Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650.

Bild:
<< vorherige Seite

Starter; So hat Teutschland nunmehr sei-
ne Barthe/ Werder/ Opitze/ Buchner/ Ta-
che/ Flemminge/ Lunde/ Tzscherninge/ Ri-
ste/ Harstörffer/ Bremen/ Roberthine/ Fin-
ckelthause/ Rumpler/ Cahlene/ Hartmänner/
Zesie/ Clajen/ Ziegler/ und viel andere stat-
liche Fruchtbringende Gemühter/ daß es da-
durch stoltz und hochmühtig zu werden sich
wol aufblehen könte/ wenn es seine alte Auf-
richtigkeit und Treue zugeben wolte. Und
wenn wir nicht an so viel Mecenaten Mangel
erlitten/ so würden sich gewiß mehr Marones
und Horatzen/ als Baff und Meffe blicken und
sehen lassen. Die alten Römischen Helden
haben es in diesem fall vor einen hohen Ruhm
geachtet/ solche trefliche Geister zu beehren/
damit die Nachkommen etwas hätten/ das sie
beydes zu jhrem Lobe/ und auch zu billiger
Nachfolge anreitzen könte. Scipio hat des
Ennius Gedichte so hoch gehalten/ daß er sie
auch vor das beste Buch seiner Zeit geschätzet.
Cherilus (wiewol er nicht sehr anmuhtig)
und Homerus/ welcher zuerst von dem Spar-
tanischen Gesetzgeber Lycurgus zusammen
gebracht worden/ sind des grossen Alexanders
stete Reise-geferthen gewesen. Darius hat
der Stadt Thebe deßwegen verschonet/ weil
der Pindarus in Jhr geboren und erzogen
worden. Epius oder (wie Quintilianus aus

dem
(a) jv

Starter; So hat Teutſchland nunmehr ſei-
ne Barthe/ Werder/ Opitze/ Buchner/ Ta-
che/ Flemminge/ Lunde/ Tzſcherninge/ Ri-
ſte/ Harſtoͤrffer/ Bremen/ Roberthine/ Fin-
ckelthauſe/ Rumpler/ Cahlene/ Hartmaͤñer/
Zeſie/ Clajen/ Ziegler/ und viel andere ſtat-
liche Fruchtbringende Gemuͤhter/ daß es da-
durch ſtoltz und hochmuͤhtig zu werden ſich
wol aufblehen koͤnte/ wenn es ſeine alte Auf-
richtigkeit und Treue zugeben wolte. Und
wenn wir nicht an ſo viel Mecenaten Mangel
erlitten/ ſo wuͤrden ſich gewiß mehr Marones
und Horatzen/ als Baff und Meffe blicken uñ
ſehen laſſen. Die alten Roͤmiſchen Helden
haben es in dieſem fall vor einẽ hohen Ruhm
geachtet/ ſolche trefliche Geiſter zu beehren/
damit die Nachkommen etwas haͤtten/ das ſie
beydes zu jhrem Lobe/ und auch zu billiger
Nachfolge anreitzen koͤnte. Scipio hat des
Ennius Gedichte ſo hoch gehalten/ daß er ſie
auch vor das beſte Buch ſeiner Zeit geſchaͤtzet.
Cherilus (wiewol er nicht ſehr anmuhtig)
und Homerus/ welcher zuerſt von dem Spar-
taniſchen Geſetzgeber Lycurgus zuſammen
gebracht wordẽ/ ſind des groſſen Alexanders
ſtete Reiſe-geferthen geweſen. Darius hat
der Stadt Thebe deßwegen verſchonet/ weil
der Pindarus in Jhr geboren und erzogen
worden. Epius oder (wie Quintilianus aus

dem
(a) jv
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div type="dedication">
        <p><pb facs="#f0011"/><hi rendition="#in">S</hi>tarter; <hi rendition="#in">S</hi>o hat <hi rendition="#in">T</hi>eut&#x017F;chland nunmehr &#x017F;ei-<lb/>
ne <hi rendition="#in">B</hi>arthe/ <hi rendition="#in">W</hi>erder/ <hi rendition="#in">O</hi>pitze/ <hi rendition="#in">B</hi>uchner/ <hi rendition="#in">T</hi>a-<lb/>
che/ <hi rendition="#in">F</hi>lemminge/ <hi rendition="#in">L</hi>unde/ <hi rendition="#in">T</hi>z&#x017F;cherninge/ <hi rendition="#in">R</hi>i-<lb/>
&#x017F;te/ <hi rendition="#in">H</hi>ar&#x017F;to&#x0364;rffer/ <hi rendition="#in">B</hi>remen/ <hi rendition="#in">R</hi>oberthine/ <hi rendition="#in">F</hi>in-<lb/>
ckelthau&#x017F;e/ <hi rendition="#in">R</hi>umpler/ <hi rendition="#in">C</hi>ahlene/ <hi rendition="#in">H</hi>artma&#x0364;n&#x0303;er/<lb/><hi rendition="#in">Z</hi>e&#x017F;ie/ <hi rendition="#in">C</hi>lajen/ <hi rendition="#in">Z</hi>iegler/ und viel andere &#x017F;tat-<lb/>
liche <hi rendition="#in">F</hi>ruchtbringende <hi rendition="#in">G</hi>emu&#x0364;hter/ daß es da-<lb/>
durch &#x017F;toltz und hochmu&#x0364;htig zu werden &#x017F;ich<lb/>
wol aufblehen ko&#x0364;nte/ wenn es &#x017F;eine alte <hi rendition="#in">A</hi>uf-<lb/>
richtigkeit und <hi rendition="#in">T</hi>reue zugeben wolte. <hi rendition="#aq">U</hi>nd<lb/>
wenn wir nicht an &#x017F;o viel <hi rendition="#in">M</hi>ecenaten <hi rendition="#in">M</hi>angel<lb/>
erlitten/ &#x017F;o wu&#x0364;rden &#x017F;ich gewiß mehr <hi rendition="#in">M</hi>arones<lb/>
und <hi rendition="#in">H</hi>oratzen/ als <hi rendition="#in">B</hi>aff und <hi rendition="#in">M</hi>effe blicken un&#x0303;<lb/>
&#x017F;ehen la&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#in">D</hi>ie alten <hi rendition="#in">R</hi>o&#x0364;mi&#x017F;chen <hi rendition="#in">H</hi>elden<lb/>
haben es in die&#x017F;em fall vor eine&#x0303; hohen <hi rendition="#in">R</hi>uhm<lb/>
geachtet/ &#x017F;olche trefliche <hi rendition="#in">G</hi>ei&#x017F;ter zu beehren/<lb/>
damit die <hi rendition="#in">N</hi>achkommen etwas ha&#x0364;tten/ das &#x017F;ie<lb/>
beydes zu jhrem <hi rendition="#in">L</hi>obe/ und auch zu billiger<lb/><hi rendition="#in">N</hi>achfolge anreitzen ko&#x0364;nte. <hi rendition="#in">S</hi>cipio hat des<lb/><hi rendition="#in">E</hi>nnius <hi rendition="#in">G</hi>edichte &#x017F;o hoch gehalten/ daß er &#x017F;ie<lb/>
auch vor das be&#x017F;te <hi rendition="#in">B</hi>uch &#x017F;einer <hi rendition="#in">Z</hi>eit ge&#x017F;cha&#x0364;tzet.<lb/><hi rendition="#in">C</hi>herilus (wiewol er nicht &#x017F;ehr anmuhtig)<lb/>
und <hi rendition="#in">H</hi>omerus/ welcher zuer&#x017F;t von dem <hi rendition="#in">S</hi>par-<lb/>
tani&#x017F;chen <hi rendition="#in">G</hi>e&#x017F;etzgeber <hi rendition="#in">L</hi>ycurgus zu&#x017F;ammen<lb/>
gebracht worde&#x0303;/ &#x017F;ind des gro&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#in">A</hi>lexanders<lb/>
&#x017F;tete <hi rendition="#in">R</hi>ei&#x017F;e-geferthen gewe&#x017F;en. <hi rendition="#in">D</hi>arius hat<lb/>
der <hi rendition="#in">S</hi>tadt <hi rendition="#in">T</hi>hebe deßwegen ver&#x017F;chonet/ weil<lb/>
der <hi rendition="#in">P</hi>indarus in <hi rendition="#in">J</hi>hr geboren und erzogen<lb/>
worden. <hi rendition="#in">E</hi>pius oder (wie <hi rendition="#in">Q</hi>uintilianus aus<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">(a) jv</fw><fw place="bottom" type="catch">dem</fw><lb/></p>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0011] Starter; So hat Teutſchland nunmehr ſei- ne Barthe/ Werder/ Opitze/ Buchner/ Ta- che/ Flemminge/ Lunde/ Tzſcherninge/ Ri- ſte/ Harſtoͤrffer/ Bremen/ Roberthine/ Fin- ckelthauſe/ Rumpler/ Cahlene/ Hartmaͤñer/ Zeſie/ Clajen/ Ziegler/ und viel andere ſtat- liche Fruchtbringende Gemuͤhter/ daß es da- durch ſtoltz und hochmuͤhtig zu werden ſich wol aufblehen koͤnte/ wenn es ſeine alte Auf- richtigkeit und Treue zugeben wolte. Und wenn wir nicht an ſo viel Mecenaten Mangel erlitten/ ſo wuͤrden ſich gewiß mehr Marones und Horatzen/ als Baff und Meffe blicken uñ ſehen laſſen. Die alten Roͤmiſchen Helden haben es in dieſem fall vor einẽ hohen Ruhm geachtet/ ſolche trefliche Geiſter zu beehren/ damit die Nachkommen etwas haͤtten/ das ſie beydes zu jhrem Lobe/ und auch zu billiger Nachfolge anreitzen koͤnte. Scipio hat des Ennius Gedichte ſo hoch gehalten/ daß er ſie auch vor das beſte Buch ſeiner Zeit geſchaͤtzet. Cherilus (wiewol er nicht ſehr anmuhtig) und Homerus/ welcher zuerſt von dem Spar- taniſchen Geſetzgeber Lycurgus zuſammen gebracht wordẽ/ ſind des groſſen Alexanders ſtete Reiſe-geferthen geweſen. Darius hat der Stadt Thebe deßwegen verſchonet/ weil der Pindarus in Jhr geboren und erzogen worden. Epius oder (wie Quintilianus aus dem (a) jv

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/11
Zitationshilfe: Schirmer, David: Erstes Poetische Rosen-Gepüsche. Halle, 1650, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schirmer_rosengepuesche_1650/11>, abgerufen am 22.03.2019.