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Eigentliche Abbildung der Stadt Wißmar/ sampt kurtzem Bericht/ ihres Alterthums/ Ursprungs/ Gelegenheit und der Zeit passirenden Kriegs-Unruhe. Um 1675/80.

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Eigentliche Abbildung der Stadt Wißmar/ sampt kurtzem
Bericht/ ihres Alterthums/ Ursprungs/ Gelegenheit und der Zeit passirenden Kriegs-Unruhe.

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WJßmar eine alte berühmte teutsche
Wandalische Stadt/ wie Johann Micrä-
lius anzeigt/ am Baldischen Meer/ oder der
Ost-See/ eine Tagreise von Lübeck/ in dem
Hertzogthum Mecklenburg gelegen/ ist er-
bauet/ von Wissimiro/ vermuhtlich einem
Sohn Wismari des Wandalinischen Königs welcher nicht
(wie einige wollen unter denen Vapovius und Cromerus/)
ein Pohl oder Wend/ und aus des Lechi Geschlecht/ sondern
300 Jahr vor ihme Siwardum/ oder Sigwardum den Kö-
nig der Dähnen/ daselbst umbs Jahr Christi 340 in einer
Schlacht zu Wasser erlegt/ und zu seinem Gedächtnüs die
Stadt unter Kaiser Constantino dem Grossen erbauet/ und
Wismar genandt. Andere (wiewol zweiffelhafftig) wol-
len/ daß von Wisbuy der Haupt-Stadt in Gothland/ Go-
thische Völcker hergeführet/ und von solchen neuen Ein-
wohnern solcher Ort wegen Sicherheit des Ports
oder Meer-Hafens Wismar/ das ist ein gewisses oder siche-
res Meer seye genandt worden. Diese Stadt hat sich nach
und nach mit Gebäuen und andern denckwürdigen Stucken
verbessert und vergrössert/ daß sie nun als eine schöne Kauf-
und Handels-Stadt dem berühmten Rostock/ mit ihren wol-
erbauten Häusern/ und Fürstlichem Schloß/ an Grösse und
Schönheit wenig bevor giebet/ und für eine der fürnehmsten
Han-see-Stadte gehalten wird. Von solchen ihren ersten
Zeiten und guten Aufnahm an/ ist sie sehr veränderlich mit
einheimischen Uneinigkeiten/ Ab- und Einsetzung alter und
neuer Obrigkeit/ zu unterschiedlichen Jahren gewesen/ als
Anno 1409. wurde der alte Rath von der Burgerschafft
daselbst abgesetzt/ An. 1417. vertrug sich die Burgerschafft
wieder mit demselbigen/ und erlegte den Fürsten von Meck-
lenburg 10000 Marck Straff.

Und nach dem sie Anno 1427. und wider Anno 1520
aufständig worden/ hat endlich Anno 1632 den 10 Jenner
Hertzog Adolph Friederich von Mecklenburg mit Hülff des
[Spaltenumbruch] Schwedischen General Totts/ diese Stadt als rechtmässi-
ger Erb/ (welche sampt dem gantzen Land etliche Jahr vor-
hero Jhro Kaiserl. Majest. dem Hertzog von Friedland sonst
Graf von Wallenstein genandt/ eingeraumet hatte/) wi-
der mit Accord erobert und eingenommen/ von welcher Zeit
an sie stetig mit Schwedischem Volck besetzt geblieben. An.
1653. im Weinmonat/ ist daselbst der hohe Königl. Schwe-
dische Tribunal eröffnet worden. Unter andern denckwür-
digen Stucken an dieser Stadt/ ist auch nicht das geringste das
Gegitter um den Tauf-Stein in der Marien-Kirch/ das
vom Teufel soll gemachet sein/ dann es der Schmid so sol-
ches angefangen nicht ausmachen können/ ist gestaltet als
ob es mit Stricken gewunden wäre/ zwar schlecht anzusehen/
doch so/ daß es niemand nachzumachen sich unterstehet. Es
machet auch nicht weniger diese Stadt berühmt/ der herrli-
che Port und Meer-Hafen/ der für den bequemsten am gan-
zen Balthischen Gestad gehalten wird. Jst also diese berühm-
te Stadt/ vermög des general Frieden-Schlusses samt der
Vestung Wallfisch/ und den Aemptern Poel (etlich Dörf-
fer darvon ausgenommen/) und neuen Closter/ der Cron
Schweden erblich gehörig/ welcher sie auch Anno 1654.
den 8. September gehuldet.

Den 19. Octobr. dieses 1675sten Jahrs/ sind Jhro
Königl. Majest. von Dännemarck mit seiner gantzen Ar-
mee bey Rostock der Sage nach dieser Stadt zu marschiret/
deme viel Pompen/ Stücke/ und Feuer-Mörsel gefolget.
Den 26sten Octobris/ ist es vollend mit Ankunfft seiner
Maje. worauf es angesehen klar worden/ indeme sie daselbst
unablässig was zu dessen Attaque gehörig angeordnet/ mas-
sen auch schon selbige Nacht/ in den Approchen von den Or-
ten ein Anfang gemacht/ und von einer Batterien mit 4. Ca-
nonschüssen zugleich auf dieselbe gespielet worden/ denen dann
die Belagerten tapffer mit ebenmässigen Herausschiessen
wiewol gar fruchtlos gefolget/ den 28sten wurde bereits ein-
mal aber ohne Effect gestürmet/ nach welchem sich dann sei-
[Spaltenumbruch] ne Majest. zu einem General-Sturm gefast machte/ wor-
zu die von Greiffs-Mühl 2000 Sturm-Leitern innerhalb
4. Tag ins Lager lifern musten/ inzwischen aber ist die Stadt
aufs äusserste mit canoniren und Feuer einwerffen beängstigt
worden. Nach diesem rucken die Königl. Approchen der
Stadt immer näher/ daß sie den 1. Novembr. aus selbigen
mit Feuer-Mörseln gar hinein spielen kunten/ und wurde der
Haven von dem Feind mit Ketten und starcken Balcken
dermassen geschlossen/ daß ihme ein Succurs zu Wasser bey-
zukommen unmöglich ware. Endlich wurffen sie gar ihre
Trencheen biß auf die 300 Schritt von der Stadt auf/ und
ruckten täglich näher/ um ihre Kessel und Stuck den Bela-
gerten unter die Augen zustellen/ da sich dann deßmalen die
Einwohner auch resolut hielten und kein Pulver sparten/
den Belagerern aber wenig Schaden zufügten[.] Jndessen ha-
ben Jhre Majest. dem Herrn Admiral Adler wegen des
See-Hafens-Aufsicht/ scharffe Ordre ertheilet/ dieweilen
aber die Belagerte vermercket/ daß Jhre Majest. alles Ern-
stes sich wieder zu einem gewaltigen Sturm rüsteten/ sind sie
dem Bericht nach aus Lübeck anders Sinnes worden/ und
als an ihrem erwarteten Succurs desperirend sich mit Jhrer
Königl. Majest. zu accordiren angebotten/ dahero der ob-
handen gewesene Sturm der Zeit nach geblieben. Es hat
aber die Veranlassung und gute Gelegenheit Se. Maj. in-
zwischen nicht minder erfreuet/ in deme das den 8. Nov.
zwischen Wißmar und dem Wallfisch gelegene Kriegsschiff
der Falck genandt/ worinnen ein Leutenant/ samt 60 Ma-
trossen/ 24. Metallinen und 6. eisernen Stucken 6000. Reu-
ter-Degen/ und vieler Schiffbereitschafft/ als Wein/ Ge-
würtz/ Pulver/ Lunten/ Kugeln etc. gewesen/ wie auch den
Wallfisch so man vor einen unüberwindlichen Ort ge-
halten/ worauf ein Leut. Fendrich und 24. gemeine Knecht
ohne grosse Mühe und Schaden/ glücklich erobert.

P. S. Ein Currier berichtet/ das die Stadt Wißmar den
8/18. sich mit Accord auch ergeben.

[Ende Spaltensatz]
Eigentliche Abbildung der Stadt Wißmar/ ſampt kurtzem
Bericht/ ihres Alterthums/ Urſprungs/ Gelegenheit und der Zeit paſſirenden Kriegs-Unruhe.

[Abbildung]
[Beginn Spaltensatz]

WJßmar eine alte beruͤhmte teutſche
Wandaliſche Stadt/ wie Johann Micraͤ-
lius anzeigt/ am Baldiſchen Meer/ oder der
Oſt-See/ eine Tagreiſe von Luͤbeck/ in dem
Hertzogthum Mecklenburg gelegen/ iſt er-
bauet/ von Wiſſimiro/ vermuhtlich einem
Sohn Wiſmari des Wandaliniſchen Koͤnigs welcher nicht
(wie einige wollen unter denen Vapovius und Cromerus/)
ein Pohl oder Wend/ und aus des Lechi Geſchlecht/ ſondern
300 Jahr vor ihme Siwardum/ oder Sigwardum den Koͤ-
nig der Daͤhnen/ daſelbſt umbs Jahr Chriſti 340 in einer
Schlacht zu Waſſer erlegt/ und zu ſeinem Gedaͤchtnuͤs die
Stadt unter Kaiſer Conſtantino dem Groſſen erbauet/ und
Wiſmar genandt. Andere (wiewol zweiffelhafftig) wol-
len/ daß von Wisbuy der Haupt-Stadt in Gothland/ Go-
thiſche Voͤlcker hergefuͤhret/ und von ſolchen neuen Ein-
wohnern ſolcher Ort wegen Sicherheit des Ports
oder Meer-Hafens Wiſmar/ das iſt ein gewiſſes oder ſiche-
res Meer ſeye genandt worden. Dieſe Stadt hat ſich nach
und nach mit Gebaͤuen und andern denckwuͤrdigen Stucken
verbeſſert und vergroͤſſert/ daß ſie nun als eine ſchoͤne Kauf-
und Handels-Stadt dem beruͤhmten Roſtock/ mit ihren wol-
erbauten Haͤuſern/ und Fuͤrſtlichem Schloß/ an Groͤſſe und
Schoͤnheit wenig bevor giebet/ und fuͤr eine der fuͤrnehmſten
Han-ſee-Stadte gehalten wird. Von ſolchen ihren erſten
Zeiten und guten Aufnahm an/ iſt ſie ſehr veraͤnderlich mit
einheimiſchen Uneinigkeiten/ Ab- und Einſetzung alter und
neuer Obrigkeit/ zu unterſchiedlichen Jahren geweſen/ als
Anno 1409. wurde der alte Rath von der Burgerſchafft
daſelbſt abgeſetzt/ An. 1417. vertrug ſich die Burgerſchafft
wieder mit demſelbigen/ und erlegte den Fuͤrſten von Meck-
lenburg 10000 Marck Straff.

Und nach dem ſie Anno 1427. und wider Anno 1520
aufſtaͤndig worden/ hat endlich Anno 1632 den 10 Jenner
Hertzog Adolph Friederich von Mecklenburg mit Huͤlff des
[Spaltenumbruch] Schwediſchen General Totts/ dieſe Stadt als rechtmaͤſſi-
ger Erb/ (welche ſampt dem gantzen Land etliche Jahr vor-
hero Jhro Kaiſerl. Majeſt. dem Hertzog von Friedland ſonſt
Graf von Wallenſtein genandt/ eingeraumet hatte/) wi-
der mit Accord erobert und eingenommen/ von welcher Zeit
an ſie ſtetig mit Schwediſchem Volck beſetzt geblieben. An.
1653. im Weinmonat/ iſt daſelbſt der hohe Koͤnigl. Schwe-
diſche Tribunal eroͤffnet worden. Unter andern denckwuͤr-
digen Stucken an dieſer Stadt/ iſt auch nicht das geringſte das
Gegitter um den Tauf-Stein in der Marien-Kirch/ das
vom Teufel ſoll gemachet ſein/ dann es der Schmid ſo ſol-
ches angefangen nicht ausmachen koͤnnen/ iſt geſtaltet als
ob es mit Stricken gewunden waͤre/ zwar ſchlecht anzuſehen/
doch ſo/ daß es niemand nachzumachen ſich unterſtehet. Es
machet auch nicht weniger dieſe Stadt beruͤhmt/ der herꝛli-
che Port und Meer-Hafen/ der fuͤr den bequemſten am gan-
zen Balthiſchen Geſtad gehalten wird. Jſt alſo dieſe beruͤhm-
te Stadt/ vermoͤg des general Frieden-Schluſſes ſamt der
Veſtung Wallfiſch/ und den Aemptern Poel (etlich Doͤrf-
fer darvon ausgenommen/) und neuen Cloſter/ der Cron
Schweden erblich gehoͤrig/ welcher ſie auch Anno 1654.
den 8. September gehuldet.

Den 19. Octobr. dieſes 1675ſten Jahrs/ ſind Jhro
Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck mit ſeiner gantzen Ar-
mee bey Roſtock der Sage nach dieſer Stadt zu marſchiret/
deme viel Pompen/ Stuͤcke/ und Feuer-Moͤrſel gefolget.
Den 26ſten Octobris/ iſt es vollend mit Ankunfft ſeiner
Maje. worauf es angeſehen klar worden/ indeme ſie daſelbſt
unablaͤſſig was zu deſſen Attaque gehoͤrig angeordnet/ maſ-
ſen auch ſchon ſelbige Nacht/ in den Approchen von den Or-
ten ein Anfang gemacht/ und von einer Batterien mit 4. Ca-
nonſchuͤſſen zugleich auf dieſelbe geſpielet worden/ denen dann
die Belagerten tapffer mit ebenmaͤſſigen Herausſchieſſen
wiewol gar fruchtlos gefolget/ den 28ſten wurde bereits ein-
mal aber ohne Effect geſtuͤrmet/ nach welchem ſich dann ſei-
[Spaltenumbruch] ne Majeſt. zu einem General-Sturm gefaſt machte/ wor-
zu die von Greiffs-Muͤhl 2000 Sturm-Leitern innerhalb
4. Tag ins Lager lifern muſten/ inzwiſchen aber iſt die Stadt
aufs aͤuſſerſte mit canoniren und Feuer einwerffen beaͤngſtigt
worden. Nach dieſem rucken die Koͤnigl. Approchen der
Stadt immer naͤher/ daß ſie den 1. Novembr. aus ſelbigen
mit Feuer-Moͤrſeln gar hinein ſpielen kunten/ und wurde der
Haven von dem Feind mit Ketten und ſtarcken Balcken
dermaſſen geſchloſſen/ daß ihme ein Succurs zu Waſſer bey-
zukommen unmoͤglich ware. Endlich wurffen ſie gar ihre
Trencheen biß auf die 300 Schritt von der Stadt auf/ und
ruckten taͤglich naͤher/ um ihre Keſſel und Stuck den Bela-
gerten unter die Augen zuſtellen/ da ſich dann deßmalen die
Einwohner auch reſolut hielten und kein Pulver ſparten/
den Belagerern aber wenig Schaden zufuͤgten[.] Jndeſſen ha-
ben Jhre Majeſt. dem Herrn Admiral Adler wegen des
See-Hafens-Aufſicht/ ſcharffe Ordre ertheilet/ dieweilen
aber die Belagerte vermercket/ daß Jhre Majeſt. alles Ern-
ſtes ſich wieder zu einem gewaltigen Sturm ruͤſteten/ ſind ſie
dem Bericht nach aus Luͤbeck anders Sinnes worden/ und
als an ihrem erwarteten Succurs deſperirend ſich mit Jhrer
Koͤnigl. Majeſt. zu accordiren angebotten/ dahero der ob-
handen geweſene Sturm der Zeit nach geblieben. Es hat
aber die Veranlaſſung und gute Gelegenheit Se. Maj. in-
zwiſchen nicht minder erfreuet/ in deme das den 8. Nov.
zwiſchen Wißmar und dem Wallfiſch gelegene Kriegsſchiff
der Falck genandt/ worinnen ein Leutenant/ ſamt 60 Ma-
troſſen/ 24. Metallinen und 6. eiſernen Stucken 6000. Reu-
ter-Degen/ und vieler Schiffbereitſchafft/ als Wein/ Ge-
wuͤrtz/ Pulver/ Lunten/ Kugeln ꝛc. geweſen/ wie auch den
Wallfiſch ſo man vor einen unuͤberwindlichen Ort ge-
halten/ worauf ein Leut. Fendrich und 24. gemeine Knecht
ohne groſſe Muͤhe und Schaden/ gluͤcklich erobert.

P. S. Ein Currier berichtet/ das die Stadt Wißmar den
8/18. ſich mit Accord auch ergeben.

[Ende Spaltensatz]
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[0001] Eigentliche Abbildung der Stadt Wißmar/ ſampt kurtzem Bericht/ ihres Alterthums/ Urſprungs/ Gelegenheit und der Zeit paſſirenden Kriegs-Unruhe. [Abbildung] WJßmar eine alte beruͤhmte teutſche Wandaliſche Stadt/ wie Johann Micraͤ- lius anzeigt/ am Baldiſchen Meer/ oder der Oſt-See/ eine Tagreiſe von Luͤbeck/ in dem Hertzogthum Mecklenburg gelegen/ iſt er- bauet/ von Wiſſimiro/ vermuhtlich einem Sohn Wiſmari des Wandaliniſchen Koͤnigs welcher nicht (wie einige wollen unter denen Vapovius und Cromerus/) ein Pohl oder Wend/ und aus des Lechi Geſchlecht/ ſondern 300 Jahr vor ihme Siwardum/ oder Sigwardum den Koͤ- nig der Daͤhnen/ daſelbſt umbs Jahr Chriſti 340 in einer Schlacht zu Waſſer erlegt/ und zu ſeinem Gedaͤchtnuͤs die Stadt unter Kaiſer Conſtantino dem Groſſen erbauet/ und Wiſmar genandt. Andere (wiewol zweiffelhafftig) wol- len/ daß von Wisbuy der Haupt-Stadt in Gothland/ Go- thiſche Voͤlcker hergefuͤhret/ und von ſolchen neuen Ein- wohnern ſolcher Ort wegen Sicherheit des Ports oder Meer-Hafens Wiſmar/ das iſt ein gewiſſes oder ſiche- res Meer ſeye genandt worden. Dieſe Stadt hat ſich nach und nach mit Gebaͤuen und andern denckwuͤrdigen Stucken verbeſſert und vergroͤſſert/ daß ſie nun als eine ſchoͤne Kauf- und Handels-Stadt dem beruͤhmten Roſtock/ mit ihren wol- erbauten Haͤuſern/ und Fuͤrſtlichem Schloß/ an Groͤſſe und Schoͤnheit wenig bevor giebet/ und fuͤr eine der fuͤrnehmſten Han-ſee-Stadte gehalten wird. Von ſolchen ihren erſten Zeiten und guten Aufnahm an/ iſt ſie ſehr veraͤnderlich mit einheimiſchen Uneinigkeiten/ Ab- und Einſetzung alter und neuer Obrigkeit/ zu unterſchiedlichen Jahren geweſen/ als Anno 1409. wurde der alte Rath von der Burgerſchafft daſelbſt abgeſetzt/ An. 1417. vertrug ſich die Burgerſchafft wieder mit demſelbigen/ und erlegte den Fuͤrſten von Meck- lenburg 10000 Marck Straff. Und nach dem ſie Anno 1427. und wider Anno 1520 aufſtaͤndig worden/ hat endlich Anno 1632 den 10 Jenner Hertzog Adolph Friederich von Mecklenburg mit Huͤlff des Schwediſchen General Totts/ dieſe Stadt als rechtmaͤſſi- ger Erb/ (welche ſampt dem gantzen Land etliche Jahr vor- hero Jhro Kaiſerl. Majeſt. dem Hertzog von Friedland ſonſt Graf von Wallenſtein genandt/ eingeraumet hatte/) wi- der mit Accord erobert und eingenommen/ von welcher Zeit an ſie ſtetig mit Schwediſchem Volck beſetzt geblieben. An. 1653. im Weinmonat/ iſt daſelbſt der hohe Koͤnigl. Schwe- diſche Tribunal eroͤffnet worden. Unter andern denckwuͤr- digen Stucken an dieſer Stadt/ iſt auch nicht das geringſte das Gegitter um den Tauf-Stein in der Marien-Kirch/ das vom Teufel ſoll gemachet ſein/ dann es der Schmid ſo ſol- ches angefangen nicht ausmachen koͤnnen/ iſt geſtaltet als ob es mit Stricken gewunden waͤre/ zwar ſchlecht anzuſehen/ doch ſo/ daß es niemand nachzumachen ſich unterſtehet. Es machet auch nicht weniger dieſe Stadt beruͤhmt/ der herꝛli- che Port und Meer-Hafen/ der fuͤr den bequemſten am gan- zen Balthiſchen Geſtad gehalten wird. Jſt alſo dieſe beruͤhm- te Stadt/ vermoͤg des general Frieden-Schluſſes ſamt der Veſtung Wallfiſch/ und den Aemptern Poel (etlich Doͤrf- fer darvon ausgenommen/) und neuen Cloſter/ der Cron Schweden erblich gehoͤrig/ welcher ſie auch Anno 1654. den 8. September gehuldet. Den 19. Octobr. dieſes 1675ſten Jahrs/ ſind Jhro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck mit ſeiner gantzen Ar- mee bey Roſtock der Sage nach dieſer Stadt zu marſchiret/ deme viel Pompen/ Stuͤcke/ und Feuer-Moͤrſel gefolget. Den 26ſten Octobris/ iſt es vollend mit Ankunfft ſeiner Maje. worauf es angeſehen klar worden/ indeme ſie daſelbſt unablaͤſſig was zu deſſen Attaque gehoͤrig angeordnet/ maſ- ſen auch ſchon ſelbige Nacht/ in den Approchen von den Or- ten ein Anfang gemacht/ und von einer Batterien mit 4. Ca- nonſchuͤſſen zugleich auf dieſelbe geſpielet worden/ denen dañ die Belagerten tapffer mit ebenmaͤſſigen Herausſchieſſen wiewol gar fruchtlos gefolget/ den 28ſten wurde bereits ein- mal aber ohne Effect geſtuͤrmet/ nach welchem ſich dann ſei- ne Majeſt. zu einem General-Sturm gefaſt machte/ wor- zu die von Greiffs-Muͤhl 2000 Sturm-Leitern innerhalb 4. Tag ins Lager lifern muſten/ inzwiſchen aber iſt die Stadt aufs aͤuſſerſte mit canoniren uñ Feuer einwerffen beaͤngſtigt worden. Nach dieſem rucken die Koͤnigl. Approchen der Stadt immer naͤher/ daß ſie den 1. Novembr. aus ſelbigen mit Feuer-Moͤrſeln gar hinein ſpielen kunten/ und wurde der Haven von dem Feind mit Ketten und ſtarcken Balcken dermaſſen geſchloſſen/ daß ihme ein Succurs zu Waſſer bey- zukommen unmoͤglich ware. Endlich wurffen ſie gar ihre Trencheen biß auf die 300 Schritt von der Stadt auf/ und ruckten taͤglich naͤher/ um ihre Keſſel und Stuck den Bela- gerten unter die Augen zuſtellen/ da ſich dann deßmalen die Einwohner auch reſolut hielten und kein Pulver ſparten/ den Belagerern aber wenig Schaden zufuͤgten. Jndeſſen ha- ben Jhre Majeſt. dem Herrn Admiral Adler wegen des See-Hafens-Aufſicht/ ſcharffe Ordre ertheilet/ dieweilen aber die Belagerte vermercket/ daß Jhre Majeſt. alles Ern- ſtes ſich wieder zu einem gewaltigen Sturm ruͤſteten/ ſind ſie dem Bericht nach aus Luͤbeck anders Sinnes worden/ und als an ihrem erwarteten Succurs deſperirend ſich mit Jhrer Koͤnigl. Majeſt. zu accordiren angebotten/ dahero der ob- handen geweſene Sturm der Zeit nach geblieben. Es hat aber die Veranlaſſung und gute Gelegenheit Se. Maj. in- zwiſchen nicht minder erfreuet/ in deme das den 8. Nov. zwiſchen Wißmar und dem Wallfiſch gelegene Kriegsſchiff der Falck genandt/ worinnen ein Leutenant/ ſamt 60 Ma- troſſen/ 24. Metallinen und 6. eiſernen Stucken 6000. Reu- ter-Degen/ und vieler Schiffbereitſchafft/ als Wein/ Ge- wuͤrtz/ Pulver/ Lunten/ Kugeln ꝛc. geweſen/ wie auch den Wallfiſch ſo man vor einen unuͤberwindlichen Ort ge- halten/ worauf ein Leut. Fendrich und 24. gemeine Knecht ohne groſſe Muͤhe und Schaden/ gluͤcklich erobert. P. S. Ein Currier berichtet/ das die Stadt Wißmar den 8/18. ſich mit Accord auch ergeben.

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Zitationshilfe: Eigentliche Abbildung der Stadt Wißmar/ sampt kurtzem Bericht/ ihres Alterthums/ Ursprungs/ Gelegenheit und der Zeit passirenden Kriegs-Unruhe. Um 1675/80, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_wismar_1675/1>, abgerufen am 16.07.2019.