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Perthes, Friedrich Christoph: Der deutsche Buchhandel als Bedingung des Daseyns einer deutschen Literatur. 1816.

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Die Schweitz bedurfte seit dem Erblühen der
neuern deutschen Literatur viel Bücher aus Deutsch¬
land, man druckte aber in diesem, als Staat, Deutsch¬
land fremden Lande nicht nach; sondern brachte dafür
Bodmers, Hallers, Gesners, Hirzels, Iselins, Sul¬
zers, Lavaters, I. G. Müllers etc. Werke auf dem
Leipziger Markt.

Man druckte nicht im Elsaß nach; aber von
Straßburg kamen, ausser andern, vortreffliche philolo¬
gische Werke, wie die von Brunk. Man druckte
nicht in Liev- und Curland nach; aber in Riga waren
bey dem ganz deutschen Buchhändler Hartknoch Kants,
Herders, Klingers etc. Werke verlegt.

§. 19.

Wenn Oesterreich, in commercieller und finan¬
zieller Hinsicht am meisten in diese Angelegenheit ver¬
wickelt,

für Einheit deutscher Literatur
sich erklärt, woran man seit Erscheinen der Bundes-
Acte kaum zweifeln darf, so wird alles Andere leicht
beseitigt werden können, und so darf man mit getro¬
ster Hoffnung zu dem Gesetzes-Entwurf selbst über¬
gehen.


Die Schweitz bedurfte ſeit dem Erbluͤhen der
neuern deutſchen Literatur viel Buͤcher aus Deutſch¬
land, man druckte aber in dieſem, als Staat, Deutſch¬
land fremden Lande nicht nach; ſondern brachte dafuͤr
Bodmers, Hallers, Gesners, Hirzels, Iſelins, Sul¬
zers, Lavaters, I. G. Muͤllers ꝛc. Werke auf dem
Leipziger Markt.

Man druckte nicht im Elſaß nach; aber von
Straßburg kamen, auſſer andern, vortreffliche philolo¬
giſche Werke, wie die von Brunk. Man druckte
nicht in Liev- und Curland nach; aber in Riga waren
bey dem ganz deutſchen Buchhaͤndler Hartknoch Kants,
Herders, Klingers ꝛc. Werke verlegt.

§. 19.

Wenn Oeſterreich, in commercieller und finan¬
zieller Hinſicht am meiſten in dieſe Angelegenheit ver¬
wickelt,

fuͤr Einheit deutſcher Literatur
ſich erklaͤrt, woran man ſeit Erſcheinen der Bundes-
Acte kaum zweifeln darf, ſo wird alles Andere leicht
beſeitigt werden koͤnnen, und ſo darf man mit getro¬
ſter Hoffnung zu dem Geſetzes-Entwurf ſelbſt uͤber¬
gehen.


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[18/0024] Die Schweitz bedurfte ſeit dem Erbluͤhen der neuern deutſchen Literatur viel Buͤcher aus Deutſch¬ land, man druckte aber in dieſem, als Staat, Deutſch¬ land fremden Lande nicht nach; ſondern brachte dafuͤr Bodmers, Hallers, Gesners, Hirzels, Iſelins, Sul¬ zers, Lavaters, I. G. Muͤllers ꝛc. Werke auf dem Leipziger Markt. Man druckte nicht im Elſaß nach; aber von Straßburg kamen, auſſer andern, vortreffliche philolo¬ giſche Werke, wie die von Brunk. Man druckte nicht in Liev- und Curland nach; aber in Riga waren bey dem ganz deutſchen Buchhaͤndler Hartknoch Kants, Herders, Klingers ꝛc. Werke verlegt. §. 19. Wenn Oeſterreich, in commercieller und finan¬ zieller Hinſicht am meiſten in dieſe Angelegenheit ver¬ wickelt, fuͤr Einheit deutſcher Literatur ſich erklaͤrt, woran man ſeit Erſcheinen der Bundes- Acte kaum zweifeln darf, ſo wird alles Andere leicht beſeitigt werden koͤnnen, und ſo darf man mit getro¬ ſter Hoffnung zu dem Geſetzes-Entwurf ſelbſt uͤber¬ gehen.

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Zitationshilfe: Perthes, Friedrich Christoph: Der deutsche Buchhandel als Bedingung des Daseyns einer deutschen Literatur. 1816, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/perthes_buchhandel_1816/24>, abgerufen am 27.05.2019.