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Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863.

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Literatur.
Darstellung, weshalb es zu bedauern ist, dass nach der zweiten Lieferung,
welche die von C. Vogt bearbeitete Entwicklungsgeschichte der Salmoneen
enthält10), dieses Werk nicht weiter fortgesetzt worden ist, wodurch die von
Agassiz in München aufgefundenen und abgebildeten neuen Gyprinus-Arten,
welche durch Valenciennes nur ganz kurz und unvollständig beschrieben
wurden, abermals der Bekanntmachung entzogen wurden.

Sehr wichtige Beiträge zur Kenntniss der mitteleuropäischen Fischfauna
hat Joh. Jac. Heckel durch die Bekanntmachung vortrefflicher Aufsätze und
Monographien geliefert. Derselbe hat es verstanden, mit einer bewunderungs-
würdigen kritischen Schärfe aus den Erfahrungen der älteren ichthyologischen
Schriftsteller Nutzen zu ziehen, und ihren oft sehr dürftigen Beschreibungen
und ganz kurzen Schilderungen der Fische doch die richtige Deutung zu ge-
ben. Ein anderes Verdienst erwarb sich Heckel um die genauere Abgrenzung
der Gattungen und Species unserer Süsswasserfische, obwohl derselbe öfters
zu weit gegangen ist, und einzelne Gattungen und Arten auf zu subtile und
nicht ganz haltbare Unterschiedsmerkmale gründete11). Ausser einer in Ver-

10) C. Vogt: Embryologie des Salmones. Neuchatel, 1842.
11) Folgende Arbeiten Heckel's enthalten wichtige Aufschlüsse über die mittel-
europäische Fischfauna:
a. Ueber einige neue oder nicht gehörig unterschiedene Cyprinen nebst einer syste-
matischen Darstellung der europäischen Gattungen dieser Gruppe,
in den Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte. Bd. I. Wien, 1835. pag. 219.
b. Ichthyologische Beiträge zu den Familien der Cottoiden, Scorpaenoiden, Gobioiden
und Cyprinoiden,
in denselben Annalen. Bd. II. 1840. pag. 143.
c. Abbildungen und Beschreibungen der Fische Syriens nebst einer neuen Classifica-
tion und Charakteristik sämmtlicher Gattungen der Cyprinen, Stuttgart, 1843,
abgedruckt aus Russegger's Reisen. Bd. I. Th. 2.
In dem Februarhefte des Jahrganges 1854 pag. 189 der Sitzungsberichte der mathema-
tisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften befindet
sich von Heckel ein Aufsatz:
d. Ueber die in den Seen Ober - Oesterreichs vorkommenden Fische.
In dem Juli-Hefte des Jahrganges 1854 derselben Sitzungsberichte. Bd. VII. pag. 281.
gab Heckel einen
e. Bericht einer auf Kosten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften durch
Ober - Oesterreich nach Salzburg, München, Innsbruck, Botzen, Verona, Padua,
Venedig und Triest unternommenen Reise,
in welchem über die Fische des Attersee, der Lambathseen, des Königssee, der Salzach und
des Inn Nachrichten mitgetheilt werden.
In dem IIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten.
Bd. VIII. 1851. pag. 347.) lieferte Heckel:
f. Beiträge zu den Gattungen Salmo, Fario, Salar, Coregonus, Chondrostoma und Te-
lestes
.
In dem IIIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten.
Bd. IX. 1852. pag. 49.) gab Heckel wichtige Erörterungen:

Literatur.
Darstellung, weshalb es zu bedauern ist, dass nach der zweiten Lieferung,
welche die von C. Vogt bearbeitete Entwicklungsgeschichte der Salmoneen
enthält10), dieses Werk nicht weiter fortgesetzt worden ist, wodurch die von
Agassiz in München aufgefundenen und abgebildeten neuen Gyprinus-Arten,
welche durch Valenciennes nur ganz kurz und unvollständig beschrieben
wurden, abermals der Bekanntmachung entzogen wurden.

Sehr wichtige Beiträge zur Kenntniss der mitteleuropäischen Fischfauna
hat Joh. Jac. Heckel durch die Bekanntmachung vortrefflicher Aufsätze und
Monographien geliefert. Derselbe hat es verstanden, mit einer bewunderungs-
würdigen kritischen Schärfe aus den Erfahrungen der älteren ichthyologischen
Schriftsteller Nutzen zu ziehen, und ihren oft sehr dürftigen Beschreibungen
und ganz kurzen Schilderungen der Fische doch die richtige Deutung zu ge-
ben. Ein anderes Verdienst erwarb sich Heckel um die genauere Abgrenzung
der Gattungen und Species unserer Süsswasserfische, obwohl derselbe öfters
zu weit gegangen ist, und einzelne Gattungen und Arten auf zu subtile und
nicht ganz haltbare Unterschiedsmerkmale gründete11). Ausser einer in Ver-

10) C. Vogt: Embryologie des Salmones. Neuchatel, 1842.
11) Folgende Arbeiten Heckel’s enthalten wichtige Aufschlüsse über die mittel-
europäische Fischfauna:
a. Ueber einige neue oder nicht gehörig unterschiedene Cyprinen nebst einer syste-
matischen Darstellung der europäischen Gattungen dieser Gruppe,
in den Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte. Bd. I. Wien, 1835. pag. 219.
b. Ichthyologische Beiträge zu den Familien der Cottoiden, Scorpaenoiden, Gobioiden
und Cyprinoiden,
in denselben Annalen. Bd. II. 1840. pag. 143.
c. Abbildungen und Beschreibungen der Fische Syriens nebst einer neuen Classifica-
tion und Charakteristik sämmtlicher Gattungen der Cyprinen, Stuttgart, 1843,
abgedruckt aus Russegger’s Reisen. Bd. I. Th. 2.
In dem Februarhefte des Jahrganges 1854 pag. 189 der Sitzungsberichte der mathema-
tisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften befindet
sich von Heckel ein Aufsatz:
d. Ueber die in den Seen Ober ‒ Oesterreichs vorkommenden Fische.
In dem Juli-Hefte des Jahrganges 1854 derselben Sitzungsberichte. Bd. VII. pag. 281.
gab Heckel einen
e. Bericht einer auf Kosten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften durch
Ober ‒ Oesterreich nach Salzburg, München, Innsbruck, Botzen, Verona, Padua,
Venedig und Triest unternommenen Reise,
in welchem über die Fische des Attersee, der Lambathseen, des Königssee, der Salzach und
des Inn Nachrichten mitgetheilt werden.
In dem IIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten.
Bd. VIII. 1851. pag. 347.) lieferte Heckel:
f. Beiträge zu den Gattungen Salmo, Fario, Salar, Coregonus, Chondrostoma und Te-
lestes
.
In dem IIIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten.
Bd. IX. 1852. pag. 49.) gab Heckel wichtige Erörterungen:
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[25/0038] Literatur. Darstellung, weshalb es zu bedauern ist, dass nach der zweiten Lieferung, welche die von C. Vogt bearbeitete Entwicklungsgeschichte der Salmoneen enthält 10), dieses Werk nicht weiter fortgesetzt worden ist, wodurch die von Agassiz in München aufgefundenen und abgebildeten neuen Gyprinus-Arten, welche durch Valenciennes nur ganz kurz und unvollständig beschrieben wurden, abermals der Bekanntmachung entzogen wurden. Sehr wichtige Beiträge zur Kenntniss der mitteleuropäischen Fischfauna hat Joh. Jac. Heckel durch die Bekanntmachung vortrefflicher Aufsätze und Monographien geliefert. Derselbe hat es verstanden, mit einer bewunderungs- würdigen kritischen Schärfe aus den Erfahrungen der älteren ichthyologischen Schriftsteller Nutzen zu ziehen, und ihren oft sehr dürftigen Beschreibungen und ganz kurzen Schilderungen der Fische doch die richtige Deutung zu ge- ben. Ein anderes Verdienst erwarb sich Heckel um die genauere Abgrenzung der Gattungen und Species unserer Süsswasserfische, obwohl derselbe öfters zu weit gegangen ist, und einzelne Gattungen und Arten auf zu subtile und nicht ganz haltbare Unterschiedsmerkmale gründete 11). Ausser einer in Ver- 10) C. Vogt: Embryologie des Salmones. Neuchatel, 1842. 11) Folgende Arbeiten Heckel’s enthalten wichtige Aufschlüsse über die mittel- europäische Fischfauna: a. Ueber einige neue oder nicht gehörig unterschiedene Cyprinen nebst einer syste- matischen Darstellung der europäischen Gattungen dieser Gruppe, in den Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte. Bd. I. Wien, 1835. pag. 219. b. Ichthyologische Beiträge zu den Familien der Cottoiden, Scorpaenoiden, Gobioiden und Cyprinoiden, in denselben Annalen. Bd. II. 1840. pag. 143. c. Abbildungen und Beschreibungen der Fische Syriens nebst einer neuen Classifica- tion und Charakteristik sämmtlicher Gattungen der Cyprinen, Stuttgart, 1843, abgedruckt aus Russegger’s Reisen. Bd. I. Th. 2. In dem Februarhefte des Jahrganges 1854 pag. 189 der Sitzungsberichte der mathema- tisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften befindet sich von Heckel ein Aufsatz: d. Ueber die in den Seen Ober ‒ Oesterreichs vorkommenden Fische. In dem Juli-Hefte des Jahrganges 1854 derselben Sitzungsberichte. Bd. VII. pag. 281. gab Heckel einen e. Bericht einer auf Kosten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften durch Ober ‒ Oesterreich nach Salzburg, München, Innsbruck, Botzen, Verona, Padua, Venedig und Triest unternommenen Reise, in welchem über die Fische des Attersee, der Lambathseen, des Königssee, der Salzach und des Inn Nachrichten mitgetheilt werden. In dem IIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten. Bd. VIII. 1851. pag. 347.) lieferte Heckel: f. Beiträge zu den Gattungen Salmo, Fario, Salar, Coregonus, Chondrostoma und Te- lestes. In dem IIIten Anhange zu diesem Reiseberichte (in denselben Sitzungsberichten. Bd. IX. 1852. pag. 49.) gab Heckel wichtige Erörterungen:

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Zitationshilfe: Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/38>, abgerufen am 20.06.2019.