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Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863.

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Literatur.

Die Fischfauna der östreichischen (mittleren) Donau mit ihren Seiten-
Gewässern, welche zugleich die natürliche Grenze der mitteleuropäischen
Fischfauna gegen Süd-Osten bilden, bietet im Hinblick auf die Fische der
schwäbisch-bayrischen (oberen) Donau so viele interessante Vergleichungs-
puncte, dass ich diejenigen Schriftsteller, welche vorzugsweise dieses Gebiet
der europäischen Fauna bearbeitet haben, nicht ausser Acht lassen durfte.
Vor allem muss ich das ältere Prachtwerk von Marsigli28) rühmen, in wel-
chem viele Fische der mittleren Donau sehr kenntlich dargestellt sind. Einer
Aufzählung und kurzen Beschreibung von 38 östreichischen Fischen hat
Kramer29) noch dadurch ein besonderes Interesse verliehen, dass er die
gebräuchlichsten Provincialnamen dieser Fische beigefügt hat. Die von
Meidinger30) gelieferten Icones in 5 Decurien enthalten vorzügliche colorirte
Abbildungen fast aller östreichischen Fische. Schultes31) hat auf seinen Rei-
sen durch die salzburger und östreichischen Alpen mancherlei Notizen über
die Fische der von ihm besuchten Alpenseen gesammelt, ist aber im Bestim-
men dieser Fische nicht immer sehr glücklich gewesen. Von Fitzinger32)
wurden in einer Fauna des Erzherzogthums Oestreich 58 Fischspecies mit
Beifügung ihrer Trivialnamen aufgeführt. An diese Arbeiten schliessen sich
die schon oben (pag. 25. Nr. 11 -- 13) erwähnten ichthyologischen Leistungen
Heckel's als die bedeutungsvollsten an, von denen sich mehrere speciell auf
die Fischfauna des östreichischen Donaugebiets beziehen.

Der auf der westlichen Seite sich an Südbayern anschliessende Boden-
see, welcher die Verbindung zwischen den bayrischen und schweizerischen
Alpenseen vermittelt, stimmt in seiner Fischfauna mit den grösseren bayri-
schen Seen überein, auch trägt der dem Bodensee zufliessende und von dem-
selben abfliessende Rhein bis zu dem grossen Rheinfall in Bezug auf seine
Fische einen den bayrischen Alpenflüssen ähnlichen Charakter, der sich erst
unterhalb des Rheinfalls ändert, indem sich von hier ab ein anderes mit der
Nordsee in Verbindung stehendes Wassergebiet geltend macht, das besonders
durch seine Wanderfische sich von dem nach Osten in das schwarze Meer
abfliessenden Donau-Stromgebiet wesentlich unterscheidet. Wegen dieser

28) Marsigli: Danubius pannonico-mysicus. Tom. IV. Amstelodami, 1726.
29) Kramer: Elenchus vegetabilium et animalium per Austriam inferiorem obser-
vatorum. Viennae Pragae et Tergesti, 1756.
30) Meidinger: Icones piscium Austriae indigenorum. Viennae, 1785 -- 94.
31) Schultes: a. Reise auf den Glockner. Theil I bis IV. Wien, 1804.
b. Reisen durch Oberösterreich in den Jahren 1794--1808. Tü-
bingen, 1809.
32) Fitzinger: über die Ausarbeitung einer Fauna des Erzherzogthums Oesterreich
nebst einer systematischen Aufzählung der in diesem Lande vorkommenden Säugethiere,
Reptilien und Fische als Prodrom einer Fauna derselben, vergleiche die Beiträge zur Lan-
deskunde Oesterreichs unter der Ens. Bd. I. Wien, 1832. pag. 280.
Literatur.

Die Fischfauna der östreichischen (mittleren) Donau mit ihren Seiten-
Gewässern, welche zugleich die natürliche Grenze der mitteleuropäischen
Fischfauna gegen Süd-Osten bilden, bietet im Hinblick auf die Fische der
schwäbisch-bayrischen (oberen) Donau so viele interessante Vergleichungs-
puncte, dass ich diejenigen Schriftsteller, welche vorzugsweise dieses Gebiet
der europäischen Fauna bearbeitet haben, nicht ausser Acht lassen durfte.
Vor allem muss ich das ältere Prachtwerk von Marsigli28) rühmen, in wel-
chem viele Fische der mittleren Donau sehr kenntlich dargestellt sind. Einer
Aufzählung und kurzen Beschreibung von 38 östreichischen Fischen hat
Kramer29) noch dadurch ein besonderes Interesse verliehen, dass er die
gebräuchlichsten Provincialnamen dieser Fische beigefügt hat. Die von
Meidinger30) gelieferten Icones in 5 Decurien enthalten vorzügliche colorirte
Abbildungen fast aller östreichischen Fische. Schultes31) hat auf seinen Rei-
sen durch die salzburger und östreichischen Alpen mancherlei Notizen über
die Fische der von ihm besuchten Alpenseen gesammelt, ist aber im Bestim-
men dieser Fische nicht immer sehr glücklich gewesen. Von Fitzinger32)
wurden in einer Fauna des Erzherzogthums Oestreich 58 Fischspecies mit
Beifügung ihrer Trivialnamen aufgeführt. An diese Arbeiten schliessen sich
die schon oben (pag. 25. Nr. 11 — 13) erwähnten ichthyologischen Leistungen
Heckel’s als die bedeutungsvollsten an, von denen sich mehrere speciell auf
die Fischfauna des östreichischen Donaugebiets beziehen.

Der auf der westlichen Seite sich an Südbayern anschliessende Boden-
see, welcher die Verbindung zwischen den bayrischen und schweizerischen
Alpenseen vermittelt, stimmt in seiner Fischfauna mit den grösseren bayri-
schen Seen überein, auch trägt der dem Bodensee zufliessende und von dem-
selben abfliessende Rhein bis zu dem grossen Rheinfall in Bezug auf seine
Fische einen den bayrischen Alpenflüssen ähnlichen Charakter, der sich erst
unterhalb des Rheinfalls ändert, indem sich von hier ab ein anderes mit der
Nordsee in Verbindung stehendes Wassergebiet geltend macht, das besonders
durch seine Wanderfische sich von dem nach Osten in das schwarze Meer
abfliessenden Donau-Stromgebiet wesentlich unterscheidet. Wegen dieser

28) Marsigli: Danubius pannonico-mysicus. Tom. IV. Amstelodami, 1726.
29) Kramer: Elenchus vegetabilium et animalium per Austriam inferiorem obser-
vatorum. Viennae Pragae et Tergesti, 1756.
30) Meidinger: Icones piscium Austriae indigenorum. Viennae, 1785 — 94.
31) Schultes: a. Reise auf den Glockner. Theil I bis IV. Wien, 1804.
b. Reisen durch Oberösterreich in den Jahren 1794—1808. Tü-
bingen, 1809.
32) Fitzinger: über die Ausarbeitung einer Fauna des Erzherzogthums Oesterreich
nebst einer systematischen Aufzählung der in diesem Lande vorkommenden Säugethiere,
Reptilien und Fische als Prodrom einer Fauna derselben, vergleiche die Beiträge zur Lan-
deskunde Oesterreichs unter der Ens. Bd. I. Wien, 1832. pag. 280.
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[30/0043] Literatur. Die Fischfauna der östreichischen (mittleren) Donau mit ihren Seiten- Gewässern, welche zugleich die natürliche Grenze der mitteleuropäischen Fischfauna gegen Süd-Osten bilden, bietet im Hinblick auf die Fische der schwäbisch-bayrischen (oberen) Donau so viele interessante Vergleichungs- puncte, dass ich diejenigen Schriftsteller, welche vorzugsweise dieses Gebiet der europäischen Fauna bearbeitet haben, nicht ausser Acht lassen durfte. Vor allem muss ich das ältere Prachtwerk von Marsigli 28) rühmen, in wel- chem viele Fische der mittleren Donau sehr kenntlich dargestellt sind. Einer Aufzählung und kurzen Beschreibung von 38 östreichischen Fischen hat Kramer 29) noch dadurch ein besonderes Interesse verliehen, dass er die gebräuchlichsten Provincialnamen dieser Fische beigefügt hat. Die von Meidinger 30) gelieferten Icones in 5 Decurien enthalten vorzügliche colorirte Abbildungen fast aller östreichischen Fische. Schultes 31) hat auf seinen Rei- sen durch die salzburger und östreichischen Alpen mancherlei Notizen über die Fische der von ihm besuchten Alpenseen gesammelt, ist aber im Bestim- men dieser Fische nicht immer sehr glücklich gewesen. Von Fitzinger 32) wurden in einer Fauna des Erzherzogthums Oestreich 58 Fischspecies mit Beifügung ihrer Trivialnamen aufgeführt. An diese Arbeiten schliessen sich die schon oben (pag. 25. Nr. 11 — 13) erwähnten ichthyologischen Leistungen Heckel’s als die bedeutungsvollsten an, von denen sich mehrere speciell auf die Fischfauna des östreichischen Donaugebiets beziehen. Der auf der westlichen Seite sich an Südbayern anschliessende Boden- see, welcher die Verbindung zwischen den bayrischen und schweizerischen Alpenseen vermittelt, stimmt in seiner Fischfauna mit den grösseren bayri- schen Seen überein, auch trägt der dem Bodensee zufliessende und von dem- selben abfliessende Rhein bis zu dem grossen Rheinfall in Bezug auf seine Fische einen den bayrischen Alpenflüssen ähnlichen Charakter, der sich erst unterhalb des Rheinfalls ändert, indem sich von hier ab ein anderes mit der Nordsee in Verbindung stehendes Wassergebiet geltend macht, das besonders durch seine Wanderfische sich von dem nach Osten in das schwarze Meer abfliessenden Donau-Stromgebiet wesentlich unterscheidet. Wegen dieser 28) Marsigli: Danubius pannonico-mysicus. Tom. IV. Amstelodami, 1726. 29) Kramer: Elenchus vegetabilium et animalium per Austriam inferiorem obser- vatorum. Viennae Pragae et Tergesti, 1756. 30) Meidinger: Icones piscium Austriae indigenorum. Viennae, 1785 — 94. 31) Schultes: a. Reise auf den Glockner. Theil I bis IV. Wien, 1804. b. Reisen durch Oberösterreich in den Jahren 1794—1808. Tü- bingen, 1809. 32) Fitzinger: über die Ausarbeitung einer Fauna des Erzherzogthums Oesterreich nebst einer systematischen Aufzählung der in diesem Lande vorkommenden Säugethiere, Reptilien und Fische als Prodrom einer Fauna derselben, vergleiche die Beiträge zur Lan- deskunde Oesterreichs unter der Ens. Bd. I. Wien, 1832. pag. 280.

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Zitationshilfe: Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863, S. 30. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/43>, abgerufen am 18.08.2019.