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Perthes, Friedrich Christoph: Der deutsche Buchhandel als Bedingung des Daseyns einer deutschen Literatur. 1816.

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eines positiven Gesetzes über das Eigenthumsrecht
der Autoren und Verleger, mit fester Bestim¬
mung des Umfangs und der Dauer dieser
Rechte an den Schriften,
so wie:
einer Behörde, durch welche diese Rechte geltend
zu machen und aufrecht zu erhalten sind.
§. 11.

Welchen Inhalt die Weisheit der Gesetzgeber
diesem Gesetze auch geben mag, so muß doch durch¬
aus darin bestimmt werden,

daß auf eine gewisse Zeit der Autor und
Verleger ein ausschließendes Eigenthumsrecht
habe,

wodurch von selbst aller weitere Streit über den Nach¬
druck wegfällt, da nach Ablauf der durchs Gesetz be¬
stimmten Zeit die Schrift zum Nationalgut wird und
jede neue Auflage dann ein Ab- oder Wiederdruck
ist, aber kein Nachdruck.

§. 12.

Wenn positive Gesetze vorhanden sind, möchte es
wohl überflüssig seyn, noch weiter zu erörtern, ob der
Nachdruck an sich unrechtlich sey. Das Unmoralische
desselben ist kaum bestritten worden und die Verthei¬
digungen desselben beschränken sich, mit Ausnahme
einiger metaphysischer Versuche an naturrechtlichen
Verhältnissen, fast allein darauf, daß sie den Nach¬

eines poſitiven Geſetzes uͤber das Eigenthumsrecht
der Autoren und Verleger, mit feſter Beſtim¬
mung des Umfangs und der Dauer dieſer
Rechte an den Schriften,
ſo wie:
einer Behoͤrde, durch welche dieſe Rechte geltend
zu machen und aufrecht zu erhalten ſind.
§. 11.

Welchen Inhalt die Weisheit der Geſetzgeber
dieſem Geſetze auch geben mag, ſo muß doch durch¬
aus darin beſtimmt werden,

daß auf eine gewiſſe Zeit der Autor und
Verleger ein ausſchließendes Eigenthumsrecht
habe,

wodurch von ſelbſt aller weitere Streit uͤber den Nach¬
druck wegfaͤllt, da nach Ablauf der durchs Geſetz be¬
ſtimmten Zeit die Schrift zum Nationalgut wird und
jede neue Auflage dann ein Ab- oder Wiederdruck
iſt, aber kein Nachdruck.

§. 12.

Wenn poſitive Geſetze vorhanden ſind, moͤchte es
wohl uͤberfluͤſſig ſeyn, noch weiter zu eroͤrtern, ob der
Nachdruck an ſich unrechtlich ſey. Das Unmoraliſche
deſſelben iſt kaum beſtritten worden und die Verthei¬
digungen deſſelben beſchraͤnken ſich, mit Ausnahme
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[12/0018] eines poſitiven Geſetzes uͤber das Eigenthumsrecht der Autoren und Verleger, mit feſter Beſtim¬ mung des Umfangs und der Dauer dieſer Rechte an den Schriften, ſo wie: einer Behoͤrde, durch welche dieſe Rechte geltend zu machen und aufrecht zu erhalten ſind. §. 11. Welchen Inhalt die Weisheit der Geſetzgeber dieſem Geſetze auch geben mag, ſo muß doch durch¬ aus darin beſtimmt werden, daß auf eine gewiſſe Zeit der Autor und Verleger ein ausſchließendes Eigenthumsrecht habe, wodurch von ſelbſt aller weitere Streit uͤber den Nach¬ druck wegfaͤllt, da nach Ablauf der durchs Geſetz be¬ ſtimmten Zeit die Schrift zum Nationalgut wird und jede neue Auflage dann ein Ab- oder Wiederdruck iſt, aber kein Nachdruck. §. 12. Wenn poſitive Geſetze vorhanden ſind, moͤchte es wohl uͤberfluͤſſig ſeyn, noch weiter zu eroͤrtern, ob der Nachdruck an ſich unrechtlich ſey. Das Unmoraliſche deſſelben iſt kaum beſtritten worden und die Verthei¬ digungen deſſelben beſchraͤnken ſich, mit Ausnahme einiger metaphyſiſcher Verſuche an naturrechtlichen Verhaͤltniſſen, faſt allein darauf, daß ſie den Nach¬

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Zitationshilfe: Perthes, Friedrich Christoph: Der deutsche Buchhandel als Bedingung des Daseyns einer deutschen Literatur. 1816, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/perthes_buchhandel_1816/18>, abgerufen am 15.10.2019.