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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 285. Köln, 29. April 1849. Beilage.

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Beilage zu Nr. 285 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Samstag, 29. April 1849.
[Französische Republik]

lution, gar keinen Anspruch auf die privilegirte Vertheidigung der revolutionsfeindlichen, legitimen Gesellschaft haben können; die Rothen, die "Feinde der gesellschaftlichen Ordnung", deren "Restauration", die Milliarde der Emigrirten, das Land bereits in die wüthendste Aufregung versetzt hat. Zwischen beiden stehen die unglücklichen Blauen, die kleinen, biedermännischen Epiciers und Centimensammler, deren "Gesellschaft" eben die Gesellschaft der Ruhe und der Centimensammlung ist, und die von beiden Parteien nur die Störung ihrer Ordnung voraussehen und von beiden mit Füßen getreten werden. Sie kennen bereits die Candidatenliste des democratischen Centralcomite's der Seine, auf welcher sich außer den entschiedensten Rothen der Assemblee, Bac, Greppo, Felix Pyat, und einem Jäger-Offizier Demay fast nur Clubmänner, wie Eduard Herve, Lebon, Montagne, Alton Schee, und revolutionäre Schriftsteller, wie Thore, Charassin, Langlois befinden. Die neuen Helden der "Gesellschaft" sind nicht minder bekannt, es sind die großen Feldherren der Privilegien, Thiers, Mole, Bugeaud, Changarnier, Hauranne, Remusat, mit den Industrierittern des großen Capitals Fould und Compagnie, welche in der Ordnung des Bürgerkönigthums zu fischen gewohnt sind. Das kleine Kapital, die Ordnungsfreunde der kleinbürgerlichen republikanischen Tugend, die mit dem Junischlächter Cavaignac so siegreiche, und seitdem von den beiden "extremen" Parteien gestürzte "honette" Republik sieht man überall mit ihren großen Namen Cavaignac, Marrast, Marie aus dem Felde geschlagen.

Die Nachrichten aus den Departements bestätigen auch von dort die Niederlage der "National"-Clique. In der Dordogne sind in öffentlicher Versammlung die 10 Kandidaten des demokratischen Comite's angenommen worden, darunter Ducluseau und ein Ackerbauer Dulac. Im Aude-Depatement haben die Demokraten die Kandidaten Raynel und Joly, Sohn, die Royalisten ihre Vollblutmänner, Dcjean, d'Hautprul, Mahul, proklamirt; in Toulouse haben beide Parteien fast einstimmig die Kandidatur Armand Marrast's verworfen. Die Montagnards Anglade und Arnaud sind im Ariege-Departement, Joly der ältere, Mule und Cales in Toulouse ihrer Wahl sicher. Die meisten Departements, namentlich Sarthe, Allier, Loire und Cher, Haut-Loire und Ardennen, haben übrigens fast gar keine der bisherigen parlamentarischen Namen aufgestellt, sondern meist Arbeiter mit spezieller Verpflichtung auf die sozial-demokratischen Forderungen zu Kandidaten proklamirt. Auf der andern Seite tragen auch die Geldsammlungen der Rue de Poitiers bereits ihre Früchte, namentlich auf dem Lande, wo Alles mit Geld durchzusetzen ist. Diese Geldsammlungen haben bis jetzt die Summe von 212,000 Fr. eingebracht, und sind sofort, ohne Zweifel so nützlich, wie es die langjährigen Erfahrungen und Experimente des Herrn Thiers nur erwarten lassen, verausgabt worden. In einigen Depatements beginnen bereits die Maire's ihre Bauern für gewisse ihnen vorgeschriebene Kandidaten zu bearbeiten, und die "Sentinelle populaire" von St. Etienne erzählt, daß in Roanne ein Bürgermeister-Comite von 108 Gemeinden des Arrondissements zusammenberufen sei, um sich ebenfalls über die Kandidaten im Sinne der Rue de Poitiers zu vereinbaren und dieselben dann bei den Bauern mit dem "moralischen Einfluß" der Gemeindevorsteher unterstützen zu lassen.

Die Wahlen mögen nun günstig für die eine oder die andere Partei ausfallen, so viel ist wenigstens gewiß, daß die sozial-demokratische Partei in der Legislative entschiedener als je zusammengeschaart sein und daß es sich nicht mehr um die Republik der honetten bürgerlichen Tugend, sondern um die "legitime Gesellschaft" und um die Revolution handeln wird.

43 Paris, 26. April.

Die Demokratenhetze in der Armee nimmt zum sichern Beweis, wie sehr die Minister des gestiefelten Mondkalbs den Boden unter sich wanken fühlen, den erfreulichsten Fortgang. Der "National" erzählt, daß vorgestern ein Soldat, im "Peuple" lesend, über den Boulevard promenirt sei; der "National", der seine alten Ballhörner nie verläugnet, will damit durchaus nicht sagen, daß dieser Soldat oder andere Soldaten Sozialisten sein könnten, sondern bemerkt höchst fein, daß die Soldaten den "Peuple" nur lesen, weil er ihnen verboten ist. Ein Sergent-de-Ville, diese vor-republikanische Institution, welche seit einigen Wochen wieder an die Stelle der Caussidiere'schen "Tyroliens" getreten ist, begegnete dem Soldaten und wollte ihm im gerechten Zorn das verpönte Blatt entreißen. Der Soldat aber antwortete dem Sittlichkeitswächter mit einem Faustschlag auf seinen dreieckigen Hut ("chapeau-a-claque, figure-idem", wie die Gamin's jetzt rufen). Die Menge, welche sich augenblicklich um die Beiden sammelte, walkte den Polizisten noch weidlich mit Rippenstößen durch, und gab dem Soldaten Gelegenheit, ungehindert seinen Weg zu verfolgen.

Ein anderer Fall ist die neueste Verhaftung eines Sergentmajor, Mannens Hurvoix, vom 21. Linienregiment, der alsbald nach dem Fort Vanvres gebracht wurde. Das Verbrechen Hurvoix's besteht darin, sich den Soldaten als demokratischer Kandidat für die Legislative vorgestellt zu haben, und hierin von mehr als 600 Unterschriften unterstützt worden zu sein. Die Proklamation Hurvoix's zum Kandidaten des demokratischen Central-Komite's wird wahrscheinlich die nächste Folge dieser Maßregel sein. Ferner haben das 48. Linien- und das 9. leichte Infanterie-Regiment Befehl bekommen, die Pariser Garnison zu verlassen, da der rundköpfige Changarnier ihrem republikanischen Geist nicht mehr traut. Das 9. ist gestern Morgen abgegangen, das 48. wird morgen und übermorgen an die Reihe kommen, und noch sieben andere Regimenter sollen ihnen in den nächsten 14 Tagen folgen. Auf diese Weise wird die sozial-demokratische Propaganda immer neuen Boden für ihre Agitation erhalten, bis die sämmtlichen Regimenter Frankreichs in Paris Revue passirt haben.

Paris, 26. April.

Der Telegraph meldet der Regierung die plötzliche Ankunft Napoleon Bonaparte's aus Madrid in Bayonne., Derselbe hat ohne Autorisation seinen Posten verlassen und ist wie uns der Moniteur soeben meldet, destituirt worden.

- Napoleon Bonaparte hat folgenden Brief an den Präsidenten ers bonapartistischen Central-Wahl-Comites gerichtet, der den wahren Grund seiner plötzlichen Abreise enthält:

"Madrid, 13. April.

Herr Präsident! Ich danke ihnen für das Anerbieten, daß Sie mir rücksichtlich der Kandidatur für das Seinedepartement machen. Nichts wäre mir schmeichelhafter, als zum Volksvertreter in Paris ernannt zu werden. Meine politische Richtung kennen Sie. Partisan der Ordnung und Freund des Präsidenten, den ich mit dem Volke vertheidigte, als ihn die Reaktionäre angriffen: glaube ich, daß man weder zu den Personen, noch zu den Formen der Vergangenheit zurückkehren müsse, um die Wunden unseres Vaterlandes zu heilen. Der einzige Weg des Heiles scheint mir die Achtung der offenherzig ins Leben gerufenen republikanischen Verfassung zu sein. Die Liebe der Völker und eine demokratische Conciliation nach Innen; eine große, weise und energische Politik (der einzigen, die Frankreichs und eines Bonaparte würdig ist) nach Außen: das ist es, was ich wollte, was ich noch will und worin der Zweck besteht, den ich verfolgen würde, wenn mich meine Mitbürger von Paris zur Stellvertretung berufen.

Ihr ganz ergebenster Mitbürger

(gez.) Napoleon Bonaparte.

- Gestern Abend an den Porten St. Denis und St. Martin starke Gruppen; doch hören wir, daß bei den Wahlversammlungen in den verschiedenen Clublokalen keine Reibungen stattfanden. Die demokratischen Ausschüsse scheinen überall die Polizeikommissarien zugelassen zu haben.

Die "Gazette des Tribunaux" meldet die Verhaftung Madier de Monjean junior's wegen angeblicher Beleidigungen gegen den Polizei-Commissarius, der im Saal Montesquieu den Einlaß im Namen des Gesetzes von 1790 begehrte.

Die Redaktion der "Vraie Republique" erklärt, daß einer der gestrigen Prangerstürmer einige Levkojen Blumen gerettet habe, um sie an Louis Blanc und Caussidiere in London zu schicken. Die Redaktion erklärt, daß sie diesen Auftrag gewissenhaft erfüllen werde.

Am 24. Febr. fanden sich in der Staatshauptkasse 192,488,982 Franken. Aus dieser Summe zogen die verschiedenen Staatsdienste ihre augenblicklichen Bedürfnisse und wir ersehen aus dem Bericht, daß die Commission sich sehr erstaunt zeigt über die Ausgaben, die Lamartine und Bastide für Journale, Geheimpolizei, Künstler, Geheimschreiber u. s. w. machten. Marrast, der nüchterne Atheni[unleserliches Material]nser, bezog als Maire von Paris vom 9. März bis 18. Juli 1848 die Kleinigkeit von 51,498 Franken. Diese "honetten" persönlichen Schwindeleien werden von der Rechten wahrscheinlich gar nicht angefochten werden, desto mehr die wirklichen Revolutionsausgaben Ledru-Rollin's für die Departemenskommissarien und Pariser Clubs. Longepied, dessen klubbistische Wirksamkeit das Ausland bereits kennt, erhielt auf Ledru-Rollin's Anweisungen hin die Summe von 123,000 Franken ausgezahlt, welche in die Casse des "Club der Clubs" flossen, dessen Kassierer Langier war und an dessen Spitze bekanntlich Barbes und Sobrier standen. Der Club der Clubs leitete etwa 80 bis 100 Clubs in Paris und entsandte 400 bis 450 Emissarien in die Departements, um die dortigen Clubs zu leiten. Jeder dieser Emissarien erhielt 6, 8 bis 10 Fr. Zehrgelder per Tag. Außer diesen Club-Emmissarien bereis'ten aber auch noch die bewußten offiziellen Commissarien der Republik die Departements und der Bericht weis't nach, daß diese Commissarien 180,000 Franken mehr ausgaben, als das reguläre Gehalt der Präfekten im Büdget beträgt. Die Commission trägt bei mehreren der Commissarien auf Rückzahlung von 4-, 5- bis 6- tausend Franken an, die angeblich unrechtmäßig ausgegeben worden seien.

- National-Versammlung. Sitzung vom 26. April. Anfang 12 1/2 Uhr. Präsident Marrast.

Die Zugänge sind geschlossen, weil die Versammlung ihr eigenes Budget beräth und es Sitte ist, daß dann das Publikum und selbst die Stenographen entfernt bleiben. Keine unnützen und krittelnden Zuschauer.

Um 2 Uhr eröffnen sich die Seitenthüren.

Marrast erklärt die öffentliche Sitzung als begonnen.

An der Tagesordnung ist das Marinebudget. Eine Generaldiskussion findet gar nicht statt, sondern man schreitet sogleich zur Berathung der einzelnen Artikel, die bis Postschluß wenig Interesse bietet.

Lamartine sieht sich veranlaßt, die namentlich in Kapitel 3 vorgeschlagenen Ersparnisse ebenfalls zu bekämpfen Der Ausschuß scheint sich zu wundern, warum seit 1839 bedeutend viel für unsere Seemacht gethan wurde. Er scheint zu vergessen, daß 1840 allein 93,000 000 Fr. einstimmig votirt wurden, um unsere Marine zu vergrößern weil damals sich der politische Horizont verfinsterte. Heute, wo die politische Lage Europas bedeutend verwickelter sei als 1840, wolle man zu Verringerungen schreiten. Auf dem Festlande haben wir nichts zu fürchten. Man solle an unsere Armeebestände keine Hand legen. Im Falle einer Koalition des alten Europa gegen Frankreich haben wir nichts zu fürchten. Wollten wir aber einen allgemeinen Prinzipienkrieg hervorrufen, einen allgemeinen Destruktionskampf heraufbeschwören, wer weiß, wo der Sieg wäre? Man berühre also weder unsere Marine noch unser Heer und gedenke der Worte Napoleons: Ich verlange von Euch Mannschaften und Ihr schickt mir Holz (Schiffe).

Verworfen.

Die Artikel 3, 4 und 5 werden erledigt und die Debatte um 6 1/4 Uhr abgebrochen.

Die Sitzung ist geschlossen.

Großbritannien.
* London, 26. April.

In der gestrigen Unterhaus sitzung wurde über die Bill zur bessern Verhinderung von Wahlbestechungen ein Langes und Breites geschwätzt. Hume bemerkt sehr richtig, daß alle diese Mittel fruchtlos seien und nur eine Ausdehnung des Stimmrechts und geheime Abstimmung gegen Bestechung helfen könnten. Pakington, der Einbringer dieser Bill, hat kein Glück damit; die erste Klausel derselben wurde mit 146 gegen 54 Stimmen verworfen. Er wird sie nun wohl am besten ganz zurückziehen.

Hierauf beantragt Locke die zweite Lesung der Sonntags-Eisenbahnfahrten-Bill. Die bigotten Schotten befördern des Sonntags, an welchem gerade die große Masse des Volkes Zeit und Bedürfniß nach Erholung hat, Niemanden auf ihren Eisenbahnen, angeblich damit der Sonntag nicht entheiligt werde.

Sie selber aber, diese vom Mark des arbeitenden Volkes gemästeten Dickwänste haben die ganze Woche zu ihrer Verfügung und des Sonntags räckeln sie sich in scheinheiliger Augenverdrehung in ihren Karossen von einer Seite zur andern. Die Bill wollte die Sonntagsbeförderung auf den Eisenbahnen gesetzlich einschärfen; sie wird aber mit 131 gegen 122 Stimmen verworfen.

Redakteur en chef Karl Marx.
[Leserbrief]

Die Infamirten der "Köln. Zeitung" bringen meine "Berichtigungen" noch nicht. Sie reden dagegen in ihrer II. Ausgabe Nr. 92 von "Bildung" und "Wahrheit". Es ist eine bekannte Thatsache, daß lasterhafte Menschen oft von den Tugenden sprechen, die sie nicht besitzen. Wie es in diesem Punkte mit den Herren der "K. Z." steht, ergibt sich aus Folgendem. Sie, die Infamirten, streben seit Jahr und Tag in Leitartikeln, Correspondenzen und Inseraten dahin, durch erdichtete Anschuldigungen, entstellte Thatsachen und pöbelhafte Scheltworte mich dem Hasse und der Verachtung auszusetzen. Das ist der "Bildungsgrad", die "Wahrheitsliebe" und, gelinde gesagt, die "gemeine Grobheit" der Infamirten. Ich stellte diesen "Sudeleien" eine stumme Verachtung entgegen, weil ich hierin die beste Widerlegung erblickte, und um so mehr erblicken durfte, als die "K. Z." zumal in Berlin, wo ich mich derzeit meistens aufhielt, unter den vielen Tagesblättern zu denjenigen zählte, die am Meisten verabscheut werden. Als jedoch die Infamirten, im Bunde mit der kattunverständigen Ex-Excellenz Milde, dem blutsaugenden Adel und den reaktionären Beamten, namentlich der Polizei, worunter besonders der berüchtigte Spion, Landrath Schnabel, in Mülheim, zu merken ist, mir "Wahlpuffs", die lediglich von ihnen ausgegangen waren, andichteten, überschickte ich zwei Berichtigungen, die zusammen kaum eine Handbreit Raum erforderten. Eine ähnliche Berichtigung lief von den Wahlmännern aus Mülheim ein. Aber die Infamirten, welche, wie sie behaupten, "nur Raum für Wahrheit haben", fanden es, aufgestachelt von dem Geiste der Lüge und Perfidie, dem sie dienen, gerathener, hier so wenig als anderwärts, der Wahrheit die Ehre zu geben. Sie unterdrückten diese Berichtigungen und brachten von ihrem Inhalte das direkte Gegentheil. Meine ernsten Mahnungen, die Berichtigungen selbst mitzutheilen, wurden als "Curiosa" höhnisch zurückgewiesen. Man hatte sogar die Schamlosigkeit, ihnen gegenüber von "Wahrheit und Bildung" zu sprechen, während sie, die Infamirten, faktisch von jeher die gemeinsten Rohheiten gegen mich veröffentlichten und überall breitmäulig und spöttisch des "Exdeputirten" gedachten. Weshalb eifern sie, wenn ihnen Wahrheit und Recht so nahe liegen, als sie vorgeben, nicht gegen die maßlose Willkür, durch welch ich zum "Exdeputirten" geworden bin? Natürlich, weil ihre echte Jesuiten-Natur jedes Mittel, sei es noch so schlecht, gerechtfertigt findet, welches dem politischen Gegner schadet. Die Moral ist sehr einfach. Die Infamirten der "Kölnischen Zeitung" besitzen nämlich eine weit dickfelligere Ehrlosigkeit als man gewöhnlich unterstellt.

A. Gladbach.

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Handelsnachrichten. [irrelevantes Material]
Frucht und Oelpreise. [irrelevantes Material]
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Schifffahrts-Anzeige.

In Ladung Köln, 27. April 1849.

Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied M. Pera u. Jos. Krämer. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Jos. Zeiler. Nach der Mosel, der Saar u. Trier Jac. Bayer. Nach Bingen A. Harling. Nach Mainz Joh. Hirschmann. Nach dem Niedermain Franz Spaeth. Nach dem Mittel- und Obermain S. Schön. Nach Heilbronn H. Staab. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns. Nach Worms und Mannheim H. Stammel und (im Sicherheitshafen) Wwe. C. Müller.

Ferner: Nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln Nr. 6.

Nach Amsterdam Capt. Wemmers Köln Nr. 7.

Rheinhöhe: 9' -". Köln. Pegel.

Sitzung des Gemeinderaths vom 26. April 1849.

Der Antrag der Königl. Regierung vom 14. April in Betreff eines Zuschusses für die Errichtung einer dritten Abtheilung der Provinzial-Gewerbschule wird der Kommission für Schulsachen überwiesen. - Der Gemeinderath beschließt die Reorganisation der Bürgerwehr in hiesiger Stadt bis zur Revision der Verfassung resp. des Bürgerwehrgesetzes auf sich beruhen zu lassen. - Er ertheilt der Verwaltung die Ermächtigung zur Abschließung des Kontrakts wegen Wegräumung des Kreuzganges von St. Peter und Erbreitung der Sternengasse. - In Betreff der Erweiterung des Kirchhofes genehmigt der Gemeinderath die Anträge der Verwaltung: 1) von dem Erwerb der hierzu bestimmten 6 Morgen 11 Ruthen 30 Fuß zur Zeit abzustehen; 2) den Austausch von 2 Landparzellen zwischen der Armenverwaltung und der Stadt; 3) den Rest des angekauften Landes der Spital-Oekonomie-Verwaltung pachtweise zu übergeben; 4) einen todten Zaun und eine Mauer auf den neu acquirirten Landstücken zu errichten; 5) der Verwaltung zu dieser Anlage einen Kredit von 3800 Thlrn., vorbehaltlich des noch zu genehmigenden Kostenanschlages a Conto der Anleihe, zu bewilligen. - Der Gemeinderath giebt seine Zustimmung zu der Empfangnahme eines Terrainstreifens in der Gereonsmühlengasse unter den von der Kommandantur festgesetzten Bedingungen. - Ein Gesuch um das Bürgerrecht wird angenommen, ein anderes um Unterstützung an die Kommission für Armensachen verwiesen. - Der Gemeinderath genehmigt eine Eingabe an das Königl. Ministerium für Handel und öffentliche Arbeiten, in welcher die Bitte ausgedrückt ist, vor jeder definitiven Bestimmung der Stelle, wo die Brücke über den Rhein errichtet werden soll, ihn vorab zu hören und demselben von dem, was bis jetzt von Seiten des Ministeriums vorgearbeitet worden, Mittheilung zu machen.

Civilstand der Stadt Köln.

Den 23. April 1849. Geburten.

Wilhelm. Barb. Huberta, T. v. Hub. Jos. Goltstein, Kaufm., Bolzeng.

Den 24. April. Geburten.

Marg., T. v. Friedr. Franz, Zuckerarbeiter, Follerstr. - Anna Maria, T. v. Jakob Burgwinkel, Gerber, gr. Griechenm. - Gertr., T. v. Herm. Jos. Runkel, Gärtn., Schafenstr. - Adam, S. v. Heinr. Dettinger, Tagl., Holzg. - Anton, S. v. Jakob von Effelt, Schneider, Ehrenstr. - Joh. Jos., S. v. dem verstorb. Heinr. Schiefenbusch, Gärtner, alte Wallg. - Jakob Edmund, S. v. Wilhelm Kleinenbroich, Maler, Altenbergerstr. - Friedr. Auguste Alex., T. v. Friedrich Wilhelm Jgn. Roggen, Kaufm , Bayenstr. - Cath. Wilh. Hub., T. v. Gerh. Lindlau, Fabrik-Inhaber, gr. Witsch. - Johann Math. Hub., S. v. Math. Cremer, Faßb, Ankerstr. - Elis., T. v. Max Jonas, Tagl., Severinstr.

Sterbefälle.

Theodor de Greef, Buchdrucker, 27 J. alt, unverh., Bayenstr. - Emil Grohe, 11 M. alt, Kattenbuch. - Christ. Peters, Faßb., 51 J. alt, Blindg. - Carl Buchert, Musketier, im 34. Regt. 22 J. alt, unverh , Garn. Laz. - Maria Hubert Ther. Bauer, 1 J. 5 M. alt, Burgm. - Theodora Froitzheim, 9 J. alt, Maximinstr. Ther. Esser, 16 M. alt, Weideng. - Joh. Reiner Hecker, 69 J. alt, Rentner, verh., Weberstraße.

Beilage zu Nr. 285 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Samstag, 29. April 1849.
[Französische Republik]

lution, gar keinen Anspruch auf die privilegirte Vertheidigung der revolutionsfeindlichen, legitimen Gesellschaft haben können; die Rothen, die „Feinde der gesellschaftlichen Ordnung“, deren „Restauration“, die Milliarde der Emigrirten, das Land bereits in die wüthendste Aufregung versetzt hat. Zwischen beiden stehen die unglücklichen Blauen, die kleinen, biedermännischen Epiciers und Centimensammler, deren „Gesellschaft“ eben die Gesellschaft der Ruhe und der Centimensammlung ist, und die von beiden Parteien nur die Störung ihrer Ordnung voraussehen und von beiden mit Füßen getreten werden. Sie kennen bereits die Candidatenliste des democratischen Centralcomite's der Seine, auf welcher sich außer den entschiedensten Rothen der Assemblée, Bac, Greppo, Felix Pyat, und einem Jäger-Offizier Demay fast nur Clubmänner, wie Eduard Herve, Lebon, Montagne, Alton Schee, und revolutionäre Schriftsteller, wie Thoré, Charassin, Langlois befinden. Die neuen Helden der „Gesellschaft“ sind nicht minder bekannt, es sind die großen Feldherren der Privilegien, Thiers, Molé, Bugeaud, Changarnier, Hauranne, Remusat, mit den Industrierittern des großen Capitals Fould und Compagnie, welche in der Ordnung des Bürgerkönigthums zu fischen gewohnt sind. Das kleine Kapital, die Ordnungsfreunde der kleinbürgerlichen republikanischen Tugend, die mit dem Junischlächter Cavaignac so siegreiche, und seitdem von den beiden „extremen“ Parteien gestürzte „honette“ Republik sieht man überall mit ihren großen Namen Cavaignac, Marrast, Marie aus dem Felde geschlagen.

Die Nachrichten aus den Departements bestätigen auch von dort die Niederlage der „National“-Clique. In der Dordogne sind in öffentlicher Versammlung die 10 Kandidaten des demokratischen Comité's angenommen worden, darunter Ducluseau und ein Ackerbauer Dulac. Im Aude-Depatement haben die Demokraten die Kandidaten Raynel und Joly, Sohn, die Royalisten ihre Vollblutmänner, Dcjean, d'Hautprul, Mahul, proklamirt; in Toulouse haben beide Parteien fast einstimmig die Kandidatur Armand Marrast's verworfen. Die Montagnards Anglade und Arnaud sind im Ariège-Departement, Joly der ältere, Mulé und Calès in Toulouse ihrer Wahl sicher. Die meisten Departements, namentlich Sarthe, Allier, Loire und Cher, Haut-Loire und Ardennen, haben übrigens fast gar keine der bisherigen parlamentarischen Namen aufgestellt, sondern meist Arbeiter mit spezieller Verpflichtung auf die sozial-demokratischen Forderungen zu Kandidaten proklamirt. Auf der andern Seite tragen auch die Geldsammlungen der Rue de Poitiers bereits ihre Früchte, namentlich auf dem Lande, wo Alles mit Geld durchzusetzen ist. Diese Geldsammlungen haben bis jetzt die Summe von 212,000 Fr. eingebracht, und sind sofort, ohne Zweifel so nützlich, wie es die langjährigen Erfahrungen und Experimente des Herrn Thiers nur erwarten lassen, verausgabt worden. In einigen Depatements beginnen bereits die Maire's ihre Bauern für gewisse ihnen vorgeschriebene Kandidaten zu bearbeiten, und die „Sentinelle populaire“ von St. Etienne erzählt, daß in Roanne ein Bürgermeister-Comité von 108 Gemeinden des Arrondissements zusammenberufen sei, um sich ebenfalls über die Kandidaten im Sinne der Rue de Poitiers zu vereinbaren und dieselben dann bei den Bauern mit dem „moralischen Einfluß“ der Gemeindevorsteher unterstützen zu lassen.

Die Wahlen mögen nun günstig für die eine oder die andere Partei ausfallen, so viel ist wenigstens gewiß, daß die sozial-demokratische Partei in der Legislative entschiedener als je zusammengeschaart sein und daß es sich nicht mehr um die Republik der honetten bürgerlichen Tugend, sondern um die „legitime Gesellschaft“ und um die Revolution handeln wird.

43 Paris, 26. April.

Die Demokratenhetze in der Armee nimmt zum sichern Beweis, wie sehr die Minister des gestiefelten Mondkalbs den Boden unter sich wanken fühlen, den erfreulichsten Fortgang. Der „National“ erzählt, daß vorgestern ein Soldat, im „Peuple“ lesend, über den Boulevard promenirt sei; der „National“, der seine alten Ballhörner nie verläugnet, will damit durchaus nicht sagen, daß dieser Soldat oder andere Soldaten Sozialisten sein könnten, sondern bemerkt höchst fein, daß die Soldaten den „Peuple“ nur lesen, weil er ihnen verboten ist. Ein Sergent-de-Ville, diese vor-republikanische Institution, welche seit einigen Wochen wieder an die Stelle der Caussidiere'schen „Tyroliens“ getreten ist, begegnete dem Soldaten und wollte ihm im gerechten Zorn das verpönte Blatt entreißen. Der Soldat aber antwortete dem Sittlichkeitswächter mit einem Faustschlag auf seinen dreieckigen Hut („chapeau-à-claque, figure-idem“, wie die Gamin's jetzt rufen). Die Menge, welche sich augenblicklich um die Beiden sammelte, walkte den Polizisten noch weidlich mit Rippenstößen durch, und gab dem Soldaten Gelegenheit, ungehindert seinen Weg zu verfolgen.

Ein anderer Fall ist die neueste Verhaftung eines Sergentmajor, Mannens Hurvoix, vom 21. Linienregiment, der alsbald nach dem Fort Vanvres gebracht wurde. Das Verbrechen Hurvoix's besteht darin, sich den Soldaten als demokratischer Kandidat für die Legislative vorgestellt zu haben, und hierin von mehr als 600 Unterschriften unterstützt worden zu sein. Die Proklamation Hurvoix's zum Kandidaten des demokratischen Central-Komité's wird wahrscheinlich die nächste Folge dieser Maßregel sein. Ferner haben das 48. Linien- und das 9. leichte Infanterie-Regiment Befehl bekommen, die Pariser Garnison zu verlassen, da der rundköpfige Changarnier ihrem republikanischen Geist nicht mehr traut. Das 9. ist gestern Morgen abgegangen, das 48. wird morgen und übermorgen an die Reihe kommen, und noch sieben andere Regimenter sollen ihnen in den nächsten 14 Tagen folgen. Auf diese Weise wird die sozial-demokratische Propaganda immer neuen Boden für ihre Agitation erhalten, bis die sämmtlichen Regimenter Frankreichs in Paris Revue passirt haben.

Paris, 26. April.

Der Telegraph meldet der Regierung die plötzliche Ankunft Napoleon Bonaparte's aus Madrid in Bayonne., Derselbe hat ohne Autorisation seinen Posten verlassen und ist wie uns der Moniteur soeben meldet, destituirt worden.

‒ Napoleon Bonaparte hat folgenden Brief an den Präsidenten ers bonapartistischen Central-Wahl-Comités gerichtet, der den wahren Grund seiner plötzlichen Abreise enthält:

„Madrid, 13. April.

Herr Präsident! Ich danke ihnen für das Anerbieten, daß Sie mir rücksichtlich der Kandidatur für das Seinedepartement machen. Nichts wäre mir schmeichelhafter, als zum Volksvertreter in Paris ernannt zu werden. Meine politische Richtung kennen Sie. Partisan der Ordnung und Freund des Präsidenten, den ich mit dem Volke vertheidigte, als ihn die Reaktionäre angriffen: glaube ich, daß man weder zu den Personen, noch zu den Formen der Vergangenheit zurückkehren müsse, um die Wunden unseres Vaterlandes zu heilen. Der einzige Weg des Heiles scheint mir die Achtung der offenherzig ins Leben gerufenen republikanischen Verfassung zu sein. Die Liebe der Völker und eine demokratische Conciliation nach Innen; eine große, weise und energische Politik (der einzigen, die Frankreichs und eines Bonaparte würdig ist) nach Außen: das ist es, was ich wollte, was ich noch will und worin der Zweck besteht, den ich verfolgen würde, wenn mich meine Mitbürger von Paris zur Stellvertretung berufen.

Ihr ganz ergebenster Mitbürger

(gez.) Napoleon Bonaparte.

‒ Gestern Abend an den Porten St. Denis und St. Martin starke Gruppen; doch hören wir, daß bei den Wahlversammlungen in den verschiedenen Clublokalen keine Reibungen stattfanden. Die demokratischen Ausschüsse scheinen überall die Polizeikommissarien zugelassen zu haben.

Die „Gazette des Tribunaux“ meldet die Verhaftung Madier de Monjean junior's wegen angeblicher Beleidigungen gegen den Polizei-Commissarius, der im Saal Montesquieu den Einlaß im Namen des Gesetzes von 1790 begehrte.

Die Redaktion der „Vraie Republique“ erklärt, daß einer der gestrigen Prangerstürmer einige Levkojen Blumen gerettet habe, um sie an Louis Blanc und Caussidiere in London zu schicken. Die Redaktion erklärt, daß sie diesen Auftrag gewissenhaft erfüllen werde.

Am 24. Febr. fanden sich in der Staatshauptkasse 192,488,982 Franken. Aus dieser Summe zogen die verschiedenen Staatsdienste ihre augenblicklichen Bedürfnisse und wir ersehen aus dem Bericht, daß die Commission sich sehr erstaunt zeigt über die Ausgaben, die Lamartine und Bastide für Journale, Geheimpolizei, Künstler, Geheimschreiber u. s. w. machten. Marrast, der nüchterne Atheni[unleserliches Material]nser, bezog als Maire von Paris vom 9. März bis 18. Juli 1848 die Kleinigkeit von 51,498 Franken. Diese „honetten“ persönlichen Schwindeleien werden von der Rechten wahrscheinlich gar nicht angefochten werden, desto mehr die wirklichen Revolutionsausgaben Ledru-Rollin's für die Departemenskommissarien und Pariser Clubs. Longepied, dessen klubbistische Wirksamkeit das Ausland bereits kennt, erhielt auf Ledru-Rollin's Anweisungen hin die Summe von 123,000 Franken ausgezahlt, welche in die Casse des „Club der Clubs“ flossen, dessen Kassierer Langier war und an dessen Spitze bekanntlich Barbes und Sobrier standen. Der Club der Clubs leitete etwa 80 bis 100 Clubs in Paris und entsandte 400 bis 450 Emissarien in die Departements, um die dortigen Clubs zu leiten. Jeder dieser Emissarien erhielt 6, 8 bis 10 Fr. Zehrgelder per Tag. Außer diesen Club-Emmissarien bereis'ten aber auch noch die bewußten offiziellen Commissarien der Republik die Departements und der Bericht weis't nach, daß diese Commissarien 180,000 Franken mehr ausgaben, als das reguläre Gehalt der Präfekten im Büdget beträgt. Die Commission trägt bei mehreren der Commissarien auf Rückzahlung von 4-, 5- bis 6- tausend Franken an, die angeblich unrechtmäßig ausgegeben worden seien.

National-Versammlung. Sitzung vom 26. April. Anfang 12 1/2 Uhr. Präsident Marrast.

Die Zugänge sind geschlossen, weil die Versammlung ihr eigenes Budget beräth und es Sitte ist, daß dann das Publikum und selbst die Stenographen entfernt bleiben. Keine unnützen und krittelnden Zuschauer.

Um 2 Uhr eröffnen sich die Seitenthüren.

Marrast erklärt die öffentliche Sitzung als begonnen.

An der Tagesordnung ist das Marinebudget. Eine Generaldiskussion findet gar nicht statt, sondern man schreitet sogleich zur Berathung der einzelnen Artikel, die bis Postschluß wenig Interesse bietet.

Lamartine sieht sich veranlaßt, die namentlich in Kapitel 3 vorgeschlagenen Ersparnisse ebenfalls zu bekämpfen Der Ausschuß scheint sich zu wundern, warum seit 1839 bedeutend viel für unsere Seemacht gethan wurde. Er scheint zu vergessen, daß 1840 allein 93,000 000 Fr. einstimmig votirt wurden, um unsere Marine zu vergrößern weil damals sich der politische Horizont verfinsterte. Heute, wo die politische Lage Europas bedeutend verwickelter sei als 1840, wolle man zu Verringerungen schreiten. Auf dem Festlande haben wir nichts zu fürchten. Man solle an unsere Armeebestände keine Hand legen. Im Falle einer Koalition des alten Europa gegen Frankreich haben wir nichts zu fürchten. Wollten wir aber einen allgemeinen Prinzipienkrieg hervorrufen, einen allgemeinen Destruktionskampf heraufbeschwören, wer weiß, wo der Sieg wäre? Man berühre also weder unsere Marine noch unser Heer und gedenke der Worte Napoleons: Ich verlange von Euch Mannschaften und Ihr schickt mir Holz (Schiffe).

Verworfen.

Die Artikel 3, 4 und 5 werden erledigt und die Debatte um 6 1/4 Uhr abgebrochen.

Die Sitzung ist geschlossen.

Großbritannien.
* London, 26. April.

In der gestrigen Unterhaus sitzung wurde über die Bill zur bessern Verhinderung von Wahlbestechungen ein Langes und Breites geschwätzt. Hume bemerkt sehr richtig, daß alle diese Mittel fruchtlos seien und nur eine Ausdehnung des Stimmrechts und geheime Abstimmung gegen Bestechung helfen könnten. Pakington, der Einbringer dieser Bill, hat kein Glück damit; die erste Klausel derselben wurde mit 146 gegen 54 Stimmen verworfen. Er wird sie nun wohl am besten ganz zurückziehen.

Hierauf beantragt Locke die zweite Lesung der Sonntags-Eisenbahnfahrten-Bill. Die bigotten Schotten befördern des Sonntags, an welchem gerade die große Masse des Volkes Zeit und Bedürfniß nach Erholung hat, Niemanden auf ihren Eisenbahnen, angeblich damit der Sonntag nicht entheiligt werde.

Sie selber aber, diese vom Mark des arbeitenden Volkes gemästeten Dickwänste haben die ganze Woche zu ihrer Verfügung und des Sonntags räckeln sie sich in scheinheiliger Augenverdrehung in ihren Karossen von einer Seite zur andern. Die Bill wollte die Sonntagsbeförderung auf den Eisenbahnen gesetzlich einschärfen; sie wird aber mit 131 gegen 122 Stimmen verworfen.

Redakteur en chef Karl Marx.
[Leserbrief]

Die Infamirten der „Köln. Zeitung“ bringen meine „Berichtigungen“ noch nicht. Sie reden dagegen in ihrer II. Ausgabe Nr. 92 von „Bildung“ und „Wahrheit“. Es ist eine bekannte Thatsache, daß lasterhafte Menschen oft von den Tugenden sprechen, die sie nicht besitzen. Wie es in diesem Punkte mit den Herren der „K. Z.“ steht, ergibt sich aus Folgendem. Sie, die Infamirten, streben seit Jahr und Tag in Leitartikeln, Correspondenzen und Inseraten dahin, durch erdichtete Anschuldigungen, entstellte Thatsachen und pöbelhafte Scheltworte mich dem Hasse und der Verachtung auszusetzen. Das ist der „Bildungsgrad“, die „Wahrheitsliebe“ und, gelinde gesagt, die „gemeine Grobheit“ der Infamirten. Ich stellte diesen „Sudeleien“ eine stumme Verachtung entgegen, weil ich hierin die beste Widerlegung erblickte, und um so mehr erblicken durfte, als die „K. Z.“ zumal in Berlin, wo ich mich derzeit meistens aufhielt, unter den vielen Tagesblättern zu denjenigen zählte, die am Meisten verabscheut werden. Als jedoch die Infamirten, im Bunde mit der kattunverständigen Ex-Excellenz Milde, dem blutsaugenden Adel und den reaktionären Beamten, namentlich der Polizei, worunter besonders der berüchtigte Spion, Landrath Schnabel, in Mülheim, zu merken ist, mir „Wahlpuffs“, die lediglich von ihnen ausgegangen waren, andichteten, überschickte ich zwei Berichtigungen, die zusammen kaum eine Handbreit Raum erforderten. Eine ähnliche Berichtigung lief von den Wahlmännern aus Mülheim ein. Aber die Infamirten, welche, wie sie behaupten, „nur Raum für Wahrheit haben“, fanden es, aufgestachelt von dem Geiste der Lüge und Perfidie, dem sie dienen, gerathener, hier so wenig als anderwärts, der Wahrheit die Ehre zu geben. Sie unterdrückten diese Berichtigungen und brachten von ihrem Inhalte das direkte Gegentheil. Meine ernsten Mahnungen, die Berichtigungen selbst mitzutheilen, wurden als „Curiosa“ höhnisch zurückgewiesen. Man hatte sogar die Schamlosigkeit, ihnen gegenüber von „Wahrheit und Bildung“ zu sprechen, während sie, die Infamirten, faktisch von jeher die gemeinsten Rohheiten gegen mich veröffentlichten und überall breitmäulig und spöttisch des „Exdeputirten“ gedachten. Weshalb eifern sie, wenn ihnen Wahrheit und Recht so nahe liegen, als sie vorgeben, nicht gegen die maßlose Willkür, durch welch ich zum „Exdeputirten“ geworden bin? Natürlich, weil ihre echte Jesuiten-Natur jedes Mittel, sei es noch so schlecht, gerechtfertigt findet, welches dem politischen Gegner schadet. Die Moral ist sehr einfach. Die Infamirten der „Kölnischen Zeitung“ besitzen nämlich eine weit dickfelligere Ehrlosigkeit als man gewöhnlich unterstellt.

A. Gladbach.

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Handelsnachrichten. [irrelevantes Material]
Frucht und Oelpreise. [irrelevantes Material]
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Schifffahrts-Anzeige.

In Ladung Köln, 27. April 1849.

Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied M. Pera u. Jos. Krämer. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Jos. Zeiler. Nach der Mosel, der Saar u. Trier Jac. Bayer. Nach Bingen A. Harling. Nach Mainz Joh. Hirschmann. Nach dem Niedermain Franz Spaeth. Nach dem Mittel- und Obermain S. Schön. Nach Heilbronn H. Staab. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns. Nach Worms und Mannheim H. Stammel und (im Sicherheitshafen) Wwe. C. Müller.

Ferner: Nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln Nr. 6.

Nach Amsterdam Capt. Wemmers Köln Nr. 7.

Rheinhöhe: 9' ‒“. Köln. Pegel.

Sitzung des Gemeinderaths vom 26. April 1849.

Der Antrag der Königl. Regierung vom 14. April in Betreff eines Zuschusses für die Errichtung einer dritten Abtheilung der Provinzial-Gewerbschule wird der Kommission für Schulsachen überwiesen. ‒ Der Gemeinderath beschließt die Reorganisation der Bürgerwehr in hiesiger Stadt bis zur Revision der Verfassung resp. des Bürgerwehrgesetzes auf sich beruhen zu lassen. ‒ Er ertheilt der Verwaltung die Ermächtigung zur Abschließung des Kontrakts wegen Wegräumung des Kreuzganges von St. Peter und Erbreitung der Sternengasse. ‒ In Betreff der Erweiterung des Kirchhofes genehmigt der Gemeinderath die Anträge der Verwaltung: 1) von dem Erwerb der hierzu bestimmten 6 Morgen 11 Ruthen 30 Fuß zur Zeit abzustehen; 2) den Austausch von 2 Landparzellen zwischen der Armenverwaltung und der Stadt; 3) den Rest des angekauften Landes der Spital-Oekonomie-Verwaltung pachtweise zu übergeben; 4) einen todten Zaun und eine Mauer auf den neu acquirirten Landstücken zu errichten; 5) der Verwaltung zu dieser Anlage einen Kredit von 3800 Thlrn., vorbehaltlich des noch zu genehmigenden Kostenanschlages a Conto der Anleihe, zu bewilligen. ‒ Der Gemeinderath giebt seine Zustimmung zu der Empfangnahme eines Terrainstreifens in der Gereonsmühlengasse unter den von der Kommandantur festgesetzten Bedingungen. ‒ Ein Gesuch um das Bürgerrecht wird angenommen, ein anderes um Unterstützung an die Kommission für Armensachen verwiesen. ‒ Der Gemeinderath genehmigt eine Eingabe an das Königl. Ministerium für Handel und öffentliche Arbeiten, in welcher die Bitte ausgedrückt ist, vor jeder definitiven Bestimmung der Stelle, wo die Brücke über den Rhein errichtet werden soll, ihn vorab zu hören und demselben von dem, was bis jetzt von Seiten des Ministeriums vorgearbeitet worden, Mittheilung zu machen.

Civilstand der Stadt Köln.

Den 23. April 1849. Geburten.

Wilhelm. Barb. Huberta, T. v. Hub. Jos. Goltstein, Kaufm., Bolzeng.

Den 24. April. Geburten.

Marg., T. v. Friedr. Franz, Zuckerarbeiter, Follerstr. ‒ Anna Maria, T. v. Jakob Burgwinkel, Gerber, gr. Griechenm. ‒ Gertr., T. v. Herm. Jos. Runkel, Gärtn., Schafenstr. ‒ Adam, S. v. Heinr. Dettinger, Tagl., Holzg. ‒ Anton, S. v. Jakob von Effelt, Schneider, Ehrenstr. ‒ Joh. Jos., S. v. dem verstorb. Heinr. Schiefenbusch, Gärtner, alte Wallg. ‒ Jakob Edmund, S. v. Wilhelm Kleinenbroich, Maler, Altenbergerstr. ‒ Friedr. Auguste Alex., T. v. Friedrich Wilhelm Jgn. Roggen, Kaufm , Bayenstr. ‒ Cath. Wilh. Hub., T. v. Gerh. Lindlau, Fabrik-Inhaber, gr. Witsch. ‒ Johann Math. Hub., S. v. Math. Cremer, Faßb, Ankerstr. ‒ Elis., T. v. Max Jonas, Tagl., Severinstr.

Sterbefälle.

Theodor de Greef, Buchdrucker, 27 J. alt, unverh., Bayenstr. ‒ Emil Grohe, 11 M. alt, Kattenbuch. ‒ Christ. Peters, Faßb., 51 J. alt, Blindg. ‒ Carl Buchert, Musketier, im 34. Regt. 22 J. alt, unverh , Garn. Laz. ‒ Maria Hubert Ther. Bauer, 1 J. 5 M. alt, Burgm. ‒ Theodora Froitzheim, 9 J. alt, Maximinstr. Ther. Esser, 16 M. alt, Weideng. ‒ Joh. Reiner Hecker, 69 J. alt, Rentner, verh., Weberstraße.

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        <titlePart type="main">Beilage zu Nr. 285 der Neuen Rheinischen Zeitung.</titlePart>
        <titlePart type="sub">Organ der Demokratie.</titlePart>
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          <docDate>Samstag, 29. April 1849.</docDate>
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        <head>[Französische Republik]</head>
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          <p>lution, gar keinen Anspruch auf die privilegirte Vertheidigung der revolutionsfeindlichen, legitimen Gesellschaft haben können; die Rothen, die &#x201E;Feinde der gesellschaftlichen Ordnung&#x201C;, deren &#x201E;Restauration&#x201C;, die Milliarde der Emigrirten, das Land bereits in die wüthendste Aufregung versetzt hat. Zwischen beiden stehen die unglücklichen Blauen, die kleinen, biedermännischen Epiciers und Centimensammler, deren &#x201E;Gesellschaft&#x201C; eben die Gesellschaft der Ruhe und der Centimensammlung ist, und die von beiden Parteien nur die Störung ihrer Ordnung voraussehen und von beiden mit Füßen getreten werden. Sie kennen bereits die Candidatenliste des democratischen Centralcomite's der Seine, auf welcher sich außer den entschiedensten Rothen der Assemblée, Bac, Greppo, Felix Pyat, und einem Jäger-Offizier Demay fast nur Clubmänner, wie Eduard Herve, Lebon, Montagne, Alton Schee, und revolutionäre Schriftsteller, wie Thoré, Charassin, Langlois befinden. Die neuen Helden der &#x201E;Gesellschaft&#x201C; sind nicht minder bekannt, es sind die großen Feldherren der Privilegien, Thiers, Molé, Bugeaud, Changarnier, Hauranne, Remusat, mit den Industrierittern des großen Capitals Fould und Compagnie, welche in der Ordnung des Bürgerkönigthums zu fischen gewohnt sind. Das kleine Kapital, die Ordnungsfreunde der kleinbürgerlichen republikanischen Tugend, die mit dem Junischlächter Cavaignac so siegreiche, und seitdem von den beiden &#x201E;extremen&#x201C; Parteien gestürzte &#x201E;honette&#x201C; Republik sieht man überall mit ihren großen Namen Cavaignac, Marrast, Marie aus dem Felde geschlagen.</p>
          <p>Die Nachrichten aus den Departements bestätigen auch von dort die Niederlage der &#x201E;National&#x201C;-Clique. In der Dordogne sind in öffentlicher Versammlung die 10 Kandidaten des demokratischen Comité's angenommen worden, darunter Ducluseau und ein Ackerbauer Dulac. Im Aude-Depatement haben die Demokraten die Kandidaten Raynel und Joly, Sohn, die Royalisten ihre Vollblutmänner, Dcjean, d'Hautprul, Mahul, proklamirt; in Toulouse haben beide Parteien fast einstimmig die Kandidatur Armand Marrast's verworfen. Die Montagnards Anglade und Arnaud sind im Ariège-Departement, Joly der ältere, Mulé und Calès in Toulouse ihrer Wahl sicher. Die meisten Departements, namentlich Sarthe, Allier, Loire und Cher, Haut-Loire und Ardennen, haben übrigens fast gar keine der bisherigen parlamentarischen Namen aufgestellt, sondern meist Arbeiter mit spezieller Verpflichtung auf die sozial-demokratischen Forderungen zu Kandidaten proklamirt. Auf der andern Seite tragen auch die Geldsammlungen der Rue de Poitiers bereits ihre Früchte, namentlich auf dem Lande, wo Alles mit Geld durchzusetzen ist. Diese Geldsammlungen haben bis jetzt die Summe von 212,000 Fr. eingebracht, und sind sofort, ohne Zweifel so nützlich, wie es die langjährigen Erfahrungen und Experimente des Herrn Thiers nur erwarten lassen, verausgabt worden. In einigen Depatements beginnen bereits die Maire's ihre Bauern für gewisse ihnen vorgeschriebene Kandidaten zu bearbeiten, und die &#x201E;Sentinelle populaire&#x201C; von St. Etienne erzählt, daß in Roanne ein Bürgermeister-Comité von 108 Gemeinden des Arrondissements zusammenberufen sei, um sich ebenfalls über die Kandidaten im Sinne der Rue de Poitiers zu vereinbaren und dieselben dann bei den Bauern mit dem &#x201E;moralischen Einfluß&#x201C; der Gemeindevorsteher unterstützen zu lassen.</p>
          <p>Die Wahlen mögen nun günstig für die eine oder die andere Partei ausfallen, so viel ist wenigstens gewiß, daß die sozial-demokratische Partei in der Legislative entschiedener als je zusammengeschaart sein und daß es sich nicht mehr um die Republik der honetten bürgerlichen Tugend, sondern um die &#x201E;legitime Gesellschaft&#x201C; und um die Revolution handeln wird.</p>
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        <div xml:id="ar285b_002" type="jArticle">
          <head><bibl><author>43</author></bibl> Paris, 26. April.</head>
          <p>Die Demokratenhetze in der Armee nimmt zum sichern Beweis, wie sehr die Minister des gestiefelten Mondkalbs den Boden unter sich wanken fühlen, den erfreulichsten Fortgang. Der &#x201E;National&#x201C; erzählt, daß vorgestern ein Soldat, im &#x201E;Peuple&#x201C; lesend, über den Boulevard promenirt sei; der &#x201E;National&#x201C;, der seine alten Ballhörner nie verläugnet, will damit durchaus nicht sagen, daß dieser Soldat oder andere Soldaten Sozialisten sein könnten, sondern bemerkt höchst fein, daß die Soldaten den &#x201E;Peuple&#x201C; nur lesen, weil er ihnen verboten ist. Ein Sergent-de-Ville, diese vor-republikanische Institution, welche seit einigen Wochen wieder an die Stelle der Caussidiere'schen &#x201E;Tyroliens&#x201C; getreten ist, begegnete dem Soldaten und wollte ihm im gerechten Zorn das verpönte Blatt entreißen. Der Soldat aber antwortete dem Sittlichkeitswächter mit einem Faustschlag auf seinen dreieckigen Hut (&#x201E;chapeau-à-claque, figure-idem&#x201C;, wie die Gamin's jetzt rufen). Die Menge, welche sich augenblicklich um die Beiden sammelte, walkte den Polizisten noch weidlich mit Rippenstößen durch, und gab dem Soldaten Gelegenheit, ungehindert seinen Weg zu verfolgen.</p>
          <p>Ein anderer Fall ist die neueste Verhaftung eines Sergentmajor, Mannens Hurvoix, vom 21. Linienregiment, der alsbald nach dem Fort Vanvres gebracht wurde. Das Verbrechen Hurvoix's besteht darin, sich den Soldaten als demokratischer Kandidat für die Legislative vorgestellt zu haben, und hierin von mehr als 600 Unterschriften unterstützt worden zu sein. Die Proklamation Hurvoix's zum Kandidaten des demokratischen Central-Komité's wird wahrscheinlich die nächste Folge dieser Maßregel sein. Ferner haben das 48. Linien- und das 9. leichte Infanterie-Regiment Befehl bekommen, die Pariser Garnison zu verlassen, da der rundköpfige Changarnier ihrem republikanischen Geist nicht mehr traut. Das 9. ist gestern Morgen abgegangen, das 48. wird morgen und übermorgen an die Reihe kommen, und noch sieben andere Regimenter sollen ihnen in den nächsten 14 Tagen folgen. Auf diese Weise wird die sozial-demokratische Propaganda immer neuen Boden für ihre Agitation erhalten, bis die sämmtlichen Regimenter Frankreichs in Paris Revue passirt haben.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar285b_003" type="jArticle">
          <head>Paris, 26. April.</head>
          <p>Der Telegraph meldet der Regierung die plötzliche Ankunft Napoleon Bonaparte's aus Madrid in Bayonne., Derselbe hat ohne Autorisation seinen Posten verlassen und ist wie uns der Moniteur soeben meldet, destituirt worden.</p>
          <p>&#x2012; Napoleon Bonaparte hat folgenden Brief an den Präsidenten ers bonapartistischen Central-Wahl-Comités gerichtet, der den wahren Grund seiner plötzlichen Abreise enthält:</p>
          <p>&#x201E;Madrid, 13. April.</p>
          <p>Herr Präsident! Ich danke ihnen für das Anerbieten, daß Sie mir rücksichtlich der Kandidatur für das Seinedepartement machen. Nichts wäre mir schmeichelhafter, als zum Volksvertreter in Paris ernannt zu werden. Meine politische Richtung kennen Sie. Partisan der Ordnung und Freund des Präsidenten, den ich mit dem Volke vertheidigte, als ihn die Reaktionäre angriffen: glaube ich, daß man weder zu den Personen, noch zu den Formen der Vergangenheit zurückkehren müsse, um die Wunden unseres Vaterlandes zu heilen. Der einzige Weg des Heiles scheint mir die Achtung der offenherzig ins Leben gerufenen republikanischen Verfassung zu sein. Die Liebe der Völker und eine demokratische Conciliation nach Innen; eine große, weise und energische Politik (der einzigen, die Frankreichs und eines Bonaparte würdig ist) nach Außen: das ist es, was ich wollte, was ich noch will und worin der Zweck besteht, den ich verfolgen würde, wenn mich meine Mitbürger von Paris zur Stellvertretung berufen.</p>
          <p>Ihr ganz ergebenster Mitbürger</p>
          <p>(gez.) Napoleon Bonaparte.</p>
          <p>&#x2012; Gestern Abend an den Porten St. Denis und St. Martin starke Gruppen; doch hören wir, daß bei den Wahlversammlungen in den verschiedenen Clublokalen keine Reibungen stattfanden. Die demokratischen Ausschüsse scheinen überall die Polizeikommissarien zugelassen zu haben.</p>
          <p>Die &#x201E;Gazette des Tribunaux&#x201C; meldet die Verhaftung Madier de Monjean junior's wegen angeblicher Beleidigungen gegen den Polizei-Commissarius, der im Saal Montesquieu den Einlaß im Namen des Gesetzes von 1790 begehrte.</p>
          <p>Die Redaktion der &#x201E;Vraie Republique&#x201C; erklärt, daß einer der gestrigen Prangerstürmer einige Levkojen Blumen gerettet habe, um sie an Louis Blanc und Caussidiere in London zu schicken. Die Redaktion erklärt, daß sie diesen Auftrag gewissenhaft erfüllen werde.</p>
          <p>Am 24. Febr. fanden sich in der Staatshauptkasse 192,488,982 Franken. Aus dieser Summe zogen die verschiedenen Staatsdienste ihre augenblicklichen Bedürfnisse und wir ersehen aus dem Bericht, daß die Commission sich sehr erstaunt zeigt über die Ausgaben, die Lamartine und Bastide für Journale, Geheimpolizei, Künstler, Geheimschreiber u. s. w. machten. Marrast, der nüchterne Atheni<gap reason="illegible"/>nser, bezog als Maire von Paris vom 9. März bis 18. Juli 1848 die Kleinigkeit von 51,498 Franken. Diese &#x201E;honetten&#x201C; persönlichen Schwindeleien werden von der Rechten wahrscheinlich gar nicht angefochten werden, desto mehr die wirklichen Revolutionsausgaben Ledru-Rollin's für die Departemenskommissarien und Pariser Clubs. Longepied, dessen klubbistische Wirksamkeit das Ausland bereits kennt, erhielt auf Ledru-Rollin's Anweisungen hin die Summe von 123,000 Franken ausgezahlt, welche in die Casse des &#x201E;Club der Clubs&#x201C; flossen, dessen Kassierer Langier war und an dessen Spitze bekanntlich Barbes und Sobrier standen. Der Club der Clubs leitete etwa 80 bis 100 Clubs in Paris und entsandte 400 bis 450 Emissarien in die Departements, um die dortigen Clubs zu leiten. Jeder dieser Emissarien erhielt 6, 8 bis 10 Fr. Zehrgelder per Tag. Außer diesen Club-Emmissarien bereis'ten aber auch noch die bewußten offiziellen Commissarien der Republik die Departements und der Bericht weis't nach, daß diese Commissarien 180,000 Franken mehr ausgaben, als das reguläre Gehalt der Präfekten im Büdget beträgt. Die Commission trägt bei mehreren der Commissarien auf Rückzahlung von 4-, 5- bis 6- tausend Franken an, die angeblich unrechtmäßig ausgegeben worden seien.</p>
          <p>&#x2012; <hi rendition="#g">National-Versammlung.</hi> Sitzung vom 26. April. Anfang 12 1/2 Uhr. Präsident Marrast.</p>
          <p>Die Zugänge sind geschlossen, weil die Versammlung ihr eigenes Budget beräth und es Sitte ist, daß dann das Publikum und selbst die Stenographen entfernt bleiben. Keine unnützen und krittelnden Zuschauer.</p>
          <p>Um 2 Uhr eröffnen sich die Seitenthüren.</p>
          <p><hi rendition="#g">Marrast</hi> erklärt die öffentliche Sitzung als begonnen.</p>
          <p>An der Tagesordnung ist das Marinebudget. Eine Generaldiskussion findet gar nicht statt, sondern man schreitet sogleich zur Berathung der einzelnen Artikel, die bis Postschluß wenig Interesse bietet.</p>
          <p><hi rendition="#g">Lamartine</hi> sieht sich veranlaßt, die namentlich in Kapitel 3 vorgeschlagenen Ersparnisse ebenfalls zu bekämpfen Der Ausschuß scheint sich zu wundern, warum seit 1839 bedeutend viel für unsere Seemacht gethan wurde. Er scheint zu vergessen, daß 1840 allein 93,000 000 Fr. einstimmig votirt wurden, um unsere Marine zu vergrößern weil damals sich der politische Horizont verfinsterte. Heute, wo die politische Lage Europas bedeutend verwickelter sei als 1840, wolle man zu Verringerungen schreiten. Auf dem Festlande haben wir nichts zu fürchten. Man solle an unsere Armeebestände keine Hand legen. Im Falle einer Koalition des alten Europa gegen Frankreich haben wir nichts zu fürchten. Wollten wir aber einen allgemeinen Prinzipienkrieg hervorrufen, einen allgemeinen Destruktionskampf heraufbeschwören, wer weiß, wo der Sieg wäre? Man berühre also weder unsere Marine noch unser Heer und gedenke der Worte Napoleons: Ich verlange von Euch Mannschaften und Ihr schickt mir Holz (Schiffe).</p>
          <p>Verworfen.</p>
          <p>Die Artikel 3, 4 und 5 werden erledigt und die Debatte um 6 1/4 Uhr abgebrochen.</p>
          <p>Die Sitzung ist geschlossen.</p>
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        <head>Großbritannien.</head>
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          <head><bibl><author>*</author></bibl>London, 26. April.</head>
          <p>In der gestrigen <hi rendition="#g">Unterhaus</hi> sitzung wurde über die Bill zur bessern Verhinderung von Wahlbestechungen ein Langes und Breites geschwätzt. <hi rendition="#g">Hume</hi> bemerkt sehr richtig, daß alle diese Mittel fruchtlos seien und nur eine Ausdehnung des Stimmrechts und <hi rendition="#g">geheime</hi> Abstimmung gegen Bestechung helfen könnten. <hi rendition="#g">Pakington,</hi> der Einbringer dieser Bill, hat kein Glück damit; die erste Klausel derselben wurde mit 146 gegen 54 Stimmen verworfen. Er wird sie nun wohl am besten ganz zurückziehen.</p>
          <p>Hierauf beantragt <hi rendition="#g">Locke</hi> die zweite Lesung der Sonntags-Eisenbahnfahrten-Bill. Die bigotten Schotten befördern des Sonntags, an welchem gerade die große Masse des Volkes Zeit und Bedürfniß nach Erholung hat, Niemanden auf ihren Eisenbahnen, angeblich damit der Sonntag nicht entheiligt werde.</p>
          <p>Sie selber aber, diese vom Mark des arbeitenden Volkes gemästeten Dickwänste haben die ganze Woche zu ihrer Verfügung und des Sonntags räckeln sie sich in scheinheiliger Augenverdrehung in ihren Karossen von einer Seite zur andern. Die Bill wollte die Sonntagsbeförderung auf den Eisenbahnen gesetzlich einschärfen; sie wird aber mit 131 gegen 122 Stimmen verworfen.</p>
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        <bibl>Redakteur en chef <editor>Karl Marx.</editor>             </bibl>
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        <head>[Leserbrief]</head>
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          <p>Die <hi rendition="#g">Infamirten</hi> der &#x201E;Köln. Zeitung&#x201C; bringen meine &#x201E;Berichtigungen&#x201C; noch nicht. Sie reden dagegen in ihrer II. Ausgabe Nr. 92 von &#x201E;Bildung&#x201C; und &#x201E;Wahrheit&#x201C;. Es ist eine bekannte Thatsache, daß lasterhafte Menschen oft von den Tugenden sprechen, die sie nicht besitzen. Wie es in diesem Punkte mit den Herren der &#x201E;K. Z.&#x201C; steht, ergibt sich aus Folgendem. Sie, die Infamirten, streben seit Jahr und Tag in Leitartikeln, Correspondenzen und Inseraten dahin, durch erdichtete Anschuldigungen, entstellte Thatsachen und pöbelhafte Scheltworte mich dem Hasse und der Verachtung auszusetzen. Das ist der &#x201E;Bildungsgrad&#x201C;, die &#x201E;Wahrheitsliebe&#x201C; und, gelinde gesagt, die &#x201E;gemeine Grobheit&#x201C; der Infamirten. Ich stellte diesen &#x201E;Sudeleien&#x201C; eine stumme Verachtung entgegen, weil ich hierin die beste Widerlegung erblickte, und um so mehr erblicken durfte, als die &#x201E;K. Z.&#x201C; zumal in Berlin, wo ich mich derzeit meistens aufhielt, unter den <hi rendition="#g">vielen Tagesblättern</hi> zu denjenigen zählte, die am Meisten verabscheut werden. Als jedoch die Infamirten, im Bunde mit der <hi rendition="#g">kattunverständigen Ex-Excellenz Milde,</hi> dem blutsaugenden Adel und den reaktionären Beamten, namentlich der Polizei, worunter besonders der berüchtigte Spion, Landrath <hi rendition="#g">Schnabel,</hi> in Mülheim, zu merken ist, mir &#x201E;Wahlpuffs&#x201C;, die lediglich von ihnen ausgegangen waren, andichteten, überschickte ich zwei Berichtigungen, die zusammen kaum eine Handbreit Raum erforderten. Eine ähnliche Berichtigung lief von den Wahlmännern aus Mülheim ein. Aber die Infamirten, welche, wie sie behaupten, &#x201E;<hi rendition="#g">nur Raum für Wahrheit haben</hi>&#x201C;, fanden es, aufgestachelt von dem Geiste der Lüge und Perfidie, dem sie dienen, gerathener, hier so wenig als anderwärts, der Wahrheit die Ehre zu geben. Sie unterdrückten diese Berichtigungen und brachten von ihrem Inhalte das <hi rendition="#g">direkte Gegentheil.</hi> Meine ernsten Mahnungen, die Berichtigungen selbst mitzutheilen, wurden als &#x201E;Curiosa&#x201C; höhnisch zurückgewiesen. Man hatte sogar die Schamlosigkeit, ihnen gegenüber von &#x201E;Wahrheit und Bildung&#x201C; zu sprechen, während sie, die Infamirten, faktisch von jeher die gemeinsten Rohheiten gegen mich veröffentlichten und überall breitmäulig und spöttisch des &#x201E;<hi rendition="#g">Exdeputirten</hi>&#x201C; gedachten. Weshalb eifern sie, wenn ihnen Wahrheit und Recht so nahe liegen, als sie vorgeben, nicht gegen die maßlose Willkür, durch welch ich zum &#x201E;Exdeputirten&#x201C; geworden bin? Natürlich, weil ihre echte Jesuiten-Natur jedes Mittel, sei es noch so schlecht, gerechtfertigt findet, welches dem politischen Gegner schadet. Die Moral ist sehr einfach. Die Infamirten der &#x201E;Kölnischen Zeitung&#x201C; besitzen nämlich eine weit dickfelligere Ehrlosigkeit als man gewöhnlich unterstellt.</p>
          <p> <hi rendition="#b">A. Gladbach.</hi> </p>
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        <head>[Anzeigen]</head>
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        <head>Handelsnachrichten.</head>
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          <p>Schifffahrts-Anzeige.</p>
          <p>In Ladung Köln, 27. April 1849.</p>
          <p>Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied M. Pera u. Jos. Krämer. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Jos. Zeiler. Nach der Mosel, der Saar u. Trier Jac. Bayer. Nach Bingen A. Harling. Nach Mainz Joh. Hirschmann. Nach dem Niedermain Franz Spaeth. Nach dem Mittel- und Obermain S. Schön. Nach Heilbronn H. Staab. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns. Nach Worms und Mannheim H. Stammel und (im Sicherheitshafen) Wwe. C. Müller.</p>
          <p>Ferner: Nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln Nr. 6.</p>
          <p>Nach Amsterdam Capt. Wemmers Köln Nr. 7.</p>
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          <p>Sitzung des Gemeinderaths vom 26. April 1849.</p>
          <p>Der Antrag der Königl. Regierung vom 14. April in Betreff eines Zuschusses für die Errichtung einer dritten Abtheilung der Provinzial-Gewerbschule wird der Kommission für Schulsachen überwiesen. &#x2012; Der Gemeinderath beschließt die Reorganisation der Bürgerwehr in hiesiger Stadt bis zur Revision der Verfassung resp. des Bürgerwehrgesetzes auf sich beruhen zu lassen. &#x2012; Er ertheilt der Verwaltung die Ermächtigung zur Abschließung des Kontrakts wegen Wegräumung des Kreuzganges von St. Peter und Erbreitung der Sternengasse. &#x2012; In Betreff der Erweiterung des Kirchhofes genehmigt der Gemeinderath die Anträge der Verwaltung: 1) von dem Erwerb der hierzu bestimmten 6 Morgen 11 Ruthen 30 Fuß zur Zeit abzustehen; 2) den Austausch von 2 Landparzellen zwischen der Armenverwaltung und der Stadt; 3) den Rest des angekauften Landes der Spital-Oekonomie-Verwaltung pachtweise zu übergeben; 4) einen todten Zaun und eine Mauer auf den neu acquirirten Landstücken zu errichten; 5) der Verwaltung zu dieser Anlage einen Kredit von 3800 Thlrn., vorbehaltlich des noch zu genehmigenden Kostenanschlages a Conto der Anleihe, zu bewilligen. &#x2012; Der Gemeinderath giebt seine Zustimmung zu der Empfangnahme eines Terrainstreifens in der Gereonsmühlengasse unter den von der Kommandantur festgesetzten Bedingungen. &#x2012; Ein Gesuch um das Bürgerrecht wird angenommen, ein anderes um Unterstützung an die Kommission für Armensachen verwiesen. &#x2012; Der Gemeinderath genehmigt eine Eingabe an das Königl. Ministerium für Handel und öffentliche Arbeiten, in welcher die Bitte ausgedrückt ist, vor jeder definitiven Bestimmung der Stelle, wo die Brücke über den Rhein errichtet werden soll, ihn vorab zu hören und demselben von dem, was bis jetzt von Seiten des Ministeriums vorgearbeitet worden, Mittheilung zu machen.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Civilstand der Stadt Köln.</p>
          <p>Den 23. April 1849. <hi rendition="#g">Geburten.</hi> </p>
          <p>Wilhelm. Barb. Huberta, T. v. Hub. Jos. Goltstein, Kaufm., Bolzeng.</p>
          <p>Den 24. April. Geburten.</p>
          <p>Marg., T. v. Friedr. Franz, Zuckerarbeiter, Follerstr. &#x2012; Anna Maria, T. v. Jakob Burgwinkel, Gerber, gr. Griechenm. &#x2012; Gertr., T. v. Herm. Jos. Runkel, Gärtn., Schafenstr. &#x2012; Adam, S. v. Heinr. Dettinger, Tagl., Holzg. &#x2012; Anton, S. v. Jakob von Effelt, Schneider, Ehrenstr. &#x2012; Joh. Jos., S. v. dem verstorb. Heinr. Schiefenbusch, Gärtner, alte Wallg. &#x2012; Jakob Edmund, S. v. Wilhelm Kleinenbroich, Maler, Altenbergerstr. &#x2012; Friedr. Auguste Alex., T. v. Friedrich Wilhelm Jgn. Roggen, Kaufm , Bayenstr. &#x2012; Cath. Wilh. Hub., T. v. Gerh. Lindlau, Fabrik-Inhaber, gr. Witsch. &#x2012; Johann Math. Hub., S. v. Math. Cremer, Faßb, Ankerstr. &#x2012; Elis., T. v. Max Jonas, Tagl., Severinstr.</p>
          <p>Sterbefälle.</p>
          <p>Theodor de Greef, Buchdrucker, 27 J. alt, unverh., Bayenstr. &#x2012; Emil Grohe, 11 M. alt, Kattenbuch. &#x2012; Christ. Peters, Faßb., 51 J. alt, Blindg. &#x2012; Carl Buchert, Musketier, im 34. Regt. 22 J. alt, unverh , Garn. Laz. &#x2012; Maria Hubert Ther. Bauer, 1 J. 5 M. alt, Burgm. &#x2012; Theodora Froitzheim, 9 J. alt, Maximinstr. Ther. Esser, 16 M. alt, Weideng. &#x2012; Joh. Reiner Hecker, 69 J. alt, Rentner, verh., Weberstraße.</p>
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      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[1613/0001] Beilage zu Nr. 285 der Neuen Rheinischen Zeitung. Organ der Demokratie. Samstag, 29. April 1849. [Französische Republik] lution, gar keinen Anspruch auf die privilegirte Vertheidigung der revolutionsfeindlichen, legitimen Gesellschaft haben können; die Rothen, die „Feinde der gesellschaftlichen Ordnung“, deren „Restauration“, die Milliarde der Emigrirten, das Land bereits in die wüthendste Aufregung versetzt hat. Zwischen beiden stehen die unglücklichen Blauen, die kleinen, biedermännischen Epiciers und Centimensammler, deren „Gesellschaft“ eben die Gesellschaft der Ruhe und der Centimensammlung ist, und die von beiden Parteien nur die Störung ihrer Ordnung voraussehen und von beiden mit Füßen getreten werden. Sie kennen bereits die Candidatenliste des democratischen Centralcomite's der Seine, auf welcher sich außer den entschiedensten Rothen der Assemblée, Bac, Greppo, Felix Pyat, und einem Jäger-Offizier Demay fast nur Clubmänner, wie Eduard Herve, Lebon, Montagne, Alton Schee, und revolutionäre Schriftsteller, wie Thoré, Charassin, Langlois befinden. Die neuen Helden der „Gesellschaft“ sind nicht minder bekannt, es sind die großen Feldherren der Privilegien, Thiers, Molé, Bugeaud, Changarnier, Hauranne, Remusat, mit den Industrierittern des großen Capitals Fould und Compagnie, welche in der Ordnung des Bürgerkönigthums zu fischen gewohnt sind. Das kleine Kapital, die Ordnungsfreunde der kleinbürgerlichen republikanischen Tugend, die mit dem Junischlächter Cavaignac so siegreiche, und seitdem von den beiden „extremen“ Parteien gestürzte „honette“ Republik sieht man überall mit ihren großen Namen Cavaignac, Marrast, Marie aus dem Felde geschlagen. Die Nachrichten aus den Departements bestätigen auch von dort die Niederlage der „National“-Clique. In der Dordogne sind in öffentlicher Versammlung die 10 Kandidaten des demokratischen Comité's angenommen worden, darunter Ducluseau und ein Ackerbauer Dulac. Im Aude-Depatement haben die Demokraten die Kandidaten Raynel und Joly, Sohn, die Royalisten ihre Vollblutmänner, Dcjean, d'Hautprul, Mahul, proklamirt; in Toulouse haben beide Parteien fast einstimmig die Kandidatur Armand Marrast's verworfen. Die Montagnards Anglade und Arnaud sind im Ariège-Departement, Joly der ältere, Mulé und Calès in Toulouse ihrer Wahl sicher. Die meisten Departements, namentlich Sarthe, Allier, Loire und Cher, Haut-Loire und Ardennen, haben übrigens fast gar keine der bisherigen parlamentarischen Namen aufgestellt, sondern meist Arbeiter mit spezieller Verpflichtung auf die sozial-demokratischen Forderungen zu Kandidaten proklamirt. Auf der andern Seite tragen auch die Geldsammlungen der Rue de Poitiers bereits ihre Früchte, namentlich auf dem Lande, wo Alles mit Geld durchzusetzen ist. Diese Geldsammlungen haben bis jetzt die Summe von 212,000 Fr. eingebracht, und sind sofort, ohne Zweifel so nützlich, wie es die langjährigen Erfahrungen und Experimente des Herrn Thiers nur erwarten lassen, verausgabt worden. In einigen Depatements beginnen bereits die Maire's ihre Bauern für gewisse ihnen vorgeschriebene Kandidaten zu bearbeiten, und die „Sentinelle populaire“ von St. Etienne erzählt, daß in Roanne ein Bürgermeister-Comité von 108 Gemeinden des Arrondissements zusammenberufen sei, um sich ebenfalls über die Kandidaten im Sinne der Rue de Poitiers zu vereinbaren und dieselben dann bei den Bauern mit dem „moralischen Einfluß“ der Gemeindevorsteher unterstützen zu lassen. Die Wahlen mögen nun günstig für die eine oder die andere Partei ausfallen, so viel ist wenigstens gewiß, daß die sozial-demokratische Partei in der Legislative entschiedener als je zusammengeschaart sein und daß es sich nicht mehr um die Republik der honetten bürgerlichen Tugend, sondern um die „legitime Gesellschaft“ und um die Revolution handeln wird. 43 Paris, 26. April. Die Demokratenhetze in der Armee nimmt zum sichern Beweis, wie sehr die Minister des gestiefelten Mondkalbs den Boden unter sich wanken fühlen, den erfreulichsten Fortgang. Der „National“ erzählt, daß vorgestern ein Soldat, im „Peuple“ lesend, über den Boulevard promenirt sei; der „National“, der seine alten Ballhörner nie verläugnet, will damit durchaus nicht sagen, daß dieser Soldat oder andere Soldaten Sozialisten sein könnten, sondern bemerkt höchst fein, daß die Soldaten den „Peuple“ nur lesen, weil er ihnen verboten ist. Ein Sergent-de-Ville, diese vor-republikanische Institution, welche seit einigen Wochen wieder an die Stelle der Caussidiere'schen „Tyroliens“ getreten ist, begegnete dem Soldaten und wollte ihm im gerechten Zorn das verpönte Blatt entreißen. Der Soldat aber antwortete dem Sittlichkeitswächter mit einem Faustschlag auf seinen dreieckigen Hut („chapeau-à-claque, figure-idem“, wie die Gamin's jetzt rufen). Die Menge, welche sich augenblicklich um die Beiden sammelte, walkte den Polizisten noch weidlich mit Rippenstößen durch, und gab dem Soldaten Gelegenheit, ungehindert seinen Weg zu verfolgen. Ein anderer Fall ist die neueste Verhaftung eines Sergentmajor, Mannens Hurvoix, vom 21. Linienregiment, der alsbald nach dem Fort Vanvres gebracht wurde. Das Verbrechen Hurvoix's besteht darin, sich den Soldaten als demokratischer Kandidat für die Legislative vorgestellt zu haben, und hierin von mehr als 600 Unterschriften unterstützt worden zu sein. Die Proklamation Hurvoix's zum Kandidaten des demokratischen Central-Komité's wird wahrscheinlich die nächste Folge dieser Maßregel sein. Ferner haben das 48. Linien- und das 9. leichte Infanterie-Regiment Befehl bekommen, die Pariser Garnison zu verlassen, da der rundköpfige Changarnier ihrem republikanischen Geist nicht mehr traut. Das 9. ist gestern Morgen abgegangen, das 48. wird morgen und übermorgen an die Reihe kommen, und noch sieben andere Regimenter sollen ihnen in den nächsten 14 Tagen folgen. Auf diese Weise wird die sozial-demokratische Propaganda immer neuen Boden für ihre Agitation erhalten, bis die sämmtlichen Regimenter Frankreichs in Paris Revue passirt haben. Paris, 26. April. Der Telegraph meldet der Regierung die plötzliche Ankunft Napoleon Bonaparte's aus Madrid in Bayonne., Derselbe hat ohne Autorisation seinen Posten verlassen und ist wie uns der Moniteur soeben meldet, destituirt worden. ‒ Napoleon Bonaparte hat folgenden Brief an den Präsidenten ers bonapartistischen Central-Wahl-Comités gerichtet, der den wahren Grund seiner plötzlichen Abreise enthält: „Madrid, 13. April. Herr Präsident! Ich danke ihnen für das Anerbieten, daß Sie mir rücksichtlich der Kandidatur für das Seinedepartement machen. Nichts wäre mir schmeichelhafter, als zum Volksvertreter in Paris ernannt zu werden. Meine politische Richtung kennen Sie. Partisan der Ordnung und Freund des Präsidenten, den ich mit dem Volke vertheidigte, als ihn die Reaktionäre angriffen: glaube ich, daß man weder zu den Personen, noch zu den Formen der Vergangenheit zurückkehren müsse, um die Wunden unseres Vaterlandes zu heilen. Der einzige Weg des Heiles scheint mir die Achtung der offenherzig ins Leben gerufenen republikanischen Verfassung zu sein. Die Liebe der Völker und eine demokratische Conciliation nach Innen; eine große, weise und energische Politik (der einzigen, die Frankreichs und eines Bonaparte würdig ist) nach Außen: das ist es, was ich wollte, was ich noch will und worin der Zweck besteht, den ich verfolgen würde, wenn mich meine Mitbürger von Paris zur Stellvertretung berufen. Ihr ganz ergebenster Mitbürger (gez.) Napoleon Bonaparte. ‒ Gestern Abend an den Porten St. Denis und St. Martin starke Gruppen; doch hören wir, daß bei den Wahlversammlungen in den verschiedenen Clublokalen keine Reibungen stattfanden. Die demokratischen Ausschüsse scheinen überall die Polizeikommissarien zugelassen zu haben. Die „Gazette des Tribunaux“ meldet die Verhaftung Madier de Monjean junior's wegen angeblicher Beleidigungen gegen den Polizei-Commissarius, der im Saal Montesquieu den Einlaß im Namen des Gesetzes von 1790 begehrte. Die Redaktion der „Vraie Republique“ erklärt, daß einer der gestrigen Prangerstürmer einige Levkojen Blumen gerettet habe, um sie an Louis Blanc und Caussidiere in London zu schicken. Die Redaktion erklärt, daß sie diesen Auftrag gewissenhaft erfüllen werde. Am 24. Febr. fanden sich in der Staatshauptkasse 192,488,982 Franken. Aus dieser Summe zogen die verschiedenen Staatsdienste ihre augenblicklichen Bedürfnisse und wir ersehen aus dem Bericht, daß die Commission sich sehr erstaunt zeigt über die Ausgaben, die Lamartine und Bastide für Journale, Geheimpolizei, Künstler, Geheimschreiber u. s. w. machten. Marrast, der nüchterne Atheni_ nser, bezog als Maire von Paris vom 9. März bis 18. Juli 1848 die Kleinigkeit von 51,498 Franken. Diese „honetten“ persönlichen Schwindeleien werden von der Rechten wahrscheinlich gar nicht angefochten werden, desto mehr die wirklichen Revolutionsausgaben Ledru-Rollin's für die Departemenskommissarien und Pariser Clubs. Longepied, dessen klubbistische Wirksamkeit das Ausland bereits kennt, erhielt auf Ledru-Rollin's Anweisungen hin die Summe von 123,000 Franken ausgezahlt, welche in die Casse des „Club der Clubs“ flossen, dessen Kassierer Langier war und an dessen Spitze bekanntlich Barbes und Sobrier standen. Der Club der Clubs leitete etwa 80 bis 100 Clubs in Paris und entsandte 400 bis 450 Emissarien in die Departements, um die dortigen Clubs zu leiten. Jeder dieser Emissarien erhielt 6, 8 bis 10 Fr. Zehrgelder per Tag. Außer diesen Club-Emmissarien bereis'ten aber auch noch die bewußten offiziellen Commissarien der Republik die Departements und der Bericht weis't nach, daß diese Commissarien 180,000 Franken mehr ausgaben, als das reguläre Gehalt der Präfekten im Büdget beträgt. Die Commission trägt bei mehreren der Commissarien auf Rückzahlung von 4-, 5- bis 6- tausend Franken an, die angeblich unrechtmäßig ausgegeben worden seien. ‒ National-Versammlung. Sitzung vom 26. April. Anfang 12 1/2 Uhr. Präsident Marrast. Die Zugänge sind geschlossen, weil die Versammlung ihr eigenes Budget beräth und es Sitte ist, daß dann das Publikum und selbst die Stenographen entfernt bleiben. Keine unnützen und krittelnden Zuschauer. Um 2 Uhr eröffnen sich die Seitenthüren. Marrast erklärt die öffentliche Sitzung als begonnen. An der Tagesordnung ist das Marinebudget. Eine Generaldiskussion findet gar nicht statt, sondern man schreitet sogleich zur Berathung der einzelnen Artikel, die bis Postschluß wenig Interesse bietet. Lamartine sieht sich veranlaßt, die namentlich in Kapitel 3 vorgeschlagenen Ersparnisse ebenfalls zu bekämpfen Der Ausschuß scheint sich zu wundern, warum seit 1839 bedeutend viel für unsere Seemacht gethan wurde. Er scheint zu vergessen, daß 1840 allein 93,000 000 Fr. einstimmig votirt wurden, um unsere Marine zu vergrößern weil damals sich der politische Horizont verfinsterte. Heute, wo die politische Lage Europas bedeutend verwickelter sei als 1840, wolle man zu Verringerungen schreiten. Auf dem Festlande haben wir nichts zu fürchten. Man solle an unsere Armeebestände keine Hand legen. Im Falle einer Koalition des alten Europa gegen Frankreich haben wir nichts zu fürchten. Wollten wir aber einen allgemeinen Prinzipienkrieg hervorrufen, einen allgemeinen Destruktionskampf heraufbeschwören, wer weiß, wo der Sieg wäre? Man berühre also weder unsere Marine noch unser Heer und gedenke der Worte Napoleons: Ich verlange von Euch Mannschaften und Ihr schickt mir Holz (Schiffe). Verworfen. Die Artikel 3, 4 und 5 werden erledigt und die Debatte um 6 1/4 Uhr abgebrochen. Die Sitzung ist geschlossen. Großbritannien. * London, 26. April. In der gestrigen Unterhaus sitzung wurde über die Bill zur bessern Verhinderung von Wahlbestechungen ein Langes und Breites geschwätzt. Hume bemerkt sehr richtig, daß alle diese Mittel fruchtlos seien und nur eine Ausdehnung des Stimmrechts und geheime Abstimmung gegen Bestechung helfen könnten. Pakington, der Einbringer dieser Bill, hat kein Glück damit; die erste Klausel derselben wurde mit 146 gegen 54 Stimmen verworfen. Er wird sie nun wohl am besten ganz zurückziehen. Hierauf beantragt Locke die zweite Lesung der Sonntags-Eisenbahnfahrten-Bill. Die bigotten Schotten befördern des Sonntags, an welchem gerade die große Masse des Volkes Zeit und Bedürfniß nach Erholung hat, Niemanden auf ihren Eisenbahnen, angeblich damit der Sonntag nicht entheiligt werde. Sie selber aber, diese vom Mark des arbeitenden Volkes gemästeten Dickwänste haben die ganze Woche zu ihrer Verfügung und des Sonntags räckeln sie sich in scheinheiliger Augenverdrehung in ihren Karossen von einer Seite zur andern. Die Bill wollte die Sonntagsbeförderung auf den Eisenbahnen gesetzlich einschärfen; sie wird aber mit 131 gegen 122 Stimmen verworfen. Redakteur en chef Karl Marx. [Leserbrief] Die Infamirten der „Köln. Zeitung“ bringen meine „Berichtigungen“ noch nicht. Sie reden dagegen in ihrer II. Ausgabe Nr. 92 von „Bildung“ und „Wahrheit“. Es ist eine bekannte Thatsache, daß lasterhafte Menschen oft von den Tugenden sprechen, die sie nicht besitzen. Wie es in diesem Punkte mit den Herren der „K. Z.“ steht, ergibt sich aus Folgendem. Sie, die Infamirten, streben seit Jahr und Tag in Leitartikeln, Correspondenzen und Inseraten dahin, durch erdichtete Anschuldigungen, entstellte Thatsachen und pöbelhafte Scheltworte mich dem Hasse und der Verachtung auszusetzen. Das ist der „Bildungsgrad“, die „Wahrheitsliebe“ und, gelinde gesagt, die „gemeine Grobheit“ der Infamirten. Ich stellte diesen „Sudeleien“ eine stumme Verachtung entgegen, weil ich hierin die beste Widerlegung erblickte, und um so mehr erblicken durfte, als die „K. Z.“ zumal in Berlin, wo ich mich derzeit meistens aufhielt, unter den vielen Tagesblättern zu denjenigen zählte, die am Meisten verabscheut werden. Als jedoch die Infamirten, im Bunde mit der kattunverständigen Ex-Excellenz Milde, dem blutsaugenden Adel und den reaktionären Beamten, namentlich der Polizei, worunter besonders der berüchtigte Spion, Landrath Schnabel, in Mülheim, zu merken ist, mir „Wahlpuffs“, die lediglich von ihnen ausgegangen waren, andichteten, überschickte ich zwei Berichtigungen, die zusammen kaum eine Handbreit Raum erforderten. Eine ähnliche Berichtigung lief von den Wahlmännern aus Mülheim ein. Aber die Infamirten, welche, wie sie behaupten, „nur Raum für Wahrheit haben“, fanden es, aufgestachelt von dem Geiste der Lüge und Perfidie, dem sie dienen, gerathener, hier so wenig als anderwärts, der Wahrheit die Ehre zu geben. Sie unterdrückten diese Berichtigungen und brachten von ihrem Inhalte das direkte Gegentheil. Meine ernsten Mahnungen, die Berichtigungen selbst mitzutheilen, wurden als „Curiosa“ höhnisch zurückgewiesen. Man hatte sogar die Schamlosigkeit, ihnen gegenüber von „Wahrheit und Bildung“ zu sprechen, während sie, die Infamirten, faktisch von jeher die gemeinsten Rohheiten gegen mich veröffentlichten und überall breitmäulig und spöttisch des „Exdeputirten“ gedachten. Weshalb eifern sie, wenn ihnen Wahrheit und Recht so nahe liegen, als sie vorgeben, nicht gegen die maßlose Willkür, durch welch ich zum „Exdeputirten“ geworden bin? Natürlich, weil ihre echte Jesuiten-Natur jedes Mittel, sei es noch so schlecht, gerechtfertigt findet, welches dem politischen Gegner schadet. Die Moral ist sehr einfach. Die Infamirten der „Kölnischen Zeitung“ besitzen nämlich eine weit dickfelligere Ehrlosigkeit als man gewöhnlich unterstellt. A. Gladbach. [Anzeigen] Handelsnachrichten. _ Frucht und Oelpreise. _ [Anzeigen] Schifffahrts-Anzeige. In Ladung Köln, 27. April 1849. Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr A. Meyer. Nach Andernach und Neuwied M. Pera u. Jos. Krämer. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg Jos. Zeiler. Nach der Mosel, der Saar u. Trier Jac. Bayer. Nach Bingen A. Harling. Nach Mainz Joh. Hirschmann. Nach dem Niedermain Franz Spaeth. Nach dem Mittel- und Obermain S. Schön. Nach Heilbronn H. Staab. Nach Kannstadt und Stuttgart L. Hermanns. Nach Worms und Mannheim H. Stammel und (im Sicherheitshafen) Wwe. C. Müller. Ferner: Nach Rotterdam Capt. Willemsen, Köln Nr. 6. Nach Amsterdam Capt. Wemmers Köln Nr. 7. Rheinhöhe: 9' ‒“. Köln. Pegel. Sitzung des Gemeinderaths vom 26. April 1849. Der Antrag der Königl. Regierung vom 14. April in Betreff eines Zuschusses für die Errichtung einer dritten Abtheilung der Provinzial-Gewerbschule wird der Kommission für Schulsachen überwiesen. ‒ Der Gemeinderath beschließt die Reorganisation der Bürgerwehr in hiesiger Stadt bis zur Revision der Verfassung resp. des Bürgerwehrgesetzes auf sich beruhen zu lassen. ‒ Er ertheilt der Verwaltung die Ermächtigung zur Abschließung des Kontrakts wegen Wegräumung des Kreuzganges von St. Peter und Erbreitung der Sternengasse. ‒ In Betreff der Erweiterung des Kirchhofes genehmigt der Gemeinderath die Anträge der Verwaltung: 1) von dem Erwerb der hierzu bestimmten 6 Morgen 11 Ruthen 30 Fuß zur Zeit abzustehen; 2) den Austausch von 2 Landparzellen zwischen der Armenverwaltung und der Stadt; 3) den Rest des angekauften Landes der Spital-Oekonomie-Verwaltung pachtweise zu übergeben; 4) einen todten Zaun und eine Mauer auf den neu acquirirten Landstücken zu errichten; 5) der Verwaltung zu dieser Anlage einen Kredit von 3800 Thlrn., vorbehaltlich des noch zu genehmigenden Kostenanschlages a Conto der Anleihe, zu bewilligen. ‒ Der Gemeinderath giebt seine Zustimmung zu der Empfangnahme eines Terrainstreifens in der Gereonsmühlengasse unter den von der Kommandantur festgesetzten Bedingungen. ‒ Ein Gesuch um das Bürgerrecht wird angenommen, ein anderes um Unterstützung an die Kommission für Armensachen verwiesen. ‒ Der Gemeinderath genehmigt eine Eingabe an das Königl. Ministerium für Handel und öffentliche Arbeiten, in welcher die Bitte ausgedrückt ist, vor jeder definitiven Bestimmung der Stelle, wo die Brücke über den Rhein errichtet werden soll, ihn vorab zu hören und demselben von dem, was bis jetzt von Seiten des Ministeriums vorgearbeitet worden, Mittheilung zu machen. Civilstand der Stadt Köln. Den 23. April 1849. Geburten. Wilhelm. Barb. Huberta, T. v. Hub. Jos. Goltstein, Kaufm., Bolzeng. Den 24. April. Geburten. Marg., T. v. Friedr. Franz, Zuckerarbeiter, Follerstr. ‒ Anna Maria, T. v. Jakob Burgwinkel, Gerber, gr. Griechenm. ‒ Gertr., T. v. Herm. Jos. Runkel, Gärtn., Schafenstr. ‒ Adam, S. v. Heinr. Dettinger, Tagl., Holzg. ‒ Anton, S. v. Jakob von Effelt, Schneider, Ehrenstr. ‒ Joh. Jos., S. v. dem verstorb. Heinr. Schiefenbusch, Gärtner, alte Wallg. ‒ Jakob Edmund, S. v. Wilhelm Kleinenbroich, Maler, Altenbergerstr. ‒ Friedr. Auguste Alex., T. v. Friedrich Wilhelm Jgn. Roggen, Kaufm , Bayenstr. ‒ Cath. Wilh. Hub., T. v. Gerh. Lindlau, Fabrik-Inhaber, gr. Witsch. ‒ Johann Math. Hub., S. v. Math. Cremer, Faßb, Ankerstr. ‒ Elis., T. v. Max Jonas, Tagl., Severinstr. Sterbefälle. Theodor de Greef, Buchdrucker, 27 J. alt, unverh., Bayenstr. ‒ Emil Grohe, 11 M. alt, Kattenbuch. ‒ Christ. Peters, Faßb., 51 J. alt, Blindg. ‒ Carl Buchert, Musketier, im 34. Regt. 22 J. alt, unverh , Garn. Laz. ‒ Maria Hubert Ther. Bauer, 1 J. 5 M. alt, Burgm. ‒ Theodora Froitzheim, 9 J. alt, Maximinstr. Ther. Esser, 16 M. alt, Weideng. ‒ Joh. Reiner Hecker, 69 J. alt, Rentner, verh., Weberstraße.

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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 2 (Nummer 184 bis Nummer 301) Köln, 1. Januar 1849 bis 19. Mai 1849. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 285. Köln, 29. April 1849. Beilage, S. 1613. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz285b_1849/1>, abgerufen am 21.02.2019.