Am Dienstag, dem 19. November 2019, finden von 9 bis 14 Uhr Wartungsarbeiten an unseren Servern statt. Bitte beachten Sie, dass die DTA-Seiten in dieser Zeit nicht erreichbar sein werden.
Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Winkler, Johann Heinrich: Gedanken von den Eigenschaften, Wirkungen und Ursachen der Electricität. Leipzig, 1744.

Bild:
<< vorherige Seite

Der historische Theil
über die Röhre hinfähret. Denn die Funken
werden länger, und schlagen heftiger, und zün-
den eher. Und der Wasserstrahl wird in einer
Weite von der Röhre auf dieselben zugebo-
gen, in welcher es sonst nicht geschiehet, wenn
man nur eines von diesen Gläsern zum elec-
trisiren anwendet.

§. 98.

Die Fortpflanzung der Electricität
erfolget so schnell, daß sie nicht nur das Feuer
des angezündeten Pulvers, sondern auch eine
geschoßne Kugel, welche in einer Secunde eine
Länge von 600 Schuhen durchläuft, bey wei-
tem übertrifft.

Die Versuche, wodurch mir solches bekannt
worden, sind folgende. Jch habe auf die blau-
seidnen Schnüre an den Stativen (T. 3. fig. 3)
eine eiserne Stange, von 7 Ellen in der Länge,
gelegt, und an das eine Ende derselben einen Fa-
den gehenkt. Neben dem andern Ende stellte
ich mich auf das blauseidne Netz eines Vierecks,
und ließ die eine Hand an dem Glase der
Maschine electrisiren. Darauf hielt ich einen
Finger der andern Hand gegen die eiserne

Stange.

Der hiſtoriſche Theil
uͤber die Roͤhre hinfaͤhret. Denn die Funken
werden laͤnger, und ſchlagen heftiger, und zuͤn-
den eher. Und der Waſſerſtrahl wird in einer
Weite von der Roͤhre auf dieſelben zugebo-
gen, in welcher es ſonſt nicht geſchiehet, wenn
man nur eines von dieſen Glaͤſern zum elec-
triſiren anwendet.

§. 98.

Die Fortpflanzung der Electricitaͤt
erfolget ſo ſchnell, daß ſie nicht nur das Feuer
des angezuͤndeten Pulvers, ſondern auch eine
geſchoßne Kugel, welche in einer Secunde eine
Laͤnge von 600 Schuhen durchlaͤuft, bey wei-
tem uͤbertrifft.

Die Verſuche, wodurch mir ſolches bekannt
worden, ſind folgende. Jch habe auf die blau-
ſeidnen Schnuͤre an den Stativen (T. 3. fig. 3)
eine eiſerne Stange, von 7 Ellen in der Laͤnge,
gelegt, und an das eine Ende derſelben einen Fa-
den gehenkt. Neben dem andern Ende ſtellte
ich mich auf das blauſeidne Netz eines Vierecks,
und ließ die eine Hand an dem Glaſe der
Maſchine electriſiren. Darauf hielt ich einen
Finger der andern Hand gegen die eiſerne

Stange.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0102" n="70"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Der hi&#x017F;tori&#x017F;che Theil</hi></fw><lb/>
u&#x0364;ber die Ro&#x0364;hre hinfa&#x0364;hret. Denn die Funken<lb/>
werden la&#x0364;nger, und &#x017F;chlagen heftiger, und zu&#x0364;n-<lb/>
den eher. Und der Wa&#x017F;&#x017F;er&#x017F;trahl wird in einer<lb/>
Weite von der Ro&#x0364;hre auf die&#x017F;elben zugebo-<lb/>
gen, in welcher es &#x017F;on&#x017F;t nicht ge&#x017F;chiehet, wenn<lb/>
man nur eines von die&#x017F;en Gla&#x0364;&#x017F;ern zum elec-<lb/>
tri&#x017F;iren anwendet.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 98.</head>
              <p>Die Fortpflanzung der Electricita&#x0364;t<lb/>
erfolget &#x017F;o &#x017F;chnell, daß &#x017F;ie nicht nur das Feuer<lb/>
des angezu&#x0364;ndeten Pulvers, &#x017F;ondern auch eine<lb/>
ge&#x017F;choßne Kugel, welche in einer Secunde eine<lb/>
La&#x0364;nge von 600 Schuhen durchla&#x0364;uft, bey wei-<lb/>
tem u&#x0364;bertrifft.</p><lb/>
              <p>Die Ver&#x017F;uche, wodurch mir &#x017F;olches bekannt<lb/>
worden, &#x017F;ind folgende. Jch habe auf die blau-<lb/>
&#x017F;eidnen Schnu&#x0364;re an den Stativen <hi rendition="#aq">(T. 3. fig. 3)</hi><lb/>
eine ei&#x017F;erne Stange, von 7 Ellen in der La&#x0364;nge,<lb/>
gelegt, und an das eine Ende der&#x017F;elben einen Fa-<lb/>
den gehenkt. Neben dem andern Ende &#x017F;tellte<lb/>
ich mich auf das blau&#x017F;eidne Netz eines Vierecks,<lb/>
und ließ die eine Hand an dem Gla&#x017F;e der<lb/>
Ma&#x017F;chine electri&#x017F;iren. Darauf hielt ich einen<lb/>
Finger der andern Hand gegen die ei&#x017F;erne<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Stange.</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[70/0102] Der hiſtoriſche Theil uͤber die Roͤhre hinfaͤhret. Denn die Funken werden laͤnger, und ſchlagen heftiger, und zuͤn- den eher. Und der Waſſerſtrahl wird in einer Weite von der Roͤhre auf dieſelben zugebo- gen, in welcher es ſonſt nicht geſchiehet, wenn man nur eines von dieſen Glaͤſern zum elec- triſiren anwendet. §. 98.Die Fortpflanzung der Electricitaͤt erfolget ſo ſchnell, daß ſie nicht nur das Feuer des angezuͤndeten Pulvers, ſondern auch eine geſchoßne Kugel, welche in einer Secunde eine Laͤnge von 600 Schuhen durchlaͤuft, bey wei- tem uͤbertrifft. Die Verſuche, wodurch mir ſolches bekannt worden, ſind folgende. Jch habe auf die blau- ſeidnen Schnuͤre an den Stativen (T. 3. fig. 3) eine eiſerne Stange, von 7 Ellen in der Laͤnge, gelegt, und an das eine Ende derſelben einen Fa- den gehenkt. Neben dem andern Ende ſtellte ich mich auf das blauſeidne Netz eines Vierecks, und ließ die eine Hand an dem Glaſe der Maſchine electriſiren. Darauf hielt ich einen Finger der andern Hand gegen die eiſerne Stange.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/winkler_gedanken_1744
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/winkler_gedanken_1744/102
Zitationshilfe: Winkler, Johann Heinrich: Gedanken von den Eigenschaften, Wirkungen und Ursachen der Electricität. Leipzig, 1744, S. 70. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/winkler_gedanken_1744/102>, abgerufen am 17.11.2019.