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Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Aristoteles und Athen. Bd. 1. Berlin, 1893.

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Die archontenliste.
hatte, höchstens in späterer zeit ein distinctiv beigefügt. anders war
das in den listen, wie Diodor eine benutzt hat, und den chroniken, die
nach jahren geordnet waren. da stellte sich die aufgabe: wie findet
man leicht und sicher einen gegebenen namen? nun hatten die chroniken
wol wie die officiellen register, von denen CIA II 859 eine probe gibt,
die personen mit den vollen namen, patrothen kai tou demou, be-
nannt. 8) aber die listen wurden abgekürzt, so gut wie die consular-
fasten, und so war das bequemste den vorgänger mitzunennen. so
heissen in den didaskalien der Lysistrate und der Frösche die beiden
Kallias von 412/11 und 406/5 o meta Kleokriton und o met Antigene.
die inschriften der hellenistischen jahrhunderte geben Dionusios o meta
Paramonon und ähnliches, und dem entspricht es, dass Plutarch das
jahr des Solon, um es genau zu bezeichnen, als das meta Philombroton
nennt 9), nicht aus eigner einsicht in eine liste, die er nie benutzt hat,
noch aus dem gebrauche seiner zeit, deren chronographie längst auf die
Olympiaden gebaut war, sondern seiner vorlage folgend, dem Hermippos,
der seinerseits die annalistischen quellen des Aristoteles ausschrieb. die
bezeichnung mit dem zahlzeichen kommt nur in ältester zeit vor; bei
Damasias 583 und 582 notwendigerweise, weil es dieselbe person war,
die gesetzwidrig das amt behauptete; an einen älteren Damasias von 639
dachte man dabei nicht. ebenso heisst der archon von 490 in der pa-
rischen chronik Phainippos b. 10) es war ihm also ein namensvetter nicht
lange vorhergegangen. wenn dies distinctiv weder bei den Kallias von
412 und 406, noch bei den Demostratos von 393 und 390 angewandt

8) Ps. Plut. Isokr. p. 247 Lusimakhou Murrinousiou arkhontos Athenesin 436/5.
so stand auch in der chronik des Philochoros Theophrastos Alaieus Dionys. ad Amm. I.
741 R. u. dgl. m.
9) Dropides, os meta Solona Athenaiois erxen bei Philostratos vit. soph. I
is wird dagegen mit zu scharfer interpretation auf das nächste jahr nach Solon
bezogen. es reicht vollkommen hin, dass der name irgendwo bald nach Solon in
der liste stand. sonst müsste man wol gar Phormion meta Solona arxas schol.
Ar. Fried. 347 ebenso fassen. die stelle wird im sechsten kapitel bei den Demen
des Eupolis besprochen werden.
10) Der Kallias von 412 war aus Skambonidai, wie sein grabstein lehrt (Delt.
92, 36) Kallias Skambonides. erxas Athenaioisi, Dikaiosunen de paredron,
Kallia, ekteso, daimona semnotaten. [ek d aga]thon agathos prog [onon ... n
ephanthes -- -- e]s[th]lo -- hübsch, wie der archon sich seinen beisitzer wählt, gerade
wie der liebreiz Antigones die anordnungen des Kreon brechen soll, als paredros mega-
lon thesmon thesmon (Soph. Ant. 800). das abstractum Dikaiosune ist personificirt, weil
die alte Dike paredros Dios die handelnde, strafende und schützende gerechtigkeit
ist; der archon soll nur selbst dikaios sein, keine übergriffe machen.

Die archontenliste.
hatte, höchstens in späterer zeit ein distinctiv beigefügt. anders war
das in den listen, wie Diodor eine benutzt hat, und den chroniken, die
nach jahren geordnet waren. da stellte sich die aufgabe: wie findet
man leicht und sicher einen gegebenen namen? nun hatten die chroniken
wol wie die officiellen register, von denen CIA II 859 eine probe gibt,
die personen mit den vollen namen, πατϱόϑεν καὶ τοῦ δήμου, be-
nannt. 8) aber die listen wurden abgekürzt, so gut wie die consular-
fasten, und so war das bequemste den vorgänger mitzunennen. so
heiſsen in den didaskalien der Lysistrate und der Frösche die beiden
Kallias von 412/11 und 406/5 ὁ μετὰ Κλεόκϱιτον und ὁ μετ̕ Ἀντιγένη.
die inschriften der hellenistischen jahrhunderte geben Διονύσιος ὁ μετὰ
Παϱάμονον und ähnliches, und dem entspricht es, daſs Plutarch das
jahr des Solon, um es genau zu bezeichnen, als das μετὰ Φιλόμβϱοτον
nennt 9), nicht aus eigner einsicht in eine liste, die er nie benutzt hat,
noch aus dem gebrauche seiner zeit, deren chronographie längst auf die
Olympiaden gebaut war, sondern seiner vorlage folgend, dem Hermippos,
der seinerseits die annalistischen quellen des Aristoteles ausschrieb. die
bezeichnung mit dem zahlzeichen kommt nur in ältester zeit vor; bei
Damasias 583 und 582 notwendigerweise, weil es dieselbe person war,
die gesetzwidrig das amt behauptete; an einen älteren Damasias von 639
dachte man dabei nicht. ebenso heiſst der archon von 490 in der pa-
rischen chronik Φαίνιππος β΄. 10) es war ihm also ein namensvetter nicht
lange vorhergegangen. wenn dies distinctiv weder bei den Kallias von
412 und 406, noch bei den Demostratos von 393 und 390 angewandt

8) Ps. Plut. Isokr. p. 247 Λυσιμάχου Μυϱϱινουσίου ἄϱχοντος Αϑήνησιν 436/5.
so stand auch in der chronik des Philochoros Θεόφϱαστος Ἁλαιεύς Dionys. ad Amm. I.
741 R. u. dgl. m.
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ις΄ wird dagegen mit zu scharfer interpretation auf das nächste jahr nach Solon
bezogen. es reicht vollkommen hin, daſs der name irgendwo bald nach Solon in
der liste stand. sonst müſste man wol gar Φοϱμίων μετὰ Σόλωνα ἄϱξας schol.
Ar. Fried. 347 ebenso fassen. die stelle wird im sechsten kapitel bei den Demen
des Eupolis besprochen werden.
10) Der Kallias von 412 war aus Skambonidai, wie sein grabstein lehrt (Δελτ.
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wie der liebreiz Antigones die anordnungen des Kreon brechen soll, als πάϱεδϱος μεγά-
λων ϑεσμῶν ϑεσμῶν (Soph. Ant. 800). das abstractum Δικαιοσύνη ist personificirt, weil
die alte Δίκη πάϱεδϱος Διός die handelnde, strafende und schützende gerechtigkeit
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[7/0021] Die archontenliste. hatte, höchstens in späterer zeit ein distinctiv beigefügt. anders war das in den listen, wie Diodor eine benutzt hat, und den chroniken, die nach jahren geordnet waren. da stellte sich die aufgabe: wie findet man leicht und sicher einen gegebenen namen? nun hatten die chroniken wol wie die officiellen register, von denen CIA II 859 eine probe gibt, die personen mit den vollen namen, πατϱόϑεν καὶ τοῦ δήμου, be- nannt. 8) aber die listen wurden abgekürzt, so gut wie die consular- fasten, und so war das bequemste den vorgänger mitzunennen. so heiſsen in den didaskalien der Lysistrate und der Frösche die beiden Kallias von 412/11 und 406/5 ὁ μετὰ Κλεόκϱιτον und ὁ μετ̕ Ἀντιγένη. die inschriften der hellenistischen jahrhunderte geben Διονύσιος ὁ μετὰ Παϱάμονον und ähnliches, und dem entspricht es, daſs Plutarch das jahr des Solon, um es genau zu bezeichnen, als das μετὰ Φιλόμβϱοτον nennt 9), nicht aus eigner einsicht in eine liste, die er nie benutzt hat, noch aus dem gebrauche seiner zeit, deren chronographie längst auf die Olympiaden gebaut war, sondern seiner vorlage folgend, dem Hermippos, der seinerseits die annalistischen quellen des Aristoteles ausschrieb. die bezeichnung mit dem zahlzeichen kommt nur in ältester zeit vor; bei Damasias 583 und 582 notwendigerweise, weil es dieselbe person war, die gesetzwidrig das amt behauptete; an einen älteren Damasias von 639 dachte man dabei nicht. ebenso heiſst der archon von 490 in der pa- rischen chronik Φαίνιππος β΄. 10) es war ihm also ein namensvetter nicht lange vorhergegangen. wenn dies distinctiv weder bei den Kallias von 412 und 406, noch bei den Demostratos von 393 und 390 angewandt 8) Ps. Plut. Isokr. p. 247 Λυσιμάχου Μυϱϱινουσίου ἄϱχοντος Αϑήνησιν 436/5. so stand auch in der chronik des Philochoros Θεόφϱαστος Ἁλαιεύς Dionys. ad Amm. I. 741 R. u. dgl. m. 9) Δϱωπίδης, ὃς μετὰ Σόλωνα Ἀϑηναίοις ἦϱξεν bei Philostratos vit. soph. I ις΄ wird dagegen mit zu scharfer interpretation auf das nächste jahr nach Solon bezogen. es reicht vollkommen hin, daſs der name irgendwo bald nach Solon in der liste stand. sonst müſste man wol gar Φοϱμίων μετὰ Σόλωνα ἄϱξας schol. Ar. Fried. 347 ebenso fassen. die stelle wird im sechsten kapitel bei den Demen des Eupolis besprochen werden. 10) Der Kallias von 412 war aus Skambonidai, wie sein grabstein lehrt (Δελτ. 92, 36) Καλλίας Σκαμβωνίδης. ἦϱξας Ἀϑηναίοισι, Δικαιοσύνην δὲ πάϱεδϱον, Καλλία, ἐκτήσω, δαίμονα σεμνοτάτην. [ἐκ δ̕ ἀγα]ϑῶν ἀγαϑὸς πϱογ [όνων … ν ἐφάνϑης — — ἐ]σ[ϑ]λο — hübsch, wie der archon sich seinen beisitzer wählt, gerade wie der liebreiz Antigones die anordnungen des Kreon brechen soll, als πάϱεδϱος μεγά- λων ϑεσμῶν ϑεσμῶν (Soph. Ant. 800). das abstractum Δικαιοσύνη ist personificirt, weil die alte Δίκη πάϱεδϱος Διός die handelnde, strafende und schützende gerechtigkeit ist; der archon soll nur selbst δίκαιος sein, keine übergriffe machen.

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Zitationshilfe: Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Aristoteles und Athen. Bd. 1. Berlin, 1893, S. 7. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wilamowitz_aristoteles01_1893/21>, abgerufen am 23.08.2019.