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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 160. Köln, 5. Dezember 1848. Beilage.

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Nach Vorlesung des Protokolls zeigt Malleville an, daß Präsident Marrast ein Danksagungsschreiben vom Nuntius erhalten habe, welches also laute:

Herr Präsident der National-Versammlung!
Der Edelmuth der Gefühle für den heil. Vater, welche heute von der National-Versammlung in so glänzender Weise ausgesprochen wurden, hat mich in tiefster Seele gerührt.
Ich kann nicht unterlassen, Ihnen unmittelbar die Anerkennung auszusprechen, von der ich für die Regierung der Republik durchdrungen bin, so wie für die Vertreter Frankreichs, jener Nation, die nie die edlen Instinkte ihrer traditionellen Ergebung vergessen dürfte.
Genehmigen Sie, Hr. Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung etc. etc.
Paris, 1. Dezember.
[unleserliches Material] (gez.) Erzbischof von Nicea, apostolischer Nuntius.
Auf dieses Schreiben hat Marrast Folgendes geantwortet:
Herr Nuntius!
Ich werde mich beeilen, der National-Versammlung den Brief mitzutheilen, den Sie mir zuzusenden die Ehre erwiesen. Organ der Souverainität des Volks, entsprach die National-Versammlung den Gefühlen der ganzen Nation, als sie ihre lebhafte und tiefe Sympathie für den heil. Vater kund gab. Die Republik, welche das Recht hat, unter den Traditionen der Vergangenheit sich auch auf diejenige zu berufen, welche darin besteht, allen Unglücklichen zur gastfreundschaftlichen Zufluchtsstätte zu dienen, theilt ganz Ihre Anerkennung der erhabensten Tugenden. Das Votum der National-Versammlung, indem es die von der Vollziehungsgewalt ergriffene Initiative gut hieß, hat Ihnen hinlänglich beweisen können, welchen Empfang der erlauchte Pontifex bei seinem Eintritt in das Gebiet des republikanischen und katholischen Frankreichs zu gewärtigen habe. Er wird allen Respekt finden, welcher seiner hohen Lage zukommt und diese Beweise des Herzens werden so rührend und aufrichtig sein, wie Alles, was der Glaube und die Freiheit einflößen.
Genehmigen Sie, Herr Nuntius, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.
Paris, 1. Dezember 1848.
(gez.) A. Marrast

Nach Vorlesung dieser Aktenstücke, die wir so schnell als möglich am Tische des Moniteur kopirten, nahm die Versammlung die Berathung des Budgets des Kriegsministeriums wieder auf.

Bineau, Besancon, Souteyra, Julien, Lacroix, Berryer, Tassel, Goudchaux, Duclerc u. m. a. nehmen an der Debatte Theil.

Lagrange unterbricht die Büdgetdebatte und trägt darauf an, die Versammlung moge doch endlich über die Anträge entscheiden, welche von ihm und von Pierre Leroux, so wie von einer Menge unglücklicher Petenten rücksichtlich der Juni-Deportirten gestellt worden seien. Der Termin zur Präsidentenwahl rücke heran, es sei also doch wohl hohe Zeit, daß man sich des Volkes annehme.

Lamoriciere bemerkt, daß er als Kriegsminister selbst einen ähnlichen Antrag gestellt habe, der demnächst zur Entscheidung gebracht werden solle

Die Versammlung beschließt, die Juniräuber nach dem Büdget vorzunehmen.

Ein Mi[t]glied verlangt, daß auch die Kranken in den Hospitälern am 10. December mitstimmen sollen.

Dufaure erwidert einige Worte und verspricht einen Antrag hierüber zu bringen oder spezielle Maßregeln hiefür zu treffen.

Die Versammlung setzt das Finanzbüdget ohne wesentliches Interesse fort.

Charles Dupin findet, daß die provisorische Regierung zu sehr unter dem Tabackspersonal gewüthet.

Garnier Pages vertheidigt sich. Man habe wohl daran gethan, diesen faulenzer Generalstab zu lichten. (Beifall.)

Auch der Postdienst ruft eine Debatte hervor. St. Priest rügt einige Mängel.

E. Arogo, Verfasser der "Aristrokatien" und Postdirektor, gibt einige interessante Aufschlüsse, unter Andern hört man, daß die fahrenden Briefträger langsamer sind als die zu Fuße gehenden u. s. w.

Schluß der Sitzung um 6 1/4 Uhr.

Rußland.
*

Bloß auf der Strecke von Brody bis Wlodzimierz, 20 Meilen, sind unter dem Oberbefehl des General-Lieutenants Saß über 60,000 Mann Truppen aufgestellt. Dieser aus Kämpfen gegen die Tscherkessen her bekannte General ist dazu bestimmt, die Grundlage einer zweiten heiligen Allianz in Deutschland legen zu helfen. Sollten wir Deutsche noch länger die Segnungen der Herrschaft "von Gottes Gnaden", des Windischgrätzens, Wrangeln's und Knutens nicht vollständig begreifen wollen oder können: so wird Saß sein Scherflein dazu beitragen, uns dies Begreifen zu erleichtern. Bei allen rnssischen Offizieren steht die Ueberzeugung fest, daß im nächsten Frühjahr der letzte und größte Feldzug des Absolutismus und der Contrerevolution gegen die Revolution beginnt. Denn wegen Sicherstellung seiner Gränzen bedürfte Rußland dieser Heeresmassen nicht. Ist es doch mit dem offiziellen Preußen und Oestreich im innigsten Einverständnisse und sind doch preußischer und östreichischer Seits die Gränzen so gut wie entblös't. Preußen und Oestreich bilden die Avant-, Rußland die Arrier-Garde der Contrerevolution.

Stettin, 24. Novbr.

Ich befand mich mit auf dem Extrazuge, welcher am Montag den 13. d. M. von hier nach Berlin abging, aber nur bis Bernau kam, weil Se. Excellenz der wirkliche General der Kavallerie Herr v. Wrangel aus militairischen Rücksichten Bedenken trug, ein Corps von 600 unbewaffneten Bürgern in die von ihm in Belagerungszustand versetzte Hauptstadt einrücken zu lassen. Ich gehörte zu denen, welche von Angermünde mit dem von Stettin kommenden Abendzuge nach Berlin fuhren, wo wir spät Abends ankamen. Am anderen Morgen durchstreifte ich mit einigen Freunden die Straßen und traf in der Nähe der Charlottenstraße auf eine Militärpatrouille; stillstehend, um zu sehen, von welchem Regiment sie sei, wurde ich von dem sie befehligenden Offizier nach der Bedeutung des Zettels gefragt, den ich vorne am Hute trug und der die Worte enthielt: "Ehre der Nationalversammlung! -- Stettin." Nachdem ich ihm dieselbe auseinandergesetzt, ließ er mich, ungeachtet ich mich erbot, den Zettel herunterzunehmen, von seinen Soldaten arretiren und ungeachtet meiner Protestation ins Schauspielhaus transportiren, welches gepfropft voll Militär war. Hier wurde ich von dem Offizier "des Hochverraths und stiller Aufforderung zum Aufruhr" angeklagt. Nachdem ich hier eine kurze Zeit zugebracht hatte, führte man mich in die Königliche Bank, wo von Offizieren meine Papiere in Beschlag genommen wurden. Von dort führte man mich durch einen Mauerdurchbruch zur Hausvoigtei, nahm mir hier Uhr und Börse ab und sperrte mich in ein Zimmer zu zwei fliegenden Buchhändlern und einem Schneidergesellen. In der Nacht um Eilf wurden wir von Soldaten abgeholt, und in den Hof des Bankgebäudes geführt, dort angelangt, sagte ein Hauptmann zu den Soldaten: Ihr haftet mit Eurem Kopf für diese Gefangenen; es "sind Hochverräther und Verräther an unserem gnädigen Könige!" Ich hatte alle Mühe, dem tapferen Mann nicht laut ins Gesicht zu lachen. -- Wir wurden darauf nach der Stadtvoigtei abgeführt, wo man uns ein ganz schlechtes Loch zum Aufenthaltsort anwies. Von hier brachte man mich zu einer Art von Verhör vor eine Polizeiperson; als dies zu Ende war, bekam ich ein gutes Zimmer, in dem ich drei Tage lang blieb; von da transportirte man mich mit sieben Anderen, darunter der K. G. Assessor Wolff und der Kaufmann Dietrich aus Berlin, nach Moabit ins pensylvanische Gefängniß, wo ich vier Tage einsam in einer Zelle zubringen mußte und Zeit hatte, einige ernste Betrachtungen über die Habeas-Corpus-Acte anzustellen. Zwar theilte mir schon am Sonntage der Staatsanwalt in Gegenwart des Direktors Bormann mündlich mit, meine Entlassung sei am Sonnabend von Hern. v. Wrangel bereits dekretirt, aber erst am Dienstag Vormittag schlug die Stunde meiner Befreiung; ich ließ mir ein Zeugniß darüber ausstellen, ließ mir in der Hausvoigtei meine Uhr und den Rest meines Geldes -- man hatte sich nämlich für das mir in diesem ehrwürdigen Hause freundlich gewährte Unterkommen mit wenigstens vierfacher Kreide bezahlt gemacht -- zurückgeben, und schied von Berlin mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ein Heer, welches unter den Befehlen eines kriegserfahrenen Feldherrn die verfassungsmäßig gewährleistete Freiheit der Person und des Eigenthums und die gesetzliche Ordnung mit soviel Umsicht und Energie schon gegen friedfertige und waffenlose Bürger zu vertheidigen wisse, sicherlich wahre Wunder von Tapferkeit thun werde, sollte es einmal gelten, jene beiden herrlichen Güter gegen Leute zu schützen, welche thörichterweise einmal mit den Waffen in der Hand und hinter sogenannten Barrikaden dem Herrn v. Wrangel zu beweisen geneigt sein möchten, daß "seine" Auffassung von Gesetz und Ordnung durchaus nicht nach ihrem Geschmacke ist. Aber ernsthaft: Lebhaftes Bedauern den achtungswerthen Männern, wie sich deren gewiß auch im Heere Viele finden, welche nur noch durch mindestens sonderbare Begriffe von militärischer Ehre von dem Rücktritt aus einer Stellung abgehalten werden, in der sie, die vielleicht schon auf dem Schlachtfelde kriegerischen Ruhm sich erworben, sich zu den niedrigsten Schergendiensten müssen brauchen lassen!

Stettin, den 24. November 1848.

Rudolf Döbel, Kaufmann.

Für den demokratischen Central-Ausschuß in Berlin sind bei der Expedition dieser Zeitung ferner eingegangen:

Von Paderborn 11 Thlr. 12 Sgr. 6 Pfg. Von Gerresheim 4 Thlr. 20 Sgr. Von Neustadt an der Hardt in einem Wechsel 31 Gulden.

Zusammen 635 Thlr. 8 Pfg. u. 31 Gulden 48 Kr.

Von der Expedition gestempelte Listen liegen zur Unterzeichnung offen bei:

A. Steinstraßer, Perlenpfuhl;
Halin, Borse;
Hamspohn, Freischütz, Hochstraße;
Eiser, beim Eingange während der Volksversammlungen;
J. Obladen, Streitzeuggasse;
Stollwerk, Schildergasse.

Köln, den 4. Dezbr. 1848.

Handelsnachrichten. [irrelevantes Material]

Civilstand der Stadt Köln.

Den 29. November 1848.

Geburten.

Jos., S. v. Nicol. Rehard, Steinhauer, Mariengartengasse. -- Maria Ther. Hubert., T. v. Joh. Martin Hospelt, Schreinerm., Weberstr. -- Math., S. v. Heinr. Becker, Schneider, Machabäerstr. -- Joh. Wilhelm., T v. Wilh. Wiegand, Zimmermeister, Carthäuserw. -- -- Margar., T. v. Joh. Aug. Dorandt, Schuhm., St. Apernstr. -- Friedr., S. v Seb. Röttgen, Tagl., Wilhelmstr. -- Christ., T. v. Pet. Lenz, Fabrikheizer, Plankg. -- Friedr., S. v. Laur. Zerfos, Maurer, Spulmannsg. -- Joh. Christ., T. v. Georg Jos. Roeder, Sattler, Kühegasse.

Sterbefälle.

Cathar. Thelen, geb. Limburg, 79 J. alt, Kammachergasse. -- Karl Jos. Hub. Hennes, 5 T. alt, Blaubach. -- Joh. Wallraff, 3 T. alt, Zugasse. -- Corn. Zedt, Wollenweb., 62 J. alt, verheir., Weberstr. -- Sophia Schmickele, geb. Füsgen, 38 J. alt, Weißbütteng.

Heirathen.

Peter Königsfeld, Schuster, v. Liebour, und Elisab. Zündorff, v. Vingst. -- Herm. Jos. Nusbaum, Schneider, v. Eggersheim, und Ther. Carol. Krewet, v. Ruthen. -- Joh Lucas Paffrath, Spezereih., Wittwer, v. hier, und Maria Cathar. Kramer, v. Hopsten. -- Wilh. Becker, Zuckerarb., v. Waldbreitbach, und Maria Sophia Seiler, v. Jülich -- Pet. Jos. Baden, Bierbr., v. Zülpich, und Rosa Trimborn, v. hier. -- Pet. Fuchs, Schlosserges., u. Sib. Schüll, Wittwe Düssel, beide v. hier. -- Joh. Jacob Weyand, Schuster, v. Obercostens, und Gertr. Becker, v. Cochem. -- Heinr. Vianden, Maler, v. Poppelsdorf, und Magdal. Franc. Wilhelm. Krüppel. v. Zülpich. -- Joh. Math. Heck, Schreinerges., v. hier, nnd Christ. Hubert Götzgen, v. Niederzier. -- Joh Hieb, Steinh., und Sophia Roggendorff, beide v. hier. -- Friedr. Aug. Hiller, Unteroff., v. Dahme, und Maria Agnes Arnoldi, v. Bonn. -- Heinr. Wipperfürth, Teppichweber, v. hier, und Gertr. Hecker, v. Mülheim am Rh. -- Pet. Jos. Klein, Tagl., v. hier, und Carol. Breunig, v. Siegburg. -- Herm. Jos. Haaß, Seilerges., v. hier, und Anna Cathar. Müller, v. Heumar. -- Franz Saur, Strumpf-Fabrikant, v. Gustorf, und Agnes Martion, Wehrg. -- Joh. Mengan, Gastwirth, und Adelh. Schallenberg, beide v. Pulheim.

Anzeigen.

Schifffahrts-Anzeige.

Köln, 4. Dezember 1848.

Angekommen: H. Lübbers von Wesel.

Abgefahren: M. Roth nach dem Obermain. L. Hermann nach Kanstadt. Fr. Müssig nach Heilbronn.

In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. Joh. Linkewitz. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer u. H. Schumacher. Nach Koblenz, der Mosel und Saar Jos. Zeiler. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar J. M. Hain. Nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Seb. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Roth. Nach Worms und Mannheim Wwe. A Dunk. Nach Heilbronn F. Kühnle. Nach Bingen Wb. A. Dunk. Nach Kannstadt und Stuttgart Joh. König.

Nach Rotterdam Kapt. Cosen Köln Nr. 15.

Nach Amsterdam Kapt. Kalfs Köln Nr. 2.

Rheinhöhe am 4 Dez. 10' 4".

Bekanntmachung.

Donnerstag den siebenten Dezember 1848, Voemittags elf Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln verschiedene Mobilien, als: ein Tisch, ein Sekretär, ein Sopha, eine Kommode, einen Spiegel und ein Ofen nebst Rohr etc., öffentlich versteigert werden.

Der Gerichtsvollzieher, Brochhausen.

Versteigerung.

Am Mittwoch den 6. Dez. 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Stühle mit Rohrsitzen und Consol von Mahagoni, Spiegel, Tische und Schränke, Küchengeräthschaften und eine Kommode von Nußbaumholz etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.

Der Gerichtsvollzieher, Clören.

Geschäftsverlegung und Empfehlung.

Unseren geehrten Geschäftsfreunden hiermit die Anzeige, daß wir mit dem heutigen Tage unsere Wohnung aus der Schildergasse Nr. 14 in Nr. 1A der Columbastraße verlegten.

Wir bitten gleichzeitig um die Fortdauer des uns bisher geschenkten Zutrauens unter der Versicherung der reelsten Bedienung und empfehlen uns auf's Neue dem geehrten Publikum in Anfertigung von Kleidungsstücken nach den neuesten Facons.

Für die Winter-Saison ist unser Lager in den modernsten Rock,- Hosen- und Westenstoffen auf das reichhaltigste assortirt, die wir zur Anfertigung geneigtest empfehlen.

Köln, 1. Dezember 1848.

H. J. Schultz & Comp.

Herren-Kleidermacher, Columbastraße Nr. 1A.

Die Eröffnung meiner Gastwirthschaft

zeige ich hiermit ergebenst an, und bitte zugleich um geneigten Zuspruch. Die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste können einer guten und prompten Aufwartung gewiß sein, da ich die Einrichtung getroffen habe, daß ich ausser gutem Bier, Branntwein und Liqueuren, auch eine gute Portion Essen verabreichen kann.

Heinrich Schmitz, Lintgasse Nr. 2 in Köln.

Geschäfts-Eröffnung.

Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage in der Follerstraße Nro 90 eine

Bierbrauerei und Wirthschaft

eröffne.

Mein Bestreben wird stets sein durch gute Getränke und Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Gäste zu erwerben.

Köln, den 3. Dezember 1848

Paul Schmitz, Follerstraße Nro. 90.

Die Darlehnskasse für hütfsbedürftige Handwerkermeister

wird am 6. Dezember ihre Wirksamkeit beginnen. Darlehen Suchende wollen ihre Anträge schriftlich im Lokale des Gewerbvereins abgeben.

Der Ausschuß.

HOTEL DE RUSSIE,

Longue rue neuve 68,

BRUXELLES.

Journaux et Bibliotheque.

SALLE DE BAINS.

Table d'hote a 4 hres 1/2.

Inserat.

Ans zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß der bekannte Bf. vom Abgeordneten Schlink (an den hiesigen Präsidenten Schwarz) ist; der Sohn von Schwarz hat ihn an Brüggemann gegeben.

Eine verheirathete Frau wünscht einige Stunden täglich Beschäftigung für häusliche Arbeit. Zu erfragen Breitstraße Nr. 70.

Motto: Bange machen gilt nicht Herr Hölterhof.

Sie werfen dem Beigeordneten Bürgermeister Herrn Schenk in Nr. 322 der Kölnischen Zeitung vor, daß er kein Gedächtniß mehr dafür habe, in welch' hohem Maße die Metropole der Rheinprovinz unter dem preußischen Scepter zu einer nie geahnten Wohlfahrt gediehen sei etc. die Wohlthaten des Domes betreffend.

Glauben Sie etwa, daß ein Ehrenmann deshalb sich und das Vaterland verkaufen, und das Gefühl für Recht außer Acht lassen soll. Zuerst liefern Sie, uns den Beweis, daß Köln und mit ihr die Rheinprovinz in den 34 Friedensjahren nicht eben so gut, vielleicht noch besser durch sich selbst wie auch unter einem andern Scepter dahin gekommen wäre, wo es jetzt ist. Und hat durch den Wohlstand der Rheinprovinz nicht auch das Scepter seinen Vortheil dnrch hohe Besteuerungen aller Art gehabt? Wenn Sie aber noch nicht wissen sollten, wodurch der Wohlstand Kölns und der Rheinprovinz hervorgegangen ist, so wollen wir es Ihnen sagen. Der Wohlstand ist namentlich durch die Lage Kölns seit dem Entstehen der Dampfboote unter Mitwirkung der Rührigkeit der Gewerbe in Köln's Mauern und den Uferstädten des Rheines eingekehrt. Was nun die jährlich verwandte Summe des Königs für den Dom betrifft, so haben wir Ihnen hierauf zu erwiedern, daß wir dieselbe nicht bedürften, wenn die Krone, die vom verstorbenen Erzbischofe Clemens August reklamirten Güter des Domes zurückerstattet hätte. Mit diesen Mitteln wäre der Dom bereits weiter vorangeschritten.

Was nun endlich die ausserordentliche Beisteuer für den Dom von 12,000 Thlr. betrifft, so scheint es uns, als wenn damit die Gesinnungen der Bewohner Kölns für d[i]e Krone günstig gelenkt werden sollten.

Der Jubel der Bewohner Kölns beim Dombaufeste im August, galt für uns bloß dem geladenen Gaste nicht aber dem Könige.

Sie Herr Hölterhof erklären das Forttagen der National-Versammlung in Berlin für ungesetzlich. Köstlich, also wenn Sie so etwas sagen, so hat die Sache ihre Richtigkeit und die Meinung anderer wollen Sie dadurch fesseln. Sehen Sie sich doch die Massen von Adressen an, die die Nationalversammlung erhielt, und wenn Sie sich belehren lassen, so finden Sie, daß dieselbe gesetzlich ist.

Mehrere Kölner.

Mosel-Dampfschifffahrt.

Täglicher Dienst.

Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar:

von Trier

Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr

von Koblenz

Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr.

Trier, den 23. Oktober 1848.

Die Direktion.

Rheinische Eisenbahn.

Die Inhaber von Erlaubnißkarten zum Begehen der Eisenbahn machen wir darauf aufmerksam, daß diese Karten ihre Gültigkeit verlieren, nachdem die verschiedenen Doppelbahnstrecken dem Betriebe übergeben sind und Begehen dieser Strecken durch fremde Personen mit Gefahr für letztere verbunden ist.

Es wird daher von jetzt an den Inhabern solcher Karten nur der Zutritt zu den Bahnhöfen und Stationen gestattet werden, wonach das Bahn-Personal von uns angewiesen worden ist.

Köln, 21. November 1848.

Die Direktion.

Ein Küfer-Kellner gesucht, bei Halin in der Börse.

Verkauf dreier Pianoforte's.

Von 120 Thlr., 110 Thlr. und 90 Thlr.

Domhof Nr. 13 bei Späner.

Regelmäßige Dampf-Schifffahrt zwischen Antwerpen und Hull und vice versa, durch das englische Dampfboot: "Rob Roy."

Abfahrt von Hull, Mittwoch Nachmittag.

Abfahrt von Antwerpen, Sonnabend Nachmittag.

Nähere Auskunft ertheilen John Foster, belgischer Konsul in Hull.

Charles Grisar et W. J. Marsily in Antwerpen.

In unterzeichneter Expedition ist zu haben:

Blum Gedicht von Ferd. Freiligrath.

Preis 1/2 Sgr.

Der Ertrag ist zum Besten des demokratischen Central-Ausschusses in Berlin.

Die Expedition der "N. Rh. Ztg."

Das Haus Pützgasse Nr. 8- steht zu vermiethen. Näheres Glockengasse Nr. 17.

Verlegene und durch Flecken verdorbene Glacehandschuhe werden sowohl in einzelnen Paaren als großen Partien haltbar und schön schwarz gefärbt. Kupfergasse Nro. 8 bei Handschuhmacher Brabender.

Eine große Auswahl in gesteppten Decken und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens.

D. Kothes, Altenmarkt 69.

Ein ordentliches und geübtes Ladenmädchen (aus Barmen) sucht zu Neujahr ein Unterkommen. Sie würde hauptsächlich auf gute Behandlung sehen. Die Expedition ertheilt nähere Auskunft.

Außer meinen bekannten gut zubereiteten Speisen und gutes Lagerbier

Heute Abend Mainzer Sauerkraut mit Leberklöse in der Restauration Herzogstraße Nro. 7 bei Casp. Hackhausen.

Möblirte Zimmer auf der ersten Etage zu vermiethen. Altenmarkt 46, Zollstraßen-Ecke.

Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.

Theater-Anzeige.

Ich habe dem vielseitigen Verlangen des geehrten Publikums zu entsprechen, Herrn Formes vor seiner Abreise nach Amsterdam, noch auf drei Vorstellungen angagirt, nämlich für Mittwoch den 6., Sonntag den 10. und Montag den 11. d. M.

Dienstag den 5. Dez. bleibt die Bühne geschlossen.

Mittwoch den 6. Dez.

Gastdarstellung des Hrn. Formes, vom Hoftheater in Wien:

"Die Hugenotten."

Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer.

*** Marcel, Hr. Formes als Gast.

Der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

Nach Vorlesung des Protokolls zeigt Malleville an, daß Präsident Marrast ein Danksagungsschreiben vom Nuntius erhalten habe, welches also laute:

Herr Präsident der National-Versammlung!
Der Edelmuth der Gefühle für den heil. Vater, welche heute von der National-Versammlung in so glänzender Weise ausgesprochen wurden, hat mich in tiefster Seele gerührt.
Ich kann nicht unterlassen, Ihnen unmittelbar die Anerkennung auszusprechen, von der ich für die Regierung der Republik durchdrungen bin, so wie für die Vertreter Frankreichs, jener Nation, die nie die edlen Instinkte ihrer traditionellen Ergebung vergessen dürfte.
Genehmigen Sie, Hr. Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung etc. etc.
Paris, 1. Dezember.
[unleserliches Material] (gez.) Erzbischof von Nicea, apostolischer Nuntius.
Auf dieses Schreiben hat Marrast Folgendes geantwortet:
Herr Nuntius!
Ich werde mich beeilen, der National-Versammlung den Brief mitzutheilen, den Sie mir zuzusenden die Ehre erwiesen. Organ der Souverainität des Volks, entsprach die National-Versammlung den Gefühlen der ganzen Nation, als sie ihre lebhafte und tiefe Sympathie für den heil. Vater kund gab. Die Republik, welche das Recht hat, unter den Traditionen der Vergangenheit sich auch auf diejenige zu berufen, welche darin besteht, allen Unglücklichen zur gastfreundschaftlichen Zufluchtsstätte zu dienen, theilt ganz Ihre Anerkennung der erhabensten Tugenden. Das Votum der National-Versammlung, indem es die von der Vollziehungsgewalt ergriffene Initiative gut hieß, hat Ihnen hinlänglich beweisen können, welchen Empfang der erlauchte Pontifex bei seinem Eintritt in das Gebiet des republikanischen und katholischen Frankreichs zu gewärtigen habe. Er wird allen Respekt finden, welcher seiner hohen Lage zukommt und diese Beweise des Herzens werden so rührend und aufrichtig sein, wie Alles, was der Glaube und die Freiheit einflößen.
Genehmigen Sie, Herr Nuntius, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.
Paris, 1. Dezember 1848.
(gez.) A. Marrast

Nach Vorlesung dieser Aktenstücke, die wir so schnell als möglich am Tische des Moniteur kopirten, nahm die Versammlung die Berathung des Budgets des Kriegsministeriums wieder auf.

Bineau, Besancon, Souteyra, Julien, Lacroix, Berryer, Tassel, Goudchaux, Duclerc u. m. a. nehmen an der Debatte Theil.

Lagrange unterbricht die Büdgetdebatte und trägt darauf an, die Versammlung moge doch endlich über die Anträge entscheiden, welche von ihm und von Pierre Leroux, so wie von einer Menge unglücklicher Petenten rücksichtlich der Juni-Deportirten gestellt worden seien. Der Termin zur Präsidentenwahl rücke heran, es sei also doch wohl hohe Zeit, daß man sich des Volkes annehme.

Lamoriciere bemerkt, daß er als Kriegsminister selbst einen ähnlichen Antrag gestellt habe, der demnächst zur Entscheidung gebracht werden solle

Die Versammlung beschließt, die Juniräuber nach dem Büdget vorzunehmen.

Ein Mi[t]glied verlangt, daß auch die Kranken in den Hospitälern am 10. December mitstimmen sollen.

Dufaure erwidert einige Worte und verspricht einen Antrag hierüber zu bringen oder spezielle Maßregeln hiefür zu treffen.

Die Versammlung setzt das Finanzbüdget ohne wesentliches Interesse fort.

Charles Dupin findet, daß die provisorische Regierung zu sehr unter dem Tabackspersonal gewüthet.

Garnier Pages vertheidigt sich. Man habe wohl daran gethan, diesen faulenzer Generalstab zu lichten. (Beifall.)

Auch der Postdienst ruft eine Debatte hervor. St. Priest rügt einige Mängel.

E. Arogo, Verfasser der „Aristrokatien“ und Postdirektor, gibt einige interessante Aufschlüsse, unter Andern hört man, daß die fahrenden Briefträger langsamer sind als die zu Fuße gehenden u. s. w.

Schluß der Sitzung um 6 1/4 Uhr.

Rußland.
*

Bloß auf der Strecke von Brody bis Wlodzimierz, 20 Meilen, sind unter dem Oberbefehl des General-Lieutenants Saß über 60,000 Mann Truppen aufgestellt. Dieser aus Kämpfen gegen die Tscherkessen her bekannte General ist dazu bestimmt, die Grundlage einer zweiten heiligen Allianz in Deutschland legen zu helfen. Sollten wir Deutsche noch länger die Segnungen der Herrschaft „von Gottes Gnaden“, des Windischgrätzens, Wrangeln's und Knutens nicht vollständig begreifen wollen oder können: so wird Saß sein Scherflein dazu beitragen, uns dies Begreifen zu erleichtern. Bei allen rnssischen Offizieren steht die Ueberzeugung fest, daß im nächsten Frühjahr der letzte und größte Feldzug des Absolutismus und der Contrerevolution gegen die Revolution beginnt. Denn wegen Sicherstellung seiner Gränzen bedürfte Rußland dieser Heeresmassen nicht. Ist es doch mit dem offiziellen Preußen und Oestreich im innigsten Einverständnisse und sind doch preußischer und östreichischer Seits die Gränzen so gut wie entblös't. Preußen und Oestreich bilden die Avant-, Rußland die Arrièr-Garde der Contrerevolution.

Stettin, 24. Novbr.

Ich befand mich mit auf dem Extrazuge, welcher am Montag den 13. d. M. von hier nach Berlin abging, aber nur bis Bernau kam, weil Se. Excellenz der wirkliche General der Kavallerie Herr v. Wrangel aus militairischen Rücksichten Bedenken trug, ein Corps von 600 unbewaffneten Bürgern in die von ihm in Belagerungszustand versetzte Hauptstadt einrücken zu lassen. Ich gehörte zu denen, welche von Angermünde mit dem von Stettin kommenden Abendzuge nach Berlin fuhren, wo wir spät Abends ankamen. Am anderen Morgen durchstreifte ich mit einigen Freunden die Straßen und traf in der Nähe der Charlottenstraße auf eine Militärpatrouille; stillstehend, um zu sehen, von welchem Regiment sie sei, wurde ich von dem sie befehligenden Offizier nach der Bedeutung des Zettels gefragt, den ich vorne am Hute trug und der die Worte enthielt: „Ehre der Nationalversammlung! — Stettin.“ Nachdem ich ihm dieselbe auseinandergesetzt, ließ er mich, ungeachtet ich mich erbot, den Zettel herunterzunehmen, von seinen Soldaten arretiren und ungeachtet meiner Protestation ins Schauspielhaus transportiren, welches gepfropft voll Militär war. Hier wurde ich von dem Offizier „des Hochverraths und stiller Aufforderung zum Aufruhr“ angeklagt. Nachdem ich hier eine kurze Zeit zugebracht hatte, führte man mich in die Königliche Bank, wo von Offizieren meine Papiere in Beschlag genommen wurden. Von dort führte man mich durch einen Mauerdurchbruch zur Hausvoigtei, nahm mir hier Uhr und Börse ab und sperrte mich in ein Zimmer zu zwei fliegenden Buchhändlern und einem Schneidergesellen. In der Nacht um Eilf wurden wir von Soldaten abgeholt, und in den Hof des Bankgebäudes geführt, dort angelangt, sagte ein Hauptmann zu den Soldaten: Ihr haftet mit Eurem Kopf für diese Gefangenen; es „sind Hochverräther und Verräther an unserem gnädigen Könige!“ Ich hatte alle Mühe, dem tapferen Mann nicht laut ins Gesicht zu lachen. — Wir wurden darauf nach der Stadtvoigtei abgeführt, wo man uns ein ganz schlechtes Loch zum Aufenthaltsort anwies. Von hier brachte man mich zu einer Art von Verhör vor eine Polizeiperson; als dies zu Ende war, bekam ich ein gutes Zimmer, in dem ich drei Tage lang blieb; von da transportirte man mich mit sieben Anderen, darunter der K. G. Assessor Wolff und der Kaufmann Dietrich aus Berlin, nach Moabit ins pensylvanische Gefängniß, wo ich vier Tage einsam in einer Zelle zubringen mußte und Zeit hatte, einige ernste Betrachtungen über die Habeas-Corpus-Acte anzustellen. Zwar theilte mir schon am Sonntage der Staatsanwalt in Gegenwart des Direktors Bormann mündlich mit, meine Entlassung sei am Sonnabend von Hern. v. Wrangel bereits dekretirt, aber erst am Dienstag Vormittag schlug die Stunde meiner Befreiung; ich ließ mir ein Zeugniß darüber ausstellen, ließ mir in der Hausvoigtei meine Uhr und den Rest meines Geldes — man hatte sich nämlich für das mir in diesem ehrwürdigen Hause freundlich gewährte Unterkommen mit wenigstens vierfacher Kreide bezahlt gemacht — zurückgeben, und schied von Berlin mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ein Heer, welches unter den Befehlen eines kriegserfahrenen Feldherrn die verfassungsmäßig gewährleistete Freiheit der Person und des Eigenthums und die gesetzliche Ordnung mit soviel Umsicht und Energie schon gegen friedfertige und waffenlose Bürger zu vertheidigen wisse, sicherlich wahre Wunder von Tapferkeit thun werde, sollte es einmal gelten, jene beiden herrlichen Güter gegen Leute zu schützen, welche thörichterweise einmal mit den Waffen in der Hand und hinter sogenannten Barrikaden dem Herrn v. Wrangel zu beweisen geneigt sein möchten, daß „seine“ Auffassung von Gesetz und Ordnung durchaus nicht nach ihrem Geschmacke ist. Aber ernsthaft: Lebhaftes Bedauern den achtungswerthen Männern, wie sich deren gewiß auch im Heere Viele finden, welche nur noch durch mindestens sonderbare Begriffe von militärischer Ehre von dem Rücktritt aus einer Stellung abgehalten werden, in der sie, die vielleicht schon auf dem Schlachtfelde kriegerischen Ruhm sich erworben, sich zu den niedrigsten Schergendiensten müssen brauchen lassen!

Stettin, den 24. November 1848.

Rudolf Döbel, Kaufmann.

Für den demokratischen Central-Ausschuß in Berlin sind bei der Expedition dieser Zeitung ferner eingegangen:

Von Paderborn 11 Thlr. 12 Sgr. 6 Pfg. Von Gerresheim 4 Thlr. 20 Sgr. Von Neustadt an der Hardt in einem Wechsel 31 Gulden.

Zusammen 635 Thlr. 8 Pfg. u. 31 Gulden 48 Kr.

Von der Expedition gestempelte Listen liegen zur Unterzeichnung offen bei:

A. Steinstraßer, Perlenpfuhl;
Halin, Borse;
Hamspohn, Freischütz, Hochstraße;
Eiser, beim Eingange während der Volksversammlungen;
J. Obladen, Streitzeuggasse;
Stollwerk, Schildergasse.

Köln, den 4. Dezbr. 1848.

Handelsnachrichten. [irrelevantes Material]

Civilstand der Stadt Köln.

Den 29. November 1848.

Geburten.

Jos., S. v. Nicol. Rehard, Steinhauer, Mariengartengasse. — Maria Ther. Hubert., T. v. Joh. Martin Hospelt, Schreinerm., Weberstr. — Math., S. v. Heinr. Becker, Schneider, Machabäerstr. — Joh. Wilhelm., T v. Wilh. Wiegand, Zimmermeister, Carthäuserw. — — Margar., T. v. Joh. Aug. Dorandt, Schuhm., St. Apernstr. — Friedr., S. v Seb. Röttgen, Tagl., Wilhelmstr. — Christ., T. v. Pet. Lenz, Fabrikheizer, Plankg. — Friedr., S. v. Laur. Zerfos, Maurer, Spulmannsg. — Joh. Christ., T. v. Georg Jos. Roeder, Sattler, Kühegasse.

Sterbefälle.

Cathar. Thelen, geb. Limburg, 79 J. alt, Kammachergasse. — Karl Jos. Hub. Hennes, 5 T. alt, Blaubach. — Joh. Wallraff, 3 T. alt, Zugasse. — Corn. Zedt, Wollenweb., 62 J. alt, verheir., Weberstr. — Sophia Schmickele, geb. Füsgen, 38 J. alt, Weißbütteng.

Heirathen.

Peter Königsfeld, Schuster, v. Liebour, und Elisab. Zündorff, v. Vingst. — Herm. Jos. Nusbaum, Schneider, v. Eggersheim, und Ther. Carol. Krewet, v. Ruthen. — Joh Lucas Paffrath, Spezereih., Wittwer, v. hier, und Maria Cathar. Kramer, v. Hopsten. — Wilh. Becker, Zuckerarb., v. Waldbreitbach, und Maria Sophia Seiler, v. Jülich — Pet. Jos. Baden, Bierbr., v. Zülpich, und Rosa Trimborn, v. hier. — Pet. Fuchs, Schlosserges., u. Sib. Schüll, Wittwe Düssel, beide v. hier. — Joh. Jacob Weyand, Schuster, v. Obercostens, und Gertr. Becker, v. Cochem. — Heinr. Vianden, Maler, v. Poppelsdorf, und Magdal. Franc. Wilhelm. Krüppel. v. Zülpich. — Joh. Math. Heck, Schreinerges., v. hier, nnd Christ. Hubert Götzgen, v. Niederzier. — Joh Hieb, Steinh., und Sophia Roggendorff, beide v. hier. — Friedr. Aug. Hiller, Unteroff., v. Dahme, und Maria Agnes Arnoldi, v. Bonn. — Heinr. Wipperfürth, Teppichweber, v. hier, und Gertr. Hecker, v. Mülheim am Rh. — Pet. Jos. Klein, Tagl., v. hier, und Carol. Breunig, v. Siegburg. — Herm. Jos. Haaß, Seilerges., v. hier, und Anna Cathar. Müller, v. Heumar. — Franz Saur, Strumpf-Fabrikant, v. Gustorf, und Agnes Martion, Wehrg. — Joh. Mengan, Gastwirth, und Adelh. Schallenberg, beide v. Pulheim.

Anzeigen.

Schifffahrts-Anzeige.

Köln, 4. Dezember 1848.

Angekommen: H. Lübbers von Wesel.

Abgefahren: M. Roth nach dem Obermain. L. Hermann nach Kanstadt. Fr. Müssig nach Heilbronn.

In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. Joh. Linkewitz. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer u. H. Schumacher. Nach Koblenz, der Mosel und Saar Jos. Zeiler. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar J. M. Hain. Nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Seb. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Roth. Nach Worms und Mannheim Wwe. A Dunk. Nach Heilbronn F. Kühnle. Nach Bingen Wb. A. Dunk. Nach Kannstadt und Stuttgart Joh. König.

Nach Rotterdam Kapt. Cosen Köln Nr. 15.

Nach Amsterdam Kapt. Kalfs Köln Nr. 2.

Rheinhöhe am 4 Dez. 10′ 4″.

Bekanntmachung.

Donnerstag den siebenten Dezember 1848, Voemittags elf Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln verschiedene Mobilien, als: ein Tisch, ein Sekretär, ein Sopha, eine Kommode, einen Spiegel und ein Ofen nebst Rohr etc., öffentlich versteigert werden.

Der Gerichtsvollzieher, Brochhausen.

Versteigerung.

Am Mittwoch den 6. Dez. 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Stühle mit Rohrsitzen und Consol von Mahagoni, Spiegel, Tische und Schränke, Küchengeräthschaften und eine Kommode von Nußbaumholz etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.

Der Gerichtsvollzieher, Clören.

Geschäftsverlegung und Empfehlung.

Unseren geehrten Geschäftsfreunden hiermit die Anzeige, daß wir mit dem heutigen Tage unsere Wohnung aus der Schildergasse Nr. 14 in Nr. 1A der Columbastraße verlegten.

Wir bitten gleichzeitig um die Fortdauer des uns bisher geschenkten Zutrauens unter der Versicherung der reelsten Bedienung und empfehlen uns auf's Neue dem geehrten Publikum in Anfertigung von Kleidungsstücken nach den neuesten Facons.

Für die Winter-Saison ist unser Lager in den modernsten Rock,- Hosen- und Westenstoffen auf das reichhaltigste assortirt, die wir zur Anfertigung geneigtest empfehlen.

Köln, 1. Dezember 1848.

H. J. Schultz & Comp.

Herren-Kleidermacher, Columbastraße Nr. 1A.

Die Eröffnung meiner Gastwirthschaft

zeige ich hiermit ergebenst an, und bitte zugleich um geneigten Zuspruch. Die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste können einer guten und prompten Aufwartung gewiß sein, da ich die Einrichtung getroffen habe, daß ich ausser gutem Bier, Branntwein und Liqueuren, auch eine gute Portion Essen verabreichen kann.

Heinrich Schmitz, Lintgasse Nr. 2 in Köln.

Geschäfts-Eröffnung.

Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage in der Follerstraße Nro 90 eine

Bierbrauerei und Wirthschaft

eröffne.

Mein Bestreben wird stets sein durch gute Getränke und Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Gäste zu erwerben.

Köln, den 3. Dezember 1848

Paul Schmitz, Follerstraße Nro. 90.

Die Darlehnskasse für hütfsbedürftige Handwerkermeister

wird am 6. Dezember ihre Wirksamkeit beginnen. Darlehen Suchende wollen ihre Anträge schriftlich im Lokale des Gewerbvereins abgeben.

Der Ausschuß.

HOTEL DE RUSSIE,

Longue rue neuve 68,

BRUXELLES.

Journaux et Bibliotheque.

SALLE DE BAINS.

Table d'hôte à 4 hres 1/2.

Inserat.

Ans zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß der bekannte Bf. vom Abgeordneten Schlink (an den hiesigen Präsidenten Schwarz) ist; der Sohn von Schwarz hat ihn an Brüggemann gegeben.

Eine verheirathete Frau wünscht einige Stunden täglich Beschäftigung für häusliche Arbeit. Zu erfragen Breitstraße Nr. 70.

Motto: Bange machen gilt nicht Herr Hölterhof.

Sie werfen dem Beigeordneten Bürgermeister Herrn Schenk in Nr. 322 der Kölnischen Zeitung vor, daß er kein Gedächtniß mehr dafür habe, in welch' hohem Maße die Metropole der Rheinprovinz unter dem preußischen Scepter zu einer nie geahnten Wohlfahrt gediehen sei etc. die Wohlthaten des Domes betreffend.

Glauben Sie etwa, daß ein Ehrenmann deshalb sich und das Vaterland verkaufen, und das Gefühl für Recht außer Acht lassen soll. Zuerst liefern Sie, uns den Beweis, daß Köln und mit ihr die Rheinprovinz in den 34 Friedensjahren nicht eben so gut, vielleicht noch besser durch sich selbst wie auch unter einem andern Scepter dahin gekommen wäre, wo es jetzt ist. Und hat durch den Wohlstand der Rheinprovinz nicht auch das Scepter seinen Vortheil dnrch hohe Besteuerungen aller Art gehabt? Wenn Sie aber noch nicht wissen sollten, wodurch der Wohlstand Kölns und der Rheinprovinz hervorgegangen ist, so wollen wir es Ihnen sagen. Der Wohlstand ist namentlich durch die Lage Kölns seit dem Entstehen der Dampfboote unter Mitwirkung der Rührigkeit der Gewerbe in Köln's Mauern und den Uferstädten des Rheines eingekehrt. Was nun die jährlich verwandte Summe des Königs für den Dom betrifft, so haben wir Ihnen hierauf zu erwiedern, daß wir dieselbe nicht bedürften, wenn die Krone, die vom verstorbenen Erzbischofe Clemens August reklamirten Güter des Domes zurückerstattet hätte. Mit diesen Mitteln wäre der Dom bereits weiter vorangeschritten.

Was nun endlich die ausserordentliche Beisteuer für den Dom von 12,000 Thlr. betrifft, so scheint es uns, als wenn damit die Gesinnungen der Bewohner Kölns für d[i]e Krone günstig gelenkt werden sollten.

Der Jubel der Bewohner Kölns beim Dombaufeste im August, galt für uns bloß dem geladenen Gaste nicht aber dem Könige.

Sie Herr Hölterhof erklären das Forttagen der National-Versammlung in Berlin für ungesetzlich. Köstlich, also wenn Sie so etwas sagen, so hat die Sache ihre Richtigkeit und die Meinung anderer wollen Sie dadurch fesseln. Sehen Sie sich doch die Massen von Adressen an, die die Nationalversammlung erhielt, und wenn Sie sich belehren lassen, so finden Sie, daß dieselbe gesetzlich ist.

Mehrere Kölner.

Mosel-Dampfschifffahrt.

Täglicher Dienst.

Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar:

von Trier

Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr

von Koblenz

Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr.

Trier, den 23. Oktober 1848.

Die Direktion.

Rheinische Eisenbahn.

Die Inhaber von Erlaubnißkarten zum Begehen der Eisenbahn machen wir darauf aufmerksam, daß diese Karten ihre Gültigkeit verlieren, nachdem die verschiedenen Doppelbahnstrecken dem Betriebe übergeben sind und Begehen dieser Strecken durch fremde Personen mit Gefahr für letztere verbunden ist.

Es wird daher von jetzt an den Inhabern solcher Karten nur der Zutritt zu den Bahnhöfen und Stationen gestattet werden, wonach das Bahn-Personal von uns angewiesen worden ist.

Köln, 21. November 1848.

Die Direktion.

Ein Küfer-Kellner gesucht, bei Halin in der Börse.

Verkauf dreier Pianoforte's.

Von 120 Thlr., 110 Thlr. und 90 Thlr.

Domhof Nr. 13 bei Späner.

Regelmäßige Dampf-Schifffahrt zwischen Antwerpen und Hull und vice versa, durch das englische Dampfboot: „Rob Roy.“

Abfahrt von Hull, Mittwoch Nachmittag.

Abfahrt von Antwerpen, Sonnabend Nachmittag.

Nähere Auskunft ertheilen John Foster, belgischer Konsul in Hull.

Charles Grisar et W. J. Marsily in Antwerpen.

In unterzeichneter Expedition ist zu haben:

Blum Gedicht von Ferd. Freiligrath.

Preis 1/2 Sgr.

Der Ertrag ist zum Besten des demokratischen Central-Ausschusses in Berlin.

Die Expedition der „N. Rh. Ztg.“

Das Haus Pützgasse Nr. 8- steht zu vermiethen. Näheres Glockengasse Nr. 17.

Verlegene und durch Flecken verdorbene Glacehandschuhe werden sowohl in einzelnen Paaren als großen Partien haltbar und schön schwarz gefärbt. Kupfergasse Nro. 8 bei Handschuhmacher Brabender.

Eine große Auswahl in gesteppten Decken und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens.

D. Kothes, Altenmarkt 69.

Ein ordentliches und geübtes Ladenmädchen (aus Barmen) sucht zu Neujahr ein Unterkommen. Sie würde hauptsächlich auf gute Behandlung sehen. Die Expedition ertheilt nähere Auskunft.

Außer meinen bekannten gut zubereiteten Speisen und gutes Lagerbier

Heute Abend Mainzer Sauerkraut mit Leberklöse in der Restauration Herzogstraße Nro. 7 bei Casp. Hackhausen.

Möblirte Zimmer auf der ersten Etage zu vermiethen. Altenmarkt 46, Zollstraßen-Ecke.

Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.

Theater-Anzeige.

Ich habe dem vielseitigen Verlangen des geehrten Publikums zu entsprechen, Herrn Formes vor seiner Abreise nach Amsterdam, noch auf drei Vorstellungen angagirt, nämlich für Mittwoch den 6., Sonntag den 10. und Montag den 11. d. M.

Dienstag den 5. Dez. bleibt die Bühne geschlossen.

Mittwoch den 6. Dez.

Gastdarstellung des Hrn. Formes, vom Hoftheater in Wien:

„Die Hugenotten.“

Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer.

*** Marcel, Hr. Formes als Gast.

Der Gerant Korff.
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

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          <p>Nach Vorlesung des Protokolls zeigt Malleville an, daß Präsident Marrast ein Danksagungsschreiben vom Nuntius erhalten habe, welches also laute:</p>
          <p rendition="#et">Herr Präsident der National-Versammlung!<lb/>
Der Edelmuth der Gefühle für den heil. Vater, welche heute von der National-Versammlung in so glänzender Weise ausgesprochen wurden, hat mich in tiefster Seele gerührt.<lb/>
Ich kann nicht unterlassen, Ihnen unmittelbar die Anerkennung auszusprechen, von der ich für die Regierung der Republik durchdrungen bin, so wie für die Vertreter Frankreichs, jener Nation, die nie die edlen Instinkte ihrer traditionellen Ergebung vergessen dürfte.<lb/>
Genehmigen Sie, Hr. Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung etc. etc.<lb/>
Paris, 1. Dezember.<lb/><gap reason="illegible"/> (gez.) Erzbischof von Nicea, apostolischer Nuntius.<lb/>
Auf dieses Schreiben hat Marrast Folgendes geantwortet:<lb/>
Herr Nuntius!<lb/>
Ich werde mich beeilen, der National-Versammlung den Brief mitzutheilen, den Sie mir zuzusenden die Ehre erwiesen. Organ der Souverainität des Volks, entsprach die National-Versammlung den Gefühlen der ganzen Nation, als sie ihre lebhafte und tiefe Sympathie für den heil. Vater kund gab. Die Republik, welche das Recht hat, unter den Traditionen der Vergangenheit sich auch auf diejenige zu berufen, welche darin besteht, allen Unglücklichen zur gastfreundschaftlichen Zufluchtsstätte zu dienen, theilt ganz Ihre Anerkennung der erhabensten Tugenden. Das Votum der National-Versammlung, indem es die von der Vollziehungsgewalt ergriffene Initiative gut hieß, hat Ihnen hinlänglich beweisen können, welchen Empfang der erlauchte Pontifex bei seinem Eintritt in das Gebiet des republikanischen und katholischen Frankreichs zu gewärtigen habe. Er wird allen Respekt finden, welcher seiner hohen Lage zukommt und diese Beweise des Herzens werden so rührend und aufrichtig sein, wie Alles, was der Glaube und die Freiheit einflößen.<lb/>
Genehmigen Sie, Herr Nuntius, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.<lb/>
Paris, 1. Dezember 1848.<lb/>
(gez.) A. <hi rendition="#g">Marrast</hi> </p>
          <p>Nach Vorlesung dieser Aktenstücke, die wir so schnell als möglich am Tische des Moniteur kopirten, nahm die Versammlung die Berathung des Budgets des Kriegsministeriums wieder auf.</p>
          <p>Bineau, Besancon, Souteyra, Julien, Lacroix, Berryer, Tassel, Goudchaux, Duclerc u. m. a. nehmen an der Debatte Theil.</p>
          <p><hi rendition="#g">Lagrange</hi> unterbricht die Büdgetdebatte und trägt darauf an, die Versammlung moge doch endlich über die Anträge entscheiden, welche von ihm und von Pierre Leroux, so wie von einer Menge unglücklicher Petenten rücksichtlich der Juni-Deportirten gestellt worden seien. Der Termin zur Präsidentenwahl rücke heran, es sei also doch wohl hohe Zeit, daß man sich des Volkes annehme.</p>
          <p><hi rendition="#g">Lamoriciere</hi> bemerkt, daß er als Kriegsminister selbst einen ähnlichen Antrag gestellt habe, der demnächst zur Entscheidung gebracht werden solle</p>
          <p>Die Versammlung beschließt, die Juniräuber nach dem Büdget vorzunehmen.</p>
          <p>Ein Mi[t]glied verlangt, daß auch die Kranken in den Hospitälern am 10. December mitstimmen sollen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Dufaure</hi> erwidert einige Worte und verspricht einen Antrag hierüber zu bringen oder spezielle Maßregeln hiefür zu treffen.</p>
          <p>Die Versammlung setzt das Finanzbüdget ohne wesentliches Interesse fort.</p>
          <p><hi rendition="#g">Charles Dupin</hi> findet, daß die provisorische Regierung zu sehr unter dem Tabackspersonal gewüthet.</p>
          <p><hi rendition="#g">Garnier Pages</hi> vertheidigt sich. Man habe wohl daran gethan, diesen faulenzer Generalstab zu lichten. (Beifall.)</p>
          <p>Auch der Postdienst ruft eine Debatte hervor. St. Priest rügt einige Mängel.</p>
          <p>E. <hi rendition="#g">Arogo,</hi> Verfasser der &#x201E;Aristrokatien&#x201C; und Postdirektor, gibt einige interessante Aufschlüsse, unter Andern hört man, daß die fahrenden Briefträger langsamer sind als die zu Fuße gehenden u. s. w.</p>
          <p>Schluß der Sitzung um 6 1/4 Uhr.</p>
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        <head>Rußland.</head>
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          <head>
            <bibl>
              <author>*</author>
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          <p>Bloß auf der Strecke von Brody bis Wlodzimierz, 20 Meilen, sind unter dem Oberbefehl des General-Lieutenants Saß über 60,000 Mann Truppen aufgestellt. Dieser aus Kämpfen gegen die Tscherkessen her bekannte General ist dazu bestimmt, die Grundlage einer zweiten heiligen Allianz in Deutschland legen zu helfen. Sollten wir Deutsche noch länger die Segnungen der Herrschaft &#x201E;von Gottes Gnaden&#x201C;, des Windischgrätzens, Wrangeln's und Knutens nicht vollständig begreifen wollen oder können: so wird Saß sein Scherflein dazu beitragen, uns dies Begreifen zu erleichtern. Bei allen rnssischen Offizieren steht die Ueberzeugung fest, daß im nächsten Frühjahr der letzte und größte Feldzug des Absolutismus und der Contrerevolution gegen die Revolution beginnt. Denn wegen Sicherstellung seiner Gränzen bedürfte Rußland dieser Heeresmassen nicht. Ist es doch mit dem offiziellen Preußen und Oestreich im innigsten Einverständnisse und sind doch preußischer und östreichischer Seits die Gränzen so gut wie entblös't. Preußen und Oestreich bilden die Avant-, Rußland die Arrièr-Garde der Contrerevolution.</p>
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          <head>Stettin, 24. Novbr.</head>
          <p>Ich befand mich mit auf dem Extrazuge, welcher am Montag den 13. d. M. von hier nach Berlin abging, aber nur bis Bernau kam, weil Se. Excellenz der wirkliche General der Kavallerie Herr v. Wrangel aus militairischen Rücksichten Bedenken trug, ein Corps von 600 unbewaffneten Bürgern in die von ihm in Belagerungszustand versetzte Hauptstadt einrücken zu lassen. Ich gehörte zu denen, welche von Angermünde mit dem von Stettin kommenden Abendzuge nach Berlin fuhren, wo wir spät Abends ankamen. Am anderen Morgen durchstreifte ich mit einigen Freunden die Straßen und traf in der Nähe der Charlottenstraße auf eine Militärpatrouille; stillstehend, um zu sehen, von welchem Regiment sie sei, wurde ich von dem sie befehligenden Offizier nach der Bedeutung des Zettels gefragt, den ich vorne am Hute trug und der die Worte enthielt: &#x201E;Ehre der Nationalversammlung! &#x2014; Stettin.&#x201C; Nachdem ich ihm dieselbe auseinandergesetzt, ließ er mich, ungeachtet ich mich erbot, den Zettel herunterzunehmen, von seinen Soldaten arretiren und ungeachtet meiner Protestation ins Schauspielhaus transportiren, welches gepfropft voll Militär war. Hier wurde ich von dem Offizier &#x201E;des Hochverraths und stiller Aufforderung zum Aufruhr&#x201C; angeklagt. Nachdem ich hier eine kurze Zeit zugebracht hatte, führte man mich in die Königliche Bank, wo von Offizieren meine Papiere in Beschlag genommen wurden. Von dort führte man mich durch einen Mauerdurchbruch zur Hausvoigtei, nahm mir hier Uhr und Börse ab und sperrte mich in ein Zimmer zu zwei fliegenden Buchhändlern und einem Schneidergesellen. In der Nacht um Eilf wurden wir von Soldaten abgeholt, und in den Hof des Bankgebäudes geführt, dort angelangt, sagte ein Hauptmann zu den Soldaten: Ihr haftet mit Eurem Kopf für diese Gefangenen; es &#x201E;sind Hochverräther und Verräther an unserem gnädigen Könige!&#x201C; Ich hatte alle Mühe, dem tapferen Mann nicht laut ins Gesicht zu lachen. &#x2014; Wir wurden darauf nach der Stadtvoigtei abgeführt, wo man uns ein ganz schlechtes Loch zum Aufenthaltsort anwies. Von hier brachte man mich zu einer Art von Verhör vor eine Polizeiperson; als dies zu Ende war, bekam ich ein gutes Zimmer, in dem ich drei Tage lang blieb; von da transportirte man mich mit sieben Anderen, darunter der K. G. Assessor Wolff und der Kaufmann Dietrich aus Berlin, nach Moabit ins pensylvanische Gefängniß, wo ich vier Tage einsam in einer Zelle zubringen mußte und Zeit hatte, einige ernste Betrachtungen über die Habeas-Corpus-Acte anzustellen. Zwar theilte mir schon am Sonntage der Staatsanwalt in Gegenwart des Direktors Bormann mündlich mit, meine Entlassung sei am Sonnabend von Hern. v. Wrangel bereits dekretirt, aber erst am Dienstag Vormittag schlug die Stunde meiner Befreiung; ich ließ mir ein Zeugniß darüber ausstellen, ließ mir in der Hausvoigtei meine Uhr und den Rest meines Geldes &#x2014; man hatte sich nämlich für das mir in diesem ehrwürdigen Hause freundlich gewährte Unterkommen mit wenigstens vierfacher Kreide bezahlt gemacht &#x2014; zurückgeben, und schied von Berlin mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ein Heer, welches unter den Befehlen eines kriegserfahrenen Feldherrn die verfassungsmäßig gewährleistete Freiheit der Person und des Eigenthums und die gesetzliche Ordnung mit soviel Umsicht und Energie schon gegen friedfertige und waffenlose Bürger zu vertheidigen wisse, sicherlich wahre Wunder von Tapferkeit thun werde, sollte es einmal gelten, jene beiden herrlichen Güter gegen Leute zu schützen, welche thörichterweise einmal mit den Waffen in der Hand und hinter sogenannten Barrikaden dem Herrn v. Wrangel zu beweisen geneigt sein möchten, daß &#x201E;seine&#x201C; Auffassung von Gesetz und Ordnung durchaus nicht nach ihrem Geschmacke ist. Aber ernsthaft: Lebhaftes Bedauern den achtungswerthen Männern, wie sich deren gewiß auch im Heere Viele finden, welche nur noch durch mindestens sonderbare Begriffe von militärischer Ehre von dem Rücktritt aus einer Stellung abgehalten werden, in der sie, die vielleicht schon auf dem Schlachtfelde kriegerischen Ruhm sich erworben, sich zu den niedrigsten Schergendiensten müssen brauchen lassen!</p>
          <p>Stettin, den 24. November 1848.</p>
          <p><hi rendition="#g">Rudolf Döbel</hi>, Kaufmann.</p>
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          <p> <hi rendition="#b">Für den demokratischen Central-Ausschuß in Berlin sind bei der Expedition dieser Zeitung ferner eingegangen:</hi> </p>
          <p>Von Paderborn 11 Thlr. 12 Sgr. 6 Pfg. Von Gerresheim 4 Thlr. 20 Sgr. Von Neustadt an der Hardt in einem Wechsel 31 Gulden.</p>
          <p>Zusammen 635 Thlr. 8 Pfg. u. 31 Gulden 48 Kr.</p>
          <p>Von der Expedition gestempelte Listen liegen zur Unterzeichnung offen bei:</p>
          <p rendition="#et">A. Steinstraßer, Perlenpfuhl;<lb/>
Halin, Borse;<lb/>
Hamspohn, Freischütz, Hochstraße;<lb/>
Eiser, beim Eingange während der Volksversammlungen;<lb/>
J. Obladen, Streitzeuggasse;<lb/>
Stollwerk, Schildergasse.</p>
          <p>Köln, den 4. Dezbr. 1848.</p>
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        <head>Handelsnachrichten.</head>
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            <p> <hi rendition="#b">Civilstand der Stadt Köln.</hi> </p>
            <p>Den 29. November 1848.</p>
            <p> <hi rendition="#g">Geburten.</hi> </p>
            <p>Jos., S. v. Nicol. Rehard, Steinhauer, Mariengartengasse. &#x2014; Maria Ther. Hubert., T. v. Joh. Martin Hospelt, Schreinerm., Weberstr. &#x2014; Math., S. v. Heinr. Becker, Schneider, Machabäerstr. &#x2014; Joh. Wilhelm., T v. Wilh. Wiegand, Zimmermeister, Carthäuserw. &#x2014; &#x2014; Margar., T. v. Joh. Aug. Dorandt, Schuhm., St. Apernstr. &#x2014; Friedr., S. v Seb. Röttgen, Tagl., Wilhelmstr. &#x2014; Christ., T. v. Pet. Lenz, Fabrikheizer, Plankg. &#x2014; Friedr., S. v. Laur. Zerfos, Maurer, Spulmannsg. &#x2014; Joh. Christ., T. v. Georg Jos. Roeder, Sattler, Kühegasse.</p>
            <p> <hi rendition="#g">Sterbefälle.</hi> </p>
            <p>Cathar. Thelen, geb. Limburg, 79 J. alt, Kammachergasse. &#x2014; Karl Jos. Hub. Hennes, 5 T. alt, Blaubach. &#x2014; Joh. Wallraff, 3 T. alt, Zugasse. &#x2014; Corn. Zedt, Wollenweb., 62 J. alt, verheir., Weberstr. &#x2014; Sophia Schmickele, geb. Füsgen, 38 J. alt, Weißbütteng.</p>
            <p><hi rendition="#g">Heirathen</hi>.</p>
            <p>Peter Königsfeld, Schuster, v. Liebour, und Elisab. Zündorff, v. Vingst. &#x2014; Herm. Jos. Nusbaum, Schneider, v. Eggersheim, und Ther. Carol. Krewet, v. Ruthen. &#x2014; Joh Lucas Paffrath, Spezereih., Wittwer, v. hier, und Maria Cathar. Kramer, v. Hopsten. &#x2014; Wilh. Becker, Zuckerarb., v. Waldbreitbach, und Maria Sophia Seiler, v. Jülich &#x2014; Pet. Jos. Baden, Bierbr., v. Zülpich, und Rosa Trimborn, v. hier. &#x2014; Pet. Fuchs, Schlosserges., u. Sib. Schüll, Wittwe Düssel, beide v. hier. &#x2014; Joh. Jacob Weyand, Schuster, v. Obercostens, und Gertr. Becker, v. Cochem. &#x2014; Heinr. Vianden, Maler, v. Poppelsdorf, und Magdal. Franc. Wilhelm. Krüppel. v. Zülpich. &#x2014; Joh. Math. Heck, Schreinerges., v. hier, nnd Christ. Hubert Götzgen, v. Niederzier. &#x2014; Joh Hieb, Steinh., und Sophia Roggendorff, beide v. hier. &#x2014; Friedr. Aug. Hiller, Unteroff., v. Dahme, und Maria Agnes Arnoldi, v. Bonn. &#x2014; Heinr. Wipperfürth, Teppichweber, v. hier, und Gertr. Hecker, v. Mülheim am Rh. &#x2014; Pet. Jos. Klein, Tagl., v. hier, und Carol. Breunig, v. Siegburg. &#x2014; Herm. Jos. Haaß, Seilerges., v. hier, und Anna Cathar. Müller, v. Heumar. &#x2014; Franz Saur, Strumpf-Fabrikant, v. Gustorf, und Agnes Martion, Wehrg. &#x2014; Joh. Mengan, Gastwirth, und Adelh. Schallenberg, beide v. Pulheim.</p>
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          <head>Anzeigen.</head>
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            <p>Schifffahrts-Anzeige.</p>
            <p><hi rendition="#g">Köln,</hi> 4. Dezember 1848.</p>
            <p><hi rendition="#g">Angekommen:</hi> H. Lübbers von Wesel.</p>
            <p><hi rendition="#g">Abgefahren:</hi> M. Roth nach dem Obermain. L. Hermann nach Kanstadt. Fr. Müssig nach Heilbronn.</p>
            <p><hi rendition="#g">In Ladung:</hi> Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. Joh. Linkewitz. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer u. H. Schumacher. Nach Koblenz, der Mosel und Saar Jos. Zeiler. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar J. M. Hain. Nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Seb. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Roth. Nach Worms und Mannheim Wwe. A Dunk. Nach Heilbronn F. Kühnle. Nach Bingen Wb. A. Dunk. Nach Kannstadt und Stuttgart Joh. König.</p>
            <p>Nach Rotterdam Kapt. Cosen Köln Nr. 15.</p>
            <p>Nach Amsterdam Kapt. Kalfs Köln Nr. 2.</p>
            <p>Rheinhöhe am 4 Dez. 10&#x2032; 4&#x2033;.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Bekanntmachung.</p>
            <p>Donnerstag den siebenten Dezember 1848, Voemittags elf Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln verschiedene Mobilien, als: ein Tisch, ein Sekretär, ein Sopha, eine Kommode, einen Spiegel und ein Ofen nebst Rohr etc., öffentlich versteigert werden.</p>
            <p>Der Gerichtsvollzieher, <hi rendition="#g">Brochhausen</hi>.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Versteigerung.</p>
            <p>Am Mittwoch den 6. Dez. 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Stühle mit Rohrsitzen und Consol von Mahagoni, Spiegel, Tische und Schränke, Küchengeräthschaften und eine Kommode von Nußbaumholz etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.</p>
            <p>Der Gerichtsvollzieher, <hi rendition="#g">Clören</hi>.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Geschäftsverlegung und Empfehlung.</hi> </p>
            <p>Unseren geehrten Geschäftsfreunden hiermit die Anzeige, daß wir mit dem heutigen Tage unsere Wohnung aus der Schildergasse Nr. 14 in Nr. 1A der Columbastraße verlegten.</p>
            <p>Wir bitten gleichzeitig um die Fortdauer des uns bisher geschenkten Zutrauens unter der Versicherung der reelsten Bedienung und empfehlen uns auf's Neue dem geehrten Publikum in Anfertigung von Kleidungsstücken nach den neuesten Facons.</p>
            <p>Für die Winter-Saison ist unser Lager in den modernsten Rock,- Hosen- und Westenstoffen auf das reichhaltigste assortirt, die wir zur Anfertigung geneigtest empfehlen.</p>
            <p>Köln, 1. Dezember 1848.</p>
            <p>H. J. Schultz &amp; Comp.</p>
            <p>Herren-Kleidermacher, Columbastraße Nr. 1A.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Die Eröffnung meiner <hi rendition="#b">Gastwirthschaft</hi> </p>
            <p>zeige ich hiermit ergebenst an, und bitte zugleich um geneigten Zuspruch. Die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste können einer guten und prompten Aufwartung gewiß sein, da ich die Einrichtung getroffen habe, daß ich ausser gutem Bier, Branntwein und Liqueuren, auch eine gute Portion Essen verabreichen kann.</p>
            <p><hi rendition="#g">Heinrich Schmitz,</hi> Lintgasse Nr. 2 in Köln.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Geschäfts-Eröffnung.</hi> </p>
            <p>Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage in der Follerstraße Nro 90 eine</p>
            <p>Bierbrauerei und Wirthschaft</p>
            <p>eröffne.</p>
            <p>Mein Bestreben wird stets sein durch gute Getränke und Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Gäste zu erwerben.</p>
            <p>Köln, den 3. Dezember 1848</p>
            <p><hi rendition="#g">Paul Schmitz</hi>, Follerstraße Nro. 90.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Die Darlehnskasse für hütfsbedürftige Handwerkermeister</p>
            <p>wird am 6. Dezember ihre Wirksamkeit beginnen. Darlehen Suchende wollen ihre Anträge <hi rendition="#g">schriftlich</hi> im Lokale des Gewerbvereins abgeben.</p>
            <p>Der Ausschuß.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>HOTEL DE RUSSIE,</p>
            <p>Longue rue neuve 68,</p>
            <p>BRUXELLES.</p>
            <p> <hi rendition="#i">Journaux et Bibliotheque.</hi> </p>
            <p>SALLE DE BAINS.</p>
            <p>Table d'hôte à 4 hres 1/2.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Inserat.</hi> </p>
            <p>Ans zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß der bekannte Bf. vom Abgeordneten Schlink (an den hiesigen Präsidenten Schwarz) ist; der Sohn von Schwarz hat ihn an Brüggemann gegeben.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Eine verheirathete Frau wünscht einige Stunden täglich Beschäftigung für häusliche Arbeit. Zu erfragen Breitstraße Nr. 70.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p><hi rendition="#g">Motto:</hi> Bange machen gilt nicht Herr Hölterhof.</p>
            <p>Sie werfen dem Beigeordneten Bürgermeister Herrn Schenk in Nr. 322 der Kölnischen Zeitung vor, daß er kein Gedächtniß mehr dafür habe, in welch' hohem Maße die Metropole der Rheinprovinz unter dem preußischen Scepter zu einer nie geahnten Wohlfahrt gediehen sei etc. die Wohlthaten des Domes betreffend.</p>
            <p>Glauben Sie etwa, daß ein Ehrenmann deshalb sich und das Vaterland verkaufen, und das Gefühl für Recht außer Acht lassen soll. Zuerst liefern Sie, uns den Beweis, daß Köln und mit ihr die Rheinprovinz in den 34 Friedensjahren nicht eben so gut, vielleicht noch besser durch sich selbst wie auch unter einem andern Scepter dahin gekommen wäre, wo es jetzt ist. Und hat durch den Wohlstand der Rheinprovinz nicht auch das Scepter seinen Vortheil dnrch hohe Besteuerungen aller Art gehabt? Wenn Sie aber noch nicht wissen sollten, wodurch der Wohlstand Kölns und der Rheinprovinz hervorgegangen ist, so wollen wir es Ihnen sagen. Der Wohlstand ist namentlich durch die Lage Kölns seit dem Entstehen der Dampfboote unter Mitwirkung der Rührigkeit der Gewerbe in Köln's Mauern und den Uferstädten des Rheines eingekehrt. Was nun die jährlich verwandte Summe des Königs für den Dom betrifft, so haben wir Ihnen hierauf zu erwiedern, daß wir dieselbe nicht bedürften, wenn die Krone, die vom verstorbenen Erzbischofe Clemens August reklamirten Güter des Domes zurückerstattet hätte. Mit diesen Mitteln wäre der Dom bereits weiter vorangeschritten.</p>
            <p>Was nun endlich die ausserordentliche Beisteuer für den Dom von 12,000 Thlr. betrifft, so scheint es uns, als wenn damit die Gesinnungen der Bewohner Kölns für d[i]e Krone günstig gelenkt werden sollten.</p>
            <p>Der Jubel der Bewohner Kölns beim Dombaufeste im August, galt für uns bloß dem geladenen Gaste nicht aber dem Könige.</p>
            <p>Sie Herr Hölterhof erklären das Forttagen der National-Versammlung in Berlin für ungesetzlich. Köstlich, also wenn Sie so etwas sagen, so hat die Sache ihre Richtigkeit und die Meinung anderer wollen Sie dadurch fesseln. Sehen Sie sich doch die Massen von Adressen an, die die Nationalversammlung erhielt, und wenn Sie sich belehren lassen, so finden Sie, daß dieselbe gesetzlich ist.</p>
            <p> <hi rendition="#b">Mehrere Kölner.</hi> </p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Mosel-Dampfschifffahrt.</hi> </p>
            <p>Täglicher Dienst.</p>
            <p>Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar:</p>
            <p>von Trier</p>
            <p>Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr</p>
            <p>von Koblenz</p>
            <p>Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr.</p>
            <p>Trier, den 23. Oktober 1848.</p>
            <p> <hi rendition="#b">Die Direktion.</hi> </p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Rheinische Eisenbahn.</p>
            <p>Die Inhaber von Erlaubnißkarten zum Begehen der Eisenbahn machen wir darauf aufmerksam, daß diese Karten ihre Gültigkeit verlieren, nachdem die verschiedenen Doppelbahnstrecken dem Betriebe übergeben sind und Begehen dieser Strecken durch fremde Personen mit Gefahr für letztere verbunden ist.</p>
            <p>Es wird daher von jetzt an den Inhabern solcher Karten nur der Zutritt zu den Bahnhöfen und Stationen gestattet werden, wonach das Bahn-Personal von uns angewiesen worden ist.</p>
            <p>Köln, 21. November 1848.</p>
            <p> <hi rendition="#g">Die Direktion.</hi> </p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Ein Küfer-Kellner gesucht, bei <hi rendition="#g">Halin</hi> in der Börse.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Verkauf dreier Pianoforte's.</hi> </p>
            <p>Von 120 Thlr., 110 Thlr. und 90 Thlr.</p>
            <p>Domhof Nr. 13 bei <hi rendition="#g">Späner</hi>.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Regelmäßige Dampf-Schifffahrt zwischen Antwerpen und Hull und vice versa, durch das englische Dampfboot: <hi rendition="#b">&#x201E;Rob Roy.&#x201C;</hi> </p>
            <p>Abfahrt von Hull, Mittwoch Nachmittag.</p>
            <p>Abfahrt von Antwerpen, Sonnabend Nachmittag.</p>
            <p>Nähere Auskunft ertheilen <hi rendition="#g">John Foster</hi>, belgischer Konsul in <hi rendition="#b">Hull.</hi> </p>
            <p><hi rendition="#g">Charles Grisar</hi> et W. J. <hi rendition="#g">Marsily</hi> in Antwerpen.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>In unterzeichneter Expedition ist zu haben:</p>
            <p><hi rendition="#b">Blum</hi> Gedicht <hi rendition="#b">von Ferd. Freiligrath.</hi> </p>
            <p>Preis 1/2 Sgr.</p>
            <p> <hi rendition="#b">Der Ertrag ist zum Besten des demokratischen Central-Ausschusses in Berlin.</hi> </p>
            <p>Die Expedition der &#x201E;N. Rh. Ztg.&#x201C;</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Das Haus Pützgasse Nr. 8- steht zu vermiethen. Näheres Glockengasse Nr. 17.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Verlegene und durch Flecken verdorbene Glacehandschuhe werden sowohl in einzelnen Paaren als großen Partien haltbar und schön schwarz gefärbt. Kupfergasse Nro. 8 bei Handschuhmacher Brabender.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Eine große Auswahl in gesteppten Decken und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens.</p>
            <p><hi rendition="#b">D. Kothes,</hi> Altenmarkt 69.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Ein ordentliches und geübtes Ladenmädchen (aus Barmen) sucht zu Neujahr ein Unterkommen. Sie würde hauptsächlich auf gute Behandlung sehen. Die Expedition ertheilt nähere Auskunft.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Außer meinen bekannten gut zubereiteten Speisen und gutes Lagerbier</p>
            <p>Heute Abend Mainzer Sauerkraut mit Leberklöse in der Restauration Herzogstraße Nro. 7 bei Casp. Hackhausen.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Möblirte Zimmer auf der ersten Etage zu vermiethen. Altenmarkt 46, Zollstraßen-Ecke.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p>Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11.</p>
          </div>
          <div type="jAn">
            <p> <hi rendition="#b">Theater-Anzeige.</hi> </p>
            <p>Ich habe dem vielseitigen Verlangen des geehrten Publikums zu entsprechen, Herrn Formes vor seiner Abreise nach Amsterdam, noch auf drei Vorstellungen angagirt, nämlich für Mittwoch den 6., Sonntag den 10. und Montag den 11. d. M.</p>
            <p>Dienstag den 5. Dez. bleibt die Bühne geschlossen.</p>
            <p>Mittwoch den 6. Dez.</p>
            <p>Gastdarstellung des Hrn. <hi rendition="#g">Formes,</hi> vom Hoftheater in Wien:</p>
            <p> <hi rendition="#b">&#x201E;Die Hugenotten.&#x201C;</hi> </p>
            <p>Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer.</p>
            <p>*** Marcel, Hr. Formes als Gast.</p>
          </div>
        </div>
      </div>
      <div type="imprint">
        <p>Der Gerant <hi rendition="#g">Korff</hi>.<lb/>
Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0856/0002] Nach Vorlesung des Protokolls zeigt Malleville an, daß Präsident Marrast ein Danksagungsschreiben vom Nuntius erhalten habe, welches also laute: Herr Präsident der National-Versammlung! Der Edelmuth der Gefühle für den heil. Vater, welche heute von der National-Versammlung in so glänzender Weise ausgesprochen wurden, hat mich in tiefster Seele gerührt. Ich kann nicht unterlassen, Ihnen unmittelbar die Anerkennung auszusprechen, von der ich für die Regierung der Republik durchdrungen bin, so wie für die Vertreter Frankreichs, jener Nation, die nie die edlen Instinkte ihrer traditionellen Ergebung vergessen dürfte. Genehmigen Sie, Hr. Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung etc. etc. Paris, 1. Dezember. _ (gez.) Erzbischof von Nicea, apostolischer Nuntius. Auf dieses Schreiben hat Marrast Folgendes geantwortet: Herr Nuntius! Ich werde mich beeilen, der National-Versammlung den Brief mitzutheilen, den Sie mir zuzusenden die Ehre erwiesen. Organ der Souverainität des Volks, entsprach die National-Versammlung den Gefühlen der ganzen Nation, als sie ihre lebhafte und tiefe Sympathie für den heil. Vater kund gab. Die Republik, welche das Recht hat, unter den Traditionen der Vergangenheit sich auch auf diejenige zu berufen, welche darin besteht, allen Unglücklichen zur gastfreundschaftlichen Zufluchtsstätte zu dienen, theilt ganz Ihre Anerkennung der erhabensten Tugenden. Das Votum der National-Versammlung, indem es die von der Vollziehungsgewalt ergriffene Initiative gut hieß, hat Ihnen hinlänglich beweisen können, welchen Empfang der erlauchte Pontifex bei seinem Eintritt in das Gebiet des republikanischen und katholischen Frankreichs zu gewärtigen habe. Er wird allen Respekt finden, welcher seiner hohen Lage zukommt und diese Beweise des Herzens werden so rührend und aufrichtig sein, wie Alles, was der Glaube und die Freiheit einflößen. Genehmigen Sie, Herr Nuntius, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Paris, 1. Dezember 1848. (gez.) A. Marrast Nach Vorlesung dieser Aktenstücke, die wir so schnell als möglich am Tische des Moniteur kopirten, nahm die Versammlung die Berathung des Budgets des Kriegsministeriums wieder auf. Bineau, Besancon, Souteyra, Julien, Lacroix, Berryer, Tassel, Goudchaux, Duclerc u. m. a. nehmen an der Debatte Theil. Lagrange unterbricht die Büdgetdebatte und trägt darauf an, die Versammlung moge doch endlich über die Anträge entscheiden, welche von ihm und von Pierre Leroux, so wie von einer Menge unglücklicher Petenten rücksichtlich der Juni-Deportirten gestellt worden seien. Der Termin zur Präsidentenwahl rücke heran, es sei also doch wohl hohe Zeit, daß man sich des Volkes annehme. Lamoriciere bemerkt, daß er als Kriegsminister selbst einen ähnlichen Antrag gestellt habe, der demnächst zur Entscheidung gebracht werden solle Die Versammlung beschließt, die Juniräuber nach dem Büdget vorzunehmen. Ein Mi[t]glied verlangt, daß auch die Kranken in den Hospitälern am 10. December mitstimmen sollen. Dufaure erwidert einige Worte und verspricht einen Antrag hierüber zu bringen oder spezielle Maßregeln hiefür zu treffen. Die Versammlung setzt das Finanzbüdget ohne wesentliches Interesse fort. Charles Dupin findet, daß die provisorische Regierung zu sehr unter dem Tabackspersonal gewüthet. Garnier Pages vertheidigt sich. Man habe wohl daran gethan, diesen faulenzer Generalstab zu lichten. (Beifall.) Auch der Postdienst ruft eine Debatte hervor. St. Priest rügt einige Mängel. E. Arogo, Verfasser der „Aristrokatien“ und Postdirektor, gibt einige interessante Aufschlüsse, unter Andern hört man, daß die fahrenden Briefträger langsamer sind als die zu Fuße gehenden u. s. w. Schluß der Sitzung um 6 1/4 Uhr. Rußland. * Bloß auf der Strecke von Brody bis Wlodzimierz, 20 Meilen, sind unter dem Oberbefehl des General-Lieutenants Saß über 60,000 Mann Truppen aufgestellt. Dieser aus Kämpfen gegen die Tscherkessen her bekannte General ist dazu bestimmt, die Grundlage einer zweiten heiligen Allianz in Deutschland legen zu helfen. Sollten wir Deutsche noch länger die Segnungen der Herrschaft „von Gottes Gnaden“, des Windischgrätzens, Wrangeln's und Knutens nicht vollständig begreifen wollen oder können: so wird Saß sein Scherflein dazu beitragen, uns dies Begreifen zu erleichtern. Bei allen rnssischen Offizieren steht die Ueberzeugung fest, daß im nächsten Frühjahr der letzte und größte Feldzug des Absolutismus und der Contrerevolution gegen die Revolution beginnt. Denn wegen Sicherstellung seiner Gränzen bedürfte Rußland dieser Heeresmassen nicht. Ist es doch mit dem offiziellen Preußen und Oestreich im innigsten Einverständnisse und sind doch preußischer und östreichischer Seits die Gränzen so gut wie entblös't. Preußen und Oestreich bilden die Avant-, Rußland die Arrièr-Garde der Contrerevolution. Stettin, 24. Novbr. Ich befand mich mit auf dem Extrazuge, welcher am Montag den 13. d. M. von hier nach Berlin abging, aber nur bis Bernau kam, weil Se. Excellenz der wirkliche General der Kavallerie Herr v. Wrangel aus militairischen Rücksichten Bedenken trug, ein Corps von 600 unbewaffneten Bürgern in die von ihm in Belagerungszustand versetzte Hauptstadt einrücken zu lassen. Ich gehörte zu denen, welche von Angermünde mit dem von Stettin kommenden Abendzuge nach Berlin fuhren, wo wir spät Abends ankamen. Am anderen Morgen durchstreifte ich mit einigen Freunden die Straßen und traf in der Nähe der Charlottenstraße auf eine Militärpatrouille; stillstehend, um zu sehen, von welchem Regiment sie sei, wurde ich von dem sie befehligenden Offizier nach der Bedeutung des Zettels gefragt, den ich vorne am Hute trug und der die Worte enthielt: „Ehre der Nationalversammlung! — Stettin.“ Nachdem ich ihm dieselbe auseinandergesetzt, ließ er mich, ungeachtet ich mich erbot, den Zettel herunterzunehmen, von seinen Soldaten arretiren und ungeachtet meiner Protestation ins Schauspielhaus transportiren, welches gepfropft voll Militär war. Hier wurde ich von dem Offizier „des Hochverraths und stiller Aufforderung zum Aufruhr“ angeklagt. Nachdem ich hier eine kurze Zeit zugebracht hatte, führte man mich in die Königliche Bank, wo von Offizieren meine Papiere in Beschlag genommen wurden. Von dort führte man mich durch einen Mauerdurchbruch zur Hausvoigtei, nahm mir hier Uhr und Börse ab und sperrte mich in ein Zimmer zu zwei fliegenden Buchhändlern und einem Schneidergesellen. In der Nacht um Eilf wurden wir von Soldaten abgeholt, und in den Hof des Bankgebäudes geführt, dort angelangt, sagte ein Hauptmann zu den Soldaten: Ihr haftet mit Eurem Kopf für diese Gefangenen; es „sind Hochverräther und Verräther an unserem gnädigen Könige!“ Ich hatte alle Mühe, dem tapferen Mann nicht laut ins Gesicht zu lachen. — Wir wurden darauf nach der Stadtvoigtei abgeführt, wo man uns ein ganz schlechtes Loch zum Aufenthaltsort anwies. Von hier brachte man mich zu einer Art von Verhör vor eine Polizeiperson; als dies zu Ende war, bekam ich ein gutes Zimmer, in dem ich drei Tage lang blieb; von da transportirte man mich mit sieben Anderen, darunter der K. G. Assessor Wolff und der Kaufmann Dietrich aus Berlin, nach Moabit ins pensylvanische Gefängniß, wo ich vier Tage einsam in einer Zelle zubringen mußte und Zeit hatte, einige ernste Betrachtungen über die Habeas-Corpus-Acte anzustellen. Zwar theilte mir schon am Sonntage der Staatsanwalt in Gegenwart des Direktors Bormann mündlich mit, meine Entlassung sei am Sonnabend von Hern. v. Wrangel bereits dekretirt, aber erst am Dienstag Vormittag schlug die Stunde meiner Befreiung; ich ließ mir ein Zeugniß darüber ausstellen, ließ mir in der Hausvoigtei meine Uhr und den Rest meines Geldes — man hatte sich nämlich für das mir in diesem ehrwürdigen Hause freundlich gewährte Unterkommen mit wenigstens vierfacher Kreide bezahlt gemacht — zurückgeben, und schied von Berlin mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ein Heer, welches unter den Befehlen eines kriegserfahrenen Feldherrn die verfassungsmäßig gewährleistete Freiheit der Person und des Eigenthums und die gesetzliche Ordnung mit soviel Umsicht und Energie schon gegen friedfertige und waffenlose Bürger zu vertheidigen wisse, sicherlich wahre Wunder von Tapferkeit thun werde, sollte es einmal gelten, jene beiden herrlichen Güter gegen Leute zu schützen, welche thörichterweise einmal mit den Waffen in der Hand und hinter sogenannten Barrikaden dem Herrn v. Wrangel zu beweisen geneigt sein möchten, daß „seine“ Auffassung von Gesetz und Ordnung durchaus nicht nach ihrem Geschmacke ist. Aber ernsthaft: Lebhaftes Bedauern den achtungswerthen Männern, wie sich deren gewiß auch im Heere Viele finden, welche nur noch durch mindestens sonderbare Begriffe von militärischer Ehre von dem Rücktritt aus einer Stellung abgehalten werden, in der sie, die vielleicht schon auf dem Schlachtfelde kriegerischen Ruhm sich erworben, sich zu den niedrigsten Schergendiensten müssen brauchen lassen! Stettin, den 24. November 1848. Rudolf Döbel, Kaufmann. Für den demokratischen Central-Ausschuß in Berlin sind bei der Expedition dieser Zeitung ferner eingegangen: Von Paderborn 11 Thlr. 12 Sgr. 6 Pfg. Von Gerresheim 4 Thlr. 20 Sgr. Von Neustadt an der Hardt in einem Wechsel 31 Gulden. Zusammen 635 Thlr. 8 Pfg. u. 31 Gulden 48 Kr. Von der Expedition gestempelte Listen liegen zur Unterzeichnung offen bei: A. Steinstraßer, Perlenpfuhl; Halin, Borse; Hamspohn, Freischütz, Hochstraße; Eiser, beim Eingange während der Volksversammlungen; J. Obladen, Streitzeuggasse; Stollwerk, Schildergasse. Köln, den 4. Dezbr. 1848. Handelsnachrichten. _ Civilstand der Stadt Köln. Den 29. November 1848. Geburten. Jos., S. v. Nicol. Rehard, Steinhauer, Mariengartengasse. — Maria Ther. Hubert., T. v. Joh. Martin Hospelt, Schreinerm., Weberstr. — Math., S. v. Heinr. Becker, Schneider, Machabäerstr. — Joh. Wilhelm., T v. Wilh. Wiegand, Zimmermeister, Carthäuserw. — — Margar., T. v. Joh. Aug. Dorandt, Schuhm., St. Apernstr. — Friedr., S. v Seb. Röttgen, Tagl., Wilhelmstr. — Christ., T. v. Pet. Lenz, Fabrikheizer, Plankg. — Friedr., S. v. Laur. Zerfos, Maurer, Spulmannsg. — Joh. Christ., T. v. Georg Jos. Roeder, Sattler, Kühegasse. Sterbefälle. Cathar. Thelen, geb. Limburg, 79 J. alt, Kammachergasse. — Karl Jos. Hub. Hennes, 5 T. alt, Blaubach. — Joh. Wallraff, 3 T. alt, Zugasse. — Corn. Zedt, Wollenweb., 62 J. alt, verheir., Weberstr. — Sophia Schmickele, geb. Füsgen, 38 J. alt, Weißbütteng. Heirathen. Peter Königsfeld, Schuster, v. Liebour, und Elisab. Zündorff, v. Vingst. — Herm. Jos. Nusbaum, Schneider, v. Eggersheim, und Ther. Carol. Krewet, v. Ruthen. — Joh Lucas Paffrath, Spezereih., Wittwer, v. hier, und Maria Cathar. Kramer, v. Hopsten. — Wilh. Becker, Zuckerarb., v. Waldbreitbach, und Maria Sophia Seiler, v. Jülich — Pet. Jos. Baden, Bierbr., v. Zülpich, und Rosa Trimborn, v. hier. — Pet. Fuchs, Schlosserges., u. Sib. Schüll, Wittwe Düssel, beide v. hier. — Joh. Jacob Weyand, Schuster, v. Obercostens, und Gertr. Becker, v. Cochem. — Heinr. Vianden, Maler, v. Poppelsdorf, und Magdal. Franc. Wilhelm. Krüppel. v. Zülpich. — Joh. Math. Heck, Schreinerges., v. hier, nnd Christ. Hubert Götzgen, v. Niederzier. — Joh Hieb, Steinh., und Sophia Roggendorff, beide v. hier. — Friedr. Aug. Hiller, Unteroff., v. Dahme, und Maria Agnes Arnoldi, v. Bonn. — Heinr. Wipperfürth, Teppichweber, v. hier, und Gertr. Hecker, v. Mülheim am Rh. — Pet. Jos. Klein, Tagl., v. hier, und Carol. Breunig, v. Siegburg. — Herm. Jos. Haaß, Seilerges., v. hier, und Anna Cathar. Müller, v. Heumar. — Franz Saur, Strumpf-Fabrikant, v. Gustorf, und Agnes Martion, Wehrg. — Joh. Mengan, Gastwirth, und Adelh. Schallenberg, beide v. Pulheim. Anzeigen. Schifffahrts-Anzeige. Köln, 4. Dezember 1848. Angekommen: H. Lübbers von Wesel. Abgefahren: M. Roth nach dem Obermain. L. Hermann nach Kanstadt. Fr. Müssig nach Heilbronn. In Ladung: Nach Ruhrort bis Emmerich Wwe. Joh. Linkewitz. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach und Neuwied J. Krämer u. H. Schumacher. Nach Koblenz, der Mosel und Saar Jos. Zeiler. Nach der Mosel, nach Trier und der Saar J. M. Hain. Nach Mainz Ant. Bender. Nach dem Niedermain Seb. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain M. Roth. Nach Worms und Mannheim Wwe. A Dunk. Nach Heilbronn F. Kühnle. Nach Bingen Wb. A. Dunk. Nach Kannstadt und Stuttgart Joh. König. Nach Rotterdam Kapt. Cosen Köln Nr. 15. Nach Amsterdam Kapt. Kalfs Köln Nr. 2. Rheinhöhe am 4 Dez. 10′ 4″. Bekanntmachung. Donnerstag den siebenten Dezember 1848, Voemittags elf Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln verschiedene Mobilien, als: ein Tisch, ein Sekretär, ein Sopha, eine Kommode, einen Spiegel und ein Ofen nebst Rohr etc., öffentlich versteigert werden. Der Gerichtsvollzieher, Brochhausen. Versteigerung. Am Mittwoch den 6. Dez. 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Waidmarkte zu Köln, verschiedene Hausmobilien, als: Stühle mit Rohrsitzen und Consol von Mahagoni, Spiegel, Tische und Schränke, Küchengeräthschaften und eine Kommode von Nußbaumholz etc., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Der Gerichtsvollzieher, Clören. Geschäftsverlegung und Empfehlung. Unseren geehrten Geschäftsfreunden hiermit die Anzeige, daß wir mit dem heutigen Tage unsere Wohnung aus der Schildergasse Nr. 14 in Nr. 1A der Columbastraße verlegten. Wir bitten gleichzeitig um die Fortdauer des uns bisher geschenkten Zutrauens unter der Versicherung der reelsten Bedienung und empfehlen uns auf's Neue dem geehrten Publikum in Anfertigung von Kleidungsstücken nach den neuesten Facons. Für die Winter-Saison ist unser Lager in den modernsten Rock,- Hosen- und Westenstoffen auf das reichhaltigste assortirt, die wir zur Anfertigung geneigtest empfehlen. Köln, 1. Dezember 1848. H. J. Schultz & Comp. Herren-Kleidermacher, Columbastraße Nr. 1A. Die Eröffnung meiner Gastwirthschaft zeige ich hiermit ergebenst an, und bitte zugleich um geneigten Zuspruch. Die mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste können einer guten und prompten Aufwartung gewiß sein, da ich die Einrichtung getroffen habe, daß ich ausser gutem Bier, Branntwein und Liqueuren, auch eine gute Portion Essen verabreichen kann. Heinrich Schmitz, Lintgasse Nr. 2 in Köln. Geschäfts-Eröffnung. Hiermit erlaube ich mir die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage in der Follerstraße Nro 90 eine Bierbrauerei und Wirthschaft eröffne. Mein Bestreben wird stets sein durch gute Getränke und Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Gäste zu erwerben. Köln, den 3. Dezember 1848 Paul Schmitz, Follerstraße Nro. 90. Die Darlehnskasse für hütfsbedürftige Handwerkermeister wird am 6. Dezember ihre Wirksamkeit beginnen. Darlehen Suchende wollen ihre Anträge schriftlich im Lokale des Gewerbvereins abgeben. Der Ausschuß. HOTEL DE RUSSIE, Longue rue neuve 68, BRUXELLES. Journaux et Bibliotheque. SALLE DE BAINS. Table d'hôte à 4 hres 1/2. Inserat. Ans zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß der bekannte Bf. vom Abgeordneten Schlink (an den hiesigen Präsidenten Schwarz) ist; der Sohn von Schwarz hat ihn an Brüggemann gegeben. Eine verheirathete Frau wünscht einige Stunden täglich Beschäftigung für häusliche Arbeit. Zu erfragen Breitstraße Nr. 70. Motto: Bange machen gilt nicht Herr Hölterhof. Sie werfen dem Beigeordneten Bürgermeister Herrn Schenk in Nr. 322 der Kölnischen Zeitung vor, daß er kein Gedächtniß mehr dafür habe, in welch' hohem Maße die Metropole der Rheinprovinz unter dem preußischen Scepter zu einer nie geahnten Wohlfahrt gediehen sei etc. die Wohlthaten des Domes betreffend. Glauben Sie etwa, daß ein Ehrenmann deshalb sich und das Vaterland verkaufen, und das Gefühl für Recht außer Acht lassen soll. Zuerst liefern Sie, uns den Beweis, daß Köln und mit ihr die Rheinprovinz in den 34 Friedensjahren nicht eben so gut, vielleicht noch besser durch sich selbst wie auch unter einem andern Scepter dahin gekommen wäre, wo es jetzt ist. Und hat durch den Wohlstand der Rheinprovinz nicht auch das Scepter seinen Vortheil dnrch hohe Besteuerungen aller Art gehabt? Wenn Sie aber noch nicht wissen sollten, wodurch der Wohlstand Kölns und der Rheinprovinz hervorgegangen ist, so wollen wir es Ihnen sagen. Der Wohlstand ist namentlich durch die Lage Kölns seit dem Entstehen der Dampfboote unter Mitwirkung der Rührigkeit der Gewerbe in Köln's Mauern und den Uferstädten des Rheines eingekehrt. Was nun die jährlich verwandte Summe des Königs für den Dom betrifft, so haben wir Ihnen hierauf zu erwiedern, daß wir dieselbe nicht bedürften, wenn die Krone, die vom verstorbenen Erzbischofe Clemens August reklamirten Güter des Domes zurückerstattet hätte. Mit diesen Mitteln wäre der Dom bereits weiter vorangeschritten. Was nun endlich die ausserordentliche Beisteuer für den Dom von 12,000 Thlr. betrifft, so scheint es uns, als wenn damit die Gesinnungen der Bewohner Kölns für d[i]e Krone günstig gelenkt werden sollten. Der Jubel der Bewohner Kölns beim Dombaufeste im August, galt für uns bloß dem geladenen Gaste nicht aber dem Könige. Sie Herr Hölterhof erklären das Forttagen der National-Versammlung in Berlin für ungesetzlich. Köstlich, also wenn Sie so etwas sagen, so hat die Sache ihre Richtigkeit und die Meinung anderer wollen Sie dadurch fesseln. Sehen Sie sich doch die Massen von Adressen an, die die Nationalversammlung erhielt, und wenn Sie sich belehren lassen, so finden Sie, daß dieselbe gesetzlich ist. Mehrere Kölner. Mosel-Dampfschifffahrt. Täglicher Dienst. Vom 1. November c. an fahren unsere Schiffe nur viermal wöchentlich und zwar: von Trier Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags, Morgens um 5 Uhr von Koblenz Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags Morgens um 6 Uhr. Trier, den 23. Oktober 1848. Die Direktion. Rheinische Eisenbahn. Die Inhaber von Erlaubnißkarten zum Begehen der Eisenbahn machen wir darauf aufmerksam, daß diese Karten ihre Gültigkeit verlieren, nachdem die verschiedenen Doppelbahnstrecken dem Betriebe übergeben sind und Begehen dieser Strecken durch fremde Personen mit Gefahr für letztere verbunden ist. Es wird daher von jetzt an den Inhabern solcher Karten nur der Zutritt zu den Bahnhöfen und Stationen gestattet werden, wonach das Bahn-Personal von uns angewiesen worden ist. Köln, 21. November 1848. Die Direktion. Ein Küfer-Kellner gesucht, bei Halin in der Börse. Verkauf dreier Pianoforte's. Von 120 Thlr., 110 Thlr. und 90 Thlr. Domhof Nr. 13 bei Späner. Regelmäßige Dampf-Schifffahrt zwischen Antwerpen und Hull und vice versa, durch das englische Dampfboot: „Rob Roy.“ Abfahrt von Hull, Mittwoch Nachmittag. Abfahrt von Antwerpen, Sonnabend Nachmittag. Nähere Auskunft ertheilen John Foster, belgischer Konsul in Hull. Charles Grisar et W. J. Marsily in Antwerpen. In unterzeichneter Expedition ist zu haben: Blum Gedicht von Ferd. Freiligrath. Preis 1/2 Sgr. Der Ertrag ist zum Besten des demokratischen Central-Ausschusses in Berlin. Die Expedition der „N. Rh. Ztg.“ Das Haus Pützgasse Nr. 8- steht zu vermiethen. Näheres Glockengasse Nr. 17. Verlegene und durch Flecken verdorbene Glacehandschuhe werden sowohl in einzelnen Paaren als großen Partien haltbar und schön schwarz gefärbt. Kupfergasse Nro. 8 bei Handschuhmacher Brabender. Eine große Auswahl in gesteppten Decken und wollenen Bettdecken empfiehlt bestens. D. Kothes, Altenmarkt 69. Ein ordentliches und geübtes Ladenmädchen (aus Barmen) sucht zu Neujahr ein Unterkommen. Sie würde hauptsächlich auf gute Behandlung sehen. Die Expedition ertheilt nähere Auskunft. Außer meinen bekannten gut zubereiteten Speisen und gutes Lagerbier Heute Abend Mainzer Sauerkraut mit Leberklöse in der Restauration Herzogstraße Nro. 7 bei Casp. Hackhausen. Möblirte Zimmer auf der ersten Etage zu vermiethen. Altenmarkt 46, Zollstraßen-Ecke. Herrenkleider werden gewaschen und reparirt, Herzogstraße Nr. 11. Theater-Anzeige. Ich habe dem vielseitigen Verlangen des geehrten Publikums zu entsprechen, Herrn Formes vor seiner Abreise nach Amsterdam, noch auf drei Vorstellungen angagirt, nämlich für Mittwoch den 6., Sonntag den 10. und Montag den 11. d. M. Dienstag den 5. Dez. bleibt die Bühne geschlossen. Mittwoch den 6. Dez. Gastdarstellung des Hrn. Formes, vom Hoftheater in Wien: „Die Hugenotten.“ Große Oper in 5 Akten von Meyerbeer. *** Marcel, Hr. Formes als Gast. Der Gerant Korff. Druck von J. W. Dietz, unter Hutmacher 17.

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Marx-Engels-Gesamtausgabe: Bereitstellung der Texttranskription. (2017-03-20T13:08:10Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 1 (Nummer 1 bis Nummer 183) Köln, 1. Juni 1848 bis 31. Dezember 1848. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 160. Köln, 5. Dezember 1848. Beilage, S. 0856. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz160b_1848/2>, abgerufen am 24.11.2020.