Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Oest, Johann Friedrich: Nöthige Belehrung und Warnung für Jüngling und solche Knaben. In: Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens: von einer Gesellschaft practischer Erzieher, Bd. 6. Wolfenbüttel, 1787. S. 293-434

Bild:
<< vorherige Seite

Versäumniß der Sorge für die Gesundheit durch körperliche Arbeit.

Merkt euch

3. Die Verwahrungsmittel vor allen Reizen zu dieser unnatürlichen Sünde.

Oftmalige und zur Geläufigkeit gewordene Vorstellungen von Gott, seiner Weisheit und Güte, die uns in der ganzen Natur so sichtbar geoffenbart ist, daß jede Sache, worauf wir mit unseren Sinnen gerathen und bei der wir uns nur etwas verweilen wollen, uns den Gedanken einflößt: Gott ist weise und gütig. Würkt dieser Gedanke nicht innerliche Abneigung gegen alles, was böse, unweise und zweckwidrig ist, und befördert er nicht Wünschen, Wollen und Bemühen, selbst weise und gut zu werden? Nächstdem Anwendung aller Kräfte zu allen möglichen nützlichen Arbeiten, mit der die Lust und Fähigkeit zu steter Beschäftigung immer mehr zunimmt und der Hang zur müßigen Einsamkeit, dieser gefährlichen Klippe der Unschuld, immer mehr abnimmt. Vermeidung böser Gesellschaft, hingegen Umgang mit einsichtsvollen tugendhaften Personen, die Verstand und Herz bilden. Schaamhaftigkeit gegen andere und gegen sich selbst.

Versäumniß der Sorge für die Gesundheit durch körperliche Arbeit.

Merkt euch

3. Die Verwahrungsmittel vor allen Reizen zu dieser unnatürlichen Sünde.

Oftmalige und zur Geläufigkeit gewordene Vorstellungen von Gott, seiner Weisheit und Güte, die uns in der ganzen Natur so sichtbar geoffenbart ist, daß jede Sache, worauf wir mit unseren Sinnen gerathen und bei der wir uns nur etwas verweilen wollen, uns den Gedanken einflößt: Gott ist weise und gütig. Würkt dieser Gedanke nicht innerliche Abneigung gegen alles, was böse, unweise und zweckwidrig ist, und befördert er nicht Wünschen, Wollen und Bemühen, selbst weise und gut zu werden? Nächstdem Anwendung aller Kräfte zu allen möglichen nützlichen Arbeiten, mit der die Lust und Fähigkeit zu steter Beschäftigung immer mehr zunimmt und der Hang zur müßigen Einsamkeit, dieser gefährlichen Klippe der Unschuld, immer mehr abnimmt. Vermeidung böser Gesellschaft, hingegen Umgang mit einsichtsvollen tugendhaften Personen, die Verstand und Herz bilden. Schaamhaftigkeit gegen andere und gegen sich selbst.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="2">
        <div>
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0104" n="396"/>
Versäumniß der Sorge für die Gesundheit durch körperliche Arbeit.</p>
            <p>Merkt euch</p>
          </div>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">3. Die Verwahrungsmittel vor allen Reizen zu dieser unnatürlichen Sünde.</hi> </head><lb/>
            <p>Oftmalige und zur Geläufigkeit gewordene Vorstellungen von Gott, seiner Weisheit und Güte, die uns in der ganzen Natur so sichtbar geoffenbart ist, daß jede Sache, worauf wir mit unseren Sinnen gerathen und bei der wir uns nur etwas verweilen wollen, uns den Gedanken einflößt: Gott ist weise und gütig. Würkt dieser Gedanke nicht innerliche Abneigung gegen alles, was böse, unweise und zweckwidrig ist, und befördert er nicht Wünschen, Wollen und Bemühen, selbst weise und gut zu werden? Nächstdem Anwendung aller Kräfte zu allen möglichen nützlichen Arbeiten, mit der die Lust und Fähigkeit zu steter Beschäftigung immer mehr zunimmt und der Hang zur müßigen Einsamkeit, dieser gefährlichen Klippe der Unschuld, immer mehr abnimmt. Vermeidung böser Gesellschaft, hingegen Umgang mit einsichtsvollen tugendhaften Personen, die Verstand und Herz bilden. Schaamhaftigkeit gegen andere und gegen sich selbst.
</p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[396/0104] Versäumniß der Sorge für die Gesundheit durch körperliche Arbeit. Merkt euch 3. Die Verwahrungsmittel vor allen Reizen zu dieser unnatürlichen Sünde. Oftmalige und zur Geläufigkeit gewordene Vorstellungen von Gott, seiner Weisheit und Güte, die uns in der ganzen Natur so sichtbar geoffenbart ist, daß jede Sache, worauf wir mit unseren Sinnen gerathen und bei der wir uns nur etwas verweilen wollen, uns den Gedanken einflößt: Gott ist weise und gütig. Würkt dieser Gedanke nicht innerliche Abneigung gegen alles, was böse, unweise und zweckwidrig ist, und befördert er nicht Wünschen, Wollen und Bemühen, selbst weise und gut zu werden? Nächstdem Anwendung aller Kräfte zu allen möglichen nützlichen Arbeiten, mit der die Lust und Fähigkeit zu steter Beschäftigung immer mehr zunimmt und der Hang zur müßigen Einsamkeit, dieser gefährlichen Klippe der Unschuld, immer mehr abnimmt. Vermeidung böser Gesellschaft, hingegen Umgang mit einsichtsvollen tugendhaften Personen, die Verstand und Herz bilden. Schaamhaftigkeit gegen andere und gegen sich selbst.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription. (2013-06-18T07:52:44Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Frederike Neuber: Bearbeitung der digitalen Edition. (2013-06-18T07:52:44Z)
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-06-18T07:52:44Z)

Weitere Informationen:

Als Grundlage dienen die Wikisource-Editionsrichtlinien.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/oest_knaben_1787
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/oest_knaben_1787/104
Zitationshilfe: Oest, Johann Friedrich: Nöthige Belehrung und Warnung für Jüngling und solche Knaben. In: Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens: von einer Gesellschaft practischer Erzieher, Bd. 6. Wolfenbüttel, 1787. S. 293-434, S. 396. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/oest_knaben_1787/104>, abgerufen am 05.08.2020.