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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 255. Köln, 25. März 1849. Beilage.

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Beilage zu Nr. 255 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Sonntag, 25. März 1849.
[Französische Republik]

Havin, Präsident: So eben erhalte ich von der Clubgesetz-Kommission (Minorität) ein Schreiben, worin sie um Vertagung der Debatte auf Montag bittet. (Ah! Ah!)

Arago (Emanuel): Man will versöhnen. Ich fürchte jedoch, dies gelingt nicht. Das Beste wäre, den Entwurf mitsammt der Deliberation indefinitivement zu vertagen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)

De Charencey (von der Minorität): Wir bitten um Aufschub, weil wir uns in einer exeptionellen Lage befinden. Die Majorität hat sich zurückgezogen; wir wollen daher eine Redaktion finden, die allen Dispositionen des Gesetzes entsprechen.

Stimmen rechts: Aufschub! Aufschub!

Chavoix: Ich unterstütze die von Arago beantragte unbestimmte Vertagung. (Ja! Ja! links.)

Lacrosse, Bauminister, widersetzt sich der Vertagung auf unbestimmte Zeit. Sein Antrag ruft Lärm hervor.

Buvignier (vom Berge): Ihr wollt nicht mit Euren Plänen herausrücken! Ihr habt Furcht, Ihr Monarchisten! (Ein fürchterlicher Tumult bricht hier los.)

Bavoux von der Rechten stürzt zum Berge, holt sich den Buvignier heraus und schreitet mit ihm aus dem Saale. Was weiter zwischen Beiden vorgegangen, werden Sie wohl morgen in den Blättern zu lesen bekommen.

Terrier erringt sich endlich Gehör und meint, man könne der Minorität doch wohl bis Montag gönnen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)

Sevestre, Ultra-Conseroativ: Wenn Ihr den Aufschub bewilligt, so entsteht eine große Gährung im Lande, das dann glauben wird, das Ministerium habe wirklich ein verfassungswidriges Gesetz vorgelegt. (Der Tumult bricht wieder los.)

Havin gelingt es jedoch, die Debatte zu resumiren und die Versammlung zur Abstimmung zu bringen.

Es wird der Aufschub bis Montag bewilligt und die Versammlung kehrt darauf zum Büdget zurück, das sie vorher abgebrochen.

Die frühere Debatte hatte bekanntlich mit den Staatsbauten begonnen, als einem derjenigen Posten, auf welche am meisten erspart werden soll; sie war bis Kapitel 3 vorgedrungen.

Kapitel 3 noch nicht ganz erledigt, wird reservirt.

Das Kapitel 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 gehen ohne alle Erörterung durch.

Kapitel 11 bis 17 rufen eine nochmalige Generaldebatte hervor, die sehr lehrreich und erbaulich wird.

Jene Kapitel handeln von Kanalbauten, Brücken, Schifffahrt u. s. w. Die beabsichtigte Ersparniß beträgt 47 Millionen Fr.

Pierre Leroux greift die ganze Staatsökonomie an und stellt den Zins des Kapitals als den Krebs dar. Der Staat verzinse jährlich etwa 8 Milliarden mit baaren 400 Millionen, die nicht einen Heller produzirten. Das sei der wahre Krebsschaden.

Diesmal ist er so glücklich, vom Anfang bis zum Ende von der Versammlung aufmerksam zugehört zu werden.

Dufaure sagt: Wollt Ihr lieber Almosen oder wollt Ihr lieber Lohn zahlen? Jeder Pfennig, den Ihr am Baubüdget abzwackt, wirft einen Arbeiter aufs Pflaster. Er bekämpft die Neduktion und erndtet von der Linken vielen Beifall.

Goudchaux erscheint mit großen Foliobänden auf der Tribüne. Aber die Versammlung hört ihn kaum 10 Minuten an und verschiebt die Fort-Sitzung auf morgen.

Zwischen dem Budget wurde eine Bestimmung rücksichtlich der in Frankreich gebornen Fremden debattirt, auf die wir morgen zurückkommen werden.

Schluß 6 1/4 Uhr.

Bourges, 21. März.

7 Uhr Abends. Die heutige Sitzung des sogenannten Nationalgerichts bot zwei interessante Zwischenfälle dar. Es waren dies die Verhöre der beiden Belastungszeugen, Cruveillier und Giroux. Ersterer erklärte die Behauptung des Moniteur vom 17. Mai: "Mehrere Klubglieder hatten gerufen: Nein, Barbes, zwei Stunden Plünderung!" geradezu als eine Erfindung. Er gestand höchstens zu, daß ein Dieb, der sich in den Saal geschlichen, dies gerufen haben könne; was um so wahrscheinlicher, als man den Chronometer der Stenographen des Moniteur gestohlen habe, was gewiß Niemand aus dem Volk gethan habe etc. Cruveillier's Aussage ist um so wichtiger, als er damals Sekretär Buchez's, des Präsidenten der Nationalversammlung, war, und mithin volles Gewicht hat.

Der zweite Fall ereignete sich beim Verhör Giroux's. Giroux, ein Oberzollbeamter, rühmt sich nämlich, daß er es gewesen sei, der dem General Courtais das Kreuz der Ehrenlegion am 15. Mai von der Brust gerissen habe. .... Indem der Zeuge diese Worte wiederholte, ras'te Courtais zwischen den Gensd'armen auf und schrie mit gewaltiger Stimme: "Ha! wo ist der Hallunke, der es gewagt, seine Hand an meinen Degen zu legen und mir das Kreuz abzureißen, das ich auf dem Schlachtfelde an der Spitze des braven 7ten Dragoner-Regiments erworben!"

Diese Wuth des greisen Generals verursachte einige Augenblicke lang große Bewegung im Saale.

* Bourges, 19. März.

(Prozeßverhandlung.) Das Publikum drängt sich um den Sitzungssaal, da es heißt, daß heute Ledru-Rollin, der Chef der Montagne, als Zeuge erscheinen werde.

Die Sitzung wird 10 3/4 Uhr eröffnet.

Präsident. Greffier rufen Sie den Zeugen Ledru-Rollin auf. (Bewegung der Neugierde im Publikum.)

Der Zeuge tritt vor und giebt auf die gewöhnlichen Fragen Stand, Namen und Alter an: Alexis August Ledru-Rollin, 40 Jahr alt, Volksrepräsentant, Ex-Mitglied der provisorischen Regierung.

Präsident. Sagen Sie, was Sie über die Angeklagten wissen.

Zeuge Ledru-Rollin. Ich kann nur über den 15. Mai sprechen. Wir waren benachrichtigt, daß an diesem Tage eine Manifestation stattfinden solle und der General Courtais erhielt Befehl, alle zur Aufrechthaltung der Ordnung nöthigen Maßregeln zu treffen. Die Manifestation fand Statt; die Kolonne zog vom Bastillenplatz aus, über die Boulevards, und erschien vor der Assemblee. Der Uebergang über die Brücke wurde erzwungen, und die Menge strömte gegen das Gitter. Das Volk hatte durchaus keine feindlichen Absichten; aber das Gitter wurde eingedrängt, und die Nationalversammlung gestürmt.

Ich erwarte jetzt die Fragen, die Sie mir vorzulegen haben.

Präsident. Haben Sie Albert gesehen?

Ledru-Rollin. Gewiß habe ich ihn gesehen; er sagte mir, daß das Volk eine Petition überbringen wollte, und daß er nicht glaube, daß die Versammlung dies rechtlicher Weise verhindern könne.

Präsident. Hat er Ihnen nicht gesagt: "Ihre erbärmliche Kammer wird heute ihren verdienten Lohn erhalten?"

Ledru-Rollin. Er hat nicht im Entferntesten ähnliche Ausdrücke gebraucht.

Präsident. Haben Sie gesehen, was sich an der Tribüne ereignete?

Ledru-Rollin. Allerdings; ich sah eine sehr compakte und sehr erregte Masse, aber ich sah auch Raspail am Fuß der Tribüne, welcher nach besten Kräften das Stillschweigen herzustellen suchte. Raspail näherte sich mir darauf und frug mich, ob ich ihn wiedererkenne; ich hatte ihn nur Ein Mal, vor der Pairs-Kammer, gesehen und erkannte ihn auf der Stelle. Am Fuß der Tribüne befand sich auch ein junger Mensch, der eine Fahne schwang, indeß keineswegs, wie man lächerlicher Weise sagte, um den Präsidenten zu schlagen, denn dies war unmöglich; Raspail faßte den Schaft, zerbrach ihn und versetzte mir durch diese Bewegung einen leichten Stoß.

Präsident. Ist Raspail von Mitgliedern des Büreaus aufgefordert worden, seine Petition zu verlesen?

Ledru-Rollin. Das weiß ich nicht, aber ich weiß, daß Raspail von verschiedenen Volksrepräsentanten zur Verlesung der Petition aufgefordert wurde. Wenn sich das nicht im Moniteur findet, so ist der Moniteur unexakt.

Präsident. Was wissen Sie über den Angeklagten Barbes?

Ledru-Rollin. Ich weiß, daß er sich mit allen Kräften der Manifestation des 15. Mai widersetzte; die Polizeinoten selbst beweisen das.

Präsident. Wie erklären Sie aber seine Theilnahme an den Vorfällen?

Ledru-Rollin. Die Ereignisse rissen ihn fort, der Anblick des Volkes betäubten sein Herz. Als er von der Milliarde sprach, war er bewegt von einer vorhergegangenen Rede, welche sich über das Elend des Volkes verbreitete. Uebrigens war es auch nicht das Erstemal, daß Barbes von dieser Milliarde sprach. (Tumult.) Als die Auflösung der Nationalversammlung ausgesprochen worden war, widerstand Barbes lange Zeit, bis er mir endlich sagen konnte, daß neue Regierungsmänner das Vaterland zu retten vermögten. Sein Gang nach dem Hotel-de-Ville beweißt nichts gegen ihn. Auch ich wurde von einigen, und zwar sehr unzweideutigen Männern, die jetzt hohe Stellen bekleiden, aufgefordert, mich ins Hotel-de-Ville zu begeben, um Paris vor der Anarchie zu retten, und wenn ich lediglich deshalb nicht hingegangen, weil ich Mitglied der Regierung war, so kann ich doch sehr wohl begreifen, wie Andere aus Vaterlandsliebe zu dem Beschluß kamen, Frankreich durch Proklamation einer neuen Regierung zu retten.

Präsident. Haben Sie die Rede Blanqui's gehört?

Ledrü-Rollin. Ich habe sie gehört, und ich darf sagen, daß bei mehreren Stellen des Vortrages eine Menge Deputirten ihren Beifall zu erkennen gab.

Präsident. Erzählen Sie, was Sie von dem 17. März wissen.

Ledrü-Rollin. Das Gouvernement, und vorzüglich ich selbst, hatte die Abschaffung der Bärenmützen verordnet. Die Nationalgarde versuchte eine Demonstration dagegen, auf welche am andern Tage (17. März) durch eine Volksdemonstration erwidert wurde. Man hat mich als Urheber derselben beschuldigt (!), dies aber ist die abgeschmackteste Lüge.

Präsident. Haben Sie nicht sagen hören, daß sich eine Coterie der Manifestation des 17. März bemächtigen wollte?

Ledrü-Rollin. Es ist wahr, daß eine Delegation erschien und auf Vertagung der Wahlen antrug. Sie benahm sich sehr besonnen und zog sich in derselben Weise zurück.

Generalprokurator Baroche. Sie sagen, daß die Delegation in sehr gemäßigter und anständiger Weise gesprochen habe, und doch waren mehrere Mitglieder der provisorischen Regierung genöthigt, das Wort zu ergreifen, um ihre Ungeduld zu zügeln.

Ledrü-Rollin. Ich selbst ergriff zuerst das Wort, hatte aber nicht nöthig, in anderer als in anerkennender Weise über den Zweck der Manifestation zu sprechen. Nach mir hielt Louis Blanc eine vortreffliche Anrede, und erst hierauf sprach Hr. von Lamartine und forderte das Volk auf, in Mäßigung und "majestätischer Ruhe" aufzutreten, da dies seine stär'sten Waffen seien; dieser Vortrag war jedoch nichts als ein rednerisches Sturmgeläute, sehr elegant wie alle Vorträge des Hrn. v. Lamartine, aber durchaus nicht au fond der Frage. (Bewegung.)

Präsident. Was trug sich am 16. April zu?

Ledrü-Rollin. Am 16. April fand, wie ganz Paris wußte, eine Versammlung der Arbeiter auf dem Marsfeld statt, um Generalstabsoffiziere zu wählen. Die Versammlung hatte einen durchaus friedlichen Charakter; um 10 Uhr aber erfuhr ich von dem Direktor der öffentlichen Sicherheit, daß man sich derselben zu einer Manifestation gegen die provisorische Regierung bedienen wollte. Ich ergriff energische Maßregeln und befahl dem General Courtais wie dem Maire von Paris, Generalmarsch schlagen zu lassen.

Hier erlauben Sie mir, ein Wort über diese Maßregel zu sagen. Man hat mir Vorwürfe über mein Benehmen an diesem Tage gemacht, ich darf jedoch sagen, daß ich bereit wäre, dasselbe noch einmal zu thun. In meinen Augen war die Manifestation gesetzlich, und das Volk hatte ein Recht dazu; aber ich wollte nicht, daß irgend eine Coterie sich der Manifestation gegen die Regierung bedienen sollte.

Als der Rappel geschlagen wurde, erschienen die besten und reinsten Republikaner zuerst; es war die 12. Legion, mit ihrem braven Obersten Barbes an der Spitze, welche zuerst an dem Hotel de Ville erschien, und zahlreiche bewaffnete Clubisten kamen ebenfalls, um der provisorischen Regierung ihre Hülfe anzubieten.

Präsident. Wer befand sich an der Spitze der Manifestation?

Ledru-Rollin. Man bezeichnete uns die Regentschaft, man bezeichnete uns ebenfalls die Legitimisten als die Agenten, man sagte uns auch, daß Blanqui auf dem Marsfelde sei.

Präsident. Haben Sie Ordre zu Blanqui's Verhaftung gegeben?

Ledru-Rollin. Die provisorische Regierung gab diese Ordre; aber sie wurde zurückgezogen gegenüber dem Enthusiasmus, der sich bei der Revue des 24. offenbarte.

In Betreff des Hauses von Sobrier, erklärt der Zeuge, daß die dort stationirten Montagnard-Garde durchaus der provisorischen Regierung keine Besorgniß eingeflös't habe; der Polizeipräfekt Caussidiere, der nach dem 24. Februar einige Tage mit Sobrier zusammen sein Amt verwaltet, habe das größte Vertrauen auf Sobrier gesetzt. Auch habe man den Club Blanqui nicht "gefürchtet", wie der Präsident frage, man habe ihn bloß überwacht, da er dem Gouvernement direkt feindlich gewesen sei.

Präsident. Die Polizei war unter der provisorischen Regierung sehr mannigfaltig; es gab eine Polizei des Präfekten, eine Polizei des Ministers des Innern, eine Polizei des Maire von Paris und eine Polizei Sobriers?

Ledru-Rollin. Im Ministerium des Innern gab es eine General-Polizei-Direktion; die Polizei Caussidiere's wurde ohne sein Verschulden sehr gehemmt, und hatte fast keine Bedeutung; von einer Polizei Sobrier's weiß ich nichts.

Präsident. Was wissen Sie von der Aufführung des Angeklagten Courtais bis zum 15. Mai?

Ledru-Rollin. Einige Tage vor dem 15. Mai trat die Exekutiv-Commission zusammen, besprach sich über die angekündigte Manifestation und ernannte den General Courtais, der das allgemeine Vertrauen besaß, zum Befehlshaber sämmtlicher Truppen von Paris.

Am 15. Mai fand die Manifestation statt und das Volk erschien vor dem Gitter der Assemblee. Ich und mehrere andere Repräsentanten waren der Ansicht, eine Delegation vorzulassen; es war das einzige Mittel, die Versammlung zu retten. Man ging aber nicht darauf ein; das Volk wurde ungeduldig über das Ausbleiben der Antwort, mehrere Personen überstiegen das Gitter und das Thor wurde geöffnet. Der General Courtais widersetzte sich vergebens; der Sturm des Volkes warf ihn über den Haufen. Einige Minuten darauf war die Assemblee vom Volke überwogt.

Am Abend protestirte ich in der Exekutiv-Kommission gegen die Verhaftung Courtais'; ich besuchte ihn auch am folgenden Morgen in der Conciergerie, denn ich war überzeugt, daß er seit dem 24. Februar nie und nicht im Geringsten seine Pflicht verabsäumt hatte.

Ein Geschworner. Wie geschah es, daß das Gitter der Assemblee zerbrochen ward.

Ledru-Rollin. Oh, meine Herren, Sie haben nie die Kraft des Volkes gesehen. Die Assemblee hatte Eisenstäbe zu ihrem Schutz, aber das Eisen wurde zu Staub, als es die Hände des Volkes berührten. (Beifallssturm im Publikum).

Präsident. Haben Sie noch etwas hinzuzufügen?

Ledru-Rollin. Ich möchte nur wenige Worte noch über Louis Blanc und Caussidiere sagen. Seit man den Antrag auf ihre Verhaftung stellte, habe ich aufmerksam die Aktenstücke studirt und kann als Rechtsgelehrter sagen, daß nichts in meinen Augen ihre Anklage rechtfertigen konnte, der ich mich überdies auch aus politischen Gründen widersetzt habe. Als man darauf bestand, verlangte ich die Entlassung des Generalprokurators jener Zeit. Die Genehmigung zur Verfolgung wurde indeß damals nicht ertheilt. Erst nach den Junitagen erneuerte man den Antrag, aber meine Ueberzeugung war dieselbe. Nichts konnte im Monat Juni Louis Blanc und Caussidiere graviren, und ich habe mich noch einmal ihrer Verfolgung widersetzt.

Blanqui. Ich verlange, daß der Generalprokurator den Moniteur vom 16. April und 17. März produzirt. Er gehört jetzt zu den Prozeßakten, denn es handelt sich jetzt für mich nicht mehr allein um den 15. Mai, es handelt sich um alle früheren Ereignisse.

Ich frage jetzt Herrn Ledru-Rollin, was ich an diesen Tagen gethan habe.

Ledru-Rollin: Ich wiederhole, daß der 17. März sehr ruhig war. Die Redner, welche das Wort ergriffen, sprachen durchaus besonnen, unter ihnen auch Herr Blanqui.

Blanqui: Das ist wahr, aber Herr Ledru-Rollin, wie Herr v. Lamartine täuschen sich vollständig über die Bedeutung des Tages. Der 17. März war keine Gegenmanifestation; er war vorbereitet seit mehreren Tagen und hatte einen ganz andern Zweck, als die Abschaffung der Bärenmützen.

Ich verlange, mich darüber aussprechen zu dürfen.

(Schluß folgt).

Großbritannien.
London, 22. März,

Im Unterhause kam gestern außer mehreren unbedeutenden Gegenständen die Bill in Betreff der zahlungsunfähigen Mitglieder des Parlaments zur Berathung, ohne daß man indeß andere als die schon oft erwähnten Gründe dafür und dagegen vorbrachte. Die Bill ging durch das Comite und wird am nächsten Mittwoch wieder zur Debatte kommen.

Die Bill wegen Abschaffung der Schifffahrtsgesetze, welche in der vorigen Session so unrühmlich von den Whigs aufgegeben wurde, wird morgen wieder zu allerlei Verhandlungen Anlaß geben. --

Der Standard sagt heute: "Gern vernehmen wir, daß das dänische Gouvernement, auf ein dringendes Angehn des englischen und französischen Kabinets hin, sich damit einverstanden erklärt hat, den Waffenstillstand von Monat zu Monat zu verlängern. Der Versammlung wurde dies am 16. d. offiziell mitgetheilt. Die baierischen Truppen, welche von der Centralgewalt nach Schleswig-Holstein beordert waren, haben in Folge davon den Befehl erhalten, bis auf weitere Instruktionen ihren Marsch nicht fortzusetzen.

Ungarn.
*
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Amerika.
* Cleveland (in Ohio), im Februar 1849.

Ein wie vorstehend datirtes Privatschreiben, das uns zur Benutzung übergeben worden, enthält u. A. folgendes:

"In der Voraussetzung, daß es Dir nicht uninteressant sein wird, einige Nachrichten über das neuentdeckte Goldland Californien zu erhalten, so gebe ich Dir in Nachfolgendem Dasjenige, was ich den besten englisch- und deutsch-amerikanischen Blättern entnehme, die solche als Korrespondenzartikel aus Monterey oder San Francesco brachten. Die genaue Richtigkeit des Nachfolgenden kann ich zwar nicht verbürgen, jedoch erhalten die Nachrichten durch die Uebereinstimmung verschiedener Briefe sowohl als durch die Glaubwürdigkeit der Absender den Stempel der Wahrheit. Es ist leicht denkbar, daß auch nach Deutschland die Kunde von diesem Eldorado gelangt ist, und daß die dortigen Zeitungen, wie die hiesigen, märchenhafte Schilderungen von dem Reichthum desselben bringen, ohne von den Schattenseiten Notiz zu nehmen, die den Geldhungrigen dort erwarten.

Daß der Goldreichthum in Ober-Californien, dem durch die Vereinigten Staaten kürzlich acquirirten Territorium, außerordentlich ist, dahin sprechen sich alle Nachrichten von dorthin aus, und mehrere Briefe bestätigen, daß sich sogar ein Klumpen Gold von 20 Pfd. Schwere vorfand. Das aufgegrabene Gold, welches 1-5 Fuß tief unter der Oberfläche der Erde sich befindet, ist zum Theil fast gediegen, wie damit angestellte Untersuchungen beweisen. (Folgen hier eine Menge Details, die wir schon früher vollständiger mitgetheilt haben.)

Nach diesen Nachrichten sollte man wirklich Lust bekommen, dieses zweite Peru aufzusuchen, um sich dort in kurzer Zeit zum reichen Manne zu graben, aber leider ist auch diese Rose nicht ohne Dornen.

Der gegenwärtige Zustand der Goldjäger Californien's ist ein höchst bedauernswerther. In Folge der anstrengenden Arbeit, bei der sich die Menschen kaum eine Stunde Rast gönnen, welche allerdings häufig eine theure sein mag, sowie wegen Mangel selbst an den nothwendigsten Lebensmitteln und Kleidungsstücken, ist eine epidemische Krankheit unter denselben ausgebrochen, die bereits über die Hälfte derselben arbeitsuntüchtig machte. Ueber die enormen Preise der Lebensmittel und Kleidungsstücke machst Du Dir kaum einen Begriff, ich führe z. B. an, daß 1 Pfd. Mehl 5 Dollars und ein Glas Branntwein 4-10 Dollars kostet; verdorbenes Mehl, welches die Seeleute nicht mehr essen mochten, wurde zu 14 Dollars per Fäßchen verkauft. Die meisten nothwendigen Lebensmittel sind nicht für Gold zu haben. Die Preise der Kleidungsstücke entsprechen den vorstehenden, so wurden in Monterey alte, von Motten zerfressene Jacken, die, wenn sie [unleserliches Material] sind, 6 Dollars kosten, für 16 Dollars das Stück verkauft. Eine wollene Decke kostet 150 Dollars. Jemand, der einen Stiefel besitzt, wird reich genannt, kann aber Jemand gar 2 derselben aufweisen, so gehört er zur höchsten Aristokratie. Die Theurung in der Goldregion muß wirklich alle Gränzen überschreiten, aber so groß auch augenblicklich der Mangel am Nothwendigen dort sein mag, so unterliegt es keinem Zweifel, daß dort bald Ueberfluß, selbst an Luxusartikeln herrschen wird, denn nicht nur, daß von New-York, New-Orleans u. s. w. wöchentlich Schiffe abgehen, mit allem Erdenklichen beladen, sondern es bilden sich auch zahlreiche Gesellschaften im Innern der Union, die Güter kaufen, um mit diesen im Frühjahre nach Californien zu fahren, und dort mit einigen Tausend pCt. Profit zu verkaufen. Daß Viele, sehr Viele sich in ihren Erwartungen getäuscht finden werden, ist gewiß. Wenn Du die hiesigen Zeitungen läsest, und Dich überzeugen könntest, welche Massen Menschen bereits ausgewandert sind oder noch werden, Du würdest mit mir glauben, daß jenes Territorium binnen kurzer Zeit die größte Einwohnerzahl von allen Staaten der Union haben müßte, Missouri allein schickte 20,000 Menschen hin, und von New-York waren bis Anfang dieses Jahres bereits 100 Schiffe größtentheils mit Passagieren beladen -- dorthin abgesegelt. Von New-Oleans mangeln die Nachrichten hierüber, jedoch wird die Zahl der abgesegelten Schiffe dort gewiß nicht geringer gewesen sein, da der Weg nach dem fernen Eldorado über diese Hafenstadt führt. Aber schwerlich wird dieser Goldrausch von Dauer sein, kehren erst Mehrere von ihren Träumen geheilt zurück, wie es bis jetzt schon Einzelnen erging, und bringen diese dann, statt des verhofften Goldes, Armuth und Krankheit zurück, was bei Vielen unzweifelhaft der Fall sein wird, so wird die Auswanderungswuth bedeutend gedämpft werden. Was bis jetzt bereits manchen Goldhungernden von der Uebersiedelung abhält, ist der maaßlos schlechte gesetzliche Zustand Californien's. Die mexikanische Regierung stellte mit der Uebergabe der Provinz an die Vereinigten Staaten ihre Funktionen ein, bald darauf hörte mit der Zurückberufung der Vereinigten Staaten-Armee die Militärregierung auf, und da von Seiten des Kongresses noch keine Anstalten zur Organisation des neuen Territoriums getroffen sind, so befindet sich dasselbe jetzt ohne alle Regierung. Die Folgen davon sind leicht denkbar, Mord und Diebstahl sind an der Tagesordnung; findet Jemand eine erträgliche Goldmine, so muß er jeden Augenblick erwarten, daß er überfallen und derselben beraubt wird. Das Faustrecht gilt dort in seiner weitesten Ausdehnung. Die neuesten, heute angekommenen Nachrichten sagen, daß in 3 Wochen 15 Mordthaten vorfielen.

Ueber die Beschaffenheit des Klima's wage ich nicht ein Urtheil zu fällen, die darüber eingelaufenen Berichte lauten zu widersprechend, als daß man ein Resume hinsichtlich desselben fassen könnte, daß es aber alle die Vorzüge, die ihm früher zugetheilt wurden, nicht besitze, scheint doch sicher zu sein. Wenn es überhaupt wohl überlegt und bedacht werden soll, ob man auswandern soll oder nicht, so ist die Uebersiedelung nach Californien gewiß eine Sache, die vorher reiflich bedacht werden will. Fast über jeden andern Staat, der bisher von Auswanderern aufgesucht wurde, besitzen wir mehr oder minder evidente Nachrichten, der Auswanderer weiß wenigstens ungefähr das, was ihn dort erwartet, aber über Californien besitzen wir blos allgemeine Nachrichten. Daß dort Gold gefunden wird, ist wahr, sogar die Vereinigte Staaten-Regierung bestätigte es, aber diese einzige Gewißheit ist gewiß nicht hinreichend, einen solch' wichtigen Schritt, von dem unbedingt Gesundheit und Leben abhängt, zu thun; dem Europamüden bieten sich andere Länder, in welchen er allerdings das Gold nicht aus der Erde graben kann, sondern sich dasselbe mit Mühe und Arbeit erst verdienen muß, zur Uebersiedelung hinreichend dar, aber hier hat er wenigstens die Gewißheit, einen wohlorganisirten Staat anzutreffen, wo Leben, Hab und Gut der Einwohner unter dem Schutze der Gesetze stehen, und in welchem sie hinsichtlich des Klima's wenig oder Nichts zu befürchten haben, und ein allmähliger Wohlstand ist den Einwohnern derselben bei Fleiß und Sparsamkeit sicherer, als ein plötzlich zu erlangender Reichthum in Californien. Ganzen Familien ist die Auswanderung nach Californien durchaus nicht anzurathen, junge, kräftige, unverheirathete Leute, die den Entschluß zur Uebersiedelung dorthin einmal gefaßt haben, mögen ihn ausführen, bietet ihre Gesundheit den dort herrschenden Fiebern Trotz, und finden sie sich in ihren Erwartungen getäuscht, so ist ihnen die Uebersiedelung in einen anderen Staat der Union leichter, wenigstens ausführbar, was sie jedoch ganzen Familien unter den jetzigen Umständen nicht ist."

Redakteur en chef: Karl Marx.
Meteorologische Beobachtungen. [irrelevantes Material]
[Leserbrief]
Dem Herrn Bürgermeister Süren zu Porz.

Auf Ihr wunderliches Inserat vom 24. v. M. in der Beilage zu Nro. 233 der Neuen Rheinischen Zeitung, worin Sie mit unübertrefflicher Gemeinheit wie ein Rabe schimpfen und lügenhaft klatschen, würde ich verschmähen zu antworten, wenn ich nicht dafür hielt, dies meiner Ehre vor dem entferntern Publikum schuldig zu sein. Ihrer infamirenden Herausforderung mögen daher folgende Zeilen zur Erwiederung dienen:

Wo sind die Zeitungs-Inserate gegen Sie, die Sie nicht selbst hervorgerufen hätten? Wo die Versendungsschriften, wodurch Sie verläumderisch angegriffen wären? Vielleicht jene Beschwerden, welche die gemißhandelten Verwalteten auf ordentlichem Wege eingaben? Wo sind die Urtheile, welche Sie als Hülfsbeamter der gerichtlichen Polizei gegen die von Ihnen Angegriffenen wegen Gesetzesverletzungen etc. veranlaßt hätten? Welches sind die strafbaren Fakta, welche Sie sich getrauen öffentlich vorzuwerfen?? Schätzen Sie die Steuerpflichtigen ein, oder ist dazu vielmehr eine aus mehreren, ja vielen Mitgliedern bestehende Kommission berufen? Können Sie, Elender, nachweisen, wie viel ich von den Mitteln des interdicirten Lieutenants Schlimbach, meines Bruders, verlebt, oder sind nicht gerade Sie es, der sich die Thälerchen dieser Vormundschaftskasse zu verschaffen wußte und vergeudete? Sie werden sich Ihres Briefes vom 13. Oktober 1845 wohl noch erinnern. Lauschten Sie nicht auf den Eingang von Vormundschaftsgeldern wie die Buben dem Fremden nach der Tasche spielen? Was Sie nicht so "furchtlos Ihre Pflicht erfüllten!!!" Aber Eigenlob stinkt, und wer sich entschuldigt ungefragt, giebt sich selbst schuldig der That. Man hatte sich ja um Sie nicht bekümmert, warum fordern Sie durch Ihr Inserat heraus? Trieb Sie die Furcht dazu, man möchte Ihre Intriguen mittelst welcher Sie während Ihrer 14jährigen Amtszeit weniger verwalteten, als beispiellos Ihre Verwalteten unterdrückten und tyrannisirten, veröffentlichen? Zittern Sie so neronisch vor den Folgen Ihrer Handlungen, daß Sie dieses Zetter anschlagen, bevor man Sie noch des Angriffes würdigt?!

Aber Züngeln, Begeifern, die gradesten, rechtschaffensten Männer mit Koth bewerfen, nicht wahr, das sind die elenden Waffen, womit Sie sich gegen die ebenso gerechten, als lauten und allgemeinen Klagen rüsten? Oder, wollen Sie noch die Berichte veröffentlicht haben, worin fast der ganze Gemeinderath pflichtmäßig jene Untersuchung provozirte, womit Sie sich eitel blähen, solche selbst verlangt zu haben? Ist nicht die ungeheure Mehrzahl der Einsassen der 13 Dörfer, welche Sie leider zu lange verwalteten, darüber einstimmig: daß Sie mit einem moralisch-eckelhaften Rufe einen seltenen Terrorismus verbinden, daß Ihre Verwaltung fast unthätig, und insofern sie thätig, eine Chikane war, indem Sie die Zeit, welche Sie nicht Ihren Lüsten nachliefen, meist auf Zänkereien und Unterdrückung verwandten? -- Nicht wahr: zunächst forcirt man das Steckenpferd einer sogenannten gerichtlichen Polizei: Mistjauchen, Kamine, Wege, Paßwesen, Hunde etc., liefern die täglichen Veranlassungen oder Vorwände, worunter man seine Tendenzen verfolgt? Und hat man auf diese Weise und durch das brutalste Benehmen gegen die Administrirten, besonders die Geringern, die Pointe einer bedeutenden Furchtbarkeit für sich bei den Verwalteten erreicht, so applizirt man das tendirte Leih- und Ausborge-System? -- Haben Sie nicht auch in dieser Weise gute Geschäfte gemacht? Aber es giebt außerdem noch allerlei Hausmittelchen für solche Tendenzen. Kann man nicht Verhältnisse suchen und selbst schaffen, um sie auszubeuten? Werden nicht vielerlei Anforderungen an die Verwaltung gemacht? Kann man nicht in Prozesse verwickeln, wie Sie z. B. besonders die beiden großartigen Wege-Prozesse gegen Meller und Wymar führten, wodurch wohl für die Gemeinde wenig Vortheil zu erreichen war, und welche voraussichtlich, trotz Ihrer pommerischen Pfiffigkeit, nothwendig für die Gemeinden verloren gehen mußten, wovon aber ersterer die Gemeinde mit 700 Thaler Kosten drückt, und letzterer wohl nicht bedeutend weniger kostet?

Nicht wahr, so ein Verwaltungs-Amt weiht in alle Verhältnisse ein, und gewährt Tausende von Gelegenheiten zur Ausbeutung. Da sind, wie die böse Fama im Allgemeinen sagt, sonst gut hörende geldbesitzende Conscidirte auf einmal kling-klang taub, es kommen Gemeindebauten vor, Bauplätze werden um's Doppelte erworben, unbrauchbare theure Brunnen gebaut und desgleichen Brandspritzen gekauft, Dämme zurecht gemacht, doppelte Grund-Entschädigungen gewährt, Wegeweiser um den doppelten Preis beschafft, Zehnten hoch abgelöst, (wenn man sich auch einmal nachher mit den Dezimatoren um angebliche Gebühren zanken muß etc.), Schiffer liefern Stempelbogen für Conzessionen, erhalten aber weder das Eine noch das Andere zurück etc., die Polizeistrafgelder werden nach Gunst vertheilt, und befreundete Wittwen erhalten für die verwaisten Kinder, obgleich diese bedeutend vermögend, gegen den Willen des Vormundes beträchtliche Unterstützungen; man kann verschiedene Verhältnisse in Collision bringen, nimmt Partei, d. h. die Geldpartei und deutet sie aus, man verfolgt wo und wie man kann, und es muß jedem daran gelegen sein, den Verfolgungen zu entgehen oder sich aus den Schlingen zu lösen, da muß der Ochs Milch geben, wenn die Kuh versiegt. Aber so weit haben Sie es wohl noch nicht gebracht in der superfeinen Verwaltungskunst? Nur das gefällt mir von Ihnen nicht, daß das Gemeinde-Rechnungswesen sich in einem so unordentlichen Zustande befindet, und daß Sie von fast allen Ihren Verwalteten etc., wobei es möglich war, Geld gepumpt haben; auch mich haben Sie leider durch Versprechungen dazu zu verleiten gewußt, als Vormund Ihnen aus der Vormundschaftskasse meines interdicirten Bruders, Lieutenant Schlimbach, nicht nur 30 Thaler für den einfachsten Entwurf einer Bittschrift zu zahlen, sondern auch 80 Thlr. leihweise vorzuschießen, welche Sie, trotz des eigenen Handscheines und ergangener Urtheile mit allerlei Ausflüchten durch Berufung angegriffen, müßten aber dabei jedenfalls unterliegen, wenn ich die Sache gegen Sie fortsetzte. Aber Bedenken müssen mich davon abhalten, noch fernere Kosten anzulegen; denn Sie haben kein Vermögen, (das Vermögen Ihrer Frau haben Sie längst durchgebracht) und mehr Schulden, wie man zu sagen pflegt, als Haare auf dem Kopfe, und dabei wohl nicht blos für eine Familie zu sorgen? Daß selbst das Vermögen der Bevormundeten vor Ihrem Ausborge-System nicht sicher war, beweisen, außer meiner Forderung, auch Ihre gemachten Schulden bei Kirchen- und Gemeinde-Kassen, so wie Ihre Schuld an die Minderjährigen Welter zu Brauweiler. Sie mußten ja von höherer Behörde gezwungen werden, den unter Ihrer Aufsicht stehenden Kirchenkassen, die ohne alle Garantie geliehenen Gelder zurück zu zahlen und nahmen deshalb die Rendanten für die Folgezeit aufs Korn. Von der Gemeindekasse borgten Sie auf Gutsagen des H. Broecher, wie derselbe bei der Untersuchung gegen Sie zu Protokoll erklärte; den Minderjährigen Welter stellten Sie nur 56 Ruthen Gartenland zu Porz höchstens 56 Thlr, werth, für 600 Thlr. zur Hypothek, erklärten aber in der, vor dem fortgelaufenen Freunde, Notar Stoppenbach, errichteten Obligation, daß auf jenem Gartenlande ein Haus im Bauen begriffen sei, welches Sie mit zur Hypothek stellten, obgleich seit 1845, hört! bis heute noch kein Stein zu einem solchen Baue daliegt. Das Unterpfand ist subhastirt.

Was soll man von einem Beamten sagen, der sich nicht scheut, bei einem standesmäßig ausreichenden Einkommen, ohne alle Garantie und Aussicht zur Deckung, blos durch den Einfluß seines Amtes, Schulden auf Schulden zu häufen und sich in einer Lage erhält, daß man sich bei ihm nichts weniger, als erholen kann?! Ist unter einem solchem Verwaltungsbeamten nicht das Vermögen der Anstalten und Privaten gefährdet?

Bei der Untersuchung gegen Sie müssen auch hübsche Sächelchen vorgekommen und es müßte interessant sein, die Protokolle zu lesen, wenn der Regierungskommissar die Stückchen nur alle niedergeschrieben und alle Zeugen vernommen hätte.

Sie nennen mich in Ihrem gemeinen lügenhaften Inserate eine heulende Kreatur und rathen den mitangegriffenen Herren, mich zu unterstützen, damit ich nicht auf Kosten des Interdicirten zu leben brauche. Sie sollten sich selbst berathen, daß Sie selbst Kreaturen, wenn nicht heulende, doch wimmernde genug haben, wofür Sie zu sorgen hätten. Zwar sind die Kinder, welche Sie bei der armen Frau zu Ensen spärlich genug aufziehen ließen, bereits erwachsen, aber hat sich nicht mehrfach anderweitig Ihre derartige Pflicht bedeutend vermehrt, während Ihre legitimen Kinder das Dorf belästigen? -- Zahlen Sie meine Vormundschaftsforderung; oder ich werde noch Mehreres, und auch die Veröffentlichung der Schuld-Akten folgen lassen! Es ist wahrhaft zu bedauern, daß die Königliche Regierung nicht einschreitet und Ihrem anrüchigen Treiben, zum Wohle so vieler Menschen, endlich ein Ziel setzt!!!

Niederzündorf, 24. März 1849.

Ludwig Schlimbach.

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Ein Kappenmacher-Gehülfe wird gesucht Taschenmacher 8.

Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11.

Schöne Aussicht am Holzthor.

Heute Sonntag Kaffeegesellschaft und frischer Maiwein.

Cath. Fühling.

Börse bei Halin.

Heute Mittags und Abends große Harmonie. Täglich frischer Maitrank.

Bürgerlicher Dombau-Verein.

Heute Abend 7 Uhr, große deklamatorische Unterhaltung mit Musik im Vereinslokale, Löwengasse Nr. 11, wozu ergebenst einladet der Vorstand.

Vereinigter 1. und 2. gesell. Dombau-Verein.

Heute Abend 7 Uhr Versammlung. Breitstraße bei Menzen, im Palast.

Theatralische Abend-Unterhaltung.

Minoriten Reparatur Bau-Verein.

Bei Jüsgen, jeden Dienstag Abend Versammlung.

Geselliger Cuniberts Bau-Verein.

Morgen Abend 7 Uhr bei Herrn Nakatenus Eigelstein.

Missions-Verein Sternengasse Nr. 30.

Heute Sonntag Abend, 7 Uhr, Versammlung, wozu alle Mitglieder und Freunde höflichst eingeladen werden Der Vorstand.

Knaben-Seminar-Verein bei Hrn. Decker, Severinstraße Nr. 17.

Heute Abend 7 Uhr, Versammlung und Besprechung über die vorzunehmende Wahl eines neuen Vorstandes, weßhalb die Vereinsmitglieder zahlreich zu erscheinen, freundlichst ersucht Der Vorstand.

Beilage zu Nr. 255 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Sonntag, 25. März 1849.
[Französische Republik]

Havin, Präsident: So eben erhalte ich von der Clubgesetz-Kommission (Minorität) ein Schreiben, worin sie um Vertagung der Debatte auf Montag bittet. (Ah! Ah!)

Arago (Emanuel): Man will versöhnen. Ich fürchte jedoch, dies gelingt nicht. Das Beste wäre, den Entwurf mitsammt der Deliberation indefinitivement zu vertagen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)

De Charencey (von der Minorität): Wir bitten um Aufschub, weil wir uns in einer exeptionellen Lage befinden. Die Majorität hat sich zurückgezogen; wir wollen daher eine Redaktion finden, die allen Dispositionen des Gesetzes entsprechen.

Stimmen rechts: Aufschub! Aufschub!

Chavoix: Ich unterstütze die von Arago beantragte unbestimmte Vertagung. (Ja! Ja! links.)

Lacrosse, Bauminister, widersetzt sich der Vertagung auf unbestimmte Zeit. Sein Antrag ruft Lärm hervor.

Buvignier (vom Berge): Ihr wollt nicht mit Euren Plänen herausrücken! Ihr habt Furcht, Ihr Monarchisten! (Ein fürchterlicher Tumult bricht hier los.)

Bavoux von der Rechten stürzt zum Berge, holt sich den Buvignier heraus und schreitet mit ihm aus dem Saale. Was weiter zwischen Beiden vorgegangen, werden Sie wohl morgen in den Blättern zu lesen bekommen.

Terrier erringt sich endlich Gehör und meint, man könne der Minorität doch wohl bis Montag gönnen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)

Sevestre, Ultra-Conseroativ: Wenn Ihr den Aufschub bewilligt, so entsteht eine große Gährung im Lande, das dann glauben wird, das Ministerium habe wirklich ein verfassungswidriges Gesetz vorgelegt. (Der Tumult bricht wieder los.)

Havin gelingt es jedoch, die Debatte zu resumiren und die Versammlung zur Abstimmung zu bringen.

Es wird der Aufschub bis Montag bewilligt und die Versammlung kehrt darauf zum Büdget zurück, das sie vorher abgebrochen.

Die frühere Debatte hatte bekanntlich mit den Staatsbauten begonnen, als einem derjenigen Posten, auf welche am meisten erspart werden soll; sie war bis Kapitel 3 vorgedrungen.

Kapitel 3 noch nicht ganz erledigt, wird reservirt.

Das Kapitel 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 gehen ohne alle Erörterung durch.

Kapitel 11 bis 17 rufen eine nochmalige Generaldebatte hervor, die sehr lehrreich und erbaulich wird.

Jene Kapitel handeln von Kanalbauten, Brücken, Schifffahrt u. s. w. Die beabsichtigte Ersparniß beträgt 47 Millionen Fr.

Pierre Leroux greift die ganze Staatsökonomie an und stellt den Zins des Kapitals als den Krebs dar. Der Staat verzinse jährlich etwa 8 Milliarden mit baaren 400 Millionen, die nicht einen Heller produzirten. Das sei der wahre Krebsschaden.

Diesmal ist er so glücklich, vom Anfang bis zum Ende von der Versammlung aufmerksam zugehört zu werden.

Dufaure sagt: Wollt Ihr lieber Almosen oder wollt Ihr lieber Lohn zahlen? Jeder Pfennig, den Ihr am Baubüdget abzwackt, wirft einen Arbeiter aufs Pflaster. Er bekämpft die Neduktion und erndtet von der Linken vielen Beifall.

Goudchaux erscheint mit großen Foliobänden auf der Tribüne. Aber die Versammlung hört ihn kaum 10 Minuten an und verschiebt die Fort-Sitzung auf morgen.

Zwischen dem Budget wurde eine Bestimmung rücksichtlich der in Frankreich gebornen Fremden debattirt, auf die wir morgen zurückkommen werden.

Schluß 6 1/4 Uhr.

Bourges, 21. März.

7 Uhr Abends. Die heutige Sitzung des sogenannten Nationalgerichts bot zwei interessante Zwischenfälle dar. Es waren dies die Verhöre der beiden Belastungszeugen, Cruveillier und Giroux. Ersterer erklärte die Behauptung des Moniteur vom 17. Mai: „Mehrere Klubglieder hatten gerufen: Nein, Barbès, zwei Stunden Plünderung!“ geradezu als eine Erfindung. Er gestand höchstens zu, daß ein Dieb, der sich in den Saal geschlichen, dies gerufen haben könne; was um so wahrscheinlicher, als man den Chronometer der Stenographen des Moniteur gestohlen habe, was gewiß Niemand aus dem Volk gethan habe etc. Cruveillier's Aussage ist um so wichtiger, als er damals Sekretär Buchez's, des Präsidenten der Nationalversammlung, war, und mithin volles Gewicht hat.

Der zweite Fall ereignete sich beim Verhör Giroux's. Giroux, ein Oberzollbeamter, rühmt sich nämlich, daß er es gewesen sei, der dem General Courtais das Kreuz der Ehrenlegion am 15. Mai von der Brust gerissen habe. ‥‥ Indem der Zeuge diese Worte wiederholte, ras'te Courtais zwischen den Gensd'armen auf und schrie mit gewaltiger Stimme: „Ha! wo ist der Hallunke, der es gewagt, seine Hand an meinen Degen zu legen und mir das Kreuz abzureißen, das ich auf dem Schlachtfelde an der Spitze des braven 7ten Dragoner-Regiments erworben!“

Diese Wuth des greisen Generals verursachte einige Augenblicke lang große Bewegung im Saale.

* Bourges, 19. März.

(Prozeßverhandlung.) Das Publikum drängt sich um den Sitzungssaal, da es heißt, daß heute Ledru-Rollin, der Chef der Montagne, als Zeuge erscheinen werde.

Die Sitzung wird 10 3/4 Uhr eröffnet.

Präsident. Greffier rufen Sie den Zeugen Ledru-Rollin auf. (Bewegung der Neugierde im Publikum.)

Der Zeuge tritt vor und giebt auf die gewöhnlichen Fragen Stand, Namen und Alter an: Alexis August Ledru-Rollin, 40 Jahr alt, Volksrepräsentant, Ex-Mitglied der provisorischen Regierung.

Präsident. Sagen Sie, was Sie über die Angeklagten wissen.

Zeuge Ledru-Rollin. Ich kann nur über den 15. Mai sprechen. Wir waren benachrichtigt, daß an diesem Tage eine Manifestation stattfinden solle und der General Courtais erhielt Befehl, alle zur Aufrechthaltung der Ordnung nöthigen Maßregeln zu treffen. Die Manifestation fand Statt; die Kolonne zog vom Bastillenplatz aus, über die Boulevards, und erschien vor der Assemblée. Der Uebergang über die Brücke wurde erzwungen, und die Menge strömte gegen das Gitter. Das Volk hatte durchaus keine feindlichen Absichten; aber das Gitter wurde eingedrängt, und die Nationalversammlung gestürmt.

Ich erwarte jetzt die Fragen, die Sie mir vorzulegen haben.

Präsident. Haben Sie Albert gesehen?

Ledru-Rollin. Gewiß habe ich ihn gesehen; er sagte mir, daß das Volk eine Petition überbringen wollte, und daß er nicht glaube, daß die Versammlung dies rechtlicher Weise verhindern könne.

Präsident. Hat er Ihnen nicht gesagt: „Ihre erbärmliche Kammer wird heute ihren verdienten Lohn erhalten?“

Ledru-Rollin. Er hat nicht im Entferntesten ähnliche Ausdrücke gebraucht.

Präsident. Haben Sie gesehen, was sich an der Tribüne ereignete?

Ledru-Rollin. Allerdings; ich sah eine sehr compakte und sehr erregte Masse, aber ich sah auch Raspail am Fuß der Tribüne, welcher nach besten Kräften das Stillschweigen herzustellen suchte. Raspail näherte sich mir darauf und frug mich, ob ich ihn wiedererkenne; ich hatte ihn nur Ein Mal, vor der Pairs-Kammer, gesehen und erkannte ihn auf der Stelle. Am Fuß der Tribüne befand sich auch ein junger Mensch, der eine Fahne schwang, indeß keineswegs, wie man lächerlicher Weise sagte, um den Präsidenten zu schlagen, denn dies war unmöglich; Raspail faßte den Schaft, zerbrach ihn und versetzte mir durch diese Bewegung einen leichten Stoß.

Präsident. Ist Raspail von Mitgliedern des Büreaus aufgefordert worden, seine Petition zu verlesen?

Ledru-Rollin. Das weiß ich nicht, aber ich weiß, daß Raspail von verschiedenen Volksrepräsentanten zur Verlesung der Petition aufgefordert wurde. Wenn sich das nicht im Moniteur findet, so ist der Moniteur unexakt.

Präsident. Was wissen Sie über den Angeklagten Barbes?

Ledru-Rollin. Ich weiß, daß er sich mit allen Kräften der Manifestation des 15. Mai widersetzte; die Polizeinoten selbst beweisen das.

Präsident. Wie erklären Sie aber seine Theilnahme an den Vorfällen?

Ledru-Rollin. Die Ereignisse rissen ihn fort, der Anblick des Volkes betäubten sein Herz. Als er von der Milliarde sprach, war er bewegt von einer vorhergegangenen Rede, welche sich über das Elend des Volkes verbreitete. Uebrigens war es auch nicht das Erstemal, daß Barbes von dieser Milliarde sprach. (Tumult.) Als die Auflösung der Nationalversammlung ausgesprochen worden war, widerstand Barbes lange Zeit, bis er mir endlich sagen konnte, daß neue Regierungsmänner das Vaterland zu retten vermögten. Sein Gang nach dem Hotel-de-Ville beweißt nichts gegen ihn. Auch ich wurde von einigen, und zwar sehr unzweideutigen Männern, die jetzt hohe Stellen bekleiden, aufgefordert, mich ins Hotel-de-Ville zu begeben, um Paris vor der Anarchie zu retten, und wenn ich lediglich deshalb nicht hingegangen, weil ich Mitglied der Regierung war, so kann ich doch sehr wohl begreifen, wie Andere aus Vaterlandsliebe zu dem Beschluß kamen, Frankreich durch Proklamation einer neuen Regierung zu retten.

Präsident. Haben Sie die Rede Blanqui's gehört?

Ledrü-Rollin. Ich habe sie gehört, und ich darf sagen, daß bei mehreren Stellen des Vortrages eine Menge Deputirten ihren Beifall zu erkennen gab.

Präsident. Erzählen Sie, was Sie von dem 17. März wissen.

Ledrü-Rollin. Das Gouvernement, und vorzüglich ich selbst, hatte die Abschaffung der Bärenmützen verordnet. Die Nationalgarde versuchte eine Demonstration dagegen, auf welche am andern Tage (17. März) durch eine Volksdemonstration erwidert wurde. Man hat mich als Urheber derselben beschuldigt (!), dies aber ist die abgeschmackteste Lüge.

Präsident. Haben Sie nicht sagen hören, daß sich eine Coterie der Manifestation des 17. März bemächtigen wollte?

Ledrü-Rollin. Es ist wahr, daß eine Delegation erschien und auf Vertagung der Wahlen antrug. Sie benahm sich sehr besonnen und zog sich in derselben Weise zurück.

Generalprokurator Baroche. Sie sagen, daß die Delegation in sehr gemäßigter und anständiger Weise gesprochen habe, und doch waren mehrere Mitglieder der provisorischen Regierung genöthigt, das Wort zu ergreifen, um ihre Ungeduld zu zügeln.

Ledrü-Rollin. Ich selbst ergriff zuerst das Wort, hatte aber nicht nöthig, in anderer als in anerkennender Weise über den Zweck der Manifestation zu sprechen. Nach mir hielt Louis Blanc eine vortreffliche Anrede, und erst hierauf sprach Hr. von Lamartine und forderte das Volk auf, in Mäßigung und „majestätischer Ruhe“ aufzutreten, da dies seine stär'sten Waffen seien; dieser Vortrag war jedoch nichts als ein rednerisches Sturmgeläute, sehr elegant wie alle Vorträge des Hrn. v. Lamartine, aber durchaus nicht au fond der Frage. (Bewegung.)

Präsident. Was trug sich am 16. April zu?

Ledrü-Rollin. Am 16. April fand, wie ganz Paris wußte, eine Versammlung der Arbeiter auf dem Marsfeld statt, um Generalstabsoffiziere zu wählen. Die Versammlung hatte einen durchaus friedlichen Charakter; um 10 Uhr aber erfuhr ich von dem Direktor der öffentlichen Sicherheit, daß man sich derselben zu einer Manifestation gegen die provisorische Regierung bedienen wollte. Ich ergriff energische Maßregeln und befahl dem General Courtais wie dem Maire von Paris, Generalmarsch schlagen zu lassen.

Hier erlauben Sie mir, ein Wort über diese Maßregel zu sagen. Man hat mir Vorwürfe über mein Benehmen an diesem Tage gemacht, ich darf jedoch sagen, daß ich bereit wäre, dasselbe noch einmal zu thun. In meinen Augen war die Manifestation gesetzlich, und das Volk hatte ein Recht dazu; aber ich wollte nicht, daß irgend eine Coterie sich der Manifestation gegen die Regierung bedienen sollte.

Als der Rappel geschlagen wurde, erschienen die besten und reinsten Republikaner zuerst; es war die 12. Legion, mit ihrem braven Obersten Barbes an der Spitze, welche zuerst an dem Hotel de Ville erschien, und zahlreiche bewaffnete Clubisten kamen ebenfalls, um der provisorischen Regierung ihre Hülfe anzubieten.

Präsident. Wer befand sich an der Spitze der Manifestation?

Ledru-Rollin. Man bezeichnete uns die Regentschaft, man bezeichnete uns ebenfalls die Legitimisten als die Agenten, man sagte uns auch, daß Blanqui auf dem Marsfelde sei.

Präsident. Haben Sie Ordre zu Blanqui's Verhaftung gegeben?

Ledru-Rollin. Die provisorische Regierung gab diese Ordre; aber sie wurde zurückgezogen gegenüber dem Enthusiasmus, der sich bei der Revue des 24. offenbarte.

In Betreff des Hauses von Sobrier, erklärt der Zeuge, daß die dort stationirten Montagnard-Garde durchaus der provisorischen Regierung keine Besorgniß eingeflös't habe; der Polizeipräfekt Caussidière, der nach dem 24. Februar einige Tage mit Sobrier zusammen sein Amt verwaltet, habe das größte Vertrauen auf Sobrier gesetzt. Auch habe man den Club Blanqui nicht „gefürchtet“, wie der Präsident frage, man habe ihn bloß überwacht, da er dem Gouvernement direkt feindlich gewesen sei.

Präsident. Die Polizei war unter der provisorischen Regierung sehr mannigfaltig; es gab eine Polizei des Präfekten, eine Polizei des Ministers des Innern, eine Polizei des Maire von Paris und eine Polizei Sobriers?

Ledru-Rollin. Im Ministerium des Innern gab es eine General-Polizei-Direktion; die Polizei Caussidière's wurde ohne sein Verschulden sehr gehemmt, und hatte fast keine Bedeutung; von einer Polizei Sobrier's weiß ich nichts.

Präsident. Was wissen Sie von der Aufführung des Angeklagten Courtais bis zum 15. Mai?

Ledru-Rollin. Einige Tage vor dem 15. Mai trat die Exekutiv-Commission zusammen, besprach sich über die angekündigte Manifestation und ernannte den General Courtais, der das allgemeine Vertrauen besaß, zum Befehlshaber sämmtlicher Truppen von Paris.

Am 15. Mai fand die Manifestation statt und das Volk erschien vor dem Gitter der Assemblée. Ich und mehrere andere Repräsentanten waren der Ansicht, eine Delegation vorzulassen; es war das einzige Mittel, die Versammlung zu retten. Man ging aber nicht darauf ein; das Volk wurde ungeduldig über das Ausbleiben der Antwort, mehrere Personen überstiegen das Gitter und das Thor wurde geöffnet. Der General Courtais widersetzte sich vergebens; der Sturm des Volkes warf ihn über den Haufen. Einige Minuten darauf war die Assemblée vom Volke überwogt.

Am Abend protestirte ich in der Exekutiv-Kommission gegen die Verhaftung Courtais'; ich besuchte ihn auch am folgenden Morgen in der Conciergerie, denn ich war überzeugt, daß er seit dem 24. Februar nie und nicht im Geringsten seine Pflicht verabsäumt hatte.

Ein Geschworner. Wie geschah es, daß das Gitter der Assemblee zerbrochen ward.

Ledru-Rollin. Oh, meine Herren, Sie haben nie die Kraft des Volkes gesehen. Die Assemblee hatte Eisenstäbe zu ihrem Schutz, aber das Eisen wurde zu Staub, als es die Hände des Volkes berührten. (Beifallssturm im Publikum).

Präsident. Haben Sie noch etwas hinzuzufügen?

Ledru-Rollin. Ich möchte nur wenige Worte noch über Louis Blanc und Caussidière sagen. Seit man den Antrag auf ihre Verhaftung stellte, habe ich aufmerksam die Aktenstücke studirt und kann als Rechtsgelehrter sagen, daß nichts in meinen Augen ihre Anklage rechtfertigen konnte, der ich mich überdies auch aus politischen Gründen widersetzt habe. Als man darauf bestand, verlangte ich die Entlassung des Generalprokurators jener Zeit. Die Genehmigung zur Verfolgung wurde indeß damals nicht ertheilt. Erst nach den Junitagen erneuerte man den Antrag, aber meine Ueberzeugung war dieselbe. Nichts konnte im Monat Juni Louis Blanc und Caussidière graviren, und ich habe mich noch einmal ihrer Verfolgung widersetzt.

Blanqui. Ich verlange, daß der Generalprokurator den Moniteur vom 16. April und 17. März produzirt. Er gehört jetzt zu den Prozeßakten, denn es handelt sich jetzt für mich nicht mehr allein um den 15. Mai, es handelt sich um alle früheren Ereignisse.

Ich frage jetzt Herrn Ledru-Rollin, was ich an diesen Tagen gethan habe.

Ledru-Rollin: Ich wiederhole, daß der 17. März sehr ruhig war. Die Redner, welche das Wort ergriffen, sprachen durchaus besonnen, unter ihnen auch Herr Blanqui.

Blanqui: Das ist wahr, aber Herr Ledru-Rollin, wie Herr v. Lamartine täuschen sich vollständig über die Bedeutung des Tages. Der 17. März war keine Gegenmanifestation; er war vorbereitet seit mehreren Tagen und hatte einen ganz andern Zweck, als die Abschaffung der Bärenmützen.

Ich verlange, mich darüber aussprechen zu dürfen.

(Schluß folgt).

Großbritannien.
London, 22. März,

Im Unterhause kam gestern außer mehreren unbedeutenden Gegenständen die Bill in Betreff der zahlungsunfähigen Mitglieder des Parlaments zur Berathung, ohne daß man indeß andere als die schon oft erwähnten Gründe dafür und dagegen vorbrachte. Die Bill ging durch das Comite und wird am nächsten Mittwoch wieder zur Debatte kommen.

Die Bill wegen Abschaffung der Schifffahrtsgesetze, welche in der vorigen Session so unrühmlich von den Whigs aufgegeben wurde, wird morgen wieder zu allerlei Verhandlungen Anlaß geben. —

Der Standard sagt heute: „Gern vernehmen wir, daß das dänische Gouvernement, auf ein dringendes Angehn des englischen und französischen Kabinets hin, sich damit einverstanden erklärt hat, den Waffenstillstand von Monat zu Monat zu verlängern. Der Versammlung wurde dies am 16. d. offiziell mitgetheilt. Die baierischen Truppen, welche von der Centralgewalt nach Schleswig-Holstein beordert waren, haben in Folge davon den Befehl erhalten, bis auf weitere Instruktionen ihren Marsch nicht fortzusetzen.

Ungarn.
*
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Amerika.
* Cleveland (in Ohio), im Februar 1849.

Ein wie vorstehend datirtes Privatschreiben, das uns zur Benutzung übergeben worden, enthält u. A. folgendes:

„In der Voraussetzung, daß es Dir nicht uninteressant sein wird, einige Nachrichten über das neuentdeckte Goldland Californien zu erhalten, so gebe ich Dir in Nachfolgendem Dasjenige, was ich den besten englisch- und deutsch-amerikanischen Blättern entnehme, die solche als Korrespondenzartikel aus Monterey oder San Francesco brachten. Die genaue Richtigkeit des Nachfolgenden kann ich zwar nicht verbürgen, jedoch erhalten die Nachrichten durch die Uebereinstimmung verschiedener Briefe sowohl als durch die Glaubwürdigkeit der Absender den Stempel der Wahrheit. Es ist leicht denkbar, daß auch nach Deutschland die Kunde von diesem Eldorado gelangt ist, und daß die dortigen Zeitungen, wie die hiesigen, märchenhafte Schilderungen von dem Reichthum desselben bringen, ohne von den Schattenseiten Notiz zu nehmen, die den Geldhungrigen dort erwarten.

Daß der Goldreichthum in Ober-Californien, dem durch die Vereinigten Staaten kürzlich acquirirten Territorium, außerordentlich ist, dahin sprechen sich alle Nachrichten von dorthin aus, und mehrere Briefe bestätigen, daß sich sogar ein Klumpen Gold von 20 Pfd. Schwere vorfand. Das aufgegrabene Gold, welches 1-5 Fuß tief unter der Oberfläche der Erde sich befindet, ist zum Theil fast gediegen, wie damit angestellte Untersuchungen beweisen. (Folgen hier eine Menge Details, die wir schon früher vollständiger mitgetheilt haben.)

Nach diesen Nachrichten sollte man wirklich Lust bekommen, dieses zweite Peru aufzusuchen, um sich dort in kurzer Zeit zum reichen Manne zu graben, aber leider ist auch diese Rose nicht ohne Dornen.

Der gegenwärtige Zustand der Goldjäger Californien's ist ein höchst bedauernswerther. In Folge der anstrengenden Arbeit, bei der sich die Menschen kaum eine Stunde Rast gönnen, welche allerdings häufig eine theure sein mag, sowie wegen Mangel selbst an den nothwendigsten Lebensmitteln und Kleidungsstücken, ist eine epidemische Krankheit unter denselben ausgebrochen, die bereits über die Hälfte derselben arbeitsuntüchtig machte. Ueber die enormen Preise der Lebensmittel und Kleidungsstücke machst Du Dir kaum einen Begriff, ich führe z. B. an, daß 1 Pfd. Mehl 5 Dollars und ein Glas Branntwein 4-10 Dollars kostet; verdorbenes Mehl, welches die Seeleute nicht mehr essen mochten, wurde zu 14 Dollars per Fäßchen verkauft. Die meisten nothwendigen Lebensmittel sind nicht für Gold zu haben. Die Preise der Kleidungsstücke entsprechen den vorstehenden, so wurden in Monterey alte, von Motten zerfressene Jacken, die, wenn sie [unleserliches Material] sind, 6 Dollars kosten, für 16 Dollars das Stück verkauft. Eine wollene Decke kostet 150 Dollars. Jemand, der einen Stiefel besitzt, wird reich genannt, kann aber Jemand gar 2 derselben aufweisen, so gehört er zur höchsten Aristokratie. Die Theurung in der Goldregion muß wirklich alle Gränzen überschreiten, aber so groß auch augenblicklich der Mangel am Nothwendigen dort sein mag, so unterliegt es keinem Zweifel, daß dort bald Ueberfluß, selbst an Luxusartikeln herrschen wird, denn nicht nur, daß von New-York, New-Orleans u. s. w. wöchentlich Schiffe abgehen, mit allem Erdenklichen beladen, sondern es bilden sich auch zahlreiche Gesellschaften im Innern der Union, die Güter kaufen, um mit diesen im Frühjahre nach Californien zu fahren, und dort mit einigen Tausend pCt. Profit zu verkaufen. Daß Viele, sehr Viele sich in ihren Erwartungen getäuscht finden werden, ist gewiß. Wenn Du die hiesigen Zeitungen läsest, und Dich überzeugen könntest, welche Massen Menschen bereits ausgewandert sind oder noch werden, Du würdest mit mir glauben, daß jenes Territorium binnen kurzer Zeit die größte Einwohnerzahl von allen Staaten der Union haben müßte, Missouri allein schickte 20,000 Menschen hin, und von New-York waren bis Anfang dieses Jahres bereits 100 Schiffe größtentheils mit Passagieren beladen — dorthin abgesegelt. Von New-Oleans mangeln die Nachrichten hierüber, jedoch wird die Zahl der abgesegelten Schiffe dort gewiß nicht geringer gewesen sein, da der Weg nach dem fernen Eldorado über diese Hafenstadt führt. Aber schwerlich wird dieser Goldrausch von Dauer sein, kehren erst Mehrere von ihren Träumen geheilt zurück, wie es bis jetzt schon Einzelnen erging, und bringen diese dann, statt des verhofften Goldes, Armuth und Krankheit zurück, was bei Vielen unzweifelhaft der Fall sein wird, so wird die Auswanderungswuth bedeutend gedämpft werden. Was bis jetzt bereits manchen Goldhungernden von der Uebersiedelung abhält, ist der maaßlos schlechte gesetzliche Zustand Californien's. Die mexikanische Regierung stellte mit der Uebergabe der Provinz an die Vereinigten Staaten ihre Funktionen ein, bald darauf hörte mit der Zurückberufung der Vereinigten Staaten-Armee die Militärregierung auf, und da von Seiten des Kongresses noch keine Anstalten zur Organisation des neuen Territoriums getroffen sind, so befindet sich dasselbe jetzt ohne alle Regierung. Die Folgen davon sind leicht denkbar, Mord und Diebstahl sind an der Tagesordnung; findet Jemand eine erträgliche Goldmine, so muß er jeden Augenblick erwarten, daß er überfallen und derselben beraubt wird. Das Faustrecht gilt dort in seiner weitesten Ausdehnung. Die neuesten, heute angekommenen Nachrichten sagen, daß in 3 Wochen 15 Mordthaten vorfielen.

Ueber die Beschaffenheit des Klima's wage ich nicht ein Urtheil zu fällen, die darüber eingelaufenen Berichte lauten zu widersprechend, als daß man ein Resumé hinsichtlich desselben fassen könnte, daß es aber alle die Vorzüge, die ihm früher zugetheilt wurden, nicht besitze, scheint doch sicher zu sein. Wenn es überhaupt wohl überlegt und bedacht werden soll, ob man auswandern soll oder nicht, so ist die Uebersiedelung nach Californien gewiß eine Sache, die vorher reiflich bedacht werden will. Fast über jeden andern Staat, der bisher von Auswanderern aufgesucht wurde, besitzen wir mehr oder minder evidente Nachrichten, der Auswanderer weiß wenigstens ungefähr das, was ihn dort erwartet, aber über Californien besitzen wir blos allgemeine Nachrichten. Daß dort Gold gefunden wird, ist wahr, sogar die Vereinigte Staaten-Regierung bestätigte es, aber diese einzige Gewißheit ist gewiß nicht hinreichend, einen solch' wichtigen Schritt, von dem unbedingt Gesundheit und Leben abhängt, zu thun; dem Europamüden bieten sich andere Länder, in welchen er allerdings das Gold nicht aus der Erde graben kann, sondern sich dasselbe mit Mühe und Arbeit erst verdienen muß, zur Uebersiedelung hinreichend dar, aber hier hat er wenigstens die Gewißheit, einen wohlorganisirten Staat anzutreffen, wo Leben, Hab und Gut der Einwohner unter dem Schutze der Gesetze stehen, und in welchem sie hinsichtlich des Klima's wenig oder Nichts zu befürchten haben, und ein allmähliger Wohlstand ist den Einwohnern derselben bei Fleiß und Sparsamkeit sicherer, als ein plötzlich zu erlangender Reichthum in Californien. Ganzen Familien ist die Auswanderung nach Californien durchaus nicht anzurathen, junge, kräftige, unverheirathete Leute, die den Entschluß zur Uebersiedelung dorthin einmal gefaßt haben, mögen ihn ausführen, bietet ihre Gesundheit den dort herrschenden Fiebern Trotz, und finden sie sich in ihren Erwartungen getäuscht, so ist ihnen die Uebersiedelung in einen anderen Staat der Union leichter, wenigstens ausführbar, was sie jedoch ganzen Familien unter den jetzigen Umständen nicht ist.“

Redakteur en chef: Karl Marx.
Meteorologische Beobachtungen. [irrelevantes Material]
[Leserbrief]
Dem Herrn Bürgermeister Süren zu Porz.

Auf Ihr wunderliches Inserat vom 24. v. M. in der Beilage zu Nro. 233 der Neuen Rheinischen Zeitung, worin Sie mit unübertrefflicher Gemeinheit wie ein Rabe schimpfen und lügenhaft klatschen, würde ich verschmähen zu antworten, wenn ich nicht dafür hielt, dies meiner Ehre vor dem entferntern Publikum schuldig zu sein. Ihrer infamirenden Herausforderung mögen daher folgende Zeilen zur Erwiederung dienen:

Wo sind die Zeitungs-Inserate gegen Sie, die Sie nicht selbst hervorgerufen hätten? Wo die Versendungsschriften, wodurch Sie verläumderisch angegriffen wären? Vielleicht jene Beschwerden, welche die gemißhandelten Verwalteten auf ordentlichem Wege eingaben? Wo sind die Urtheile, welche Sie als Hülfsbeamter der gerichtlichen Polizei gegen die von Ihnen Angegriffenen wegen Gesetzesverletzungen etc. veranlaßt hätten? Welches sind die strafbaren Fakta, welche Sie sich getrauen öffentlich vorzuwerfen?? Schätzen Sie die Steuerpflichtigen ein, oder ist dazu vielmehr eine aus mehreren, ja vielen Mitgliedern bestehende Kommission berufen? Können Sie, Elender, nachweisen, wie viel ich von den Mitteln des interdicirten Lieutenants Schlimbach, meines Bruders, verlebt, oder sind nicht gerade Sie es, der sich die Thälerchen dieser Vormundschaftskasse zu verschaffen wußte und vergeudete? Sie werden sich Ihres Briefes vom 13. Oktober 1845 wohl noch erinnern. Lauschten Sie nicht auf den Eingang von Vormundschaftsgeldern wie die Buben dem Fremden nach der Tasche spielen? Was Sie nicht so „furchtlos Ihre Pflicht erfüllten!!!“ Aber Eigenlob stinkt, und wer sich entschuldigt ungefragt, giebt sich selbst schuldig der That. Man hatte sich ja um Sie nicht bekümmert, warum fordern Sie durch Ihr Inserat heraus? Trieb Sie die Furcht dazu, man möchte Ihre Intriguen mittelst welcher Sie während Ihrer 14jährigen Amtszeit weniger verwalteten, als beispiellos Ihre Verwalteten unterdrückten und tyrannisirten, veröffentlichen? Zittern Sie so neronisch vor den Folgen Ihrer Handlungen, daß Sie dieses Zetter anschlagen, bevor man Sie noch des Angriffes würdigt?!

Aber Züngeln, Begeifern, die gradesten, rechtschaffensten Männer mit Koth bewerfen, nicht wahr, das sind die elenden Waffen, womit Sie sich gegen die ebenso gerechten, als lauten und allgemeinen Klagen rüsten? Oder, wollen Sie noch die Berichte veröffentlicht haben, worin fast der ganze Gemeinderath pflichtmäßig jene Untersuchung provozirte, womit Sie sich eitel blähen, solche selbst verlangt zu haben? Ist nicht die ungeheure Mehrzahl der Einsassen der 13 Dörfer, welche Sie leider zu lange verwalteten, darüber einstimmig: daß Sie mit einem moralisch-eckelhaften Rufe einen seltenen Terrorismus verbinden, daß Ihre Verwaltung fast unthätig, und insofern sie thätig, eine Chikane war, indem Sie die Zeit, welche Sie nicht Ihren Lüsten nachliefen, meist auf Zänkereien und Unterdrückung verwandten? — Nicht wahr: zunächst forcirt man das Steckenpferd einer sogenannten gerichtlichen Polizei: Mistjauchen, Kamine, Wege, Paßwesen, Hunde etc., liefern die täglichen Veranlassungen oder Vorwände, worunter man seine Tendenzen verfolgt? Und hat man auf diese Weise und durch das brutalste Benehmen gegen die Administrirten, besonders die Geringern, die Pointe einer bedeutenden Furchtbarkeit für sich bei den Verwalteten erreicht, so applizirt man das tendirte Leih- und Ausborge-System? — Haben Sie nicht auch in dieser Weise gute Geschäfte gemacht? Aber es giebt außerdem noch allerlei Hausmittelchen für solche Tendenzen. Kann man nicht Verhältnisse suchen und selbst schaffen, um sie auszubeuten? Werden nicht vielerlei Anforderungen an die Verwaltung gemacht? Kann man nicht in Prozesse verwickeln, wie Sie z. B. besonders die beiden großartigen Wege-Prozesse gegen Meller und Wymar führten, wodurch wohl für die Gemeinde wenig Vortheil zu erreichen war, und welche voraussichtlich, trotz Ihrer pommerischen Pfiffigkeit, nothwendig für die Gemeinden verloren gehen mußten, wovon aber ersterer die Gemeinde mit 700 Thaler Kosten drückt, und letzterer wohl nicht bedeutend weniger kostet?

Nicht wahr, so ein Verwaltungs-Amt weiht in alle Verhältnisse ein, und gewährt Tausende von Gelegenheiten zur Ausbeutung. Da sind, wie die böse Fama im Allgemeinen sagt, sonst gut hörende geldbesitzende Conscidirte auf einmal kling-klang taub, es kommen Gemeindebauten vor, Bauplätze werden um's Doppelte erworben, unbrauchbare theure Brunnen gebaut und desgleichen Brandspritzen gekauft, Dämme zurecht gemacht, doppelte Grund-Entschädigungen gewährt, Wegeweiser um den doppelten Preis beschafft, Zehnten hoch abgelöst, (wenn man sich auch einmal nachher mit den Dezimatoren um angebliche Gebühren zanken muß etc.), Schiffer liefern Stempelbogen für Conzessionen, erhalten aber weder das Eine noch das Andere zurück etc., die Polizeistrafgelder werden nach Gunst vertheilt, und befreundete Wittwen erhalten für die verwaisten Kinder, obgleich diese bedeutend vermögend, gegen den Willen des Vormundes beträchtliche Unterstützungen; man kann verschiedene Verhältnisse in Collision bringen, nimmt Partei, d. h. die Geldpartei und deutet sie aus, man verfolgt wo und wie man kann, und es muß jedem daran gelegen sein, den Verfolgungen zu entgehen oder sich aus den Schlingen zu lösen, da muß der Ochs Milch geben, wenn die Kuh versiegt. Aber so weit haben Sie es wohl noch nicht gebracht in der superfeinen Verwaltungskunst? Nur das gefällt mir von Ihnen nicht, daß das Gemeinde-Rechnungswesen sich in einem so unordentlichen Zustande befindet, und daß Sie von fast allen Ihren Verwalteten etc., wobei es möglich war, Geld gepumpt haben; auch mich haben Sie leider durch Versprechungen dazu zu verleiten gewußt, als Vormund Ihnen aus der Vormundschaftskasse meines interdicirten Bruders, Lieutenant Schlimbach, nicht nur 30 Thaler für den einfachsten Entwurf einer Bittschrift zu zahlen, sondern auch 80 Thlr. leihweise vorzuschießen, welche Sie, trotz des eigenen Handscheines und ergangener Urtheile mit allerlei Ausflüchten durch Berufung angegriffen, müßten aber dabei jedenfalls unterliegen, wenn ich die Sache gegen Sie fortsetzte. Aber Bedenken müssen mich davon abhalten, noch fernere Kosten anzulegen; denn Sie haben kein Vermögen, (das Vermögen Ihrer Frau haben Sie längst durchgebracht) und mehr Schulden, wie man zu sagen pflegt, als Haare auf dem Kopfe, und dabei wohl nicht blos für eine Familie zu sorgen? Daß selbst das Vermögen der Bevormundeten vor Ihrem Ausborge-System nicht sicher war, beweisen, außer meiner Forderung, auch Ihre gemachten Schulden bei Kirchen- und Gemeinde-Kassen, so wie Ihre Schuld an die Minderjährigen Welter zu Brauweiler. Sie mußten ja von höherer Behörde gezwungen werden, den unter Ihrer Aufsicht stehenden Kirchenkassen, die ohne alle Garantie geliehenen Gelder zurück zu zahlen und nahmen deshalb die Rendanten für die Folgezeit aufs Korn. Von der Gemeindekasse borgten Sie auf Gutsagen des H. Broecher, wie derselbe bei der Untersuchung gegen Sie zu Protokoll erklärte; den Minderjährigen Welter stellten Sie nur 56 Ruthen Gartenland zu Porz höchstens 56 Thlr, werth, für 600 Thlr. zur Hypothek, erklärten aber in der, vor dem fortgelaufenen Freunde, Notar Stoppenbach, errichteten Obligation, daß auf jenem Gartenlande ein Haus im Bauen begriffen sei, welches Sie mit zur Hypothek stellten, obgleich seit 1845, hört! bis heute noch kein Stein zu einem solchen Baue daliegt. Das Unterpfand ist subhastirt.

Was soll man von einem Beamten sagen, der sich nicht scheut, bei einem standesmäßig ausreichenden Einkommen, ohne alle Garantie und Aussicht zur Deckung, blos durch den Einfluß seines Amtes, Schulden auf Schulden zu häufen und sich in einer Lage erhält, daß man sich bei ihm nichts weniger, als erholen kann?! Ist unter einem solchem Verwaltungsbeamten nicht das Vermögen der Anstalten und Privaten gefährdet?

Bei der Untersuchung gegen Sie müssen auch hübsche Sächelchen vorgekommen und es müßte interessant sein, die Protokolle zu lesen, wenn der Regierungskommissar die Stückchen nur alle niedergeschrieben und alle Zeugen vernommen hätte.

Sie nennen mich in Ihrem gemeinen lügenhaften Inserate eine heulende Kreatur und rathen den mitangegriffenen Herren, mich zu unterstützen, damit ich nicht auf Kosten des Interdicirten zu leben brauche. Sie sollten sich selbst berathen, daß Sie selbst Kreaturen, wenn nicht heulende, doch wimmernde genug haben, wofür Sie zu sorgen hätten. Zwar sind die Kinder, welche Sie bei der armen Frau zu Ensen spärlich genug aufziehen ließen, bereits erwachsen, aber hat sich nicht mehrfach anderweitig Ihre derartige Pflicht bedeutend vermehrt, während Ihre legitimen Kinder das Dorf belästigen? — Zahlen Sie meine Vormundschaftsforderung; oder ich werde noch Mehreres, und auch die Veröffentlichung der Schuld-Akten folgen lassen! Es ist wahrhaft zu bedauern, daß die Königliche Regierung nicht einschreitet und Ihrem anrüchigen Treiben, zum Wohle so vieler Menschen, endlich ein Ziel setzt!!!

Niederzündorf, 24. März 1849.

Ludwig Schlimbach.

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Morgen Abend 7 Uhr bei Herrn Nakatenus Eigelstein.

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Heute Sonntag Abend, 7 Uhr, Versammlung, wozu alle Mitglieder und Freunde höflichst eingeladen werden Der Vorstand.

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Heute Abend 7 Uhr, Versammlung und Besprechung über die vorzunehmende Wahl eines neuen Vorstandes, weßhalb die Vereinsmitglieder zahlreich zu erscheinen, freundlichst ersucht Der Vorstand.

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      <titlePage type="heading">
        <titlePart type="main">Beilage zu Nr. 255 der Neuen Rheinischen Zeitung.</titlePart>
        <titlePart type="sub">Organ der Demokratie.</titlePart>
        <docImprint>
          <docDate>Sonntag, 25. März 1849.</docDate>
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      </titlePage>
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      <div n="1">
        <head>[Französische Republik]</head>
        <div xml:id="ar255-1b_001" type="jArticle">
          <p><hi rendition="#g">Havin</hi>, Präsident: So eben erhalte ich von der Clubgesetz-Kommission (Minorität) ein Schreiben, worin sie um Vertagung der Debatte auf Montag bittet. (Ah! Ah!)</p>
          <p><hi rendition="#g">Arago</hi> (Emanuel): Man will versöhnen. Ich fürchte jedoch, dies gelingt nicht. Das Beste wäre, den Entwurf mitsammt der Deliberation indefinitivement zu vertagen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)</p>
          <p><hi rendition="#g">De Charencey</hi> (von der Minorität): Wir bitten um Aufschub, weil wir uns in einer exeptionellen Lage befinden. Die Majorität hat sich zurückgezogen; wir wollen daher eine Redaktion finden, die allen Dispositionen des Gesetzes entsprechen.</p>
          <p>Stimmen rechts: Aufschub! Aufschub!</p>
          <p><hi rendition="#g">Chavoix</hi>: Ich unterstütze die von Arago beantragte unbestimmte Vertagung. (Ja! Ja! links.)</p>
          <p><hi rendition="#g">Lacrosse</hi>, Bauminister, widersetzt sich der Vertagung auf unbestimmte Zeit. Sein Antrag ruft Lärm hervor.</p>
          <p><hi rendition="#g">Buvignier</hi> (vom Berge): Ihr wollt nicht mit Euren Plänen herausrücken! Ihr habt Furcht, Ihr Monarchisten! (Ein fürchterlicher Tumult bricht hier los.)</p>
          <p><hi rendition="#g">Bavoux</hi> von der Rechten stürzt zum Berge, holt sich den Buvignier heraus und schreitet mit ihm aus dem Saale. Was weiter zwischen Beiden vorgegangen, werden Sie wohl morgen in den Blättern zu lesen bekommen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Terrier</hi> erringt sich endlich Gehör und meint, man könne der Minorität doch wohl bis Montag gönnen. (Ja! Ja! Nein! Nein!)</p>
          <p><hi rendition="#g">Sevestre</hi>, Ultra-Conseroativ: Wenn Ihr den Aufschub bewilligt, so entsteht eine große Gährung im Lande, das dann glauben wird, das Ministerium habe wirklich ein verfassungswidriges Gesetz vorgelegt. (Der Tumult bricht wieder los.)</p>
          <p><hi rendition="#g">Havin</hi> gelingt es jedoch, die Debatte zu resumiren und die Versammlung zur Abstimmung zu bringen.</p>
          <p>Es wird der Aufschub bis Montag bewilligt und die Versammlung kehrt darauf zum Büdget zurück, das sie vorher abgebrochen.</p>
          <p>Die frühere Debatte hatte bekanntlich mit den Staatsbauten begonnen, als einem derjenigen Posten, auf welche am meisten erspart werden soll; sie war bis Kapitel 3 vorgedrungen.</p>
          <p>Kapitel 3 noch nicht ganz erledigt, wird reservirt.</p>
          <p>Das Kapitel 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 gehen ohne alle Erörterung durch.</p>
          <p>Kapitel 11 bis 17 rufen eine nochmalige Generaldebatte hervor, die sehr lehrreich und erbaulich wird.</p>
          <p>Jene Kapitel handeln von Kanalbauten, Brücken, Schifffahrt u. s. w. Die beabsichtigte Ersparniß beträgt 47 Millionen Fr.</p>
          <p><hi rendition="#g">Pierre Leroux</hi> greift die ganze Staatsökonomie an und stellt den Zins des Kapitals als den Krebs dar. Der Staat verzinse jährlich etwa 8 Milliarden mit baaren 400 Millionen, die nicht einen Heller produzirten. Das sei der wahre Krebsschaden.</p>
          <p>Diesmal ist er so glücklich, vom Anfang bis zum Ende von der Versammlung aufmerksam zugehört zu werden.</p>
          <p><hi rendition="#g">Dufaure</hi> sagt: Wollt Ihr lieber Almosen oder wollt Ihr lieber Lohn zahlen? Jeder Pfennig, den Ihr am Baubüdget abzwackt, wirft einen Arbeiter aufs Pflaster. Er bekämpft die Neduktion und erndtet von der Linken vielen Beifall.</p>
          <p><hi rendition="#g">Goudchaux</hi> erscheint mit großen Foliobänden auf der Tribüne. Aber die Versammlung hört ihn kaum 10 Minuten an und verschiebt die Fort-Sitzung auf morgen.</p>
          <p>Zwischen dem Budget wurde eine Bestimmung rücksichtlich der in Frankreich gebornen Fremden debattirt, auf die wir morgen zurückkommen werden.</p>
          <p>Schluß 6 1/4 Uhr.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar255-1b_002" type="jArticle">
          <head>Bourges, 21. März.</head>
          <p>7 Uhr Abends. Die heutige Sitzung des sogenannten Nationalgerichts bot zwei interessante Zwischenfälle dar. Es waren dies die Verhöre der beiden Belastungszeugen, Cruveillier und Giroux. Ersterer erklärte die Behauptung des Moniteur vom 17. Mai: &#x201E;<hi rendition="#g">Mehrere Klubglieder</hi> hatten gerufen: Nein, Barbès, zwei Stunden Plünderung!&#x201C; geradezu als eine Erfindung. Er gestand höchstens zu, daß ein Dieb, der sich in den Saal geschlichen, dies gerufen haben könne; was um so wahrscheinlicher, als man den Chronometer der Stenographen des Moniteur gestohlen habe, was gewiß Niemand aus dem Volk gethan habe etc. Cruveillier's Aussage ist um so wichtiger, als er damals Sekretär Buchez's, des Präsidenten der Nationalversammlung, war, und mithin volles Gewicht hat.</p>
          <p>Der zweite Fall ereignete sich beim Verhör Giroux's. Giroux, ein Oberzollbeamter, rühmt sich nämlich, daß er es gewesen sei, der dem General Courtais das Kreuz der Ehrenlegion am 15. Mai von der Brust gerissen habe. &#x2025;&#x2025; Indem der Zeuge diese Worte wiederholte, ras'te Courtais zwischen den Gensd'armen auf und schrie mit gewaltiger Stimme: &#x201E;Ha! wo ist der Hallunke, der es gewagt, seine Hand an meinen Degen zu legen und mir das Kreuz abzureißen, das ich auf dem Schlachtfelde an der Spitze des braven 7ten Dragoner-Regiments erworben!&#x201C;</p>
          <p>Diese Wuth des greisen Generals verursachte einige Augenblicke lang große Bewegung im Saale.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar255-1b_003" type="jArticle">
          <head><bibl><author>*</author></bibl> Bourges, 19. März.</head>
          <p>(Prozeßverhandlung.) Das Publikum drängt sich um den Sitzungssaal, da es heißt, daß heute Ledru-Rollin, der Chef der Montagne, als Zeuge erscheinen werde.</p>
          <p>Die Sitzung wird 10 3/4 Uhr eröffnet.</p>
          <p>Präsident. Greffier rufen Sie den Zeugen Ledru-Rollin auf. (Bewegung der Neugierde im Publikum.)</p>
          <p>Der Zeuge tritt vor und giebt auf die gewöhnlichen Fragen Stand, Namen und Alter an: Alexis August Ledru-Rollin, 40 Jahr alt, Volksrepräsentant, Ex-Mitglied der provisorischen Regierung.</p>
          <p>Präsident. Sagen Sie, was Sie über die Angeklagten wissen.</p>
          <p>Zeuge Ledru-Rollin. Ich kann nur über den 15. Mai sprechen. Wir waren benachrichtigt, daß an diesem Tage eine Manifestation stattfinden solle und der General Courtais erhielt Befehl, alle zur Aufrechthaltung der Ordnung nöthigen Maßregeln zu treffen. Die Manifestation fand Statt; die Kolonne zog vom Bastillenplatz aus, über die Boulevards, und erschien vor der Assemblée. Der Uebergang über die Brücke wurde erzwungen, und die Menge strömte gegen das Gitter. Das Volk hatte durchaus keine feindlichen Absichten; aber das Gitter wurde eingedrängt, und die Nationalversammlung gestürmt.</p>
          <p>Ich erwarte jetzt die Fragen, die Sie mir vorzulegen haben.</p>
          <p>Präsident. Haben Sie Albert gesehen?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Gewiß habe ich ihn gesehen; er sagte mir, daß das Volk eine Petition überbringen wollte, und daß er nicht glaube, daß die Versammlung dies rechtlicher Weise verhindern könne.</p>
          <p>Präsident. Hat er Ihnen nicht gesagt: &#x201E;Ihre erbärmliche Kammer wird heute ihren verdienten Lohn erhalten?&#x201C;</p>
          <p>Ledru-Rollin. Er hat nicht im Entferntesten ähnliche Ausdrücke gebraucht.</p>
          <p>Präsident. Haben Sie gesehen, was sich an der Tribüne ereignete?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Allerdings; ich sah eine sehr compakte und sehr erregte Masse, aber ich sah auch Raspail am Fuß der Tribüne, welcher nach besten Kräften das Stillschweigen herzustellen suchte. Raspail näherte sich mir darauf und frug mich, ob ich ihn wiedererkenne; ich hatte ihn nur Ein Mal, vor der Pairs-Kammer, gesehen und erkannte ihn auf der Stelle. Am Fuß der Tribüne befand sich auch ein junger Mensch, der eine Fahne schwang, indeß keineswegs, wie man lächerlicher Weise sagte, um den Präsidenten zu schlagen, denn dies war unmöglich; Raspail faßte den Schaft, zerbrach ihn und versetzte mir durch diese Bewegung einen leichten Stoß.</p>
          <p>Präsident. Ist Raspail von Mitgliedern des Büreaus aufgefordert worden, seine Petition zu verlesen?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Das weiß ich nicht, aber ich weiß, daß Raspail von verschiedenen Volksrepräsentanten zur Verlesung der Petition aufgefordert wurde. Wenn sich das nicht im Moniteur findet, so ist der Moniteur unexakt.</p>
          <p>Präsident. Was wissen Sie über den Angeklagten Barbes?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Ich weiß, daß er sich mit allen Kräften der Manifestation des 15. Mai widersetzte; die Polizeinoten selbst beweisen das.</p>
          <p>Präsident. Wie erklären Sie aber seine Theilnahme an den Vorfällen?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Die Ereignisse rissen ihn fort, der Anblick des Volkes betäubten sein Herz. Als er von der Milliarde sprach, war er bewegt von einer vorhergegangenen Rede, welche sich über das Elend des Volkes verbreitete. Uebrigens war es auch nicht das Erstemal, daß Barbes von dieser Milliarde sprach. (Tumult.) Als die Auflösung der Nationalversammlung ausgesprochen worden war, widerstand Barbes lange Zeit, bis er mir endlich sagen konnte, daß neue Regierungsmänner das Vaterland zu retten vermögten. Sein Gang nach dem Hotel-de-Ville beweißt nichts gegen ihn. Auch ich wurde von einigen, und zwar sehr unzweideutigen Männern, die jetzt hohe Stellen bekleiden, aufgefordert, mich ins Hotel-de-Ville zu begeben, um Paris vor der Anarchie zu retten, und wenn ich lediglich deshalb nicht hingegangen, weil ich Mitglied der Regierung war, so kann ich doch sehr wohl begreifen, wie Andere aus Vaterlandsliebe zu dem Beschluß kamen, Frankreich durch Proklamation einer neuen Regierung zu retten.</p>
          <p>Präsident. Haben Sie die Rede Blanqui's gehört?</p>
          <p>Ledrü-Rollin. Ich habe sie gehört, und ich darf sagen, daß bei mehreren Stellen des Vortrages eine Menge Deputirten ihren Beifall zu erkennen gab.</p>
          <p>Präsident. Erzählen Sie, was Sie von dem 17. März wissen.</p>
          <p>Ledrü-Rollin. Das Gouvernement, und vorzüglich ich selbst, hatte die Abschaffung der Bärenmützen verordnet. Die Nationalgarde versuchte eine Demonstration dagegen, auf welche am andern Tage (17. März) durch eine Volksdemonstration erwidert wurde. Man hat mich als Urheber derselben beschuldigt (!), dies aber ist die abgeschmackteste Lüge.</p>
          <p>Präsident. Haben Sie nicht sagen hören, daß sich eine Coterie der Manifestation des 17. März bemächtigen wollte?</p>
          <p>Ledrü-Rollin. Es ist wahr, daß eine Delegation erschien und auf Vertagung der Wahlen antrug. Sie benahm sich sehr besonnen und zog sich in derselben Weise zurück.</p>
          <p>Generalprokurator Baroche. Sie sagen, daß die Delegation in sehr gemäßigter und anständiger Weise gesprochen habe, und doch waren mehrere Mitglieder der provisorischen Regierung genöthigt, das Wort zu ergreifen, um ihre Ungeduld zu zügeln.</p>
          <p>Ledrü-Rollin. Ich selbst ergriff zuerst das Wort, hatte aber nicht nöthig, in anderer als in anerkennender Weise über den Zweck der Manifestation zu sprechen. Nach mir hielt Louis Blanc eine vortreffliche Anrede, und erst hierauf sprach Hr. von Lamartine und forderte das Volk auf, in Mäßigung und &#x201E;majestätischer Ruhe&#x201C; aufzutreten, da dies seine stär'sten Waffen seien; dieser Vortrag war jedoch nichts als ein rednerisches Sturmgeläute, sehr elegant wie alle Vorträge des Hrn. v. Lamartine, aber durchaus nicht au fond der Frage. (Bewegung.)</p>
          <p>Präsident. Was trug sich am 16. April zu?</p>
          <p>Ledrü-Rollin. Am 16. April fand, wie ganz Paris wußte, eine Versammlung der Arbeiter auf dem Marsfeld statt, um Generalstabsoffiziere zu wählen. Die Versammlung hatte einen durchaus friedlichen Charakter; um 10 Uhr aber erfuhr ich von dem Direktor der öffentlichen Sicherheit, daß man sich derselben zu einer Manifestation gegen die provisorische Regierung bedienen wollte. Ich ergriff energische Maßregeln und befahl dem General Courtais wie dem Maire von Paris, Generalmarsch schlagen zu lassen.</p>
          <p>Hier erlauben Sie mir, ein Wort über diese Maßregel zu sagen. Man hat mir Vorwürfe über mein Benehmen an diesem Tage gemacht, ich darf jedoch sagen, daß ich bereit wäre, dasselbe noch einmal zu thun. In meinen Augen war die Manifestation gesetzlich, und das Volk hatte ein Recht dazu; aber ich wollte nicht, daß irgend eine Coterie sich der Manifestation gegen die Regierung bedienen sollte.</p>
          <p>Als der Rappel geschlagen wurde, erschienen die besten und reinsten Republikaner zuerst; es war die 12. Legion, mit ihrem braven Obersten Barbes an der Spitze, welche zuerst an dem Hotel de Ville erschien, und zahlreiche bewaffnete Clubisten kamen ebenfalls, um der provisorischen Regierung ihre Hülfe anzubieten.</p>
          <p>Präsident. Wer befand sich an der Spitze der Manifestation?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Man bezeichnete uns die Regentschaft, man bezeichnete uns ebenfalls die Legitimisten als die Agenten, man sagte uns auch, daß Blanqui auf dem Marsfelde sei.</p>
          <p>Präsident. Haben Sie Ordre zu Blanqui's Verhaftung gegeben?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Die provisorische Regierung gab diese Ordre; aber sie wurde zurückgezogen gegenüber dem Enthusiasmus, der sich bei der Revue des 24. offenbarte.</p>
          <p>In Betreff des Hauses von Sobrier, erklärt der Zeuge, daß die dort stationirten Montagnard-Garde durchaus der provisorischen Regierung keine Besorgniß eingeflös't habe; der Polizeipräfekt Caussidière, der nach dem 24. Februar einige Tage mit Sobrier zusammen sein Amt verwaltet, habe das größte Vertrauen auf Sobrier gesetzt. Auch habe man den Club Blanqui nicht &#x201E;gefürchtet&#x201C;, wie der Präsident frage, man habe ihn bloß überwacht, da er dem Gouvernement direkt feindlich gewesen sei.</p>
          <p>Präsident. Die Polizei war unter der provisorischen Regierung sehr mannigfaltig; es gab eine Polizei des Präfekten, eine Polizei des Ministers des Innern, eine Polizei des Maire von Paris und eine Polizei Sobriers?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Im Ministerium des Innern gab es eine General-Polizei-Direktion; die Polizei Caussidière's wurde ohne sein Verschulden sehr gehemmt, und hatte fast keine Bedeutung; von einer Polizei Sobrier's weiß ich nichts.</p>
          <p>Präsident. Was wissen Sie von der Aufführung des Angeklagten Courtais bis zum 15. Mai?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Einige Tage vor dem 15. Mai trat die Exekutiv-Commission zusammen, besprach sich über die angekündigte Manifestation und ernannte den General Courtais, der das allgemeine Vertrauen besaß, zum Befehlshaber sämmtlicher Truppen von Paris.</p>
          <p>Am 15. Mai fand die Manifestation statt und das Volk erschien vor dem Gitter der Assemblée. Ich und mehrere andere Repräsentanten waren der Ansicht, eine Delegation vorzulassen; es war das einzige Mittel, die Versammlung zu retten. Man ging aber nicht darauf ein; das Volk wurde ungeduldig über das Ausbleiben der Antwort, mehrere Personen überstiegen das Gitter und das Thor wurde geöffnet. Der General Courtais widersetzte sich vergebens; der Sturm des Volkes warf ihn über den Haufen. Einige Minuten darauf war die Assemblée vom Volke überwogt.</p>
          <p>Am Abend protestirte ich in der Exekutiv-Kommission gegen die Verhaftung Courtais'; ich besuchte ihn auch am folgenden Morgen in der Conciergerie, denn ich war überzeugt, daß er seit dem 24. Februar nie und nicht im Geringsten seine Pflicht verabsäumt hatte.</p>
          <p>Ein Geschworner. Wie geschah es, daß das Gitter der Assemblee zerbrochen ward.</p>
          <p>Ledru-Rollin. Oh, meine Herren, Sie haben nie die Kraft des Volkes gesehen. Die Assemblee hatte Eisenstäbe zu ihrem Schutz, aber das Eisen wurde zu Staub, als es die Hände des Volkes berührten. (Beifallssturm im Publikum).</p>
          <p>Präsident. Haben Sie noch etwas hinzuzufügen?</p>
          <p>Ledru-Rollin. Ich möchte nur wenige Worte noch über Louis Blanc und Caussidière sagen. Seit man den Antrag auf ihre Verhaftung stellte, habe ich aufmerksam die Aktenstücke studirt und kann als Rechtsgelehrter sagen, daß nichts in meinen Augen ihre Anklage rechtfertigen konnte, der ich mich überdies auch aus politischen Gründen widersetzt habe. Als man darauf bestand, verlangte ich die Entlassung des Generalprokurators jener Zeit. Die Genehmigung zur Verfolgung wurde indeß damals nicht ertheilt. Erst nach den Junitagen erneuerte man den Antrag, aber meine Ueberzeugung war dieselbe. Nichts konnte im Monat Juni Louis Blanc und Caussidière graviren, und ich habe mich noch einmal ihrer Verfolgung widersetzt.</p>
          <p>Blanqui. Ich verlange, daß der Generalprokurator den Moniteur vom 16. April und 17. März produzirt. Er gehört jetzt zu den Prozeßakten, denn es handelt sich jetzt für mich nicht mehr allein um den 15. Mai, es handelt sich um alle früheren Ereignisse.</p>
          <p>Ich frage jetzt Herrn Ledru-Rollin, was ich an diesen Tagen gethan habe.</p>
          <p>Ledru-Rollin: Ich wiederhole, daß der 17. März sehr ruhig war. Die Redner, welche das Wort ergriffen, sprachen durchaus besonnen, unter ihnen auch Herr Blanqui.</p>
          <p>Blanqui: Das ist wahr, aber Herr Ledru-Rollin, wie Herr v. Lamartine täuschen sich vollständig über die Bedeutung des Tages. Der 17. März war keine Gegenmanifestation; er war vorbereitet seit mehreren Tagen und hatte einen ganz andern Zweck, als die Abschaffung der Bärenmützen.</p>
          <p>Ich verlange, mich darüber aussprechen zu dürfen.</p>
          <p>
            <ref type="link">(Schluß folgt).</ref>
          </p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Großbritannien.</head>
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          <head>London, 22. März,</head>
          <p>Im Unterhause kam gestern außer mehreren unbedeutenden Gegenständen die Bill in Betreff der zahlungsunfähigen Mitglieder des Parlaments zur Berathung, ohne daß man indeß andere als die schon oft erwähnten Gründe dafür und dagegen vorbrachte. Die Bill ging durch das Comite und wird am nächsten Mittwoch wieder zur Debatte kommen.</p>
          <p>Die Bill wegen Abschaffung der Schifffahrtsgesetze, welche in der vorigen Session so unrühmlich von den Whigs aufgegeben wurde, wird morgen wieder zu allerlei Verhandlungen Anlaß geben. &#x2014;</p>
          <p>Der Standard sagt heute: &#x201E;Gern vernehmen wir, daß das dänische Gouvernement, auf ein dringendes Angehn des englischen und französischen Kabinets hin, sich damit einverstanden erklärt hat, den Waffenstillstand von Monat zu Monat zu verlängern. Der Versammlung wurde dies am 16. d. offiziell mitgetheilt. Die baierischen Truppen, welche von der Centralgewalt nach Schleswig-Holstein beordert waren, haben in Folge davon den Befehl erhalten, bis auf weitere Instruktionen ihren Marsch nicht fortzusetzen.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Ungarn.</head>
        <div xml:id="ar255-1b_005_c" type="jArticle">
          <note type="editorial">Edition: <bibl>Friedrich Engels: Vom Kriegsschauplatz, vorgesehen für: MEGA<hi rendition="#sup">2</hi>, I/9.         </bibl>                </note>
          <head>
            <bibl>
              <author>*</author>
            </bibl>
          </head>
          <gap reason="copyright"/>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Amerika.</head>
        <div xml:id="ar255-1b_006" type="jArticle">
          <head><bibl><author>*</author></bibl> Cleveland (in Ohio), im Februar 1849.</head>
          <p>Ein wie vorstehend datirtes Privatschreiben, das uns zur Benutzung übergeben worden, enthält u. A. folgendes:</p>
          <p>&#x201E;In der Voraussetzung, daß es Dir nicht uninteressant sein wird, einige Nachrichten über das neuentdeckte Goldland Californien zu erhalten, so gebe ich Dir in Nachfolgendem Dasjenige, was ich den besten englisch- und deutsch-amerikanischen Blättern entnehme, die solche als Korrespondenzartikel aus Monterey oder San Francesco brachten. Die genaue Richtigkeit des Nachfolgenden kann ich zwar nicht verbürgen, jedoch erhalten die Nachrichten durch die Uebereinstimmung verschiedener Briefe sowohl als durch die Glaubwürdigkeit der Absender den Stempel der Wahrheit. Es ist leicht denkbar, daß auch nach Deutschland die Kunde von diesem Eldorado gelangt ist, und daß die dortigen Zeitungen, wie die hiesigen, märchenhafte Schilderungen von dem Reichthum desselben bringen, ohne von den Schattenseiten Notiz zu nehmen, die den Geldhungrigen dort erwarten.</p>
          <p>Daß der Goldreichthum in Ober-Californien, dem durch die Vereinigten Staaten kürzlich acquirirten Territorium, außerordentlich ist, dahin sprechen sich alle Nachrichten von dorthin aus, und mehrere Briefe bestätigen, daß sich sogar ein Klumpen Gold von 20 Pfd. Schwere vorfand. Das aufgegrabene Gold, welches 1-5 Fuß tief unter der Oberfläche der Erde sich befindet, ist zum Theil fast gediegen, wie damit angestellte Untersuchungen beweisen. (Folgen hier eine Menge Details, die wir schon früher vollständiger mitgetheilt haben.)</p>
          <p>Nach diesen Nachrichten sollte man wirklich Lust bekommen, dieses zweite Peru aufzusuchen, um sich dort in kurzer Zeit zum reichen Manne zu graben, aber leider ist auch diese Rose nicht ohne Dornen.</p>
          <p>Der gegenwärtige Zustand der Goldjäger Californien's ist ein höchst bedauernswerther. In Folge der anstrengenden Arbeit, bei der sich die Menschen kaum eine Stunde Rast gönnen, welche allerdings häufig eine theure sein mag, sowie wegen Mangel selbst an den nothwendigsten Lebensmitteln und Kleidungsstücken, ist eine epidemische Krankheit unter denselben ausgebrochen, die bereits über die Hälfte derselben arbeitsuntüchtig machte. Ueber die enormen Preise der Lebensmittel und Kleidungsstücke machst Du Dir kaum einen Begriff, ich führe z. B. an, daß 1 Pfd. Mehl 5 Dollars und ein Glas Branntwein 4-10 Dollars kostet; verdorbenes Mehl, welches die Seeleute nicht mehr essen mochten, wurde zu 14 Dollars per Fäßchen verkauft. Die meisten nothwendigen Lebensmittel sind nicht für Gold zu haben. Die Preise der Kleidungsstücke entsprechen den vorstehenden, so wurden in Monterey alte, von Motten zerfressene Jacken, die, wenn sie <gap reason="illegible"/> sind, 6 Dollars kosten, für 16 Dollars das Stück verkauft. Eine wollene Decke kostet 150 Dollars. Jemand, der einen Stiefel besitzt, wird reich genannt, kann aber Jemand gar 2 derselben aufweisen, so gehört er zur höchsten Aristokratie. Die Theurung in der Goldregion muß wirklich alle Gränzen überschreiten, aber so groß auch augenblicklich der Mangel am Nothwendigen dort sein mag, so unterliegt es keinem Zweifel, daß dort bald Ueberfluß, selbst an Luxusartikeln herrschen wird, denn nicht nur, daß von New-York, New-Orleans u. s. w. wöchentlich Schiffe abgehen, mit allem Erdenklichen beladen, sondern es bilden sich auch zahlreiche Gesellschaften im Innern der Union, die Güter kaufen, um mit diesen im Frühjahre nach Californien zu fahren, und dort mit einigen Tausend pCt. Profit zu verkaufen. Daß Viele, sehr Viele sich in ihren Erwartungen getäuscht finden werden, ist gewiß. Wenn Du die hiesigen Zeitungen läsest, und Dich überzeugen könntest, welche Massen Menschen bereits ausgewandert sind oder noch werden, Du würdest mit mir glauben, daß jenes Territorium binnen kurzer Zeit die größte Einwohnerzahl von allen Staaten der Union haben müßte, Missouri allein schickte 20,000 Menschen hin, und von New-York waren bis Anfang dieses Jahres bereits 100 Schiffe größtentheils mit Passagieren beladen &#x2014; dorthin abgesegelt. Von New-Oleans mangeln die Nachrichten hierüber, jedoch wird die Zahl der abgesegelten Schiffe dort gewiß nicht geringer gewesen sein, da der Weg nach dem fernen Eldorado über diese Hafenstadt führt. Aber schwerlich wird dieser Goldrausch von Dauer sein, kehren erst Mehrere von ihren Träumen geheilt zurück, wie es bis jetzt schon Einzelnen erging, und bringen diese dann, statt des verhofften Goldes, Armuth und Krankheit zurück, was bei Vielen unzweifelhaft der Fall sein wird, so wird die Auswanderungswuth bedeutend gedämpft werden. Was bis jetzt bereits manchen Goldhungernden von der Uebersiedelung abhält, ist der maaßlos schlechte gesetzliche Zustand Californien's. Die mexikanische Regierung stellte mit der Uebergabe der Provinz an die Vereinigten Staaten ihre Funktionen ein, bald darauf hörte mit der Zurückberufung der Vereinigten Staaten-Armee die Militärregierung auf, und da von Seiten des Kongresses noch keine Anstalten zur Organisation des neuen Territoriums getroffen sind, so befindet sich dasselbe jetzt ohne alle Regierung. Die Folgen davon sind leicht denkbar, Mord und Diebstahl sind an der Tagesordnung; findet Jemand eine erträgliche Goldmine, so muß er jeden Augenblick erwarten, daß er überfallen und derselben beraubt wird. Das Faustrecht gilt dort in seiner weitesten Ausdehnung. Die neuesten, heute angekommenen Nachrichten sagen, daß in 3 Wochen 15 Mordthaten vorfielen.</p>
          <p>Ueber die Beschaffenheit des Klima's wage ich nicht ein Urtheil zu fällen, die darüber eingelaufenen Berichte lauten zu widersprechend, als daß man ein Resumé hinsichtlich desselben fassen könnte, daß es aber alle die Vorzüge, die ihm früher zugetheilt wurden, nicht besitze, scheint doch sicher zu sein. Wenn es überhaupt wohl überlegt und bedacht werden soll, ob man auswandern soll oder nicht, so ist die Uebersiedelung nach Californien gewiß eine Sache, die vorher reiflich bedacht werden will. Fast über jeden andern Staat, der bisher von Auswanderern aufgesucht wurde, besitzen wir mehr oder minder evidente Nachrichten, der Auswanderer weiß wenigstens ungefähr das, was ihn dort erwartet, aber über Californien besitzen wir blos allgemeine Nachrichten. Daß dort Gold gefunden wird, ist wahr, sogar die Vereinigte Staaten-Regierung bestätigte es, aber diese einzige Gewißheit ist gewiß nicht hinreichend, einen solch' wichtigen Schritt, von dem unbedingt Gesundheit und Leben abhängt, zu thun; dem Europamüden bieten sich andere Länder, in welchen er allerdings das Gold nicht aus der Erde graben kann, sondern sich dasselbe mit Mühe und Arbeit erst verdienen muß, zur Uebersiedelung hinreichend dar, aber hier hat er wenigstens die Gewißheit, einen wohlorganisirten Staat anzutreffen, wo Leben, Hab und Gut der Einwohner unter dem Schutze der Gesetze stehen, und in welchem sie hinsichtlich des Klima's wenig oder Nichts zu befürchten haben, und ein allmähliger Wohlstand ist den Einwohnern derselben bei Fleiß und Sparsamkeit sicherer, als ein plötzlich zu erlangender Reichthum in Californien. Ganzen Familien ist die Auswanderung nach Californien <hi rendition="#g">durchaus</hi> nicht anzurathen, junge, kräftige, unverheirathete Leute, die den Entschluß zur Uebersiedelung dorthin einmal gefaßt haben, mögen ihn ausführen, bietet ihre Gesundheit den dort herrschenden Fiebern Trotz, und finden sie sich in ihren Erwartungen getäuscht, so ist ihnen die Uebersiedelung in einen anderen Staat der Union leichter, wenigstens ausführbar, was sie jedoch ganzen Familien unter den jetzigen Umständen nicht ist.&#x201C;</p>
        </div>
      </div>
      <div>
        <bibl>Redakteur en chef: <editor>Karl Marx.</editor>             </bibl>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Meteorologische Beobachtungen.</head>
        <gap reason="insignificant"/>
      </div>
      <div n="1">
        <head>[Leserbrief]</head>
        <div xml:id="ar255-1b_007" type="jArticle">
          <head>Dem Herrn Bürgermeister Süren zu Porz.</head>
          <p>Auf Ihr wunderliches Inserat vom 24. v. M. in der Beilage zu Nro. 233 der Neuen Rheinischen Zeitung, worin Sie mit unübertrefflicher Gemeinheit wie ein Rabe schimpfen und lügenhaft klatschen, würde ich verschmähen zu antworten, wenn ich nicht dafür hielt, dies meiner Ehre vor dem entferntern Publikum schuldig zu sein. Ihrer infamirenden Herausforderung mögen daher folgende Zeilen zur Erwiederung dienen:</p>
          <p>Wo sind die Zeitungs-Inserate gegen Sie, die Sie nicht selbst hervorgerufen hätten? Wo die Versendungsschriften, wodurch Sie verläumderisch angegriffen wären? Vielleicht jene Beschwerden, welche die gemißhandelten Verwalteten auf ordentlichem Wege eingaben? Wo sind die Urtheile, welche Sie als Hülfsbeamter der gerichtlichen Polizei gegen die von Ihnen Angegriffenen wegen Gesetzesverletzungen etc. veranlaßt hätten? Welches sind die strafbaren Fakta, welche Sie sich getrauen öffentlich vorzuwerfen?? Schätzen <hi rendition="#g">Sie</hi> die Steuerpflichtigen ein, oder ist dazu vielmehr eine aus mehreren, ja vielen Mitgliedern bestehende Kommission berufen? Können Sie, Elender, nachweisen, wie viel ich von den Mitteln des interdicirten Lieutenants Schlimbach, meines Bruders, verlebt, oder sind nicht gerade <hi rendition="#g">Sie</hi> es, der sich die Thälerchen dieser Vormundschaftskasse zu verschaffen wußte und vergeudete? Sie werden sich Ihres Briefes vom 13. Oktober 1845 wohl noch erinnern. Lauschten Sie nicht auf den Eingang von Vormundschaftsgeldern wie die Buben dem Fremden nach der Tasche spielen? Was Sie nicht so &#x201E;furchtlos Ihre Pflicht erfüllten!!!&#x201C; Aber Eigenlob stinkt, und wer sich entschuldigt ungefragt, giebt sich selbst schuldig der That. Man hatte sich ja um Sie nicht bekümmert, warum fordern Sie durch Ihr Inserat heraus? Trieb Sie die Furcht dazu, man möchte Ihre Intriguen mittelst welcher Sie während Ihrer 14jährigen Amtszeit weniger verwalteten, als beispiellos Ihre Verwalteten unterdrückten und tyrannisirten, veröffentlichen? Zittern Sie so neronisch vor den Folgen Ihrer Handlungen, daß Sie dieses Zetter anschlagen, bevor man Sie noch des Angriffes würdigt?!</p>
          <p>Aber Züngeln, Begeifern, die gradesten, rechtschaffensten Männer mit Koth bewerfen, nicht wahr, das sind die elenden Waffen, womit Sie sich gegen die ebenso gerechten, als lauten und allgemeinen Klagen rüsten? Oder, wollen Sie noch die Berichte veröffentlicht haben, worin fast der ganze Gemeinderath pflichtmäßig jene Untersuchung provozirte, womit Sie sich eitel blähen, solche selbst verlangt zu haben? Ist nicht die ungeheure Mehrzahl der Einsassen der 13 Dörfer, welche Sie leider zu lange verwalteten, darüber einstimmig: daß Sie mit einem moralisch-eckelhaften Rufe einen seltenen Terrorismus verbinden, daß Ihre Verwaltung fast unthätig, und insofern sie thätig, eine Chikane war, indem Sie die Zeit, welche Sie nicht Ihren Lüsten nachliefen, meist auf Zänkereien und Unterdrückung verwandten? &#x2014; Nicht wahr: zunächst forcirt man das Steckenpferd einer sogenannten gerichtlichen Polizei: Mistjauchen, Kamine, Wege, Paßwesen, Hunde etc., liefern die täglichen Veranlassungen oder Vorwände, worunter man seine Tendenzen verfolgt? Und hat man auf diese Weise und durch das brutalste Benehmen gegen die Administrirten, besonders die Geringern, die Pointe einer bedeutenden Furchtbarkeit für sich bei den Verwalteten erreicht, so applizirt man das tendirte Leih- und Ausborge-System? &#x2014; Haben Sie nicht auch in dieser Weise gute Geschäfte gemacht? Aber es giebt außerdem noch allerlei Hausmittelchen für solche Tendenzen. Kann man nicht Verhältnisse suchen und selbst schaffen, um sie auszubeuten? Werden nicht vielerlei Anforderungen an die Verwaltung gemacht? Kann man nicht in Prozesse verwickeln, wie Sie z. B. besonders die beiden großartigen Wege-Prozesse gegen Meller und Wymar führten, wodurch wohl für die Gemeinde wenig Vortheil zu erreichen war, und welche voraussichtlich, trotz Ihrer pommerischen Pfiffigkeit, nothwendig für die Gemeinden verloren gehen mußten, wovon aber ersterer die Gemeinde mit 700 Thaler Kosten drückt, und letzterer wohl nicht bedeutend weniger kostet?</p>
          <p>Nicht wahr, so ein Verwaltungs-Amt weiht in alle Verhältnisse ein, und gewährt Tausende von Gelegenheiten zur Ausbeutung. Da sind, wie die böse Fama im Allgemeinen sagt, sonst gut hörende geldbesitzende Conscidirte auf einmal kling-klang taub, es kommen Gemeindebauten vor, Bauplätze werden um's Doppelte erworben, unbrauchbare theure Brunnen gebaut und desgleichen Brandspritzen gekauft, Dämme zurecht gemacht, doppelte Grund-Entschädigungen gewährt, Wegeweiser um den doppelten Preis beschafft, Zehnten hoch abgelöst, (wenn man sich auch einmal nachher mit den Dezimatoren um angebliche Gebühren zanken muß etc.), Schiffer liefern Stempelbogen für Conzessionen, erhalten aber weder das Eine noch das Andere zurück etc., die Polizeistrafgelder werden nach Gunst vertheilt, und befreundete Wittwen erhalten für die verwaisten Kinder, obgleich diese bedeutend vermögend, gegen den Willen des Vormundes beträchtliche Unterstützungen; man kann verschiedene Verhältnisse in Collision bringen, nimmt Partei, d. h. die Geldpartei und deutet sie aus, man verfolgt wo und wie man kann, und es muß jedem daran gelegen sein, den Verfolgungen zu entgehen oder sich aus den Schlingen zu lösen, da muß der Ochs Milch geben, wenn die Kuh versiegt. Aber so weit haben <hi rendition="#g">Sie</hi> es wohl noch nicht gebracht in der superfeinen Verwaltungskunst? Nur das gefällt mir von Ihnen nicht, daß das Gemeinde-Rechnungswesen sich in einem so unordentlichen Zustande befindet, und daß Sie von fast allen Ihren Verwalteten etc., wobei es möglich war, Geld gepumpt haben; auch mich haben Sie leider durch Versprechungen dazu zu verleiten gewußt, als Vormund Ihnen aus der Vormundschaftskasse meines interdicirten Bruders, Lieutenant Schlimbach, nicht nur 30 Thaler für den einfachsten Entwurf einer Bittschrift zu zahlen, sondern auch 80 Thlr. leihweise vorzuschießen, welche Sie, trotz des eigenen Handscheines und ergangener Urtheile mit allerlei Ausflüchten durch Berufung angegriffen, müßten aber dabei jedenfalls unterliegen, wenn ich die Sache gegen Sie fortsetzte. Aber Bedenken müssen mich davon abhalten, noch fernere Kosten anzulegen; denn Sie haben kein Vermögen, (das Vermögen Ihrer Frau haben Sie längst durchgebracht) und mehr Schulden, wie man zu sagen pflegt, als Haare auf dem Kopfe, und dabei wohl nicht blos für <hi rendition="#g">eine</hi> Familie zu sorgen? Daß selbst das Vermögen der Bevormundeten vor Ihrem Ausborge-System nicht sicher war, beweisen, außer meiner Forderung, auch Ihre gemachten Schulden bei Kirchen- und Gemeinde-Kassen, so wie Ihre Schuld an die Minderjährigen Welter zu Brauweiler. Sie mußten ja von höherer Behörde gezwungen werden, den unter Ihrer Aufsicht stehenden Kirchenkassen, die ohne alle Garantie geliehenen Gelder zurück zu zahlen und nahmen deshalb die Rendanten für die Folgezeit aufs Korn. Von der Gemeindekasse borgten Sie auf Gutsagen des H. Broecher, wie derselbe bei der Untersuchung gegen Sie zu Protokoll erklärte; den Minderjährigen Welter stellten Sie nur 56 Ruthen Gartenland zu Porz höchstens 56 Thlr, werth, für 600 Thlr. zur Hypothek, erklärten aber in der, vor dem fortgelaufenen Freunde, Notar Stoppenbach, errichteten Obligation, daß auf jenem Gartenlande ein Haus im Bauen begriffen sei, welches Sie mit zur Hypothek stellten, obgleich seit 1845, hört! bis heute noch kein Stein zu einem solchen Baue daliegt. Das Unterpfand ist subhastirt.</p>
          <p>Was soll man von einem Beamten sagen, der sich nicht scheut, bei einem standesmäßig ausreichenden Einkommen, ohne alle Garantie und Aussicht zur Deckung, blos durch den Einfluß seines Amtes, Schulden auf Schulden zu häufen und sich in einer Lage erhält, daß man sich bei ihm nichts weniger, als erholen kann?! Ist unter einem solchem Verwaltungsbeamten nicht das Vermögen der Anstalten und Privaten gefährdet?</p>
          <p>Bei der Untersuchung gegen Sie müssen auch hübsche Sächelchen vorgekommen und es müßte interessant sein, die Protokolle zu lesen, wenn der Regierungskommissar die Stückchen nur alle niedergeschrieben und alle Zeugen vernommen hätte.</p>
          <p>Sie nennen mich in Ihrem gemeinen lügenhaften Inserate eine heulende Kreatur und rathen den mitangegriffenen Herren, mich zu unterstützen, damit ich nicht auf Kosten des Interdicirten zu leben brauche. Sie sollten sich selbst berathen, daß Sie selbst Kreaturen, wenn nicht heulende, doch wimmernde genug haben, wofür Sie zu sorgen hätten. Zwar sind die Kinder, welche Sie bei der armen Frau zu Ensen spärlich genug aufziehen ließen, bereits erwachsen, aber hat sich nicht mehrfach anderweitig Ihre derartige Pflicht bedeutend vermehrt, während Ihre legitimen Kinder das Dorf belästigen? &#x2014; Zahlen Sie meine Vormundschaftsforderung; oder ich werde noch Mehreres, und auch die Veröffentlichung der Schuld-Akten folgen lassen! <hi rendition="#g">Es ist wahrhaft zu bedauern, daß die Königliche Regierung nicht einschreitet und Ihrem anrüchigen Treiben, zum Wohle so vieler Menschen, endlich ein Ziel setzt!!!</hi> </p>
          <p>Niederzündorf, 24. März 1849.</p>
          <p>Ludwig Schlimbach.</p>
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      </div>
      <div n="1">
        <head>[Anzeigen]</head>
        <div type="jAn">
          <p>Ein Kappenmacher-Gehülfe wird gesucht Taschenmacher 8.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Schöne Aussicht am Holzthor.</p>
          <p>Heute Sonntag Kaffeegesellschaft und frischer Maiwein.</p>
          <p>Cath. Fühling.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Börse bei Halin.</p>
          <p>Heute Mittags und Abends große Harmonie. Täglich frischer Maitrank.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Bürgerlicher Dombau-Verein.</p>
          <p>Heute Abend 7 Uhr, große deklamatorische Unterhaltung mit Musik im Vereinslokale, Löwengasse Nr. 11, wozu ergebenst einladet der Vorstand.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Vereinigter 1. und 2. gesell. Dombau-Verein.</p>
          <p>Heute Abend 7 Uhr Versammlung. Breitstraße bei Menzen, im Palast.</p>
          <p>Theatralische Abend-Unterhaltung.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Minoriten Reparatur Bau-Verein.</p>
          <p>Bei Jüsgen, jeden Dienstag Abend Versammlung.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Geselliger Cuniberts Bau-Verein.</p>
          <p>Morgen Abend 7 Uhr bei Herrn Nakatenus Eigelstein.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Missions-Verein Sternengasse Nr. 30.</p>
          <p>Heute Sonntag Abend, 7 Uhr, Versammlung, wozu alle Mitglieder und Freunde höflichst eingeladen werden Der Vorstand.</p>
        </div>
        <div type="jAn">
          <p>Knaben-Seminar-Verein bei Hrn. Decker, Severinstraße Nr. 17.</p>
          <p>Heute Abend 7 Uhr, Versammlung und Besprechung über die vorzunehmende Wahl eines neuen Vorstandes, weßhalb die Vereinsmitglieder zahlreich zu erscheinen, freundlichst ersucht Der Vorstand.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[1433/0001] Beilage zu Nr. 255 der Neuen Rheinischen Zeitung. Organ der Demokratie. Sonntag, 25. März 1849. [Französische Republik] Havin, Präsident: So eben erhalte ich von der Clubgesetz-Kommission (Minorität) ein Schreiben, worin sie um Vertagung der Debatte auf Montag bittet. (Ah! Ah!) Arago (Emanuel): Man will versöhnen. Ich fürchte jedoch, dies gelingt nicht. Das Beste wäre, den Entwurf mitsammt der Deliberation indefinitivement zu vertagen. (Ja! Ja! Nein! Nein!) De Charencey (von der Minorität): Wir bitten um Aufschub, weil wir uns in einer exeptionellen Lage befinden. Die Majorität hat sich zurückgezogen; wir wollen daher eine Redaktion finden, die allen Dispositionen des Gesetzes entsprechen. Stimmen rechts: Aufschub! Aufschub! Chavoix: Ich unterstütze die von Arago beantragte unbestimmte Vertagung. (Ja! Ja! links.) Lacrosse, Bauminister, widersetzt sich der Vertagung auf unbestimmte Zeit. Sein Antrag ruft Lärm hervor. Buvignier (vom Berge): Ihr wollt nicht mit Euren Plänen herausrücken! Ihr habt Furcht, Ihr Monarchisten! (Ein fürchterlicher Tumult bricht hier los.) Bavoux von der Rechten stürzt zum Berge, holt sich den Buvignier heraus und schreitet mit ihm aus dem Saale. Was weiter zwischen Beiden vorgegangen, werden Sie wohl morgen in den Blättern zu lesen bekommen. Terrier erringt sich endlich Gehör und meint, man könne der Minorität doch wohl bis Montag gönnen. (Ja! Ja! Nein! Nein!) Sevestre, Ultra-Conseroativ: Wenn Ihr den Aufschub bewilligt, so entsteht eine große Gährung im Lande, das dann glauben wird, das Ministerium habe wirklich ein verfassungswidriges Gesetz vorgelegt. (Der Tumult bricht wieder los.) Havin gelingt es jedoch, die Debatte zu resumiren und die Versammlung zur Abstimmung zu bringen. Es wird der Aufschub bis Montag bewilligt und die Versammlung kehrt darauf zum Büdget zurück, das sie vorher abgebrochen. Die frühere Debatte hatte bekanntlich mit den Staatsbauten begonnen, als einem derjenigen Posten, auf welche am meisten erspart werden soll; sie war bis Kapitel 3 vorgedrungen. Kapitel 3 noch nicht ganz erledigt, wird reservirt. Das Kapitel 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 gehen ohne alle Erörterung durch. Kapitel 11 bis 17 rufen eine nochmalige Generaldebatte hervor, die sehr lehrreich und erbaulich wird. Jene Kapitel handeln von Kanalbauten, Brücken, Schifffahrt u. s. w. Die beabsichtigte Ersparniß beträgt 47 Millionen Fr. Pierre Leroux greift die ganze Staatsökonomie an und stellt den Zins des Kapitals als den Krebs dar. Der Staat verzinse jährlich etwa 8 Milliarden mit baaren 400 Millionen, die nicht einen Heller produzirten. Das sei der wahre Krebsschaden. Diesmal ist er so glücklich, vom Anfang bis zum Ende von der Versammlung aufmerksam zugehört zu werden. Dufaure sagt: Wollt Ihr lieber Almosen oder wollt Ihr lieber Lohn zahlen? Jeder Pfennig, den Ihr am Baubüdget abzwackt, wirft einen Arbeiter aufs Pflaster. Er bekämpft die Neduktion und erndtet von der Linken vielen Beifall. Goudchaux erscheint mit großen Foliobänden auf der Tribüne. Aber die Versammlung hört ihn kaum 10 Minuten an und verschiebt die Fort-Sitzung auf morgen. Zwischen dem Budget wurde eine Bestimmung rücksichtlich der in Frankreich gebornen Fremden debattirt, auf die wir morgen zurückkommen werden. Schluß 6 1/4 Uhr. Bourges, 21. März. 7 Uhr Abends. Die heutige Sitzung des sogenannten Nationalgerichts bot zwei interessante Zwischenfälle dar. Es waren dies die Verhöre der beiden Belastungszeugen, Cruveillier und Giroux. Ersterer erklärte die Behauptung des Moniteur vom 17. Mai: „Mehrere Klubglieder hatten gerufen: Nein, Barbès, zwei Stunden Plünderung!“ geradezu als eine Erfindung. Er gestand höchstens zu, daß ein Dieb, der sich in den Saal geschlichen, dies gerufen haben könne; was um so wahrscheinlicher, als man den Chronometer der Stenographen des Moniteur gestohlen habe, was gewiß Niemand aus dem Volk gethan habe etc. Cruveillier's Aussage ist um so wichtiger, als er damals Sekretär Buchez's, des Präsidenten der Nationalversammlung, war, und mithin volles Gewicht hat. Der zweite Fall ereignete sich beim Verhör Giroux's. Giroux, ein Oberzollbeamter, rühmt sich nämlich, daß er es gewesen sei, der dem General Courtais das Kreuz der Ehrenlegion am 15. Mai von der Brust gerissen habe. ‥‥ Indem der Zeuge diese Worte wiederholte, ras'te Courtais zwischen den Gensd'armen auf und schrie mit gewaltiger Stimme: „Ha! wo ist der Hallunke, der es gewagt, seine Hand an meinen Degen zu legen und mir das Kreuz abzureißen, das ich auf dem Schlachtfelde an der Spitze des braven 7ten Dragoner-Regiments erworben!“ Diese Wuth des greisen Generals verursachte einige Augenblicke lang große Bewegung im Saale. * Bourges, 19. März. (Prozeßverhandlung.) Das Publikum drängt sich um den Sitzungssaal, da es heißt, daß heute Ledru-Rollin, der Chef der Montagne, als Zeuge erscheinen werde. Die Sitzung wird 10 3/4 Uhr eröffnet. Präsident. Greffier rufen Sie den Zeugen Ledru-Rollin auf. (Bewegung der Neugierde im Publikum.) Der Zeuge tritt vor und giebt auf die gewöhnlichen Fragen Stand, Namen und Alter an: Alexis August Ledru-Rollin, 40 Jahr alt, Volksrepräsentant, Ex-Mitglied der provisorischen Regierung. Präsident. Sagen Sie, was Sie über die Angeklagten wissen. Zeuge Ledru-Rollin. Ich kann nur über den 15. Mai sprechen. Wir waren benachrichtigt, daß an diesem Tage eine Manifestation stattfinden solle und der General Courtais erhielt Befehl, alle zur Aufrechthaltung der Ordnung nöthigen Maßregeln zu treffen. Die Manifestation fand Statt; die Kolonne zog vom Bastillenplatz aus, über die Boulevards, und erschien vor der Assemblée. Der Uebergang über die Brücke wurde erzwungen, und die Menge strömte gegen das Gitter. Das Volk hatte durchaus keine feindlichen Absichten; aber das Gitter wurde eingedrängt, und die Nationalversammlung gestürmt. Ich erwarte jetzt die Fragen, die Sie mir vorzulegen haben. Präsident. Haben Sie Albert gesehen? Ledru-Rollin. Gewiß habe ich ihn gesehen; er sagte mir, daß das Volk eine Petition überbringen wollte, und daß er nicht glaube, daß die Versammlung dies rechtlicher Weise verhindern könne. Präsident. Hat er Ihnen nicht gesagt: „Ihre erbärmliche Kammer wird heute ihren verdienten Lohn erhalten?“ Ledru-Rollin. Er hat nicht im Entferntesten ähnliche Ausdrücke gebraucht. Präsident. Haben Sie gesehen, was sich an der Tribüne ereignete? Ledru-Rollin. Allerdings; ich sah eine sehr compakte und sehr erregte Masse, aber ich sah auch Raspail am Fuß der Tribüne, welcher nach besten Kräften das Stillschweigen herzustellen suchte. Raspail näherte sich mir darauf und frug mich, ob ich ihn wiedererkenne; ich hatte ihn nur Ein Mal, vor der Pairs-Kammer, gesehen und erkannte ihn auf der Stelle. Am Fuß der Tribüne befand sich auch ein junger Mensch, der eine Fahne schwang, indeß keineswegs, wie man lächerlicher Weise sagte, um den Präsidenten zu schlagen, denn dies war unmöglich; Raspail faßte den Schaft, zerbrach ihn und versetzte mir durch diese Bewegung einen leichten Stoß. Präsident. Ist Raspail von Mitgliedern des Büreaus aufgefordert worden, seine Petition zu verlesen? Ledru-Rollin. Das weiß ich nicht, aber ich weiß, daß Raspail von verschiedenen Volksrepräsentanten zur Verlesung der Petition aufgefordert wurde. Wenn sich das nicht im Moniteur findet, so ist der Moniteur unexakt. Präsident. Was wissen Sie über den Angeklagten Barbes? Ledru-Rollin. Ich weiß, daß er sich mit allen Kräften der Manifestation des 15. Mai widersetzte; die Polizeinoten selbst beweisen das. Präsident. Wie erklären Sie aber seine Theilnahme an den Vorfällen? Ledru-Rollin. Die Ereignisse rissen ihn fort, der Anblick des Volkes betäubten sein Herz. Als er von der Milliarde sprach, war er bewegt von einer vorhergegangenen Rede, welche sich über das Elend des Volkes verbreitete. Uebrigens war es auch nicht das Erstemal, daß Barbes von dieser Milliarde sprach. (Tumult.) Als die Auflösung der Nationalversammlung ausgesprochen worden war, widerstand Barbes lange Zeit, bis er mir endlich sagen konnte, daß neue Regierungsmänner das Vaterland zu retten vermögten. Sein Gang nach dem Hotel-de-Ville beweißt nichts gegen ihn. Auch ich wurde von einigen, und zwar sehr unzweideutigen Männern, die jetzt hohe Stellen bekleiden, aufgefordert, mich ins Hotel-de-Ville zu begeben, um Paris vor der Anarchie zu retten, und wenn ich lediglich deshalb nicht hingegangen, weil ich Mitglied der Regierung war, so kann ich doch sehr wohl begreifen, wie Andere aus Vaterlandsliebe zu dem Beschluß kamen, Frankreich durch Proklamation einer neuen Regierung zu retten. Präsident. Haben Sie die Rede Blanqui's gehört? Ledrü-Rollin. Ich habe sie gehört, und ich darf sagen, daß bei mehreren Stellen des Vortrages eine Menge Deputirten ihren Beifall zu erkennen gab. Präsident. Erzählen Sie, was Sie von dem 17. März wissen. Ledrü-Rollin. Das Gouvernement, und vorzüglich ich selbst, hatte die Abschaffung der Bärenmützen verordnet. Die Nationalgarde versuchte eine Demonstration dagegen, auf welche am andern Tage (17. März) durch eine Volksdemonstration erwidert wurde. Man hat mich als Urheber derselben beschuldigt (!), dies aber ist die abgeschmackteste Lüge. Präsident. Haben Sie nicht sagen hören, daß sich eine Coterie der Manifestation des 17. März bemächtigen wollte? Ledrü-Rollin. Es ist wahr, daß eine Delegation erschien und auf Vertagung der Wahlen antrug. Sie benahm sich sehr besonnen und zog sich in derselben Weise zurück. Generalprokurator Baroche. Sie sagen, daß die Delegation in sehr gemäßigter und anständiger Weise gesprochen habe, und doch waren mehrere Mitglieder der provisorischen Regierung genöthigt, das Wort zu ergreifen, um ihre Ungeduld zu zügeln. Ledrü-Rollin. Ich selbst ergriff zuerst das Wort, hatte aber nicht nöthig, in anderer als in anerkennender Weise über den Zweck der Manifestation zu sprechen. Nach mir hielt Louis Blanc eine vortreffliche Anrede, und erst hierauf sprach Hr. von Lamartine und forderte das Volk auf, in Mäßigung und „majestätischer Ruhe“ aufzutreten, da dies seine stär'sten Waffen seien; dieser Vortrag war jedoch nichts als ein rednerisches Sturmgeläute, sehr elegant wie alle Vorträge des Hrn. v. Lamartine, aber durchaus nicht au fond der Frage. (Bewegung.) Präsident. Was trug sich am 16. April zu? Ledrü-Rollin. Am 16. April fand, wie ganz Paris wußte, eine Versammlung der Arbeiter auf dem Marsfeld statt, um Generalstabsoffiziere zu wählen. Die Versammlung hatte einen durchaus friedlichen Charakter; um 10 Uhr aber erfuhr ich von dem Direktor der öffentlichen Sicherheit, daß man sich derselben zu einer Manifestation gegen die provisorische Regierung bedienen wollte. Ich ergriff energische Maßregeln und befahl dem General Courtais wie dem Maire von Paris, Generalmarsch schlagen zu lassen. Hier erlauben Sie mir, ein Wort über diese Maßregel zu sagen. Man hat mir Vorwürfe über mein Benehmen an diesem Tage gemacht, ich darf jedoch sagen, daß ich bereit wäre, dasselbe noch einmal zu thun. In meinen Augen war die Manifestation gesetzlich, und das Volk hatte ein Recht dazu; aber ich wollte nicht, daß irgend eine Coterie sich der Manifestation gegen die Regierung bedienen sollte. Als der Rappel geschlagen wurde, erschienen die besten und reinsten Republikaner zuerst; es war die 12. Legion, mit ihrem braven Obersten Barbes an der Spitze, welche zuerst an dem Hotel de Ville erschien, und zahlreiche bewaffnete Clubisten kamen ebenfalls, um der provisorischen Regierung ihre Hülfe anzubieten. Präsident. Wer befand sich an der Spitze der Manifestation? Ledru-Rollin. Man bezeichnete uns die Regentschaft, man bezeichnete uns ebenfalls die Legitimisten als die Agenten, man sagte uns auch, daß Blanqui auf dem Marsfelde sei. Präsident. Haben Sie Ordre zu Blanqui's Verhaftung gegeben? Ledru-Rollin. Die provisorische Regierung gab diese Ordre; aber sie wurde zurückgezogen gegenüber dem Enthusiasmus, der sich bei der Revue des 24. offenbarte. In Betreff des Hauses von Sobrier, erklärt der Zeuge, daß die dort stationirten Montagnard-Garde durchaus der provisorischen Regierung keine Besorgniß eingeflös't habe; der Polizeipräfekt Caussidière, der nach dem 24. Februar einige Tage mit Sobrier zusammen sein Amt verwaltet, habe das größte Vertrauen auf Sobrier gesetzt. Auch habe man den Club Blanqui nicht „gefürchtet“, wie der Präsident frage, man habe ihn bloß überwacht, da er dem Gouvernement direkt feindlich gewesen sei. Präsident. Die Polizei war unter der provisorischen Regierung sehr mannigfaltig; es gab eine Polizei des Präfekten, eine Polizei des Ministers des Innern, eine Polizei des Maire von Paris und eine Polizei Sobriers? Ledru-Rollin. Im Ministerium des Innern gab es eine General-Polizei-Direktion; die Polizei Caussidière's wurde ohne sein Verschulden sehr gehemmt, und hatte fast keine Bedeutung; von einer Polizei Sobrier's weiß ich nichts. Präsident. Was wissen Sie von der Aufführung des Angeklagten Courtais bis zum 15. Mai? Ledru-Rollin. Einige Tage vor dem 15. Mai trat die Exekutiv-Commission zusammen, besprach sich über die angekündigte Manifestation und ernannte den General Courtais, der das allgemeine Vertrauen besaß, zum Befehlshaber sämmtlicher Truppen von Paris. Am 15. Mai fand die Manifestation statt und das Volk erschien vor dem Gitter der Assemblée. Ich und mehrere andere Repräsentanten waren der Ansicht, eine Delegation vorzulassen; es war das einzige Mittel, die Versammlung zu retten. Man ging aber nicht darauf ein; das Volk wurde ungeduldig über das Ausbleiben der Antwort, mehrere Personen überstiegen das Gitter und das Thor wurde geöffnet. Der General Courtais widersetzte sich vergebens; der Sturm des Volkes warf ihn über den Haufen. Einige Minuten darauf war die Assemblée vom Volke überwogt. Am Abend protestirte ich in der Exekutiv-Kommission gegen die Verhaftung Courtais'; ich besuchte ihn auch am folgenden Morgen in der Conciergerie, denn ich war überzeugt, daß er seit dem 24. Februar nie und nicht im Geringsten seine Pflicht verabsäumt hatte. Ein Geschworner. Wie geschah es, daß das Gitter der Assemblee zerbrochen ward. Ledru-Rollin. Oh, meine Herren, Sie haben nie die Kraft des Volkes gesehen. Die Assemblee hatte Eisenstäbe zu ihrem Schutz, aber das Eisen wurde zu Staub, als es die Hände des Volkes berührten. (Beifallssturm im Publikum). Präsident. Haben Sie noch etwas hinzuzufügen? Ledru-Rollin. Ich möchte nur wenige Worte noch über Louis Blanc und Caussidière sagen. Seit man den Antrag auf ihre Verhaftung stellte, habe ich aufmerksam die Aktenstücke studirt und kann als Rechtsgelehrter sagen, daß nichts in meinen Augen ihre Anklage rechtfertigen konnte, der ich mich überdies auch aus politischen Gründen widersetzt habe. Als man darauf bestand, verlangte ich die Entlassung des Generalprokurators jener Zeit. Die Genehmigung zur Verfolgung wurde indeß damals nicht ertheilt. Erst nach den Junitagen erneuerte man den Antrag, aber meine Ueberzeugung war dieselbe. Nichts konnte im Monat Juni Louis Blanc und Caussidière graviren, und ich habe mich noch einmal ihrer Verfolgung widersetzt. Blanqui. Ich verlange, daß der Generalprokurator den Moniteur vom 16. April und 17. März produzirt. Er gehört jetzt zu den Prozeßakten, denn es handelt sich jetzt für mich nicht mehr allein um den 15. Mai, es handelt sich um alle früheren Ereignisse. Ich frage jetzt Herrn Ledru-Rollin, was ich an diesen Tagen gethan habe. Ledru-Rollin: Ich wiederhole, daß der 17. März sehr ruhig war. Die Redner, welche das Wort ergriffen, sprachen durchaus besonnen, unter ihnen auch Herr Blanqui. Blanqui: Das ist wahr, aber Herr Ledru-Rollin, wie Herr v. Lamartine täuschen sich vollständig über die Bedeutung des Tages. Der 17. März war keine Gegenmanifestation; er war vorbereitet seit mehreren Tagen und hatte einen ganz andern Zweck, als die Abschaffung der Bärenmützen. Ich verlange, mich darüber aussprechen zu dürfen. (Schluß folgt). Großbritannien. London, 22. März, Im Unterhause kam gestern außer mehreren unbedeutenden Gegenständen die Bill in Betreff der zahlungsunfähigen Mitglieder des Parlaments zur Berathung, ohne daß man indeß andere als die schon oft erwähnten Gründe dafür und dagegen vorbrachte. Die Bill ging durch das Comite und wird am nächsten Mittwoch wieder zur Debatte kommen. Die Bill wegen Abschaffung der Schifffahrtsgesetze, welche in der vorigen Session so unrühmlich von den Whigs aufgegeben wurde, wird morgen wieder zu allerlei Verhandlungen Anlaß geben. — Der Standard sagt heute: „Gern vernehmen wir, daß das dänische Gouvernement, auf ein dringendes Angehn des englischen und französischen Kabinets hin, sich damit einverstanden erklärt hat, den Waffenstillstand von Monat zu Monat zu verlängern. Der Versammlung wurde dies am 16. d. offiziell mitgetheilt. Die baierischen Truppen, welche von der Centralgewalt nach Schleswig-Holstein beordert waren, haben in Folge davon den Befehl erhalten, bis auf weitere Instruktionen ihren Marsch nicht fortzusetzen. Ungarn. * _ Amerika. * Cleveland (in Ohio), im Februar 1849. Ein wie vorstehend datirtes Privatschreiben, das uns zur Benutzung übergeben worden, enthält u. A. folgendes: „In der Voraussetzung, daß es Dir nicht uninteressant sein wird, einige Nachrichten über das neuentdeckte Goldland Californien zu erhalten, so gebe ich Dir in Nachfolgendem Dasjenige, was ich den besten englisch- und deutsch-amerikanischen Blättern entnehme, die solche als Korrespondenzartikel aus Monterey oder San Francesco brachten. Die genaue Richtigkeit des Nachfolgenden kann ich zwar nicht verbürgen, jedoch erhalten die Nachrichten durch die Uebereinstimmung verschiedener Briefe sowohl als durch die Glaubwürdigkeit der Absender den Stempel der Wahrheit. Es ist leicht denkbar, daß auch nach Deutschland die Kunde von diesem Eldorado gelangt ist, und daß die dortigen Zeitungen, wie die hiesigen, märchenhafte Schilderungen von dem Reichthum desselben bringen, ohne von den Schattenseiten Notiz zu nehmen, die den Geldhungrigen dort erwarten. Daß der Goldreichthum in Ober-Californien, dem durch die Vereinigten Staaten kürzlich acquirirten Territorium, außerordentlich ist, dahin sprechen sich alle Nachrichten von dorthin aus, und mehrere Briefe bestätigen, daß sich sogar ein Klumpen Gold von 20 Pfd. Schwere vorfand. Das aufgegrabene Gold, welches 1-5 Fuß tief unter der Oberfläche der Erde sich befindet, ist zum Theil fast gediegen, wie damit angestellte Untersuchungen beweisen. (Folgen hier eine Menge Details, die wir schon früher vollständiger mitgetheilt haben.) Nach diesen Nachrichten sollte man wirklich Lust bekommen, dieses zweite Peru aufzusuchen, um sich dort in kurzer Zeit zum reichen Manne zu graben, aber leider ist auch diese Rose nicht ohne Dornen. Der gegenwärtige Zustand der Goldjäger Californien's ist ein höchst bedauernswerther. In Folge der anstrengenden Arbeit, bei der sich die Menschen kaum eine Stunde Rast gönnen, welche allerdings häufig eine theure sein mag, sowie wegen Mangel selbst an den nothwendigsten Lebensmitteln und Kleidungsstücken, ist eine epidemische Krankheit unter denselben ausgebrochen, die bereits über die Hälfte derselben arbeitsuntüchtig machte. Ueber die enormen Preise der Lebensmittel und Kleidungsstücke machst Du Dir kaum einen Begriff, ich führe z. B. an, daß 1 Pfd. Mehl 5 Dollars und ein Glas Branntwein 4-10 Dollars kostet; verdorbenes Mehl, welches die Seeleute nicht mehr essen mochten, wurde zu 14 Dollars per Fäßchen verkauft. Die meisten nothwendigen Lebensmittel sind nicht für Gold zu haben. Die Preise der Kleidungsstücke entsprechen den vorstehenden, so wurden in Monterey alte, von Motten zerfressene Jacken, die, wenn sie _ sind, 6 Dollars kosten, für 16 Dollars das Stück verkauft. Eine wollene Decke kostet 150 Dollars. Jemand, der einen Stiefel besitzt, wird reich genannt, kann aber Jemand gar 2 derselben aufweisen, so gehört er zur höchsten Aristokratie. Die Theurung in der Goldregion muß wirklich alle Gränzen überschreiten, aber so groß auch augenblicklich der Mangel am Nothwendigen dort sein mag, so unterliegt es keinem Zweifel, daß dort bald Ueberfluß, selbst an Luxusartikeln herrschen wird, denn nicht nur, daß von New-York, New-Orleans u. s. w. wöchentlich Schiffe abgehen, mit allem Erdenklichen beladen, sondern es bilden sich auch zahlreiche Gesellschaften im Innern der Union, die Güter kaufen, um mit diesen im Frühjahre nach Californien zu fahren, und dort mit einigen Tausend pCt. Profit zu verkaufen. Daß Viele, sehr Viele sich in ihren Erwartungen getäuscht finden werden, ist gewiß. Wenn Du die hiesigen Zeitungen läsest, und Dich überzeugen könntest, welche Massen Menschen bereits ausgewandert sind oder noch werden, Du würdest mit mir glauben, daß jenes Territorium binnen kurzer Zeit die größte Einwohnerzahl von allen Staaten der Union haben müßte, Missouri allein schickte 20,000 Menschen hin, und von New-York waren bis Anfang dieses Jahres bereits 100 Schiffe größtentheils mit Passagieren beladen — dorthin abgesegelt. Von New-Oleans mangeln die Nachrichten hierüber, jedoch wird die Zahl der abgesegelten Schiffe dort gewiß nicht geringer gewesen sein, da der Weg nach dem fernen Eldorado über diese Hafenstadt führt. Aber schwerlich wird dieser Goldrausch von Dauer sein, kehren erst Mehrere von ihren Träumen geheilt zurück, wie es bis jetzt schon Einzelnen erging, und bringen diese dann, statt des verhofften Goldes, Armuth und Krankheit zurück, was bei Vielen unzweifelhaft der Fall sein wird, so wird die Auswanderungswuth bedeutend gedämpft werden. Was bis jetzt bereits manchen Goldhungernden von der Uebersiedelung abhält, ist der maaßlos schlechte gesetzliche Zustand Californien's. Die mexikanische Regierung stellte mit der Uebergabe der Provinz an die Vereinigten Staaten ihre Funktionen ein, bald darauf hörte mit der Zurückberufung der Vereinigten Staaten-Armee die Militärregierung auf, und da von Seiten des Kongresses noch keine Anstalten zur Organisation des neuen Territoriums getroffen sind, so befindet sich dasselbe jetzt ohne alle Regierung. Die Folgen davon sind leicht denkbar, Mord und Diebstahl sind an der Tagesordnung; findet Jemand eine erträgliche Goldmine, so muß er jeden Augenblick erwarten, daß er überfallen und derselben beraubt wird. Das Faustrecht gilt dort in seiner weitesten Ausdehnung. Die neuesten, heute angekommenen Nachrichten sagen, daß in 3 Wochen 15 Mordthaten vorfielen. Ueber die Beschaffenheit des Klima's wage ich nicht ein Urtheil zu fällen, die darüber eingelaufenen Berichte lauten zu widersprechend, als daß man ein Resumé hinsichtlich desselben fassen könnte, daß es aber alle die Vorzüge, die ihm früher zugetheilt wurden, nicht besitze, scheint doch sicher zu sein. Wenn es überhaupt wohl überlegt und bedacht werden soll, ob man auswandern soll oder nicht, so ist die Uebersiedelung nach Californien gewiß eine Sache, die vorher reiflich bedacht werden will. Fast über jeden andern Staat, der bisher von Auswanderern aufgesucht wurde, besitzen wir mehr oder minder evidente Nachrichten, der Auswanderer weiß wenigstens ungefähr das, was ihn dort erwartet, aber über Californien besitzen wir blos allgemeine Nachrichten. Daß dort Gold gefunden wird, ist wahr, sogar die Vereinigte Staaten-Regierung bestätigte es, aber diese einzige Gewißheit ist gewiß nicht hinreichend, einen solch' wichtigen Schritt, von dem unbedingt Gesundheit und Leben abhängt, zu thun; dem Europamüden bieten sich andere Länder, in welchen er allerdings das Gold nicht aus der Erde graben kann, sondern sich dasselbe mit Mühe und Arbeit erst verdienen muß, zur Uebersiedelung hinreichend dar, aber hier hat er wenigstens die Gewißheit, einen wohlorganisirten Staat anzutreffen, wo Leben, Hab und Gut der Einwohner unter dem Schutze der Gesetze stehen, und in welchem sie hinsichtlich des Klima's wenig oder Nichts zu befürchten haben, und ein allmähliger Wohlstand ist den Einwohnern derselben bei Fleiß und Sparsamkeit sicherer, als ein plötzlich zu erlangender Reichthum in Californien. Ganzen Familien ist die Auswanderung nach Californien durchaus nicht anzurathen, junge, kräftige, unverheirathete Leute, die den Entschluß zur Uebersiedelung dorthin einmal gefaßt haben, mögen ihn ausführen, bietet ihre Gesundheit den dort herrschenden Fiebern Trotz, und finden sie sich in ihren Erwartungen getäuscht, so ist ihnen die Uebersiedelung in einen anderen Staat der Union leichter, wenigstens ausführbar, was sie jedoch ganzen Familien unter den jetzigen Umständen nicht ist.“ Redakteur en chef: Karl Marx. Meteorologische Beobachtungen. _ [Leserbrief] Dem Herrn Bürgermeister Süren zu Porz. Auf Ihr wunderliches Inserat vom 24. v. M. in der Beilage zu Nro. 233 der Neuen Rheinischen Zeitung, worin Sie mit unübertrefflicher Gemeinheit wie ein Rabe schimpfen und lügenhaft klatschen, würde ich verschmähen zu antworten, wenn ich nicht dafür hielt, dies meiner Ehre vor dem entferntern Publikum schuldig zu sein. Ihrer infamirenden Herausforderung mögen daher folgende Zeilen zur Erwiederung dienen: Wo sind die Zeitungs-Inserate gegen Sie, die Sie nicht selbst hervorgerufen hätten? Wo die Versendungsschriften, wodurch Sie verläumderisch angegriffen wären? Vielleicht jene Beschwerden, welche die gemißhandelten Verwalteten auf ordentlichem Wege eingaben? Wo sind die Urtheile, welche Sie als Hülfsbeamter der gerichtlichen Polizei gegen die von Ihnen Angegriffenen wegen Gesetzesverletzungen etc. veranlaßt hätten? Welches sind die strafbaren Fakta, welche Sie sich getrauen öffentlich vorzuwerfen?? Schätzen Sie die Steuerpflichtigen ein, oder ist dazu vielmehr eine aus mehreren, ja vielen Mitgliedern bestehende Kommission berufen? Können Sie, Elender, nachweisen, wie viel ich von den Mitteln des interdicirten Lieutenants Schlimbach, meines Bruders, verlebt, oder sind nicht gerade Sie es, der sich die Thälerchen dieser Vormundschaftskasse zu verschaffen wußte und vergeudete? Sie werden sich Ihres Briefes vom 13. Oktober 1845 wohl noch erinnern. Lauschten Sie nicht auf den Eingang von Vormundschaftsgeldern wie die Buben dem Fremden nach der Tasche spielen? Was Sie nicht so „furchtlos Ihre Pflicht erfüllten!!!“ Aber Eigenlob stinkt, und wer sich entschuldigt ungefragt, giebt sich selbst schuldig der That. Man hatte sich ja um Sie nicht bekümmert, warum fordern Sie durch Ihr Inserat heraus? Trieb Sie die Furcht dazu, man möchte Ihre Intriguen mittelst welcher Sie während Ihrer 14jährigen Amtszeit weniger verwalteten, als beispiellos Ihre Verwalteten unterdrückten und tyrannisirten, veröffentlichen? Zittern Sie so neronisch vor den Folgen Ihrer Handlungen, daß Sie dieses Zetter anschlagen, bevor man Sie noch des Angriffes würdigt?! Aber Züngeln, Begeifern, die gradesten, rechtschaffensten Männer mit Koth bewerfen, nicht wahr, das sind die elenden Waffen, womit Sie sich gegen die ebenso gerechten, als lauten und allgemeinen Klagen rüsten? Oder, wollen Sie noch die Berichte veröffentlicht haben, worin fast der ganze Gemeinderath pflichtmäßig jene Untersuchung provozirte, womit Sie sich eitel blähen, solche selbst verlangt zu haben? Ist nicht die ungeheure Mehrzahl der Einsassen der 13 Dörfer, welche Sie leider zu lange verwalteten, darüber einstimmig: daß Sie mit einem moralisch-eckelhaften Rufe einen seltenen Terrorismus verbinden, daß Ihre Verwaltung fast unthätig, und insofern sie thätig, eine Chikane war, indem Sie die Zeit, welche Sie nicht Ihren Lüsten nachliefen, meist auf Zänkereien und Unterdrückung verwandten? — Nicht wahr: zunächst forcirt man das Steckenpferd einer sogenannten gerichtlichen Polizei: Mistjauchen, Kamine, Wege, Paßwesen, Hunde etc., liefern die täglichen Veranlassungen oder Vorwände, worunter man seine Tendenzen verfolgt? Und hat man auf diese Weise und durch das brutalste Benehmen gegen die Administrirten, besonders die Geringern, die Pointe einer bedeutenden Furchtbarkeit für sich bei den Verwalteten erreicht, so applizirt man das tendirte Leih- und Ausborge-System? — Haben Sie nicht auch in dieser Weise gute Geschäfte gemacht? Aber es giebt außerdem noch allerlei Hausmittelchen für solche Tendenzen. Kann man nicht Verhältnisse suchen und selbst schaffen, um sie auszubeuten? Werden nicht vielerlei Anforderungen an die Verwaltung gemacht? Kann man nicht in Prozesse verwickeln, wie Sie z. B. besonders die beiden großartigen Wege-Prozesse gegen Meller und Wymar führten, wodurch wohl für die Gemeinde wenig Vortheil zu erreichen war, und welche voraussichtlich, trotz Ihrer pommerischen Pfiffigkeit, nothwendig für die Gemeinden verloren gehen mußten, wovon aber ersterer die Gemeinde mit 700 Thaler Kosten drückt, und letzterer wohl nicht bedeutend weniger kostet? Nicht wahr, so ein Verwaltungs-Amt weiht in alle Verhältnisse ein, und gewährt Tausende von Gelegenheiten zur Ausbeutung. Da sind, wie die böse Fama im Allgemeinen sagt, sonst gut hörende geldbesitzende Conscidirte auf einmal kling-klang taub, es kommen Gemeindebauten vor, Bauplätze werden um's Doppelte erworben, unbrauchbare theure Brunnen gebaut und desgleichen Brandspritzen gekauft, Dämme zurecht gemacht, doppelte Grund-Entschädigungen gewährt, Wegeweiser um den doppelten Preis beschafft, Zehnten hoch abgelöst, (wenn man sich auch einmal nachher mit den Dezimatoren um angebliche Gebühren zanken muß etc.), Schiffer liefern Stempelbogen für Conzessionen, erhalten aber weder das Eine noch das Andere zurück etc., die Polizeistrafgelder werden nach Gunst vertheilt, und befreundete Wittwen erhalten für die verwaisten Kinder, obgleich diese bedeutend vermögend, gegen den Willen des Vormundes beträchtliche Unterstützungen; man kann verschiedene Verhältnisse in Collision bringen, nimmt Partei, d. h. die Geldpartei und deutet sie aus, man verfolgt wo und wie man kann, und es muß jedem daran gelegen sein, den Verfolgungen zu entgehen oder sich aus den Schlingen zu lösen, da muß der Ochs Milch geben, wenn die Kuh versiegt. Aber so weit haben Sie es wohl noch nicht gebracht in der superfeinen Verwaltungskunst? Nur das gefällt mir von Ihnen nicht, daß das Gemeinde-Rechnungswesen sich in einem so unordentlichen Zustande befindet, und daß Sie von fast allen Ihren Verwalteten etc., wobei es möglich war, Geld gepumpt haben; auch mich haben Sie leider durch Versprechungen dazu zu verleiten gewußt, als Vormund Ihnen aus der Vormundschaftskasse meines interdicirten Bruders, Lieutenant Schlimbach, nicht nur 30 Thaler für den einfachsten Entwurf einer Bittschrift zu zahlen, sondern auch 80 Thlr. leihweise vorzuschießen, welche Sie, trotz des eigenen Handscheines und ergangener Urtheile mit allerlei Ausflüchten durch Berufung angegriffen, müßten aber dabei jedenfalls unterliegen, wenn ich die Sache gegen Sie fortsetzte. Aber Bedenken müssen mich davon abhalten, noch fernere Kosten anzulegen; denn Sie haben kein Vermögen, (das Vermögen Ihrer Frau haben Sie längst durchgebracht) und mehr Schulden, wie man zu sagen pflegt, als Haare auf dem Kopfe, und dabei wohl nicht blos für eine Familie zu sorgen? Daß selbst das Vermögen der Bevormundeten vor Ihrem Ausborge-System nicht sicher war, beweisen, außer meiner Forderung, auch Ihre gemachten Schulden bei Kirchen- und Gemeinde-Kassen, so wie Ihre Schuld an die Minderjährigen Welter zu Brauweiler. Sie mußten ja von höherer Behörde gezwungen werden, den unter Ihrer Aufsicht stehenden Kirchenkassen, die ohne alle Garantie geliehenen Gelder zurück zu zahlen und nahmen deshalb die Rendanten für die Folgezeit aufs Korn. Von der Gemeindekasse borgten Sie auf Gutsagen des H. Broecher, wie derselbe bei der Untersuchung gegen Sie zu Protokoll erklärte; den Minderjährigen Welter stellten Sie nur 56 Ruthen Gartenland zu Porz höchstens 56 Thlr, werth, für 600 Thlr. zur Hypothek, erklärten aber in der, vor dem fortgelaufenen Freunde, Notar Stoppenbach, errichteten Obligation, daß auf jenem Gartenlande ein Haus im Bauen begriffen sei, welches Sie mit zur Hypothek stellten, obgleich seit 1845, hört! bis heute noch kein Stein zu einem solchen Baue daliegt. Das Unterpfand ist subhastirt. Was soll man von einem Beamten sagen, der sich nicht scheut, bei einem standesmäßig ausreichenden Einkommen, ohne alle Garantie und Aussicht zur Deckung, blos durch den Einfluß seines Amtes, Schulden auf Schulden zu häufen und sich in einer Lage erhält, daß man sich bei ihm nichts weniger, als erholen kann?! Ist unter einem solchem Verwaltungsbeamten nicht das Vermögen der Anstalten und Privaten gefährdet? Bei der Untersuchung gegen Sie müssen auch hübsche Sächelchen vorgekommen und es müßte interessant sein, die Protokolle zu lesen, wenn der Regierungskommissar die Stückchen nur alle niedergeschrieben und alle Zeugen vernommen hätte. Sie nennen mich in Ihrem gemeinen lügenhaften Inserate eine heulende Kreatur und rathen den mitangegriffenen Herren, mich zu unterstützen, damit ich nicht auf Kosten des Interdicirten zu leben brauche. Sie sollten sich selbst berathen, daß Sie selbst Kreaturen, wenn nicht heulende, doch wimmernde genug haben, wofür Sie zu sorgen hätten. Zwar sind die Kinder, welche Sie bei der armen Frau zu Ensen spärlich genug aufziehen ließen, bereits erwachsen, aber hat sich nicht mehrfach anderweitig Ihre derartige Pflicht bedeutend vermehrt, während Ihre legitimen Kinder das Dorf belästigen? — Zahlen Sie meine Vormundschaftsforderung; oder ich werde noch Mehreres, und auch die Veröffentlichung der Schuld-Akten folgen lassen! Es ist wahrhaft zu bedauern, daß die Königliche Regierung nicht einschreitet und Ihrem anrüchigen Treiben, zum Wohle so vieler Menschen, endlich ein Ziel setzt!!! Niederzündorf, 24. März 1849. Ludwig Schlimbach. [Anzeigen] Ein Kappenmacher-Gehülfe wird gesucht Taschenmacher 8. Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11. Schöne Aussicht am Holzthor. Heute Sonntag Kaffeegesellschaft und frischer Maiwein. Cath. Fühling. Börse bei Halin. Heute Mittags und Abends große Harmonie. Täglich frischer Maitrank. Bürgerlicher Dombau-Verein. Heute Abend 7 Uhr, große deklamatorische Unterhaltung mit Musik im Vereinslokale, Löwengasse Nr. 11, wozu ergebenst einladet der Vorstand. Vereinigter 1. und 2. gesell. Dombau-Verein. Heute Abend 7 Uhr Versammlung. Breitstraße bei Menzen, im Palast. Theatralische Abend-Unterhaltung. Minoriten Reparatur Bau-Verein. Bei Jüsgen, jeden Dienstag Abend Versammlung. Geselliger Cuniberts Bau-Verein. Morgen Abend 7 Uhr bei Herrn Nakatenus Eigelstein. Missions-Verein Sternengasse Nr. 30. Heute Sonntag Abend, 7 Uhr, Versammlung, wozu alle Mitglieder und Freunde höflichst eingeladen werden Der Vorstand. Knaben-Seminar-Verein bei Hrn. Decker, Severinstraße Nr. 17. Heute Abend 7 Uhr, Versammlung und Besprechung über die vorzunehmende Wahl eines neuen Vorstandes, weßhalb die Vereinsmitglieder zahlreich zu erscheinen, freundlichst ersucht Der Vorstand.

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Marx-Engels-Gesamtausgabe: Bereitstellung der Texttranskription. (2017-03-20T13:08:10Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 2 (Nummer 184 bis Nummer 301) Köln, 1. Januar 1849 bis 19. Mai 1849. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 255. Köln, 25. März 1849. Beilage, S. 1433. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz255b_1849/1>, abgerufen am 19.09.2019.