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Sanders, Daniel: Brief an Adolf Glaßbrenner. Altstrelitz, 26. März 1870.

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Mein lieber, guter Bruder.
   

Zu deinem Geburtstage sende ich Dir zugleich im Namen
der ganzen Strelitzer Glasbrennerei die aufrichtigsten, innigsten
und herzlichsten Glückwünsche. Möge es Dir - und mit Dir
der vortrefflichen, lieben Adele - immer und in Allem so
ergehen, wie wir Alle es Euch aus treuem Freundesherzen wün-
schen und gönnen. Dann habt Ihr sicher volle Ursache, mit Eurem
Los und Schicksal zufrieden zu sein.

Ich hätte allerdings Euch schon lange schreiben sollen
und müssen und würde es auch sicher gethan haben, wenn drücken-
de Arbeitslast, verbunden mit manchem Trübsal und allerlei
Unannehmlichkeiten, eine frohere und zum Briefschreiben
geeignetere Stimmung in mir hätte aufkommen lassen. Natürlich
will ich Dir heute zu deinem froh zu feiernden Tage nicht
mit einem Lamento kommen, um so weniger als der Horizont
sich für mich doch auch schon erfreulich wieder aufzuheitern
beginnt. Ich erwähne also nur kurz das Eine und Hauptsäch-
lichste, daß mein Sohn in Leipzig seit Neujahr erkrankt und
unwohl ist, so daß ich sein Herkommen gewünscht habe, was sich
aber bei der bisherigen rauhen Witterung nicht füglich hat

Mein lieber, guter Bruder.
   

Zu deinem Geburtstage sende ich Dir zugleich im Namen
der ganzen Strelitzer Glasbreñerei die aufrichtigsten, iñigsten
und herzlichsten Glückwünsche. Möge es Dir – und mit Dir
der vortrefflichen, lieben Adele – im̃er und in Allem so
ergehen, wie wir Alle es Euch aus treuem Freundesherzen wün-
schen und göñen. Dañ habt Ihr sicher volle Ursache, mit Eurem
Los und Schicksal zufrieden zu sein.

Ich hätte allerdings Euch schon lange schreiben sollen
und müssen und würde es auch sicher gethan haben, weñ drücken-
de Arbeitslast, verbunden mit manchem Trübsal und allerlei
Unannehmlichkeiten, eine frohere und zum Briefschreiben
geeignetere Stim̃ung in mir hätte aufkom̃en lassen. Natürlich
will ich Dir heute zu deinem froh zu feiernden Tage nicht
mit einem Lamento kom̃en, um so weniger als der Horizont
sich für mich doch auch schon erfreulich wieder aufzuheitern
begiñt. Ich erwähne also nur kurz das Eine und Hauptsäch-
lichste, daß mein Sohn in Leipzig seit Neujahr erkrankt und
unwohl ist, so daß ich sein Herkom̃en gewünscht habe, was sich
aber bei der bisherigen rauhen Witterung nicht füglich hat

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Zitationshilfe: Sanders, Daniel: Brief an Adolf Glaßbrenner. Altstrelitz, 26. März 1870, S. [1r]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sanders_glassbrenner_1870/1>, abgerufen am 14.11.2018.