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Schlegel, Friedrich von: Lucinde. Berlin, 1799.

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stimmten Wunsch haben. Aber über
die Erziehung habe ich schon unsäg-
lich viel gedacht, nämlich, wie wir
unser Kind vor aller Erziehung sorg-
fältig bewahren wollen; vielleicht
mehr als drei vernünftige Väter
denken und sorgen, um ihre Nach-
kommenschaft gleich von der Wiege
in lauter Sittlichkeit einzuschnüren.

Ich habe einige Entwürfe gemacht,
die dir gefallen werden. Auf dich
ist sehr dabei gerechnet. Nur mußt
du die Kunst nicht vernachläßigen!
-- Würdest du für deine Tochter
wenn es eine Tochter wäre, lieber das
Portrait oder die Landschaft wäh-
len? --



ſtimmten Wunſch haben. Aber über
die Erziehung habe ich ſchon unſäg-
lich viel gedacht, nämlich, wie wir
unſer Kind vor aller Erziehung ſorg-
fältig bewahren wollen; vielleicht
mehr als drei vernünftige Väter
denken und ſorgen, um ihre Nach-
kommenſchaft gleich von der Wiege
in lauter Sittlichkeit einzuſchnüren.

Ich habe einige Entwürfe gemacht,
die dir gefallen werden. Auf dich
iſt ſehr dabei gerechnet. Nur mußt
du die Kunſt nicht vernachläßigen!
— Würdeſt du für deine Tochter
wenn es eine Tochter wäre, lieber das
Portrait oder die Landſchaft wäh-
len? —



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[246/0251] ſtimmten Wunſch haben. Aber über die Erziehung habe ich ſchon unſäg- lich viel gedacht, nämlich, wie wir unſer Kind vor aller Erziehung ſorg- fältig bewahren wollen; vielleicht mehr als drei vernünftige Väter denken und ſorgen, um ihre Nach- kommenſchaft gleich von der Wiege in lauter Sittlichkeit einzuſchnüren. Ich habe einige Entwürfe gemacht, die dir gefallen werden. Auf dich iſt ſehr dabei gerechnet. Nur mußt du die Kunſt nicht vernachläßigen! — Würdeſt du für deine Tochter wenn es eine Tochter wäre, lieber das Portrait oder die Landſchaft wäh- len? —

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Zitationshilfe: Schlegel, Friedrich von: Lucinde. Berlin, 1799, S. 246. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schlegel_lucinde_1799/251>, abgerufen am 15.08.2020.