Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Thomasius, Christian: Ausübung Der SittenLehre. Halle (Saale), 1696.

Bild:
<< vorherige Seite

Das 2. Hauptst. von den Gemüths N.
der vereiniget/ und die Ungedult bietet der
bösen Nachahmung/ und diese hinwiederumb
jener die Hand. Denn die Ungedult hindert
uns/ daß wir die Thaten/ die andere/ so wir lie-
ben/ verrichten/ nicht überlegen/ ehe wir sie nach-
ahmen/ und die Nachahmung stärcket unse-
re Ungedult/ weil lauter empfindliche Berüh-
rungen uns nachzuahmen gegeben werden.

59. Ja die Nachläßigkeit und die unver-
nünfftige Liebe/ und abermahls die bösen Exem-
pel anderer hindern uns alhier eben wie bey
denen Vorurtheilen des Verstandes/ daß wir
so übel dran zu bringen seyn/ uns aus diesem E-
lende heraus zu reissen.

Das 2. Hauptstück.
Von denen Gemüths-Nei-
gungen des Menschen überhaupt
und anfänglich von der Verwirrung die
die unterschiedenen Meinungen der
Gelehrten hiervon ge-
machet.

Jnnhalt.
Connexion n. 1. Nutzen der Lehre von denen Gemüths Nei-
gungen/ n. 2. dieses Nutzens gemeine Hindansetzung
und Verachtung/ n. 3. Mängel der Gelehrten die von
denen Gemüths-Neigungen geschrieben/ n. 4. der
selben unterschiedene und widerwärtige Meinungen
überhaupt n. 5. Von denen Platonicis n. 6. des Aristo-

telis

Das 2. Hauptſt. von den Gemuͤths N.
der vereiniget/ und die Ungedult bietet der
boͤſen Nachahmung/ und dieſe hinwiederumb
jener die Hand. Denn die Ungedult hindert
uns/ daß wir die Thaten/ die andere/ ſo wir lie-
ben/ verrichten/ nicht uͤberlegen/ ehe wir ſie nach-
ahmen/ und die Nachahmung ſtaͤrcket unſe-
re Ungedult/ weil lauter empfindliche Beruͤh-
rungen uns nachzuahmen gegeben werden.

59. Ja die Nachlaͤßigkeit und die unver-
nuͤnfftige Liebe/ und abermahls die boͤſen Exem-
pel anderer hindern uns alhier eben wie bey
denen Vorurtheilen des Verſtandes/ daß wir
ſo uͤbel dran zu bringen ſeyn/ uns aus dieſem E-
lende heraus zu reiſſen.

Das 2. Hauptſtuͤck.
Von denen Gemuͤths-Nei-
gungen des Menſchen uͤberhaupt
und anfaͤnglich von der Verwirrung die
die unterſchiedenen Meinungen der
Gelehrten hiervon ge-
machet.

Jnnhalt.
Connexion n. 1. Nutzen der Lehre von denen Gemuͤths Nei-
gungen/ n. 2. dieſes Nutzens gemeine Hindanſetzung
und Verachtung/ n. 3. Maͤngel der Gelehrten die von
denen Gemuͤths-Neigungen geſchrieben/ n. 4. der
ſelben unterſchiedene und widerwaͤrtige Meinungen
uͤberhaupt n. 5. Von denen Platonicis n. 6. des Ariſto-

telis
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0048" n="36"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Das 2. Haupt&#x017F;t. von den Gemu&#x0364;ths N.</hi></fw><lb/><hi rendition="#fr">der vereiniget/</hi> und die Ungedult bietet der<lb/>
bo&#x0364;&#x017F;en Nachahmung/ und die&#x017F;e hinwiederumb<lb/>
jener die Hand. Denn <hi rendition="#fr">die Ungedult</hi> hindert<lb/>
uns/ daß wir die Thaten/ die andere/ &#x017F;o wir lie-<lb/>
ben/ verrichten/ nicht u&#x0364;berlegen/ ehe wir &#x017F;ie nach-<lb/>
ahmen/ und <hi rendition="#fr">die Nachahmung</hi> &#x017F;ta&#x0364;rcket un&#x017F;e-<lb/>
re Ungedult/ weil lauter empfindliche Beru&#x0364;h-<lb/>
rungen uns nachzuahmen gegeben werden.</p><lb/>
        <p>59. Ja die Nachla&#x0364;ßigkeit und die unver-<lb/>
nu&#x0364;nfftige Liebe/ und abermahls die bo&#x0364;&#x017F;en Exem-<lb/>
pel anderer <hi rendition="#fr">hindern uns</hi> alhier eben wie bey<lb/>
denen Vorurtheilen des Ver&#x017F;tandes/ daß wir<lb/>
&#x017F;o u&#x0364;bel dran zu bringen &#x017F;eyn/ uns aus die&#x017F;em E-<lb/>
lende heraus zu rei&#x017F;&#x017F;en.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#fr">Das 2. Haupt&#x017F;tu&#x0364;ck.<lb/>
Von denen Gemu&#x0364;ths-Nei-<lb/>
gungen des Men&#x017F;chen u&#x0364;berhaupt<lb/>
und anfa&#x0364;nglich von der Verwirrung die<lb/>
die unter&#x017F;chiedenen Meinungen der<lb/>
Gelehrten hiervon ge-<lb/>
machet.</hi> </head><lb/>
        <argument>
          <p><hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Jnnhalt.</hi></hi><lb/><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Connexion n. 1.</hi></hi> Nutzen der Lehre von denen Gemu&#x0364;ths Nei-<lb/>
gungen/ <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n. 2.</hi></hi> die&#x017F;es Nutzens gemeine Hindan&#x017F;etzung<lb/>
und <hi rendition="#fr">V</hi>erachtung/ <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n. 3.</hi></hi> Ma&#x0364;ngel der Gelehrten die von<lb/>
denen Gemu&#x0364;ths-Neigungen ge&#x017F;chrieben/ <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n. 4.</hi></hi> der<lb/>
&#x017F;elben unter&#x017F;chiedene und widerwa&#x0364;rtige Meinungen<lb/>
u&#x0364;berhaupt <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">n. 5.</hi></hi> <hi rendition="#fr">V</hi>on denen <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Platonicis n. 6.</hi></hi> des <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Ari&#x017F;to-</hi></hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">telis</hi></hi></fw><lb/></p>
        </argument>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[36/0048] Das 2. Hauptſt. von den Gemuͤths N. der vereiniget/ und die Ungedult bietet der boͤſen Nachahmung/ und dieſe hinwiederumb jener die Hand. Denn die Ungedult hindert uns/ daß wir die Thaten/ die andere/ ſo wir lie- ben/ verrichten/ nicht uͤberlegen/ ehe wir ſie nach- ahmen/ und die Nachahmung ſtaͤrcket unſe- re Ungedult/ weil lauter empfindliche Beruͤh- rungen uns nachzuahmen gegeben werden. 59. Ja die Nachlaͤßigkeit und die unver- nuͤnfftige Liebe/ und abermahls die boͤſen Exem- pel anderer hindern uns alhier eben wie bey denen Vorurtheilen des Verſtandes/ daß wir ſo uͤbel dran zu bringen ſeyn/ uns aus dieſem E- lende heraus zu reiſſen. Das 2. Hauptſtuͤck. Von denen Gemuͤths-Nei- gungen des Menſchen uͤberhaupt und anfaͤnglich von der Verwirrung die die unterſchiedenen Meinungen der Gelehrten hiervon ge- machet. Jnnhalt. Connexion n. 1. Nutzen der Lehre von denen Gemuͤths Nei- gungen/ n. 2. dieſes Nutzens gemeine Hindanſetzung und Verachtung/ n. 3. Maͤngel der Gelehrten die von denen Gemuͤths-Neigungen geſchrieben/ n. 4. der ſelben unterſchiedene und widerwaͤrtige Meinungen uͤberhaupt n. 5. Von denen Platonicis n. 6. des Ariſto- telis

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ausuebungsittenlehre_1696
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ausuebungsittenlehre_1696/48
Zitationshilfe: Thomasius, Christian: Ausübung Der SittenLehre. Halle (Saale), 1696, S. 36. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ausuebungsittenlehre_1696/48>, abgerufen am 26.06.2019.