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Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Bd. 1. Leipzig, 1900.

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Erstes Buch. Land, Leute und Technik.
mit den Naturvölkern volkswirtschaftlich gar nicht in eine Linie gestellt werden kann,
versteht sich von selbst. --

Es ist nicht angezeigt, hier zum Schluß dieser Einzelschilderungen zu versuchen,
sie und die obigen allgemeinen Ausführungen zu abschließenden Resultaten zusammen-
zufassen. Soweit derartiges bisher versucht wurde, wie von Gobineau oder neuerdings
von Vierkandt, gehört es nicht hieher, sondern etwa in unsere Schlußbetrachtung. Nur
ein Wort der Kritik möchte ich hier noch beifügen. Unser Wissen auf dem vorstehenden Ge-
biete, das allgemeinere in Bezug auf die Rassen, ihre Entstehung, Änderung und Spaltung,
auf Vererbung und Ähnliches, wie das speciellere in Bezug auf die wichtigsten Rassen-
und Völkertypen hat den Grad der Ausbildung sicherlich nicht erreicht, der für seine
Benutzung zu volkswirtschaftlichen Untersuchungen wünschenswert wäre. Den psycho-
logischen Völkerbildern, die wir gaben, kann man vorwerfen, es sei nicht deutlich zu
sehen, was in ihnen Folge des erblichen Rassentypus, was Folge des Landes, der
augenblicklichen geistigen Zustände und gesellschaftlichen Einrichtungen sei; man wird
sagen müssen, daß aus keinem derselben sich ohne weiteres die Geschichte oder die Volks-
wirtschaft des betreffenden Volkes ableiten lassen könne. Aber doch ist schon dieses Wissen
nicht ohne Wert und wissenschaftliche Bedeutung.

Jede gute volkswirtschaftliche Schilderung von Ländern, Industrien, Agrarzuständen
geht heute von einem konkreten psychologisch-ethnographischen, einheitlichen Bilde der
handelnden Menschen aus. Alles volkswirtschaftliche Urteilen ist ein sichereres, wenn es
nicht bloß den abstrakten Menschen oder gar seinen Erwerbstrieb, sondern die Spielarten
der Rassentypen im Auge hat, wie wir schon in allen älteren Lehrbüchern sehen, die
bei der Erörterung der Arbeitskraft von den Rassen, Volkscharakteren, nationalen Arbeits-
sitten, der verschiedenen nationalen Auffassung der Arbeitsehre sprachen. Alles Schließen
über volkswirtschaftliche Institutionen und ihre Umbildung, über die Verbreitung tech-
nischer Künste und socialer Einrichtungen von Volk zu Volk hat einen besseren Boden,
wenn wir die Rassentypen, ihre Verwandtschaft und Verschiedenheit kennen, wenn wir
erwägen, wie das Eindringen höherstehender Individuen auf bestimmte Rassen und die
Rassenmischung wirke. Für alle diese wissenschaftlichen Aufgaben ist der besser aus-
gerüstet, welcher wenigstens die allgemeinen Resultate der Völkerkunde kennt. Was Knies
schon vor fast 50 Jahren in seinem Abschnitte "Über den nationalen Menschen" ver-
langte, das sollte hier wenigstens im Umrisse versucht werden.

3. Die Bevölkerung, ihre natürliche Gliederung und Bewegung.
Allgemeines. Süßmilch, Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen
Geschlechtes. 1742. 4. Aufl. 1775, ed. Baumann. --
Malthus, Essay on the principle of
population.
Anonym 1798, dann mit dem Namen öfter 1803--72; deutsch von Hegewisch 1807, von
Stöpel 1879. --
Ch. Bernoulli, Handbuch der Populationistik. 1841. -- v. Mohl, Geschichte und
Litteratur der Bevölkerungslehre. (Gesch. u. Litt. d. Staatsw. 3, 409 ff.) 1858. --
Wappäus, All-
gemeine Bevölkerungsstatistik. 2 Bde. 1859. --
Roscher, Die Bevölkerung. (Grundlagen d. Nationalök.
Buch IV) 1854--97. --
Rümelin, R. A., 2 Bde., 1875 u. 1881, und die Bevölkerungslehre (in
Schönbergs Handbuch d. pol. Ökon. 1882--95, 1). --
v. Mayr, Die Gesetzmäßigkeit im Gesell-
schaftsleben. 1877; -- ders., Die Bevölkerungsstatitik. 1897. --
Westergaard, Die Lehre von der
Mortalität und Morbilität. 1881. --
J. F. Neumann, Beiträge zur Geschichte der Bevölkerung
in Deutschland seit Anfang des 19. Jahrhunderts. 5 Bde. 1883--1894. --
Georg Hansen, Die
drei Bevölkerungsstufen. 1889. --
v. Fircks, Bevölkerungslehre und Bevölkerungspolitik. 1898.
v. Mayr, Allgemeines statistisches Archiv, seit 1890 5 Bde. --
Bulletin de l'institut inter-
national de Statistique,
seit 1886 11 Bde. --
Journal of the statistical society of London, seit
1839 62 Bde. Außerdem die zahlreichen Zeitschriften der einzelnen statistischen Ämter. --
Die Be-
völkerung der Erde, von Behm, H. Wagner und Supan, im Geogr. Jahrb. 1866 und
wiederholt in Petermanns Mitteilungen aus J. Perthes' geogr. Anstalt 1871 bis 1893.
Bevölkerungsgeschichte. Hume, Menge der Menschen bei den alten Nationen. Vermischte
Schriften. 3; deutsch 1754. --
Zumpt, Über den Stand der Bevölkerung und die Volks-
vermehrung im Altertum. 1841. --
Dieterici, Über die Vermehrung der Bevölkerung seit dem
Ende oder der Mitte des 17. Jahrhunderts. Berl. Akad., phil.-histor. Kl., 1850. --
v. Schönberg

Erſtes Buch. Land, Leute und Technik.
mit den Naturvölkern volkswirtſchaftlich gar nicht in eine Linie geſtellt werden kann,
verſteht ſich von ſelbſt. —

Es iſt nicht angezeigt, hier zum Schluß dieſer Einzelſchilderungen zu verſuchen,
ſie und die obigen allgemeinen Ausführungen zu abſchließenden Reſultaten zuſammen-
zufaſſen. Soweit derartiges bisher verſucht wurde, wie von Gobineau oder neuerdings
von Vierkandt, gehört es nicht hieher, ſondern etwa in unſere Schlußbetrachtung. Nur
ein Wort der Kritik möchte ich hier noch beifügen. Unſer Wiſſen auf dem vorſtehenden Ge-
biete, das allgemeinere in Bezug auf die Raſſen, ihre Entſtehung, Änderung und Spaltung,
auf Vererbung und Ähnliches, wie das ſpeciellere in Bezug auf die wichtigſten Raſſen-
und Völkertypen hat den Grad der Ausbildung ſicherlich nicht erreicht, der für ſeine
Benutzung zu volkswirtſchaftlichen Unterſuchungen wünſchenswert wäre. Den pſycho-
logiſchen Völkerbildern, die wir gaben, kann man vorwerfen, es ſei nicht deutlich zu
ſehen, was in ihnen Folge des erblichen Raſſentypus, was Folge des Landes, der
augenblicklichen geiſtigen Zuſtände und geſellſchaftlichen Einrichtungen ſei; man wird
ſagen müſſen, daß aus keinem derſelben ſich ohne weiteres die Geſchichte oder die Volks-
wirtſchaft des betreffenden Volkes ableiten laſſen könne. Aber doch iſt ſchon dieſes Wiſſen
nicht ohne Wert und wiſſenſchaftliche Bedeutung.

Jede gute volkswirtſchaftliche Schilderung von Ländern, Induſtrien, Agrarzuſtänden
geht heute von einem konkreten pſychologiſch-ethnographiſchen, einheitlichen Bilde der
handelnden Menſchen aus. Alles volkswirtſchaftliche Urteilen iſt ein ſichereres, wenn es
nicht bloß den abſtrakten Menſchen oder gar ſeinen Erwerbstrieb, ſondern die Spielarten
der Raſſentypen im Auge hat, wie wir ſchon in allen älteren Lehrbüchern ſehen, die
bei der Erörterung der Arbeitskraft von den Raſſen, Volkscharakteren, nationalen Arbeits-
ſitten, der verſchiedenen nationalen Auffaſſung der Arbeitsehre ſprachen. Alles Schließen
über volkswirtſchaftliche Inſtitutionen und ihre Umbildung, über die Verbreitung tech-
niſcher Künſte und ſocialer Einrichtungen von Volk zu Volk hat einen beſſeren Boden,
wenn wir die Raſſentypen, ihre Verwandtſchaft und Verſchiedenheit kennen, wenn wir
erwägen, wie das Eindringen höherſtehender Individuen auf beſtimmte Raſſen und die
Raſſenmiſchung wirke. Für alle dieſe wiſſenſchaftlichen Aufgaben iſt der beſſer aus-
gerüſtet, welcher wenigſtens die allgemeinen Reſultate der Völkerkunde kennt. Was Knies
ſchon vor faſt 50 Jahren in ſeinem Abſchnitte „Über den nationalen Menſchen“ ver-
langte, das ſollte hier wenigſtens im Umriſſe verſucht werden.

3. Die Bevölkerung, ihre natürliche Gliederung und Bewegung.
Allgemeines. Süßmilch, Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menſchlichen
Geſchlechtes. 1742. 4. Aufl. 1775, ed. Baumann. —
Malthus, Essay on the principle of
population.
Anonym 1798, dann mit dem Namen öfter 1803—72; deutſch von Hegewiſch 1807, von
Stöpel 1879. —
Ch. Bernoulli, Handbuch der Populationiſtik. 1841. — v. Mohl, Geſchichte und
Litteratur der Bevölkerungslehre. (Geſch. u. Litt. d. Staatsw. 3, 409 ff.) 1858. —
Wappäus, All-
gemeine Bevölkerungsſtatiſtik. 2 Bde. 1859. —
Roſcher, Die Bevölkerung. (Grundlagen d. Nationalök.
Buch IV) 1854—97. —
Rümelin, R. A., 2 Bde., 1875 u. 1881, und die Bevölkerungslehre (in
Schönbergs Handbuch d. pol. Ökon. 1882—95, 1). —
v. Mayr, Die Geſetzmäßigkeit im Geſell-
ſchaftsleben. 1877; — derſ., Die Bevölkerungsſtatitik. 1897. —
Weſtergaard, Die Lehre von der
Mortalität und Morbilität. 1881. —
J. F. Neumann, Beiträge zur Geſchichte der Bevölkerung
in Deutſchland ſeit Anfang des 19. Jahrhunderts. 5 Bde. 1883—1894. —
Georg Hanſen, Die
drei Bevölkerungsſtufen. 1889. —
v. Fircks, Bevölkerungslehre und Bevölkerungspolitik. 1898.
v. Mayr, Allgemeines ſtatiſtiſches Archiv, ſeit 1890 5 Bde. —
Bulletin de l’institut inter-
national de Statistique,
ſeit 1886 11 Bde. —
Journal of the statistical society of London, ſeit
1839 62 Bde. Außerdem die zahlreichen Zeitſchriften der einzelnen ſtatiſtiſchen Ämter. —
Die Be-
völkerung der Erde, von Behm, H. Wagner und Supan, im Geogr. Jahrb. 1866 und
wiederholt in Petermanns Mitteilungen aus J. Perthes’ geogr. Anſtalt 1871 bis 1893.
Bevölkerungsgeſchichte. Hume, Menge der Menſchen bei den alten Nationen. Vermiſchte
Schriften. 3; deutſch 1754. —
Zumpt, Über den Stand der Bevölkerung und die Volks-
vermehrung im Altertum. 1841. —
Dieterici, Über die Vermehrung der Bevölkerung ſeit dem
Ende oder der Mitte des 17. Jahrhunderts. Berl. Akad., phil.-hiſtor. Kl., 1850. —
v. Schönberg
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[158/0174] Erſtes Buch. Land, Leute und Technik. mit den Naturvölkern volkswirtſchaftlich gar nicht in eine Linie geſtellt werden kann, verſteht ſich von ſelbſt. — Es iſt nicht angezeigt, hier zum Schluß dieſer Einzelſchilderungen zu verſuchen, ſie und die obigen allgemeinen Ausführungen zu abſchließenden Reſultaten zuſammen- zufaſſen. Soweit derartiges bisher verſucht wurde, wie von Gobineau oder neuerdings von Vierkandt, gehört es nicht hieher, ſondern etwa in unſere Schlußbetrachtung. Nur ein Wort der Kritik möchte ich hier noch beifügen. Unſer Wiſſen auf dem vorſtehenden Ge- biete, das allgemeinere in Bezug auf die Raſſen, ihre Entſtehung, Änderung und Spaltung, auf Vererbung und Ähnliches, wie das ſpeciellere in Bezug auf die wichtigſten Raſſen- und Völkertypen hat den Grad der Ausbildung ſicherlich nicht erreicht, der für ſeine Benutzung zu volkswirtſchaftlichen Unterſuchungen wünſchenswert wäre. Den pſycho- logiſchen Völkerbildern, die wir gaben, kann man vorwerfen, es ſei nicht deutlich zu ſehen, was in ihnen Folge des erblichen Raſſentypus, was Folge des Landes, der augenblicklichen geiſtigen Zuſtände und geſellſchaftlichen Einrichtungen ſei; man wird ſagen müſſen, daß aus keinem derſelben ſich ohne weiteres die Geſchichte oder die Volks- wirtſchaft des betreffenden Volkes ableiten laſſen könne. Aber doch iſt ſchon dieſes Wiſſen nicht ohne Wert und wiſſenſchaftliche Bedeutung. Jede gute volkswirtſchaftliche Schilderung von Ländern, Induſtrien, Agrarzuſtänden geht heute von einem konkreten pſychologiſch-ethnographiſchen, einheitlichen Bilde der handelnden Menſchen aus. Alles volkswirtſchaftliche Urteilen iſt ein ſichereres, wenn es nicht bloß den abſtrakten Menſchen oder gar ſeinen Erwerbstrieb, ſondern die Spielarten der Raſſentypen im Auge hat, wie wir ſchon in allen älteren Lehrbüchern ſehen, die bei der Erörterung der Arbeitskraft von den Raſſen, Volkscharakteren, nationalen Arbeits- ſitten, der verſchiedenen nationalen Auffaſſung der Arbeitsehre ſprachen. Alles Schließen über volkswirtſchaftliche Inſtitutionen und ihre Umbildung, über die Verbreitung tech- niſcher Künſte und ſocialer Einrichtungen von Volk zu Volk hat einen beſſeren Boden, wenn wir die Raſſentypen, ihre Verwandtſchaft und Verſchiedenheit kennen, wenn wir erwägen, wie das Eindringen höherſtehender Individuen auf beſtimmte Raſſen und die Raſſenmiſchung wirke. Für alle dieſe wiſſenſchaftlichen Aufgaben iſt der beſſer aus- gerüſtet, welcher wenigſtens die allgemeinen Reſultate der Völkerkunde kennt. Was Knies ſchon vor faſt 50 Jahren in ſeinem Abſchnitte „Über den nationalen Menſchen“ ver- langte, das ſollte hier wenigſtens im Umriſſe verſucht werden. 3. Die Bevölkerung, ihre natürliche Gliederung und Bewegung. Allgemeines. Süßmilch, Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menſchlichen Geſchlechtes. 1742. 4. Aufl. 1775, ed. Baumann. — Malthus, Essay on the principle of population. Anonym 1798, dann mit dem Namen öfter 1803—72; deutſch von Hegewiſch 1807, von Stöpel 1879. — Ch. Bernoulli, Handbuch der Populationiſtik. 1841. — v. Mohl, Geſchichte und Litteratur der Bevölkerungslehre. (Geſch. u. Litt. d. Staatsw. 3, 409 ff.) 1858. — Wappäus, All- gemeine Bevölkerungsſtatiſtik. 2 Bde. 1859. — Roſcher, Die Bevölkerung. (Grundlagen d. Nationalök. Buch IV) 1854—97. — Rümelin, R. A., 2 Bde., 1875 u. 1881, und die Bevölkerungslehre (in Schönbergs Handbuch d. pol. Ökon. 1882—95, 1). — v. Mayr, Die Geſetzmäßigkeit im Geſell- ſchaftsleben. 1877; — derſ., Die Bevölkerungsſtatitik. 1897. — Weſtergaard, Die Lehre von der Mortalität und Morbilität. 1881. — J. F. Neumann, Beiträge zur Geſchichte der Bevölkerung in Deutſchland ſeit Anfang des 19. Jahrhunderts. 5 Bde. 1883—1894. — Georg Hanſen, Die drei Bevölkerungsſtufen. 1889. — v. Fircks, Bevölkerungslehre und Bevölkerungspolitik. 1898. v. Mayr, Allgemeines ſtatiſtiſches Archiv, ſeit 1890 5 Bde. — Bulletin de l’institut inter- national de Statistique, ſeit 1886 11 Bde. — Journal of the statistical society of London, ſeit 1839 62 Bde. Außerdem die zahlreichen Zeitſchriften der einzelnen ſtatiſtiſchen Ämter. — Die Be- völkerung der Erde, von Behm, H. Wagner und Supan, im Geogr. Jahrb. 1866 und wiederholt in Petermanns Mitteilungen aus J. Perthes’ geogr. Anſtalt 1871 bis 1893. Bevölkerungsgeſchichte. Hume, Menge der Menſchen bei den alten Nationen. Vermiſchte Schriften. 3; deutſch 1754. — Zumpt, Über den Stand der Bevölkerung und die Volks- vermehrung im Altertum. 1841. — Dieterici, Über die Vermehrung der Bevölkerung ſeit dem Ende oder der Mitte des 17. Jahrhunderts. Berl. Akad., phil.-hiſtor. Kl., 1850. — v. Schönberg

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Zitationshilfe: Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Bd. 1. Leipzig, 1900, S. 158. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schmoller_grundriss01_1900/174>, abgerufen am 13.12.2019.