Fr. baar darauf angezahlt.
Die Stelle eines provisorischen Regenten muß
doch ziemlich einträglich gewesen sein, denn im
Februar 1848 hatte der Jude Cremieur notorisch
kein Vermögen.

Rom, 26. Sept. Der Erzbischof von Cag-
liari ist hier angekommen und hat bereits eine
Audienz beim Papste und beim Cardinal Anto-
nelli gehabt.

Turin, 1. Okt. Nach der „Jtalia libera“
hätte der Großherzog von Toscana zu Gunsten
seines Sohnes abgedankt. -- Man erwartet die
Ankunft Pinellis aus Rom.

[Spaltenumbruch]

T. D. 1 ) Hamburg, 5. Okt. der Sturm auf
Friederichstadt hat begonnen; die Holsteiner sollen
bis zum Marktplatz vorgedrungen sein.

2 ) Hamburg, 6. Okt. Man spricht von be-
deutendem Verlust; es geht das Gerücht, der Sturm
sei abgeschlagen worden.

3 ) Hamburg, 6. Okt. Der offizielle Bericht
des Oberbefehlshabers, Generals v. Willisen, da-
tirt aus dessen Hauptquartier Süderstapel, bestä-
tigt die früheren telegraphischen Angaben. Der
Sturm auf Friedrichstadt geschah am 4. d. M.
Abends. Bei dem Bombardement ist die halbe
Stadt nebst der Hauptkirche in Asche gelegt wor-
den. Der Verlust der Holsteiner ist sehr bedeu-
tend; das Heer hat sich bis nach Süderstapel
( fast zwei Wegstunden südöstlich von Friedrichstadt
am rechten Ufer der Eider ) zurückgezogen.

4 ) Wien, 6. Oct. Feldzeugmeister Heß ist
von hier nach Kamnitz, in Nordböhmen, abgereist.
Es wird offiziell widerlegt, daß österreichische Trup-
pen in Sachsen eingerückt seien.

   


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Mittwoch den 9. Oktober 1850.
Zum Erstenmale:
Geistige Liebe,
oder:
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Lustspiel in 3 Akten von Dr. Fr. Lederer.
Vorher:
Der arme Poet.
Schauspiel in 1 Akt von Kotzebue.
Zwischen und nach beiden Stücken:
Ballet
ausgeführt von der Familie Jerwitz = Lindor und
Frl. Weidner.

[Ende Spaltensatz]
Verzeichniß
der aus dem Keller
des kgl. Julius=Hospitals dahier
pro 1850/51 zum Verkaufe bestimmten selbstgezogenen Weine.
fl. kr.
A. Jn Bouteillen zu einer bayer. Maas.
I.1834r Würzburger gelb gesiegelt, per Bouteille........ --39
II. 1834r Rödelseer schwarz   „   „   „......... --48
III.1841rStein A. roth   „   „   „.........1 12
IV. 1834r Stein A. grün   „   „   „.........1 45
V.1822rStein A. weiß   „   „   „.........337
B. Jn Eimern bayer. Aiche.
I.1846r FahrerB................ per Eimer 16--
II.1846r Fahrer A................ „ „18--
III.1842r Astheimer............... „ „18--
IV.1846rRetzbacher=Stein............. „ „ 20 --
V.1846rOberdürrbacher ( Kreuzberg ) ......... „ „22--
VI. 1846rPfaffenberger.............. „ „ 24--
VII. 1841rHeinrichsleitener............. „ „24 --
VIII. 1842r Stein................ „ „ 27--
IX.1841rPfülben............... „ „ 30--
X. 1834rStein................ „ „36--
XI.1846rRödelseer............... „ „ 40--

Hiebei wird Folgendes bemerkt:

1 ) Der bouteillenweise Verkauf findet täglich, jedoch ausschließlich nur in den Vormittagsstunden von
11 bis 12 Uhr statt.
2 ) Zur Weinabgabe in größeren Quantitäten, insbesondere in Eimern, jedoch nicht unter 1/4 Eimer,
sind die beiden Wochentage Dinstag und Freitag von 2--5 Uhr Nachmittags festgesetzt.
3 ) Jede Weinabgabe findet nur gegen gleich baare Zahlung in kassamäßiger Münze
mit Ausschluß der Goldmünzen
statt.
4 ) Bezügliche portofreie Aufträge von Seite Auswärtiger, direkt an das unterfertigte Rentamt ge-
richtet, werden pünktlichst besorgt; dabei wird aber auch gewärtiget, daß vor Absendung der Weine
an den Besteller von diesem für die baare Zahlung gesorgt wird.
5 ) Die bisher bei Wein=Abfüllungen üblichen, von den Käufern zu tragenden Aichgebühren für den
Büttner à 24 kr. per Eimer bestehen zur Zeit noch fort.
6 ) Auf Verlangen wird die Verpackung von Bouteillen durch den diesseitigen Büttner besorgt und
per Bouteille 6 kr. in Aufrechnung gebracht.
7 ) Nach dem Wunsche der Käufer werden die zum Weineinfüllen nöthigen Fäßchen hierorts gestellt,
und für ein halbeimeriges 1 fl. 24 kr., für ein eineimeriges 2 fl. berechnet.



Druck von Joseph Steib in Würzburg.

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[0004] Berlin, 5. Okt. Wunderbare Versionen werden über den Jnhalt einer neuerdings von dem russischen Cabinet an das österreichische ge- richteten Note in Gang gebracht. Aus zuver- lässiger Quelle können wir versichern, daß der Jnhalt dieser allerdings vorhandenen Depesche der ist, daß Rußland ausspricht, es werde für den Fall einer zwischen Preußen und Oesterreich ausgebrochenen Streitigkeit sich auf Seiten dessen stellen, welcher den Verträgen von 1815 am nächsten steht. ( N. Pr. Z. ) Berlin, 5. Okt. Zwischen dem Minister des Auswärtigen Herrn v. Radowitz und dem Herrn v. Manteuffel soll neuerdings wieder eine Span- nung eingetreten sein, welche letzteren leicht ver- mögen könnte, sein Portefeuille vor dem Zusam- mentritte der Kammern niederzulegen. Die gest- rige Fahrt des Herrn v. Manteuffel nach Sans- souci zum Könige soll darauf Bezug gehabt ha- ben. Es heißt gleichzeitig, daß Herr v. Rado- witz sich sehr willfährig zeige, dem österreichischen Cabinette und dessen Verbündeten Concessionen zu machen, und von energischen Maßregeln ab- rathe. Die hier accreditirten fremden Gesandten sollen es übrigens dem Herrn v. Radowitz nicht sehr freundlich aufgenommen haben, daß er sich von ihnen abschließe und zur Zeit gar nicht per- sonlich mit ihnen verkehre. -- Jn diplomatischen Kreisen erachtet man es für keinen Beweis freund- licher Gesinnung Rußlands gegen Preußen, daß Herr v. Meyendorff als russischer Gesandte von hier abberufen worden ist. Man hält es sogar für leicht möglich, daß der russische Gesandt- schaftsposten hier vorläufig nicht wieder von einem Gesandten, sondern nur von einem Geschäftsträ- ger verwaltet werde. Höheren Orts soll man wegen der Abberufung des Herrn v. Meyendorff etwas verstimmt sein. -- Aus guter Quelle ver- mögen wir die Mittheilung zu machen, daß im Laufe d. M. die Zusammenberufungsschreiben an die Kammern ergehen werden und deren Zusam- mentritt dann am 8. oder 10. November d. J. erfolgen wird. ( A. Z. C. ) Posen, 2. Okt. Ueber die desertirten Tscher- kessen geben wir hier den Bericht der ministeriel- len „Const. Cor.“, da die anderweitigen Nachrich- ten sich vielfach widersprechen: Am 1. d. M. lieferte der Distrikts = Commissarius in Kruchwitz 10 Tscherkessen bei dem Landrathsamte Jnowra- claw ab, welche ihrer Angabe nach am 29. v. M. aus ihrer Garnison Skierniewsce im Lowiczer Kreise desertirt waren und am 30. die diesseitige Grenze überschritten hatten. Zugleich überstandte der gedachte Beamte eine an ihn ergangene Re- quisition des Commandeurs der kaukasischen Rei- terdivision um Auslieferung der Deserteurs. Die sämmtlich berittenen, mit Flinten, Pistolen, Sä- beln u. s. w. stark bewaffneten Flüchtlinge erklär- ten bei ihrer Vernehmung, in preußischen Mili- tärdienst treten zu wollen. Man stellte ihnen das Unthunliche der Ausführung dieses Vorsatzes und die Nothwendigkeit ihrer Auslieferung in Gemäß- heit der bestehenden Kartellconvention vor. Hier- auf gaben sie die Erklärung, freiwillig nach Ruß- land zurückkehren zu wollen. Als man ihnen aber bemerkte, daß sie vor Allem ihre Waffen abgeben und sich militärisch escortiren lassen müßten, wei- gerten sie sich, Folge zu leisten, und als darauf der Rittmeister von Jlow mit einem Theil der in Jnowraclaw stehenden Dragoneneskadron an- kam, um zur gewaltsamen Entwaffnung der De- serteurs zu schreiten, ergriffen diese die Flucht, die Bromberger Chaussee entlang, wobei sie zugleich ihre Gewehre abfeuerten, und einen Dragoner- Unteroffizier tödteten und mehrere Dragoner ver- wundeten. Das Militär erwiderte nun das Feuer, wodurch zwei Tscherkessen fielen und einer ver- wundet wurde, zwei wurden eingefangen. Die übrigen fünf begaben sich nach dem Vorwerk Kruslewice und setzten sich dort fest, indem sie ein lebhaftes Feuer auf das nachrückende Militär unterhielten, wobei mehrere Einlieger=Häuser des Vorwerks eingeäschert wurden. Es wurde nun ein Jnfanteriecommando vom 4. Regiment von Brom- berg geholt, mit dessen Hilfe vier der Flüchtlinge schwer verwundet gefangen genommen wurden, während der fünfte in dem Vorwerkshause, wo die Tscherkessen sich zuletzt festgesetzt hatten, und welches sie endlich selbst in Brand steckten, todt zurückblieb. Von den Jnfanteristen ist leider ebenfalls ein Mann gefallen und Einer leicht ver- wundet. Neuestes. Karlsruhe, 5. Okt. Der Prinz von Preußen hat seine in hiesigem Schloße befindliche Canzlei aufgelöst und die desfallsigen Beamten nach Kob- lenz beordert. Berlin, 2. Okt. Jn der heutigen Sitzung der Philologen=Kongresses wurde Erlangen zum nächsten Versammlungsort und Prof. Döderlein zum ersten, Prof. Nägelsbach zum zweiten Vice- präsidenten vorgeschlagen, welchen Anträgen die Versammlung zustimmte. Paris, 2. Okt. Ein Mitglied der provisori- schen Regierung, der edle Jude Cremieux, hat die prachtvolle Domäne und den Wald von Saon erkauft und 800,000 Fr. baar darauf angezahlt. Die Stelle eines provisorischen Regenten muß doch ziemlich einträglich gewesen sein, denn im Februar 1848 hatte der Jude Cremieur notorisch kein Vermögen. Rom, 26. Sept. Der Erzbischof von Cag- liari ist hier angekommen und hat bereits eine Audienz beim Papste und beim Cardinal Anto- nelli gehabt. Turin, 1. Okt. Nach der „Jtalia libera“ hätte der Großherzog von Toscana zu Gunsten seines Sohnes abgedankt. -- Man erwartet die Ankunft Pinellis aus Rom. T. D. 1 ) Hamburg, 5. Okt. der Sturm auf Friederichstadt hat begonnen; die Holsteiner sollen bis zum Marktplatz vorgedrungen sein. 2 ) Hamburg, 6. Okt. Man spricht von be- deutendem Verlust; es geht das Gerücht, der Sturm sei abgeschlagen worden. 3 ) Hamburg, 6. Okt. Der offizielle Bericht des Oberbefehlshabers, Generals v. Willisen, da- tirt aus dessen Hauptquartier Süderstapel, bestä- tigt die früheren telegraphischen Angaben. Der Sturm auf Friedrichstadt geschah am 4. d. M. Abends. Bei dem Bombardement ist die halbe Stadt nebst der Hauptkirche in Asche gelegt wor- den. Der Verlust der Holsteiner ist sehr bedeu- tend; das Heer hat sich bis nach Süderstapel ( fast zwei Wegstunden südöstlich von Friedrichstadt am rechten Ufer der Eider ) zurückgezogen. 4 ) Wien, 6. Oct. Feldzeugmeister Heß ist von hier nach Kamnitz, in Nordböhmen, abgereist. Es wird offiziell widerlegt, daß österreichische Trup- pen in Sachsen eingerückt seien. ( F. O.=Z. ) Verantwortlicher Redakteur u. Verleger: Franz v. Faber. Theater=Anzeige. Mittwoch den 9. Oktober 1850. Zum Erstenmale: Geistige Liebe, oder: Gleich und gleich gesellt sich gern. Lustspiel in 3 Akten von Dr. Fr. Lederer. Vorher: Der arme Poet. Schauspiel in 1 Akt von Kotzebue. Zwischen und nach beiden Stücken: Ballet ausgeführt von der Familie Jerwitz = Lindor und Frl. Weidner. Verzeichniß der aus dem Keller des kgl. Julius=Hospitals dahier pro 1850/51 zum Verkaufe bestimmten selbstgezogenen Weine. fl. kr. A. Jn Bouteillen zu einer bayer. Maas. I. 1834r Würzburger gelb gesiegelt, per Bouteille........ -- 39 II. 1834r Rödelseer schwarz „ „ „......... -- 48 III. 1841r Stein A. roth „ „ „......... 1 12 IV. 1834r Stein A. grün „ „ „......... 1 45 V. 1822r Stein A. weiß „ „ „......... 3 37 B. Jn Eimern bayer. Aiche. I. 1846r FahrerB................ per Eimer 16 -- II. 1846r Fahrer A................ „ „ 18 -- III. 1842r Astheimer............... „ „ 18 -- IV. 1846r Retzbacher=Stein............. „ „ 20 -- V. 1846r Oberdürrbacher ( Kreuzberg ) ......... „ „ 22 -- VI. 1846r Pfaffenberger.............. „ „ 24 -- VII. 1841r Heinrichsleitener............. „ „ 24 -- VIII. 1842r Stein................ „ „ 27 -- IX. 1841r Pfülben............... „ „ 30 -- X. 1834r Stein................ „ „ 36 -- XI. 1846r Rödelseer............... „ „ 40 -- Hiebei wird Folgendes bemerkt: 1 ) Der bouteillenweise Verkauf findet täglich, jedoch ausschließlich nur in den Vormittagsstunden von 11 bis 12 Uhr statt. 2 ) Zur Weinabgabe in größeren Quantitäten, insbesondere in Eimern, jedoch nicht unter 1/4 Eimer, sind die beiden Wochentage Dinstag und Freitag von 2--5 Uhr Nachmittags festgesetzt. 3 ) Jede Weinabgabe findet nur gegen gleich baare Zahlung in kassamäßiger Münze mit Ausschluß der Goldmünzen statt. 4 ) Bezügliche portofreie Aufträge von Seite Auswärtiger, direkt an das unterfertigte Rentamt ge- richtet, werden pünktlichst besorgt; dabei wird aber auch gewärtiget, daß vor Absendung der Weine an den Besteller von diesem für die baare Zahlung gesorgt wird. 5 ) Die bisher bei Wein=Abfüllungen üblichen, von den Käufern zu tragenden Aichgebühren für den Büttner à 24 kr. per Eimer bestehen zur Zeit noch fort. 6 ) Auf Verlangen wird die Verpackung von Bouteillen durch den diesseitigen Büttner besorgt und per Bouteille 6 kr. in Aufrechnung gebracht. 7 ) Nach dem Wunsche der Käufer werden die zum Weineinfüllen nöthigen Fäßchen hierorts gestellt, und für ein halbeimeriges 1 fl. 24 kr., für ein eineimeriges 2 fl. berechnet. Würzburg, den 1. Oktober 1850. Königl. Julius=Hospitäl. Rentamt. Filser. Druck von Joseph Steib in Würzburg.

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Zitationshilfe: Die Bayerische Presse. Nr. 241. Würzburg, 8. Oktober 1850, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_bayerische241_1850/4>, abgerufen am 09.05.2021.