Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737.

Bild:
<< vorherige Seite

AM
Observat. hat eine Essenz davon, mit welcher er etliche Hydrophobicos
gantz glücklich curiret hat.

Amalgama, eine schichtweise Vermischung zweyer Dinge, so,
daß erst eins, und hernach das andere darauf gesetzet, und sie in einen
Klumpen gebracht werden; oder es ist eine, vermöge des Quecksilbers,
gemachte Calcination der Metalle.

Amalgamatio, Amalgamiren, ist eine chymische Arbeit, darunter
wird verstanden, wenn Gold, Silber, Zinn und Bley, (wiewol es auch
mit Eisen und Kupfer, aber langsamer, angehet, und kein solch tractabel
Amalgama
wird) vermittelst des Mercurii, also solviret und vereiniget
werden, daß daraus eine ziemlich fliessende und ausdehnliche Massa werde.
Man wird observiren, daß, so bald man zu vier oder mehr Theilen im
Tiegel warm gemachten Mercurii, geschlagen oder gefeilt Metalls ein
Theil mischet, besagte Metalle sich vereinigen werden, und die Operation
beynahe geendiget sey, da wird denn nichts mehr übrig seyn, als daß das
Amalgama im Wasser gereiniget, und dis Mercurial-Theilgen, welche
sich nicht recht mit dem Metall vereiniget haben, durch ein Leder ausge-
drücket und abgesondert werden. Es geschiehet das Amalgamiren noch
auf eine andere Art, wenn nemlich der Rauch des Mercurii an die Me-
talle schlägt; allein dieses gehet langsamer von statten, als das erste.
Der Nutzen dieser Operation ist, daß es eine Art der Calcination sey;
denn, so bald man vom Amalgamate z. E. des Goldes, den Mercurium
durch das Scheidewasser nimmt, wird man auf dem Grunde des Ge-
fässes das Metall unter der Gestalt eines subtilen Kalcks finden.

Amara dulcis, siehe Dulcamara.

Amaracinon, ist bey dem Dioscoride eine Salbe aus Oelen und
unterschiedlichen Gewürtzen bereitet.

Amaracus. siehe Majorana.

Amaranthus, Flos amoris, Tausendschön, Sammetblumen, wer-
den in Gärten erzogen, und in Blumen-Feldern unterhalten; blühen im
August. Der Tranck von den Blumen wird wider alle Bauchflüsse sehr
gerühmet, die Wurtzel auf den Zahn gehalten, stillet Zahn-Schmertzen, der
zerstossene Saamen mit Wein eingegeben, mehret die Milch in den Brüsten.

Amaror, amarum, Bitter, Bitterkeit.

Amatoria febris, siehe Chlorosis.

Amavrosis, Gutta serena, ist ein Augen-Gebrechen, wird von ei-
nigen, aber nicht recht, der schwartze Staar genannt. Das unfehlbare

Zeichen
E 2

AM
Obſervat. hat eine Eſſenz davon, mit welcher er etliche Hydrophobicos
gantz gluͤcklich curiret hat.

Amalgama, eine ſchichtweiſe Vermiſchung zweyer Dinge, ſo,
daß erſt eins, und hernach das andere darauf geſetzet, und ſie in einen
Klumpen gebracht werden; oder es iſt eine, vermoͤge des Queckſilbers,
gemachte Calcination der Metalle.

Amalgamatio, Amalgamiren, iſt eine chymiſche Arbeit, darunter
wird verſtanden, wenn Gold, Silber, Zinn und Bley, (wiewol es auch
mit Eiſen und Kupfer, aber langſamer, angehet, und kein ſolch tractabel
Amalgama
wird) vermittelſt des Mercurii, alſo ſolviret und vereiniget
werden, daß daraus eine ziemlich flieſſende und ausdehnliche Maſſa werde.
Man wird obſerviren, daß, ſo bald man zu vier oder mehr Theilen im
Tiegel warm gemachten Mercurii, geſchlagen oder gefeilt Metalls ein
Theil miſchet, beſagte Metalle ſich vereinigen werden, und die Operation
beynahe geendiget ſey, da wird denn nichts mehr uͤbrig ſeyn, als daß das
Amalgama im Waſſer gereiniget, und dis Mercurial-Theilgen, welche
ſich nicht recht mit dem Metall vereiniget haben, durch ein Leder ausge-
druͤcket und abgeſondert werden. Es geſchiehet das Amalgamiren noch
auf eine andere Art, wenn nemlich der Rauch des Mercurii an die Me-
talle ſchlaͤgt; allein dieſes gehet langſamer von ſtatten, als das erſte.
Der Nutzen dieſer Operation iſt, daß es eine Art der Calcination ſey;
denn, ſo bald man vom Amalgamate z. E. des Goldes, den Mercurium
durch das Scheidewaſſer nimmt, wird man auf dem Grunde des Ge-
faͤſſes das Metall unter der Geſtalt eines ſubtilen Kalcks finden.

Amara dulcis, ſiehe Dulcamara.

Amaracinon, iſt bey dem Dioſcoride eine Salbe aus Oelen und
unterſchiedlichen Gewuͤrtzen bereitet.

Amaracus. ſiehe Majorana.

Amaranthus, Flos amoris, Tauſendſchoͤn, Sammetblumen, wer-
den in Gaͤrten erzogen, und in Blumen-Feldern unterhalten; bluͤhen im
Auguſt. Der Tranck von den Blumen wird wider alle Bauchfluͤſſe ſehr
geruͤhmet, die Wurtzel auf den Zahn gehalten, ſtillet Zahn-Schmertzen, der
zerſtoſſene Saamen mit Wein eingegeben, mehret die Milch in den Bruͤſten.

Amaror, amarum, Bitter, Bitterkeit.

Amatoria febris, ſiehe Chloroſis.

Amavroſis, Gutta ſerena, iſt ein Augen-Gebrechen, wird von ei-
nigen, aber nicht recht, der ſchwartze Staar genannt. Das unfehlbare

Zeichen
E 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0047" n="35"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">AM</hi></hi></hi></fw><lb/><hi rendition="#aq">Ob&#x017F;ervat.</hi> hat eine <hi rendition="#aq">E&#x017F;&#x017F;enz</hi> davon, mit welcher er etliche <hi rendition="#aq">Hydrophobicos</hi><lb/>
gantz glu&#x0364;cklich <hi rendition="#aq">curi</hi>ret hat.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amalgama,</hi> eine <hi rendition="#fr">&#x017F;chichtwei&#x017F;e Vermi&#x017F;chung zweyer Dinge,</hi> &#x017F;o,<lb/>
daß er&#x017F;t eins, und hernach das andere darauf ge&#x017F;etzet, und &#x017F;ie in einen<lb/>
Klumpen gebracht werden; oder es i&#x017F;t eine, vermo&#x0364;ge des Queck&#x017F;ilbers,<lb/>
gemachte <hi rendition="#aq">Calcination</hi> der Metalle.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amalgamatio, <hi rendition="#i">Amalgami</hi></hi><hi rendition="#fr">ren,</hi> i&#x017F;t eine <hi rendition="#aq">chymi</hi>&#x017F;che Arbeit, darunter<lb/>
wird ver&#x017F;tanden, wenn Gold, Silber, Zinn und Bley, (wiewol es auch<lb/>
mit Ei&#x017F;en und Kupfer, aber lang&#x017F;amer, angehet, und kein &#x017F;olch <hi rendition="#aq">tractabel<lb/>
Amalgama</hi> wird) vermittel&#x017F;t des <hi rendition="#aq">Mercurii,</hi> al&#x017F;o <hi rendition="#aq">&#x017F;olvi</hi>ret und vereiniget<lb/>
werden, daß daraus eine ziemlich flie&#x017F;&#x017F;ende und ausdehnliche <hi rendition="#aq">Ma&#x017F;&#x017F;a</hi> werde.<lb/>
Man wird <hi rendition="#aq">ob&#x017F;ervi</hi>ren, daß, &#x017F;o bald man zu vier oder mehr Theilen im<lb/>
Tiegel warm gemachten <hi rendition="#aq">Mercurii,</hi> ge&#x017F;chlagen oder gefeilt Metalls ein<lb/>
Theil mi&#x017F;chet, be&#x017F;agte Metalle &#x017F;ich vereinigen werden, und die <hi rendition="#aq">Operation</hi><lb/>
beynahe geendiget &#x017F;ey, da wird denn nichts mehr u&#x0364;brig &#x017F;eyn, als daß das<lb/><hi rendition="#aq">Amalgama</hi> im Wa&#x017F;&#x017F;er gereiniget, und dis <hi rendition="#aq">Mercurial-</hi>Theilgen, welche<lb/>
&#x017F;ich nicht recht mit dem Metall vereiniget haben, durch ein Leder ausge-<lb/>
dru&#x0364;cket und abge&#x017F;ondert werden. Es ge&#x017F;chiehet das <hi rendition="#aq">Amalgami</hi>ren noch<lb/>
auf eine andere Art, wenn nemlich der Rauch des <hi rendition="#aq">Mercurii</hi> an die Me-<lb/>
talle &#x017F;chla&#x0364;gt; allein die&#x017F;es gehet lang&#x017F;amer von &#x017F;tatten, als das er&#x017F;te.<lb/>
Der Nutzen die&#x017F;er <hi rendition="#aq">Operation</hi> i&#x017F;t, daß es eine Art der <hi rendition="#aq">Calcination</hi> &#x017F;ey;<lb/>
denn, &#x017F;o bald man vom <hi rendition="#aq">Amalgamate</hi> z. E. des Goldes, den <hi rendition="#aq">Mercurium</hi><lb/>
durch das Scheidewa&#x017F;&#x017F;er nimmt, wird man auf dem Grunde des Ge-<lb/>
fa&#x0364;&#x017F;&#x017F;es das Metall unter der Ge&#x017F;talt eines &#x017F;ubtilen Kalcks finden.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amara dulcis,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Dulcamara.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amaracinon,</hi> i&#x017F;t bey dem <hi rendition="#aq">Dio&#x017F;coride</hi> eine Salbe aus Oelen und<lb/>
unter&#x017F;chiedlichen Gewu&#x0364;rtzen bereitet.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amaracus.</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Majorana.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amaranthus, Flos amoris,</hi><hi rendition="#fr">Tau&#x017F;end&#x017F;cho&#x0364;n, Sammetblumen,</hi> wer-<lb/>
den in Ga&#x0364;rten erzogen, und in Blumen-Feldern unterhalten; blu&#x0364;hen im<lb/>
Augu&#x017F;t. Der Tranck von den Blumen wird wider alle Bauchflu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e &#x017F;ehr<lb/>
geru&#x0364;hmet, die Wurtzel auf den Zahn gehalten, &#x017F;tillet Zahn-Schmertzen, der<lb/>
zer&#x017F;to&#x017F;&#x017F;ene Saamen mit Wein eingegeben, mehret die Milch in den Bru&#x0364;&#x017F;ten.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amaror, amarum,</hi> Bitter, Bitterkeit.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amatoria febris,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Chloro&#x017F;is.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Amavro&#x017F;is, Gutta &#x017F;erena,</hi> i&#x017F;t ein Augen-Gebrechen, wird von ei-<lb/>
nigen, aber nicht recht, der &#x017F;chwartze Staar genannt. Das unfehlbare<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">E 2</fw><fw place="bottom" type="catch">Zeichen</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[35/0047] AM Obſervat. hat eine Eſſenz davon, mit welcher er etliche Hydrophobicos gantz gluͤcklich curiret hat. Amalgama, eine ſchichtweiſe Vermiſchung zweyer Dinge, ſo, daß erſt eins, und hernach das andere darauf geſetzet, und ſie in einen Klumpen gebracht werden; oder es iſt eine, vermoͤge des Queckſilbers, gemachte Calcination der Metalle. Amalgamatio, Amalgamiren, iſt eine chymiſche Arbeit, darunter wird verſtanden, wenn Gold, Silber, Zinn und Bley, (wiewol es auch mit Eiſen und Kupfer, aber langſamer, angehet, und kein ſolch tractabel Amalgama wird) vermittelſt des Mercurii, alſo ſolviret und vereiniget werden, daß daraus eine ziemlich flieſſende und ausdehnliche Maſſa werde. Man wird obſerviren, daß, ſo bald man zu vier oder mehr Theilen im Tiegel warm gemachten Mercurii, geſchlagen oder gefeilt Metalls ein Theil miſchet, beſagte Metalle ſich vereinigen werden, und die Operation beynahe geendiget ſey, da wird denn nichts mehr uͤbrig ſeyn, als daß das Amalgama im Waſſer gereiniget, und dis Mercurial-Theilgen, welche ſich nicht recht mit dem Metall vereiniget haben, durch ein Leder ausge- druͤcket und abgeſondert werden. Es geſchiehet das Amalgamiren noch auf eine andere Art, wenn nemlich der Rauch des Mercurii an die Me- talle ſchlaͤgt; allein dieſes gehet langſamer von ſtatten, als das erſte. Der Nutzen dieſer Operation iſt, daß es eine Art der Calcination ſey; denn, ſo bald man vom Amalgamate z. E. des Goldes, den Mercurium durch das Scheidewaſſer nimmt, wird man auf dem Grunde des Ge- faͤſſes das Metall unter der Geſtalt eines ſubtilen Kalcks finden. Amara dulcis, ſiehe Dulcamara. Amaracinon, iſt bey dem Dioſcoride eine Salbe aus Oelen und unterſchiedlichen Gewuͤrtzen bereitet. Amaracus. ſiehe Majorana. Amaranthus, Flos amoris, Tauſendſchoͤn, Sammetblumen, wer- den in Gaͤrten erzogen, und in Blumen-Feldern unterhalten; bluͤhen im Auguſt. Der Tranck von den Blumen wird wider alle Bauchfluͤſſe ſehr geruͤhmet, die Wurtzel auf den Zahn gehalten, ſtillet Zahn-Schmertzen, der zerſtoſſene Saamen mit Wein eingegeben, mehret die Milch in den Bruͤſten. Amaror, amarum, Bitter, Bitterkeit. Amatoria febris, ſiehe Chloroſis. Amavroſis, Gutta ſerena, iſt ein Augen-Gebrechen, wird von ei- nigen, aber nicht recht, der ſchwartze Staar genannt. Das unfehlbare Zeichen E 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/47
Zitationshilfe: Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, S. 35. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/47>, abgerufen am 03.08.2020.