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Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863.

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Vorwort.
lichst kurzer Zeit einen Ueberblick über die reiche Fischfauna dieser
Gewässer verschaffen konnte, indem Herr Tolckemit zu Frauenburg,
Oberfischmeister des Frischen Haffes, die Aufmerksamkeit gehabt hatte,
mir durch eine Anzahl von Haff-Fischern die meisten Arten der Fisch-
fauna des Frischen Haffes in lebenden Exemplaren vorlegen zu lassen,
während Herr Parcienski, Bürgermeister von Nikolaiken die Fischer
des Spirdingsees beauftragt hatte, von den Fischen dieses grössten
ostpreussischen Binnensees eine reichliche Auswahl bei meiner Ankunft
bereit zu halten. Herr Beerbohm auf Feilenhof, Oberfischmeister des
Kurischen Haffs und zugleich ein wohl erprobter Seefahrer, stellte mir
seine Jacht zur Disposition, durch welche es mir möglich wurde, auf
sehr bequeme Weise jene Stelle des Memel-Ausflusses zu erreichen,
an welcher seit lange ein grossartiger Lachsfang betrieben wird.

Ich darf wohl diese bei meinen in der Provinz Preussen ange-
stellten ichthyologischen Untersuchungen mir zu Theil gewordenen
Vortheile um so höher anschlagen, als es dem berühmten in Berlin
lebenden Ichthyologen Bloch nicht einmal vergönnt war, sich einer
gleichen von ihm für die Mark (Provinz) Brandenburg in Anspruch
genommene Unterstützung seiner Fischstudien erfreuen zu dürfen,
denn nachdem derselbe eine solche Unterstützung sich von dem Könige
Friedrich II. erbeten hatte, wurde ihm folgender Bescheid des grossen
Königs ertheilt 1): "Dass er sich mit den Fischen beschäftigt, ist mir
lieb; was er von meinen Landräthen verlangt, ist dummes Zeug;

1) Dieser königliche von Friedrich II. eigenhändig geschriebene Bescheid befindet sich
noch heute in den Archiven zu Berlin aufbewahrt.

Vorwort.
lichst kurzer Zeit einen Ueberblick über die reiche Fischfauna dieser
Gewässer verschaffen konnte, indem Herr Tolckemit zu Frauenburg,
Oberfischmeister des Frischen Haffes, die Aufmerksamkeit gehabt hatte,
mir durch eine Anzahl von Haff-Fischern die meisten Arten der Fisch-
fauna des Frischen Haffes in lebenden Exemplaren vorlegen zu lassen,
während Herr Parcienski, Bürgermeister von Nikolaiken die Fischer
des Spirdingsees beauftragt hatte, von den Fischen dieses grössten
ostpreussischen Binnensees eine reichliche Auswahl bei meiner Ankunft
bereit zu halten. Herr Beerbohm auf Feilenhof, Oberfischmeister des
Kurischen Haffs und zugleich ein wohl erprobter Seefahrer, stellte mir
seine Jacht zur Disposition, durch welche es mir möglich wurde, auf
sehr bequeme Weise jene Stelle des Memel-Ausflusses zu erreichen,
an welcher seit lange ein grossartiger Lachsfang betrieben wird.

Ich darf wohl diese bei meinen in der Provinz Preussen ange-
stellten ichthyologischen Untersuchungen mir zu Theil gewordenen
Vortheile um so höher anschlagen, als es dem berühmten in Berlin
lebenden Ichthyologen Bloch nicht einmal vergönnt war, sich einer
gleichen von ihm für die Mark (Provinz) Brandenburg in Anspruch
genommene Unterstützung seiner Fischstudien erfreuen zu dürfen,
denn nachdem derselbe eine solche Unterstützung sich von dem Könige
Friedrich II. erbeten hatte, wurde ihm folgender Bescheid des grossen
Königs ertheilt 1): »Dass er sich mit den Fischen beschäftigt, ist mir
lieb; was er von meinen Landräthen verlangt, ist dummes Zeug;

1) Dieser königliche von Friedrich II. eigenhändig geschriebene Bescheid befindet sich
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[V/0010] Vorwort. lichst kurzer Zeit einen Ueberblick über die reiche Fischfauna dieser Gewässer verschaffen konnte, indem Herr Tolckemit zu Frauenburg, Oberfischmeister des Frischen Haffes, die Aufmerksamkeit gehabt hatte, mir durch eine Anzahl von Haff-Fischern die meisten Arten der Fisch- fauna des Frischen Haffes in lebenden Exemplaren vorlegen zu lassen, während Herr Parcienski, Bürgermeister von Nikolaiken die Fischer des Spirdingsees beauftragt hatte, von den Fischen dieses grössten ostpreussischen Binnensees eine reichliche Auswahl bei meiner Ankunft bereit zu halten. Herr Beerbohm auf Feilenhof, Oberfischmeister des Kurischen Haffs und zugleich ein wohl erprobter Seefahrer, stellte mir seine Jacht zur Disposition, durch welche es mir möglich wurde, auf sehr bequeme Weise jene Stelle des Memel-Ausflusses zu erreichen, an welcher seit lange ein grossartiger Lachsfang betrieben wird. Ich darf wohl diese bei meinen in der Provinz Preussen ange- stellten ichthyologischen Untersuchungen mir zu Theil gewordenen Vortheile um so höher anschlagen, als es dem berühmten in Berlin lebenden Ichthyologen Bloch nicht einmal vergönnt war, sich einer gleichen von ihm für die Mark (Provinz) Brandenburg in Anspruch genommene Unterstützung seiner Fischstudien erfreuen zu dürfen, denn nachdem derselbe eine solche Unterstützung sich von dem Könige Friedrich II. erbeten hatte, wurde ihm folgender Bescheid des grossen Königs ertheilt 1): »Dass er sich mit den Fischen beschäftigt, ist mir lieb; was er von meinen Landräthen verlangt, ist dummes Zeug; 1) Dieser königliche von Friedrich II. eigenhändig geschriebene Bescheid befindet sich noch heute in den Archiven zu Berlin aufbewahrt.

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Zitationshilfe: Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863, S. V. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/10>, abgerufen am 23.04.2019.