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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 139. Köln, 10. November 1848. Beilage.

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Beilage zu Nr. 139 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Freitag 10. November 1848.
[Polen]

3) Das Verbot, den polnischen Adler zu tragen.

4) Der Nachweis aller Fremden.

Falls diese Bedingungen in der allerkürzesten Zeit nicht erfüllt werden, wird der kommandirende Feldmarschall Hammerstein die Stadt in den Belagerungszustand erklären.

Bei der Abreise des Kurriers war die Ruhe wiederhergestellt.

(gez.) Schlik, Feldmarschall-Lieutenant.

Donaufürstenthümer.
Bukarest, 17. Okt.

Als Sie am 29. v. M. die Frage an mich stellten: "Wie werden sich die Zustände bei Ihnen gestaltet haben, wenn Sie diesen Brief erhalten?" da hatten Sie nur eine dunkle Vorahnung, daß der Wille des Czaars die Oberhand behalten, türkische und russische Truppen die Hauptstadt militärisch besetzen, und die Freiheit des romänischen Volkes für immer zu Grabe donnern würden. Spätere Nachrichten, die Ihnen zugekommen sein werden, haben alles dieses bestätigt, und heute bietet Bukarest das verhängnißvolle Schauspiel eines doppelten militärischen Regiments, wie die Annalen der Geschichte keines aufzuweisen haben, wo Türken und Russen friedlich nebeneinander stehen, beide - doch vielleicht nicht immer Eines Sinnes - herrschen, und mitten zwischen ihnen ein Nationaler, ein Caimacam ad honores, als willenloser Vollstrecker der Befehle dieser beiden Gewalten schwankt. Natürlich sind alle Errungenschaften des 11. Juni, alle Abzeichen derselben vernichtet, und die strengsten Verordnungen folgen Tag für Tag aufeinander. Schon werden die Bauern unnachsichtlich zur Leistung aller grundherrlichen Prästationen, ja zum Nachtrag der seit dem Juni "im Freiheitsschwindel" unterlassenen angehalten, und für allen Schaden aus dieser Unterlassung verantwortlich gemacht; aber auf die jetzt erforderlichen, unzähligen, tagtäglichen Frohnfuhren und Prästationen für die beiden " nur das Glück und die Wohlfahrt des Landes beabsichtigenden Armeen" kann natürlich keine Rücksicht genommen werden. Schon ist auch die literarische Censur wieder eingeführt, und wehe dem Abonnenten einer Zeitung, in deren Spalten eine mißliebige Zeile steht; das ganze Blatt ist für ihn verloren.

Mit einem Wort, wir dürfen Nichts mehr aus Zeitungen erfahren, denn welches wäre wohl heute das Journal, worin gar nichts hier Verpöntes stünde? Und selbst die humanste Errungenschaft, die Emancipation nämlich der leibeigenen Zigeuner, ist annullirt, und jene tausende ihrer Freiheit frohgewordene menschliche Geschöpfe werden wieder in das Joch der Sklaverei zurückgetrieben. Um dann endlich jeden Keim etwaiger Freiheitsgelüste zu ersticken, sind im ganzen Lande Kommissionen ernannt worden - wir möchten sie Chambres ardentes heißen - deren Aufgabe es ist, auf alle "verdächtige" und "für die öffentliche Ruhe gefährliche" Individuen zu fahnden, und dieselben über die Gränzen des Landes zu exiliren, wohin sie "ohne ausdrückliche Erlaubniß S. M. des Sultans niemals wieder zurückkehren dürfen." Rechnen Sie nun zu allem diesem hinzu, daß behufs der Militäreinquartirung fast alle Hans (Sie kennen diese türkische Benennung großer Gebäude, deren es welche gibt, worin 200 und mehr Parteien zur Miethe wohnen, dann die weitläufigen Lokalitäten unserer Schulkollegien, ja selbst Spitäler - mehrere andre palastähnliche Privathäuser nicht gerechnet - requirirt und deren Bewohner zur Räumung derselben binnen 8 Tagen angehalten worden sind; daß dann von Tag zu Tag alle Lebensbedürfnisse steigen, während aller Handel und Erwerb gänzlich darnieder liegt: so haben Sie ein gedrängtes Bild unserer gewiß nicht freudigen Zustände, die vielleicht nächstens ein noch gräßlicheres Tableau liefern dürften. Und was thut das freie Europa? Es sieht zu! und wird zusehen bis es - zu spät sein wird. - Magieru hat bei der Annäherung der Russen gegen die kleine Walachei sich über die Gränze nach Siebenbürgen geflüchtet.

(C. Bl. a. B.)
Italien.

* Die Mailänder Zeitung vom 31. October zeigt allerdings mit großem Pomp an, daß Chiavenna am 28sten wieder in die Hände der Oestreicher gefallen ist. Der Triumph ist wohlfeil und hat wenig zu bedeuten. Chiavenna ist eine offene Stadt, und die Insurgenten haben ganz wohl gethan, einem ungleichen Kampfe aus dem Wege zu gehen. Auf allen andern Punkten sind sie dafür, der Turiner "Concordia" zufolge, um so thätiger und siegreicher, und der Aufstand verbreitet sich mit Riesenschnelle. Sämmtliche strategisch-wichtigen Punkte befinden sich in den Händen der Insurgenten, die, anfänglich 14,000 Mann stark, gegenwärtig zu einer zahllosen Masse angewachsen sind. 1400 Oestreicher sind zu Gefangenen gemacht worden. Auf dem Lago Maggiore hat eine große Anzahl lombardischer Flüchtlinge des Dämpfers Verbano auf seiner Fahrt von Askona nach Brissago sich bemächtigt.

Der Herzog von Modena ist mit 1500 Böhmen aus Radetzki's Heer in seine Hauptstadt zurückgekehrt. - Zu Florenz hat am 30. October eine Volksdemonstration stattgefunden, um dem Großherzog für die Ernennung des Guerrazzi zu danken.

Französische Republik.
19 Paris, 7. Nov.

Vor einiger Zeit gab der Moniteur die offizielle Versicherung, daß die Auslieferung der Frankfurter Barrikadenmänner zu Straßburg eine "Lüge" sei. Man konnte nach dieser Erklärung glauben, daß die honette Bourgeoisrepublik zuweilen noch Momente schamhafter Selbstverläugnung habe; die Einzelheiten dieser merkwürdigen Angelegenheit, welche ich von einem dabei betheiligten Flüchtling erfahre, sind indeß ganz besonders honetter Art, daß man sie im Interesse aller Biedermänner der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten darf.

Es ist bekannt, daß die beiden Barrikaden am Trierschen Plätzchen und an dem Allerheiligenthor in Frankfurt die letzten waren, welche von dem Volk verlassen wurden; die Anführer, Germain Metternich, Reinach, ein Arbeiter Windecker und Effelen, flüchteten erst, nachdem durch die Feigheit der "parlamentarischen" Volksfreunde, namentlich des feisten Gießer Privatdozenten, die ganze Insurrektion erdrückt war. Hinter Offenbach geriethen drei der Flüchtlinge in die Hände der durch einen Brigadier und einen Gendarmen vertretenen gesetzlichen Macht. Der Gendarm wurde getödtet, der Brigadier in den Chausseegraben geworfen, wo er voll Entsetzen vier Stunden liegen blieb. In Straßburg, auf "republikanischem Boden" angekommen, glaubten sich die Flüchtlinge in voller Sicherheit, und achteten nicht darauf, daß sie bereits am ersten Tage von drei Frankfurter Polizisten mit schmeichelhafter Aufmerksamkeit beehrt wurden. Was wollten ihnen auch die deutschen "Reichs" -Fanghunde in der "honetten Republik" anhaben? Hatte nicht sogar Hecker, der frevelhafte Mörder des Schlafes eines berühmten Kölnischen Staatsprokurators, unangefochten in Straßburg geweilt? Indeß die Republik denkt und Cavaignac lenkt. Die Frankfurter "Reichs" -Biedermänner denunzirten beim Präfekten, daß sich die "Mörder" Lichnowsky's in Straßburg befänden, der Präfekt meldete den Fall an Cavaignac, und Cavaignac erließ den Befehl zu der sofortigen Verhaftung der politischen Flüchtlinge. Arbeiter Windecker saß 20. Tage, Metternich u. A. 6-8 Tage in den Gefängnissen der honetten Republik, und der Präfekt erklärte ihnen schon, er werde sie an das "deutsche"Reich" ausliefern. Ein zufälliger Umstand rettete sie vor dieser wohlgemeinten Beförderung. Der alte Präfekt (Eiseler oder ähnlichen Namens) wurde durch einen neuen ersetzt, bei dessen Installation der Advokat Dr. Schützenberger, Oberst der Straßburger Nationalgarde erklärte: er habe so eben von der Absicht des alten Präfekten Kenntniß erhalten, und werde, wenn man die Flüchtlinge ausliefere, die Nationalgarde zu ihrem Schutz unter die Waffen rufen. Nur der Energie dieses Ehrenmannes hatten es Windecker und einige andere zu verdanken, daß sie über Metz nach Belgien reisen durften. In Metz trafen sie abermals Frankfurter "Reichs"-Spione, drei deutsche Juden, welche sie dem Präfekten denunzirten; der Präfekt und ein Brigadier gaben ihnen jedoch noch Geld zur Weiterreise. In Brüssel fanden sie den "Administrateur de l'hopitalite belge," Hrn. Hody, diesen mächtigen Mann, der seine bezahlten Polizeiklakeure sogar im Redaktionsbureau einer bekannten Zeitung sitzen hat, in voller Thätigkeit, den "Musterstaat" von deutschen Arbeitern zu säubern. Der ganze deutsche Arbeiterverein war im Verhör, weil man es gewagt hatte, eine Generalversammlung durch ein Plakat anzuberaumen, - eine allerdings auffallende Thätigkeit für Belgien, wo die s. g. Demokraten nichts weiter thun, als Listen für eine mögliche provisorische Regierung anfertigen. Die Flüchtlinge richteten daher sofort ihren Marsch nach Paris, von wo sie durch die Hülfe der deutschen Demokraten heute glücklich nach London dirigirt wurden. Die "honette Republik" ist also gerettet.

Betreff der Frankfurter Insurrektion erfährt man von diesen Flüchtlingen noch interssante Belege zu den feigen Verläumdungen der "guten" Presse. Alles, was Hr. v. Lichnowsky über das "kannibalische" Spiel seiner Mörder auf dem Sterbebette erzählte, ist nichts als eine blasse Renommage: Hr. Lichnowsky starb wie er gelebt hatte. Als ihn die Insurgenten aus dem Gärtnerhause zogen, bot er ihnen noch eine halbe Million für sein Leben! Was werden die jüdisch-germanischen Patrioten in der Wasserpollakei dazu sagen?! - Dagegen hat sich die preuß. Soldateska in Frankfurt mit ihrer gewohnten Preußen-Ritterlichkeit betragen. In dem Hause eines Bierbrauers am trierischen Plätzchen fanden sie, nachdem die Barrikaden verlassen waren, zwei Arbeiter in einem Bett liegend. Der erste wurde mit einundzwanzig Bajonetstichen, der andere mit vier Kugeln und einigen Kolbenschlägen im Zimmer ermordet, worauf man die Cadaver über das Treppengeländer warf. - Die aus Mainz herbeigezogenen preuß. Soldaten schossen am trierischen Plätzchen mit vergifteten Kugeln. Mehrere unbedeutend an Arm und Bein verwundete Insurgenten zeigten plötzlich alle Spuren von Vergiftung, so daß das Volk selbst, um sie von ihren Qualen zu befreien, zwei seiner eigenen Kämpfer erschießen mußte! Dies sind die Heldenthaten der preußischen Streiter "für Gott mit König und Vaterland"! Sie haben in Posen unter den Generalen Pfuel (von Höllenstein) und Hirschfeld (von Shrapnells) ihre würdigen Vorfechter gehabt. Ueber den neulichen Kampf der Mobilen mit der Linie an der Barriere Rochechouard höre ich noch von einem Augenzeugen Folgendes: "Als am zweiten Abend die Mobile an der Barriere sich zeichte, wurde sie von der Linie mit dem Ruf empfangen: Voila le bourreau de Cavaignac! Auf das Verlangen eines Offiziers der Mobilen an einen Linienoffizier, seine Leute zurückzuhalten, entgegnete dieser: Der General Cavaignac hat vor 4 Tagen an die Mobilen Wein austheilen lassen; wenn meine Leute in dieser Bevorzugung keine Fraternite erblicken, so mag sie ein Anderer eines Bessern belehren."

Paris, 4. Nov.

Auf einen Beschluß des hiesigen demokratischen Centralausschusses wird noch im Laufe dieser Woche eine große Trauerfeier zu Ehren der gefallenen Wiener Brüder stattfinden.

- Nationalversammlung. Sitzung vom 7. November. Anfang 1 Uhr. Präsident Marrast. An der Tagesordnung sind die Bouvet'schen Interpellationen, wegen der von der Regierung dem Ausland gegenüber, namentlich in Bezug auf Deutschland und Italien beobachteten oder zu beobachtenden Politik.

Bouvet mit vielem Pathos: Wenn es sich um Interpellationen handelt, so glaubt man immer, daß ihnen ein der Regierung feindlicher Sinn unterliege. Ich protestire von vornherein gegen diesen Verdacht. Ich will sie im Gegentheile stärken und befestigen. (Man lächelt.) Ich wünsche zu wissen, in welcher Lage sich die Regierung der Republik den auswärtigen Kabinetten gegenüber befinde.....

Garnier Pages unterbrechend: Wir diskutiren jetzt das rektifizirte Büdget von 1848. Morgen kommen wir darin zum Kapitel des Ministeriums der Auswärtigen. Dieß ist die beste Gelegenheit für Ihre Interpellationen. Ich trage also auf Vertageng an.

Bouvet empfindlich: Meine Interpellationen stehen bereits auf der Tagesordnung; sie sind im Moniteur angezeigt und ich fahre darin fort. Zunächst möchte ich wissen, ob wir seit dem Februar überhaupt ein politisches System haben. Am klarsten zeigten sich zwei Meinungen. Die Eine wolle die Aktive der Republik auf ganz Europa ausdehnen; die Andere wollte sich dagegen nur zunächst auf Befestigung der innern Zustände beschränken. Sie war der Ansicht......

Mortimer Ternaur, heftig: Zur Sache! Zur Sache!

Bouvet: Sie dürfen mich nicht unterbrechen.

Marrast: Sie haben das Wort für Interpellationen und nicht um eine lange Polemik zu halten.

Bouvet gereizt: Meine Interpellationen müssen durch eine Einleitung (Anspielung auf die Verfassungseinleitung, die Gelächter hervorruft) erläutert werden und ich frage daher mit Recht vor allen Dingen: Ist seit dem Febr. überhaupt ein politisches System befolgt worden? Die provisorische Regierung stellte zwar ein System auf; sie verhieß die Befreiung Italiens und stellte die Fälle auf, die eine bewaffnete oder diplomatische Intervention nöthig machten. Sind dergleichen Fälle eingetreten? Ja wohl, und zwar drei. 1. in Polen. 2. Lombardei. 3. Sizilien. Was that die Regierung, um ihre Prinzipien zu retten? Nichts. Sie hätte die Freiheit retten und die Schicksale sämmtlicher italienischer Völker durch einen europäischen Congreß erleichtern, wenn nicht definitiv reguliren können. Statt dessen sehen wir die Tyrannei triumphiren. Die Julimonarchie konnte doch wenigstens Grichenland befreien, aber die Februar-Republik kreuzt die Arme und sieht der Unterjochung Italiens ruhig zu. (Bravo vom Berge. Lärm zur Rechten.)

Bastide, Minister des Auswärtigen, folgt dem Interpellanten auf der Bühne. Er hält ein Papier in der Hand und liest eine Erklärung folgenden Hauptinhalts: "Als im August die Oesterreicher in Mailand wieder einzogen, schlugen wir unsere Vermittelung auf jene Grundlage hin vor, die Sie genehmigt haben. Es erhoben sich Widersprüche wegen des Ortes, an dem der Kongreß gehalten werden sollte. Inzwischen überraschten uns die Erreignisse des Oktober, welche die Unterhandlungen zerbrachen. Allein sie sollen wieder aufgenommen werden. Wir hoffen durch friedliche Mittel unser gestecktes Ziel zu erreichen. Sollte aber die Befreiung und Selbstständigkeit Italiens Waffengewalt erfordern, so werden wir nicht zögern, Ihnen auch dieses Mittel vorzuschlagen. Es ist übrigens Aussicht vorhanden, Ihnen bald alle Aktenstücke vorzulegen. (Mißfallen vom Berge. Beifall zur Rechten).

Der Schluß der Interpellationen wird ausgesprochen und somit fiel Bourets guter Wille abermals in das Wasser.

Die Versammlung diskutirt dann die Frage, ob sie sich auf vier Wochen trennen wolle! Sie ist ja so angestrengt und bedarf der patriarchalischen Ruhe am Familienofen.

Marchal trägt nämlich kurz darauf an, vom 14. Novbr. bis 14. Dezbr. Ferien zu machen.

Cocquerel, Pfarrer, erklärt im Namen des Verfassungsausschusses, daß derselbe nichts gegen die 4wöchentliche Ruhe einwende, nur sollten sich sämmtliche Deputirte stets so bereit halten, daß sie binnen 24 Stunden zusammengerufen werden können.

Cavaignac unterstützt den Verfassungsausschuß.

Der Marschall'sche Antrag, sowie die Conklusion des Ausschusses werden zur Abstimmung gebracht und mit 607 gegen 214 Stimmen verworfen. Also keine Ferien! O weh!

Es entspinnt sich eine andere Debatte wegen der organischen Gesetze.

Steinberger, aus dem Elsaß, sagt: die Versammlung entschied so eben, daß sie sich also keine Erholung gönnen, sondern die organischen Gesetze vorher votiren wolle. In diesem Falle frage ich an, ob der alte Verfassungsausschuß auch noch die organischen Gesetze elaboriren solle? (Ja, ja, nein).

Nach kurzer Debatte wird erklärt, daß der alte Ausschuß vollkommen ausreiche und der steinberger'sche Erneuungsvorschlag fällt durch.

Marrast ließt nun einen Stoß Urlaubsgesuche vor.

Bischof Fayet stellt den Antrag, keinem Menschen mehr Urlaub zu geben, sobald die Gliederzahl bis auf 600 gefallen.

De Rancey unterstützt diesen Antrag.

Aylir will, daß man keinen Urlaub über 14 Tage ausdehne.

Der Antrag Fayets wird angenommen.

Die Versammlung kehrt zur Budjetdiskussion zurück. Sie ist immer noch im III. Abschnitt (Justizverwaltung) und dreht sich um mannigfache Anträge auf Verminderung der fetten Beamten-Gehalte.

Diese Anträge finden auf der Rechten eben keinen großen Anklang. Namentlich diejenigen, die sich auf Verminderung der Gehälter für die Obergerichtsbehörde beziehen, finden warme Gegner.

Mehrere Anträge werden an den Finanzausschuß gewiesen, der morgen sein Gutachten über Gehaltsabzüge in den höheren Regionen vortragen wird.

Aus diesem Grunde wird das definitive Votum über die Gehaltsverhältnisse der Appellhöfe auf morgen verschoben.

Die Versammlung geht schon um 1/4 6 Uhr auseinander.

[Leserbrief]
An die Redaction der "N. Rh. Ztg." zu Köln.

"Als vor einigen Tagen Jemand bei der Ankunft des Düsseldorf-Effender Postwagens hierselbst Nachmittags 2 1/2 Uhr die "Neue Rheinische Zeitung" von dem hiesigen Postbüreau abholen wollte, bemerkte ihm der Condukteur, daß er dieselbe nicht mitgebracht habe, da sie ihm von der Postexpedition zu Düsseldorf, wo er sie habe liegen gesehen, nicht mitgegeben worden sei; die Kölnische Zeitung aber und einige andere Blätter wären mitgekommen." - Wir erhielten die "Neue Rheinische Zeitung" an dem Tage erst Abends 8 Uhr durch die Ratinger Lokalpost und zwar nur aus Gefälligkeit unseres Posterpediteurs, indem nach Abgang des letzten Effender Wagen nach 7 Uhr Abends, vor Ankunft des Ratinger Lokalwagens, die Post geschlossen wird, und daher die mit dem Lokalwagen eintreffenden Briefschaften etc. erst am kommenden Morgen an ihre Adresse befördert werden. Welcher Nachtheil für eine Zeitung auf solche Weise durch ein verspätetes Eintreffen derselben entstehen muß und wirklich entsteht, bedarf wohl keiner näheren Erörterung, besonders in der jetzigen Zeit, wo Jedermann auf die neuesten Nachrichten mit Recht so außerordentlich gespannt ist.

Die Kölnische und Neue Rheinische Zeitung waren beide mit einem und demselben Bahnzuge von Köln in Düsseldorf angekommen, warum kamen aber beide Blätter nicht auch zu gleicher Zeit nach Ratingen? Das so häufig verspätete Eintreffen der Neuen Rheinischen Zeitung im Vergleich zur Kölnischen, welche letztere regelmäßig durch die Effender Post und nie mit dem Ratinger Lokalwagen hierherkommt, wissen wir uns also jetzt zur Genüge zu erklären, nur die Motive dazu nicht. Die Redaktion wird gebeten, diesem Uebelstande wo möglich abzuhelfen.

Ratingen, den 1. November 1848.

Mehrere Abonnenten der Neuen Rheinischen Zeitung.

An die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung.

Gestern Abend ist die ungeduldig, erwartete Nummer Ihrer Zeitung vom heutigen Tage (Dienstag) hier nicht eingetroffen. Dies fällt wie Sie aus den Klagen Ihrer Abonennten ersehen haben werden, oft vor, dann aber pflegt die Zeitung wenigstens Tags darauf früh Morgens einzutreffen. Heute aber ist das Blatt, welches schon gestern Abend zwischen 6 und 7 hier hätte ausgegeben werden sollen, bis zur jetzigen Stunde, Nachmittags um 4 Uhr weder bei mir noch auf irgend einem Cafe (in 4-5 habe ich sie vergeblich gesucht) angetroffen. Wäre es denkbar, daß Sie das Blatt um einen ganzen Tag zu spät zur Post befördert haben sollten?

Düsseldorf Dienstag, den 7. Novbr.

F. Lassalle.

Handels-Nachrichten. [irrelevantes Material]
Frucht-Preise. [irrelevantes Material]
Beilage zu Nr. 139 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Freitag 10. November 1848.
[Polen]

3) Das Verbot, den polnischen Adler zu tragen.

4) Der Nachweis aller Fremden.

Falls diese Bedingungen in der allerkürzesten Zeit nicht erfüllt werden, wird der kommandirende Feldmarschall Hammerstein die Stadt in den Belagerungszustand erklären.

Bei der Abreise des Kurriers war die Ruhe wiederhergestellt.

(gez.) Schlik, Feldmarschall-Lieutenant.

Donaufürstenthümer.
Bukarest, 17. Okt.

Als Sie am 29. v. M. die Frage an mich stellten: „Wie werden sich die Zustände bei Ihnen gestaltet haben, wenn Sie diesen Brief erhalten?“ da hatten Sie nur eine dunkle Vorahnung, daß der Wille des Czaars die Oberhand behalten, türkische und russische Truppen die Hauptstadt militärisch besetzen, und die Freiheit des romänischen Volkes für immer zu Grabe donnern würden. Spätere Nachrichten, die Ihnen zugekommen sein werden, haben alles dieses bestätigt, und heute bietet Bukarest das verhängnißvolle Schauspiel eines doppelten militärischen Regiments, wie die Annalen der Geschichte keines aufzuweisen haben, wo Türken und Russen friedlich nebeneinander stehen, beide ‒ doch vielleicht nicht immer Eines Sinnes ‒ herrschen, und mitten zwischen ihnen ein Nationaler, ein Caimacam ad honores, als willenloser Vollstrecker der Befehle dieser beiden Gewalten schwankt. Natürlich sind alle Errungenschaften des 11. Juni, alle Abzeichen derselben vernichtet, und die strengsten Verordnungen folgen Tag für Tag aufeinander. Schon werden die Bauern unnachsichtlich zur Leistung aller grundherrlichen Prästationen, ja zum Nachtrag der seit dem Juni „im Freiheitsschwindel“ unterlassenen angehalten, und für allen Schaden aus dieser Unterlassung verantwortlich gemacht; aber auf die jetzt erforderlichen, unzähligen, tagtäglichen Frohnfuhren und Prästationen für die beiden „ nur das Glück und die Wohlfahrt des Landes beabsichtigenden Armeen“ kann natürlich keine Rücksicht genommen werden. Schon ist auch die literarische Censur wieder eingeführt, und wehe dem Abonnenten einer Zeitung, in deren Spalten eine mißliebige Zeile steht; das ganze Blatt ist für ihn verloren.

Mit einem Wort, wir dürfen Nichts mehr aus Zeitungen erfahren, denn welches wäre wohl heute das Journal, worin gar nichts hier Verpöntes stünde? Und selbst die humanste Errungenschaft, die Emancipation nämlich der leibeigenen Zigeuner, ist annullirt, und jene tausende ihrer Freiheit frohgewordene menschliche Geschöpfe werden wieder in das Joch der Sklaverei zurückgetrieben. Um dann endlich jeden Keim etwaiger Freiheitsgelüste zu ersticken, sind im ganzen Lande Kommissionen ernannt worden ‒ wir möchten sie Chambres ardentes heißen ‒ deren Aufgabe es ist, auf alle „verdächtige“ und „für die öffentliche Ruhe gefährliche“ Individuen zu fahnden, und dieselben über die Gränzen des Landes zu exiliren, wohin sie „ohne ausdrückliche Erlaubniß S. M. des Sultans niemals wieder zurückkehren dürfen.“ Rechnen Sie nun zu allem diesem hinzu, daß behufs der Militäreinquartirung fast alle Hàns (Sie kennen diese türkische Benennung großer Gebäude, deren es welche gibt, worin 200 und mehr Parteien zur Miethe wohnen, dann die weitläufigen Lokalitäten unserer Schulkollegien, ja selbst Spitäler ‒ mehrere andre palastähnliche Privathäuser nicht gerechnet ‒ requirirt und deren Bewohner zur Räumung derselben binnen 8 Tagen angehalten worden sind; daß dann von Tag zu Tag alle Lebensbedürfnisse steigen, während aller Handel und Erwerb gänzlich darnieder liegt: so haben Sie ein gedrängtes Bild unserer gewiß nicht freudigen Zustände, die vielleicht nächstens ein noch gräßlicheres Tableau liefern dürften. Und was thut das freie Europa? Es sieht zu! und wird zusehen bis es ‒ zu spät sein wird. ‒ Magieru hat bei der Annäherung der Russen gegen die kleine Walachei sich über die Gränze nach Siebenbürgen geflüchtet.

(C. Bl. a. B.)
Italien.

* Die Mailänder Zeitung vom 31. October zeigt allerdings mit großem Pomp an, daß Chiavenna am 28sten wieder in die Hände der Oestreicher gefallen ist. Der Triumph ist wohlfeil und hat wenig zu bedeuten. Chiavenna ist eine offene Stadt, und die Insurgenten haben ganz wohl gethan, einem ungleichen Kampfe aus dem Wege zu gehen. Auf allen andern Punkten sind sie dafür, der Turiner „Concordia“ zufolge, um so thätiger und siegreicher, und der Aufstand verbreitet sich mit Riesenschnelle. Sämmtliche strategisch-wichtigen Punkte befinden sich in den Händen der Insurgenten, die, anfänglich 14,000 Mann stark, gegenwärtig zu einer zahllosen Masse angewachsen sind. 1400 Oestreicher sind zu Gefangenen gemacht worden. Auf dem Lago Maggiore hat eine große Anzahl lombardischer Flüchtlinge des Dämpfers Verbano auf seiner Fahrt von Askona nach Brissago sich bemächtigt.

Der Herzog von Modena ist mit 1500 Böhmen aus Radetzki's Heer in seine Hauptstadt zurückgekehrt. ‒ Zu Florenz hat am 30. October eine Volksdemonstration stattgefunden, um dem Großherzog für die Ernennung des Guerrazzi zu danken.

Französische Republik.
19 Paris, 7. Nov.

Vor einiger Zeit gab der Moniteur die offizielle Versicherung, daß die Auslieferung der Frankfurter Barrikadenmänner zu Straßburg eine „Lüge“ sei. Man konnte nach dieser Erklärung glauben, daß die honette Bourgeoisrepublik zuweilen noch Momente schamhafter Selbstverläugnung habe; die Einzelheiten dieser merkwürdigen Angelegenheit, welche ich von einem dabei betheiligten Flüchtling erfahre, sind indeß ganz besonders honetter Art, daß man sie im Interesse aller Biedermänner der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten darf.

Es ist bekannt, daß die beiden Barrikaden am Trierschen Plätzchen und an dem Allerheiligenthor in Frankfurt die letzten waren, welche von dem Volk verlassen wurden; die Anführer, Germain Metternich, Reinach, ein Arbeiter Windecker und Effelen, flüchteten erst, nachdem durch die Feigheit der „parlamentarischen“ Volksfreunde, namentlich des feisten Gießer Privatdozenten, die ganze Insurrektion erdrückt war. Hinter Offenbach geriethen drei der Flüchtlinge in die Hände der durch einen Brigadier und einen Gendarmen vertretenen gesetzlichen Macht. Der Gendarm wurde getödtet, der Brigadier in den Chausseegraben geworfen, wo er voll Entsetzen vier Stunden liegen blieb. In Straßburg, auf „republikanischem Boden“ angekommen, glaubten sich die Flüchtlinge in voller Sicherheit, und achteten nicht darauf, daß sie bereits am ersten Tage von drei Frankfurter Polizisten mit schmeichelhafter Aufmerksamkeit beehrt wurden. Was wollten ihnen auch die deutschen „Reichs“ -Fanghunde in der „honetten Republik“ anhaben? Hatte nicht sogar Hecker, der frevelhafte Mörder des Schlafes eines berühmten Kölnischen Staatsprokurators, unangefochten in Straßburg geweilt? Indeß die Republik denkt und Cavaignac lenkt. Die Frankfurter „Reichs“ -Biedermänner denunzirten beim Präfekten, daß sich die „Mörder“ Lichnowsky's in Straßburg befänden, der Präfekt meldete den Fall an Cavaignac, und Cavaignac erließ den Befehl zu der sofortigen Verhaftung der politischen Flüchtlinge. Arbeiter Windecker saß 20. Tage, Metternich u. A. 6-8 Tage in den Gefängnissen der honetten Republik, und der Präfekt erklärte ihnen schon, er werde sie an das „deutsche“Reich“ ausliefern. Ein zufälliger Umstand rettete sie vor dieser wohlgemeinten Beförderung. Der alte Präfekt (Eiseler oder ähnlichen Namens) wurde durch einen neuen ersetzt, bei dessen Installation der Advokat Dr. Schützenberger, Oberst der Straßburger Nationalgarde erklärte: er habe so eben von der Absicht des alten Präfekten Kenntniß erhalten, und werde, wenn man die Flüchtlinge ausliefere, die Nationalgarde zu ihrem Schutz unter die Waffen rufen. Nur der Energie dieses Ehrenmannes hatten es Windecker und einige andere zu verdanken, daß sie über Metz nach Belgien reisen durften. In Metz trafen sie abermals Frankfurter „Reichs“-Spione, drei deutsche Juden, welche sie dem Präfekten denunzirten; der Präfekt und ein Brigadier gaben ihnen jedoch noch Geld zur Weiterreise. In Brüssel fanden sie den „Administrateur de l'hopitalité belge,“ Hrn. Hody, diesen mächtigen Mann, der seine bezahlten Polizeiklakeure sogar im Redaktionsbureau einer bekannten Zeitung sitzen hat, in voller Thätigkeit, den „Musterstaat“ von deutschen Arbeitern zu säubern. Der ganze deutsche Arbeiterverein war im Verhör, weil man es gewagt hatte, eine Generalversammlung durch ein Plakat anzuberaumen, ‒ eine allerdings auffallende Thätigkeit für Belgien, wo die s. g. Demokraten nichts weiter thun, als Listen für eine mögliche provisorische Regierung anfertigen. Die Flüchtlinge richteten daher sofort ihren Marsch nach Paris, von wo sie durch die Hülfe der deutschen Demokraten heute glücklich nach London dirigirt wurden. Die „honette Republik“ ist also gerettet.

Betreff der Frankfurter Insurrektion erfährt man von diesen Flüchtlingen noch interssante Belege zu den feigen Verläumdungen der „guten“ Presse. Alles, was Hr. v. Lichnowsky über das „kannibalische“ Spiel seiner Mörder auf dem Sterbebette erzählte, ist nichts als eine blasse Renommage: Hr. Lichnowsky starb wie er gelebt hatte. Als ihn die Insurgenten aus dem Gärtnerhause zogen, bot er ihnen noch eine halbe Million für sein Leben! Was werden die jüdisch-germanischen Patrioten in der Wasserpollakei dazu sagen?! ‒ Dagegen hat sich die preuß. Soldateska in Frankfurt mit ihrer gewohnten Preußen-Ritterlichkeit betragen. In dem Hause eines Bierbrauers am trierischen Plätzchen fanden sie, nachdem die Barrikaden verlassen waren, zwei Arbeiter in einem Bett liegend. Der erste wurde mit einundzwanzig Bajonetstichen, der andere mit vier Kugeln und einigen Kolbenschlägen im Zimmer ermordet, worauf man die Cadaver über das Treppengeländer warf. ‒ Die aus Mainz herbeigezogenen preuß. Soldaten schossen am trierischen Plätzchen mit vergifteten Kugeln. Mehrere unbedeutend an Arm und Bein verwundete Insurgenten zeigten plötzlich alle Spuren von Vergiftung, so daß das Volk selbst, um sie von ihren Qualen zu befreien, zwei seiner eigenen Kämpfer erschießen mußte! Dies sind die Heldenthaten der preußischen Streiter „für Gott mit König und Vaterland“! Sie haben in Posen unter den Generalen Pfuel (von Höllenstein) und Hirschfeld (von Shrapnells) ihre würdigen Vorfechter gehabt. Ueber den neulichen Kampf der Mobilen mit der Linie an der Barriere Rochechouard höre ich noch von einem Augenzeugen Folgendes: „Als am zweiten Abend die Mobile an der Barriere sich zeichte, wurde sie von der Linie mit dem Ruf empfangen: Voilà le bourreau de Cavaignac! Auf das Verlangen eines Offiziers der Mobilen an einen Linienoffizier, seine Leute zurückzuhalten, entgegnete dieser: Der General Cavaignac hat vor 4 Tagen an die Mobilen Wein austheilen lassen; wenn meine Leute in dieser Bevorzugung keine Fraternité erblicken, so mag sie ein Anderer eines Bessern belehren.“

Paris, 4. Nov.

Auf einen Beschluß des hiesigen demokratischen Centralausschusses wird noch im Laufe dieser Woche eine große Trauerfeier zu Ehren der gefallenen Wiener Brüder stattfinden.

Nationalversammlung. Sitzung vom 7. November. Anfang 1 Uhr. Präsident Marrast. An der Tagesordnung sind die Bouvet'schen Interpellationen, wegen der von der Regierung dem Ausland gegenüber, namentlich in Bezug auf Deutschland und Italien beobachteten oder zu beobachtenden Politik.

Bouvet mit vielem Pathos: Wenn es sich um Interpellationen handelt, so glaubt man immer, daß ihnen ein der Regierung feindlicher Sinn unterliege. Ich protestire von vornherein gegen diesen Verdacht. Ich will sie im Gegentheile stärken und befestigen. (Man lächelt.) Ich wünsche zu wissen, in welcher Lage sich die Regierung der Republik den auswärtigen Kabinetten gegenüber befinde…‥

Garnier Pages unterbrechend: Wir diskutiren jetzt das rektifizirte Büdget von 1848. Morgen kommen wir darin zum Kapitel des Ministeriums der Auswärtigen. Dieß ist die beste Gelegenheit für Ihre Interpellationen. Ich trage also auf Vertageng an.

Bouvet empfindlich: Meine Interpellationen stehen bereits auf der Tagesordnung; sie sind im Moniteur angezeigt und ich fahre darin fort. Zunächst möchte ich wissen, ob wir seit dem Februar überhaupt ein politisches System haben. Am klarsten zeigten sich zwei Meinungen. Die Eine wolle die Aktive der Republik auf ganz Europa ausdehnen; die Andere wollte sich dagegen nur zunächst auf Befestigung der innern Zustände beschränken. Sie war der Ansicht……

Mortimer Ternaur, heftig: Zur Sache! Zur Sache!

Bouvet: Sie dürfen mich nicht unterbrechen.

Marrast: Sie haben das Wort für Interpellationen und nicht um eine lange Polemik zu halten.

Bouvet gereizt: Meine Interpellationen müssen durch eine Einleitung (Anspielung auf die Verfassungseinleitung, die Gelächter hervorruft) erläutert werden und ich frage daher mit Recht vor allen Dingen: Ist seit dem Febr. überhaupt ein politisches System befolgt worden? Die provisorische Regierung stellte zwar ein System auf; sie verhieß die Befreiung Italiens und stellte die Fälle auf, die eine bewaffnete oder diplomatische Intervention nöthig machten. Sind dergleichen Fälle eingetreten? Ja wohl, und zwar drei. 1. in Polen. 2. Lombardei. 3. Sizilien. Was that die Regierung, um ihre Prinzipien zu retten? Nichts. Sie hätte die Freiheit retten und die Schicksale sämmtlicher italienischer Völker durch einen europäischen Congreß erleichtern, wenn nicht definitiv reguliren können. Statt dessen sehen wir die Tyrannei triumphiren. Die Julimonarchie konnte doch wenigstens Grichenland befreien, aber die Februar-Republik kreuzt die Arme und sieht der Unterjochung Italiens ruhig zu. (Bravo vom Berge. Lärm zur Rechten.)

Bastide, Minister des Auswärtigen, folgt dem Interpellanten auf der Bühne. Er hält ein Papier in der Hand und liest eine Erklärung folgenden Hauptinhalts: „Als im August die Oesterreicher in Mailand wieder einzogen, schlugen wir unsere Vermittelung auf jene Grundlage hin vor, die Sie genehmigt haben. Es erhoben sich Widersprüche wegen des Ortes, an dem der Kongreß gehalten werden sollte. Inzwischen überraschten uns die Erreignisse des Oktober, welche die Unterhandlungen zerbrachen. Allein sie sollen wieder aufgenommen werden. Wir hoffen durch friedliche Mittel unser gestecktes Ziel zu erreichen. Sollte aber die Befreiung und Selbstständigkeit Italiens Waffengewalt erfordern, so werden wir nicht zögern, Ihnen auch dieses Mittel vorzuschlagen. Es ist übrigens Aussicht vorhanden, Ihnen bald alle Aktenstücke vorzulegen. (Mißfallen vom Berge. Beifall zur Rechten).

Der Schluß der Interpellationen wird ausgesprochen und somit fiel Bourets guter Wille abermals in das Wasser.

Die Versammlung diskutirt dann die Frage, ob sie sich auf vier Wochen trennen wolle! Sie ist ja so angestrengt und bedarf der patriarchalischen Ruhe am Familienofen.

Marchal trägt nämlich kurz darauf an, vom 14. Novbr. bis 14. Dezbr. Ferien zu machen.

Cocquerel, Pfarrer, erklärt im Namen des Verfassungsausschusses, daß derselbe nichts gegen die 4wöchentliche Ruhe einwende, nur sollten sich sämmtliche Deputirte stets so bereit halten, daß sie binnen 24 Stunden zusammengerufen werden können.

Cavaignac unterstützt den Verfassungsausschuß.

Der Marschall'sche Antrag, sowie die Conklusion des Ausschusses werden zur Abstimmung gebracht und mit 607 gegen 214 Stimmen verworfen. Also keine Ferien! O weh!

Es entspinnt sich eine andere Debatte wegen der organischen Gesetze.

Steinberger, aus dem Elsaß, sagt: die Versammlung entschied so eben, daß sie sich also keine Erholung gönnen, sondern die organischen Gesetze vorher votiren wolle. In diesem Falle frage ich an, ob der alte Verfassungsausschuß auch noch die organischen Gesetze elaboriren solle? (Ja, ja, nein).

Nach kurzer Debatte wird erklärt, daß der alte Ausschuß vollkommen ausreiche und der steinberger'sche Erneuungsvorschlag fällt durch.

Marrast ließt nun einen Stoß Urlaubsgesuche vor.

Bischof Fayet stellt den Antrag, keinem Menschen mehr Urlaub zu geben, sobald die Gliederzahl bis auf 600 gefallen.

De Rancey unterstützt diesen Antrag.

Aylir will, daß man keinen Urlaub über 14 Tage ausdehne.

Der Antrag Fayets wird angenommen.

Die Versammlung kehrt zur Budjetdiskussion zurück. Sie ist immer noch im III. Abschnitt (Justizverwaltung) und dreht sich um mannigfache Anträge auf Verminderung der fetten Beamten-Gehalte.

Diese Anträge finden auf der Rechten eben keinen großen Anklang. Namentlich diejenigen, die sich auf Verminderung der Gehälter für die Obergerichtsbehörde beziehen, finden warme Gegner.

Mehrere Anträge werden an den Finanzausschuß gewiesen, der morgen sein Gutachten über Gehaltsabzüge in den höheren Regionen vortragen wird.

Aus diesem Grunde wird das definitive Votum über die Gehaltsverhältnisse der Appellhöfe auf morgen verschoben.

Die Versammlung geht schon um 1/4 6 Uhr auseinander.

[Leserbrief]
An die Redaction der „N. Rh. Ztg.“ zu Köln.

„Als vor einigen Tagen Jemand bei der Ankunft des Düsseldorf-Effender Postwagens hierselbst Nachmittags 2 1/2 Uhr die „Neue Rheinische Zeitung“ von dem hiesigen Postbüreau abholen wollte, bemerkte ihm der Condukteur, daß er dieselbe nicht mitgebracht habe, da sie ihm von der Postexpedition zu Düsseldorf, wo er sie habe liegen gesehen, nicht mitgegeben worden sei; die Kölnische Zeitung aber und einige andere Blätter wären mitgekommen.“ ‒ Wir erhielten die „Neue Rheinische Zeitung“ an dem Tage erst Abends 8 Uhr durch die Ratinger Lokalpost und zwar nur aus Gefälligkeit unseres Posterpediteurs, indem nach Abgang des letzten Effender Wagen nach 7 Uhr Abends, vor Ankunft des Ratinger Lokalwagens, die Post geschlossen wird, und daher die mit dem Lokalwagen eintreffenden Briefschaften etc. erst am kommenden Morgen an ihre Adresse befördert werden. Welcher Nachtheil für eine Zeitung auf solche Weise durch ein verspätetes Eintreffen derselben entstehen muß und wirklich entsteht, bedarf wohl keiner näheren Erörterung, besonders in der jetzigen Zeit, wo Jedermann auf die neuesten Nachrichten mit Recht so außerordentlich gespannt ist.

Die Kölnische und Neue Rheinische Zeitung waren beide mit einem und demselben Bahnzuge von Köln in Düsseldorf angekommen, warum kamen aber beide Blätter nicht auch zu gleicher Zeit nach Ratingen? Das so häufig verspätete Eintreffen der Neuen Rheinischen Zeitung im Vergleich zur Kölnischen, welche letztere regelmäßig durch die Effender Post und nie mit dem Ratinger Lokalwagen hierherkommt, wissen wir uns also jetzt zur Genüge zu erklären, nur die Motive dazu nicht. Die Redaktion wird gebeten, diesem Uebelstande wo möglich abzuhelfen.

Ratingen, den 1. November 1848.

Mehrere Abonnenten der Neuen Rheinischen Zeitung.

An die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung.

Gestern Abend ist die ungeduldig, erwartete Nummer Ihrer Zeitung vom heutigen Tage (Dienstag) hier nicht eingetroffen. Dies fällt wie Sie aus den Klagen Ihrer Abonennten ersehen haben werden, oft vor, dann aber pflegt die Zeitung wenigstens Tags darauf früh Morgens einzutreffen. Heute aber ist das Blatt, welches schon gestern Abend zwischen 6 und 7 hier hätte ausgegeben werden sollen, bis zur jetzigen Stunde, Nachmittags um 4 Uhr weder bei mir noch auf irgend einem Cafè (in 4-5 habe ich sie vergeblich gesucht) angetroffen. Wäre es denkbar, daß Sie das Blatt um einen ganzen Tag zu spät zur Post befördert haben sollten?

Düsseldorf Dienstag, den 7. Novbr.

F. Lassalle.

Handels-Nachrichten. [irrelevantes Material]
Frucht-Preise. [irrelevantes Material]
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    <pb facs="#f0001" n="0711"/>
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      <titlePage type="heading">
        <titlePart type="main">Beilage zu Nr. 139 der Neuen Rheinischen Zeitung.</titlePart>
        <titlePart type="sub">Organ der Demokratie.</titlePart>
        <docImprint>
          <docDate>Freitag 10. November 1848.</docDate>
        </docImprint>
      </titlePage>
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      <div n="1">
        <head>[Polen]</head>
        <div xml:id="ar139b_001" type="jArticle">
          <p>3) Das Verbot, den polnischen Adler zu tragen.</p>
          <p>4) Der Nachweis aller Fremden.</p>
          <p>Falls diese Bedingungen in der allerkürzesten Zeit nicht erfüllt werden, wird der kommandirende Feldmarschall Hammerstein die Stadt in den Belagerungszustand erklären.</p>
          <p>Bei der Abreise des Kurriers war die Ruhe wiederhergestellt.</p>
          <p>(gez.) <hi rendition="#g">Schlik,</hi> Feldmarschall-Lieutenant.</p>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Donaufürstenthümer.</head>
        <div xml:id="ar139b_002" type="jArticle">
          <head>Bukarest, 17. Okt.</head>
          <p>Als Sie am 29. v. M. die Frage an mich stellten: &#x201E;Wie werden sich die Zustände bei Ihnen gestaltet haben, wenn Sie diesen Brief erhalten?&#x201C; da hatten Sie nur eine dunkle Vorahnung, daß der Wille des Czaars die Oberhand behalten, türkische und russische Truppen die Hauptstadt militärisch besetzen, und die Freiheit des romänischen Volkes für immer zu Grabe donnern würden. Spätere Nachrichten, die Ihnen zugekommen sein werden, haben alles dieses bestätigt, und heute bietet Bukarest das verhängnißvolle Schauspiel eines doppelten militärischen Regiments, wie die Annalen der Geschichte keines aufzuweisen haben, wo Türken und Russen friedlich nebeneinander stehen, beide &#x2012; doch vielleicht nicht immer Eines Sinnes &#x2012; herrschen, und mitten zwischen ihnen ein Nationaler, ein Caimacam ad honores, als willenloser Vollstrecker der Befehle dieser beiden Gewalten schwankt. Natürlich sind alle Errungenschaften des 11. Juni, alle Abzeichen derselben vernichtet, und die strengsten Verordnungen folgen Tag für Tag aufeinander. Schon werden die Bauern unnachsichtlich zur Leistung aller grundherrlichen Prästationen, ja zum Nachtrag der seit dem Juni &#x201E;im Freiheitsschwindel&#x201C; unterlassenen angehalten, und für allen Schaden aus dieser Unterlassung verantwortlich gemacht; aber auf die jetzt erforderlichen, unzähligen, tagtäglichen Frohnfuhren und Prästationen für die beiden &#x201E; nur das Glück und die Wohlfahrt des Landes beabsichtigenden Armeen&#x201C; kann natürlich keine Rücksicht genommen werden. Schon ist auch die literarische Censur wieder eingeführt, und wehe dem Abonnenten einer Zeitung, in deren Spalten eine mißliebige Zeile steht; das ganze Blatt ist für ihn verloren.</p>
          <p>Mit einem Wort, wir dürfen Nichts mehr aus Zeitungen erfahren, denn welches wäre wohl heute das Journal, worin gar nichts hier Verpöntes stünde? Und selbst die humanste Errungenschaft, die Emancipation nämlich der leibeigenen Zigeuner, ist annullirt, und jene tausende ihrer Freiheit frohgewordene menschliche Geschöpfe werden wieder in das Joch der Sklaverei zurückgetrieben. Um dann endlich jeden Keim etwaiger Freiheitsgelüste zu ersticken, sind im ganzen Lande Kommissionen ernannt worden &#x2012; wir möchten sie Chambres ardentes heißen &#x2012; deren Aufgabe es ist, auf alle &#x201E;verdächtige&#x201C; und &#x201E;für die öffentliche Ruhe gefährliche&#x201C; Individuen zu fahnden, und dieselben über die Gränzen des Landes zu exiliren, wohin sie &#x201E;ohne ausdrückliche Erlaubniß S. M. des Sultans niemals wieder zurückkehren dürfen.&#x201C; Rechnen Sie nun zu allem diesem hinzu, daß behufs der Militäreinquartirung fast alle Hàns (Sie kennen diese türkische Benennung großer Gebäude, deren es welche gibt, worin 200 und mehr Parteien zur Miethe wohnen, dann die weitläufigen Lokalitäten unserer Schulkollegien, ja selbst Spitäler &#x2012; mehrere andre palastähnliche Privathäuser nicht gerechnet &#x2012; requirirt und deren Bewohner zur Räumung derselben binnen 8 Tagen angehalten worden sind; daß dann von Tag zu Tag alle Lebensbedürfnisse steigen, während aller Handel und Erwerb gänzlich darnieder liegt: so haben Sie ein gedrängtes Bild unserer gewiß nicht freudigen Zustände, die vielleicht nächstens ein noch gräßlicheres Tableau liefern dürften. Und was thut das freie Europa? Es sieht zu! und wird zusehen bis es &#x2012; zu spät sein wird. &#x2012; Magieru hat bei der Annäherung der Russen gegen die kleine Walachei sich über die Gränze nach Siebenbürgen geflüchtet.</p>
          <bibl>(C. Bl. a. B.)</bibl>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>Italien.</head>
        <div xml:id="ar139b_003" type="jArticle">
          <p><bibl><author>*</author></bibl> Die Mailänder Zeitung vom 31. October zeigt allerdings mit großem Pomp an, daß Chiavenna am 28sten wieder in die Hände der Oestreicher gefallen ist. Der Triumph ist wohlfeil und hat wenig zu bedeuten. Chiavenna ist eine offene Stadt, und die Insurgenten haben ganz wohl gethan, einem ungleichen Kampfe aus dem Wege zu gehen. Auf allen andern Punkten sind sie dafür, der Turiner &#x201E;Concordia&#x201C; zufolge, um so thätiger und siegreicher, und der Aufstand verbreitet sich mit Riesenschnelle. Sämmtliche strategisch-wichtigen Punkte befinden sich in den Händen der Insurgenten, die, anfänglich 14,000 Mann stark, gegenwärtig zu einer zahllosen Masse angewachsen sind. 1400 Oestreicher sind zu Gefangenen gemacht worden. Auf dem Lago Maggiore hat eine große Anzahl lombardischer Flüchtlinge des Dämpfers Verbano auf seiner Fahrt von Askona nach Brissago sich bemächtigt.</p>
          <p>Der Herzog von Modena ist mit 1500 Böhmen aus Radetzki's Heer in seine Hauptstadt zurückgekehrt. &#x2012; Zu Florenz hat am 30. October eine Volksdemonstration stattgefunden, um dem Großherzog für die Ernennung des Guerrazzi zu danken.</p>
        </div>
      </div>
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        <head>Französische Republik.</head>
        <div xml:id="ar139b_004" type="jArticle">
          <head><bibl><author>19</author></bibl> Paris, 7. Nov.</head>
          <p>Vor einiger Zeit gab der Moniteur die offizielle Versicherung, daß die Auslieferung der Frankfurter Barrikadenmänner zu Straßburg eine <hi rendition="#g">&#x201E;Lüge&#x201C;</hi> sei. Man konnte nach dieser Erklärung glauben, daß die honette Bourgeoisrepublik zuweilen noch Momente schamhafter Selbstverläugnung habe; die Einzelheiten dieser merkwürdigen Angelegenheit, welche ich von einem dabei betheiligten Flüchtling erfahre, sind indeß ganz besonders honetter Art, daß man sie im Interesse aller Biedermänner der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten darf.</p>
          <p>Es ist bekannt, daß die beiden Barrikaden am Trierschen Plätzchen und an dem Allerheiligenthor in Frankfurt die letzten waren, welche von dem Volk verlassen wurden; die Anführer, Germain Metternich, Reinach, ein Arbeiter Windecker und Effelen, flüchteten erst, nachdem durch die Feigheit der &#x201E;parlamentarischen&#x201C; Volksfreunde, namentlich des feisten Gießer Privatdozenten, die ganze Insurrektion erdrückt war. Hinter Offenbach geriethen drei der Flüchtlinge in die Hände der durch einen Brigadier und einen Gendarmen vertretenen gesetzlichen Macht. Der Gendarm wurde getödtet, der Brigadier in den Chausseegraben geworfen, wo er voll Entsetzen vier Stunden liegen blieb. In Straßburg, auf &#x201E;republikanischem Boden&#x201C; angekommen, glaubten sich die Flüchtlinge in voller Sicherheit, und achteten nicht darauf, daß sie bereits am ersten Tage von drei <hi rendition="#g">Frankfurter</hi> Polizisten mit schmeichelhafter Aufmerksamkeit beehrt wurden. Was wollten ihnen auch die deutschen <hi rendition="#g">&#x201E;Reichs&#x201C;</hi> -Fanghunde in der &#x201E;honetten Republik&#x201C; anhaben? Hatte nicht sogar Hecker, der frevelhafte Mörder des Schlafes eines berühmten Kölnischen Staatsprokurators, unangefochten in Straßburg geweilt? Indeß die Republik denkt und Cavaignac lenkt. Die Frankfurter &#x201E;Reichs&#x201C; -Biedermänner denunzirten beim Präfekten, daß sich die &#x201E;Mörder&#x201C; Lichnowsky's in Straßburg befänden, der Präfekt meldete den Fall an Cavaignac, und Cavaignac erließ den Befehl zu der sofortigen Verhaftung der politischen Flüchtlinge. Arbeiter Windecker saß 20. Tage, Metternich u. A. 6-8 Tage in den Gefängnissen der honetten Republik, und der Präfekt erklärte ihnen schon, er werde sie an das &#x201E;deutsche&#x201C;Reich&#x201C; ausliefern. Ein zufälliger Umstand rettete sie vor dieser wohlgemeinten Beförderung. Der alte Präfekt (Eiseler oder ähnlichen Namens) wurde durch einen neuen ersetzt, bei dessen Installation der Advokat Dr. Schützenberger, Oberst der Straßburger Nationalgarde erklärte: er habe so eben von der Absicht des alten Präfekten Kenntniß erhalten, und werde, wenn man die Flüchtlinge ausliefere, <hi rendition="#g">die Nationalgarde zu ihrem Schutz unter die Waffen rufen.</hi> Nur der Energie dieses Ehrenmannes hatten es Windecker und einige andere zu verdanken, daß sie über Metz nach Belgien reisen durften. In Metz trafen sie abermals Frankfurter &#x201E;Reichs&#x201C;-Spione, drei deutsche Juden, welche sie dem Präfekten denunzirten; der Präfekt und ein Brigadier gaben ihnen jedoch noch Geld zur Weiterreise. In Brüssel fanden sie den &#x201E;Administrateur de l'hopitalité belge,&#x201C; Hrn. Hody, diesen mächtigen Mann, der seine bezahlten Polizeiklakeure sogar im Redaktionsbureau einer bekannten Zeitung sitzen hat, in voller Thätigkeit, den &#x201E;Musterstaat&#x201C; von deutschen Arbeitern zu säubern. Der ganze deutsche Arbeiterverein war im Verhör, weil man es gewagt hatte, eine Generalversammlung durch ein Plakat anzuberaumen, &#x2012; eine allerdings auffallende Thätigkeit für Belgien, wo die s. g. Demokraten nichts weiter thun, als Listen für eine mögliche provisorische Regierung anfertigen. Die Flüchtlinge richteten daher sofort ihren Marsch nach Paris, von wo sie durch die Hülfe der deutschen Demokraten heute glücklich nach London dirigirt wurden. Die &#x201E;honette Republik&#x201C; ist also gerettet.</p>
          <p>Betreff der Frankfurter Insurrektion erfährt man von diesen Flüchtlingen noch interssante Belege zu den feigen Verläumdungen der &#x201E;guten&#x201C; Presse. Alles, was Hr. v. Lichnowsky über das &#x201E;kannibalische&#x201C; Spiel seiner Mörder auf dem Sterbebette erzählte, ist nichts als eine blasse Renommage: Hr. Lichnowsky starb wie er gelebt hatte. Als ihn die Insurgenten aus dem Gärtnerhause zogen, bot er ihnen noch eine <hi rendition="#g">halbe Million</hi> für sein Leben! Was werden die jüdisch-germanischen Patrioten in der Wasserpollakei dazu sagen?! &#x2012; Dagegen hat sich die preuß. Soldateska in Frankfurt mit ihrer gewohnten Preußen-Ritterlichkeit betragen. In dem Hause eines Bierbrauers am trierischen Plätzchen fanden sie, nachdem die Barrikaden verlassen waren, zwei Arbeiter in einem Bett liegend. Der erste wurde mit einundzwanzig Bajonetstichen, der andere mit vier Kugeln und einigen Kolbenschlägen im Zimmer ermordet, worauf man die Cadaver über das Treppengeländer warf. &#x2012; Die aus Mainz herbeigezogenen preuß. Soldaten schossen am trierischen Plätzchen mit vergifteten Kugeln. Mehrere unbedeutend an Arm und Bein verwundete Insurgenten zeigten plötzlich alle Spuren von Vergiftung, so daß das Volk selbst, um sie von ihren Qualen zu befreien, zwei seiner eigenen Kämpfer erschießen mußte! Dies sind die Heldenthaten der preußischen Streiter &#x201E;für Gott mit König und Vaterland&#x201C;! Sie haben in Posen unter den Generalen Pfuel (von Höllenstein) und Hirschfeld (von Shrapnells) ihre würdigen Vorfechter gehabt. Ueber den neulichen Kampf der Mobilen mit der Linie an der Barriere Rochechouard höre ich noch von einem Augenzeugen Folgendes: &#x201E;Als am zweiten Abend die Mobile an der Barriere sich zeichte, wurde sie von der Linie mit dem Ruf empfangen: Voilà le bourreau de Cavaignac! Auf das Verlangen eines Offiziers der Mobilen an einen Linienoffizier, seine Leute zurückzuhalten, entgegnete dieser: Der General Cavaignac hat vor 4 Tagen an die Mobilen Wein austheilen lassen; wenn meine Leute in dieser Bevorzugung keine Fraternité erblicken, so mag sie ein Anderer eines Bessern belehren.&#x201C;</p>
        </div>
        <div xml:id="ar139b_005" type="jArticle">
          <head>Paris, 4. Nov.</head>
          <p>Auf einen Beschluß des hiesigen demokratischen Centralausschusses wird noch im Laufe dieser Woche eine große Trauerfeier zu Ehren der gefallenen Wiener Brüder stattfinden.</p>
          <p>&#x2012; <hi rendition="#g">Nationalversammlung.</hi> Sitzung vom 7. November. Anfang 1 Uhr. Präsident Marrast. An der Tagesordnung sind die Bouvet'schen Interpellationen, wegen der von der Regierung dem Ausland gegenüber, namentlich in Bezug auf Deutschland und Italien beobachteten oder zu beobachtenden Politik.</p>
          <p><hi rendition="#g">Bouvet</hi> mit vielem Pathos: Wenn es sich um Interpellationen handelt, so glaubt man immer, daß ihnen ein der Regierung feindlicher Sinn unterliege. Ich protestire von vornherein gegen diesen Verdacht. Ich will sie im Gegentheile stärken und befestigen. (Man lächelt.) Ich wünsche zu wissen, in welcher Lage sich die Regierung der Republik den auswärtigen Kabinetten gegenüber befinde&#x2026;&#x2025;</p>
          <p><hi rendition="#g">Garnier Pages</hi> unterbrechend: Wir diskutiren jetzt das rektifizirte Büdget von 1848. Morgen kommen wir darin zum Kapitel des Ministeriums der Auswärtigen. Dieß ist die beste Gelegenheit für Ihre Interpellationen. Ich trage also auf Vertageng an.</p>
          <p><hi rendition="#g">Bouvet</hi> empfindlich: Meine Interpellationen stehen bereits auf der Tagesordnung; sie sind im Moniteur angezeigt und ich fahre darin fort. Zunächst möchte ich wissen, ob wir seit dem Februar überhaupt ein politisches System haben. Am klarsten zeigten sich zwei Meinungen. Die Eine wolle die Aktive der Republik auf ganz Europa ausdehnen; die Andere wollte sich dagegen nur zunächst auf Befestigung der innern Zustände beschränken. Sie war der Ansicht&#x2026;&#x2026;</p>
          <p><hi rendition="#g">Mortimer Ternaur,</hi> heftig: Zur Sache! Zur Sache!</p>
          <p><hi rendition="#g">Bouvet:</hi> Sie dürfen mich nicht unterbrechen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Marrast:</hi> Sie haben das Wort für Interpellationen und nicht um eine lange Polemik zu halten.</p>
          <p><hi rendition="#g">Bouvet</hi> gereizt: Meine Interpellationen müssen durch eine Einleitung (Anspielung auf die Verfassungseinleitung, die Gelächter hervorruft) erläutert werden und ich frage daher mit Recht vor allen Dingen: Ist seit dem Febr. überhaupt ein politisches System befolgt worden? Die provisorische Regierung stellte zwar ein System auf; sie verhieß die Befreiung Italiens und stellte die Fälle auf, die eine bewaffnete oder diplomatische Intervention nöthig machten. Sind dergleichen Fälle eingetreten? Ja wohl, und zwar drei. 1. in Polen. 2. Lombardei. 3. Sizilien. Was that die Regierung, um ihre Prinzipien zu retten? Nichts. Sie hätte die Freiheit retten und die Schicksale sämmtlicher italienischer Völker durch einen europäischen Congreß erleichtern, wenn nicht definitiv reguliren können. Statt dessen sehen wir die Tyrannei triumphiren. Die Julimonarchie konnte doch wenigstens Grichenland befreien, aber die Februar-Republik kreuzt die Arme und sieht der Unterjochung Italiens ruhig zu. (Bravo vom Berge. Lärm zur Rechten.)</p>
          <p><hi rendition="#g">Bastide,</hi> Minister des Auswärtigen, folgt dem Interpellanten auf der Bühne. Er hält ein Papier in der Hand und liest eine Erklärung folgenden Hauptinhalts: &#x201E;Als im August die Oesterreicher in Mailand wieder einzogen, schlugen wir unsere Vermittelung auf jene Grundlage hin vor, die Sie genehmigt haben. Es erhoben sich Widersprüche wegen des Ortes, an dem der Kongreß gehalten werden sollte. Inzwischen überraschten uns die Erreignisse des Oktober, welche die Unterhandlungen zerbrachen. Allein sie sollen wieder aufgenommen werden. Wir hoffen durch friedliche Mittel unser gestecktes Ziel zu erreichen. Sollte aber die Befreiung und Selbstständigkeit Italiens Waffengewalt erfordern, so werden wir nicht zögern, Ihnen auch dieses Mittel vorzuschlagen. Es ist übrigens Aussicht vorhanden, Ihnen bald alle Aktenstücke vorzulegen. (Mißfallen vom Berge. Beifall zur Rechten).</p>
          <p>Der Schluß der Interpellationen wird ausgesprochen und somit fiel Bourets guter Wille abermals in das Wasser.</p>
          <p>Die Versammlung diskutirt dann die Frage, ob sie sich auf vier Wochen trennen wolle! Sie ist ja so angestrengt und bedarf der patriarchalischen Ruhe am Familienofen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Marchal</hi> trägt nämlich kurz darauf an, vom 14. Novbr. bis 14. Dezbr. Ferien zu machen.</p>
          <p><hi rendition="#g">Cocquerel,</hi> Pfarrer, erklärt im Namen des Verfassungsausschusses, daß derselbe nichts gegen die 4wöchentliche Ruhe einwende, nur sollten sich sämmtliche Deputirte stets so bereit halten, daß sie binnen 24 Stunden zusammengerufen werden können.</p>
          <p><hi rendition="#g">Cavaignac</hi> unterstützt den Verfassungsausschuß.</p>
          <p>Der Marschall'sche Antrag, sowie die Conklusion des Ausschusses werden zur Abstimmung gebracht und mit 607 gegen 214 Stimmen verworfen. Also keine Ferien! O weh!</p>
          <p>Es entspinnt sich eine andere Debatte wegen der organischen Gesetze.</p>
          <p><hi rendition="#g">Steinberger,</hi> aus dem Elsaß, sagt: die Versammlung entschied so eben, daß sie sich also keine Erholung gönnen, sondern die organischen Gesetze vorher votiren wolle. In diesem Falle frage ich an, ob der alte Verfassungsausschuß auch noch die organischen Gesetze elaboriren solle? (Ja, ja, nein).</p>
          <p>Nach kurzer Debatte wird erklärt, daß der alte Ausschuß vollkommen ausreiche und der steinberger'sche Erneuungsvorschlag fällt durch.</p>
          <p><hi rendition="#g">Marrast</hi> ließt nun einen Stoß Urlaubsgesuche vor.</p>
          <p>Bischof <hi rendition="#g">Fayet</hi> stellt den Antrag, keinem Menschen mehr Urlaub zu geben, sobald die Gliederzahl bis auf 600 gefallen.</p>
          <p><hi rendition="#g">De Rancey</hi> unterstützt diesen Antrag.</p>
          <p><hi rendition="#g">Aylir</hi> will, daß man keinen Urlaub über 14 Tage ausdehne.</p>
          <p>Der Antrag <hi rendition="#g">Fayets</hi> wird angenommen.</p>
          <p>Die Versammlung kehrt zur Budjetdiskussion zurück. Sie ist immer noch im III. Abschnitt (Justizverwaltung) und dreht sich um mannigfache Anträge auf Verminderung der fetten Beamten-Gehalte.</p>
          <p>Diese Anträge finden auf der Rechten eben keinen großen Anklang. Namentlich diejenigen, die sich auf Verminderung der Gehälter für die Obergerichtsbehörde beziehen, finden warme Gegner.</p>
          <p>Mehrere Anträge werden an den Finanzausschuß gewiesen, der morgen sein Gutachten über Gehaltsabzüge in den höheren Regionen vortragen wird.</p>
          <p>Aus diesem Grunde wird das definitive Votum über die Gehaltsverhältnisse der Appellhöfe auf morgen verschoben.</p>
          <p>Die Versammlung geht schon um 1/4 6 Uhr auseinander.</p>
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        <head>[Leserbrief]</head>
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          <head>An die Redaction der &#x201E;N. Rh. Ztg.&#x201C; zu Köln.</head>
          <p>&#x201E;Als vor einigen Tagen Jemand bei der Ankunft des Düsseldorf-Effender Postwagens hierselbst Nachmittags 2 1/2 Uhr die &#x201E;Neue Rheinische Zeitung&#x201C; von dem hiesigen Postbüreau abholen wollte, bemerkte ihm der Condukteur, daß er dieselbe nicht mitgebracht habe, da sie ihm von der Postexpedition zu Düsseldorf, wo er sie habe liegen gesehen, nicht mitgegeben worden sei; die Kölnische Zeitung aber und einige andere Blätter wären mitgekommen.&#x201C; &#x2012; Wir erhielten die &#x201E;Neue Rheinische Zeitung&#x201C; an dem Tage erst Abends 8 Uhr durch die Ratinger Lokalpost und zwar <hi rendition="#g">nur aus Gefälligkeit unseres Posterpediteurs,</hi> indem nach Abgang des letzten Effender Wagen nach 7 Uhr Abends, vor Ankunft des Ratinger Lokalwagens, die Post geschlossen wird, und daher die mit dem Lokalwagen eintreffenden Briefschaften etc. <hi rendition="#g">erst am kommenden Morgen</hi> an ihre Adresse befördert werden. Welcher Nachtheil für eine Zeitung auf solche Weise durch ein verspätetes Eintreffen derselben entstehen muß und wirklich entsteht, bedarf wohl keiner näheren Erörterung, besonders in der jetzigen Zeit, wo Jedermann auf die neuesten Nachrichten mit Recht so außerordentlich gespannt ist.</p>
          <p>Die Kölnische und Neue Rheinische Zeitung waren beide mit einem und demselben Bahnzuge von Köln in Düsseldorf angekommen, warum kamen aber beide Blätter nicht auch zu gleicher Zeit nach Ratingen? Das so häufig verspätete Eintreffen der Neuen Rheinischen Zeitung im Vergleich zur Kölnischen, welche letztere <hi rendition="#g">regelmäßig durch die Effender Post</hi> und nie mit dem Ratinger Lokalwagen hierherkommt, wissen wir uns also jetzt zur Genüge zu erklären, nur die Motive dazu nicht. Die Redaktion wird gebeten, diesem Uebelstande wo möglich abzuhelfen.</p>
          <p>Ratingen, den 1. November 1848.</p>
          <p>Mehrere Abonnenten der Neuen Rheinischen Zeitung.</p>
          <p>An die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung.</p>
          <p>Gestern Abend ist die ungeduldig, erwartete Nummer Ihrer Zeitung vom heutigen Tage (Dienstag) hier nicht eingetroffen. Dies fällt wie Sie aus den Klagen Ihrer Abonennten ersehen haben werden, oft vor, dann aber pflegt die Zeitung wenigstens Tags darauf früh Morgens einzutreffen. Heute aber ist das Blatt, welches schon gestern Abend zwischen 6 und 7 hier hätte ausgegeben werden sollen, <hi rendition="#g">bis zur jetzigen Stunde, Nachmittags um 4 Uhr</hi> weder bei mir noch auf irgend einem Cafè (in 4-5 habe ich sie vergeblich gesucht) angetroffen. Wäre es denkbar, daß Sie das Blatt um einen <hi rendition="#g">ganzen Tag</hi> zu spät zur Post befördert haben sollten?</p>
          <p>Düsseldorf Dienstag, den 7. Novbr.</p>
          <p>F. Lassalle.</p>
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[0711/0001] Beilage zu Nr. 139 der Neuen Rheinischen Zeitung. Organ der Demokratie. Freitag 10. November 1848. [Polen] 3) Das Verbot, den polnischen Adler zu tragen. 4) Der Nachweis aller Fremden. Falls diese Bedingungen in der allerkürzesten Zeit nicht erfüllt werden, wird der kommandirende Feldmarschall Hammerstein die Stadt in den Belagerungszustand erklären. Bei der Abreise des Kurriers war die Ruhe wiederhergestellt. (gez.) Schlik, Feldmarschall-Lieutenant. Donaufürstenthümer. Bukarest, 17. Okt. Als Sie am 29. v. M. die Frage an mich stellten: „Wie werden sich die Zustände bei Ihnen gestaltet haben, wenn Sie diesen Brief erhalten?“ da hatten Sie nur eine dunkle Vorahnung, daß der Wille des Czaars die Oberhand behalten, türkische und russische Truppen die Hauptstadt militärisch besetzen, und die Freiheit des romänischen Volkes für immer zu Grabe donnern würden. Spätere Nachrichten, die Ihnen zugekommen sein werden, haben alles dieses bestätigt, und heute bietet Bukarest das verhängnißvolle Schauspiel eines doppelten militärischen Regiments, wie die Annalen der Geschichte keines aufzuweisen haben, wo Türken und Russen friedlich nebeneinander stehen, beide ‒ doch vielleicht nicht immer Eines Sinnes ‒ herrschen, und mitten zwischen ihnen ein Nationaler, ein Caimacam ad honores, als willenloser Vollstrecker der Befehle dieser beiden Gewalten schwankt. Natürlich sind alle Errungenschaften des 11. Juni, alle Abzeichen derselben vernichtet, und die strengsten Verordnungen folgen Tag für Tag aufeinander. Schon werden die Bauern unnachsichtlich zur Leistung aller grundherrlichen Prästationen, ja zum Nachtrag der seit dem Juni „im Freiheitsschwindel“ unterlassenen angehalten, und für allen Schaden aus dieser Unterlassung verantwortlich gemacht; aber auf die jetzt erforderlichen, unzähligen, tagtäglichen Frohnfuhren und Prästationen für die beiden „ nur das Glück und die Wohlfahrt des Landes beabsichtigenden Armeen“ kann natürlich keine Rücksicht genommen werden. Schon ist auch die literarische Censur wieder eingeführt, und wehe dem Abonnenten einer Zeitung, in deren Spalten eine mißliebige Zeile steht; das ganze Blatt ist für ihn verloren. Mit einem Wort, wir dürfen Nichts mehr aus Zeitungen erfahren, denn welches wäre wohl heute das Journal, worin gar nichts hier Verpöntes stünde? Und selbst die humanste Errungenschaft, die Emancipation nämlich der leibeigenen Zigeuner, ist annullirt, und jene tausende ihrer Freiheit frohgewordene menschliche Geschöpfe werden wieder in das Joch der Sklaverei zurückgetrieben. Um dann endlich jeden Keim etwaiger Freiheitsgelüste zu ersticken, sind im ganzen Lande Kommissionen ernannt worden ‒ wir möchten sie Chambres ardentes heißen ‒ deren Aufgabe es ist, auf alle „verdächtige“ und „für die öffentliche Ruhe gefährliche“ Individuen zu fahnden, und dieselben über die Gränzen des Landes zu exiliren, wohin sie „ohne ausdrückliche Erlaubniß S. M. des Sultans niemals wieder zurückkehren dürfen.“ Rechnen Sie nun zu allem diesem hinzu, daß behufs der Militäreinquartirung fast alle Hàns (Sie kennen diese türkische Benennung großer Gebäude, deren es welche gibt, worin 200 und mehr Parteien zur Miethe wohnen, dann die weitläufigen Lokalitäten unserer Schulkollegien, ja selbst Spitäler ‒ mehrere andre palastähnliche Privathäuser nicht gerechnet ‒ requirirt und deren Bewohner zur Räumung derselben binnen 8 Tagen angehalten worden sind; daß dann von Tag zu Tag alle Lebensbedürfnisse steigen, während aller Handel und Erwerb gänzlich darnieder liegt: so haben Sie ein gedrängtes Bild unserer gewiß nicht freudigen Zustände, die vielleicht nächstens ein noch gräßlicheres Tableau liefern dürften. Und was thut das freie Europa? Es sieht zu! und wird zusehen bis es ‒ zu spät sein wird. ‒ Magieru hat bei der Annäherung der Russen gegen die kleine Walachei sich über die Gränze nach Siebenbürgen geflüchtet. (C. Bl. a. B.) Italien. * Die Mailänder Zeitung vom 31. October zeigt allerdings mit großem Pomp an, daß Chiavenna am 28sten wieder in die Hände der Oestreicher gefallen ist. Der Triumph ist wohlfeil und hat wenig zu bedeuten. Chiavenna ist eine offene Stadt, und die Insurgenten haben ganz wohl gethan, einem ungleichen Kampfe aus dem Wege zu gehen. Auf allen andern Punkten sind sie dafür, der Turiner „Concordia“ zufolge, um so thätiger und siegreicher, und der Aufstand verbreitet sich mit Riesenschnelle. Sämmtliche strategisch-wichtigen Punkte befinden sich in den Händen der Insurgenten, die, anfänglich 14,000 Mann stark, gegenwärtig zu einer zahllosen Masse angewachsen sind. 1400 Oestreicher sind zu Gefangenen gemacht worden. Auf dem Lago Maggiore hat eine große Anzahl lombardischer Flüchtlinge des Dämpfers Verbano auf seiner Fahrt von Askona nach Brissago sich bemächtigt. Der Herzog von Modena ist mit 1500 Böhmen aus Radetzki's Heer in seine Hauptstadt zurückgekehrt. ‒ Zu Florenz hat am 30. October eine Volksdemonstration stattgefunden, um dem Großherzog für die Ernennung des Guerrazzi zu danken. Französische Republik. 19 Paris, 7. Nov. Vor einiger Zeit gab der Moniteur die offizielle Versicherung, daß die Auslieferung der Frankfurter Barrikadenmänner zu Straßburg eine „Lüge“ sei. Man konnte nach dieser Erklärung glauben, daß die honette Bourgeoisrepublik zuweilen noch Momente schamhafter Selbstverläugnung habe; die Einzelheiten dieser merkwürdigen Angelegenheit, welche ich von einem dabei betheiligten Flüchtling erfahre, sind indeß ganz besonders honetter Art, daß man sie im Interesse aller Biedermänner der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten darf. Es ist bekannt, daß die beiden Barrikaden am Trierschen Plätzchen und an dem Allerheiligenthor in Frankfurt die letzten waren, welche von dem Volk verlassen wurden; die Anführer, Germain Metternich, Reinach, ein Arbeiter Windecker und Effelen, flüchteten erst, nachdem durch die Feigheit der „parlamentarischen“ Volksfreunde, namentlich des feisten Gießer Privatdozenten, die ganze Insurrektion erdrückt war. Hinter Offenbach geriethen drei der Flüchtlinge in die Hände der durch einen Brigadier und einen Gendarmen vertretenen gesetzlichen Macht. Der Gendarm wurde getödtet, der Brigadier in den Chausseegraben geworfen, wo er voll Entsetzen vier Stunden liegen blieb. In Straßburg, auf „republikanischem Boden“ angekommen, glaubten sich die Flüchtlinge in voller Sicherheit, und achteten nicht darauf, daß sie bereits am ersten Tage von drei Frankfurter Polizisten mit schmeichelhafter Aufmerksamkeit beehrt wurden. Was wollten ihnen auch die deutschen „Reichs“ -Fanghunde in der „honetten Republik“ anhaben? Hatte nicht sogar Hecker, der frevelhafte Mörder des Schlafes eines berühmten Kölnischen Staatsprokurators, unangefochten in Straßburg geweilt? Indeß die Republik denkt und Cavaignac lenkt. Die Frankfurter „Reichs“ -Biedermänner denunzirten beim Präfekten, daß sich die „Mörder“ Lichnowsky's in Straßburg befänden, der Präfekt meldete den Fall an Cavaignac, und Cavaignac erließ den Befehl zu der sofortigen Verhaftung der politischen Flüchtlinge. Arbeiter Windecker saß 20. Tage, Metternich u. A. 6-8 Tage in den Gefängnissen der honetten Republik, und der Präfekt erklärte ihnen schon, er werde sie an das „deutsche“Reich“ ausliefern. Ein zufälliger Umstand rettete sie vor dieser wohlgemeinten Beförderung. Der alte Präfekt (Eiseler oder ähnlichen Namens) wurde durch einen neuen ersetzt, bei dessen Installation der Advokat Dr. Schützenberger, Oberst der Straßburger Nationalgarde erklärte: er habe so eben von der Absicht des alten Präfekten Kenntniß erhalten, und werde, wenn man die Flüchtlinge ausliefere, die Nationalgarde zu ihrem Schutz unter die Waffen rufen. Nur der Energie dieses Ehrenmannes hatten es Windecker und einige andere zu verdanken, daß sie über Metz nach Belgien reisen durften. In Metz trafen sie abermals Frankfurter „Reichs“-Spione, drei deutsche Juden, welche sie dem Präfekten denunzirten; der Präfekt und ein Brigadier gaben ihnen jedoch noch Geld zur Weiterreise. In Brüssel fanden sie den „Administrateur de l'hopitalité belge,“ Hrn. Hody, diesen mächtigen Mann, der seine bezahlten Polizeiklakeure sogar im Redaktionsbureau einer bekannten Zeitung sitzen hat, in voller Thätigkeit, den „Musterstaat“ von deutschen Arbeitern zu säubern. Der ganze deutsche Arbeiterverein war im Verhör, weil man es gewagt hatte, eine Generalversammlung durch ein Plakat anzuberaumen, ‒ eine allerdings auffallende Thätigkeit für Belgien, wo die s. g. Demokraten nichts weiter thun, als Listen für eine mögliche provisorische Regierung anfertigen. Die Flüchtlinge richteten daher sofort ihren Marsch nach Paris, von wo sie durch die Hülfe der deutschen Demokraten heute glücklich nach London dirigirt wurden. Die „honette Republik“ ist also gerettet. Betreff der Frankfurter Insurrektion erfährt man von diesen Flüchtlingen noch interssante Belege zu den feigen Verläumdungen der „guten“ Presse. Alles, was Hr. v. Lichnowsky über das „kannibalische“ Spiel seiner Mörder auf dem Sterbebette erzählte, ist nichts als eine blasse Renommage: Hr. Lichnowsky starb wie er gelebt hatte. Als ihn die Insurgenten aus dem Gärtnerhause zogen, bot er ihnen noch eine halbe Million für sein Leben! Was werden die jüdisch-germanischen Patrioten in der Wasserpollakei dazu sagen?! ‒ Dagegen hat sich die preuß. Soldateska in Frankfurt mit ihrer gewohnten Preußen-Ritterlichkeit betragen. In dem Hause eines Bierbrauers am trierischen Plätzchen fanden sie, nachdem die Barrikaden verlassen waren, zwei Arbeiter in einem Bett liegend. Der erste wurde mit einundzwanzig Bajonetstichen, der andere mit vier Kugeln und einigen Kolbenschlägen im Zimmer ermordet, worauf man die Cadaver über das Treppengeländer warf. ‒ Die aus Mainz herbeigezogenen preuß. Soldaten schossen am trierischen Plätzchen mit vergifteten Kugeln. Mehrere unbedeutend an Arm und Bein verwundete Insurgenten zeigten plötzlich alle Spuren von Vergiftung, so daß das Volk selbst, um sie von ihren Qualen zu befreien, zwei seiner eigenen Kämpfer erschießen mußte! Dies sind die Heldenthaten der preußischen Streiter „für Gott mit König und Vaterland“! Sie haben in Posen unter den Generalen Pfuel (von Höllenstein) und Hirschfeld (von Shrapnells) ihre würdigen Vorfechter gehabt. Ueber den neulichen Kampf der Mobilen mit der Linie an der Barriere Rochechouard höre ich noch von einem Augenzeugen Folgendes: „Als am zweiten Abend die Mobile an der Barriere sich zeichte, wurde sie von der Linie mit dem Ruf empfangen: Voilà le bourreau de Cavaignac! Auf das Verlangen eines Offiziers der Mobilen an einen Linienoffizier, seine Leute zurückzuhalten, entgegnete dieser: Der General Cavaignac hat vor 4 Tagen an die Mobilen Wein austheilen lassen; wenn meine Leute in dieser Bevorzugung keine Fraternité erblicken, so mag sie ein Anderer eines Bessern belehren.“ Paris, 4. Nov. Auf einen Beschluß des hiesigen demokratischen Centralausschusses wird noch im Laufe dieser Woche eine große Trauerfeier zu Ehren der gefallenen Wiener Brüder stattfinden. ‒ Nationalversammlung. Sitzung vom 7. November. Anfang 1 Uhr. Präsident Marrast. An der Tagesordnung sind die Bouvet'schen Interpellationen, wegen der von der Regierung dem Ausland gegenüber, namentlich in Bezug auf Deutschland und Italien beobachteten oder zu beobachtenden Politik. Bouvet mit vielem Pathos: Wenn es sich um Interpellationen handelt, so glaubt man immer, daß ihnen ein der Regierung feindlicher Sinn unterliege. Ich protestire von vornherein gegen diesen Verdacht. Ich will sie im Gegentheile stärken und befestigen. (Man lächelt.) Ich wünsche zu wissen, in welcher Lage sich die Regierung der Republik den auswärtigen Kabinetten gegenüber befinde…‥ Garnier Pages unterbrechend: Wir diskutiren jetzt das rektifizirte Büdget von 1848. Morgen kommen wir darin zum Kapitel des Ministeriums der Auswärtigen. Dieß ist die beste Gelegenheit für Ihre Interpellationen. Ich trage also auf Vertageng an. Bouvet empfindlich: Meine Interpellationen stehen bereits auf der Tagesordnung; sie sind im Moniteur angezeigt und ich fahre darin fort. Zunächst möchte ich wissen, ob wir seit dem Februar überhaupt ein politisches System haben. Am klarsten zeigten sich zwei Meinungen. Die Eine wolle die Aktive der Republik auf ganz Europa ausdehnen; die Andere wollte sich dagegen nur zunächst auf Befestigung der innern Zustände beschränken. Sie war der Ansicht…… Mortimer Ternaur, heftig: Zur Sache! Zur Sache! Bouvet: Sie dürfen mich nicht unterbrechen. Marrast: Sie haben das Wort für Interpellationen und nicht um eine lange Polemik zu halten. Bouvet gereizt: Meine Interpellationen müssen durch eine Einleitung (Anspielung auf die Verfassungseinleitung, die Gelächter hervorruft) erläutert werden und ich frage daher mit Recht vor allen Dingen: Ist seit dem Febr. überhaupt ein politisches System befolgt worden? Die provisorische Regierung stellte zwar ein System auf; sie verhieß die Befreiung Italiens und stellte die Fälle auf, die eine bewaffnete oder diplomatische Intervention nöthig machten. Sind dergleichen Fälle eingetreten? Ja wohl, und zwar drei. 1. in Polen. 2. Lombardei. 3. Sizilien. Was that die Regierung, um ihre Prinzipien zu retten? Nichts. Sie hätte die Freiheit retten und die Schicksale sämmtlicher italienischer Völker durch einen europäischen Congreß erleichtern, wenn nicht definitiv reguliren können. Statt dessen sehen wir die Tyrannei triumphiren. Die Julimonarchie konnte doch wenigstens Grichenland befreien, aber die Februar-Republik kreuzt die Arme und sieht der Unterjochung Italiens ruhig zu. (Bravo vom Berge. Lärm zur Rechten.) Bastide, Minister des Auswärtigen, folgt dem Interpellanten auf der Bühne. Er hält ein Papier in der Hand und liest eine Erklärung folgenden Hauptinhalts: „Als im August die Oesterreicher in Mailand wieder einzogen, schlugen wir unsere Vermittelung auf jene Grundlage hin vor, die Sie genehmigt haben. Es erhoben sich Widersprüche wegen des Ortes, an dem der Kongreß gehalten werden sollte. Inzwischen überraschten uns die Erreignisse des Oktober, welche die Unterhandlungen zerbrachen. Allein sie sollen wieder aufgenommen werden. Wir hoffen durch friedliche Mittel unser gestecktes Ziel zu erreichen. Sollte aber die Befreiung und Selbstständigkeit Italiens Waffengewalt erfordern, so werden wir nicht zögern, Ihnen auch dieses Mittel vorzuschlagen. Es ist übrigens Aussicht vorhanden, Ihnen bald alle Aktenstücke vorzulegen. (Mißfallen vom Berge. Beifall zur Rechten). Der Schluß der Interpellationen wird ausgesprochen und somit fiel Bourets guter Wille abermals in das Wasser. Die Versammlung diskutirt dann die Frage, ob sie sich auf vier Wochen trennen wolle! Sie ist ja so angestrengt und bedarf der patriarchalischen Ruhe am Familienofen. Marchal trägt nämlich kurz darauf an, vom 14. Novbr. bis 14. Dezbr. Ferien zu machen. Cocquerel, Pfarrer, erklärt im Namen des Verfassungsausschusses, daß derselbe nichts gegen die 4wöchentliche Ruhe einwende, nur sollten sich sämmtliche Deputirte stets so bereit halten, daß sie binnen 24 Stunden zusammengerufen werden können. Cavaignac unterstützt den Verfassungsausschuß. Der Marschall'sche Antrag, sowie die Conklusion des Ausschusses werden zur Abstimmung gebracht und mit 607 gegen 214 Stimmen verworfen. Also keine Ferien! O weh! Es entspinnt sich eine andere Debatte wegen der organischen Gesetze. Steinberger, aus dem Elsaß, sagt: die Versammlung entschied so eben, daß sie sich also keine Erholung gönnen, sondern die organischen Gesetze vorher votiren wolle. In diesem Falle frage ich an, ob der alte Verfassungsausschuß auch noch die organischen Gesetze elaboriren solle? (Ja, ja, nein). Nach kurzer Debatte wird erklärt, daß der alte Ausschuß vollkommen ausreiche und der steinberger'sche Erneuungsvorschlag fällt durch. Marrast ließt nun einen Stoß Urlaubsgesuche vor. Bischof Fayet stellt den Antrag, keinem Menschen mehr Urlaub zu geben, sobald die Gliederzahl bis auf 600 gefallen. De Rancey unterstützt diesen Antrag. Aylir will, daß man keinen Urlaub über 14 Tage ausdehne. Der Antrag Fayets wird angenommen. Die Versammlung kehrt zur Budjetdiskussion zurück. Sie ist immer noch im III. Abschnitt (Justizverwaltung) und dreht sich um mannigfache Anträge auf Verminderung der fetten Beamten-Gehalte. Diese Anträge finden auf der Rechten eben keinen großen Anklang. Namentlich diejenigen, die sich auf Verminderung der Gehälter für die Obergerichtsbehörde beziehen, finden warme Gegner. Mehrere Anträge werden an den Finanzausschuß gewiesen, der morgen sein Gutachten über Gehaltsabzüge in den höheren Regionen vortragen wird. Aus diesem Grunde wird das definitive Votum über die Gehaltsverhältnisse der Appellhöfe auf morgen verschoben. Die Versammlung geht schon um 1/4 6 Uhr auseinander. [Leserbrief] An die Redaction der „N. Rh. Ztg.“ zu Köln. „Als vor einigen Tagen Jemand bei der Ankunft des Düsseldorf-Effender Postwagens hierselbst Nachmittags 2 1/2 Uhr die „Neue Rheinische Zeitung“ von dem hiesigen Postbüreau abholen wollte, bemerkte ihm der Condukteur, daß er dieselbe nicht mitgebracht habe, da sie ihm von der Postexpedition zu Düsseldorf, wo er sie habe liegen gesehen, nicht mitgegeben worden sei; die Kölnische Zeitung aber und einige andere Blätter wären mitgekommen.“ ‒ Wir erhielten die „Neue Rheinische Zeitung“ an dem Tage erst Abends 8 Uhr durch die Ratinger Lokalpost und zwar nur aus Gefälligkeit unseres Posterpediteurs, indem nach Abgang des letzten Effender Wagen nach 7 Uhr Abends, vor Ankunft des Ratinger Lokalwagens, die Post geschlossen wird, und daher die mit dem Lokalwagen eintreffenden Briefschaften etc. erst am kommenden Morgen an ihre Adresse befördert werden. Welcher Nachtheil für eine Zeitung auf solche Weise durch ein verspätetes Eintreffen derselben entstehen muß und wirklich entsteht, bedarf wohl keiner näheren Erörterung, besonders in der jetzigen Zeit, wo Jedermann auf die neuesten Nachrichten mit Recht so außerordentlich gespannt ist. Die Kölnische und Neue Rheinische Zeitung waren beide mit einem und demselben Bahnzuge von Köln in Düsseldorf angekommen, warum kamen aber beide Blätter nicht auch zu gleicher Zeit nach Ratingen? Das so häufig verspätete Eintreffen der Neuen Rheinischen Zeitung im Vergleich zur Kölnischen, welche letztere regelmäßig durch die Effender Post und nie mit dem Ratinger Lokalwagen hierherkommt, wissen wir uns also jetzt zur Genüge zu erklären, nur die Motive dazu nicht. Die Redaktion wird gebeten, diesem Uebelstande wo möglich abzuhelfen. Ratingen, den 1. November 1848. Mehrere Abonnenten der Neuen Rheinischen Zeitung. An die Expedition der Neuen Rheinischen Zeitung. Gestern Abend ist die ungeduldig, erwartete Nummer Ihrer Zeitung vom heutigen Tage (Dienstag) hier nicht eingetroffen. Dies fällt wie Sie aus den Klagen Ihrer Abonennten ersehen haben werden, oft vor, dann aber pflegt die Zeitung wenigstens Tags darauf früh Morgens einzutreffen. Heute aber ist das Blatt, welches schon gestern Abend zwischen 6 und 7 hier hätte ausgegeben werden sollen, bis zur jetzigen Stunde, Nachmittags um 4 Uhr weder bei mir noch auf irgend einem Cafè (in 4-5 habe ich sie vergeblich gesucht) angetroffen. Wäre es denkbar, daß Sie das Blatt um einen ganzen Tag zu spät zur Post befördert haben sollten? Düsseldorf Dienstag, den 7. Novbr. F. Lassalle. Handels-Nachrichten. _ Frucht-Preise. _

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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 1 (Nummer 1 bis Nummer 183) Köln, 1. Juni 1848 bis 31. Dezember 1848. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 139. Köln, 10. November 1848. Beilage, S. 0711. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz139b_1848/1>, abgerufen am 26.05.2019.