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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 204. Köln, 25. Januar 1849.

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Wir glauben durch diese Flugblätter wenigstens den Vortheil erreicht zu haben, unsere Vereinsgenossen in ihren Ansichten gestärkt, manche Unentschiedene aufgeklärt und manche Gleichgültige auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu haben, in welche das Vaterland bei der Theilnahmlosigkeit der gutgesinnten Bürger läuft.

Auch über den Kostenpunkt wunschen wir Rücksprache zu nehmen, namentlich darüber, wie weit wir für die Zukunft zu neuen Ausgaben schreiten dürfen.

Diese 192,000 Flugblätter, von denen 9 in der Kölner Zeitung abgedruckt, also auch dadurch jedes 18,000 Mal verbreitet worden, kosten, wie leicht zu berechnen, mehr, als wir jetzt durch die Beiträge der Vereine erhalten haben. Wir haben ferner das ganze Porto*) bestritten, wodurch eine sehr ansehnliche Summe in Ausgabe gekommen ist. Wir werden einige hundert Thaler wohl durch Beiträge der Mitglieder unseres Vereines decken können, allein da man nicht gut (!) eine öffentliche Sammlung veranstalten kann, so werden wir uns genöthigt sehen, auch unsere Verbündeten noch um Beiträge anzugehen.

Sie würden uns verpflichten, wenn Sie uns eine kurze Anzeige darüber zukommen ließen, ob Sie zu der Besprechung Eines Ihrer Mitglieder abordnen wollen. -- -- --

Köln, den 21. Januar 1849.

Der Central-Wahlausschuß des konstitutionellen Centralvereins für Rheinland und Westphalen.

Das also ist, nach dem eignen Geständniß unsrer Konstitutionellen, das Resume ihrer Wahlagitation: 182,000 einzelne Flugblätter und 162,000 durch die kölnische Ztg. extra verbreitete, dazu die sich überstürzenden Nothschreie Ehren-Brüggemanns "an die Urwähler", die Klubagitation im Bürgervereine und seinen Filialen in der Provinz und Schulden die durch "mehrere 100 Thlr. Beiträge" nicht zu decken sind und die man am liebsten durch "eine öffentliche Sammlung" deckte, was aber leider "nicht gut" angeht, über 75 Thlr. allein an Porto -- das ist die eine Seite, das sind die Passiva der Bilanz. Und das Aktivum? Kaum hundert konstitutionelle Wahlmänner, kaum das Drittel der Gesammtzahl. Der Bankerott der konstitutionellen Partei in Köln ist vollständig.

130 Worringen, 22. Jan.

Euch Brüdern Alle zur Nachricht, daß wir in unserer heutigen Wahl, trotz der kniffigen Eintheilung unseres Gemeinderaths, trotz aller der "schwarzweißen" Zettel, den völligen Sieg davon getragen. Diesen Mittag konnte ich leider die versprochene Mittheilung noch nicht machen, weil erst 5 Uhr Nachmittags die Wahl zu Ende. Bezirk 1 wurde zuerst zum Wirth Müller geladen. Da es aber hier den paar Gottesbegnadeten zu enge wurde, so schlugen sie vor, zur neuen Kirche zu ziehen, was wir auch genehmigten. Nun gings zur Wahl.

Wer kam zuerst durch mit großer Majorität? Das war Kemmerich. -- Nun meinten die Herren, es läge an der Eintheilung und machten eine neue, und da kam unser langer, 7 Fuß hoher Gottfried Klöcker dran. -- im dritten Gange schlugen wir sie durch unsern Arbeiter-Präsidenten Schiefenbusch. -- Es ward jetzt 1/2 2 Uhr und die Herren mußten sich etwas stärken. Daher Pause bis 1/2 3 Uhr. Die eigentliche Absicht bei diesem Pause machen war darauf gerichtet, die Roggendorfer und Thenhover, die fast alle mit uns Hand in Hand gingen, unschädlich zu machen. Die Herren dachten: Na, die werden nun nach Haus essen ziehen und dann ausbleiben! Der Spaß wurde ihnen aber verdorben; denn Niemand ging nach Hause. Bei der Fortsetzung wurden hierauf P. Bachem und Fr. Ott rasch und mit Glanz ernannt.

In der 2. Abtheilung fiel die Wahl auf Hrn. Pastor Elkemann, auf Ad. Winter, Fr. Käsbach und Ad. Bebber. Genug, unsre sämmtlichen 9 Wahlen sind auf diejenigen Männer gefallen, welche der hiesige Arbeiterverein am Sonntage als Kandidaten aufgestellt hatte. Es lebe Worringen, dieser kräftige Sitz der Demokratie!

103 Gladbach, 22. Jan.

Trotz aller pietistischen Anstrengungen, trotz Ritz und Gudenau hat die Demokratie hier, in Neuwerk, in Viersen, in Dahlen, so wie den Landgemeinden mit ganz entschiedenen Majoritäten gesiegt.

131 Emmerich, 23. Jan.

Das Resultat der Urwahlen hat auch hier in dem glänzenden Siege der Demokratie von Neuem den gesunden Sinn des Volkes dargethan.

Die Volksparthei hat zweiundzwanzig, die Bourgeoisie dagegen, trotzdem sie verbreitete, die Demokratie suche den Sturz des Pabstes herbeizuführen, die Religion zu schänden, und trotz Drohung mit Arbeitsentziehung, Erkaufen von Stimmen, Verbreitung des Sonntagsblättchen, des Breslauer Hirtenbriefes, trotz Aufsuchen sonst verachteter Handwerker und Arbeiter etc., nur vier ihrer Kandidaten durchgebracht.

132 Essen, 22. Januar.

Sowohl die Manteufel'schen Andeutungen, als auch die schändlichen Intriguen des Harkort-Meusebach'schen Wahl-Comites sind hier auf steinigten Boden gefallen, denn bei den heutigen Urwahlen hat die Demokratie den vollständigen Sieg errungen.

Trotz dem, daß der königl. Domainen-Rath, Ritter Keller, den Zettelträger des erwähnten Comite's auf den umliegenden Kohlenzechen spielte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Secretair Focke, ein fürchterlicher Bibelhusar, auf Stimmen Jagd machte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Kontroleur Pork die Volksverräther -- wie dieser beschränkte Geist mit näselnder Stimme die Demokraten nannte -- unter die Füße treten wollte; trotzdem, daß Fuhren voll der bekannten verläumderischen Flugschriften obigen Comite's in Masse hier und in der Umgegend veebreitet worden sind; trotzdem, daß Viele ihren Arbeitern, wenn sie für die Zwecke der Herren reagentes nicht stimmen würden, die Arbeit zu nehmen drohten; trotz alle dem und alle dem siegte die Wahrheit!

Dieses mochten aber die Herren reagentes wohl vorausgesehen haben, deshalb griffen sie zu einem letzten Mittel. Diejenigen, welche früher so sehr über den Steuerverweigerungsbeschluß der seligen Nationalversammlung losdonnerten, wollten denselben nun dadurch im Kleinen nachäffen, daß sie erklärten: Wir wollen künftig nur bei Gesinnungsgenossen arbeiten lassen. Aber auch dieses Mittel hielt nicht vor.

Auch aus der nächsten Umgebung laufen günstige Nachrichten ein. Größtentheils siegte die Demokratie! Die Wahrheit über die Lüge!

15 Warendorf, 22. Jan.

Ich beeile mich, Ihnen das so eben kund gewordene Resultat der heutigen Wahlen mitzutheilen. Von 17 Wahlmännern sind 12 entschiedene Demokraten. Also, ungeachtet aller verdoppelten Bemühungen des hiesigen schwarzweißen Bürgervereins, ungeachtet aller jesuitischen Ränke des sog. kath. Vereins, dennoch ein glänzender Sieg der Demokraten! Ein klarer Beweis, daß das Volk nachgerade anfängt, sich den frommen Entrüstungen der Pfaffen zu entwinden und seine bessern Führer kennen zu lernen. Die hiesigen Heuler bersten vor Wuth, zumal auch von den Ortschaften der Umgegend nur der Demokratie günstige Wahlberichte einlaufen.

* Düren, 22. Jan.

Auch hier sind, nach der Aachener Zeitung, die Wahlen "zum größten Theil ganz freisinnig ausgefallen."

X Aus dem Siegkreise, 23. Jan.

Im ganzen Kreise haben die Demokraten entschieden die Oberhand behalten. In Siegburg sind 5 Demokraten und 3 Heuler gewählt worden. An allen übrigen Orten war das Resultat viel günstiger für die Demokratie.

* Aachen, 23. Jan.

Die Wahlen sind auch hier für die Demokratie günstig ausgefallen. Morgen Näheres.

112 Aachen, 23. Januar.

Die Demokratie hat hier bei der Wahlschlacht einen entschiedenen Sieg errungen. -- Nach den scandalösen Wahlagitationen des Piusvereins und der Hansemann-Kühlwetter'schen Konstitutionellen, die alle keine Jesuitenmanöver verschmähten, hätte man ein Resultat, wie das gestrige, nicht erwartet, da von Seiten der demokratischen Partei verhältnißmäßig sehr wenig geschehen. -- Die Pfaffenpartei und die mit ihr Hand in Hand gehende konstitutionelle Bourgeoisie, waren bisher die Herren in Aachen. Die Demokratie war bis jetzt nicht organisirt und nur durch einige intelligente und entschiedene Männer vertreten. Aber diese Wenigen haben es vermocht, im entscheidenden Momente, das Volk um das Banner der Demokratie zu schaaren.

Unter den hiesigen Wahlmännern gehören circa 80 der demokratischen Partei an. Die Piusvereiner und die Konstitutionellen sind geschlagen; sie haben es erleben müssen, daß ihre Candidaten, natürlich große Bourgeois, gegen einfache Arbeiter glänzend durchfielen. -- Wir haben so die besten Aussichten, radikalen Männern unser Mandat übergeben zu können, da, wie wir erfahren, die Wahlen in Eschweiler und Eupen, welche Orte zu unserm Wahlkreise gehören, ebenfalls demokratisch ausgefallen sind.

X Elberfeld, 24. Jan.

Der beste Beweis, daß die Wahlen durchaus gegen Wunsch und Willen der hiesigen Heulerschaft ausgefallen, liegt in dem gänzlichen Stillschweigen der Wupperthaler "Galgenzeitung" Sie sagt heute auch nicht ein einziges Wörtchen. O arme Schlucker! Daniel von der Heydt und Wülsing und Herrman von der Heydt, v. Hurter, Jul. Gottschalk, de Werth und viele Andere aus der Creme des Wupperthaler Heulerthums sind mit dem größten Glanze -- durchgefallen! Auf Seite des Volks sind Hecker, Präsident der Handelskammer, Höchster u. A. durchgesetzt worden. Das könnte doch den frommen und "schwarz-weiß"-wüthigen Herren die Augen öffnen! Die Chefs der hiesigen Heuler haben eine Schlappe davongetragen, die sie nie wieder gut machen können. Daß die reichsten Heuler Elberfelds, wie Dan. von der Heydt (Bruder des gottbegnadeten Handelsministers), de Werth und andere Millionäre so schnöde von den Urwählern zurückgewiesen wurden: wird gar manches gefährliche Gallenfieber zur Folge haben.

12 Aus dem Bergischen, 21. Jan.

Mit Beziehung an den Artikel [unleserliches Material] Vom Rheine in dem heutigen Blatte dieser Zeitung, muß ich bemerken, daß, wenn man aus dem, was Stiehl geworden ist, allerdings erkennen kann, wohin das Gouvernement will, man dies doch noch besser aus dem erkennen kann, was Diesterweg noch nicht wieder geworden ist. Dieser Mann, der als Einer der ersten Vertreter der Ideen unserer Zeit hinsichtlich der Volksschule (denn von seinen politischen Ansichten ist's am besten zu schweigen, wenn man den Mann nicht blamiren will) angesehen wird und werden muß, dieser Mann, den Eichhorn, eben weil er dieser Vertreter war, von seinem Amte, buchstäblich gesagt, wegquälte, er ist noch immer ohne Anstellung, und nicht er, sondern ein Stiehl präsidirt der Kommission, die über die Lehrerbildung, d. h. über die Zukunft unseres Volkes, Berathung hält. Darin liegt Alles, für den Denkenden und Fernsehenden liegt mehr darin, als in dem, was Brandenburg, Manteuffel und Wrangel zusammen thun. Also wieder die alte bekannte Heuchelei des Fortschritts, nur zeitgemäß zugestutzt und noch raffinirter als ehemals.

103 Berlin, 22. Januar.

Da Excellenz Rintelen noch immer mit der Antwort für Temme auf sich warten läßt, so hat Temme, dessen Gesundheit sehr angegriffen ist, wie Briefe an seine Familie melden, nachfolgendes Beschleunigungsgesuch an den verantwortlichen (?) Justizminister eingereicht, das ich mich beeile, Ihnen abschriftlich mitzutheilen.

Excellenz!

Am 12. d. M., also vor länger als 8 Tagen, habe ich bei Ew. Excellenz angetragen, wegen des durch den Paderborner Beschluß erhobenen Kompetenzkonfliktes mich meiner Haft sofort zu entlassen und meine Amtssuspension aufzuheben.

Bis heute bin ich ohne Bescheid.

Ich bin es mir, meiner Familie und dem in mir schwer verletzten Rechte schuldig, meiner Seits alles Erlaubte zu versuchen, um dem Zustande des Unrechts, unter dem ich leide, ein Ziel zu setzen. Daher dieses Beschleunigungsgesuch.

Gründe für meinen Antrag habe ich nicht mehr aufzustellen. Wenn die von mir bisher vorgetragenen, wenn die von der öffentlichen Stimme des ganzen deutschen Landes vorgebrachten, nicht überzeugen, so muß jedes fernere Anbringen von Gründen als etwas Vergebliches betrachtet werden.

Es ist nur zweierlei möglich:

Entweder haben Ew. Excellenz die Ueberzeugung, daß ich schuldig, daß ich ein Verbrecher, also ein Hochverräther bin, daß ich mithin mit dem Tode bestraft werden muß. Alsdann war es Ihre unabweisliche Pflicht, jene Hunderte, die vollkommen mit mir in demselben Reat sind, gleichfalls zur Untersuchung und Haft ziehen zu lassen. Bis jetzt ist aber noch kein einziges Gericht auch nur gegen Einen derselben eingeschritten und Ew. Excellenz haben kein Gericht dazu angehalten.

Oder Ew. Excellenz haben jene Uebezeugung nicht, haben also die Ueberzeugung, daß ich unschuldig bin. Dann hatten Ew. Excellenz schon vor vier Wochen die nicht minder unabweisliche Pflicht: wenn Sie auch nicht die Untersuchung selbst ohne Weiteres niederschlagen konnten, doch sofort die in Folge derselben gegen mich verübten Ungerechtigkeiten aufzuheben, Ungerechtigkeiten, die mir gegenüber nicht von einem Gerichtshofe, sondern von einer feindlichen Partei ausgegangen, die also nur Akte der Willkür und Gewalt sind und die ganz Deutschland, ja selbst das Ausland als eine Schande der preußischen Justiz bezeichnet.

Auch das haben Ew. Excellenz nicht gethan. Anstatt dessen haben Sie einen Kompetenzkonflikt herbeigeführt, von dem kein Ende abzusehen und mich halten Sie unterdeß im Gefängniß, ja im Zuchthause, ohne Rücksicht auf den Anstand, den alle Regierungen gegen politische Gefangene, den selbst eine hessische Regierung in jenen trüben Zeiten gegen Jordan nicht aus den Augen ließ; ohne Rücksicht auf meine leidende Gesundheit, die in den ungesunden Räumen dieses Hauses täglich mehr angegriffen wird, so daß ich schon seit 14 Tagen trotz der ärztlichen Behandlung nicht mehr frei von Fieber bin.

Es wäre freilich noch ein dritter Fall denkbar. Es wäre der, daß es nicht mehr in der Macht Ew. Excellenz steht, Ihre Ueberzeugung geltend zu machen, daß Sie dieselbe einem höheren Willen unterordnen müssen.

Ich sträube mich, diesen Fall als möglich zu denken, wiewohl selbst die öffentlichen Blätter darauf hindeuten. Ich sträube mich um Ihrer persönlichen, um Ihrer amtlichen Ehre willen. Ew. Excellenz haben unterm 11. d. M. öffentlich vor dem Lande erklärt, daß Sie kein Theil haben an den Verfolgungen der Gerichte gegen einzelne Abgeordnete. Ich muß Ihnen mit der über diese Erklärung vielfach laut gewordenen öffentlichen Stimme zurufen: Wollen Sie, daß man Ihnen glauben soll, so bestätigen Sie Ihre Worte durch Werke. Heben Sie sofort das Unrecht wieder auf, das gegen mich verübt worden. Jeder Tag, den Sie es fortbestehen lassen, macht Sie sonst mehr zu einem Mitschuldigen an demselben.

Münster, 20. Januar 1849.

Temme.

X Berlin, 22. Januar.

Endlich hat unser Magistrat politisches Schaamgefühl genug gehabt, den vielfach laut gewordenen und auch von uns letzthin berührten Mißtrauensäußerungen betreffs der Abgrenzung der größern Wahlbezirke die gebührende Rechnung zu tragen. "Zwar spät kommt ihr, doch ihr kommt", -- heißt es von unserer städtischen Behörde. Die heutigen Morgenblätter bringen uns nämlich eine vom 20. d. datirte Bekanntmachung des Magistrats, wonach die Residenz in vier größere Wahlbezirke eingetheilt wird. Davon wählen der erste mit 438 Wahlmännern drei, die andern 3 Bezirke mit resp. 294, 292, 293 Wahlmännern je zwei Abgeordnete. Die Garnison figurirt darin in 17 Wahlabtheilungen mit 68 Wahlmännern, beläuft sich also auf 17,000 Mann oder etwas darüber, und ist ebenfalls streng nach der geographischen Lage ihrer Kasernen in die vier größern Wahlbezirke vertheilt. -- Soweit uns die Stimmung der Stadt nach ihren einzelnen größeren Bezirken bekannt ist, können wir mit ziemlicher Bestimmtheit voraussagen, daß diese von der öffentlichen Meinung erzwungene rechtzeitige und daher nothwendig unparteiische Abmarkung der Wahlbezirke, eine entschiedene Niederlage der reactianären Partei zur Folge haben wird. --

Bei der Zersplitterung der heutigen Urwahlen in 287 durch die ganze Stadt zerstreute Lokale, ist es unmöglich, bis zum heutigen Postschluß irgend ein übersichtliches Resultat der gesammten Wahlen zu haben. Was wir bis jetzt (4 Uhr Nachm.) aus den verschiedensten Stadttheilen in Erfahrung bringen, bestätigt unsere gestrige Voraussage. Es steht fest, daß 2/3 bis 3/4 der Urwahlen im liberalen Sinne, und von diesen sogar der größere Theil in rein demokratischer, mitunter auch sozialer Färbung ausfallen wird. Die genauern Zahlenangaben uns bis morgen vorbehaltend, können wir doch schon heute als ziemlich durchgreifende Thatsache feststellen, daß in vielen Bezirken selbst die halbliberale Bourgeoisie ihre Candidaten gegenüber der reinern demokratischen Färbung nicht durchzusetzen vermocht hat. In einzelnen Bezirken hat freilich die Reaktion vollständig gesiegt; in den bei weitem meisten aber hat sie eine eben so vollständige Niederlage erlitten. Auch können wir schon, und zwar zu unserer großen Genugthuung, konstatiren, daß die Arbeiter, trotz der zahlreichen Einschüchterungsversuche von Seiten der Arbeitgeber, ihre wahren Interessen durch demokratische und sozialistische Wahlen geschützt haben. Als einzelne bezeichnende Züge wollen wir auch erwähnen, daß z. B. der Dr. Ed. Meyen, in einem der wohlhabenderen Bezirke der Friedrichsstadt zum Wahlmann gewählt wurde; während andererseits der ehemalige Bürgerwehrmajor Benda, dem noch zu Neujahr sein früheres Bataillon ein Ehrengeschenk gemacht hatte, trotz achtmaliger Abstimmung und trotz seiner wirklich nicht illiberalen Gesinnungsweise, seine Wahl gegenüber den demokratischen Candidaten nicht durchsetzen konnte. Ob er dieses Mißgeschick der vor einigen Tagen durch den Hof ihm gewordenen Auszeichnung mit dem rothen Adlerorden verdankt, wagen wir nicht zu bestimmen.

Interessante Aufschlüsse und Zugeständnisse über die hiesigen Stimmungen enthält der leitende Artikel unserer heutigen "Vossischen," der man das Verdienst nicht absprechen kann, daß sie bis zu einem gewissen Grad ein, wenn auch unklarer Spiegel der Ansichten und Meinungen einer zahlreichen und daher immer schwer in die Wagschale fallenden Klasse unserer Bevölkerung ist. Es ist daher sehr beachtenswerth, wenn dieselbe heute zugesteht, daß es der "volksthümlichen Partei" in den letzten Tagen "gelungen, eine bessere Stellung zu gewinnen, und vielleicht gerade dadurch, daß die Gegenpartei" (d. h. Harkort'sche, von der eingestanden wird, daß sie "weder bedeutende Geldopfer noch persönliche Anstrengungen gescheut, um ein günstiges Resultat herbeizuführen") "zu heftig und unklug auftrat", was in gewöhnliches Deutsch übersetzt, heißen will: daß durch die Bemühungen der demokratischen Partei, und namentlich durch den Abdruck und die Verbreitung der von uns am 12. d. M. gegebenen Enthüllungen über das eigentliche Wesen der sich konstitutionell-monarchisch nennenden Partei, die Bevölkerung über Das aufgeklärt ward, was des Pudels eigentlicher Kern sei. Wenn es ferner in diesem Artikel heißt: "Man erkannte wohl, daß es sich weniger um den politischen als eigentlich um den viel gefährlichern sozialen Feind handelte. Viele handeln in diesem Augenblicke aus Sorge für ihren Besitz gegen ihre politische Ueberzeugung": -- so verkennen wir zwar hierin nicht die Absicht, zaghafte Gemüther noch im letzten Augenblick, da man auf sie einwirken konnte, durch den viel benutzten und beliebten Popanz des Communismus einzuschüchtern und zu erschrecken. Wir konstatiren aber auch mit Vergnügen, daß eben die soziale Frage in den Vordergrund tritt. Die Zeit wird nicht ausbleiben, wo die allgemeine Intelligenz erstarkt genug sein wird, um einzusehen, daß die politische und die soziale Frage so wenig von einander zu trennen sind, als Weg und Ziel, und daß die Lösung der letztern nur durch eine Reihe politischer Evolutionen und Revolutionen möglich ist.

Wozu unsere gottbegnadete Regierung die sauer erpreßten Gelder der Steuerpflichtigen verwendet, davon liegt uns ein amtlicher Beleg in einem Couvert vor, das den gestrigen Stadtpoststempel und die gedruckte Aufschrift: "Portofreie Korrespondenz des Komite zur Erfrischung der Berliner Garnison" trägt. Aus der unter diesem Couvert versandten Aufforderung "an unsere Mitbürger," welche, soviel wir wissen, noch nirgends veröffentlicht worden, ersahen wir, daß dieses Komite unter Beiwirkung der Militair-Behörden entstanden und daß die Postämter der Provinzen zur portofreien Beförderung der einlaufenden Gelder angewiesen sind.

Nachschrift 6 Uhr Abends.

Alle weiteren Berichte, die uns zugehen, konstatiren das glänzende Durchfallen der reaktionären Partei in den meisten Bezirken. Fast alle ihre Sommitäten sind in mehrfachen Scrutinien unterlegen, während die demokratischen Kandidaten fast überall beim ersten Scrutinium bedeutende Majoritäten erhielten. Trendelenburg z. B. kam in 6 Abstimmungen von 109 auf 76 Stimmen herab, trotz der unglaublichen Bemühungen, welche die Harkortsche Partei noch im Wahllocale für ihn gemacht hatte. Ebenso konnten Schaper, Schmückert, Naunyn, Stahl, u. a. m. ihre Wahl nicht durchsetzen. Borsig, der ein eigenes Lokal für die Wahlen in seinem Bezirk hergegeben hatte, fiel so in seinem eigenen Hause durch. Er brachte es nicht über 96 Stimmen, während die demokratischen Kandidaten 180 Stimmen erhielten. Wo übrigens die Reaktion den Sieg davon trug, geschah es nicht ohne heftige Opposition und meist nur mit geringen Majoritäten nach mehreren Scrutinien. Auch die Umgebung von Berlin schickt uns erfreuliche Berichte zu. So fiel in Schöneberg der berüchtigte Andreas Sommer gegen den demokratischen Agitator Dr. Moritz Löwinson durch. Auch die andern 5 Wahlmänner in Schöneberg gehören der demokratischen Partei an.

* Breslau, 20. Januar.

Heute ist hier folgendes Plakat an den Straßenecken zu lesen:

"Preis-Courant"

Es ist uns zu Ohren gekommen, daß viele der unbemittelten Urwähler für ihre den Freunden für ungesetzliche Ordnung geleisteten Unterschriften zu gering bezahlt und dadurch übervortheilt werden. Im Interesse des öffentlichen und heimlichen Verkehrs, welcher durch ein ferneres Herabdrücken der Preise empfindlich leiden würde, halten wir es demnach für angemessen, ein für allemal folgenden Preis-Courant Käufern und Verkäufern zur Nachachtung zu veröffentlichen.

Stimmen für:

1) demokratische Wahlmänner kosten nichts, auch werden auf der Börse keine Geschäfte mit ihnen gemacht;
2) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold gefärbt, a Stück 1 Thlr. 5 Sgr.;
3) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold und schwarzweiß gesprenkelt, a Stück 1 Thlr. 20 Sgr.;
4) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarz und weiß gescheckt, a Stück 2 Thlr.
5) für konstitutionelle Wahlmänner von reinstem reaktionairen Wasser, a Stück 5 Rthlr. Gold.

Indem wir alle Urwähler, welche in den genannten Artikeln Geschäfte machen, auf diese Preise verweisen, bemerken wir noch ausdrücklich, daß der Handel in den letzten beiden Nummern am lebhaftesten geht und wahrscheinlich zum 21. d. M. seinen Höhepunkt erreichen dürfte. -- Käufern, wenn sie auch bedeutende Partien auf einmal übernehmen, kann wegen der lebhaften Nachfrage kein Rabbatt bewilligt werden.

Breslau, den 20. Januar 1849.

Das allerkonstitutionellste Wahlkomite.

Prag, 18. Jan.

Ungeheures Aufsehen macht die bekanntgewordene Forderung des Fürsten Windischgrätz, ihm die Akten über die hiesigen Juniereignisse einzusenden. Vorgestern sind sie vollständig an ihn abgegangen. Wohl mit Recht nennt man als Grund

Dies Porto beläuft sich auf 75 Thlr. und einige Groschen.

Wir glauben durch diese Flugblätter wenigstens den Vortheil erreicht zu haben, unsere Vereinsgenossen in ihren Ansichten gestärkt, manche Unentschiedene aufgeklärt und manche Gleichgültige auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu haben, in welche das Vaterland bei der Theilnahmlosigkeit der gutgesinnten Bürger läuft.

Auch über den Kostenpunkt wunschen wir Rücksprache zu nehmen, namentlich darüber, wie weit wir für die Zukunft zu neuen Ausgaben schreiten dürfen.

Diese 192,000 Flugblätter, von denen 9 in der Kölner Zeitung abgedruckt, also auch dadurch jedes 18,000 Mal verbreitet worden, kosten, wie leicht zu berechnen, mehr, als wir jetzt durch die Beiträge der Vereine erhalten haben. Wir haben ferner das ganze Porto*) bestritten, wodurch eine sehr ansehnliche Summe in Ausgabe gekommen ist. Wir werden einige hundert Thaler wohl durch Beiträge der Mitglieder unseres Vereines decken können, allein da man nicht gut (!) eine öffentliche Sammlung veranstalten kann, so werden wir uns genöthigt sehen, auch unsere Verbündeten noch um Beiträge anzugehen.

Sie würden uns verpflichten, wenn Sie uns eine kurze Anzeige darüber zukommen ließen, ob Sie zu der Besprechung Eines Ihrer Mitglieder abordnen wollen. — — —

Köln, den 21. Januar 1849.

Der Central-Wahlausschuß des konstitutionellen Centralvereins für Rheinland und Westphalen.

Das also ist, nach dem eignen Geständniß unsrer Konstitutionellen, das Resumé ihrer Wahlagitation: 182,000 einzelne Flugblätter und 162,000 durch die kölnische Ztg. extra verbreitete, dazu die sich überstürzenden Nothschreie Ehren-Brüggemanns „an die Urwähler“, die Klubagitation im Bürgervereine und seinen Filialen in der Provinz und Schulden die durch „mehrere 100 Thlr. Beiträge“ nicht zu decken sind und die man am liebsten durch „eine öffentliche Sammlung“ deckte, was aber leider „nicht gut“ angeht, über 75 Thlr. allein an Porto — das ist die eine Seite, das sind die Passiva der Bilanz. Und das Aktivum? Kaum hundert konstitutionelle Wahlmänner, kaum das Drittel der Gesammtzahl. Der Bankerott der konstitutionellen Partei in Köln ist vollständig.

130 Worringen, 22. Jan.

Euch Brüdern Alle zur Nachricht, daß wir in unserer heutigen Wahl, trotz der kniffigen Eintheilung unseres Gemeinderaths, trotz aller der „schwarzweißen“ Zettel, den völligen Sieg davon getragen. Diesen Mittag konnte ich leider die versprochene Mittheilung noch nicht machen, weil erst 5 Uhr Nachmittags die Wahl zu Ende. Bezirk 1 wurde zuerst zum Wirth Müller geladen. Da es aber hier den paar Gottesbegnadeten zu enge wurde, so schlugen sie vor, zur neuen Kirche zu ziehen, was wir auch genehmigten. Nun gings zur Wahl.

Wer kam zuerst durch mit großer Majorität? Das war Kemmerich. — Nun meinten die Herren, es läge an der Eintheilung und machten eine neue, und da kam unser langer, 7 Fuß hoher Gottfried Klöcker dran. — im dritten Gange schlugen wir sie durch unsern Arbeiter-Präsidenten Schiefenbusch. — Es ward jetzt 1/2 2 Uhr und die Herren mußten sich etwas stärken. Daher Pause bis 1/2 3 Uhr. Die eigentliche Absicht bei diesem Pause machen war darauf gerichtet, die Roggendorfer und Thenhover, die fast alle mit uns Hand in Hand gingen, unschädlich zu machen. Die Herren dachten: Na, die werden nun nach Haus essen ziehen und dann ausbleiben! Der Spaß wurde ihnen aber verdorben; denn Niemand ging nach Hause. Bei der Fortsetzung wurden hierauf P. Bachem und Fr. Ott rasch und mit Glanz ernannt.

In der 2. Abtheilung fiel die Wahl auf Hrn. Pastor Elkemann, auf Ad. Winter, Fr. Käsbach und Ad. Bebber. Genug, unsre sämmtlichen 9 Wahlen sind auf diejenigen Männer gefallen, welche der hiesige Arbeiterverein am Sonntage als Kandidaten aufgestellt hatte. Es lebe Worringen, dieser kräftige Sitz der Demokratie!

103 Gladbach, 22. Jan.

Trotz aller pietistischen Anstrengungen, trotz Ritz und Gudenau hat die Demokratie hier, in Neuwerk, in Viersen, in Dahlen, so wie den Landgemeinden mit ganz entschiedenen Majoritäten gesiegt.

131 Emmerich, 23. Jan.

Das Resultat der Urwahlen hat auch hier in dem glänzenden Siege der Demokratie von Neuem den gesunden Sinn des Volkes dargethan.

Die Volksparthei hat zweiundzwanzig, die Bourgeoisie dagegen, trotzdem sie verbreitete, die Demokratie suche den Sturz des Pabstes herbeizuführen, die Religion zu schänden, und trotz Drohung mit Arbeitsentziehung, Erkaufen von Stimmen, Verbreitung des Sonntagsblättchen, des Breslauer Hirtenbriefes, trotz Aufsuchen sonst verachteter Handwerker und Arbeiter etc., nur vier ihrer Kandidaten durchgebracht.

132 Essen, 22. Januar.

Sowohl die Manteufel'schen Andeutungen, als auch die schändlichen Intriguen des Harkort-Meusebach'schen Wahl-Comités sind hier auf steinigten Boden gefallen, denn bei den heutigen Urwahlen hat die Demokratie den vollständigen Sieg errungen.

Trotz dem, daß der königl. Domainen-Rath, Ritter Keller, den Zettelträger des erwähnten Comitè's auf den umliegenden Kohlenzechen spielte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Secretair Focke, ein fürchterlicher Bibelhusar, auf Stimmen Jagd machte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Kontroleur Pork die Volksverräther — wie dieser beschränkte Geist mit näselnder Stimme die Demokraten nannte — unter die Füße treten wollte; trotzdem, daß Fuhren voll der bekannten verläumderischen Flugschriften obigen Comité's in Masse hier und in der Umgegend veebreitet worden sind; trotzdem, daß Viele ihren Arbeitern, wenn sie für die Zwecke der Herren reagentes nicht stimmen würden, die Arbeit zu nehmen drohten; trotz alle dem und alle dem siegte die Wahrheit!

Dieses mochten aber die Herren reagentes wohl vorausgesehen haben, deshalb griffen sie zu einem letzten Mittel. Diejenigen, welche früher so sehr über den Steuerverweigerungsbeschluß der seligen Nationalversammlung losdonnerten, wollten denselben nun dadurch im Kleinen nachäffen, daß sie erklärten: Wir wollen künftig nur bei Gesinnungsgenossen arbeiten lassen. Aber auch dieses Mittel hielt nicht vor.

Auch aus der nächsten Umgebung laufen günstige Nachrichten ein. Größtentheils siegte die Demokratie! Die Wahrheit über die Lüge!

15 Warendorf, 22. Jan.

Ich beeile mich, Ihnen das so eben kund gewordene Resultat der heutigen Wahlen mitzutheilen. Von 17 Wahlmännern sind 12 entschiedene Demokraten. Also, ungeachtet aller verdoppelten Bemühungen des hiesigen schwarzweißen Bürgervereins, ungeachtet aller jesuitischen Ränke des sog. kath. Vereins, dennoch ein glänzender Sieg der Demokraten! Ein klarer Beweis, daß das Volk nachgerade anfängt, sich den frommen Entrüstungen der Pfaffen zu entwinden und seine bessern Führer kennen zu lernen. Die hiesigen Heuler bersten vor Wuth, zumal auch von den Ortschaften der Umgegend nur der Demokratie günstige Wahlberichte einlaufen.

* Düren, 22. Jan.

Auch hier sind, nach der Aachener Zeitung, die Wahlen „zum größten Theil ganz freisinnig ausgefallen.“

X Aus dem Siegkreise, 23. Jan.

Im ganzen Kreise haben die Demokraten entschieden die Oberhand behalten. In Siegburg sind 5 Demokraten und 3 Heuler gewählt worden. An allen übrigen Orten war das Resultat viel günstiger für die Demokratie.

* Aachen, 23. Jan.

Die Wahlen sind auch hier für die Demokratie günstig ausgefallen. Morgen Näheres.

112 Aachen, 23. Januar.

Die Demokratie hat hier bei der Wahlschlacht einen entschiedenen Sieg errungen. — Nach den scandalösen Wahlagitationen des Piusvereins und der Hansemann-Kühlwetter'schen Konstitutionellen, die alle keine Jesuitenmanöver verschmähten, hätte man ein Resultat, wie das gestrige, nicht erwartet, da von Seiten der demokratischen Partei verhältnißmäßig sehr wenig geschehen. — Die Pfaffenpartei und die mit ihr Hand in Hand gehende konstitutionelle Bourgeoisie, waren bisher die Herren in Aachen. Die Demokratie war bis jetzt nicht organisirt und nur durch einige intelligente und entschiedene Männer vertreten. Aber diese Wenigen haben es vermocht, im entscheidenden Momente, das Volk um das Banner der Demokratie zu schaaren.

Unter den hiesigen Wahlmännern gehören circa 80 der demokratischen Partei an. Die Piusvereiner und die Konstitutionellen sind geschlagen; sie haben es erleben müssen, daß ihre Candidaten, natürlich große Bourgeois, gegen einfache Arbeiter glänzend durchfielen. — Wir haben so die besten Aussichten, radikalen Männern unser Mandat übergeben zu können, da, wie wir erfahren, die Wahlen in Eschweiler und Eupen, welche Orte zu unserm Wahlkreise gehören, ebenfalls demokratisch ausgefallen sind.

X Elberfeld, 24. Jan.

Der beste Beweis, daß die Wahlen durchaus gegen Wunsch und Willen der hiesigen Heulerschaft ausgefallen, liegt in dem gänzlichen Stillschweigen der Wupperthaler „Galgenzeitung“ Sie sagt heute auch nicht ein einziges Wörtchen. O arme Schlucker! Daniel von der Heydt und Wülsing und Herrman von der Heydt, v. Hurter, Jul. Gottschalk, de Werth und viele Andere aus der Crême des Wupperthaler Heulerthums sind mit dem größten Glanze — durchgefallen! Auf Seite des Volks sind Hecker, Präsident der Handelskammer, Höchster u. A. durchgesetzt worden. Das könnte doch den frommen und „schwarz-weiß“-wüthigen Herren die Augen öffnen! Die Chefs der hiesigen Heuler haben eine Schlappe davongetragen, die sie nie wieder gut machen können. Daß die reichsten Heuler Elberfelds, wie Dan. von der Heydt (Bruder des gottbegnadeten Handelsministers), de Werth und andere Millionäre so schnöde von den Urwählern zurückgewiesen wurden: wird gar manches gefährliche Gallenfieber zur Folge haben.

12 Aus dem Bergischen, 21. Jan.

Mit Beziehung an den Artikel [unleserliches Material] Vom Rheine in dem heutigen Blatte dieser Zeitung, muß ich bemerken, daß, wenn man aus dem, was Stiehl geworden ist, allerdings erkennen kann, wohin das Gouvernement will, man dies doch noch besser aus dem erkennen kann, was Diesterweg noch nicht wieder geworden ist. Dieser Mann, der als Einer der ersten Vertreter der Ideen unserer Zeit hinsichtlich der Volksschule (denn von seinen politischen Ansichten ist's am besten zu schweigen, wenn man den Mann nicht blamiren will) angesehen wird und werden muß, dieser Mann, den Eichhorn, eben weil er dieser Vertreter war, von seinem Amte, buchstäblich gesagt, wegquälte, er ist noch immer ohne Anstellung, und nicht er, sondern ein Stiehl präsidirt der Kommission, die über die Lehrerbildung, d. h. über die Zukunft unseres Volkes, Berathung hält. Darin liegt Alles, für den Denkenden und Fernsehenden liegt mehr darin, als in dem, was Brandenburg, Manteuffel und Wrangel zusammen thun. Also wieder die alte bekannte Heuchelei des Fortschritts, nur zeitgemäß zugestutzt und noch raffinirter als ehemals.

103 Berlin, 22. Januar.

Da Excellenz Rintelen noch immer mit der Antwort für Temme auf sich warten läßt, so hat Temme, dessen Gesundheit sehr angegriffen ist, wie Briefe an seine Familie melden, nachfolgendes Beschleunigungsgesuch an den verantwortlichen (?) Justizminister eingereicht, das ich mich beeile, Ihnen abschriftlich mitzutheilen.

Excellenz!

Am 12. d. M., also vor länger als 8 Tagen, habe ich bei Ew. Excellenz angetragen, wegen des durch den Paderborner Beschluß erhobenen Kompetenzkonfliktes mich meiner Haft sofort zu entlassen und meine Amtssuspension aufzuheben.

Bis heute bin ich ohne Bescheid.

Ich bin es mir, meiner Familie und dem in mir schwer verletzten Rechte schuldig, meiner Seits alles Erlaubte zu versuchen, um dem Zustande des Unrechts, unter dem ich leide, ein Ziel zu setzen. Daher dieses Beschleunigungsgesuch.

Gründe für meinen Antrag habe ich nicht mehr aufzustellen. Wenn die von mir bisher vorgetragenen, wenn die von der öffentlichen Stimme des ganzen deutschen Landes vorgebrachten, nicht überzeugen, so muß jedes fernere Anbringen von Gründen als etwas Vergebliches betrachtet werden.

Es ist nur zweierlei möglich:

Entweder haben Ew. Excellenz die Ueberzeugung, daß ich schuldig, daß ich ein Verbrecher, also ein Hochverräther bin, daß ich mithin mit dem Tode bestraft werden muß. Alsdann war es Ihre unabweisliche Pflicht, jene Hunderte, die vollkommen mit mir in demselben Reat sind, gleichfalls zur Untersuchung und Haft ziehen zu lassen. Bis jetzt ist aber noch kein einziges Gericht auch nur gegen Einen derselben eingeschritten und Ew. Excellenz haben kein Gericht dazu angehalten.

Oder Ew. Excellenz haben jene Uebezeugung nicht, haben also die Ueberzeugung, daß ich unschuldig bin. Dann hatten Ew. Excellenz schon vor vier Wochen die nicht minder unabweisliche Pflicht: wenn Sie auch nicht die Untersuchung selbst ohne Weiteres niederschlagen konnten, doch sofort die in Folge derselben gegen mich verübten Ungerechtigkeiten aufzuheben, Ungerechtigkeiten, die mir gegenüber nicht von einem Gerichtshofe, sondern von einer feindlichen Partei ausgegangen, die also nur Akte der Willkür und Gewalt sind und die ganz Deutschland, ja selbst das Ausland als eine Schande der preußischen Justiz bezeichnet.

Auch das haben Ew. Excellenz nicht gethan. Anstatt dessen haben Sie einen Kompetenzkonflikt herbeigeführt, von dem kein Ende abzusehen und mich halten Sie unterdeß im Gefängniß, ja im Zuchthause, ohne Rücksicht auf den Anstand, den alle Regierungen gegen politische Gefangene, den selbst eine hessische Regierung in jenen trüben Zeiten gegen Jordan nicht aus den Augen ließ; ohne Rücksicht auf meine leidende Gesundheit, die in den ungesunden Räumen dieses Hauses täglich mehr angegriffen wird, so daß ich schon seit 14 Tagen trotz der ärztlichen Behandlung nicht mehr frei von Fieber bin.

Es wäre freilich noch ein dritter Fall denkbar. Es wäre der, daß es nicht mehr in der Macht Ew. Excellenz steht, Ihre Ueberzeugung geltend zu machen, daß Sie dieselbe einem höheren Willen unterordnen müssen.

Ich sträube mich, diesen Fall als möglich zu denken, wiewohl selbst die öffentlichen Blätter darauf hindeuten. Ich sträube mich um Ihrer persönlichen, um Ihrer amtlichen Ehre willen. Ew. Excellenz haben unterm 11. d. M. öffentlich vor dem Lande erklärt, daß Sie kein Theil haben an den Verfolgungen der Gerichte gegen einzelne Abgeordnete. Ich muß Ihnen mit der über diese Erklärung vielfach laut gewordenen öffentlichen Stimme zurufen: Wollen Sie, daß man Ihnen glauben soll, so bestätigen Sie Ihre Worte durch Werke. Heben Sie sofort das Unrecht wieder auf, das gegen mich verübt worden. Jeder Tag, den Sie es fortbestehen lassen, macht Sie sonst mehr zu einem Mitschuldigen an demselben.

Münster, 20. Januar 1849.

Temme.

X Berlin, 22. Januar.

Endlich hat unser Magistrat politisches Schaamgefühl genug gehabt, den vielfach laut gewordenen und auch von uns letzthin berührten Mißtrauensäußerungen betreffs der Abgrenzung der größern Wahlbezirke die gebührende Rechnung zu tragen. „Zwar spät kommt ihr, doch ihr kommt“, — heißt es von unserer städtischen Behörde. Die heutigen Morgenblätter bringen uns nämlich eine vom 20. d. datirte Bekanntmachung des Magistrats, wonach die Residenz in vier größere Wahlbezirke eingetheilt wird. Davon wählen der erste mit 438 Wahlmännern drei, die andern 3 Bezirke mit resp. 294, 292, 293 Wahlmännern je zwei Abgeordnete. Die Garnison figurirt darin in 17 Wahlabtheilungen mit 68 Wahlmännern, beläuft sich also auf 17,000 Mann oder etwas darüber, und ist ebenfalls streng nach der geographischen Lage ihrer Kasernen in die vier größern Wahlbezirke vertheilt. — Soweit uns die Stimmung der Stadt nach ihren einzelnen größeren Bezirken bekannt ist, können wir mit ziemlicher Bestimmtheit voraussagen, daß diese von der öffentlichen Meinung erzwungene rechtzeitige und daher nothwendig unparteiische Abmarkung der Wahlbezirke, eine entschiedene Niederlage der reactianären Partei zur Folge haben wird. —

Bei der Zersplitterung der heutigen Urwahlen in 287 durch die ganze Stadt zerstreute Lokale, ist es unmöglich, bis zum heutigen Postschluß irgend ein übersichtliches Resultat der gesammten Wahlen zu haben. Was wir bis jetzt (4 Uhr Nachm.) aus den verschiedensten Stadttheilen in Erfahrung bringen, bestätigt unsere gestrige Voraussage. Es steht fest, daß 2/3 bis 3/4 der Urwahlen im liberalen Sinne, und von diesen sogar der größere Theil in rein demokratischer, mitunter auch sozialer Färbung ausfallen wird. Die genauern Zahlenangaben uns bis morgen vorbehaltend, können wir doch schon heute als ziemlich durchgreifende Thatsache feststellen, daß in vielen Bezirken selbst die halbliberale Bourgeoisie ihre Candidaten gegenüber der reinern demokratischen Färbung nicht durchzusetzen vermocht hat. In einzelnen Bezirken hat freilich die Reaktion vollständig gesiegt; in den bei weitem meisten aber hat sie eine eben so vollständige Niederlage erlitten. Auch können wir schon, und zwar zu unserer großen Genugthuung, konstatiren, daß die Arbeiter, trotz der zahlreichen Einschüchterungsversuche von Seiten der Arbeitgeber, ihre wahren Interessen durch demokratische und sozialistische Wahlen geschützt haben. Als einzelne bezeichnende Züge wollen wir auch erwähnen, daß z. B. der Dr. Ed. Meyen, in einem der wohlhabenderen Bezirke der Friedrichsstadt zum Wahlmann gewählt wurde; während andererseits der ehemalige Bürgerwehrmajor Benda, dem noch zu Neujahr sein früheres Bataillon ein Ehrengeschenk gemacht hatte, trotz achtmaliger Abstimmung und trotz seiner wirklich nicht illiberalen Gesinnungsweise, seine Wahl gegenüber den demokratischen Candidaten nicht durchsetzen konnte. Ob er dieses Mißgeschick der vor einigen Tagen durch den Hof ihm gewordenen Auszeichnung mit dem rothen Adlerorden verdankt, wagen wir nicht zu bestimmen.

Interessante Aufschlüsse und Zugeständnisse über die hiesigen Stimmungen enthält der leitende Artikel unserer heutigen „Vossischen,“ der man das Verdienst nicht absprechen kann, daß sie bis zu einem gewissen Grad ein, wenn auch unklarer Spiegel der Ansichten und Meinungen einer zahlreichen und daher immer schwer in die Wagschale fallenden Klasse unserer Bevölkerung ist. Es ist daher sehr beachtenswerth, wenn dieselbe heute zugesteht, daß es der „volksthümlichen Partei“ in den letzten Tagen „gelungen, eine bessere Stellung zu gewinnen, und vielleicht gerade dadurch, daß die Gegenpartei“ (d. h. Harkort'sche, von der eingestanden wird, daß sie „weder bedeutende Geldopfer noch persönliche Anstrengungen gescheut, um ein günstiges Resultat herbeizuführen“) „zu heftig und unklug auftrat“, was in gewöhnliches Deutsch übersetzt, heißen will: daß durch die Bemühungen der demokratischen Partei, und namentlich durch den Abdruck und die Verbreitung der von uns am 12. d. M. gegebenen Enthüllungen über das eigentliche Wesen der sich konstitutionell-monarchisch nennenden Partei, die Bevölkerung über Das aufgeklärt ward, was des Pudels eigentlicher Kern sei. Wenn es ferner in diesem Artikel heißt: „Man erkannte wohl, daß es sich weniger um den politischen als eigentlich um den viel gefährlichern sozialen Feind handelte. Viele handeln in diesem Augenblicke aus Sorge für ihren Besitz gegen ihre politische Ueberzeugung“: — so verkennen wir zwar hierin nicht die Absicht, zaghafte Gemüther noch im letzten Augenblick, da man auf sie einwirken konnte, durch den viel benutzten und beliebten Popanz des Communismus einzuschüchtern und zu erschrecken. Wir konstatiren aber auch mit Vergnügen, daß eben die soziale Frage in den Vordergrund tritt. Die Zeit wird nicht ausbleiben, wo die allgemeine Intelligenz erstarkt genug sein wird, um einzusehen, daß die politische und die soziale Frage so wenig von einander zu trennen sind, als Weg und Ziel, und daß die Lösung der letztern nur durch eine Reihe politischer Evolutionen und Revolutionen möglich ist.

Wozu unsere gottbegnadete Regierung die sauer erpreßten Gelder der Steuerpflichtigen verwendet, davon liegt uns ein amtlicher Beleg in einem Couvert vor, das den gestrigen Stadtpoststempel und die gedruckte Aufschrift: „Portofreie Korrespondenz des Komité zur Erfrischung der Berliner Garnison“ trägt. Aus der unter diesem Couvert versandten Aufforderung „an unsere Mitbürger,“ welche, soviel wir wissen, noch nirgends veröffentlicht worden, ersahen wir, daß dieses Komité unter Beiwirkung der Militair-Behörden entstanden und daß die Postämter der Provinzen zur portofreien Beförderung der einlaufenden Gelder angewiesen sind.

Nachschrift 6 Uhr Abends.

Alle weiteren Berichte, die uns zugehen, konstatiren das glänzende Durchfallen der reaktionären Partei in den meisten Bezirken. Fast alle ihre Sommitäten sind in mehrfachen Scrutinien unterlegen, während die demokratischen Kandidaten fast überall beim ersten Scrutinium bedeutende Majoritäten erhielten. Trendelenburg z. B. kam in 6 Abstimmungen von 109 auf 76 Stimmen herab, trotz der unglaublichen Bemühungen, welche die Harkortsche Partei noch im Wahllocale für ihn gemacht hatte. Ebenso konnten Schaper, Schmückert, Naunyn, Stahl, u. a. m. ihre Wahl nicht durchsetzen. Borsig, der ein eigenes Lokal für die Wahlen in seinem Bezirk hergegeben hatte, fiel so in seinem eigenen Hause durch. Er brachte es nicht über 96 Stimmen, während die demokratischen Kandidaten 180 Stimmen erhielten. Wo übrigens die Reaktion den Sieg davon trug, geschah es nicht ohne heftige Opposition und meist nur mit geringen Majoritäten nach mehreren Scrutinien. Auch die Umgebung von Berlin schickt uns erfreuliche Berichte zu. So fiel in Schöneberg der berüchtigte Andreas Sommer gegen den demokratischen Agitator Dr. Moritz Löwinson durch. Auch die andern 5 Wahlmänner in Schöneberg gehören der demokratischen Partei an.

* Breslau, 20. Januar.

Heute ist hier folgendes Plakat an den Straßenecken zu lesen:

Preis-Courant

Es ist uns zu Ohren gekommen, daß viele der unbemittelten Urwähler für ihre den Freunden für ungesetzliche Ordnung geleisteten Unterschriften zu gering bezahlt und dadurch übervortheilt werden. Im Interesse des öffentlichen und heimlichen Verkehrs, welcher durch ein ferneres Herabdrücken der Preise empfindlich leiden würde, halten wir es demnach für angemessen, ein für allemal folgenden Preis-Courant Käufern und Verkäufern zur Nachachtung zu veröffentlichen.

Stimmen für:

1) demokratische Wahlmänner kosten nichts, auch werden auf der Börse keine Geschäfte mit ihnen gemacht;
2) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold gefärbt, à Stück 1 Thlr. 5 Sgr.;
3) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold und schwarzweiß gesprenkelt, à Stück 1 Thlr. 20 Sgr.;
4) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarz und weiß gescheckt, à Stück 2 Thlr.
5) für konstitutionelle Wahlmänner von reinstem reaktionairen Wasser, à Stück 5 Rthlr. Gold.

Indem wir alle Urwähler, welche in den genannten Artikeln Geschäfte machen, auf diese Preise verweisen, bemerken wir noch ausdrücklich, daß der Handel in den letzten beiden Nummern am lebhaftesten geht und wahrscheinlich zum 21. d. M. seinen Höhepunkt erreichen dürfte. — Käufern, wenn sie auch bedeutende Partien auf einmal übernehmen, kann wegen der lebhaften Nachfrage kein Rabbatt bewilligt werden.

Breslau, den 20. Januar 1849.

Das allerkonstitutionellste Wahlkomité.

Prag, 18. Jan.

Ungeheures Aufsehen macht die bekanntgewordene Forderung des Fürsten Windischgrätz, ihm die Akten über die hiesigen Juniereignisse einzusenden. Vorgestern sind sie vollständig an ihn abgegangen. Wohl mit Recht nennt man als Grund

Dies Porto beläuft sich auf 75 Thlr. und einige Groschen.
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          <p>Wir glauben durch diese Flugblätter wenigstens den Vortheil erreicht zu haben, unsere Vereinsgenossen in ihren Ansichten gestärkt, manche Unentschiedene aufgeklärt und manche Gleichgültige auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu haben, in welche das Vaterland bei der Theilnahmlosigkeit der gutgesinnten Bürger läuft.</p>
          <p>Auch über den Kostenpunkt wunschen wir Rücksprache zu nehmen, namentlich darüber, wie weit wir für die Zukunft zu neuen Ausgaben schreiten dürfen.</p>
          <p>Diese 192,000 Flugblätter, von denen 9 in der Kölner Zeitung abgedruckt, also auch dadurch jedes 18,000 Mal verbreitet worden, kosten, wie leicht zu berechnen, <hi rendition="#g">mehr</hi>, als wir <hi rendition="#g">jetzt durch die Beiträge der Vereine erhalten haben</hi>. Wir haben ferner das ganze Porto*) <note place="foot">Dies Porto beläuft sich auf 75 Thlr. und einige Groschen.</note> bestritten, wodurch eine sehr ansehnliche Summe in Ausgabe gekommen ist. Wir werden <hi rendition="#g">einige hundert Thaler</hi> wohl durch Beiträge der Mitglieder unseres Vereines decken können, allein da man <hi rendition="#g">nicht gut</hi> (!) eine öffentliche Sammlung veranstalten kann, so werden wir uns genöthigt sehen, auch unsere Verbündeten noch um Beiträge anzugehen.</p>
          <p>Sie würden uns verpflichten, wenn Sie uns eine kurze Anzeige darüber zukommen ließen, ob Sie zu der Besprechung Eines Ihrer Mitglieder abordnen wollen. &#x2014; &#x2014; &#x2014;</p>
          <p>Köln, den 21. Januar 1849.</p>
          <p>Der Central-Wahlausschuß des konstitutionellen Centralvereins für Rheinland und Westphalen.</p>
          <p>Das also ist, nach dem eignen Geständniß unsrer Konstitutionellen, das Resumé ihrer Wahlagitation: 182,000 einzelne Flugblätter und 162,000 durch die kölnische Ztg. extra verbreitete, dazu die sich überstürzenden Nothschreie Ehren-Brüggemanns &#x201E;an die Urwähler&#x201C;, die Klubagitation im Bürgervereine und seinen Filialen in der Provinz und Schulden die durch &#x201E;mehrere 100 Thlr. Beiträge&#x201C; nicht zu decken sind und die man am liebsten durch &#x201E;eine öffentliche Sammlung&#x201C; deckte, was aber leider &#x201E;nicht gut&#x201C; angeht, über 75 Thlr. allein an Porto &#x2014; das ist die eine Seite, das sind die <hi rendition="#g">Passiva</hi> der Bilanz. Und das <hi rendition="#g">Aktivum</hi>? Kaum <hi rendition="#g">hundert</hi> konstitutionelle Wahlmänner, kaum das Drittel der Gesammtzahl. Der Bankerott der konstitutionellen Partei in Köln ist vollständig.</p>
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          <head><bibl><author>130</author></bibl> Worringen, 22. Jan.</head>
          <p>Euch Brüdern Alle zur Nachricht, daß wir in unserer heutigen Wahl, trotz der kniffigen Eintheilung unseres Gemeinderaths, trotz aller der &#x201E;schwarzweißen&#x201C; Zettel, den <hi rendition="#g">völligen</hi> Sieg davon getragen. Diesen Mittag konnte ich leider die versprochene Mittheilung noch nicht machen, weil erst 5 Uhr Nachmittags die Wahl zu Ende. Bezirk 1 wurde zuerst zum Wirth Müller geladen. Da es aber hier den paar Gottesbegnadeten zu enge wurde, so schlugen sie vor, zur neuen Kirche zu ziehen, was wir auch genehmigten. Nun gings zur Wahl.</p>
          <p>Wer kam zuerst durch mit großer Majorität? Das war <hi rendition="#g">Kemmerich</hi>. &#x2014; Nun meinten die Herren, es läge an der Eintheilung und machten eine neue, und da kam unser langer, 7 Fuß hoher Gottfried Klöcker dran. &#x2014; im dritten Gange schlugen wir sie durch unsern Arbeiter-Präsidenten Schiefenbusch. &#x2014; Es ward jetzt 1/2 2 Uhr und die Herren mußten sich etwas stärken. Daher Pause bis 1/2 3 Uhr. Die eigentliche Absicht bei diesem Pause machen war darauf gerichtet, die Roggendorfer und Thenhover, die fast alle mit uns Hand in Hand gingen, unschädlich zu machen. Die Herren dachten: Na, die werden nun nach Haus essen ziehen und dann ausbleiben! Der Spaß wurde ihnen aber verdorben; denn Niemand ging nach Hause. Bei der Fortsetzung wurden hierauf P. Bachem und Fr. Ott rasch und mit Glanz ernannt.</p>
          <p>In der 2. Abtheilung fiel die Wahl auf Hrn. Pastor Elkemann, auf Ad. Winter, Fr. Käsbach und Ad. Bebber. Genug, unsre sämmtlichen 9 Wahlen sind auf diejenigen Männer gefallen, welche der hiesige Arbeiterverein am Sonntage als Kandidaten aufgestellt hatte. Es lebe Worringen, dieser kräftige Sitz der Demokratie!</p>
        </div>
        <div xml:id="ar204_005" type="jArticle">
          <head><bibl><author>103</author></bibl> Gladbach, 22. Jan.</head>
          <p>Trotz aller pietistischen Anstrengungen, trotz Ritz und Gudenau hat die Demokratie <hi rendition="#g">hier,</hi> in Neuwerk, in Viersen, in Dahlen, so wie den Landgemeinden mit ganz entschiedenen Majoritäten gesiegt.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar204_006" type="jArticle">
          <head><bibl><author>131</author></bibl> Emmerich, 23. Jan.</head>
          <p>Das Resultat der Urwahlen hat auch hier in dem glänzenden Siege der Demokratie von Neuem den gesunden Sinn des Volkes dargethan.</p>
          <p>Die Volksparthei hat <hi rendition="#g">zweiundzwanzig</hi>, die Bourgeoisie dagegen, trotzdem sie verbreitete, die Demokratie suche den Sturz des Pabstes herbeizuführen, die Religion zu schänden, und trotz Drohung mit Arbeitsentziehung, Erkaufen von Stimmen, Verbreitung des Sonntagsblättchen, des Breslauer Hirtenbriefes, trotz Aufsuchen sonst verachteter Handwerker und Arbeiter etc., nur <hi rendition="#g">vier</hi> ihrer Kandidaten durchgebracht.</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>132</author></bibl> Essen, 22. Januar.</head>
          <p>Sowohl die Manteufel'schen Andeutungen, als auch die schändlichen Intriguen des Harkort-Meusebach'schen Wahl-Comités sind hier auf steinigten Boden gefallen, denn bei den heutigen Urwahlen hat die <hi rendition="#g">Demokratie</hi> den vollständigen Sieg errungen.</p>
          <p>Trotz dem, daß der königl. Domainen-Rath, Ritter Keller, den Zettelträger des erwähnten Comitè's auf den umliegenden Kohlenzechen spielte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Secretair Focke, ein fürchterlicher Bibelhusar, auf Stimmen Jagd machte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Kontroleur Pork die Volksverräther &#x2014; wie dieser beschränkte Geist mit näselnder Stimme die Demokraten nannte &#x2014; unter die Füße treten wollte; trotzdem, daß Fuhren voll der bekannten verläumderischen Flugschriften obigen Comité's in Masse hier und in der Umgegend veebreitet worden sind; trotzdem, daß Viele ihren Arbeitern, wenn sie für die Zwecke der Herren reagentes nicht stimmen würden, die Arbeit zu nehmen drohten; trotz alle dem und alle dem siegte die Wahrheit!</p>
          <p>Dieses mochten aber die Herren reagentes wohl vorausgesehen haben, deshalb griffen sie zu einem letzten Mittel. Diejenigen, welche früher so sehr über den Steuerverweigerungsbeschluß der seligen Nationalversammlung losdonnerten, wollten denselben nun dadurch im Kleinen nachäffen, daß sie erklärten: Wir wollen künftig nur bei Gesinnungsgenossen arbeiten lassen. Aber auch dieses Mittel hielt nicht vor.</p>
          <p>Auch aus der nächsten Umgebung laufen günstige Nachrichten ein. Größtentheils siegte die Demokratie! Die Wahrheit über die Lüge!</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>15</author></bibl> Warendorf, 22. Jan.</head>
          <p>Ich beeile mich, Ihnen das so eben kund gewordene Resultat der heutigen Wahlen mitzutheilen. Von 17 Wahlmännern sind 12 entschiedene Demokraten. Also, ungeachtet aller verdoppelten Bemühungen des hiesigen schwarzweißen Bürgervereins, ungeachtet aller jesuitischen Ränke des sog. kath. Vereins, dennoch ein glänzender Sieg der Demokraten! Ein klarer Beweis, daß das Volk nachgerade anfängt, sich den frommen Entrüstungen der Pfaffen zu entwinden und seine bessern Führer kennen zu lernen. Die hiesigen Heuler bersten vor Wuth, zumal auch von den Ortschaften der Umgegend nur der Demokratie günstige Wahlberichte einlaufen.</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>*</author></bibl> Düren, 22. Jan.</head>
          <p>Auch hier sind, nach der Aachener Zeitung, die Wahlen &#x201E;zum größten Theil ganz freisinnig ausgefallen.&#x201C;</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>X</author></bibl> Aus dem Siegkreise, 23. Jan.</head>
          <p>Im ganzen Kreise haben die Demokraten entschieden die Oberhand behalten. In Siegburg sind 5 Demokraten und 3 Heuler gewählt worden. An allen übrigen Orten war das Resultat viel günstiger für die Demokratie.</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>*</author></bibl> Aachen, 23. Jan.</head>
          <p>Die Wahlen sind auch hier für die Demokratie günstig ausgefallen. Morgen Näheres.</p>
        </div>
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          <head><bibl><author>112</author></bibl> Aachen, 23. Januar.</head>
          <p>Die Demokratie hat hier bei der Wahlschlacht einen entschiedenen Sieg errungen. &#x2014; Nach den scandalösen Wahlagitationen des Piusvereins und der Hansemann-Kühlwetter'schen Konstitutionellen, die alle keine Jesuitenmanöver verschmähten, hätte man ein Resultat, wie das gestrige, nicht erwartet, da von Seiten der demokratischen Partei verhältnißmäßig sehr wenig geschehen. &#x2014; Die Pfaffenpartei und die mit ihr Hand in Hand gehende konstitutionelle Bourgeoisie, waren bisher die Herren in Aachen. Die Demokratie war bis jetzt nicht organisirt und nur durch einige intelligente und entschiedene Männer vertreten. Aber diese Wenigen haben es vermocht, im entscheidenden Momente, das Volk um das Banner der Demokratie zu schaaren.</p>
          <p>Unter den hiesigen Wahlmännern gehören circa 80 der demokratischen Partei an. Die Piusvereiner und die Konstitutionellen sind geschlagen; sie haben es erleben müssen, daß ihre Candidaten, natürlich große Bourgeois, gegen einfache Arbeiter glänzend durchfielen. &#x2014; Wir haben so die besten Aussichten, radikalen Männern unser Mandat übergeben zu können, da, wie wir erfahren, die Wahlen in Eschweiler und Eupen, welche Orte zu unserm Wahlkreise gehören, ebenfalls demokratisch ausgefallen sind.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar204_013" type="jArticle">
          <head><bibl><author>X</author></bibl> Elberfeld, 24. Jan.</head>
          <p>Der beste Beweis, daß die Wahlen durchaus gegen Wunsch und Willen der hiesigen Heulerschaft ausgefallen, liegt in dem gänzlichen Stillschweigen der Wupperthaler &#x201E;Galgenzeitung&#x201C; Sie sagt heute auch nicht ein einziges Wörtchen. O arme Schlucker! Daniel von der Heydt und Wülsing und Herrman von der Heydt, v. Hurter, Jul. Gottschalk, de Werth und viele Andere aus der Crême des Wupperthaler Heulerthums sind mit dem größten Glanze &#x2014; <hi rendition="#g">durchgefallen</hi>! Auf Seite des Volks sind <hi rendition="#g">Hecker,</hi> Präsident der Handelskammer, <hi rendition="#g">Höchster</hi> u. A. durchgesetzt worden. Das könnte doch den frommen und &#x201E;schwarz-weiß&#x201C;-wüthigen Herren die Augen öffnen! Die Chefs der hiesigen Heuler haben eine Schlappe davongetragen, die sie nie wieder gut machen können. Daß die reichsten Heuler Elberfelds, wie Dan. von der Heydt (Bruder des gottbegnadeten Handelsministers), de Werth und andere Millionäre so schnöde von den Urwählern zurückgewiesen wurden: wird gar manches gefährliche Gallenfieber zur Folge haben.</p>
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          <p>Mit Beziehung an den Artikel <gap reason="illegible"/> Vom Rheine in dem heutigen Blatte dieser Zeitung, muß ich bemerken, daß, wenn man aus dem, was <hi rendition="#g">Stiehl</hi> geworden ist, allerdings erkennen kann, wohin das Gouvernement will, man dies doch noch besser aus dem erkennen kann, was <hi rendition="#g">Diesterweg</hi> noch nicht wieder geworden ist. Dieser Mann, der als Einer der ersten Vertreter der Ideen unserer Zeit hinsichtlich der Volksschule (denn von seinen <hi rendition="#g">politischen</hi> Ansichten ist's am besten zu schweigen, wenn man den Mann nicht blamiren will) angesehen wird und werden muß, dieser Mann, den Eichhorn, eben weil er dieser Vertreter war, von seinem Amte, buchstäblich gesagt, wegquälte, er ist noch immer ohne Anstellung, und nicht er, sondern ein Stiehl präsidirt der Kommission, die über die Lehrerbildung, d. h. über die Zukunft unseres Volkes, Berathung hält. Darin liegt Alles, für den Denkenden und Fernsehenden liegt mehr darin, als in dem, was Brandenburg, Manteuffel und Wrangel zusammen thun. Also wieder die alte bekannte Heuchelei des Fortschritts, nur zeitgemäß zugestutzt und noch raffinirter als ehemals.</p>
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          <p>Da Excellenz Rintelen noch immer mit der Antwort für Temme auf sich warten läßt, so hat Temme, dessen Gesundheit sehr angegriffen ist, wie Briefe an seine Familie melden, nachfolgendes Beschleunigungsgesuch an den verantwortlichen (?) Justizminister eingereicht, das ich mich beeile, Ihnen abschriftlich mitzutheilen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Excellenz</hi>!</p>
          <p>Am 12. d. M., also vor länger als 8 Tagen, habe ich bei Ew. Excellenz angetragen, wegen des durch den Paderborner Beschluß erhobenen Kompetenzkonfliktes mich meiner Haft sofort zu entlassen und meine Amtssuspension aufzuheben.</p>
          <p>Bis heute bin ich ohne Bescheid.</p>
          <p>Ich bin es mir, meiner Familie und dem in mir schwer verletzten Rechte schuldig, meiner Seits alles Erlaubte zu versuchen, um dem Zustande des Unrechts, unter dem ich leide, ein Ziel zu setzen. Daher dieses Beschleunigungsgesuch.</p>
          <p>Gründe für meinen Antrag habe ich nicht mehr aufzustellen. Wenn die von mir bisher vorgetragenen, wenn die von der öffentlichen Stimme des ganzen deutschen Landes vorgebrachten, nicht überzeugen, so muß jedes fernere Anbringen von Gründen als etwas Vergebliches betrachtet werden.</p>
          <p>Es ist nur zweierlei möglich:</p>
          <p>Entweder haben Ew. Excellenz die Ueberzeugung, daß ich schuldig, daß ich ein Verbrecher, also ein Hochverräther bin, daß ich mithin mit dem Tode bestraft werden muß. Alsdann war es Ihre unabweisliche Pflicht, jene Hunderte, die vollkommen mit mir in demselben Reat sind, gleichfalls zur Untersuchung und Haft ziehen zu lassen. Bis jetzt ist aber noch kein einziges Gericht auch nur gegen Einen derselben eingeschritten und Ew. Excellenz haben kein Gericht dazu angehalten.</p>
          <p>Oder Ew. Excellenz haben jene Uebezeugung nicht, haben also die Ueberzeugung, daß ich unschuldig bin. Dann hatten Ew. Excellenz schon vor vier Wochen die nicht minder unabweisliche Pflicht: wenn Sie auch nicht die Untersuchung selbst ohne Weiteres niederschlagen konnten, doch sofort die in Folge derselben gegen mich verübten Ungerechtigkeiten aufzuheben, Ungerechtigkeiten, die mir gegenüber nicht von einem Gerichtshofe, sondern von einer feindlichen Partei ausgegangen, die also nur Akte der Willkür und Gewalt sind und die ganz Deutschland, ja selbst das Ausland als eine Schande der preußischen Justiz bezeichnet.</p>
          <p>Auch das haben Ew. Excellenz nicht gethan. Anstatt dessen haben Sie einen Kompetenzkonflikt herbeigeführt, von dem kein Ende abzusehen und mich halten Sie unterdeß im Gefängniß, ja im <hi rendition="#g">Zuchthause,</hi> ohne Rücksicht auf den Anstand, den alle Regierungen gegen politische Gefangene, den selbst eine hessische Regierung in jenen trüben Zeiten gegen Jordan nicht aus den Augen ließ; ohne Rücksicht auf meine leidende Gesundheit, die in den ungesunden Räumen dieses Hauses täglich mehr angegriffen wird, so daß ich schon seit 14 Tagen trotz der ärztlichen Behandlung nicht mehr frei von Fieber bin.</p>
          <p><hi rendition="#g">Es wäre freilich noch ein dritter Fall denkbar.</hi> Es wäre der, daß es nicht mehr in der Macht Ew. Excellenz steht, Ihre Ueberzeugung geltend zu machen, daß Sie dieselbe einem <hi rendition="#g">höheren Willen unterordnen müssen</hi>.</p>
          <p>Ich sträube mich, diesen Fall als möglich zu denken, wiewohl selbst die öffentlichen Blätter darauf hindeuten. Ich sträube mich um Ihrer persönlichen, um Ihrer amtlichen Ehre willen. Ew. Excellenz haben unterm 11. d. M. öffentlich vor dem Lande erklärt, daß Sie kein Theil haben an den Verfolgungen der Gerichte gegen einzelne Abgeordnete. Ich muß Ihnen mit der über diese Erklärung vielfach laut gewordenen öffentlichen Stimme zurufen: Wollen Sie, daß man Ihnen glauben soll, so bestätigen Sie Ihre Worte durch Werke. Heben Sie sofort das Unrecht wieder auf, das gegen mich verübt worden. Jeder Tag, den Sie es fortbestehen lassen, macht Sie sonst mehr zu einem Mitschuldigen an demselben.</p>
          <p>Münster, 20. Januar 1849.</p>
          <p><hi rendition="#g">Temme</hi>.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar204_016" type="jArticle">
          <head><bibl><author>X</author></bibl> Berlin, 22. Januar.</head>
          <p>Endlich hat unser Magistrat politisches Schaamgefühl genug gehabt, den vielfach laut gewordenen und auch von uns letzthin berührten Mißtrauensäußerungen betreffs der Abgrenzung der größern Wahlbezirke die gebührende Rechnung zu tragen. &#x201E;Zwar spät kommt ihr, doch ihr kommt&#x201C;, &#x2014; heißt es von unserer städtischen Behörde. Die heutigen Morgenblätter bringen uns nämlich eine vom 20. d. datirte Bekanntmachung des Magistrats, wonach die Residenz in vier größere Wahlbezirke eingetheilt wird. Davon wählen der erste mit 438 Wahlmännern drei, die andern 3 Bezirke mit resp. 294, 292, 293 Wahlmännern je zwei Abgeordnete. Die Garnison figurirt darin in 17 Wahlabtheilungen mit 68 Wahlmännern, beläuft sich also auf 17,000 Mann oder etwas darüber, und ist ebenfalls streng nach der geographischen Lage ihrer Kasernen in die vier größern Wahlbezirke vertheilt. &#x2014; Soweit uns die Stimmung der Stadt nach ihren einzelnen größeren Bezirken bekannt ist, können wir mit ziemlicher Bestimmtheit voraussagen, daß diese von der öffentlichen Meinung erzwungene rechtzeitige und daher nothwendig unparteiische Abmarkung der Wahlbezirke, eine entschiedene Niederlage der reactianären Partei zur Folge haben wird. &#x2014;</p>
          <p>Bei der Zersplitterung der heutigen Urwahlen in 287 durch die ganze Stadt zerstreute Lokale, ist es unmöglich, bis zum heutigen Postschluß irgend ein übersichtliches Resultat der gesammten Wahlen zu haben. Was wir bis jetzt (4 Uhr Nachm.) aus den verschiedensten Stadttheilen in Erfahrung bringen, bestätigt unsere gestrige Voraussage. Es steht fest, daß 2/3 bis 3/4 der Urwahlen im liberalen Sinne, und von diesen sogar der größere Theil in rein demokratischer, mitunter auch sozialer Färbung ausfallen wird. Die genauern Zahlenangaben uns bis morgen vorbehaltend, können wir doch schon heute als ziemlich durchgreifende Thatsache feststellen, daß in vielen Bezirken selbst die halbliberale Bourgeoisie ihre Candidaten gegenüber der reinern demokratischen Färbung nicht durchzusetzen vermocht hat. In einzelnen Bezirken hat freilich die Reaktion vollständig gesiegt; in den bei weitem meisten aber hat sie eine eben so vollständige Niederlage erlitten. Auch können wir schon, und zwar zu unserer großen Genugthuung, konstatiren, daß die Arbeiter, trotz der zahlreichen Einschüchterungsversuche von Seiten der Arbeitgeber, ihre wahren Interessen durch demokratische und sozialistische Wahlen geschützt haben. Als einzelne bezeichnende Züge wollen wir auch erwähnen, daß z. B. der Dr. Ed. Meyen, in einem der wohlhabenderen Bezirke der Friedrichsstadt zum Wahlmann gewählt wurde; während andererseits der ehemalige Bürgerwehrmajor Benda, dem noch zu Neujahr sein früheres Bataillon ein Ehrengeschenk gemacht hatte, trotz achtmaliger Abstimmung und trotz seiner wirklich nicht illiberalen Gesinnungsweise, seine Wahl gegenüber den demokratischen Candidaten nicht durchsetzen konnte. Ob er dieses Mißgeschick der vor einigen Tagen durch den Hof ihm gewordenen Auszeichnung mit dem rothen Adlerorden verdankt, wagen wir nicht zu bestimmen.</p>
          <p>Interessante Aufschlüsse und Zugeständnisse über die hiesigen Stimmungen enthält der leitende Artikel unserer heutigen &#x201E;Vossischen,&#x201C; der man das Verdienst nicht absprechen kann, daß sie bis zu einem gewissen Grad ein, wenn auch unklarer Spiegel der Ansichten und Meinungen einer zahlreichen und daher immer schwer in die Wagschale fallenden Klasse unserer Bevölkerung ist. Es ist daher sehr beachtenswerth, wenn dieselbe heute zugesteht, daß es der &#x201E;volksthümlichen Partei&#x201C; in den letzten Tagen &#x201E;gelungen, eine bessere Stellung zu gewinnen, und vielleicht gerade dadurch, daß die Gegenpartei&#x201C; (d. h. Harkort'sche, von der eingestanden wird, daß sie &#x201E;weder bedeutende Geldopfer noch persönliche Anstrengungen gescheut, um ein günstiges Resultat herbeizuführen&#x201C;) &#x201E;zu heftig und unklug auftrat&#x201C;, was in gewöhnliches Deutsch übersetzt, heißen will: daß durch die Bemühungen der demokratischen Partei, und namentlich durch den Abdruck und die Verbreitung der von uns am 12. d. M. gegebenen Enthüllungen über das eigentliche Wesen der sich konstitutionell-monarchisch nennenden Partei, die Bevölkerung über Das aufgeklärt ward, was des Pudels eigentlicher Kern sei. Wenn es ferner in diesem Artikel heißt: &#x201E;Man erkannte wohl, daß es sich weniger um den politischen als eigentlich um den viel gefährlichern sozialen Feind handelte. Viele handeln in diesem Augenblicke aus Sorge für ihren Besitz gegen ihre politische Ueberzeugung&#x201C;: &#x2014; so verkennen wir zwar hierin nicht die Absicht, zaghafte Gemüther noch im letzten Augenblick, da man auf sie einwirken konnte, durch den viel benutzten und beliebten Popanz des Communismus einzuschüchtern und zu erschrecken. Wir konstatiren aber auch mit Vergnügen, daß eben die soziale Frage in den Vordergrund tritt. Die Zeit wird nicht ausbleiben, wo die allgemeine Intelligenz erstarkt genug sein wird, um einzusehen, daß die politische und die soziale Frage so wenig von einander zu trennen sind, als Weg und Ziel, und daß die Lösung der letztern nur durch eine Reihe politischer Evolutionen und Revolutionen möglich ist.</p>
          <p>Wozu unsere gottbegnadete Regierung die sauer erpreßten Gelder der Steuerpflichtigen verwendet, davon liegt uns ein amtlicher Beleg in einem Couvert vor, das den gestrigen Stadtpoststempel und die gedruckte Aufschrift: &#x201E;Portofreie Korrespondenz des Komité zur Erfrischung der Berliner Garnison&#x201C; trägt. Aus der unter diesem Couvert versandten Aufforderung &#x201E;an unsere Mitbürger,&#x201C; welche, soviel wir wissen, noch nirgends veröffentlicht worden, ersahen wir, daß dieses Komité unter Beiwirkung der Militair-Behörden entstanden und daß die Postämter der Provinzen zur portofreien Beförderung der einlaufenden Gelder angewiesen sind.</p>
          <p>Nachschrift 6 Uhr Abends.</p>
          <p>Alle weiteren Berichte, die uns zugehen, konstatiren das glänzende Durchfallen der reaktionären Partei in den meisten Bezirken. Fast alle ihre Sommitäten sind in mehrfachen Scrutinien unterlegen, während die demokratischen Kandidaten fast überall beim ersten Scrutinium bedeutende Majoritäten erhielten. Trendelenburg z. B. kam in 6 Abstimmungen von 109 auf 76 Stimmen herab, trotz der unglaublichen Bemühungen, welche die Harkortsche Partei noch im Wahllocale für ihn gemacht hatte. Ebenso konnten Schaper, Schmückert, Naunyn, Stahl, u. a. m. ihre Wahl nicht durchsetzen. Borsig, der ein eigenes Lokal für die Wahlen in seinem Bezirk hergegeben hatte, fiel so in seinem eigenen Hause durch. Er brachte es nicht über 96 Stimmen, während die demokratischen Kandidaten 180 Stimmen erhielten. Wo übrigens die Reaktion den Sieg davon trug, geschah es nicht ohne heftige Opposition und meist nur mit geringen Majoritäten nach mehreren Scrutinien. Auch die Umgebung von Berlin schickt uns erfreuliche Berichte zu. So fiel in Schöneberg der berüchtigte Andreas Sommer gegen den demokratischen Agitator Dr. Moritz Löwinson durch. Auch die andern 5 Wahlmänner in Schöneberg gehören der demokratischen Partei an.</p>
        </div>
        <div xml:id="ar204_017" type="jArticle">
          <head><bibl><author>*</author></bibl> Breslau, 20. Januar.</head>
          <p>Heute ist hier folgendes Plakat an den Straßenecken zu lesen:</p>
          <p>&#x201E;<hi rendition="#g">Preis-Courant</hi>&#x201C;</p>
          <p>Es ist uns zu Ohren gekommen, daß viele der unbemittelten Urwähler für ihre den Freunden für ungesetzliche Ordnung geleisteten Unterschriften zu gering bezahlt und dadurch übervortheilt werden. Im Interesse des öffentlichen und heimlichen Verkehrs, welcher durch ein ferneres Herabdrücken der Preise empfindlich leiden würde, halten wir es demnach für angemessen, ein für allemal folgenden Preis-Courant Käufern und Verkäufern zur Nachachtung zu veröffentlichen.</p>
          <p>Stimmen für:</p>
          <p rendition="#et">1) demokratische Wahlmänner kosten nichts, auch werden auf der Börse keine Geschäfte mit ihnen gemacht;<lb/>
2) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold gefärbt, à Stück 1 Thlr. 5 Sgr.;<lb/>
3) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold und schwarzweiß gesprenkelt, à Stück 1 Thlr. 20 Sgr.;<lb/>
4) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarz und weiß gescheckt, à Stück 2 Thlr.<lb/>
5) für konstitutionelle Wahlmänner von reinstem reaktionairen Wasser, à Stück 5 Rthlr. Gold.</p>
          <p>Indem wir alle Urwähler, welche in den genannten Artikeln Geschäfte machen, auf diese Preise verweisen, bemerken wir noch ausdrücklich, daß der Handel in den letzten beiden Nummern am lebhaftesten geht und wahrscheinlich zum 21. d. M. seinen Höhepunkt erreichen dürfte. &#x2014; Käufern, wenn sie auch bedeutende Partien auf einmal übernehmen, kann wegen der lebhaften Nachfrage kein Rabbatt bewilligt werden.</p>
          <p>Breslau, den 20. Januar 1849.</p>
          <p>Das allerkonstitutionellste Wahlkomité.</p>
        </div>
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          <head>Prag, 18. Jan.</head>
          <p>Ungeheures Aufsehen macht die bekanntgewordene Forderung des Fürsten Windischgrätz, ihm die Akten über die hiesigen Juniereignisse einzusenden. Vorgestern sind sie vollständig an ihn abgegangen. Wohl mit Recht nennt man als Grund
</p>
        </div>
      </div>
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</TEI>
[1112/0002] Wir glauben durch diese Flugblätter wenigstens den Vortheil erreicht zu haben, unsere Vereinsgenossen in ihren Ansichten gestärkt, manche Unentschiedene aufgeklärt und manche Gleichgültige auf die Gefahr aufmerksam gemacht zu haben, in welche das Vaterland bei der Theilnahmlosigkeit der gutgesinnten Bürger läuft. Auch über den Kostenpunkt wunschen wir Rücksprache zu nehmen, namentlich darüber, wie weit wir für die Zukunft zu neuen Ausgaben schreiten dürfen. Diese 192,000 Flugblätter, von denen 9 in der Kölner Zeitung abgedruckt, also auch dadurch jedes 18,000 Mal verbreitet worden, kosten, wie leicht zu berechnen, mehr, als wir jetzt durch die Beiträge der Vereine erhalten haben. Wir haben ferner das ganze Porto*) bestritten, wodurch eine sehr ansehnliche Summe in Ausgabe gekommen ist. Wir werden einige hundert Thaler wohl durch Beiträge der Mitglieder unseres Vereines decken können, allein da man nicht gut (!) eine öffentliche Sammlung veranstalten kann, so werden wir uns genöthigt sehen, auch unsere Verbündeten noch um Beiträge anzugehen. Sie würden uns verpflichten, wenn Sie uns eine kurze Anzeige darüber zukommen ließen, ob Sie zu der Besprechung Eines Ihrer Mitglieder abordnen wollen. — — — Köln, den 21. Januar 1849. Der Central-Wahlausschuß des konstitutionellen Centralvereins für Rheinland und Westphalen. Das also ist, nach dem eignen Geständniß unsrer Konstitutionellen, das Resumé ihrer Wahlagitation: 182,000 einzelne Flugblätter und 162,000 durch die kölnische Ztg. extra verbreitete, dazu die sich überstürzenden Nothschreie Ehren-Brüggemanns „an die Urwähler“, die Klubagitation im Bürgervereine und seinen Filialen in der Provinz und Schulden die durch „mehrere 100 Thlr. Beiträge“ nicht zu decken sind und die man am liebsten durch „eine öffentliche Sammlung“ deckte, was aber leider „nicht gut“ angeht, über 75 Thlr. allein an Porto — das ist die eine Seite, das sind die Passiva der Bilanz. Und das Aktivum? Kaum hundert konstitutionelle Wahlmänner, kaum das Drittel der Gesammtzahl. Der Bankerott der konstitutionellen Partei in Köln ist vollständig. 130 Worringen, 22. Jan. Euch Brüdern Alle zur Nachricht, daß wir in unserer heutigen Wahl, trotz der kniffigen Eintheilung unseres Gemeinderaths, trotz aller der „schwarzweißen“ Zettel, den völligen Sieg davon getragen. Diesen Mittag konnte ich leider die versprochene Mittheilung noch nicht machen, weil erst 5 Uhr Nachmittags die Wahl zu Ende. Bezirk 1 wurde zuerst zum Wirth Müller geladen. Da es aber hier den paar Gottesbegnadeten zu enge wurde, so schlugen sie vor, zur neuen Kirche zu ziehen, was wir auch genehmigten. Nun gings zur Wahl. Wer kam zuerst durch mit großer Majorität? Das war Kemmerich. — Nun meinten die Herren, es läge an der Eintheilung und machten eine neue, und da kam unser langer, 7 Fuß hoher Gottfried Klöcker dran. — im dritten Gange schlugen wir sie durch unsern Arbeiter-Präsidenten Schiefenbusch. — Es ward jetzt 1/2 2 Uhr und die Herren mußten sich etwas stärken. Daher Pause bis 1/2 3 Uhr. Die eigentliche Absicht bei diesem Pause machen war darauf gerichtet, die Roggendorfer und Thenhover, die fast alle mit uns Hand in Hand gingen, unschädlich zu machen. Die Herren dachten: Na, die werden nun nach Haus essen ziehen und dann ausbleiben! Der Spaß wurde ihnen aber verdorben; denn Niemand ging nach Hause. Bei der Fortsetzung wurden hierauf P. Bachem und Fr. Ott rasch und mit Glanz ernannt. In der 2. Abtheilung fiel die Wahl auf Hrn. Pastor Elkemann, auf Ad. Winter, Fr. Käsbach und Ad. Bebber. Genug, unsre sämmtlichen 9 Wahlen sind auf diejenigen Männer gefallen, welche der hiesige Arbeiterverein am Sonntage als Kandidaten aufgestellt hatte. Es lebe Worringen, dieser kräftige Sitz der Demokratie! 103 Gladbach, 22. Jan. Trotz aller pietistischen Anstrengungen, trotz Ritz und Gudenau hat die Demokratie hier, in Neuwerk, in Viersen, in Dahlen, so wie den Landgemeinden mit ganz entschiedenen Majoritäten gesiegt. 131 Emmerich, 23. Jan. Das Resultat der Urwahlen hat auch hier in dem glänzenden Siege der Demokratie von Neuem den gesunden Sinn des Volkes dargethan. Die Volksparthei hat zweiundzwanzig, die Bourgeoisie dagegen, trotzdem sie verbreitete, die Demokratie suche den Sturz des Pabstes herbeizuführen, die Religion zu schänden, und trotz Drohung mit Arbeitsentziehung, Erkaufen von Stimmen, Verbreitung des Sonntagsblättchen, des Breslauer Hirtenbriefes, trotz Aufsuchen sonst verachteter Handwerker und Arbeiter etc., nur vier ihrer Kandidaten durchgebracht. 132 Essen, 22. Januar. Sowohl die Manteufel'schen Andeutungen, als auch die schändlichen Intriguen des Harkort-Meusebach'schen Wahl-Comités sind hier auf steinigten Boden gefallen, denn bei den heutigen Urwahlen hat die Demokratie den vollständigen Sieg errungen. Trotz dem, daß der königl. Domainen-Rath, Ritter Keller, den Zettelträger des erwähnten Comitè's auf den umliegenden Kohlenzechen spielte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Secretair Focke, ein fürchterlicher Bibelhusar, auf Stimmen Jagd machte; trotzdem, daß der königl. Bergamts-Kontroleur Pork die Volksverräther — wie dieser beschränkte Geist mit näselnder Stimme die Demokraten nannte — unter die Füße treten wollte; trotzdem, daß Fuhren voll der bekannten verläumderischen Flugschriften obigen Comité's in Masse hier und in der Umgegend veebreitet worden sind; trotzdem, daß Viele ihren Arbeitern, wenn sie für die Zwecke der Herren reagentes nicht stimmen würden, die Arbeit zu nehmen drohten; trotz alle dem und alle dem siegte die Wahrheit! Dieses mochten aber die Herren reagentes wohl vorausgesehen haben, deshalb griffen sie zu einem letzten Mittel. Diejenigen, welche früher so sehr über den Steuerverweigerungsbeschluß der seligen Nationalversammlung losdonnerten, wollten denselben nun dadurch im Kleinen nachäffen, daß sie erklärten: Wir wollen künftig nur bei Gesinnungsgenossen arbeiten lassen. Aber auch dieses Mittel hielt nicht vor. Auch aus der nächsten Umgebung laufen günstige Nachrichten ein. Größtentheils siegte die Demokratie! Die Wahrheit über die Lüge! 15 Warendorf, 22. Jan. Ich beeile mich, Ihnen das so eben kund gewordene Resultat der heutigen Wahlen mitzutheilen. Von 17 Wahlmännern sind 12 entschiedene Demokraten. Also, ungeachtet aller verdoppelten Bemühungen des hiesigen schwarzweißen Bürgervereins, ungeachtet aller jesuitischen Ränke des sog. kath. Vereins, dennoch ein glänzender Sieg der Demokraten! Ein klarer Beweis, daß das Volk nachgerade anfängt, sich den frommen Entrüstungen der Pfaffen zu entwinden und seine bessern Führer kennen zu lernen. Die hiesigen Heuler bersten vor Wuth, zumal auch von den Ortschaften der Umgegend nur der Demokratie günstige Wahlberichte einlaufen. * Düren, 22. Jan. Auch hier sind, nach der Aachener Zeitung, die Wahlen „zum größten Theil ganz freisinnig ausgefallen.“ X Aus dem Siegkreise, 23. Jan. Im ganzen Kreise haben die Demokraten entschieden die Oberhand behalten. In Siegburg sind 5 Demokraten und 3 Heuler gewählt worden. An allen übrigen Orten war das Resultat viel günstiger für die Demokratie. * Aachen, 23. Jan. Die Wahlen sind auch hier für die Demokratie günstig ausgefallen. Morgen Näheres. 112 Aachen, 23. Januar. Die Demokratie hat hier bei der Wahlschlacht einen entschiedenen Sieg errungen. — Nach den scandalösen Wahlagitationen des Piusvereins und der Hansemann-Kühlwetter'schen Konstitutionellen, die alle keine Jesuitenmanöver verschmähten, hätte man ein Resultat, wie das gestrige, nicht erwartet, da von Seiten der demokratischen Partei verhältnißmäßig sehr wenig geschehen. — Die Pfaffenpartei und die mit ihr Hand in Hand gehende konstitutionelle Bourgeoisie, waren bisher die Herren in Aachen. Die Demokratie war bis jetzt nicht organisirt und nur durch einige intelligente und entschiedene Männer vertreten. Aber diese Wenigen haben es vermocht, im entscheidenden Momente, das Volk um das Banner der Demokratie zu schaaren. Unter den hiesigen Wahlmännern gehören circa 80 der demokratischen Partei an. Die Piusvereiner und die Konstitutionellen sind geschlagen; sie haben es erleben müssen, daß ihre Candidaten, natürlich große Bourgeois, gegen einfache Arbeiter glänzend durchfielen. — Wir haben so die besten Aussichten, radikalen Männern unser Mandat übergeben zu können, da, wie wir erfahren, die Wahlen in Eschweiler und Eupen, welche Orte zu unserm Wahlkreise gehören, ebenfalls demokratisch ausgefallen sind. X Elberfeld, 24. Jan. Der beste Beweis, daß die Wahlen durchaus gegen Wunsch und Willen der hiesigen Heulerschaft ausgefallen, liegt in dem gänzlichen Stillschweigen der Wupperthaler „Galgenzeitung“ Sie sagt heute auch nicht ein einziges Wörtchen. O arme Schlucker! Daniel von der Heydt und Wülsing und Herrman von der Heydt, v. Hurter, Jul. Gottschalk, de Werth und viele Andere aus der Crême des Wupperthaler Heulerthums sind mit dem größten Glanze — durchgefallen! Auf Seite des Volks sind Hecker, Präsident der Handelskammer, Höchster u. A. durchgesetzt worden. Das könnte doch den frommen und „schwarz-weiß“-wüthigen Herren die Augen öffnen! Die Chefs der hiesigen Heuler haben eine Schlappe davongetragen, die sie nie wieder gut machen können. Daß die reichsten Heuler Elberfelds, wie Dan. von der Heydt (Bruder des gottbegnadeten Handelsministers), de Werth und andere Millionäre so schnöde von den Urwählern zurückgewiesen wurden: wird gar manches gefährliche Gallenfieber zur Folge haben. 12 Aus dem Bergischen, 21. Jan. Mit Beziehung an den Artikel _ Vom Rheine in dem heutigen Blatte dieser Zeitung, muß ich bemerken, daß, wenn man aus dem, was Stiehl geworden ist, allerdings erkennen kann, wohin das Gouvernement will, man dies doch noch besser aus dem erkennen kann, was Diesterweg noch nicht wieder geworden ist. Dieser Mann, der als Einer der ersten Vertreter der Ideen unserer Zeit hinsichtlich der Volksschule (denn von seinen politischen Ansichten ist's am besten zu schweigen, wenn man den Mann nicht blamiren will) angesehen wird und werden muß, dieser Mann, den Eichhorn, eben weil er dieser Vertreter war, von seinem Amte, buchstäblich gesagt, wegquälte, er ist noch immer ohne Anstellung, und nicht er, sondern ein Stiehl präsidirt der Kommission, die über die Lehrerbildung, d. h. über die Zukunft unseres Volkes, Berathung hält. Darin liegt Alles, für den Denkenden und Fernsehenden liegt mehr darin, als in dem, was Brandenburg, Manteuffel und Wrangel zusammen thun. Also wieder die alte bekannte Heuchelei des Fortschritts, nur zeitgemäß zugestutzt und noch raffinirter als ehemals. 103 Berlin, 22. Januar. Da Excellenz Rintelen noch immer mit der Antwort für Temme auf sich warten läßt, so hat Temme, dessen Gesundheit sehr angegriffen ist, wie Briefe an seine Familie melden, nachfolgendes Beschleunigungsgesuch an den verantwortlichen (?) Justizminister eingereicht, das ich mich beeile, Ihnen abschriftlich mitzutheilen. Excellenz! Am 12. d. M., also vor länger als 8 Tagen, habe ich bei Ew. Excellenz angetragen, wegen des durch den Paderborner Beschluß erhobenen Kompetenzkonfliktes mich meiner Haft sofort zu entlassen und meine Amtssuspension aufzuheben. Bis heute bin ich ohne Bescheid. Ich bin es mir, meiner Familie und dem in mir schwer verletzten Rechte schuldig, meiner Seits alles Erlaubte zu versuchen, um dem Zustande des Unrechts, unter dem ich leide, ein Ziel zu setzen. Daher dieses Beschleunigungsgesuch. Gründe für meinen Antrag habe ich nicht mehr aufzustellen. Wenn die von mir bisher vorgetragenen, wenn die von der öffentlichen Stimme des ganzen deutschen Landes vorgebrachten, nicht überzeugen, so muß jedes fernere Anbringen von Gründen als etwas Vergebliches betrachtet werden. Es ist nur zweierlei möglich: Entweder haben Ew. Excellenz die Ueberzeugung, daß ich schuldig, daß ich ein Verbrecher, also ein Hochverräther bin, daß ich mithin mit dem Tode bestraft werden muß. Alsdann war es Ihre unabweisliche Pflicht, jene Hunderte, die vollkommen mit mir in demselben Reat sind, gleichfalls zur Untersuchung und Haft ziehen zu lassen. Bis jetzt ist aber noch kein einziges Gericht auch nur gegen Einen derselben eingeschritten und Ew. Excellenz haben kein Gericht dazu angehalten. Oder Ew. Excellenz haben jene Uebezeugung nicht, haben also die Ueberzeugung, daß ich unschuldig bin. Dann hatten Ew. Excellenz schon vor vier Wochen die nicht minder unabweisliche Pflicht: wenn Sie auch nicht die Untersuchung selbst ohne Weiteres niederschlagen konnten, doch sofort die in Folge derselben gegen mich verübten Ungerechtigkeiten aufzuheben, Ungerechtigkeiten, die mir gegenüber nicht von einem Gerichtshofe, sondern von einer feindlichen Partei ausgegangen, die also nur Akte der Willkür und Gewalt sind und die ganz Deutschland, ja selbst das Ausland als eine Schande der preußischen Justiz bezeichnet. Auch das haben Ew. Excellenz nicht gethan. Anstatt dessen haben Sie einen Kompetenzkonflikt herbeigeführt, von dem kein Ende abzusehen und mich halten Sie unterdeß im Gefängniß, ja im Zuchthause, ohne Rücksicht auf den Anstand, den alle Regierungen gegen politische Gefangene, den selbst eine hessische Regierung in jenen trüben Zeiten gegen Jordan nicht aus den Augen ließ; ohne Rücksicht auf meine leidende Gesundheit, die in den ungesunden Räumen dieses Hauses täglich mehr angegriffen wird, so daß ich schon seit 14 Tagen trotz der ärztlichen Behandlung nicht mehr frei von Fieber bin. Es wäre freilich noch ein dritter Fall denkbar. Es wäre der, daß es nicht mehr in der Macht Ew. Excellenz steht, Ihre Ueberzeugung geltend zu machen, daß Sie dieselbe einem höheren Willen unterordnen müssen. Ich sträube mich, diesen Fall als möglich zu denken, wiewohl selbst die öffentlichen Blätter darauf hindeuten. Ich sträube mich um Ihrer persönlichen, um Ihrer amtlichen Ehre willen. Ew. Excellenz haben unterm 11. d. M. öffentlich vor dem Lande erklärt, daß Sie kein Theil haben an den Verfolgungen der Gerichte gegen einzelne Abgeordnete. Ich muß Ihnen mit der über diese Erklärung vielfach laut gewordenen öffentlichen Stimme zurufen: Wollen Sie, daß man Ihnen glauben soll, so bestätigen Sie Ihre Worte durch Werke. Heben Sie sofort das Unrecht wieder auf, das gegen mich verübt worden. Jeder Tag, den Sie es fortbestehen lassen, macht Sie sonst mehr zu einem Mitschuldigen an demselben. Münster, 20. Januar 1849. Temme. X Berlin, 22. Januar. Endlich hat unser Magistrat politisches Schaamgefühl genug gehabt, den vielfach laut gewordenen und auch von uns letzthin berührten Mißtrauensäußerungen betreffs der Abgrenzung der größern Wahlbezirke die gebührende Rechnung zu tragen. „Zwar spät kommt ihr, doch ihr kommt“, — heißt es von unserer städtischen Behörde. Die heutigen Morgenblätter bringen uns nämlich eine vom 20. d. datirte Bekanntmachung des Magistrats, wonach die Residenz in vier größere Wahlbezirke eingetheilt wird. Davon wählen der erste mit 438 Wahlmännern drei, die andern 3 Bezirke mit resp. 294, 292, 293 Wahlmännern je zwei Abgeordnete. Die Garnison figurirt darin in 17 Wahlabtheilungen mit 68 Wahlmännern, beläuft sich also auf 17,000 Mann oder etwas darüber, und ist ebenfalls streng nach der geographischen Lage ihrer Kasernen in die vier größern Wahlbezirke vertheilt. — Soweit uns die Stimmung der Stadt nach ihren einzelnen größeren Bezirken bekannt ist, können wir mit ziemlicher Bestimmtheit voraussagen, daß diese von der öffentlichen Meinung erzwungene rechtzeitige und daher nothwendig unparteiische Abmarkung der Wahlbezirke, eine entschiedene Niederlage der reactianären Partei zur Folge haben wird. — Bei der Zersplitterung der heutigen Urwahlen in 287 durch die ganze Stadt zerstreute Lokale, ist es unmöglich, bis zum heutigen Postschluß irgend ein übersichtliches Resultat der gesammten Wahlen zu haben. Was wir bis jetzt (4 Uhr Nachm.) aus den verschiedensten Stadttheilen in Erfahrung bringen, bestätigt unsere gestrige Voraussage. Es steht fest, daß 2/3 bis 3/4 der Urwahlen im liberalen Sinne, und von diesen sogar der größere Theil in rein demokratischer, mitunter auch sozialer Färbung ausfallen wird. Die genauern Zahlenangaben uns bis morgen vorbehaltend, können wir doch schon heute als ziemlich durchgreifende Thatsache feststellen, daß in vielen Bezirken selbst die halbliberale Bourgeoisie ihre Candidaten gegenüber der reinern demokratischen Färbung nicht durchzusetzen vermocht hat. In einzelnen Bezirken hat freilich die Reaktion vollständig gesiegt; in den bei weitem meisten aber hat sie eine eben so vollständige Niederlage erlitten. Auch können wir schon, und zwar zu unserer großen Genugthuung, konstatiren, daß die Arbeiter, trotz der zahlreichen Einschüchterungsversuche von Seiten der Arbeitgeber, ihre wahren Interessen durch demokratische und sozialistische Wahlen geschützt haben. Als einzelne bezeichnende Züge wollen wir auch erwähnen, daß z. B. der Dr. Ed. Meyen, in einem der wohlhabenderen Bezirke der Friedrichsstadt zum Wahlmann gewählt wurde; während andererseits der ehemalige Bürgerwehrmajor Benda, dem noch zu Neujahr sein früheres Bataillon ein Ehrengeschenk gemacht hatte, trotz achtmaliger Abstimmung und trotz seiner wirklich nicht illiberalen Gesinnungsweise, seine Wahl gegenüber den demokratischen Candidaten nicht durchsetzen konnte. Ob er dieses Mißgeschick der vor einigen Tagen durch den Hof ihm gewordenen Auszeichnung mit dem rothen Adlerorden verdankt, wagen wir nicht zu bestimmen. Interessante Aufschlüsse und Zugeständnisse über die hiesigen Stimmungen enthält der leitende Artikel unserer heutigen „Vossischen,“ der man das Verdienst nicht absprechen kann, daß sie bis zu einem gewissen Grad ein, wenn auch unklarer Spiegel der Ansichten und Meinungen einer zahlreichen und daher immer schwer in die Wagschale fallenden Klasse unserer Bevölkerung ist. Es ist daher sehr beachtenswerth, wenn dieselbe heute zugesteht, daß es der „volksthümlichen Partei“ in den letzten Tagen „gelungen, eine bessere Stellung zu gewinnen, und vielleicht gerade dadurch, daß die Gegenpartei“ (d. h. Harkort'sche, von der eingestanden wird, daß sie „weder bedeutende Geldopfer noch persönliche Anstrengungen gescheut, um ein günstiges Resultat herbeizuführen“) „zu heftig und unklug auftrat“, was in gewöhnliches Deutsch übersetzt, heißen will: daß durch die Bemühungen der demokratischen Partei, und namentlich durch den Abdruck und die Verbreitung der von uns am 12. d. M. gegebenen Enthüllungen über das eigentliche Wesen der sich konstitutionell-monarchisch nennenden Partei, die Bevölkerung über Das aufgeklärt ward, was des Pudels eigentlicher Kern sei. Wenn es ferner in diesem Artikel heißt: „Man erkannte wohl, daß es sich weniger um den politischen als eigentlich um den viel gefährlichern sozialen Feind handelte. Viele handeln in diesem Augenblicke aus Sorge für ihren Besitz gegen ihre politische Ueberzeugung“: — so verkennen wir zwar hierin nicht die Absicht, zaghafte Gemüther noch im letzten Augenblick, da man auf sie einwirken konnte, durch den viel benutzten und beliebten Popanz des Communismus einzuschüchtern und zu erschrecken. Wir konstatiren aber auch mit Vergnügen, daß eben die soziale Frage in den Vordergrund tritt. Die Zeit wird nicht ausbleiben, wo die allgemeine Intelligenz erstarkt genug sein wird, um einzusehen, daß die politische und die soziale Frage so wenig von einander zu trennen sind, als Weg und Ziel, und daß die Lösung der letztern nur durch eine Reihe politischer Evolutionen und Revolutionen möglich ist. Wozu unsere gottbegnadete Regierung die sauer erpreßten Gelder der Steuerpflichtigen verwendet, davon liegt uns ein amtlicher Beleg in einem Couvert vor, das den gestrigen Stadtpoststempel und die gedruckte Aufschrift: „Portofreie Korrespondenz des Komité zur Erfrischung der Berliner Garnison“ trägt. Aus der unter diesem Couvert versandten Aufforderung „an unsere Mitbürger,“ welche, soviel wir wissen, noch nirgends veröffentlicht worden, ersahen wir, daß dieses Komité unter Beiwirkung der Militair-Behörden entstanden und daß die Postämter der Provinzen zur portofreien Beförderung der einlaufenden Gelder angewiesen sind. Nachschrift 6 Uhr Abends. Alle weiteren Berichte, die uns zugehen, konstatiren das glänzende Durchfallen der reaktionären Partei in den meisten Bezirken. Fast alle ihre Sommitäten sind in mehrfachen Scrutinien unterlegen, während die demokratischen Kandidaten fast überall beim ersten Scrutinium bedeutende Majoritäten erhielten. Trendelenburg z. B. kam in 6 Abstimmungen von 109 auf 76 Stimmen herab, trotz der unglaublichen Bemühungen, welche die Harkortsche Partei noch im Wahllocale für ihn gemacht hatte. Ebenso konnten Schaper, Schmückert, Naunyn, Stahl, u. a. m. ihre Wahl nicht durchsetzen. Borsig, der ein eigenes Lokal für die Wahlen in seinem Bezirk hergegeben hatte, fiel so in seinem eigenen Hause durch. Er brachte es nicht über 96 Stimmen, während die demokratischen Kandidaten 180 Stimmen erhielten. Wo übrigens die Reaktion den Sieg davon trug, geschah es nicht ohne heftige Opposition und meist nur mit geringen Majoritäten nach mehreren Scrutinien. Auch die Umgebung von Berlin schickt uns erfreuliche Berichte zu. So fiel in Schöneberg der berüchtigte Andreas Sommer gegen den demokratischen Agitator Dr. Moritz Löwinson durch. Auch die andern 5 Wahlmänner in Schöneberg gehören der demokratischen Partei an. * Breslau, 20. Januar. Heute ist hier folgendes Plakat an den Straßenecken zu lesen: „Preis-Courant“ Es ist uns zu Ohren gekommen, daß viele der unbemittelten Urwähler für ihre den Freunden für ungesetzliche Ordnung geleisteten Unterschriften zu gering bezahlt und dadurch übervortheilt werden. Im Interesse des öffentlichen und heimlichen Verkehrs, welcher durch ein ferneres Herabdrücken der Preise empfindlich leiden würde, halten wir es demnach für angemessen, ein für allemal folgenden Preis-Courant Käufern und Verkäufern zur Nachachtung zu veröffentlichen. Stimmen für: 1) demokratische Wahlmänner kosten nichts, auch werden auf der Börse keine Geschäfte mit ihnen gemacht; 2) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold gefärbt, à Stück 1 Thlr. 5 Sgr.; 3) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarzrothgold und schwarzweiß gesprenkelt, à Stück 1 Thlr. 20 Sgr.; 4) für konstitutionelle Wahlmänner, schwarz und weiß gescheckt, à Stück 2 Thlr. 5) für konstitutionelle Wahlmänner von reinstem reaktionairen Wasser, à Stück 5 Rthlr. Gold. Indem wir alle Urwähler, welche in den genannten Artikeln Geschäfte machen, auf diese Preise verweisen, bemerken wir noch ausdrücklich, daß der Handel in den letzten beiden Nummern am lebhaftesten geht und wahrscheinlich zum 21. d. M. seinen Höhepunkt erreichen dürfte. — Käufern, wenn sie auch bedeutende Partien auf einmal übernehmen, kann wegen der lebhaften Nachfrage kein Rabbatt bewilligt werden. Breslau, den 20. Januar 1849. Das allerkonstitutionellste Wahlkomité. Prag, 18. Jan. Ungeheures Aufsehen macht die bekanntgewordene Forderung des Fürsten Windischgrätz, ihm die Akten über die hiesigen Juniereignisse einzusenden. Vorgestern sind sie vollständig an ihn abgegangen. Wohl mit Recht nennt man als Grund Dies Porto beläuft sich auf 75 Thlr. und einige Groschen.

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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 2 (Nummer 184 bis Nummer 301) Köln, 1. Januar 1849 bis 19. Mai 1849. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 204. Köln, 25. Januar 1849, S. 1112. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz204_1849/2>, abgerufen am 14.10.2019.