Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898.

Bild:
<< vorherige Seite

nicht gegen Dich wehren kann. Wenn Einem so was immerzu vorgedröhnt wird, dann hängt's Einem auch im späteren Leben an und man wird's nie wieder los. Sehen Sie, da war auch ein Nigger, der erschossen werden sollte. Sie erzählten, der hätte so still gesessen, als ob er aus Stein gehauen wäre, die Arme um die Beine geschlungen, und einige von unsern Leuten haben ihn auf den Kopf und in das Gesicht geschlagen, ehe sie ihn fortschleppten, um ihn zu erschießen. Nein, so was kann ich nicht mit thun; dabei wird mir ganz schlecht hier herum," und er deutete auf seinen Magen. "Niederschießen will ich so viele, wie Sie verlangen, wenn sie weglaufen, aber angebunden dürfen sie nicht sein."

"Ich war dort, als der Mann erschossen wurde," sagte der Fremde.

"Nun, Sie scheinen überall dabei zu sein," meinte Peter. "Haben Sie auch schon Cecil Rhodes mal gesehen?"

"Ja, ich habe ihn gesehen."

"Nun, der hat die Nigger auf dem Strich," fuhr Peter fort und wärmte seine Hände über der Glut. "Es heißt, als er Premierminister unten im Kaplande war, habe er ein Gesetz erlassen wollen, welche es den Herren und Herrinnen gestattete, ihre schwarzen Dienstboten zu prügeln, wenn sie etwas versehen hätten. Aber die übrigen Engländer gaben

nicht gegen Dich wehren kann. Wenn Einem so was immerzu vorgedröhnt wird, dann hängt’s Einem auch im späteren Leben an und man wird’s nie wieder los. Sehen Sie, da war auch ein Nigger, der erschossen werden sollte. Sie erzählten, der hätte so still gesessen, als ob er aus Stein gehauen wäre, die Arme um die Beine geschlungen, und einige von unsern Leuten haben ihn auf den Kopf und in das Gesicht geschlagen, ehe sie ihn fortschleppten, um ihn zu erschießen. Nein, so was kann ich nicht mit thun; dabei wird mir ganz schlecht hier herum,“ und er deutete auf seinen Magen. „Niederschießen will ich so viele, wie Sie verlangen, wenn sie weglaufen, aber angebunden dürfen sie nicht sein.“

„Ich war dort, als der Mann erschossen wurde,“ sagte der Fremde.

„Nun, Sie scheinen überall dabei zu sein,“ meinte Peter. „Haben Sie auch schon Cecil Rhodes mal gesehen?“

„Ja, ich habe ihn gesehen.“

„Nun, der hat die Nigger auf dem Strich,“ fuhr Peter fort und wärmte seine Hände über der Glut. „Es heißt, als er Premierminister unten im Kaplande war, habe er ein Gesetz erlassen wollen, welche es den Herren und Herrinnen gestattete, ihre schwarzen Dienstboten zu prügeln, wenn sie etwas versehen hätten. Aber die übrigen Engländer gaben

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0037" n="37"/>
nicht gegen Dich wehren kann. Wenn Einem so was immerzu vorgedröhnt wird, dann hängt&#x2019;s Einem auch im späteren Leben an und man wird&#x2019;s nie wieder los. Sehen Sie, da war auch ein Nigger, der erschossen werden sollte. Sie erzählten, der hätte so still gesessen, als ob er aus Stein gehauen wäre, die Arme um die Beine geschlungen, und einige von unsern Leuten haben ihn auf den Kopf und in das Gesicht geschlagen, ehe sie ihn fortschleppten, um ihn zu erschießen. Nein, so was kann ich nicht mit thun; dabei wird mir ganz schlecht hier herum,&#x201C; und er deutete auf seinen Magen. &#x201E;Niederschießen will ich so viele, wie Sie verlangen, wenn sie weglaufen, aber angebunden dürfen sie nicht sein.&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Ich war dort, als der Mann erschossen wurde,&#x201C; sagte der Fremde.</p>
        <p>&#x201E;Nun, Sie scheinen überall dabei zu sein,&#x201C; meinte Peter. &#x201E;Haben Sie auch schon Cecil Rhodes mal gesehen?&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Ja, ich habe ihn gesehen.&#x201C;</p>
        <p>&#x201E;Nun, <hi rendition="#g">der</hi> hat die Nigger auf dem Strich,&#x201C; fuhr Peter fort und wärmte seine Hände über der Glut. &#x201E;Es heißt, als er Premierminister unten im Kaplande war, habe er ein Gesetz erlassen wollen, welche es den Herren und Herrinnen gestattete, ihre schwarzen Dienstboten zu prügeln, wenn sie <choice><sic>etwa</sic><corr>etwas</corr></choice> versehen hätten. Aber die übrigen Engländer gaben
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[37/0037] nicht gegen Dich wehren kann. Wenn Einem so was immerzu vorgedröhnt wird, dann hängt’s Einem auch im späteren Leben an und man wird’s nie wieder los. Sehen Sie, da war auch ein Nigger, der erschossen werden sollte. Sie erzählten, der hätte so still gesessen, als ob er aus Stein gehauen wäre, die Arme um die Beine geschlungen, und einige von unsern Leuten haben ihn auf den Kopf und in das Gesicht geschlagen, ehe sie ihn fortschleppten, um ihn zu erschießen. Nein, so was kann ich nicht mit thun; dabei wird mir ganz schlecht hier herum,“ und er deutete auf seinen Magen. „Niederschießen will ich so viele, wie Sie verlangen, wenn sie weglaufen, aber angebunden dürfen sie nicht sein.“ „Ich war dort, als der Mann erschossen wurde,“ sagte der Fremde. „Nun, Sie scheinen überall dabei zu sein,“ meinte Peter. „Haben Sie auch schon Cecil Rhodes mal gesehen?“ „Ja, ich habe ihn gesehen.“ „Nun, der hat die Nigger auf dem Strich,“ fuhr Peter fort und wärmte seine Hände über der Glut. „Es heißt, als er Premierminister unten im Kaplande war, habe er ein Gesetz erlassen wollen, welche es den Herren und Herrinnen gestattete, ihre schwarzen Dienstboten zu prügeln, wenn sie etwas versehen hätten. Aber die übrigen Engländer gaben

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2013-01-21T10:10:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-01-21T10:10:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-01-21T10:10:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schreiner_halket_1898
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schreiner_halket_1898/37
Zitationshilfe: Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schreiner_halket_1898/37>, abgerufen am 19.09.2020.