Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815.

Bild:
<< vorherige Seite

geeignet, weil es hier an Dünger nie fehlen kann,
und meine Absicht war, ihn ernstlich zu betreiben,
sobald ich das wiesenlose Höhe-Gut durch zurei-
chenden Futterbau unabhängig davon gemacht,
und die dazu nöthigen Gebäude errichtet hätte.
(Das erstere ist geschehen, das letztere aber durch
die Zeitumstände unmöglich gemacht worden.)
Endlich lag Möglin in einer für den Landbau
klassischen Gegend, umgeben von Gütern, wo die
Kultur schon große Fortschritte gemacht hatte.
Was ich selbst nicht aufzuweisen hatte, konnte
ich bei andern zeigen. Die durch den Geist einer
großen Frau umgeschaffenen Friedländischen
Güter; die Haselbergschen Güter, welche in
der Kurmark das erste Beispiel der Koppelwirth-
schaft gegeben hatten, und nach der Absicht des
seel. Besitzers in eine Wechselwirthschaft überge-
hen sollten; Gusow, welches durch das wissen-
schaftliche Bestreben des ältern und jüngern Gra-
fen Podewills (der letztere starb, leider! kurz
vor meiner Hierkunft) berühmt ist; die Prädi-
kowschen
und Reichenowschen Güter, deren
thätiger und geistvoller Besitzer die beabsichtigten
Meliorationen bei ruhigern Zeiten kräftig würde
ausgeführt haben (wie er es jetzt unter der Ad-
ministration des vormaligen hiesigen Lehrers Hrn.

geeignet, weil es hier an Duͤnger nie fehlen kann,
und meine Abſicht war, ihn ernſtlich zu betreiben,
ſobald ich das wieſenloſe Hoͤhe-Gut durch zurei-
chenden Futterbau unabhaͤngig davon gemacht,
und die dazu noͤthigen Gebaͤude errichtet haͤtte.
(Das erſtere iſt geſchehen, das letztere aber durch
die Zeitumſtaͤnde unmoͤglich gemacht worden.)
Endlich lag Moͤglin in einer fuͤr den Landbau
klaſſiſchen Gegend, umgeben von Guͤtern, wo die
Kultur ſchon große Fortſchritte gemacht hatte.
Was ich ſelbſt nicht aufzuweiſen hatte, konnte
ich bei andern zeigen. Die durch den Geiſt einer
großen Frau umgeſchaffenen Friedlaͤndiſchen
Guͤter; die Haſelbergſchen Guͤter, welche in
der Kurmark das erſte Beiſpiel der Koppelwirth-
ſchaft gegeben hatten, und nach der Abſicht des
ſeel. Beſitzers in eine Wechſelwirthſchaft uͤberge-
hen ſollten; Guſow, welches durch das wiſſen-
ſchaftliche Beſtreben des aͤltern und juͤngern Gra-
fen Podewills (der letztere ſtarb, leider! kurz
vor meiner Hierkunft) beruͤhmt iſt; die Praͤdi-
kowſchen
und Reichenowſchen Guͤter, deren
thaͤtiger und geiſtvoller Beſitzer die beabſichtigten
Meliorationen bei ruhigern Zeiten kraͤftig wuͤrde
ausgefuͤhrt haben (wie er es jetzt unter der Ad-
miniſtration des vormaligen hieſigen Lehrers Hrn.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0026" n="9"/>
geeignet, weil es hier an Du&#x0364;nger nie fehlen kann,<lb/>
und meine Ab&#x017F;icht war, ihn ern&#x017F;tlich zu betreiben,<lb/>
&#x017F;obald ich das wie&#x017F;enlo&#x017F;e Ho&#x0364;he-Gut durch zurei-<lb/>
chenden Futterbau unabha&#x0364;ngig davon gemacht,<lb/>
und die dazu no&#x0364;thigen Geba&#x0364;ude errichtet ha&#x0364;tte.<lb/>
(Das er&#x017F;tere i&#x017F;t ge&#x017F;chehen, das letztere aber durch<lb/>
die Zeitum&#x017F;ta&#x0364;nde unmo&#x0364;glich gemacht worden.)<lb/>
Endlich lag Mo&#x0364;glin in einer fu&#x0364;r den Landbau<lb/>
kla&#x017F;&#x017F;i&#x017F;chen Gegend, umgeben von Gu&#x0364;tern, wo die<lb/>
Kultur &#x017F;chon große Fort&#x017F;chritte gemacht hatte.<lb/>
Was ich &#x017F;elb&#x017F;t nicht aufzuwei&#x017F;en hatte, konnte<lb/>
ich bei andern zeigen. Die durch den Gei&#x017F;t einer<lb/><hi rendition="#g">großen Frau</hi> umge&#x017F;chaffenen <hi rendition="#g">Friedla&#x0364;ndi&#x017F;chen</hi><lb/>
Gu&#x0364;ter; die <hi rendition="#g">Ha&#x017F;elberg&#x017F;chen</hi> Gu&#x0364;ter, welche in<lb/>
der Kurmark das er&#x017F;te Bei&#x017F;piel der Koppelwirth-<lb/>
&#x017F;chaft gegeben hatten, und nach der Ab&#x017F;icht des<lb/>
&#x017F;eel. Be&#x017F;itzers in eine Wech&#x017F;elwirth&#x017F;chaft u&#x0364;berge-<lb/>
hen &#x017F;ollten; <hi rendition="#g">Gu&#x017F;ow</hi>, welches durch das wi&#x017F;&#x017F;en-<lb/>
&#x017F;chaftliche Be&#x017F;treben des a&#x0364;ltern und ju&#x0364;ngern Gra-<lb/>
fen <hi rendition="#g">Podewills</hi> (der letztere &#x017F;tarb, leider! kurz<lb/>
vor meiner Hierkunft) beru&#x0364;hmt i&#x017F;t; die <hi rendition="#g">Pra&#x0364;di-<lb/>
kow&#x017F;chen</hi> und <hi rendition="#g">Reichenow&#x017F;chen</hi> Gu&#x0364;ter, deren<lb/>
tha&#x0364;tiger und gei&#x017F;tvoller Be&#x017F;itzer die beab&#x017F;ichtigten<lb/>
Meliorationen bei ruhigern Zeiten kra&#x0364;ftig wu&#x0364;rde<lb/>
ausgefu&#x0364;hrt haben (wie er es jetzt unter der Ad-<lb/>
mini&#x017F;tration des vormaligen hie&#x017F;igen Lehrers Hrn.<lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[9/0026] geeignet, weil es hier an Duͤnger nie fehlen kann, und meine Abſicht war, ihn ernſtlich zu betreiben, ſobald ich das wieſenloſe Hoͤhe-Gut durch zurei- chenden Futterbau unabhaͤngig davon gemacht, und die dazu noͤthigen Gebaͤude errichtet haͤtte. (Das erſtere iſt geſchehen, das letztere aber durch die Zeitumſtaͤnde unmoͤglich gemacht worden.) Endlich lag Moͤglin in einer fuͤr den Landbau klaſſiſchen Gegend, umgeben von Guͤtern, wo die Kultur ſchon große Fortſchritte gemacht hatte. Was ich ſelbſt nicht aufzuweiſen hatte, konnte ich bei andern zeigen. Die durch den Geiſt einer großen Frau umgeſchaffenen Friedlaͤndiſchen Guͤter; die Haſelbergſchen Guͤter, welche in der Kurmark das erſte Beiſpiel der Koppelwirth- ſchaft gegeben hatten, und nach der Abſicht des ſeel. Beſitzers in eine Wechſelwirthſchaft uͤberge- hen ſollten; Guſow, welches durch das wiſſen- ſchaftliche Beſtreben des aͤltern und juͤngern Gra- fen Podewills (der letztere ſtarb, leider! kurz vor meiner Hierkunft) beruͤhmt iſt; die Praͤdi- kowſchen und Reichenowſchen Guͤter, deren thaͤtiger und geiſtvoller Beſitzer die beabſichtigten Meliorationen bei ruhigern Zeiten kraͤftig wuͤrde ausgefuͤhrt haben (wie er es jetzt unter der Ad- miniſtration des vormaligen hieſigen Lehrers Hrn.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/26
Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815, S. 9. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/26>, abgerufen am 27.05.2019.