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Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 5. Berlin, 1841.

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Buch II. Rechtsverhältnisse. Kap. IV. Verletzung.

Einige derselben entstehen aus der bloßen Thatsache
der Verletzung selbst; dahin gehört die Lehre von den Kla-
gen, den Exceptionen, und den weiteren Entwicklungen der
hierin enthaltenen Gegensätze.

Andere entstehen erst durch die in den Rechtsstreit ein-
greifenden, zur Abwendung der Verletzung bestimmten Hand-
lungen. Die Litiscontestation und das Urtheil sind die ein-
flußreichsten unter diesen Handlungen.

Die erste Klasse macht den Inhalt des gegenwärtigen
Bandes aus, die zweyte wird in dem folgenden Band be-
handelt werden.

§. 205.
Klage (a).

Die besondere Gestalt, welche jedes Recht in Folge
einer Verletzung annimmt, zeigt sich zunächst in folgender
Weise. Unsere Rechte überhaupt beziehen sich theils auf
alle uns gegenüber stehende Menschen, theils auf bestimmte

(a) Ich will hier gleich im Ein-
gang einige Schriften über diesen
Gegenstand namhaft machen, um
sie im Lauf dieser Untersuchung be-
quemer anführen zu können. Du-
roi
spec. observ. de j. in re
Heidelb.
1812. 8. Düroi Be-
merkungen über actio in rem und
a. in personam, Archiv B. 6.
S. 252--310, 386--440 (1823).
Gans über Römisches Obliga-
tionenrecht Heidelberg 1819. 8.
Hasse (der jüngere) über das
Wesen der actio, Rhein. Museum
B. 5 S. 1--86. 154--205 (1833).
Huschke progr. de actionum
formulis quae in lege Rubria
exstant. Vratislav.
1832. 4. --
Es muß dabey bemerkt werden, daß
bey Erscheinung der ersten Schrift
von Düroi, so wie der Schrift
von Gans, Gajus noch nicht her-
ausgegeben war, weshalb das Gute
in diesen Schriften verdienstlicher,
das Irrige schuldloser ist.
Buch II. Rechtsverhältniſſe. Kap. IV. Verletzung.

Einige derſelben entſtehen aus der bloßen Thatſache
der Verletzung ſelbſt; dahin gehört die Lehre von den Kla-
gen, den Exceptionen, und den weiteren Entwicklungen der
hierin enthaltenen Gegenſätze.

Andere entſtehen erſt durch die in den Rechtsſtreit ein-
greifenden, zur Abwendung der Verletzung beſtimmten Hand-
lungen. Die Litisconteſtation und das Urtheil ſind die ein-
flußreichſten unter dieſen Handlungen.

Die erſte Klaſſe macht den Inhalt des gegenwärtigen
Bandes aus, die zweyte wird in dem folgenden Band be-
handelt werden.

§. 205.
Klage (a).

Die beſondere Geſtalt, welche jedes Recht in Folge
einer Verletzung annimmt, zeigt ſich zunächſt in folgender
Weiſe. Unſere Rechte überhaupt beziehen ſich theils auf
alle uns gegenüber ſtehende Menſchen, theils auf beſtimmte

(a) Ich will hier gleich im Ein-
gang einige Schriften über dieſen
Gegenſtand namhaft machen, um
ſie im Lauf dieſer Unterſuchung be-
quemer anführen zu können. Du-
roi
spec. observ. de j. in re
Heidelb.
1812. 8. Düroi Be-
merkungen über actio in rem und
a. in personam, Archiv B. 6.
S. 252—310, 386—440 (1823).
Gans über Römiſches Obliga-
tionenrecht Heidelberg 1819. 8.
Haſſe (der jüngere) über das
Weſen der actio, Rhein. Muſeum
B. 5 S. 1—86. 154—205 (1833).
Huschke progr. de actionum
formulis quae in lege Rubria
exstant. Vratislav.
1832. 4. —
Es muß dabey bemerkt werden, daß
bey Erſcheinung der erſten Schrift
von Düroi, ſo wie der Schrift
von Gans, Gajus noch nicht her-
ausgegeben war, weshalb das Gute
in dieſen Schriften verdienſtlicher,
das Irrige ſchuldloſer iſt.
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[4/0018] Buch II. Rechtsverhältniſſe. Kap. IV. Verletzung. Einige derſelben entſtehen aus der bloßen Thatſache der Verletzung ſelbſt; dahin gehört die Lehre von den Kla- gen, den Exceptionen, und den weiteren Entwicklungen der hierin enthaltenen Gegenſätze. Andere entſtehen erſt durch die in den Rechtsſtreit ein- greifenden, zur Abwendung der Verletzung beſtimmten Hand- lungen. Die Litisconteſtation und das Urtheil ſind die ein- flußreichſten unter dieſen Handlungen. Die erſte Klaſſe macht den Inhalt des gegenwärtigen Bandes aus, die zweyte wird in dem folgenden Band be- handelt werden. §. 205. Klage (a). Die beſondere Geſtalt, welche jedes Recht in Folge einer Verletzung annimmt, zeigt ſich zunächſt in folgender Weiſe. Unſere Rechte überhaupt beziehen ſich theils auf alle uns gegenüber ſtehende Menſchen, theils auf beſtimmte (a) Ich will hier gleich im Ein- gang einige Schriften über dieſen Gegenſtand namhaft machen, um ſie im Lauf dieſer Unterſuchung be- quemer anführen zu können. Du- roi spec. observ. de j. in re Heidelb. 1812. 8. Düroi Be- merkungen über actio in rem und a. in personam, Archiv B. 6. S. 252—310, 386—440 (1823). Gans über Römiſches Obliga- tionenrecht Heidelberg 1819. 8. Haſſe (der jüngere) über das Weſen der actio, Rhein. Muſeum B. 5 S. 1—86. 154—205 (1833). Huschke progr. de actionum formulis quae in lege Rubria exstant. Vratislav. 1832. 4. — Es muß dabey bemerkt werden, daß bey Erſcheinung der erſten Schrift von Düroi, ſo wie der Schrift von Gans, Gajus noch nicht her- ausgegeben war, weshalb das Gute in dieſen Schriften verdienſtlicher, das Irrige ſchuldloſer iſt.

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Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 5. Berlin, 1841, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system05_1841/18>, abgerufen am 20.09.2019.