Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676.

Bild:
<< vorherige Seite

Nachdenkliche Beschreibung
GOttes Feind seyn. Paulus Rom. 8. v. 6. 7. 8. deu-
tet es auch also an: Fleischlich gesinnet seyn/ ist der Tod/
geistlich gesinnet seyn ist Leben und Friede/ denn fleischlich
gesinnet seyn/ ist eine Feindschaft wider GOtt: Die aber
fleischlich gesinnet seyn/ die mögen GOtte nicht gefallen.

Die herrschende Einbildungs Klugheit/ und der ver-
dekte Atheismus, (man mag ihn auch schmükken und
sich dabei bükken/) ist und bleibet dennoch die rechte
Feindschaft GOttes/
und der Wider-Sinn wider
GOtt und wider GOttes Wort/ ist auch allen solchen
Feinden GOttes niemals aufs letzte wol gelungen/ und
so wol zeitlich/ als ewig unfehlbarlich gestraffet worden:
man höre nur davon ein wenig den David/ der also sagt
Psalm. 68. v. 2. 3. Es stehe GOtt auf/ daß seine Fein-
de zerstöret werden/ und die ihn hassen für ihn fliehen.
Psalm. 37. v. 20. Die Gottlosen werden ümkommen
und die Feinde des HErrn/ wann sie gleich sind wie eine
köstliche Aue/ werden sie doch vergehen wie der Rauch
vergehet. Psalm. 92. v. 10. Dann siehe/ deine Feinde
HErr/ siehe/ deine Feinde werden ümkommen/ und alle
Ubelthäter müssen zustreuet werden. Und im Psalm. 139.
v.
20. 21. 22. spricht David: Deine Feinde erheben sich
ohn Ursach/ ich hasse ja HERR/ die dich hassen/ und ver-
dreust mich auf sie/ daß sie sich wider dich setzen/ ich hasse
sie im rechten Ernst. Und Psalm. 83. v. 3. 4. Siehe dei-
ne Feinde toben/ und die dich hassen/ richten den Kopf
auf/ sie machen listige Anschläge/ und rahtschlagen wider
deine Verborgene/ aber so lautet es Psalm. 89. v. 11. Du
zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arme. Und
Esai. cap. 66. v. 14. 15. Da wird man erkennen die
Hand des HErrn an seinen Knechten/ und den Zorn an
seinen Feinden: Denn siehe/ der HErr wird kommen mit
Feur/ daß er vergelte im Grimme seines Zornes. Jud. 5.
v.
30. heisset es auch/ Also müssen ümkommen HErr/

alle

Nachdenkliche Beſchreibung
GOttes Feind ſeyn. Paulus Rom. 8. v. 6. 7. 8. deu-
tet es auch alſo an: Fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt der Tod/
geiſtlich geſinnet ſeyn iſt Leben und Friede/ denn fleiſchlich
geſinnet ſeyn/ iſt eine Feindſchaft wider GOtt: Die aber
fleiſchlich geſinnet ſeyn/ die moͤgen GOtte nicht gefallen.

Die herꝛſchende Einbildungs Klugheit/ und der ver-
dekte Atheiſmus, (man mag ihn auch ſchmuͤkken und
ſich dabei buͤkken/) iſt und bleibet dennoch die rechte
Feindſchaft GOttes/
und der Wider-Sinn wider
GOtt und wider GOttes Wort/ iſt auch allen ſolchen
Feinden GOttes niemals aufs letzte wol gelungen/ und
ſo wol zeitlich/ als ewig unfehlbarlich geſtraffet worden:
man hoͤre nur davon ein wenig den David/ der alſo ſagt
Pſalm. 68. v. 2. 3. Es ſtehe GOtt auf/ daß ſeine Fein-
de zerſtoͤret werden/ und die ihn haſſen fuͤr ihn fliehen.
Pſalm. 37. v. 20. Die Gottloſen werden uͤmkommen
und die Feinde des HErꝛn/ wann ſie gleich ſind wie eine
koͤſtliche Aue/ werden ſie doch vergehen wie der Rauch
vergehet. Pſalm. 92. v. 10. Dann ſiehe/ deine Feinde
HErꝛ/ ſiehe/ deine Feinde werden uͤmkommen/ und alle
Ubelthaͤter muͤſſen zuſtreuet werden. Und im Pſalm. 139.
v.
20. 21. 22. ſpricht David: Deine Feinde erheben ſich
ohn Urſach/ ich haſſe ja HERR/ die dich haſſen/ und ver-
dreuſt mich auf ſie/ daß ſie ſich wider dich ſetzen/ ich haſſe
ſie im rechten Ernſt. Und Pſalm. 83. v. 3. 4. Siehe dei-
ne Feinde toben/ und die dich haſſen/ richten den Kopf
auf/ ſie machen liſtige Anſchlaͤge/ und rahtſchlagen wider
deine Verborgene/ aber ſo lautet es Pſalm. 89. v. 11. Du
zerſtreueſt deine Feinde mit deinem ſtarken Arme. Und
Eſai. cap. 66. v. 14. 15. Da wird man erkennen die
Hand des HErꝛn an ſeinen Knechten/ und den Zorn an
ſeinen Feinden: Denn ſiehe/ der HErꝛ wird kommen mit
Feur/ daß er vergelte im Grimme ſeines Zornes. Jud. 5.
v.
30. heiſſet es auch/ Alſo muͤſſen uͤmkommen HErꝛ/

alle
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0076" n="8"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Nachdenkliche Be&#x017F;chreibung</hi></fw><lb/>
GOttes Feind &#x017F;eyn. <hi rendition="#aq">Paulus Rom. 8. v.</hi> 6. 7. 8. deu-<lb/>
tet es auch al&#x017F;o an: Flei&#x017F;chlich ge&#x017F;innet &#x017F;eyn/ i&#x017F;t der Tod/<lb/>
gei&#x017F;tlich ge&#x017F;innet &#x017F;eyn i&#x017F;t Leben und Friede/ denn flei&#x017F;chlich<lb/>
ge&#x017F;innet &#x017F;eyn/ i&#x017F;t eine Feind&#x017F;chaft wider GOtt: Die aber<lb/>
flei&#x017F;chlich ge&#x017F;innet &#x017F;eyn/ die mo&#x0364;gen GOtte nicht gefallen.</p><lb/>
        <p>Die her&#xA75B;&#x017F;chende Einbildungs Klugheit/ und der ver-<lb/>
dekte <hi rendition="#aq">Athei&#x017F;mus,</hi> (man mag ihn auch &#x017F;chmu&#x0364;kken und<lb/>
&#x017F;ich dabei bu&#x0364;kken/) i&#x017F;t und bleibet dennoch die <hi rendition="#fr">rechte<lb/>
Feind&#x017F;chaft GOttes/</hi> und der Wider-Sinn wider<lb/>
GOtt und wider GOttes Wort/ i&#x017F;t auch allen &#x017F;olchen<lb/>
Feinden GOttes niemals aufs letzte wol gelungen/ und<lb/>
&#x017F;o wol zeitlich/ als ewig unfehlbarlich ge&#x017F;traffet worden:<lb/>
man ho&#x0364;re nur davon ein wenig den David/ der al&#x017F;o &#x017F;agt<lb/><hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 68. v.</hi> 2. 3. Es &#x017F;tehe GOtt auf/ daß &#x017F;eine Fein-<lb/>
de zer&#x017F;to&#x0364;ret werden/ und die ihn ha&#x017F;&#x017F;en fu&#x0364;r ihn fliehen.<lb/><hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 37. v.</hi> 20. Die Gottlo&#x017F;en werden u&#x0364;mkommen<lb/>
und die Feinde des HEr&#xA75B;n/ wann &#x017F;ie gleich &#x017F;ind wie eine<lb/>
ko&#x0364;&#x017F;tliche Aue/ werden &#x017F;ie doch vergehen wie der Rauch<lb/>
vergehet. <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 92. v.</hi> 10. Dann &#x017F;iehe/ deine Feinde<lb/>
HEr&#xA75B;/ &#x017F;iehe/ deine Feinde werden u&#x0364;mkommen/ und alle<lb/>
Ubeltha&#x0364;ter mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en zu&#x017F;treuet werden. Und im <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 139.<lb/>
v.</hi> 20. 21. 22. &#x017F;pricht David: Deine Feinde erheben &#x017F;ich<lb/>
ohn Ur&#x017F;ach/ ich ha&#x017F;&#x017F;e ja HERR/ die dich ha&#x017F;&#x017F;en/ und ver-<lb/>
dreu&#x017F;t mich auf &#x017F;ie/ daß &#x017F;ie &#x017F;ich wider dich &#x017F;etzen/ ich ha&#x017F;&#x017F;e<lb/>
&#x017F;ie im rechten Ern&#x017F;t. Und <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 83. v.</hi> 3. 4. Siehe dei-<lb/>
ne Feinde toben/ und die dich ha&#x017F;&#x017F;en/ richten den Kopf<lb/>
auf/ &#x017F;ie machen li&#x017F;tige An&#x017F;chla&#x0364;ge/ und raht&#x017F;chlagen wider<lb/>
deine Verborgene/ aber &#x017F;o lautet es <hi rendition="#aq">P&#x017F;alm. 89. v.</hi> 11. Du<lb/>
zer&#x017F;treue&#x017F;t deine Feinde mit deinem &#x017F;tarken Arme. Und<lb/><hi rendition="#aq">E&#x017F;ai. cap. 66. v.</hi> 14. 15. Da wird man erkennen die<lb/>
Hand des HEr&#xA75B;n an &#x017F;einen Knechten/ und den Zorn an<lb/>
&#x017F;einen Feinden: Denn &#x017F;iehe/ der HEr&#xA75B; wird kommen mit<lb/>
Feur/ daß er vergelte im Grimme &#x017F;eines Zornes. <hi rendition="#aq">Jud. 5.<lb/>
v.</hi> 30. hei&#x017F;&#x017F;et es auch/ Al&#x017F;o mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en u&#x0364;mkommen HEr&#xA75B;/<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">alle</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[8/0076] Nachdenkliche Beſchreibung GOttes Feind ſeyn. Paulus Rom. 8. v. 6. 7. 8. deu- tet es auch alſo an: Fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt der Tod/ geiſtlich geſinnet ſeyn iſt Leben und Friede/ denn fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt eine Feindſchaft wider GOtt: Die aber fleiſchlich geſinnet ſeyn/ die moͤgen GOtte nicht gefallen. Die herꝛſchende Einbildungs Klugheit/ und der ver- dekte Atheiſmus, (man mag ihn auch ſchmuͤkken und ſich dabei buͤkken/) iſt und bleibet dennoch die rechte Feindſchaft GOttes/ und der Wider-Sinn wider GOtt und wider GOttes Wort/ iſt auch allen ſolchen Feinden GOttes niemals aufs letzte wol gelungen/ und ſo wol zeitlich/ als ewig unfehlbarlich geſtraffet worden: man hoͤre nur davon ein wenig den David/ der alſo ſagt Pſalm. 68. v. 2. 3. Es ſtehe GOtt auf/ daß ſeine Fein- de zerſtoͤret werden/ und die ihn haſſen fuͤr ihn fliehen. Pſalm. 37. v. 20. Die Gottloſen werden uͤmkommen und die Feinde des HErꝛn/ wann ſie gleich ſind wie eine koͤſtliche Aue/ werden ſie doch vergehen wie der Rauch vergehet. Pſalm. 92. v. 10. Dann ſiehe/ deine Feinde HErꝛ/ ſiehe/ deine Feinde werden uͤmkommen/ und alle Ubelthaͤter muͤſſen zuſtreuet werden. Und im Pſalm. 139. v. 20. 21. 22. ſpricht David: Deine Feinde erheben ſich ohn Urſach/ ich haſſe ja HERR/ die dich haſſen/ und ver- dreuſt mich auf ſie/ daß ſie ſich wider dich ſetzen/ ich haſſe ſie im rechten Ernſt. Und Pſalm. 83. v. 3. 4. Siehe dei- ne Feinde toben/ und die dich haſſen/ richten den Kopf auf/ ſie machen liſtige Anſchlaͤge/ und rahtſchlagen wider deine Verborgene/ aber ſo lautet es Pſalm. 89. v. 11. Du zerſtreueſt deine Feinde mit deinem ſtarken Arme. Und Eſai. cap. 66. v. 14. 15. Da wird man erkennen die Hand des HErꝛn an ſeinen Knechten/ und den Zorn an ſeinen Feinden: Denn ſiehe/ der HErꝛ wird kommen mit Feur/ daß er vergelte im Grimme ſeines Zornes. Jud. 5. v. 30. heiſſet es auch/ Alſo muͤſſen uͤmkommen HErꝛ/ alle

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/76
Zitationshilfe: Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/76>, abgerufen am 13.08.2020.