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Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898.

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war er zwischen dem hohen Gras, den kleinen Steinkuppen und dem verkrüppelten Gestrüpp herumgewandert, ohne eine andere Spur menschlicher Wohnungen zu treffen, als die Überbleibsel eines niedergebrannten Kaffernkraals, und ein verwüstetes, zertretenes Maisfeld; denn vor vier Wochen hatten die Soldaten der Chartered Company hier eine Niederlassung der Eingeborenen zerstört.

Dreimal war es ihm im Lauf dieses Tages begegnet, daß er an die nämliche Stelle zurückgekehrt war, von der er ausgegangen; auch war es garnicht seine Absicht, sich sehr weit zu entfernen. Denn er wußte, seine Kameraden würden umkehren, ihn zu suchen, wenn er abends nicht im Lager einträfe, und nach der Stelle zurückkommen, an der sie ihn zuletzt gesehen hatten.

Peter Halket war sehr müde. Den ganzen Tag über hatte er nichts gegessen und selbst nicht aus dem Fläschchen mit Kapbrandy getrunken, das in seiner Brusttasche steckte; wußte er doch nicht, wann er es wieder gefüllt bekäme. Als die Nacht einbrach, beschloß er oben auf einem der kleinen Hügel zu rasten, der etwas entfernt von den anderen stand. Dort konnte sich niemand heranschleichen, ohne daß er es merkte. Vor den Eingeborenen fürchtete er sich nicht; ihre Hütten und Getreidevorräte waren auf dreißig englische Meilen in die Runde niedergebrannt

war er zwischen dem hohen Gras, den kleinen Steinkuppen und dem verkrüppelten Gestrüpp herumgewandert, ohne eine andere Spur menschlicher Wohnungen zu treffen, als die Überbleibsel eines niedergebrannten Kaffernkraals, und ein verwüstetes, zertretenes Maisfeld; denn vor vier Wochen hatten die Soldaten der Chartered Company hier eine Niederlassung der Eingeborenen zerstört.

Dreimal war es ihm im Lauf dieses Tages begegnet, daß er an die nämliche Stelle zurückgekehrt war, von der er ausgegangen; auch war es garnicht seine Absicht, sich sehr weit zu entfernen. Denn er wußte, seine Kameraden würden umkehren, ihn zu suchen, wenn er abends nicht im Lager einträfe, und nach der Stelle zurückkommen, an der sie ihn zuletzt gesehen hatten.

Peter Halket war sehr müde. Den ganzen Tag über hatte er nichts gegessen und selbst nicht aus dem Fläschchen mit Kapbrandy getrunken, das in seiner Brusttasche steckte; wußte er doch nicht, wann er es wieder gefüllt bekäme. Als die Nacht einbrach, beschloß er oben auf einem der kleinen Hügel zu rasten, der etwas entfernt von den anderen stand. Dort konnte sich niemand heranschleichen, ohne daß er es merkte. Vor den Eingeborenen fürchtete er sich nicht; ihre Hütten und Getreidevorräte waren auf dreißig englische Meilen in die Runde niedergebrannt

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[6/0006] war er zwischen dem hohen Gras, den kleinen Steinkuppen und dem verkrüppelten Gestrüpp herumgewandert, ohne eine andere Spur menschlicher Wohnungen zu treffen, als die Überbleibsel eines niedergebrannten Kaffernkraals, und ein verwüstetes, zertretenes Maisfeld; denn vor vier Wochen hatten die Soldaten der Chartered Company hier eine Niederlassung der Eingeborenen zerstört. Dreimal war es ihm im Lauf dieses Tages begegnet, daß er an die nämliche Stelle zurückgekehrt war, von der er ausgegangen; auch war es garnicht seine Absicht, sich sehr weit zu entfernen. Denn er wußte, seine Kameraden würden umkehren, ihn zu suchen, wenn er abends nicht im Lager einträfe, und nach der Stelle zurückkommen, an der sie ihn zuletzt gesehen hatten. Peter Halket war sehr müde. Den ganzen Tag über hatte er nichts gegessen und selbst nicht aus dem Fläschchen mit Kapbrandy getrunken, das in seiner Brusttasche steckte; wußte er doch nicht, wann er es wieder gefüllt bekäme. Als die Nacht einbrach, beschloß er oben auf einem der kleinen Hügel zu rasten, der etwas entfernt von den anderen stand. Dort konnte sich niemand heranschleichen, ohne daß er es merkte. Vor den Eingeborenen fürchtete er sich nicht; ihre Hütten und Getreidevorräte waren auf dreißig englische Meilen in die Runde niedergebrannt

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Zitationshilfe: Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898, S. 6. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schreiner_halket_1898/6>, abgerufen am 30.09.2020.