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Wöllner, Johann Christoph von: Die Aufhebung der Gemeinheiten in der Marck Brandenburg. Berlin, 1766.

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§. 13.

Es ist vorher gesagt worden, der Land-
wirth soll nach Aufhebung der Gemeinheiten,
auf einem Theil seines Ackers den er nunmehro
beisammen und eingeschlossen hat, Futterkräu-
ter säen, und dadurch künstliche Wiesen anle-
gen. Dieses gilt jedoch nur in dem Fall,
wenn sein Feld hoch lieget oder wenn es ber-
gigt und also zum natürlichen Graßwuchs nicht
bequem ist. Eine andere Art der Einrichtung
muß man alsdenn machen, wenn der Acker
aus einer niedrigen Ebene bestehet, die von sich
selbst hinlängliches Graß hervorzubringen ver-
mag; alsdenn kann er den Anbau der Futter-
kräuter allenfals ersparen, und die im Me-
cklenburgischen
und Holsteinschen übli-
che so genante Koppelwirthschaft einfüh-
ren. Diese bestehet darin, daß man den Acker,
in acht, zwölf und mehrere Theile, welche
Koppeln genennet werden eintheile, und einen
oder mehrere derselben nachdem sie bisher Korn-
früchte getragen haben, unbestellet liegen läs-
set, und von der Natur erwartet, daß sie ohne
weiteres Zuthun einen starken Graßwuchs her-
vorbringe, die man zur Viehweide bestimmet.
Eine dergleichen Koppel bleibt nur gewisse Jah-
re in diesem Zustande, und alsdenn wird sie
wiederum mit grossem Vortheil beackert, und
eine andere Koppel, die so lange Getreide getra-

gen
§. 13.

Es iſt vorher geſagt worden, der Land-
wirth ſoll nach Aufhebung der Gemeinheiten,
auf einem Theil ſeines Ackers den er nunmehro
beiſammen und eingeſchloſſen hat, Futterkraͤu-
ter ſaͤen, und dadurch kuͤnſtliche Wieſen anle-
gen. Dieſes gilt jedoch nur in dem Fall,
wenn ſein Feld hoch lieget oder wenn es ber-
gigt und alſo zum natuͤrlichen Graßwuchs nicht
bequem iſt. Eine andere Art der Einrichtung
muß man alsdenn machen, wenn der Acker
aus einer niedrigen Ebene beſtehet, die von ſich
ſelbſt hinlaͤngliches Graß hervorzubringen ver-
mag; alsdenn kann er den Anbau der Futter-
kraͤuter allenfals erſparen, und die im Me-
cklenburgiſchen
und Holſteinſchen uͤbli-
che ſo genante Koppelwirthſchaft einfuͤh-
ren. Dieſe beſtehet darin, daß man den Acker,
in acht, zwoͤlf und mehrere Theile, welche
Koppeln genennet werden eintheile, und einen
oder mehrere derſelben nachdem ſie bisher Korn-
fruͤchte getragen haben, unbeſtellet liegen laͤſ-
ſet, und von der Natur erwartet, daß ſie ohne
weiteres Zuthun einen ſtarken Graßwuchs her-
vorbringe, die man zur Viehweide beſtimmet.
Eine dergleichen Koppel bleibt nur gewiſſe Jah-
re in dieſem Zuſtande, und alsdenn wird ſie
wiederum mit groſſem Vortheil beackert, und
eine andere Koppel, die ſo lange Getreide getra-

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[28/0046] §. 13. Es iſt vorher geſagt worden, der Land- wirth ſoll nach Aufhebung der Gemeinheiten, auf einem Theil ſeines Ackers den er nunmehro beiſammen und eingeſchloſſen hat, Futterkraͤu- ter ſaͤen, und dadurch kuͤnſtliche Wieſen anle- gen. Dieſes gilt jedoch nur in dem Fall, wenn ſein Feld hoch lieget oder wenn es ber- gigt und alſo zum natuͤrlichen Graßwuchs nicht bequem iſt. Eine andere Art der Einrichtung muß man alsdenn machen, wenn der Acker aus einer niedrigen Ebene beſtehet, die von ſich ſelbſt hinlaͤngliches Graß hervorzubringen ver- mag; alsdenn kann er den Anbau der Futter- kraͤuter allenfals erſparen, und die im Me- cklenburgiſchen und Holſteinſchen uͤbli- che ſo genante Koppelwirthſchaft einfuͤh- ren. Dieſe beſtehet darin, daß man den Acker, in acht, zwoͤlf und mehrere Theile, welche Koppeln genennet werden eintheile, und einen oder mehrere derſelben nachdem ſie bisher Korn- fruͤchte getragen haben, unbeſtellet liegen laͤſ- ſet, und von der Natur erwartet, daß ſie ohne weiteres Zuthun einen ſtarken Graßwuchs her- vorbringe, die man zur Viehweide beſtimmet. Eine dergleichen Koppel bleibt nur gewiſſe Jah- re in dieſem Zuſtande, und alsdenn wird ſie wiederum mit groſſem Vortheil beackert, und eine andere Koppel, die ſo lange Getreide getra- gen

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Zitationshilfe: Wöllner, Johann Christoph von: Die Aufhebung der Gemeinheiten in der Marck Brandenburg. Berlin, 1766, S. 28. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woellner_aufhebung_1766/46>, abgerufen am 21.09.2019.