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Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650.

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D. S. erstes
Aber der Donnerstein bleibet zu fest/
Daß ich nun sagen muß/ steinerne Zier:
Alles ist härter/ als steinern/ an dir.
XIV.
An seine Melinde.
Fürstinne meiner Seelen/
Wie kanstu mich denn nur
Biß an das Leben quälen/
Du schöne Creatur?
Kan denn die Marter meiner Liebes-Pein
Durch dich nicht einmal außgetilget seyn?
Melinde laß dein wancken/
Nim die Beständigkeit
Mit lieblichen Gedancken
Jn deine Sicherheit.
Erzeige meiner angeregten Brunst
Des Mundes Kuß/ und deines Hertzens Gunst.
Gib her die Gegen-Liebe/
Die du nicht bey dir hast.
Jch finde was ich übe/
An mir halb Lust/ halb Last.
Halb Lust an deiner Augen-Gold und Glantz/
Halb Last/ dieweil du mich wilt tödten gantz.
Verschone meines Lebens/
Jch liebe wie ich soll.
Bistu denn gar ver gebens
So grosser Schönheit voll?
Vmbsonst ists nicht/ daß dir der Götter Rath
So eine Trefligkeit verliehen hat.
Auf
D. S. erſtes
Aber der Donnerſtein bleibet zu feſt/
Daß ich nun ſagen muß/ ſteinerne Zier:
Alles iſt haͤrter/ als ſteinern/ an dir.
XIV.
An ſeine Melinde.
Fuͤrſtinne meiner Seelen/
Wie kanſtu mich denn nur
Biß an das Leben quaͤlen/
Du ſchoͤne Creatur?
Kan denn die Marter meiner Liebes-Pein
Durch dich nicht einmal außgetilget ſeyn?
Melinde laß dein wancken/
Nim die Beſtaͤndigkeit
Mit lieblichen Gedancken
Jn deine Sicherheit.
Erzeige meiner angeregten Brunſt
Des Mundes Kuß/ und deines Hertzens Gunſt.
Gib her die Gegen-Liebe/
Die du nicht bey dir haſt.
Jch finde was ich uͤbe/
An mir halb Luſt/ halb Laſt.
Halb Luſt an deiner Augen-Gold und Glantz/
Halb Laſt/ dieweil du mich wilt toͤdten gantz.
Verſchone meines Lebens/
Jch liebe wie ich ſoll.
Biſtu denn gar ver gebens
So groſſer Schoͤnheit voll?
Vmbſonſt iſts nicht/ daß dir der Goͤtter Rath
So eine Trefligkeit verliehen hat.
Auf
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[22/0050] D. S. erſtes Aber der Donnerſtein bleibet zu feſt/ Daß ich nun ſagen muß/ ſteinerne Zier: Alles iſt haͤrter/ als ſteinern/ an dir. XIV. An ſeine Melinde. Fuͤrſtinne meiner Seelen/ Wie kanſtu mich denn nur Biß an das Leben quaͤlen/ Du ſchoͤne Creatur? Kan denn die Marter meiner Liebes-Pein Durch dich nicht einmal außgetilget ſeyn? Melinde laß dein wancken/ Nim die Beſtaͤndigkeit Mit lieblichen Gedancken Jn deine Sicherheit. Erzeige meiner angeregten Brunſt Des Mundes Kuß/ und deines Hertzens Gunſt. Gib her die Gegen-Liebe/ Die du nicht bey dir haſt. Jch finde was ich uͤbe/ An mir halb Luſt/ halb Laſt. Halb Luſt an deiner Augen-Gold und Glantz/ Halb Laſt/ dieweil du mich wilt toͤdten gantz. Verſchone meines Lebens/ Jch liebe wie ich ſoll. Biſtu denn gar ver gebens So groſſer Schoͤnheit voll? Vmbſonſt iſts nicht/ daß dir der Goͤtter Rath So eine Trefligkeit verliehen hat. Auf

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Zitationshilfe: Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/50>, abgerufen am 22.03.2019.