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Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,2. Nürnberg, 1679.

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[Spaltenumbruch] In seiner Kindheit/ als er einsmals Kaiser Augustum gegrüsset/ fassete ihn derselbe beym Rock/ und sagte/ vielleicht scherzende: Et tu fili aliquando imperium nostrum gustabis! Auch du/ mein Sohn/ wirst einmal Theil von unsrem Reich kosten. Und wie dessen Nachfolger Kaiser Tiberius sagen hörte/ daß Galba einmal/ aber in hohem Alter/ solte Kaiser werden/ sagte er: Er mag immer leben/ da mich dieses nicht angehet. Es ward auch/ als seinem Grosvatter/ da er einsmals geopfert/ ein Adler das Eingeweid hinweg und auf eine hohe Eiche getragen/ dahin ausgedeutet/ daß ein Galba, aber hoch bealtert/ noch regieren solte; wiewol selbiger hierzu gelachet und gesagt: Ja wol vielleicht wann einmal eine Maul-Eselin gebieret. Und solches geschahe/ als dieser Galba, bedacht war/ sich um das Reich anzunehmen: Worüber er dann/ eingedenk selbiger Rede/ sich hoch erfreut/ da es andere für etwas abscheuliches geachtet. In Hispanien/ als auch er geopfert/ ist einem Knaben/ der dabey aufgedienet/ der Kopf unversehens ganz grau worden: Welches man dahin gedeutet/ daß bald eine grosse Aenderung vorgehen/ und ein Alter auf des jungen Neronis Thron sich setzen würde. Nicht lang hernach schluge der Donner in Cantabrien in einen See/ da man folgends 12 Beile gefunden/ dergleichen man dem Kaiser vorzutragen pflegte.

Sein Regierung Antritt. Zu Vollziehung dieser Vorsagungen/ gabe den ersten Anlaß Julius Vindex, der Statthalter oder Landpfleger in Gallia: welcher von Haß gegen dem Nero brennte/ und/ da derselbe groß Geld auf seinen Kopf ausgeboten hatte/ hinwieder seinen eigenen Kopf auf des Nero seinen ausbote. Er hatte zwar Virginium Ruffum, der mit den Teutschen wider ihn angezogen kame/ auf seine Seite: als aber beyderseits Völker/ aus Irrtum/ aneinander geriehten/ erstache er sich selber. Die Teutschen wolten nun diesen ihren General zum Kaiser erklären/ oder zu dem Nero wiederkehren: Daher Galba, ganz verstört/ an Virginium, Ruffum begehrte/ daß der/ in dem Geschäfte die Römer in Freyheit zu setzen/ ihn zutrettten solte. Indem aber dieser sich bedachte/ setzte er sich in Clunia, einer Stadt von Hispanien/ legte alle Hoffnung beyseit/ und begunte in die vorige Ruhe wieder zukehren. In solchem aber kame ihm Botschafft von Rom/ daß Nero hingerichtet sey/ und jederman den Galba an dessen Stelle verlange: Wodurch er bewogen wurde/ den Namen eines Statthalters hinzulegen/ und den Cäsar-Namen anzunehmen. Also zoge er nach Rom/ und mit hangendem Dolch vor der Brust in die Stadt ein: welchen er nicht eher hinweg legte/ bis seine Widerwärtige/ als Nymphidius Sabinus zu Rom/Fontejus Capito in Germanien, und Claudius Macer in Africa, aufgerieben waren. Es wurde ihm diese höchst-Würde vom Senat aufgetragen/ weil er ein guter Kriegemann und ein Gerecht-Richter ware: Woraus erscheinet/ daß gleichwol diejenigen/ so der Tugend und Gerechtigkeit sich befleissen/ hochgeachtet und hervorgezogen worden/ ob schon die meiste andere ungerecht und lasterhaft/ [Spaltenumbruch] sind/ und sich vor ihnen zu fürchten haben. Diß geschahe A. C. 70 und in seinem 73 Jahr.

Seine böse Regierung. Dieser Kaiser hat die Regirung mit mehrerm Ansehen übernommen/ als geführet: massen er sobald verartet/ und von vielen Lastern sich meistern lassen. Insonderheit machte er sich damit verhasst/ indem er dreyen Römern/ als Junio, Cornelio Laconi, und Icelo seinen Freygelassenen/ den er Martianum zugenamet/ und ihren Lastern/ allzu viel freyheit gelassen/ und allerdins nach ihrem Willen lebte: daher man sie die drey Schulmeister genennet/ und alles/ was sie böses thäten/ ihm selber zugemessen wurde. Dann man glaubet/ daß ein Fürst/ der alles vermag/ auch seinen Rähten wol gebieten und Einhalt thun könne/ wann er selbst zu den Sachen sihet/ und seine Person recht vertritt/ die er vorzustellen übernommen hat. Er machte sich auch damit verhasst/ indem er Halotum und Tigellinum, die von Neronis Bubenzunft noch übrig waren/ und den schmählichsten Tod vielfältig verdient hatten/ ungestrafft ausgehen lassen und beschirmet. Auch das Kriegsheer wurde ihm gram/ weil er ihnen ein Donativ versprochen/ aber sein Versprechen nicht hielte/ und sagte: Es sey seine Gewonheit/ Soldaten auswehlen/ aber nicht kaufen. Daher wendeten sie sich/ erstlich in Ober-Teutschland/ auf Salvii Ottonis Seite/ der sie mit Zusagen und Freundlichkeit wol an sich zu ziehen wuste.

Sein Untergang. Als er dieses erfahren/ vermeinte er/ sein Alter/ und daß er keine Kinder hatte/ mache ihn verächtlich. Demnach wehlte er einen edlen jungen dapfern Römer/ Pisonem Frugi Licianum, und nahme ihn zum Sohn an/ der hierzu betrübt ausgesehen: womit er auch nichts erlanget/ als daß er Ottonem nur noch mehr wider ihn gereitzet. Er hatte einen Traum/ als wann das Bild der Fortunae, daß er zu Tusculo verehrte/ ihn gar scheel ansähe/ und ihm fürruckte/ wie er ihr die versprochne Gabe nicht geliefert/ weswegen sie auch wieder ihm abnehmen wolte/ was sie ihm zugewendet. Nun hatte er/ ein Halsband reich an Perlen und Edelsteinen/ dieser seiner Göttin gewidmet/ aber nachmals der Göttin Veneri auf dem Capitolio zugeeignet. Es ward ihme ein falsches Geschrey vorgebracht/ als wann Salv. Otto im Leibwacht-Lager wäre von den Kriegsleuten erwürgt worden: weswegen er sich wagte/ von seinem Palast auf den Markt zu gehen. Er wurde aber daselbst/ bey dem See M. Curtii, sofort von den Verschwornen umringet/ in seiner Sänfte überfallen/ und mit vielen Stichen hingerichtet: geschahe im Monat Januario, als er noch nicht gar sieben Monate Kaiser gewesen war. Er soll erstlich geruffen haben: Was thut ihr/ meine Spißgesellen? ich bin ja euer/ und ihr seit die Meinen. Er sagte auch von dem Donativ, und versprache von neuem/ daß er solches reichen wolte. Andere wollen/ er habe gleich die Gurgel dargeboten/ und vermahnet/ sie möchten/ wann es ihnen also gefiele/ dieselbe durchstossen. Niemand hatte erbärmnis mit ihme/ als die Teutschen: Welche als sie seine Gefahr erfahren/ herzu geeilet/ aber zu spat angekommen/ weil ihnen die Wege nicht bekant gewesen.

[Spaltenumbruch] In seiner Kindheit/ als er einsmals Kaiser Augustum gegrüsset/ fassete ihn derselbe beym Rock/ und sagte/ vielleicht scherzende: Et tu fili aliquando imperium nostrum gustabis! Auch du/ mein Sohn/ wirst einmal Theil von unsrem Reich kosten. Und wie dessen Nachfolger Kaiser Tiberius sagen hörte/ daß Galba einmal/ aber in hohem Alter/ solte Kaiser werden/ sagte er: Er mag immer leben/ da mich dieses nicht angehet. Es ward auch/ als seinem Grosvatter/ da er einsmals geopfert/ ein Adler das Eingeweid hinweg und auf eine hohe Eiche getragen/ dahin ausgedeutet/ daß ein Galba, aber hoch bealtert/ noch regieren solte; wiewol selbiger hierzu gelachet und gesagt: Ja woł vielleicht wann einmal eine Maul-Eselin gebieret. Und solches geschahe/ als dieser Galba, bedacht war/ sich um das Reich anzunehmen: Worüber er dann/ eingedenk selbiger Rede/ sich hoch erfreut/ da es andere für etwas abscheuliches geachtet. In Hispanien/ als auch er geopfert/ ist einem Knaben/ der dabey aufgedienet/ der Kopf unversehens ganz grau worden: Welches man dahin gedeutet/ daß bald eine grosse Aenderung vorgehen/ und ein Alter auf des jungen Neronis Thron sich setzen würde. Nicht lang hernach schluge der Donner in Cantabrien in einen See/ da man folgends 12 Beile gefunden/ dergleichen man dem Kaiser vorzutragen pflegte.

Sein Regierung Antritt. Zu Vollziehung dieser Vorsagungen/ gabe den ersten Anlaß Julius Vindex, der Statthalter oder Landpfleger in Gallia: welcher von Haß gegen dem Nero brennte/ und/ da derselbe groß Geld auf seinen Kopf ausgeboten hatte/ hinwieder seinen eigenen Kopf auf des Nero seinen ausbote. Er hatte zwar Virginium Ruffum, der mit den Teutschen wider ihn angezogen kame/ auf seine Seite: als aber beyderseits Völker/ aus Irrtum/ aneinander geriehten/ erstache er sich selber. Die Teutschen wolten nun diesen ihren General zum Kaiser erklären/ oder zu dem Nero wiederkehren: Daher Galba, ganz verstört/ an Virginium, Ruffum begehrte/ daß der/ in dem Geschäfte die Römer in Freyheit zu setzen/ ihn zutrettten solte. Indem aber dieser sich bedachte/ setzte er sich in Clunia, einer Stadt von Hispanien/ legte alle Hoffnung beyseit/ und begunte in die vorige Ruhe wieder zukehren. In solchem aber kame ihm Botschafft von Rom/ daß Nero hingerichtet sey/ und jederman den Galba an dessen Stelle verlange: Wodurch er bewogen wurde/ den Namen eines Statthalters hinzulegen/ und den Cäsar-Namen anzunehmen. Also zoge er nach Rom/ und mit hangendem Dolch vor der Brust in die Stadt ein: welchen er nicht eher hinweg legte/ bis seine Widerwärtige/ als Nymphidius Sabinus zu Rom/Fontejus Capito in Germanien, und Claudius Macer in Africa, aufgerieben waren. Es wurde ihm diese höchst-Würde vom Senat aufgetragen/ weil er ein guter Kriegemann und ein Gerecht-Richter ware: Woraus erscheinet/ daß gleichwol diejenigen/ so der Tugend und Gerechtigkeit sich befleissen/ hochgeachtet und hervorgezogen worden/ ob schon die meiste andere ungerecht und lasterhaft/ [Spaltenumbruch] sind/ und sich vor ihnen zu fürchten haben. Diß geschahe A. C. 70 und in seinem 73 Jahr.

Seine böse Regierung. Dieser Kaiser hat die Regirung mit mehrerm Ansehen übernommen/ als geführet: massen er sobald verartet/ und von vielen Lastern sich meistern lassen. Insonderheit machte er sich damit verhasst/ indem er dreyen Römern/ als Junio, Cornelio Laconi, und Icelo seinen Freygelassenen/ den er Martianum zugenamet/ und ihren Lastern/ allzu viel freyheit gelassen/ und allerdins nach ihrem Willen lebte: daher man sie die drey Schulmeister genennet/ und alles/ was sie böses thäten/ ihm selber zugemessen wurde. Dann man glaubet/ daß ein Fürst/ der alles vermag/ auch seinen Rähten wol gebieten und Einhalt thun könne/ wann er selbst zu den Sachen sihet/ und seine Person recht vertritt/ die er vorzustellen übernommen hat. Er machte sich auch damit verhasst/ indem er Halotum und Tigellinum, die von Neronis Bubenzunft noch übrig waren/ und den schmählichsten Tod vielfältig verdient hatten/ ungestrafft ausgehen lassen und beschirmet. Auch das Kriegsheer wurde ihm gram/ weil er ihnen ein Donativ versprochen/ aber sein Versprechen nicht hielte/ und sagte: Es sey seine Gewonheit/ Soldaten auswehlen/ aber nicht kaufen. Daher wendeten sie sich/ erstlich in Ober-Teutschland/ auf Salvii Ottonis Seite/ der sie mit Zusagen und Freundlichkeit wol an sich zu ziehen wuste.

Sein Untergang. Als er dieses erfahren/ vermeinte er/ sein Alter/ und daß er keine Kinder hatte/ mache ihn verächtlich. Demnach wehlte er einen edlen jungen dapfern Römer/ Pisonem Frugi Licianum, und nahme ihn zum Sohn an/ der hierzu betrübt ausgesehen: womit er auch nichts erlanget/ als daß er Ottonem nur noch mehr wider ihn gereitzet. Er hatte einen Traum/ als wann das Bild der Fortunae, daß er zu Tusculo verehrte/ ihn gar scheel ansähe/ und ihm fürruckte/ wie er ihr die versprochne Gabe nicht geliefert/ weswegen sie auch wieder ihm abnehmen wolte/ was sie ihm zugewendet. Nun hatte er/ ein Halsband reich an Perlen und Edelsteinen/ dieser seiner Göttin gewidmet/ aber nachmals der Göttin Veneri auf dem Capitolio zugeeignet. Es ward ihme ein falsches Geschrey vorgebracht/ als wann Salv. Otto im Leibwacht-Lager wäre von den Kriegsleuten erwürgt worden: weswegen er sich wagte/ von seinem Palast auf den Markt zu gehen. Er wurde aber daselbst/ bey dem See M. Curtii, sofort von den Verschwornen umringet/ in seiner Sänfte überfallen/ und mit vielen Stichen hingerichtet: geschahe im Monat Januario, als er noch nicht gar sieben Monate Kaiser gewesen war. Er soll erstlich geruffen haben: Was thut ihr/ meine Spißgesellen? ich bin ja euer/ und ihr seit die Meinen. Er sagte auch von dem Donativ, und versprache von neuem/ daß er solches reichen wolte. Andere wollen/ er habe gleich die Gurgel dargeboten/ und vermahnet/ sie möchten/ wann es ihnen also gefiele/ dieselbe durchstossen. Niemand hatte erbärmnis mit ihme/ als die Teutschen: Welche als sie seine Gefahr erfahren/ herzu geeilet/ aber zu spat angekommen/ weil ihnen die Wege nicht bekant gewesen.

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[[II (Skulptur), S. 50]/0070] In seiner Kindheit/ als er einsmals Kaiser Augustum gegrüsset/ fassete ihn derselbe beym Rock/ und sagte/ vielleicht scherzende: Et tu fili aliquando imperium nostrum gustabis! Auch du/ mein Sohn/ wirst einmal Theil von unsrem Reich kosten. Und wie dessen Nachfolger Kaiser Tiberius sagen hörte/ daß Galba einmal/ aber in hohem Alter/ solte Kaiser werden/ sagte er: Er mag immer leben/ da mich dieses nicht angehet. Es ward auch/ als seinem Grosvatter/ da er einsmals geopfert/ ein Adler das Eingeweid hinweg und auf eine hohe Eiche getragen/ dahin ausgedeutet/ daß ein Galba, aber hoch bealtert/ noch regieren solte; wiewol selbiger hierzu gelachet und gesagt: Ja woł vielleicht wann einmal eine Maul-Eselin gebieret. Und solches geschahe/ als dieser Galba, bedacht war/ sich um das Reich anzunehmen: Worüber er dann/ eingedenk selbiger Rede/ sich hoch erfreut/ da es andere für etwas abscheuliches geachtet. In Hispanien/ als auch er geopfert/ ist einem Knaben/ der dabey aufgedienet/ der Kopf unversehens ganz grau worden: Welches man dahin gedeutet/ daß bald eine grosse Aenderung vorgehen/ und ein Alter auf des jungen Neronis Thron sich setzen würde. Nicht lang hernach schluge der Donner in Cantabrien in einen See/ da man folgends 12 Beile gefunden/ dergleichen man dem Kaiser vorzutragen pflegte. Zu Vollziehung dieser Vorsagungen/ gabe den ersten Anlaß Julius Vindex, der Statthalter oder Landpfleger in Gallia: welcher von Haß gegen dem Nero brennte/ und/ da derselbe groß Geld auf seinen Kopf ausgeboten hatte/ hinwieder seinen eigenen Kopf auf des Nero seinen ausbote. Er hatte zwar Virginium Ruffum, der mit den Teutschen wider ihn angezogen kame/ auf seine Seite: als aber beyderseits Völker/ aus Irrtum/ aneinander geriehten/ erstache er sich selber. Die Teutschen wolten nun diesen ihren General zum Kaiser erklären/ oder zu dem Nero wiederkehren: Daher Galba, ganz verstört/ an Virginium, Ruffum begehrte/ daß der/ in dem Geschäfte die Römer in Freyheit zu setzen/ ihn zutrettten solte. Indem aber dieser sich bedachte/ setzte er sich in Clunia, einer Stadt von Hispanien/ legte alle Hoffnung beyseit/ und begunte in die vorige Ruhe wieder zukehren. In solchem aber kame ihm Botschafft von Rom/ daß Nero hingerichtet sey/ und jederman den Galba an dessen Stelle verlange: Wodurch er bewogen wurde/ den Namen eines Statthalters hinzulegen/ und den Cäsar-Namen anzunehmen. Also zoge er nach Rom/ und mit hangendem Dolch vor der Brust in die Stadt ein: welchen er nicht eher hinweg legte/ bis seine Widerwärtige/ als Nymphidius Sabinus zu Rom/Fontejus Capito in Germanien, und Claudius Macer in Africa, aufgerieben waren. Es wurde ihm diese höchst-Würde vom Senat aufgetragen/ weil er ein guter Kriegemann und ein Gerecht-Richter ware: Woraus erscheinet/ daß gleichwol diejenigen/ so der Tugend und Gerechtigkeit sich befleissen/ hochgeachtet und hervorgezogen worden/ ob schon die meiste andere ungerecht und lasterhaft/ sind/ und sich vor ihnen zu fürchten haben. Diß geschahe A. C. 70 und in seinem 73 Jahr. Sein Regierung Antritt. Dieser Kaiser hat die Regirung mit mehrerm Ansehen übernommen/ als geführet: massen er sobald verartet/ und von vielen Lastern sich meistern lassen. Insonderheit machte er sich damit verhasst/ indem er dreyen Römern/ als Junio, Cornelio Laconi, und Icelo seinen Freygelassenen/ den er Martianum zugenamet/ und ihren Lastern/ allzu viel freyheit gelassen/ und allerdins nach ihrem Willen lebte: daher man sie die drey Schulmeister genennet/ und alles/ was sie böses thäten/ ihm selber zugemessen wurde. Dann man glaubet/ daß ein Fürst/ der alles vermag/ auch seinen Rähten wol gebieten und Einhalt thun könne/ wann er selbst zu den Sachen sihet/ und seine Person recht vertritt/ die er vorzustellen übernommen hat. Er machte sich auch damit verhasst/ indem er Halotum und Tigellinum, die von Neronis Bubenzunft noch übrig waren/ und den schmählichsten Tod vielfältig verdient hatten/ ungestrafft ausgehen lassen und beschirmet. Auch das Kriegsheer wurde ihm gram/ weil er ihnen ein Donativ versprochen/ aber sein Versprechen nicht hielte/ und sagte: Es sey seine Gewonheit/ Soldaten auswehlen/ aber nicht kaufen. Daher wendeten sie sich/ erstlich in Ober-Teutschland/ auf Salvii Ottonis Seite/ der sie mit Zusagen und Freundlichkeit wol an sich zu ziehen wuste. Seine böse Regierung. Als er dieses erfahren/ vermeinte er/ sein Alter/ und daß er keine Kinder hatte/ mache ihn verächtlich. Demnach wehlte er einen edlen jungen dapfern Römer/ Pisonem Frugi Licianum, und nahme ihn zum Sohn an/ der hierzu betrübt ausgesehen: womit er auch nichts erlanget/ als daß er Ottonem nur noch mehr wider ihn gereitzet. Er hatte einen Traum/ als wann das Bild der Fortunae, daß er zu Tusculo verehrte/ ihn gar scheel ansähe/ und ihm fürruckte/ wie er ihr die versprochne Gabe nicht geliefert/ weswegen sie auch wieder ihm abnehmen wolte/ was sie ihm zugewendet. Nun hatte er/ ein Halsband reich an Perlen und Edelsteinen/ dieser seiner Göttin gewidmet/ aber nachmals der Göttin Veneri auf dem Capitolio zugeeignet. Es ward ihme ein falsches Geschrey vorgebracht/ als wann Salv. Otto im Leibwacht-Lager wäre von den Kriegsleuten erwürgt worden: weswegen er sich wagte/ von seinem Palast auf den Markt zu gehen. Er wurde aber daselbst/ bey dem See M. Curtii, sofort von den Verschwornen umringet/ in seiner Sänfte überfallen/ und mit vielen Stichen hingerichtet: geschahe im Monat Januario, als er noch nicht gar sieben Monate Kaiser gewesen war. Er soll erstlich geruffen haben: Was thut ihr/ meine Spißgesellen? ich bin ja euer/ und ihr seit die Meinen. Er sagte auch von dem Donativ, und versprache von neuem/ daß er solches reichen wolte. Andere wollen/ er habe gleich die Gurgel dargeboten/ und vermahnet/ sie möchten/ wann es ihnen also gefiele/ dieselbe durchstossen. Niemand hatte erbärmnis mit ihme/ als die Teutschen: Welche als sie seine Gefahr erfahren/ herzu geeilet/ aber zu spat angekommen/ weil ihnen die Wege nicht bekant gewesen. Sein Untergang.

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Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,2. Nürnberg, 1679, S. [II (Skulptur), S. 50]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0202_1679/70>, abgerufen am 30.09.2020.