Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737.

Bild:
<< vorherige Seite

AM
ana gutt. v. Cinnamom. gutt. ij. Caryophyll. gutt. j. und heb es im
wohlvermachten Glase auf.

Amblyopia, schwach Gesicht, dunckele Augen; dis Vitium heist
bey alten Leuten Caligo: kömmt vom verhinderten Einfluß oder Man-
gel der Lebens-Geister her; hierwider wird wol nirgends anders her, als
von den Brillen, Hülffe zu erwarten seyn.

Ambusta, Ambustiones, Brand, Brand-Schäden: ist eine, ver-
möge des Feuers, geschehene Laesion, bald der Haut allein, bald zugleich
des Fleisches, der Tendinum und Nerven. Die Symptomata, welche
sich hiebey finden, sind Schmertz, Inflammation, Blasen, bald mit, bald
ohne Serum, und wenn es vom Schuß ist, Schwärtze des Theils; die
Ursach ist Feuer oder siedend Wasser. Die Cur ist bald leicht, bald
schwer; leicht ist sie in geringen Brand-Schäden, anders aber, wo die
tendinösen Theile mit verbrannt; und noch ärger, wo man den warm-
und kalten Brand zu besorgen hat. Jm ersten Fall hat man darauf zu
sehen, daß nicht Blasen aufschiessen; das erlanget man, wenn man
den laedirten Ort mit Speichel befeuchtet, und am Feuer trocknen läst,
oder wenn man Zwiebeln mit Saltz und Seiffe, oder mit ol. p. d.
im Mörsel zerstösset, oder Lacke, oder scharff gesaltzene Butter, oder
mit Eßig vermischet appliciret: diese Mittel aber gehen gar nicht an,
wenn der Brand tieff, das Fleisch mit angegriffen und Blasen aufge-
worffen hat; allda werden die Blasen aufgeschnitten, und dann Ad-
stringentia
und Defensiva aufgelegt, als Dinte, Bol. Armen. mit pulver.
Gallarum, Sangv. Dracon.
mit ol. Rosar. zum Unguent gemachet, item
Emplastr. Saturnin. Unguent. Alabastrin.
sonderlich ol. Lini oder Rosar.
mucilag. sem. Cydonior.
oder Calcis vivae q. v. giesse so viel Wasser
darauf, daß es 4. bis 5. Finger breit über den Kalch gehet, und wenn
sich der Kalch gelöschet, so laß es alsobald durch ein filtrum lauffen.
Zu diesem Wasser thue Olei Rosar. oder Lilior. alb. q. s. und reibe es in
einem bleyernen Mörsel wohl untereinander, daß ein weiß Unguent dar-
aus werde. Folgend Liniment rühmet Dolaeus sehr, sonderlich, wenn der
Brand vom Pulver ist:

Ceruss.
pulv. rad. Consolid. maj. an Lbß.
lap. Calaminar.
Lithargyr.
Minii an iiß.
Cam-
E 3

AM
ana gutt. v. Cinnamom. gutt. ij. Caryophyll. gutt. j. und heb es im
wohlvermachten Glaſe auf.

Amblyopia, ſchwach Geſicht, dunckele Augen; dis Vitium heiſt
bey alten Leuten Caligo: koͤmmt vom verhinderten Einfluß oder Man-
gel der Lebens-Geiſter her; hierwider wird wol nirgends anders her, als
von den Brillen, Huͤlffe zu erwarten ſeyn.

Ambuſta, Ambuſtiones, Brand, Brand-Schaͤden: iſt eine, ver-
moͤge des Feuers, geſchehene Læſion, bald der Haut allein, bald zugleich
des Fleiſches, der Tendinum und Nerven. Die Symptomata, welche
ſich hiebey finden, ſind Schmertz, Inflammation, Blaſen, bald mit, bald
ohne Serum, und wenn es vom Schuß iſt, Schwaͤrtze des Theils; die
Urſach iſt Feuer oder ſiedend Waſſer. Die Cur iſt bald leicht, bald
ſchwer; leicht iſt ſie in geringen Brand-Schaͤden, anders aber, wo die
tendinöſen Theile mit verbrannt; und noch aͤrger, wo man den warm-
und kalten Brand zu beſorgen hat. Jm erſten Fall hat man darauf zu
ſehen, daß nicht Blaſen aufſchieſſen; das erlanget man, wenn man
den lædirten Ort mit Speichel befeuchtet, und am Feuer trocknen laͤſt,
oder wenn man Zwiebeln mit Saltz und Seiffe, oder mit ol. 🜿 p. d.
im Moͤrſel zerſtoͤſſet, oder Lacke, oder ſcharff geſaltzene Butter, oder 🝕
mit Eßig vermiſchet appliciret: dieſe Mittel aber gehen gar nicht an,
wenn der Brand tieff, das Fleiſch mit angegriffen und Blaſen aufge-
worffen hat; allda werden die Blaſen aufgeſchnitten, und dann Ad-
ſtringentia
und Defenſiva aufgelegt, als Dinte, Bol. Armen. mit pulver.
Gallarum, Sangv. Dracon.
mit ol. Roſar. zum Unguent gemachet, item
Emplaſtr. Saturnin. Unguent. Alabaſtrin.
ſonderlich ol. Lini oder Roſar.
mucilag. ſem. Cydonior.
oder ℞ Calcis vivæ q. v. gieſſe ſo viel Waſſer
darauf, daß es 4. bis 5. Finger breit uͤber den Kalch gehet, und wenn
ſich der Kalch geloͤſchet, ſo laß es alſobald durch ein filtrum lauffen.
Zu dieſem Waſſer thue Olei Roſar. oder Lilior. alb. q. ſ. und reibe es in
einem bleyernen Moͤrſel wohl untereinander, daß ein weiß Unguent dar-
aus werde. Folgend Liniment ruͤhmet Dolæus ſehr, ſonderlich, wenn der
Brand vom Pulver iſt:

℞ Ceruſſ.
pulv. rad. Conſolid. maj. ā ℔ß.
lap. Calaminar.
Lithargyr.
Minii ā ℥iiß.
Cam-
E 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0049" n="37"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">AM</hi></hi></hi></fw><lb/><hi rendition="#aq">ana gutt. v. Cinnamom. gutt. ij. Caryophyll. gutt. j.</hi> und heb es im<lb/>
wohlvermachten Gla&#x017F;e auf.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amblyopia,</hi><hi rendition="#fr">&#x017F;chwach Ge&#x017F;icht, dunckele Augen;</hi> dis <hi rendition="#aq">Vitium</hi> hei&#x017F;t<lb/>
bey alten Leuten <hi rendition="#aq">Caligo:</hi> ko&#x0364;mmt vom verhinderten Einfluß oder Man-<lb/>
gel der Lebens-Gei&#x017F;ter her; hierwider wird wol nirgends anders her, als<lb/>
von den Brillen, Hu&#x0364;lffe zu erwarten &#x017F;eyn.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Ambu&#x017F;ta, Ambu&#x017F;tiones,</hi><hi rendition="#fr">Brand, Brand-Scha&#x0364;den:</hi> i&#x017F;t eine, ver-<lb/>
mo&#x0364;ge des Feuers, ge&#x017F;chehene <hi rendition="#aq">&#x017F;ion,</hi> bald der Haut allein, bald zugleich<lb/>
des Flei&#x017F;ches, der <hi rendition="#aq">Tendinum</hi> und Nerven. Die <hi rendition="#aq">Symptomata,</hi> welche<lb/>
&#x017F;ich hiebey finden, &#x017F;ind Schmertz, <hi rendition="#aq">Inflammation,</hi> Bla&#x017F;en, bald mit, bald<lb/>
ohne <hi rendition="#aq">Serum,</hi> und wenn es vom Schuß i&#x017F;t, Schwa&#x0364;rtze des Theils; die<lb/>
Ur&#x017F;ach i&#x017F;t Feuer oder &#x017F;iedend Wa&#x017F;&#x017F;er. Die Cur i&#x017F;t bald leicht, bald<lb/>
&#x017F;chwer; leicht i&#x017F;t &#x017F;ie in geringen Brand-Scha&#x0364;den, anders aber, wo die<lb/><hi rendition="#aq">tendinö</hi>&#x017F;en Theile mit verbrannt; und noch a&#x0364;rger, wo man den warm-<lb/>
und kalten Brand zu be&#x017F;orgen hat. Jm er&#x017F;ten Fall hat man darauf zu<lb/>
&#x017F;ehen, daß nicht Bla&#x017F;en auf&#x017F;chie&#x017F;&#x017F;en; das erlanget man, wenn man<lb/>
den <hi rendition="#aq">lædi</hi>rten Ort mit Speichel befeuchtet, und am Feuer trocknen la&#x0364;&#x017F;t,<lb/>
oder wenn man Zwiebeln mit Saltz und Seiffe, oder mit <hi rendition="#aq">ol. &#x1F73F; p. d.</hi><lb/>
im Mo&#x0364;r&#x017F;el zer&#x017F;to&#x0364;&#x017F;&#x017F;et, oder Lacke, oder &#x017F;charff ge&#x017F;altzene Butter, oder &#x1F755;<lb/>
mit Eßig vermi&#x017F;chet <hi rendition="#aq">applici</hi>ret: die&#x017F;e Mittel aber gehen gar nicht an,<lb/>
wenn der Brand tieff, das Flei&#x017F;ch mit angegriffen und Bla&#x017F;en aufge-<lb/>
worffen hat; allda werden die Bla&#x017F;en aufge&#x017F;chnitten, und dann <hi rendition="#aq">Ad-<lb/>
&#x017F;tringentia</hi> und <hi rendition="#aq">Defen&#x017F;iva</hi> aufgelegt, als Dinte, <hi rendition="#aq">Bol. Armen.</hi> mit <hi rendition="#aq">pulver.<lb/>
Gallarum, Sangv. Dracon.</hi> mit <hi rendition="#aq">ol. Ro&#x017F;ar.</hi> zum <hi rendition="#aq">Unguent</hi> gemachet, <hi rendition="#aq">item<lb/>
Empla&#x017F;tr. Saturnin. Unguent. Alaba&#x017F;trin.</hi> &#x017F;onderlich <hi rendition="#aq">ol. Lini</hi> oder <hi rendition="#aq">Ro&#x017F;ar.<lb/>
mucilag. &#x017F;em. Cydonior.</hi> oder <hi rendition="#aq">&#x211E; Calcis vivæ q. v.</hi> gie&#x017F;&#x017F;e &#x017F;o viel Wa&#x017F;&#x017F;er<lb/>
darauf, daß es 4. bis 5. Finger breit u&#x0364;ber den Kalch gehet, und wenn<lb/>
&#x017F;ich der Kalch gelo&#x0364;&#x017F;chet, &#x017F;o laß es al&#x017F;obald durch ein <hi rendition="#aq">filtrum</hi> lauffen.<lb/>
Zu die&#x017F;em Wa&#x017F;&#x017F;er thue <hi rendition="#aq">Olei Ro&#x017F;ar.</hi> oder <hi rendition="#aq">Lilior. alb. q. &#x017F;.</hi> und reibe es in<lb/>
einem bleyernen Mo&#x0364;r&#x017F;el wohl untereinander, daß ein weiß <hi rendition="#aq">Unguent</hi> dar-<lb/>
aus werde. Folgend <hi rendition="#aq">Liniment</hi> ru&#x0364;hmet <hi rendition="#aq">Dolæus</hi> &#x017F;ehr, &#x017F;onderlich, wenn der<lb/>
Brand vom Pulver i&#x017F;t:</p><lb/>
          <list>
            <item> <hi rendition="#aq">&#x211E; Ceru&#x017F;&#x017F;.</hi> </item><lb/>
            <item> <hi rendition="#aq">pulv. rad. Con&#x017F;olid. maj. a&#x0304; &#x2114;ß.</hi> </item><lb/>
            <item> <hi rendition="#aq">lap. Calaminar.</hi> </item><lb/>
            <item> <hi rendition="#aq">Lithargyr.</hi> </item><lb/>
            <item> <hi rendition="#aq">Minii a&#x0304; &#x2125;iiß.</hi> </item>
          </list><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">E 3</fw>
          <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Cam-</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[37/0049] AM ana gutt. v. Cinnamom. gutt. ij. Caryophyll. gutt. j. und heb es im wohlvermachten Glaſe auf. Amblyopia, ſchwach Geſicht, dunckele Augen; dis Vitium heiſt bey alten Leuten Caligo: koͤmmt vom verhinderten Einfluß oder Man- gel der Lebens-Geiſter her; hierwider wird wol nirgends anders her, als von den Brillen, Huͤlffe zu erwarten ſeyn. Ambuſta, Ambuſtiones, Brand, Brand-Schaͤden: iſt eine, ver- moͤge des Feuers, geſchehene Læſion, bald der Haut allein, bald zugleich des Fleiſches, der Tendinum und Nerven. Die Symptomata, welche ſich hiebey finden, ſind Schmertz, Inflammation, Blaſen, bald mit, bald ohne Serum, und wenn es vom Schuß iſt, Schwaͤrtze des Theils; die Urſach iſt Feuer oder ſiedend Waſſer. Die Cur iſt bald leicht, bald ſchwer; leicht iſt ſie in geringen Brand-Schaͤden, anders aber, wo die tendinöſen Theile mit verbrannt; und noch aͤrger, wo man den warm- und kalten Brand zu beſorgen hat. Jm erſten Fall hat man darauf zu ſehen, daß nicht Blaſen aufſchieſſen; das erlanget man, wenn man den lædirten Ort mit Speichel befeuchtet, und am Feuer trocknen laͤſt, oder wenn man Zwiebeln mit Saltz und Seiffe, oder mit ol. 🜿 p. d. im Moͤrſel zerſtoͤſſet, oder Lacke, oder ſcharff geſaltzene Butter, oder 🝕 mit Eßig vermiſchet appliciret: dieſe Mittel aber gehen gar nicht an, wenn der Brand tieff, das Fleiſch mit angegriffen und Blaſen aufge- worffen hat; allda werden die Blaſen aufgeſchnitten, und dann Ad- ſtringentia und Defenſiva aufgelegt, als Dinte, Bol. Armen. mit pulver. Gallarum, Sangv. Dracon. mit ol. Roſar. zum Unguent gemachet, item Emplaſtr. Saturnin. Unguent. Alabaſtrin. ſonderlich ol. Lini oder Roſar. mucilag. ſem. Cydonior. oder ℞ Calcis vivæ q. v. gieſſe ſo viel Waſſer darauf, daß es 4. bis 5. Finger breit uͤber den Kalch gehet, und wenn ſich der Kalch geloͤſchet, ſo laß es alſobald durch ein filtrum lauffen. Zu dieſem Waſſer thue Olei Roſar. oder Lilior. alb. q. ſ. und reibe es in einem bleyernen Moͤrſel wohl untereinander, daß ein weiß Unguent dar- aus werde. Folgend Liniment ruͤhmet Dolæus ſehr, ſonderlich, wenn der Brand vom Pulver iſt: ℞ Ceruſſ. pulv. rad. Conſolid. maj. ā ℔ß. lap. Calaminar. Lithargyr. Minii ā ℥iiß. Cam- E 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/49
Zitationshilfe: Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/49>, abgerufen am 26.09.2020.