Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676.

Bild:
<< vorherige Seite

und alle dahin gehörige Sachen/ vermittelst
gnugsamer Erörterung/ nach Göttlichen und
Weltlichen Rechten/ entscheiden lassen.

Gleich wie auch vor diesem das Send-
gericht/
oder die cognitio synodalis, so viel
man aus den alten Landordnungen und Uhr-
kunden wahrnimt/ darin bestanden/ daß alle
Sendrugen haben müssen fleissig untersuchet/
auch ob mehr verhanden/ inquirirt werden;
Nach Befindung auch so fort geendert/ gebes-
sert/ scharf verwiesen/ auch unverseumt ge-
straffet/ mancherlei poenitentz angedeutet/ und
zu offentlicher Kirchen Bus gezogen/ und al-
so auch durch dieses geistliche Zwangmittel ü-
berall Sünd und Unzucht verhindert/ und je-
der in seinem Christenthum zum Glauben und
Unschuld mit angereitzet/ und ein seeliges Wesen
in jeder Lebens Art recht mit angewiesen wor-
den: Also sind nich weniger/ Grosgönstige
und Hochgeehrte Herren
Collegae, in dieses
unser Geistliches Gericht/ und Consistori-
um,
welches auch in hiesigen Landen durch die
gnädigste Landes-Fürstliche Obrigkeit an stat
des Send Sitzens/ vorlängst Christlöblich
verordnet worden/ zugleich die alten drei
Haupt Puncta aus dem rühmlichen strengen
Sendgebrauche mit eingeflossen/ als inqui-

sitio,

und alle dahin gehoͤrige Sachen/ vermittelſt
gnugſamer Eroͤrterung/ nach Goͤttlichen und
Weltlichen Rechten/ entſcheiden laſſen.

Gleich wie auch vor dieſem das Send-
gericht/
oder die cognitio ſynodalis, ſo viel
man aus den alten Landordnungen und Uhr-
kunden wahrnimt/ darin beſtanden/ daß alle
Sendrugen haben muͤſſen fleiſſig unteꝛſuchet/
auch ob mehr verhanden/ inquirirt werden;
Nach Befindung auch ſo fort geendert/ gebeſ-
ſert/ ſcharf verwieſen/ auch unverſeumt ge-
ſtraffet/ mancherlei pœnitentz angedeutet/ und
zu offentlicher Kirchen Bus gezogen/ und al-
ſo auch durch dieſes geiſtliche Zwangmittel uͤ-
berall Suͤnd und Unzucht verhindert/ und je-
der in ſeinem Chriſtenthum zum Glauben und
Unſchuld mit angereitzet/ uñ ein ſeeliges Weſen
in jeder Lebens Art recht mit angewieſen wor-
den: Alſo ſind nich weniger/ Grosgoͤnſtige
und Hochgeehrte Herren
Collegæ, in dieſes
unſer Geiſtliches Gericht/ und Conſiſtori-
um,
welches auch in hieſigen Landen durch die
gnaͤdigſte Landes-Fuͤrſtliche Obrigkeit an ſtat
des Send Sitzens/ vorlaͤngſt Chriſtloͤblich
verordnet worden/ zugleich die alten drei
Haupt Puncta aus dem ruͤhmlichen ſtrengen
Sendgebrauche mit eingefloſſen/ als inqui-

ſitio,
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div type="dedication">
        <p><pb facs="#f0026"/>
und alle dahin geho&#x0364;rige Sachen/ vermittel&#x017F;t<lb/>
gnug&#x017F;amer Ero&#x0364;rterung/ nach Go&#x0364;ttlichen und<lb/>
Weltlichen Rechten/ ent&#x017F;cheiden la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
        <p>Gleich wie auch vor die&#x017F;em das <hi rendition="#fr">Send-<lb/>
gericht/</hi> oder die <hi rendition="#aq">cognitio &#x017F;ynodalis,</hi> &#x017F;o viel<lb/>
man aus den alten Landordnungen und Uhr-<lb/>
kunden wahrnimt/ darin be&#x017F;tanden/ daß alle<lb/><hi rendition="#fr">Sendrugen</hi> haben mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en flei&#x017F;&#x017F;ig unte&#xA75B;&#x017F;uchet/<lb/>
auch ob mehr verhanden/ <hi rendition="#aq">inquirirt</hi> werden;<lb/>
Nach Befindung auch &#x017F;o fort geendert/ gebe&#x017F;-<lb/>
&#x017F;ert/ &#x017F;charf verwie&#x017F;en/ auch unver&#x017F;eumt ge-<lb/>
&#x017F;traffet/ mancherlei <hi rendition="#aq">p&#x0153;niten</hi>tz angedeutet/ und<lb/>
zu offentlicher Kirchen Bus gezogen/ und al-<lb/>
&#x017F;o auch durch die&#x017F;es gei&#x017F;tliche Zwangmittel u&#x0364;-<lb/>
berall Su&#x0364;nd und Unzucht verhindert/ und je-<lb/>
der in &#x017F;einem Chri&#x017F;tenthum zum Glauben und<lb/>
Un&#x017F;chuld mit angereitzet/ un&#x0303; ein &#x017F;eeliges We&#x017F;en<lb/>
in jeder <hi rendition="#fr">Lebens Art</hi> recht mit angewie&#x017F;en wor-<lb/>
den: Al&#x017F;o &#x017F;ind nich weniger/ <hi rendition="#fr">Grosgo&#x0364;n&#x017F;tige<lb/>
und Hochgeehrte Herren</hi> <hi rendition="#aq">Collegæ,</hi> in die&#x017F;es<lb/>
un&#x017F;er <hi rendition="#fr">Gei&#x017F;tliches Gericht/</hi> und <hi rendition="#aq">Con&#x017F;i&#x017F;tori-<lb/>
um,</hi> welches auch in hie&#x017F;igen Landen durch die<lb/>
gna&#x0364;dig&#x017F;te Landes-Fu&#x0364;r&#x017F;tliche Obrigkeit an &#x017F;tat<lb/>
des <hi rendition="#fr">Send Sitzens/</hi> vorla&#x0364;ng&#x017F;t Chri&#x017F;tlo&#x0364;blich<lb/>
verordnet worden/ zugleich die alten drei<lb/>
Haupt Puncta aus dem ru&#x0364;hmlichen &#x017F;trengen<lb/><hi rendition="#fr">Sendgebrauche</hi> mit eingeflo&#x017F;&#x017F;en/ als <hi rendition="#aq">inqui-</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">&#x017F;itio,</hi></fw><lb/></p>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0026] und alle dahin gehoͤrige Sachen/ vermittelſt gnugſamer Eroͤrterung/ nach Goͤttlichen und Weltlichen Rechten/ entſcheiden laſſen. Gleich wie auch vor dieſem das Send- gericht/ oder die cognitio ſynodalis, ſo viel man aus den alten Landordnungen und Uhr- kunden wahrnimt/ darin beſtanden/ daß alle Sendrugen haben muͤſſen fleiſſig unteꝛſuchet/ auch ob mehr verhanden/ inquirirt werden; Nach Befindung auch ſo fort geendert/ gebeſ- ſert/ ſcharf verwieſen/ auch unverſeumt ge- ſtraffet/ mancherlei pœnitentz angedeutet/ und zu offentlicher Kirchen Bus gezogen/ und al- ſo auch durch dieſes geiſtliche Zwangmittel uͤ- berall Suͤnd und Unzucht verhindert/ und je- der in ſeinem Chriſtenthum zum Glauben und Unſchuld mit angereitzet/ uñ ein ſeeliges Weſen in jeder Lebens Art recht mit angewieſen wor- den: Alſo ſind nich weniger/ Grosgoͤnſtige und Hochgeehrte Herren Collegæ, in dieſes unſer Geiſtliches Gericht/ und Conſiſtori- um, welches auch in hieſigen Landen durch die gnaͤdigſte Landes-Fuͤrſtliche Obrigkeit an ſtat des Send Sitzens/ vorlaͤngſt Chriſtloͤblich verordnet worden/ zugleich die alten drei Haupt Puncta aus dem ruͤhmlichen ſtrengen Sendgebrauche mit eingefloſſen/ als inqui- ſitio,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/26
Zitationshilfe: Schottel, Justus Georg: Grausame Beschreibung und Vorstellung Der Hölle Und der Höllischen Qwal . Wolfenbüttel, 1676, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schottel_hoelle_1676/26>, abgerufen am 28.09.2020.