Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.

Bild:
<< vorherige Seite
Octoberlied.
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk' ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden.
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!
Und wimmert auch einmal das Herz, --
Stoß' an, und laß es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.
1
Octoberlied.
Der Nebel ſteigt, es fällt das Laub;
Schenk' ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden.
Und geht es draußen noch ſo toll,
Unchriſtlich oder chriſtlich,
Iſt doch die Welt, die ſchöne Welt,
So gänzlich unverwüſtlich!
Und wimmert auch einmal das Herz, —
Stoß' an, und laß es klingen!
Wir wiſſen's doch, ein rechtes Herz
Iſt gar nicht umzubringen.
1
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0011" n="[1]"/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Octoberlied.</hi><lb/>
          </head>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">D</hi>er Nebel &#x017F;teigt, es fällt das Laub;</l><lb/>
              <l>Schenk' ein den Wein, den holden!</l><lb/>
              <l>Wir wollen uns den grauen Tag</l><lb/>
              <l>Vergolden, ja vergolden.</l><lb/>
            </lg>
            <lg n="2">
              <l>Und geht es draußen noch &#x017F;o toll,</l><lb/>
              <l>Unchri&#x017F;tlich oder chri&#x017F;tlich,</l><lb/>
              <l>I&#x017F;t doch die Welt, die &#x017F;chöne Welt,</l><lb/>
              <l>So gänzlich unverwü&#x017F;tlich!</l><lb/>
            </lg>
            <lg n="3">
              <l>Und wimmert auch einmal das Herz, &#x2014;</l><lb/>
              <l>Stoß' an, und laß es klingen!</l><lb/>
              <l>Wir wi&#x017F;&#x017F;en's doch, ein rechtes Herz</l><lb/>
              <l>I&#x017F;t gar nicht umzubringen.</l><lb/>
            </lg>
            <fw place="bottom" type="sig">1<lb/></fw>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[1]/0011] Octoberlied. Der Nebel ſteigt, es fällt das Laub; Schenk' ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden. Und geht es draußen noch ſo toll, Unchriſtlich oder chriſtlich, Iſt doch die Welt, die ſchöne Welt, So gänzlich unverwüſtlich! Und wimmert auch einmal das Herz, — Stoß' an, und laß es klingen! Wir wiſſen's doch, ein rechtes Herz Iſt gar nicht umzubringen. 1

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/11
Zitationshilfe: Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/11>, abgerufen am 20.05.2019.