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Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 3. Leipzig, 1837.

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Die, und die eng mit ihr verbundne Kunst der Rede,
Begründet und bedingt der andern Künste jede.
Hoch halte sie, o Sohn, und mach Gebrauch davon;
Steh aufrecht, wo du stehst, nah oder fern dem Thron.
Vorm höchsten Throne selbst halt aufrecht die Gedanken;
Wen Gottes Gnade hält, den lässet sie nicht wanken.
Steh wie ein frommer Knecht vor deinem Herrn aufrecht,
Gegürtet, winkbereit, zur Arbeit, zum Gefecht.
So geh, aufrechtes Haupts, ohn' Hochmuth auf der Erde;
Aufrichtig sei dein Sinn, dein Wort und die Geberde.
Halt aufrecht, wie dich selbst, das Recht, wo du vermagst;
Richt auf Erliegende, und dich, so du erlagst.
Die Sterne winken dir, zu ihnen aufzurichten
Den Blick, und deinen Gang nach ihrem Lauf zu richten.

Die, und die eng mit ihr verbundne Kunſt der Rede,
Begruͤndet und bedingt der andern Kuͤnſte jede.
Hoch halte ſie, o Sohn, und mach Gebrauch davon;
Steh aufrecht, wo du ſtehſt, nah oder fern dem Thron.
Vorm hoͤchſten Throne ſelbſt halt aufrecht die Gedanken;
Wen Gottes Gnade haͤlt, den laͤſſet ſie nicht wanken.
Steh wie ein frommer Knecht vor deinem Herrn aufrecht,
Geguͤrtet, winkbereit, zur Arbeit, zum Gefecht.
So geh, aufrechtes Haupts, ohn' Hochmuth auf der Erde;
Aufrichtig ſei dein Sinn, dein Wort und die Geberde.
Halt aufrecht, wie dich ſelbſt, das Recht, wo du vermagſt;
Richt auf Erliegende, und dich, ſo du erlagſt.
Die Sterne winken dir, zu ihnen aufzurichten
Den Blick, und deinen Gang nach ihrem Lauf zu richten.

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[173/0183] Die, und die eng mit ihr verbundne Kunſt der Rede, Begruͤndet und bedingt der andern Kuͤnſte jede. Hoch halte ſie, o Sohn, und mach Gebrauch davon; Steh aufrecht, wo du ſtehſt, nah oder fern dem Thron. Vorm hoͤchſten Throne ſelbſt halt aufrecht die Gedanken; Wen Gottes Gnade haͤlt, den laͤſſet ſie nicht wanken. Steh wie ein frommer Knecht vor deinem Herrn aufrecht, Geguͤrtet, winkbereit, zur Arbeit, zum Gefecht. So geh, aufrechtes Haupts, ohn' Hochmuth auf der Erde; Aufrichtig ſei dein Sinn, dein Wort und die Geberde. Halt aufrecht, wie dich ſelbſt, das Recht, wo du vermagſt; Richt auf Erliegende, und dich, ſo du erlagſt. Die Sterne winken dir, zu ihnen aufzurichten Den Blick, und deinen Gang nach ihrem Lauf zu richten.

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Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 3. Leipzig, 1837, S. 173. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane03_1837/183>, abgerufen am 17.07.2019.