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Pachelbel-Gehag, Johann Christoph von: Ausführliche Beschreibung Des Fichtel-Berges, Jn Norgau liegend. Leipzig, 1716.

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Beschreibung des Fichtelbergs.
Wer diese
gewesen?
bracht worden. Denen habe Theodorus I. Hertzog in Bäyern
diese Gegend zu bewohnen und zu bauen eingegeben/ welche man
noch anheute das Norgau nenne.

Woher die
Norgauere
den Namen
haben/
und wer ihr
Stamm-Va-
ter gewesen/
unterschiedl.
Meynunge.

Vom Uhrsprung der Norgauere/ und woher sie diesen Nah-
men haben/ seynd die Meynungen unterschiedlich/ wovon das
2. Cap. Part. 1. Originum Bonsideliensium D. Joh. Georgii Pertschii,
nunmehro Hochgräffl. Reußischen General-Superintendens/ zu le-
sen. Wir wollen uns hier der Kürtze befleissen/ und nur das
Wahrscheinlichste hievon anführen:

Solchemnach schreibet der Hochfürstliche Brandenburg-
Bayreuth-Onolzbachische respective Geheimbdeund Gemeinschafftl.
älteste Rath/ Herr W. Gabriel Pachelbel von Gehag in der An-
leitung des
Summarischen Berichts von Onolzbach/ §. 2. 3. und 4.
Woher die
Teutsche ü-
berhaupt
kommen?
daß die Teutsche von Japhet des Nohä Sohn herkommen/ und aus
Armenien sich in Europam gewendet/ zu Lande bey dem schwartzen
Meer vorbey gezogen/ und sich biß an die Onolzbachische Redniz
und noch weiter gegen Abend niedergelassen/etc. würckliche
Alteteutsche
auch über
Norgau
herrschende
Könige und
Fürsten.
Könige und Lands-Fürsten auch über die Onolzbachische Redniz
hinaus wären Hermio, des Tuisconis Enckel/ (welcher Noä Uhr-
Enckel war/) vom 2124ten Welt-Jahr an/ und seine Nachfolgere
gewesen. Wann nun/ wie hochbelobter Herr Autor in seinem
Summarischen Bericht von Norgau §. 5. schreibet/ im Jahr der
Welt 2188. des Hermions Nachfolger Marsus war/ und §. 6. im
Jahr der Welt 2392. und 2458. Alemannus (oder Hercules) Nori-
Norgau hat
den Namen
von seinem
Lands-Für-
sten Norico.
cus und Bojus Vorfahrere derer Lands-Fürsten im Norgau ge-
wesen; so ist/ wie ich dafür halte/ allerdings wahrscheinlich/ daß
Norgau den Nahmen von seinem Lands-Herren Norico bekom-
men/ und also Norici Aue oder Noricgau oder Land genannt
worden.

Dieser Kö-
nige erste
Residenz im
Norgau.

Des Hermions König- und Lands-Fürstliche/ auch über die
Onolzbachische Redniz hinaus herschende Nachfolgere haben ihre
erste Residenz-Stadt und dabey nöthigen Begräbnüß-Ort im
Norgau auf der Königs Heide gehabt/ alwo zu Bruschens Zeiten
ein weites Feld gewesen/ nunmehro aber sehr verwachsen ist/ auff
welchem offt Menschen-Todten-Beine heraus gegraben worden.

Es

Beſchreibung des Fichtelbergs.
Wer dieſe
geweſen?
bracht worden. Denen habe Theodorus I. Hertzog in Baͤyern
dieſe Gegend zu bewohnen und zu bauen eingegeben/ welche man
noch anheute das Norgau nenne.

Woher die
Norgauere
den Namen
haben/
und wer ihr
Stam̃-Va-
ter geweſen/
unteꝛſchiedl.
Meynungē.

Vom Uhrſprung der Norgauere/ und woher ſie dieſen Nah-
men haben/ ſeynd die Meynungen unterſchiedlich/ wovon das
2. Cap. Part. 1. Originum Bonſidelienſium D. Joh. Georgii Pertſchii,
nunmehro Hochgraͤffl. Reußiſchen General-Superintendens/ zu le-
ſen. Wir wollen uns hier der Kuͤrtze befleiſſen/ und nur das
Wahrſcheinlichſte hievon anfuͤhren:

Solchemnach ſchreibet der Hochfuͤrſtliche Brandenburg-
Bayreuth-Onolzbachiſche reſpective Geheimbdeund Gemeinſchafftl.
aͤlteſte Rath/ Herr W. Gabriel Pachelbel von Gehag in der An-
leitung des
Summariſchen Berichts von Onolzbach/ §. 2. 3. und 4.
Woher die
Teutſche uͤ-
berhaupt
kommen?
daß die Teutſche von Japhet des Nohaͤ Sohn herkommen/ und aus
Armenien ſich in Europam gewendet/ zu Lande bey dem ſchwartzen
Meer vorbey gezogen/ und ſich biß an die Onolzbachiſche Redniz
und noch weiter gegen Abend niedergelaſſen/ꝛc. wuͤrckliche
Alteteutſche
auch uͤber
Norgau
herrſchende
Koͤnige und
Fuͤrſten.
Koͤnige und Lands-Fuͤrſten auch uͤber die Onolzbachiſche Redniz
hinaus waͤren Hermio, des Tuiſconis Enckel/ (welcher Noaͤ Uhr-
Enckel war/) vom 2124ten Welt-Jahr an/ und ſeine Nachfolgere
geweſen. Wann nun/ wie hochbelobter Herr Autor in ſeinem
Summariſchen Bericht von Norgau §. 5. ſchreibet/ im Jahr der
Welt 2188. des Hermions Nachfolger Marſus war/ und §. 6. im
Jahr der Welt 2392. und 2458. Alemannus (oder Hercules) Nori-
Norgau hat
den Namen
von ſeinem
Lands-Fuͤr-
ſten Norico.
cus und Bojus Vorfahrere derer Lands-Fuͤrſten im Norgau ge-
weſen; ſo iſt/ wie ich dafuͤr halte/ allerdings wahrſcheinlich/ daß
Norgau den Nahmen von ſeinem Lands-Herren Norico bekom-
men/ und alſo Norici Aue oder Noricgau oder Land genannt
worden.

Dieſer Koͤ-
nige erſte
Reſidenz im
Norgau.

Des Hermions Koͤnig- und Lands-Fuͤrſtliche/ auch uͤber die
Onolzbachiſche Redniz hinaus herſchende Nachfolgere haben ihre
erſte Reſidenz-Stadt und dabey noͤthigen Begraͤbnuͤß-Ort im
Norgau auf der Koͤnigs Heide gehabt/ alwo zu Bruſchens Zeiten
ein weites Feld geweſen/ nunmehro aber ſehr verwachſen iſt/ auff
welchem offt Menſchen-Todten-Beine heraus gegraben worden.

Es
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[2/0015] Beſchreibung des Fichtelbergs. bracht worden. Denen habe Theodorus I. Hertzog in Baͤyern dieſe Gegend zu bewohnen und zu bauen eingegeben/ welche man noch anheute das Norgau nenne. Wer dieſe geweſen? Vom Uhrſprung der Norgauere/ und woher ſie dieſen Nah- men haben/ ſeynd die Meynungen unterſchiedlich/ wovon das 2. Cap. Part. 1. Originum Bonſidelienſium D. Joh. Georgii Pertſchii, nunmehro Hochgraͤffl. Reußiſchen General-Superintendens/ zu le- ſen. Wir wollen uns hier der Kuͤrtze befleiſſen/ und nur das Wahrſcheinlichſte hievon anfuͤhren: Solchemnach ſchreibet der Hochfuͤrſtliche Brandenburg- Bayreuth-Onolzbachiſche reſpective Geheimbdeund Gemeinſchafftl. aͤlteſte Rath/ Herr W. Gabriel Pachelbel von Gehag in der An- leitung des Summariſchen Berichts von Onolzbach/ §. 2. 3. und 4. daß die Teutſche von Japhet des Nohaͤ Sohn herkommen/ und aus Armenien ſich in Europam gewendet/ zu Lande bey dem ſchwartzen Meer vorbey gezogen/ und ſich biß an die Onolzbachiſche Redniz und noch weiter gegen Abend niedergelaſſen/ꝛc. wuͤrckliche Koͤnige und Lands-Fuͤrſten auch uͤber die Onolzbachiſche Redniz hinaus waͤren Hermio, des Tuiſconis Enckel/ (welcher Noaͤ Uhr- Enckel war/) vom 2124ten Welt-Jahr an/ und ſeine Nachfolgere geweſen. Wann nun/ wie hochbelobter Herr Autor in ſeinem Summariſchen Bericht von Norgau §. 5. ſchreibet/ im Jahr der Welt 2188. des Hermions Nachfolger Marſus war/ und §. 6. im Jahr der Welt 2392. und 2458. Alemannus (oder Hercules) Nori- cus und Bojus Vorfahrere derer Lands-Fuͤrſten im Norgau ge- weſen; ſo iſt/ wie ich dafuͤr halte/ allerdings wahrſcheinlich/ daß Norgau den Nahmen von ſeinem Lands-Herren Norico bekom- men/ und alſo Norici Aue oder Noricgau oder Land genannt worden. Woher die Teutſche uͤ- berhaupt kommen? Alteteutſche auch uͤber Norgau herrſchende Koͤnige und Fuͤrſten. Norgau hat den Namen von ſeinem Lands-Fuͤr- ſten Norico. Des Hermions Koͤnig- und Lands-Fuͤrſtliche/ auch uͤber die Onolzbachiſche Redniz hinaus herſchende Nachfolgere haben ihre erſte Reſidenz-Stadt und dabey noͤthigen Begraͤbnuͤß-Ort im Norgau auf der Koͤnigs Heide gehabt/ alwo zu Bruſchens Zeiten ein weites Feld geweſen/ nunmehro aber ſehr verwachſen iſt/ auff welchem offt Menſchen-Todten-Beine heraus gegraben worden. Es

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Zitationshilfe: Pachelbel-Gehag, Johann Christoph von: Ausführliche Beschreibung Des Fichtel-Berges, Jn Norgau liegend. Leipzig, 1716, S. 2. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pachelbel_fichtelberg_1716/15>, abgerufen am 21.08.2019.