Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

Bild:
<< vorherige Seite

Von den Gebürgen vmb
den. Vnd gehöret dieser tractus oder strich/
sambt den anstossenden Dörffern/ mehren-
theils zu/ dem Wolgebornen Jungen Herrn/
Herrn Hans Vlrich Schaff Gotsche ge-
nandt/ Freyherren zu Drachenberg/ Herrn
auff Kynast/ Greiffenstein vnd Kembnitz.
Streichet vom Abend aus den Friedländi-
schen Gebürgen in Morgen/ vnd stösset an
des Stiffts zu Griessaw Gebürge/ mit wel-
chen es gegen Morgen gräintzet. Der höch-
ste aber vnd fürnehmeste Berg/ wird von
den Riesen/ der Riesenberg gennenet/ nicht
das Riesen/ wie etliche darfür halten/ da-
rümber gewonet haben/ Sondern weil er
als ein hoher Riese vor den andern allen
mit seiner Köppe herfür raget/ Vnd sich
sehen lesset. Derowegen er auch der Schle-
sier Compaß oder Wetterzeiger benamet
worden/ in dem das gemeine Volck sich mit
dem Gewitter sehr pfleget darnach zurich-
ten. Jst es vmb die Köppe hell vnd klar/
hoffen sie heimlich vnd bestendig Wetter.
Wo es aber vmb denselben trübe vnd genä-
belt/ vnd die Köppe sich gar einhaubet/ daß
man sie nichts sehen kan/ ist ein Regen nicht
weit/ vnd prognosticiren vnbestendiges
Wetter.

Dieser Riesenberg ist weit vnd ferne be-
schriehen/ auch von den Italis gerühmet/

zum

Von den Gebuͤrgen vmb
den. Vnd gehoͤret dieſer tractus oder ſtrich/
ſambt den anſtoſſenden Doͤrffern/ mehren-
theils zu/ dem Wolgebornen Jungen Herrn/
Herrn Hans Vlrich Schaff Gotſche ge-
nandt/ Freyherren zu Drachenberg/ Herrn
auff Kynaſt/ Greiffenſtein vnd Kembnitz.
Streichet vom Abend aus den Friedlaͤndi-
ſchen Gebuͤrgen in Morgen/ vnd ſtoͤſſet an
des Stiffts zu Grieſſaw Gebuͤrge/ mit wel-
chen es gegen Morgen graͤintzet. Der hoͤch-
ſte aber vnd fuͤrnehmeſte Berg/ wird von
den Rieſen/ der Rieſenberg gennenet/ nicht
das Rieſen/ wie etliche darfuͤr halten/ da-
ruͤmber gewonet haben/ Sondern weil er
als ein hoher Rieſe vor den andern allen
mit ſeiner Koͤppe herfuͤr raget/ Vnd ſich
ſehen leſſet. Derowegen er auch der Schle-
ſier Compaß oder Wetterzeiger benamet
worden/ in dem das gemeine Volck ſich mit
dem Gewitter ſehr pfleget darnach zurich-
ten. Jſt es vmb die Koͤppe hell vnd klar/
hoffen ſie heimlich vnd beſtendig Wetter.
Wo es aber vmb denſelben truͤbe vnd genaͤ-
belt/ vnd die Koͤppe ſich gar einhaubet/ daß
man ſie nichts ſehen kan/ iſt ein Regen nicht
weit/ vnd prognoſticiren vnbeſtendiges
Wetter.

Dieſer Rieſenberg iſt weit vnd ferne be-
ſchriehen/ auch von den Italis geruͤhmet/

zum
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0174" n="156"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von den Gebu&#x0364;rgen vmb</hi></fw><lb/>
den. Vnd geho&#x0364;ret die&#x017F;er <hi rendition="#aq">tractus</hi> oder &#x017F;trich/<lb/>
&#x017F;ambt den an&#x017F;to&#x017F;&#x017F;enden Do&#x0364;rffern/ mehren-<lb/>
theils zu/ dem Wolgebornen Jungen Herrn/<lb/>
Herrn Hans Vlrich Schaff Got&#x017F;che ge-<lb/>
nandt/ Freyherren zu Drachenberg/ Herrn<lb/>
auff Kyna&#x017F;t/ Greiffen&#x017F;tein vnd Kembnitz.<lb/>
Streichet vom Abend aus den Friedla&#x0364;ndi-<lb/>
&#x017F;chen Gebu&#x0364;rgen in Morgen/ vnd &#x017F;to&#x0364;&#x017F;&#x017F;et an<lb/>
des Stiffts zu Grie&#x017F;&#x017F;aw Gebu&#x0364;rge/ mit wel-<lb/>
chen es gegen Morgen gra&#x0364;intzet. Der ho&#x0364;ch-<lb/>
&#x017F;te aber vnd fu&#x0364;rnehme&#x017F;te Berg/ wird von<lb/>
den Rie&#x017F;en/ der Rie&#x017F;enberg gennenet/ nicht<lb/>
das Rie&#x017F;en/ wie etliche darfu&#x0364;r halten/ da-<lb/>
ru&#x0364;mber gewonet haben/ Sondern weil er<lb/>
als ein hoher Rie&#x017F;e vor den andern allen<lb/>
mit &#x017F;einer Ko&#x0364;ppe herfu&#x0364;r raget/ Vnd &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;ehen le&#x017F;&#x017F;et. Derowegen er auch der Schle-<lb/>
&#x017F;ier Compaß oder Wetterzeiger benamet<lb/>
worden/ in dem das gemeine Volck &#x017F;ich mit<lb/>
dem Gewitter &#x017F;ehr pfleget darnach zurich-<lb/>
ten. J&#x017F;t es vmb die Ko&#x0364;ppe hell vnd klar/<lb/>
hoffen &#x017F;ie heimlich vnd be&#x017F;tendig Wetter.<lb/>
Wo es aber vmb den&#x017F;elben tru&#x0364;be vnd gena&#x0364;-<lb/>
belt/ vnd die Ko&#x0364;ppe &#x017F;ich gar einhaubet/ daß<lb/>
man &#x017F;ie nichts &#x017F;ehen kan/ i&#x017F;t ein Regen nicht<lb/>
weit/ vnd <hi rendition="#aq">progno&#x017F;ticiren</hi> vnbe&#x017F;tendiges<lb/>
Wetter.</p><lb/>
        <p>Die&#x017F;er Rie&#x017F;enberg i&#x017F;t weit vnd ferne be-<lb/>
&#x017F;chriehen/ auch von den <hi rendition="#aq">Italis</hi> geru&#x0364;hmet/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">zum</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[156/0174] Von den Gebuͤrgen vmb den. Vnd gehoͤret dieſer tractus oder ſtrich/ ſambt den anſtoſſenden Doͤrffern/ mehren- theils zu/ dem Wolgebornen Jungen Herrn/ Herrn Hans Vlrich Schaff Gotſche ge- nandt/ Freyherren zu Drachenberg/ Herrn auff Kynaſt/ Greiffenſtein vnd Kembnitz. Streichet vom Abend aus den Friedlaͤndi- ſchen Gebuͤrgen in Morgen/ vnd ſtoͤſſet an des Stiffts zu Grieſſaw Gebuͤrge/ mit wel- chen es gegen Morgen graͤintzet. Der hoͤch- ſte aber vnd fuͤrnehmeſte Berg/ wird von den Rieſen/ der Rieſenberg gennenet/ nicht das Rieſen/ wie etliche darfuͤr halten/ da- ruͤmber gewonet haben/ Sondern weil er als ein hoher Rieſe vor den andern allen mit ſeiner Koͤppe herfuͤr raget/ Vnd ſich ſehen leſſet. Derowegen er auch der Schle- ſier Compaß oder Wetterzeiger benamet worden/ in dem das gemeine Volck ſich mit dem Gewitter ſehr pfleget darnach zurich- ten. Jſt es vmb die Koͤppe hell vnd klar/ hoffen ſie heimlich vnd beſtendig Wetter. Wo es aber vmb denſelben truͤbe vnd genaͤ- belt/ vnd die Koͤppe ſich gar einhaubet/ daß man ſie nichts ſehen kan/ iſt ein Regen nicht weit/ vnd prognoſticiren vnbeſtendiges Wetter. Dieſer Rieſenberg iſt weit vnd ferne be- ſchriehen/ auch von den Italis geruͤhmet/ zum

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/174
Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 156. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/174>, abgerufen am 13.08.2020.