Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Uhland, Ludwig: Gedichte. Stuttgart u. a., 1815.

Bild:
<< vorherige Seite
Die Kapelle.

Droben stehet die Kapelle,
Schauet still in's Thal hinab,
Drunten singt bei Wies' und Quelle
Froh und hell der Hirtenknab'.
Traurig tönt das Glöcklein nieder,
Schauerlich der Leichenchor;
Stille sind die frohen Lieder,
Und der Knabe lauscht empor.
Droben bringt man sie zu Grabe,
Die sich freuten in dem Thal;
Hirtenknabe! Hirtenknabe!
Dir auch singt man dort einmal.

Die Kapelle.

Droben ſtehet die Kapelle,
Schauet ſtill in’s Thal hinab,
Drunten ſingt bei Wieſ’ und Quelle
Froh und hell der Hirtenknab’.
Traurig tönt das Glöcklein nieder,
Schauerlich der Leichenchor;
Stille ſind die frohen Lieder,
Und der Knabe lauſcht empor.
Droben bringt man ſie zu Grabe,
Die ſich freuten in dem Thal;
Hirtenknabe! Hirtenknabe!
Dir auch ſingt man dort einmal.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0028" n="22"/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#g">Die Kapelle</hi>.</head><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l>Droben &#x017F;tehet die Kapelle,</l><lb/>
              <l>Schauet &#x017F;till in&#x2019;s Thal hinab,</l><lb/>
              <l>Drunten &#x017F;ingt bei Wie&#x017F;&#x2019; und Quelle</l><lb/>
              <l>Froh und hell der Hirtenknab&#x2019;.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="2">
              <l>Traurig tönt das Glöcklein nieder,</l><lb/>
              <l>Schauerlich der Leichenchor;</l><lb/>
              <l>Stille &#x017F;ind die frohen Lieder,</l><lb/>
              <l>Und der Knabe lau&#x017F;cht empor.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="3">
              <l>Droben bringt man &#x017F;ie zu Grabe,</l><lb/>
              <l>Die &#x017F;ich freuten in dem Thal;</l><lb/>
              <l>Hirtenknabe! Hirtenknabe!</l><lb/>
              <l>Dir auch &#x017F;ingt man dort einmal.</l>
            </lg>
          </lg>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[22/0028] Die Kapelle. Droben ſtehet die Kapelle, Schauet ſtill in’s Thal hinab, Drunten ſingt bei Wieſ’ und Quelle Froh und hell der Hirtenknab’. Traurig tönt das Glöcklein nieder, Schauerlich der Leichenchor; Stille ſind die frohen Lieder, Und der Knabe lauſcht empor. Droben bringt man ſie zu Grabe, Die ſich freuten in dem Thal; Hirtenknabe! Hirtenknabe! Dir auch ſingt man dort einmal.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/uhland_gedichte_1815
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/uhland_gedichte_1815/28
Zitationshilfe: Uhland, Ludwig: Gedichte. Stuttgart u. a., 1815, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/uhland_gedichte_1815/28>, abgerufen am 23.07.2019.