Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Die Bayerische Presse. Nr. 243. Würzburg, 10. Oktober 1850.

Bild:
<< vorherige Seite
letzte Seite

[Spaltenumbruch] nimmt die Partei der Bevölkerung, um sie sammt
dem Regenten in die Union hinein zu zwingen.
Beispiele sind verführerisch, und wer weiß, ob es
nicht im Jnteresse liegt, das kurhessische Drama
auch anderwärts in Scene zu setzen, etwa in
Darmstadt und Württemberg, wo auch demokra-
tische Kammermehrheiten die vorübergehende Un-
terstützung monarchischer Kräfte recht passend und
angenehm finden können.

Preßburg, 1. Okt. Von Steinamanger, ddo.
27. Sept., wird der "Preßb. Ztg. berichtet. Das
einsame Wirthshaus ( Csarda ) an der Herpenye,
an der Straße von Sarvar nach Klein = Zell, war
in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. der
Schauplatz einer tragisch endenden Räubergeschichte.
Gegen Mitternacht, als die Bewohner derselben
schon im tiefem Schlafe lagen, pochte ein in den
Hof gedrungener Fremder an das Fenster eines
Hofzimmers, worin die Dienstmagd schlief. Er-
wacht, wieß diese sein Begehren um Branntwein
zurück, und als er das Haus in Brand zu
stecken drohte, entspann sich zwischen beiden ein
Wortwechsel, welcher die Wirthin aus dem Schlafe
weckte. Um die Ursache desselben zu erforschen,
öffnete diese die gleichfalls in den Hof mündende
Küchenthüre, an der bereits vier fremde Männer
standen, welche sogleich durch die Küche ins Schank-
zimmer traten. Sie verlangten Wein, und als
die Wirthin Licht machte, bedeckte der Eine sein
Gesicht, verlöschte das Licht, und verließ das Zim-
mer, in dem er auch nicht mehr erschien, die An-
deren tranken mehrere Flaschen Wein, bezahlten
den Preis dafür und erhoben sich endlich unter
Entschuldigung der verursachten Störung, um die
Schenke zu verlassen. Der Eine aber drang unter
dem Vorwande, sich bei dem Wirthe gleichfalls
entschuldigen zu wollen, trotz der Abwehr der
Wirthin, in das halbgeöffnete Schlafzimmer des
Wirthes, welcher zwar erwacht, doch immer ruhig
im Bette geblieben war. Als auch der Zweite
in dasselbe Zimmer getreten war, wurde der Wir-
thin bange, sie ging nach, erhielt aber bei dem
Eintritt in das Zimmer einen Faustschlag ins
Genicke; betäubt davon zusammengesunken, wurde
sie sogleich unter das[unleserliches Material] geschoben. Nun erst
erhob sich der Wirth, erhielt im Ringen
mit den Räubern mehrere Streiche, war aber so
glücklich, sich ihrer entwinden und in ein zweites
Nebenzimmer entkommen zu können, ein ihm gel-
tender Hackenhieb fuhr mit großer Gewalt in den
Thürstock. Als diese Thür gesprengt wurde, eilte
er in das dritte Zimmer, wo sich sein geladenes
Doppelgewehr befand; kaum damit zur Gegenwehr
gerüstet, sprang auch hier die Thure, und der
Erste von den Eingedrungen schlug eine Pistole
auf den Wirth an, welcher aber so viel Geistes-
gegenwart besaß, mit der einen Hand die Pi-
stole zu pariren, die im selben Augenblick sich
entladend, ihm Hand und Hemdeärmel verbrannte,
ohne ihn zu verwunden. -- Das Werk des-
selben Augenblicks von Seite des Wirthes war
das Abdrücken seines Doppelgewehres, von dem
getroffen der eine Räuber todt, der andere tödtlich
verwundet zu Boden stürzte. Der dritte und der
im Hofe wachende vierte Räuber entflohen. Die
Aussagen des Verwundeten, der im Laufe des
nächsten Tages an den Folgen seiner Wunde ver-
schied, und Nebenumstände führten die Behörde
sogleich auf die Spur der Entflohenen, die noch
am nämlichen Tage eingezogen und der That ge-
ständig waren. Die vier Räuber waren ein
Schmiedegselle und drei Ochsenknechte eines vier
Stunden vom Raubplatze entfernten Dorfes.

Schweiz.

Bern, 27. Sept. Die Radikalen schließen
ihre Reihen dichter und ihre über das ganze Land
verbreiteten Vereine erwachen zu erneuter Thätig-
keit. Von Bedeutung in solcher Beziehung ist
die beschlossene enge Verbrüderung, in welche sie
mit dem Jura treten wollen. Vor einigen Ta-
gen wurde eine patriotische Versammlung unter
der Leitung Stockmar's in Münster gehalten, zu
[Spaltenumbruch] welcher die radikalen Ausschüsse des Jura Abge-
ordnete geschickt hatten. Auf die Aufforderung
des Präsidenten statteten die Delegirten Bericht
ab über den öffentlichen Geist in ihren Bezirken,
der dahin ging, daß die Regierung durch ihre
Maßregeln überall an Boden verliere und daß
mit wenigen Ausnahmen die liberale Meinung
überall im Wachsen begriffen sei. Einstimmig
wurde hierauf die Gründung eines Vereins aller
freisinnigen Demokraten im Jura beschlossen, dessen
Zweck sein solle, der Reaktion entgegenzutreten.
Für den ganzen Jura soll ein Centralkomite die
Angelegenheit leiten, die einzelnen Ausschüsse stehen
fortwährend unter einander und besonders mit
dem alten Kantonstheil in Verbindung. Der Ra-
dikalismus im Großen Rath ist noch gleich stark
wie anfangs und rechnet die Zahl seiner Anhän-
ger auf 106, während die Conservativen 120
stark sind. Dieses Verhältniß ergibt sich aus der
heute vorgenommenen Wahl von 5 Oberrichtern
und einem Zuchthausverwalter, welche nebst den
Suppleanten des Obergerichts, mit Beseitigung
der bisherigen radikalen Oberrichter, aus der Re-
gierungspartei genommen wurden. -- Laut amt-
lichen Mittheilungen ist durch Erlaß des preußi-
schen Truppenkommandanten in Säckingen den
Einwohnern der aargauischen Gemeinden Mumpf
und Stein das Betreten des badischen Staatsge-
biets bis auf Weiteres untersagt.

Neuestes.

Landau, 6. Okt. Hr. v. Blittersdorf hat
gestern das benachbarte Bad Glesweiler verlassen
und ist nach Frankfurt abgereist.

^ Aus Baden, 7. Okt. Das neueste b.
Regierungsblatt enthält eine landesherrliche Ver-
ordnung wornach die direkten und indirekten Steu-
ern für die Monate Oktober und November wie
bisher zu erheben sind.

^ Aus Baden, 8. Okt. Von Seite des
Gr. Kriminalamts in Karlsruhe wird unterm 5.
d. M. ein Steckbrief gegen den Dr. Jur. J. B.
Oppenheim aus Frankfurt am M. erlassen, wel-
cher zur Zeit der badischen Revolution in seiner
Eigenschaft als Redakteur der Karlsruher Zeitung
verschiedene Preßvergehen sich zu Schulden machte,
und in einer Reihe von Leitartikeln zur Theil-
nahme an der badischen Revolution aufforderte.
-- Die Großherzogin Wittwe Stephanie von
Baden ist nach Meran abgereist. -- Bei der
letzten Abendtafel bei Hofe nahm wie die B. L.
Z. versichert, ein Ausspruch aus hohem Munde
die Aufmerksamkeit sehr in Anspruch, der dahin
geht, daß die Abberufung K. K. Oesterreichischen
Landeskommissare von Frankfurt als eine Kriegs-
erklärung zu betrachten und nun, da Preußens
Geduld erschöpft sei, das Schwert zwischen ihm
und Oesterreich entscheiden müsse.

Karlsruhe, 7. Okt. Se. Großh. Hoheit der
Prinz Friedrich, zweiter Sohn des Großherzogs,
hat sich gestern nach Constanz begeben, um Se.
Maj. den Kaiser von Oesterreich sobald derselbe
in Bregenz ankommt, im Namen seines erlauch-
ten Vaters zu begrüßen.

Mannheim, 7. Okt. Gestern gegen Morgen
starb hier nach längerem Leiden Baron von Her-
ding, Bruder des hier wohnenden Fürsten von
Ysenburg.

Hannover, 5. Okt. Daß Legationsrath Det-
mold, der noch immer hier ist, gestern das Rit-
terkreuz des Guelphen=Ordens ( vierte Klasse )
empfangen und zur königl. Tasel geladen wurde,
ist ein Beweis, daß er seine Abstimmung in der
[unleserliches Material - 10 Zeichen fehlen]hessischen Frage vollständig gerechtfertigt hat.

   

Wien, 4. Okt. Der große Andrang liederli-
chen Dirnen hat die k. k. Stadthauptmannschaft
veranlaßt, energische Maßregeln zu ergreifen, die
dem verderblichen Lebenswandel dieser Geschöpfe
ein Ziel setzen, und gleich nach erfolgter Reor-
ganisation der stadthauptmannschaftlichen Bezirke
[Spaltenumbruch] in Wirksamkeit treten werden. Nebst Einführung
der Dienstbotenbücher werden auch Arbeitsbücher
für die sogenannten weiblichen Handarbeiterinnen
vorgeschrieben, und unter strenste Kontrolle gestellt
werden. Jede Weibsperson, welches nur ein ein-
ziges Mal gegen diese polizeilichen Vorschriften
verstößt, wird für beständig von Wien ausgewie-
sen. Unterschleifgeber treffen empfindliche Strafen.

   

Berlin, 7. Okt. Die vorgestrige 34. Sitzung
des provisorischen Fürstencollegiums begann, wie
die "Const. Cor." berichtet, mit der Verlesung
einer Note des kaiserl. österr. Kabinets über die
kurhessische Angelegenheit, sowie der diesseits dar-
auf ergangenen Antwort. Jene Note beruft sich
vornehmlich darauf, daß preußischer Seits die
Rechtsverbindlichkeit der Beschlüsse des Bundes-
tages für diejenigen Regierungen, welche sich die-
sen Beschlüssen freiwillig unterwerfen würden, nicht
bestritten worden, die Unterwerfung der kurhessi-
schen Regierung aber eine freiwillige sei. Die
diesseitige Antwort entgegnet hierauf, daß es sich
gar nicht um die Frage der Anerkennung des
Bundesbeschlusses vom 22. v. M., sondern um
dessen Ausführung handle, diese aber eine solche
sei, welche die allgemeine Ruhe und den Frieden
Deutschlands, sowie die Jnteressen Preußens und
seiner Verbündeten, erheblich gefährde, und der
sich zu widersetzen Preußen daher das begründetste
Recht habe.

Paris, 4. Okt. Ein bekannter Demokrat
wollte vor einigen Tagen seinen Sohn in das
College Charlemagne bringen. Der Direktor
sagte ihm: verbieten Sie Jhrem Sohn zu ver-
rathen, daß Sie roth sind! Sie kennen den na-
türlichen Oppositionsgeist der Jugend, da ich und
die Lehrer roth sind, so sind die Jungen's im
höchsten Grade monarchisch und reactionair gesinnt.

C Paris, 7. Okt. Louis Napoleon empfing ge-
stern die Jnsignien des goldenen Vließes nebst
einem eigenhändigen Schreiben der Königin von
Spanien. Die ihm übersandten Jnsignien sind
dieselben, welche Karl V. trug.

** Aus der Schweiz, 7. Okt. Oberrichter
Müller von Murk ist in Luzern eingetroffen, um
den Landesverrathsprozeß fortzuführen. -- Aus
Schaffhausen geht uns die Nachricht zu, daß mit
Württemberg und Bayern ein neuer Salzliefe-
rungsvertrag abgeschlossen wurde, da die Anerbie-
tungen der Saline Rheinfelden weniger vortheil-
haft waren. -- Jn vielen Orten des Kantons
Schaffhausen hat die Weinlese bereits begonnen
und ist zur rechten Zufriedenheit ausgefallen.

** Aus der Schweiz, 8. Okt. Gestern ist der
große Rath von Zürich zusammengetreten. -- Jn
Bern tagt gegenwärtig ein schweizerischer Frei-
maurer Kongreß. -- Der Züricher Postwagen ist
in vorletzter Nacht zwischen Wintherthur und Js-
lihon angepackt und beraubt worden.

§ Bern, 6. Okt. Der badische politische
Flüchtling Karl Hippeler ist des Asyls für un-
würdig befunden, und aus der Schweiz ausge-
wiesen worden.

Rom, 24. Sept. Eine französische Freischule
ist in Rom nach der Jnstitution des hl. Ludwigs
der Franzosen gegründet worden. Dieselbe steht
unter der Direktion der Brüder der christlichen
Lehre. Der Oberbefehlshaber der französischen
Armee in Rom, General Gemeau, hat angeord-
net, daß die Kinder der Militärs diese Schule
besuchen.



Verantwortlicher Redakteur u. Verleger:
Franz v. Faber.



Theater=Anzeige

Samstag 12 Oktober.

Zum allerhöchsten Namensfeste Se. Maj. des
Königs Maximilian II.
Oberon, König der Elfen.
Große romant. Feen=Oper in 3 Aufzügen mit
Ballet, Musik von C. M. v. Weber.

[Ende Spaltensatz]

Druck von Joseph Steib in Würzburg.

[Spaltenumbruch] nimmt die Partei der Bevölkerung, um sie sammt
dem Regenten in die Union hinein zu zwingen.
Beispiele sind verführerisch, und wer weiß, ob es
nicht im Jnteresse liegt, das kurhessische Drama
auch anderwärts in Scene zu setzen, etwa in
Darmstadt und Württemberg, wo auch demokra-
tische Kammermehrheiten die vorübergehende Un-
terstützung monarchischer Kräfte recht passend und
angenehm finden können.

Preßburg, 1. Okt. Von Steinamanger, ddo.
27. Sept., wird der „Preßb. Ztg. berichtet. Das
einsame Wirthshaus ( Csárda ) an der Herpenye,
an der Straße von Sàrvár nach Klein = Zell, war
in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. der
Schauplatz einer tragisch endenden Räubergeschichte.
Gegen Mitternacht, als die Bewohner derselben
schon im tiefem Schlafe lagen, pochte ein in den
Hof gedrungener Fremder an das Fenster eines
Hofzimmers, worin die Dienstmagd schlief. Er-
wacht, wieß diese sein Begehren um Branntwein
zurück, und als er das Haus in Brand zu
stecken drohte, entspann sich zwischen beiden ein
Wortwechsel, welcher die Wirthin aus dem Schlafe
weckte. Um die Ursache desselben zu erforschen,
öffnete diese die gleichfalls in den Hof mündende
Küchenthüre, an der bereits vier fremde Männer
standen, welche sogleich durch die Küche ins Schank-
zimmer traten. Sie verlangten Wein, und als
die Wirthin Licht machte, bedeckte der Eine sein
Gesicht, verlöschte das Licht, und verließ das Zim-
mer, in dem er auch nicht mehr erschien, die An-
deren tranken mehrere Flaschen Wein, bezahlten
den Preis dafür und erhoben sich endlich unter
Entschuldigung der verursachten Störung, um die
Schenke zu verlassen. Der Eine aber drang unter
dem Vorwande, sich bei dem Wirthe gleichfalls
entschuldigen zu wollen, trotz der Abwehr der
Wirthin, in das halbgeöffnete Schlafzimmer des
Wirthes, welcher zwar erwacht, doch immer ruhig
im Bette geblieben war. Als auch der Zweite
in dasselbe Zimmer getreten war, wurde der Wir-
thin bange, sie ging nach, erhielt aber bei dem
Eintritt in das Zimmer einen Faustschlag ins
Genicke; betäubt davon zusammengesunken, wurde
sie sogleich unter das[unleserliches Material] geschoben. Nun erst
erhob sich der Wirth, erhielt im Ringen
mit den Räubern mehrere Streiche, war aber so
glücklich, sich ihrer entwinden und in ein zweites
Nebenzimmer entkommen zu können, ein ihm gel-
tender Hackenhieb fuhr mit großer Gewalt in den
Thürstock. Als diese Thür gesprengt wurde, eilte
er in das dritte Zimmer, wo sich sein geladenes
Doppelgewehr befand; kaum damit zur Gegenwehr
gerüstet, sprang auch hier die Thure, und der
Erste von den Eingedrungen schlug eine Pistole
auf den Wirth an, welcher aber so viel Geistes-
gegenwart besaß, mit der einen Hand die Pi-
stole zu pariren, die im selben Augenblick sich
entladend, ihm Hand und Hemdeärmel verbrannte,
ohne ihn zu verwunden. -- Das Werk des-
selben Augenblicks von Seite des Wirthes war
das Abdrücken seines Doppelgewehres, von dem
getroffen der eine Räuber todt, der andere tödtlich
verwundet zu Boden stürzte. Der dritte und der
im Hofe wachende vierte Räuber entflohen. Die
Aussagen des Verwundeten, der im Laufe des
nächsten Tages an den Folgen seiner Wunde ver-
schied, und Nebenumstände führten die Behörde
sogleich auf die Spur der Entflohenen, die noch
am nämlichen Tage eingezogen und der That ge-
ständig waren. Die vier Räuber waren ein
Schmiedegselle und drei Ochsenknechte eines vier
Stunden vom Raubplatze entfernten Dorfes.

Schweiz.

Bern, 27. Sept. Die Radikalen schließen
ihre Reihen dichter und ihre über das ganze Land
verbreiteten Vereine erwachen zu erneuter Thätig-
keit. Von Bedeutung in solcher Beziehung ist
die beschlossene enge Verbrüderung, in welche sie
mit dem Jura treten wollen. Vor einigen Ta-
gen wurde eine patriotische Versammlung unter
der Leitung Stockmar's in Münster gehalten, zu
[Spaltenumbruch] welcher die radikalen Ausschüsse des Jura Abge-
ordnete geschickt hatten. Auf die Aufforderung
des Präsidenten statteten die Delegirten Bericht
ab über den öffentlichen Geist in ihren Bezirken,
der dahin ging, daß die Regierung durch ihre
Maßregeln überall an Boden verliere und daß
mit wenigen Ausnahmen die liberale Meinung
überall im Wachsen begriffen sei. Einstimmig
wurde hierauf die Gründung eines Vereins aller
freisinnigen Demokraten im Jura beschlossen, dessen
Zweck sein solle, der Reaktion entgegenzutreten.
Für den ganzen Jura soll ein Centralkomite die
Angelegenheit leiten, die einzelnen Ausschüsse stehen
fortwährend unter einander und besonders mit
dem alten Kantonstheil in Verbindung. Der Ra-
dikalismus im Großen Rath ist noch gleich stark
wie anfangs und rechnet die Zahl seiner Anhän-
ger auf 106, während die Conservativen 120
stark sind. Dieses Verhältniß ergibt sich aus der
heute vorgenommenen Wahl von 5 Oberrichtern
und einem Zuchthausverwalter, welche nebst den
Suppleanten des Obergerichts, mit Beseitigung
der bisherigen radikalen Oberrichter, aus der Re-
gierungspartei genommen wurden. -- Laut amt-
lichen Mittheilungen ist durch Erlaß des preußi-
schen Truppenkommandanten in Säckingen den
Einwohnern der aargauischen Gemeinden Mumpf
und Stein das Betreten des badischen Staatsge-
biets bis auf Weiteres untersagt.

Neuestes.

Landau, 6. Okt. Hr. v. Blittersdorf hat
gestern das benachbarte Bad Glesweiler verlassen
und ist nach Frankfurt abgereist.

△ Aus Baden, 7. Okt. Das neueste b.
Regierungsblatt enthält eine landesherrliche Ver-
ordnung wornach die direkten und indirekten Steu-
ern für die Monate Oktober und November wie
bisher zu erheben sind.

△ Aus Baden, 8. Okt. Von Seite des
Gr. Kriminalamts in Karlsruhe wird unterm 5.
d. M. ein Steckbrief gegen den Dr. Jur. J. B.
Oppenheim aus Frankfurt am M. erlassen, wel-
cher zur Zeit der badischen Revolution in seiner
Eigenschaft als Redakteur der Karlsruher Zeitung
verschiedene Preßvergehen sich zu Schulden machte,
und in einer Reihe von Leitartikeln zur Theil-
nahme an der badischen Revolution aufforderte.
-- Die Großherzogin Wittwe Stephanie von
Baden ist nach Meran abgereist. -- Bei der
letzten Abendtafel bei Hofe nahm wie die B. L.
Z. versichert, ein Ausspruch aus hohem Munde
die Aufmerksamkeit sehr in Anspruch, der dahin
geht, daß die Abberufung K. K. Oesterreichischen
Landeskommissare von Frankfurt als eine Kriegs-
erklärung zu betrachten und nun, da Preußens
Geduld erschöpft sei, das Schwert zwischen ihm
und Oesterreich entscheiden müsse.

Karlsruhe, 7. Okt. Se. Großh. Hoheit der
Prinz Friedrich, zweiter Sohn des Großherzogs,
hat sich gestern nach Constanz begeben, um Se.
Maj. den Kaiser von Oesterreich sobald derselbe
in Bregenz ankommt, im Namen seines erlauch-
ten Vaters zu begrüßen.

Mannheim, 7. Okt. Gestern gegen Morgen
starb hier nach längerem Leiden Baron von Her-
ding, Bruder des hier wohnenden Fürsten von
Ysenburg.

Hannover, 5. Okt. Daß Legationsrath Det-
mold, der noch immer hier ist, gestern das Rit-
terkreuz des Guelphen=Ordens ( vierte Klasse )
empfangen und zur königl. Tasel geladen wurde,
ist ein Beweis, daß er seine Abstimmung in der
[unleserliches Material – 10 Zeichen fehlen]hessischen Frage vollständig gerechtfertigt hat.

   

Wien, 4. Okt. Der große Andrang liederli-
chen Dirnen hat die k. k. Stadthauptmannschaft
veranlaßt, energische Maßregeln zu ergreifen, die
dem verderblichen Lebenswandel dieser Geschöpfe
ein Ziel setzen, und gleich nach erfolgter Reor-
ganisation der stadthauptmannschaftlichen Bezirke
[Spaltenumbruch] in Wirksamkeit treten werden. Nebst Einführung
der Dienstbotenbücher werden auch Arbeitsbücher
für die sogenannten weiblichen Handarbeiterinnen
vorgeschrieben, und unter strenste Kontrolle gestellt
werden. Jede Weibsperson, welches nur ein ein-
ziges Mal gegen diese polizeilichen Vorschriften
verstößt, wird für beständig von Wien ausgewie-
sen. Unterschleifgeber treffen empfindliche Strafen.

   

Berlin, 7. Okt. Die vorgestrige 34. Sitzung
des provisorischen Fürstencollegiums begann, wie
die „Const. Cor.“ berichtet, mit der Verlesung
einer Note des kaiserl. österr. Kabinets über die
kurhessische Angelegenheit, sowie der diesseits dar-
auf ergangenen Antwort. Jene Note beruft sich
vornehmlich darauf, daß preußischer Seits die
Rechtsverbindlichkeit der Beschlüsse des Bundes-
tages für diejenigen Regierungen, welche sich die-
sen Beschlüssen freiwillig unterwerfen würden, nicht
bestritten worden, die Unterwerfung der kurhessi-
schen Regierung aber eine freiwillige sei. Die
diesseitige Antwort entgegnet hierauf, daß es sich
gar nicht um die Frage der Anerkennung des
Bundesbeschlusses vom 22. v. M., sondern um
dessen Ausführung handle, diese aber eine solche
sei, welche die allgemeine Ruhe und den Frieden
Deutschlands, sowie die Jnteressen Preußens und
seiner Verbündeten, erheblich gefährde, und der
sich zu widersetzen Preußen daher das begründetste
Recht habe.

Paris, 4. Okt. Ein bekannter Demokrat
wollte vor einigen Tagen seinen Sohn in das
Collège Charlemagne bringen. Der Direktor
sagte ihm: verbieten Sie Jhrem Sohn zu ver-
rathen, daß Sie roth sind! Sie kennen den na-
türlichen Oppositionsgeist der Jugend, da ich und
die Lehrer roth sind, so sind die Jungen's im
höchsten Grade monarchisch und reactionair gesinnt.

C Paris, 7. Okt. Louis Napoleon empfing ge-
stern die Jnsignien des goldenen Vließes nebst
einem eigenhändigen Schreiben der Königin von
Spanien. Die ihm übersandten Jnsignien sind
dieselben, welche Karl V. trug.

** Aus der Schweiz, 7. Okt. Oberrichter
Müller von Murk ist in Luzern eingetroffen, um
den Landesverrathsprozeß fortzuführen. -- Aus
Schaffhausen geht uns die Nachricht zu, daß mit
Württemberg und Bayern ein neuer Salzliefe-
rungsvertrag abgeschlossen wurde, da die Anerbie-
tungen der Saline Rheinfelden weniger vortheil-
haft waren. -- Jn vielen Orten des Kantons
Schaffhausen hat die Weinlese bereits begonnen
und ist zur rechten Zufriedenheit ausgefallen.

** Aus der Schweiz, 8. Okt. Gestern ist der
große Rath von Zürich zusammengetreten. -- Jn
Bern tagt gegenwärtig ein schweizerischer Frei-
maurer Kongreß. -- Der Züricher Postwagen ist
in vorletzter Nacht zwischen Wintherthur und Js-
lihon angepackt und beraubt worden.

§ Bern, 6. Okt. Der badische politische
Flüchtling Karl Hippeler ist des Asyls für un-
würdig befunden, und aus der Schweiz ausge-
wiesen worden.

Rom, 24. Sept. Eine französische Freischule
ist in Rom nach der Jnstitution des hl. Ludwigs
der Franzosen gegründet worden. Dieselbe steht
unter der Direktion der Brüder der christlichen
Lehre. Der Oberbefehlshaber der französischen
Armee in Rom, General Gemeau, hat angeord-
net, daß die Kinder der Militärs diese Schule
besuchen.



Verantwortlicher Redakteur u. Verleger:
Franz v. Faber.



Theater=Anzeige

Samstag 12 Oktober.

Zum allerhöchsten Namensfeste Se. Maj. des
Königs Maximilian II.
Oberon, König der Elfen.
Große romant. Feen=Oper in 3 Aufzügen mit
Ballet, Musik von C. M. v. Weber.

[Ende Spaltensatz]

Druck von Joseph Steib in Würzburg.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jPoliticalNews">
        <div type="jPoliticalNews">
          <div type="jArticle">
            <p><pb facs="#f0004"/><cb/>
nimmt die Partei der Bevölkerung, um sie sammt<lb/>
dem Regenten in die Union hinein zu zwingen.<lb/>
Beispiele sind verführerisch, und wer weiß, ob es<lb/>
nicht im Jnteresse liegt, das kurhessische Drama<lb/>
auch anderwärts in Scene zu setzen, etwa in<lb/>
Darmstadt und Württemberg, wo auch demokra-<lb/>
tische Kammermehrheiten die vorübergehende Un-<lb/>
terstützung monarchischer Kräfte recht passend und<lb/>
angenehm finden können.</p>
          </div><lb/>
          <div type="jArticle">
            <p>Preßburg, 1. Okt. Von Steinamanger, ddo.<lb/>
27. Sept., wird der &#x201E;Preßb. Ztg. berichtet. Das<lb/>
einsame Wirthshaus ( Cs<hi rendition="#aq">á</hi>rda ) an der Herpenye,<lb/>
an der Straße von S<hi rendition="#aq">à</hi>rv<hi rendition="#aq">á</hi>r nach Klein = Zell, war<lb/>
in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. der<lb/>
Schauplatz einer tragisch endenden Räubergeschichte.<lb/>
Gegen Mitternacht, als die Bewohner derselben<lb/>
schon im tiefem Schlafe lagen, pochte ein in den<lb/>
Hof gedrungener Fremder an das Fenster eines<lb/>
Hofzimmers, worin die Dienstmagd schlief. Er-<lb/>
wacht, wieß diese sein Begehren um Branntwein<lb/>
zurück, und als er das Haus in Brand zu<lb/>
stecken drohte, entspann sich zwischen beiden ein<lb/>
Wortwechsel, welcher die Wirthin aus dem Schlafe<lb/>
weckte. Um die Ursache desselben zu erforschen,<lb/>
öffnete diese die gleichfalls in den Hof mündende<lb/>
Küchenthüre, an der bereits vier fremde Männer<lb/>
standen, welche sogleich durch die Küche ins Schank-<lb/>
zimmer traten. Sie verlangten Wein, und als<lb/>
die Wirthin Licht machte, bedeckte der Eine sein<lb/>
Gesicht, verlöschte das Licht, und verließ das Zim-<lb/>
mer, in dem er auch nicht mehr erschien, die An-<lb/>
deren tranken mehrere Flaschen Wein, bezahlten<lb/>
den Preis dafür und erhoben sich endlich unter<lb/>
Entschuldigung der verursachten Störung, um die<lb/>
Schenke zu verlassen. Der Eine aber drang unter<lb/>
dem Vorwande, sich bei dem Wirthe gleichfalls<lb/>
entschuldigen zu wollen, trotz der Abwehr der<lb/>
Wirthin, in das halbgeöffnete Schlafzimmer des<lb/>
Wirthes, welcher zwar erwacht, doch immer ruhig<lb/>
im Bette geblieben war. Als auch der Zweite<lb/>
in dasselbe Zimmer getreten war, wurde der Wir-<lb/>
thin bange, sie ging nach, erhielt aber bei dem<lb/>
Eintritt in das Zimmer einen Faustschlag ins<lb/>
Genicke; betäubt davon zusammengesunken, wurde<lb/>
sie sogleich unter das<gap reason="illegible"/> geschoben. Nun erst<lb/>
erhob sich der Wirth, erhielt im Ringen<lb/>
mit den Räubern mehrere Streiche, war aber so<lb/>
glücklich, sich ihrer entwinden und in ein zweites<lb/>
Nebenzimmer entkommen zu können, ein ihm gel-<lb/>
tender Hackenhieb fuhr mit großer Gewalt in den<lb/>
Thürstock. Als diese Thür gesprengt wurde, eilte<lb/>
er in das dritte Zimmer, wo sich sein geladenes<lb/>
Doppelgewehr befand; kaum damit zur Gegenwehr<lb/>
gerüstet, sprang auch hier die Thure, und der<lb/>
Erste von den Eingedrungen schlug eine Pistole<lb/>
auf den Wirth an, welcher aber so viel Geistes-<lb/>
gegenwart besaß, mit der einen Hand die Pi-<lb/>
stole zu pariren, die im selben Augenblick sich<lb/>
entladend, ihm Hand und Hemdeärmel verbrannte,<lb/>
ohne ihn zu verwunden. -- Das Werk des-<lb/>
selben Augenblicks von Seite des Wirthes war<lb/>
das Abdrücken seines Doppelgewehres, von dem<lb/>
getroffen der eine Räuber todt, der andere tödtlich<lb/>
verwundet zu Boden stürzte. Der dritte und der<lb/>
im Hofe wachende vierte Räuber entflohen. Die<lb/>
Aussagen des Verwundeten, der im Laufe des<lb/>
nächsten Tages an den Folgen seiner Wunde ver-<lb/>
schied, und Nebenumstände führten die Behörde<lb/>
sogleich auf die Spur der Entflohenen, die noch<lb/>
am nämlichen Tage eingezogen und der That ge-<lb/>
ständig waren. Die vier Räuber waren ein<lb/>
Schmiedegselle und drei Ochsenknechte eines vier<lb/>
Stunden vom Raubplatze entfernten Dorfes.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div type="jPoliticalNews">
          <head> <hi rendition="#c #fr"><hi rendition="#g">Schweiz</hi>.</hi> </head><lb/>
          <div type="jArticle">
            <p>Bern, 27. Sept. Die Radikalen schließen<lb/>
ihre Reihen dichter und ihre über das ganze Land<lb/>
verbreiteten Vereine erwachen zu erneuter Thätig-<lb/>
keit. Von Bedeutung in solcher Beziehung ist<lb/>
die beschlossene enge Verbrüderung, in welche sie<lb/>
mit dem Jura treten wollen. Vor einigen Ta-<lb/>
gen wurde eine patriotische Versammlung unter<lb/>
der Leitung Stockmar's in Münster gehalten, zu<lb/><cb/>
welcher die radikalen Ausschüsse des Jura Abge-<lb/>
ordnete geschickt hatten. Auf die Aufforderung<lb/>
des Präsidenten statteten die Delegirten Bericht<lb/>
ab über den öffentlichen Geist in ihren Bezirken,<lb/>
der dahin ging, daß die Regierung durch ihre<lb/>
Maßregeln überall an Boden verliere und daß<lb/>
mit wenigen Ausnahmen die liberale Meinung<lb/>
überall im Wachsen begriffen sei. Einstimmig<lb/>
wurde hierauf die Gründung eines Vereins aller<lb/>
freisinnigen Demokraten im Jura beschlossen, dessen<lb/>
Zweck sein solle, der Reaktion entgegenzutreten.<lb/>
Für den ganzen Jura soll ein Centralkomite die<lb/>
Angelegenheit leiten, die einzelnen Ausschüsse stehen<lb/>
fortwährend unter einander und besonders mit<lb/>
dem alten Kantonstheil in Verbindung. Der Ra-<lb/>
dikalismus im Großen Rath ist noch gleich stark<lb/>
wie anfangs und rechnet die Zahl seiner Anhän-<lb/>
ger auf 106, während die Conservativen 120<lb/>
stark sind. Dieses Verhältniß ergibt sich aus der<lb/>
heute vorgenommenen Wahl von 5 Oberrichtern<lb/>
und einem Zuchthausverwalter, welche nebst den<lb/>
Suppleanten des Obergerichts, mit Beseitigung<lb/>
der bisherigen radikalen Oberrichter, aus der Re-<lb/>
gierungspartei genommen wurden. -- Laut amt-<lb/>
lichen Mittheilungen ist durch Erlaß des preußi-<lb/>
schen Truppenkommandanten in Säckingen den<lb/>
Einwohnern der aargauischen Gemeinden Mumpf<lb/>
und Stein das Betreten des badischen Staatsge-<lb/>
biets bis auf Weiteres untersagt.</p>
            <byline>( O.=P.=A.=Z. ) </byline>
          </div>
        </div>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#c #fr"><hi rendition="#g">Neuestes</hi>.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <p>Landau, 6. Okt. Hr. v. Blittersdorf hat<lb/>
gestern das benachbarte Bad Glesweiler verlassen<lb/>
und ist nach Frankfurt abgereist.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>&#x25B3; Aus Baden, 7. Okt. Das neueste b.<lb/>
Regierungsblatt enthält eine landesherrliche Ver-<lb/>
ordnung wornach die direkten und indirekten Steu-<lb/>
ern für die Monate Oktober und November wie<lb/>
bisher zu erheben sind.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>&#x25B3; Aus Baden, 8. Okt. Von Seite des<lb/>
Gr. Kriminalamts in Karlsruhe wird unterm 5.<lb/>
d. M. ein Steckbrief gegen den Dr. Jur. J. B.<lb/>
Oppenheim aus Frankfurt am M. erlassen, wel-<lb/>
cher zur Zeit der badischen Revolution in seiner<lb/>
Eigenschaft als Redakteur der Karlsruher Zeitung<lb/>
verschiedene Preßvergehen sich zu Schulden machte,<lb/>
und in einer Reihe von Leitartikeln zur Theil-<lb/>
nahme an der badischen Revolution aufforderte.<lb/>
-- Die Großherzogin Wittwe Stephanie von<lb/>
Baden ist nach Meran abgereist. -- Bei der<lb/>
letzten Abendtafel bei Hofe nahm wie die B. L.<lb/>
Z. versichert, ein Ausspruch aus hohem Munde<lb/>
die Aufmerksamkeit sehr in Anspruch, der dahin<lb/>
geht, daß die Abberufung K. K. Oesterreichischen<lb/>
Landeskommissare von Frankfurt als eine Kriegs-<lb/>
erklärung zu betrachten und nun, da Preußens<lb/>
Geduld erschöpft sei, das Schwert zwischen ihm<lb/>
und Oesterreich entscheiden müsse.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Karlsruhe, 7. Okt. Se. Großh. Hoheit der<lb/>
Prinz Friedrich, zweiter Sohn des Großherzogs,<lb/>
hat sich gestern nach Constanz begeben, um Se.<lb/>
Maj. den Kaiser von Oesterreich sobald derselbe<lb/>
in Bregenz ankommt, im Namen seines erlauch-<lb/>
ten Vaters zu begrüßen.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Mannheim, 7. Okt. Gestern gegen Morgen<lb/>
starb hier nach längerem Leiden Baron von Her-<lb/>
ding, Bruder des hier wohnenden Fürsten von<lb/>
Ysenburg.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Hannover, 5. Okt. Daß Legationsrath Det-<lb/>
mold, der noch immer hier ist, gestern das Rit-<lb/>
terkreuz des Guelphen=Ordens ( vierte Klasse )<lb/>
empfangen und zur königl. Tasel geladen wurde,<lb/>
ist ein Beweis, daß er seine Abstimmung in der<lb/><gap reason="illegible" unit="chars" quantity="10"/>hessischen Frage vollständig gerechtfertigt hat.</p><lb/>
          <space dim="horizontal"/>
          <byline>( H. C. )</byline>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Wien, 4. Okt. Der große Andrang liederli-<lb/>
chen Dirnen hat die k. k. Stadthauptmannschaft<lb/>
veranlaßt, energische Maßregeln zu ergreifen, die<lb/>
dem verderblichen Lebenswandel dieser Geschöpfe<lb/>
ein Ziel setzen, und gleich nach erfolgter Reor-<lb/>
ganisation der stadthauptmannschaftlichen Bezirke<lb/><cb/>
in Wirksamkeit treten werden. Nebst Einführung<lb/>
der Dienstbotenbücher werden auch Arbeitsbücher<lb/>
für die sogenannten weiblichen Handarbeiterinnen<lb/>
vorgeschrieben, und unter strenste Kontrolle gestellt<lb/>
werden. Jede Weibsperson, welches nur ein ein-<lb/>
ziges Mal gegen diese polizeilichen Vorschriften<lb/>
verstößt, wird für beständig von Wien ausgewie-<lb/>
sen. Unterschleifgeber treffen empfindliche Strafen.</p><lb/>
          <space dim="horizontal"/>
          <byline>( O. C. )</byline>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Berlin, 7. Okt. Die vorgestrige 34. Sitzung<lb/>
des provisorischen Fürstencollegiums begann, wie<lb/>
die &#x201E;Const. Cor.&#x201C; berichtet, mit der Verlesung<lb/>
einer Note des kaiserl. österr. Kabinets über die<lb/>
kurhessische Angelegenheit, sowie der diesseits dar-<lb/>
auf ergangenen Antwort. Jene Note beruft sich<lb/>
vornehmlich darauf, daß preußischer Seits die<lb/>
Rechtsverbindlichkeit der Beschlüsse des Bundes-<lb/>
tages für diejenigen Regierungen, welche sich die-<lb/>
sen Beschlüssen freiwillig unterwerfen würden, nicht<lb/>
bestritten worden, die Unterwerfung der kurhessi-<lb/>
schen Regierung aber eine freiwillige sei. Die<lb/>
diesseitige Antwort entgegnet hierauf, daß es sich<lb/>
gar nicht um die Frage der Anerkennung des<lb/>
Bundesbeschlusses vom 22. v. M., sondern um<lb/>
dessen Ausführung handle, diese aber eine solche<lb/>
sei, welche die allgemeine Ruhe und den Frieden<lb/>
Deutschlands, sowie die Jnteressen Preußens und<lb/>
seiner Verbündeten, erheblich gefährde, und der<lb/>
sich zu widersetzen Preußen daher das begründetste<lb/>
Recht habe.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Paris, 4. Okt. Ein bekannter Demokrat<lb/>
wollte vor einigen Tagen seinen Sohn in das<lb/>
Coll<hi rendition="#aq">è</hi>ge Charlemagne bringen. Der Direktor<lb/>
sagte ihm: verbieten Sie Jhrem Sohn zu ver-<lb/>
rathen, daß Sie roth sind! Sie kennen den na-<lb/>
türlichen Oppositionsgeist der Jugend, da ich und<lb/>
die Lehrer roth sind, so sind die Jungen's im<lb/>
höchsten Grade monarchisch und reactionair gesinnt.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p><hi rendition="#aq">C</hi> Paris, 7. Okt. Louis Napoleon empfing ge-<lb/>
stern die Jnsignien des goldenen Vließes nebst<lb/>
einem eigenhändigen Schreiben der Königin von<lb/>
Spanien. Die ihm übersandten Jnsignien sind<lb/>
dieselben, welche Karl <hi rendition="#aq">V</hi>. trug.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p><hi rendition="#sup">**</hi> Aus der Schweiz, 7. Okt. Oberrichter<lb/>
Müller von Murk ist in Luzern eingetroffen, um<lb/>
den Landesverrathsprozeß fortzuführen. -- Aus<lb/>
Schaffhausen geht uns die Nachricht zu, daß mit<lb/>
Württemberg und Bayern ein neuer Salzliefe-<lb/>
rungsvertrag abgeschlossen wurde, da die Anerbie-<lb/>
tungen der Saline Rheinfelden weniger vortheil-<lb/>
haft waren. -- Jn vielen Orten des Kantons<lb/>
Schaffhausen hat die Weinlese bereits begonnen<lb/>
und ist zur rechten Zufriedenheit ausgefallen.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p><hi rendition="#sup">**</hi> Aus der Schweiz, 8. Okt. Gestern ist der<lb/>
große Rath von Zürich zusammengetreten. -- Jn<lb/>
Bern tagt gegenwärtig ein schweizerischer Frei-<lb/>
maurer Kongreß. -- Der Züricher Postwagen ist<lb/>
in vorletzter Nacht zwischen Wintherthur und Js-<lb/>
lihon angepackt und beraubt worden.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>§ Bern, 6. Okt. Der badische politische<lb/>
Flüchtling Karl Hippeler ist des Asyls für un-<lb/>
würdig befunden, und aus der Schweiz ausge-<lb/>
wiesen worden.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <p>Rom, 24. Sept. Eine französische Freischule<lb/>
ist in Rom nach der Jnstitution des hl. Ludwigs<lb/>
der Franzosen gegründet worden. Dieselbe steht<lb/>
unter der Direktion der Brüder der christlichen<lb/>
Lehre. Der Oberbefehlshaber der französischen<lb/>
Armee in Rom, General Gemeau, hat angeord-<lb/>
net, daß die Kinder der Militärs diese Schule<lb/>
besuchen.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div n="1">
        <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Verantwortlicher Redakteur</hi> u. <hi rendition="#g">Verleger:</hi><lb/>
Franz v. <hi rendition="#g">Faber</hi>.   </hi> </p>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div type="jAnnouncements">
        <div type="jAn">
          <head> <hi rendition="#c #fr">Theater=Anzeige</hi> </head><lb/>
          <p> <hi rendition="#c">Samstag 12 Oktober.</hi> </p><lb/>
          <p>Zum allerhöchsten Namensfeste Se. Maj. des<lb/>
Königs Maximilian <hi rendition="#aq">II.</hi><lb/><hi rendition="#g">Oberon, König der Elfen.</hi><lb/>
Große romant. Feen=Oper in 3 Aufzügen mit<lb/>
Ballet, Musik von C. M. v. Weber.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <cb type="end"/>
      <div type="imprint">
        <p> <hi rendition="#c">Druck von Joseph Steib in Würzburg.</hi> </p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0004] nimmt die Partei der Bevölkerung, um sie sammt dem Regenten in die Union hinein zu zwingen. Beispiele sind verführerisch, und wer weiß, ob es nicht im Jnteresse liegt, das kurhessische Drama auch anderwärts in Scene zu setzen, etwa in Darmstadt und Württemberg, wo auch demokra- tische Kammermehrheiten die vorübergehende Un- terstützung monarchischer Kräfte recht passend und angenehm finden können. Preßburg, 1. Okt. Von Steinamanger, ddo. 27. Sept., wird der „Preßb. Ztg. berichtet. Das einsame Wirthshaus ( Csárda ) an der Herpenye, an der Straße von Sàrvár nach Klein = Zell, war in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. der Schauplatz einer tragisch endenden Räubergeschichte. Gegen Mitternacht, als die Bewohner derselben schon im tiefem Schlafe lagen, pochte ein in den Hof gedrungener Fremder an das Fenster eines Hofzimmers, worin die Dienstmagd schlief. Er- wacht, wieß diese sein Begehren um Branntwein zurück, und als er das Haus in Brand zu stecken drohte, entspann sich zwischen beiden ein Wortwechsel, welcher die Wirthin aus dem Schlafe weckte. Um die Ursache desselben zu erforschen, öffnete diese die gleichfalls in den Hof mündende Küchenthüre, an der bereits vier fremde Männer standen, welche sogleich durch die Küche ins Schank- zimmer traten. Sie verlangten Wein, und als die Wirthin Licht machte, bedeckte der Eine sein Gesicht, verlöschte das Licht, und verließ das Zim- mer, in dem er auch nicht mehr erschien, die An- deren tranken mehrere Flaschen Wein, bezahlten den Preis dafür und erhoben sich endlich unter Entschuldigung der verursachten Störung, um die Schenke zu verlassen. Der Eine aber drang unter dem Vorwande, sich bei dem Wirthe gleichfalls entschuldigen zu wollen, trotz der Abwehr der Wirthin, in das halbgeöffnete Schlafzimmer des Wirthes, welcher zwar erwacht, doch immer ruhig im Bette geblieben war. Als auch der Zweite in dasselbe Zimmer getreten war, wurde der Wir- thin bange, sie ging nach, erhielt aber bei dem Eintritt in das Zimmer einen Faustschlag ins Genicke; betäubt davon zusammengesunken, wurde sie sogleich unter das_ geschoben. Nun erst erhob sich der Wirth, erhielt im Ringen mit den Räubern mehrere Streiche, war aber so glücklich, sich ihrer entwinden und in ein zweites Nebenzimmer entkommen zu können, ein ihm gel- tender Hackenhieb fuhr mit großer Gewalt in den Thürstock. Als diese Thür gesprengt wurde, eilte er in das dritte Zimmer, wo sich sein geladenes Doppelgewehr befand; kaum damit zur Gegenwehr gerüstet, sprang auch hier die Thure, und der Erste von den Eingedrungen schlug eine Pistole auf den Wirth an, welcher aber so viel Geistes- gegenwart besaß, mit der einen Hand die Pi- stole zu pariren, die im selben Augenblick sich entladend, ihm Hand und Hemdeärmel verbrannte, ohne ihn zu verwunden. -- Das Werk des- selben Augenblicks von Seite des Wirthes war das Abdrücken seines Doppelgewehres, von dem getroffen der eine Räuber todt, der andere tödtlich verwundet zu Boden stürzte. Der dritte und der im Hofe wachende vierte Räuber entflohen. Die Aussagen des Verwundeten, der im Laufe des nächsten Tages an den Folgen seiner Wunde ver- schied, und Nebenumstände führten die Behörde sogleich auf die Spur der Entflohenen, die noch am nämlichen Tage eingezogen und der That ge- ständig waren. Die vier Räuber waren ein Schmiedegselle und drei Ochsenknechte eines vier Stunden vom Raubplatze entfernten Dorfes. Schweiz. Bern, 27. Sept. Die Radikalen schließen ihre Reihen dichter und ihre über das ganze Land verbreiteten Vereine erwachen zu erneuter Thätig- keit. Von Bedeutung in solcher Beziehung ist die beschlossene enge Verbrüderung, in welche sie mit dem Jura treten wollen. Vor einigen Ta- gen wurde eine patriotische Versammlung unter der Leitung Stockmar's in Münster gehalten, zu welcher die radikalen Ausschüsse des Jura Abge- ordnete geschickt hatten. Auf die Aufforderung des Präsidenten statteten die Delegirten Bericht ab über den öffentlichen Geist in ihren Bezirken, der dahin ging, daß die Regierung durch ihre Maßregeln überall an Boden verliere und daß mit wenigen Ausnahmen die liberale Meinung überall im Wachsen begriffen sei. Einstimmig wurde hierauf die Gründung eines Vereins aller freisinnigen Demokraten im Jura beschlossen, dessen Zweck sein solle, der Reaktion entgegenzutreten. Für den ganzen Jura soll ein Centralkomite die Angelegenheit leiten, die einzelnen Ausschüsse stehen fortwährend unter einander und besonders mit dem alten Kantonstheil in Verbindung. Der Ra- dikalismus im Großen Rath ist noch gleich stark wie anfangs und rechnet die Zahl seiner Anhän- ger auf 106, während die Conservativen 120 stark sind. Dieses Verhältniß ergibt sich aus der heute vorgenommenen Wahl von 5 Oberrichtern und einem Zuchthausverwalter, welche nebst den Suppleanten des Obergerichts, mit Beseitigung der bisherigen radikalen Oberrichter, aus der Re- gierungspartei genommen wurden. -- Laut amt- lichen Mittheilungen ist durch Erlaß des preußi- schen Truppenkommandanten in Säckingen den Einwohnern der aargauischen Gemeinden Mumpf und Stein das Betreten des badischen Staatsge- biets bis auf Weiteres untersagt. ( O.=P.=A.=Z. ) Neuestes. Landau, 6. Okt. Hr. v. Blittersdorf hat gestern das benachbarte Bad Glesweiler verlassen und ist nach Frankfurt abgereist. △ Aus Baden, 7. Okt. Das neueste b. Regierungsblatt enthält eine landesherrliche Ver- ordnung wornach die direkten und indirekten Steu- ern für die Monate Oktober und November wie bisher zu erheben sind. △ Aus Baden, 8. Okt. Von Seite des Gr. Kriminalamts in Karlsruhe wird unterm 5. d. M. ein Steckbrief gegen den Dr. Jur. J. B. Oppenheim aus Frankfurt am M. erlassen, wel- cher zur Zeit der badischen Revolution in seiner Eigenschaft als Redakteur der Karlsruher Zeitung verschiedene Preßvergehen sich zu Schulden machte, und in einer Reihe von Leitartikeln zur Theil- nahme an der badischen Revolution aufforderte. -- Die Großherzogin Wittwe Stephanie von Baden ist nach Meran abgereist. -- Bei der letzten Abendtafel bei Hofe nahm wie die B. L. Z. versichert, ein Ausspruch aus hohem Munde die Aufmerksamkeit sehr in Anspruch, der dahin geht, daß die Abberufung K. K. Oesterreichischen Landeskommissare von Frankfurt als eine Kriegs- erklärung zu betrachten und nun, da Preußens Geduld erschöpft sei, das Schwert zwischen ihm und Oesterreich entscheiden müsse. Karlsruhe, 7. Okt. Se. Großh. Hoheit der Prinz Friedrich, zweiter Sohn des Großherzogs, hat sich gestern nach Constanz begeben, um Se. Maj. den Kaiser von Oesterreich sobald derselbe in Bregenz ankommt, im Namen seines erlauch- ten Vaters zu begrüßen. Mannheim, 7. Okt. Gestern gegen Morgen starb hier nach längerem Leiden Baron von Her- ding, Bruder des hier wohnenden Fürsten von Ysenburg. Hannover, 5. Okt. Daß Legationsrath Det- mold, der noch immer hier ist, gestern das Rit- terkreuz des Guelphen=Ordens ( vierte Klasse ) empfangen und zur königl. Tasel geladen wurde, ist ein Beweis, daß er seine Abstimmung in der __________hessischen Frage vollständig gerechtfertigt hat. ( H. C. ) Wien, 4. Okt. Der große Andrang liederli- chen Dirnen hat die k. k. Stadthauptmannschaft veranlaßt, energische Maßregeln zu ergreifen, die dem verderblichen Lebenswandel dieser Geschöpfe ein Ziel setzen, und gleich nach erfolgter Reor- ganisation der stadthauptmannschaftlichen Bezirke in Wirksamkeit treten werden. Nebst Einführung der Dienstbotenbücher werden auch Arbeitsbücher für die sogenannten weiblichen Handarbeiterinnen vorgeschrieben, und unter strenste Kontrolle gestellt werden. Jede Weibsperson, welches nur ein ein- ziges Mal gegen diese polizeilichen Vorschriften verstößt, wird für beständig von Wien ausgewie- sen. Unterschleifgeber treffen empfindliche Strafen. ( O. C. ) Berlin, 7. Okt. Die vorgestrige 34. Sitzung des provisorischen Fürstencollegiums begann, wie die „Const. Cor.“ berichtet, mit der Verlesung einer Note des kaiserl. österr. Kabinets über die kurhessische Angelegenheit, sowie der diesseits dar- auf ergangenen Antwort. Jene Note beruft sich vornehmlich darauf, daß preußischer Seits die Rechtsverbindlichkeit der Beschlüsse des Bundes- tages für diejenigen Regierungen, welche sich die- sen Beschlüssen freiwillig unterwerfen würden, nicht bestritten worden, die Unterwerfung der kurhessi- schen Regierung aber eine freiwillige sei. Die diesseitige Antwort entgegnet hierauf, daß es sich gar nicht um die Frage der Anerkennung des Bundesbeschlusses vom 22. v. M., sondern um dessen Ausführung handle, diese aber eine solche sei, welche die allgemeine Ruhe und den Frieden Deutschlands, sowie die Jnteressen Preußens und seiner Verbündeten, erheblich gefährde, und der sich zu widersetzen Preußen daher das begründetste Recht habe. Paris, 4. Okt. Ein bekannter Demokrat wollte vor einigen Tagen seinen Sohn in das Collège Charlemagne bringen. Der Direktor sagte ihm: verbieten Sie Jhrem Sohn zu ver- rathen, daß Sie roth sind! Sie kennen den na- türlichen Oppositionsgeist der Jugend, da ich und die Lehrer roth sind, so sind die Jungen's im höchsten Grade monarchisch und reactionair gesinnt. C Paris, 7. Okt. Louis Napoleon empfing ge- stern die Jnsignien des goldenen Vließes nebst einem eigenhändigen Schreiben der Königin von Spanien. Die ihm übersandten Jnsignien sind dieselben, welche Karl V. trug. ** Aus der Schweiz, 7. Okt. Oberrichter Müller von Murk ist in Luzern eingetroffen, um den Landesverrathsprozeß fortzuführen. -- Aus Schaffhausen geht uns die Nachricht zu, daß mit Württemberg und Bayern ein neuer Salzliefe- rungsvertrag abgeschlossen wurde, da die Anerbie- tungen der Saline Rheinfelden weniger vortheil- haft waren. -- Jn vielen Orten des Kantons Schaffhausen hat die Weinlese bereits begonnen und ist zur rechten Zufriedenheit ausgefallen. ** Aus der Schweiz, 8. Okt. Gestern ist der große Rath von Zürich zusammengetreten. -- Jn Bern tagt gegenwärtig ein schweizerischer Frei- maurer Kongreß. -- Der Züricher Postwagen ist in vorletzter Nacht zwischen Wintherthur und Js- lihon angepackt und beraubt worden. § Bern, 6. Okt. Der badische politische Flüchtling Karl Hippeler ist des Asyls für un- würdig befunden, und aus der Schweiz ausge- wiesen worden. Rom, 24. Sept. Eine französische Freischule ist in Rom nach der Jnstitution des hl. Ludwigs der Franzosen gegründet worden. Dieselbe steht unter der Direktion der Brüder der christlichen Lehre. Der Oberbefehlshaber der französischen Armee in Rom, General Gemeau, hat angeord- net, daß die Kinder der Militärs diese Schule besuchen. Verantwortlicher Redakteur u. Verleger: Franz v. Faber. Theater=Anzeige Samstag 12 Oktober. Zum allerhöchsten Namensfeste Se. Maj. des Königs Maximilian II. Oberon, König der Elfen. Große romant. Feen=Oper in 3 Aufzügen mit Ballet, Musik von C. M. v. Weber. Druck von Joseph Steib in Würzburg.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Institut für Deutsche Sprache, Mannheim: Bereitstellung der Bilddigitalisate und TEI Transkription
Peter Fankhauser: Transformation von TUSTEP nach TEI P5. Transformation von TEI P5 in das DTA TEI P5 Format.

Weitere Informationen:

Siehe Dokumentation




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_bayerische243_1850
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_bayerische243_1850/4
Zitationshilfe: Die Bayerische Presse. Nr. 243. Würzburg, 10. Oktober 1850, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_bayerische243_1850/4>, abgerufen am 04.08.2020.