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Nathusius, Hermann Engelhard von: Über die sogenannten Leporiden. Berlin, 1876.

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die Weite der Gaumenöffnung dieser Individuen dargestellt; es ist auf den
ersten Blick klar, dass die spezifisch charakteristische Weite der Gaumen-
lücke nicht im mindesten durch die Dimensionen der Nase alterirt ist.

[Abbildung] Hase (No. 623). Kaninchen (No. 39).
Ansicht der Nasenknochen von oben, kombinirt mit der Ansicht der Gaumenöffnung von unten gesehen

Die Masse in Millimetern für die beiden Schädel, eines Hasen aus
Holstein (No. 623) und eines wilden Kaninchen aus Hundisburg ( No. 39)
sind folgende:

No. 623No. 39.
Basilarlänge .........73,562,0
grösste Nasenbreite ......19,415,8
transversale Weite der Gaumenlücke11,06,0.

In Bezug auf dieses letzte Mass ergiebt sich also die relative
Gaumenweite von 1 (Basilarlänge) : 0,150 (Hase) und 1 : 0,097 (Kanin-
chen); oder im Vergleich zu dem grössten transversalen Durchmesser
der adjazenten Molaren (Seite 24) (5,5 und 4,5) für den Hasen
= 1 : 0,50, für das Kaninchen 1 : 0,75. -- Dieser Hase steht also dem
Durchschnitt der relativen Gaumenweite sehr nach, während dieses
Kaninchen dem gefundenen Minimum nahe steht.



Die Angaben über die Körperlängen und die Längen einzelner
Regionen der Wirbelsäule sind unverständlich, weil die nothwendigen
Angaben fehlen, ob die Messungen am frischen Präparat, am getrockneten
natürlichen oder am künstlichen Skelet, ob in der natürlichen Krümmung

die Weite der Gaumenöffnung dieser Individuen dargestellt; es ist auf den
ersten Blick klar, dass die spezifisch charakteristische Weite der Gaumen-
lücke nicht im mindesten durch die Dimensionen der Nase alterirt ist.

[Abbildung] Hase (No. 623). Kaninchen (No. 39).
Ansicht der Nasenknochen von oben, kombinirt mit der Ansicht der Gaumenöffnung von unten gesehen

Die Masse in Millimetern für die beiden Schädel, eines Hasen aus
Holstein (No. 623) und eines wilden Kaninchen aus Hundisburg (♂ No. 39)
sind folgende:

No. 623No. 39.
Basilarlänge .........73,562,0
grösste Nasenbreite ......19,415,8
transversale Weite der Gaumenlücke11,06,0.

In Bezug auf dieses letzte Mass ergiebt sich also die relative
Gaumenweite von 1 (Basilarlänge) : 0,150 (Hase) und 1 : 0,097 (Kanin-
chen); oder im Vergleich zu dem grössten transversalen Durchmesser
der adjazenten Molaren (Seite 24) (5,5 und 4,5) für den Hasen
= 1 : 0,50, für das Kaninchen 1 : 0,75. — Dieser Hase steht also dem
Durchschnitt der relativen Gaumenweite sehr nach, während dieses
Kaninchen dem gefundenen Minimum nahe steht.



Die Angaben über die Körperlängen und die Längen einzelner
Regionen der Wirbelsäule sind unverständlich, weil die nothwendigen
Angaben fehlen, ob die Messungen am frischen Präparat, am getrockneten
natürlichen oder am künstlichen Skelet, ob in der natürlichen Krümmung

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[41/0049] die Weite der Gaumenöffnung dieser Individuen dargestellt; es ist auf den ersten Blick klar, dass die spezifisch charakteristische Weite der Gaumen- lücke nicht im mindesten durch die Dimensionen der Nase alterirt ist. [Abbildung Hase (No. 623). Kaninchen (No. 39). Ansicht der Nasenknochen von oben, kombinirt mit der Ansicht der Gaumenöffnung von unten gesehen] Die Masse in Millimetern für die beiden Schädel, eines Hasen aus Holstein (No. 623) und eines wilden Kaninchen aus Hundisburg (♂ No. 39) sind folgende: No. 623 No. 39. Basilarlänge ......... 73,5 62,0 grösste Nasenbreite ...... 19,4 15,8 transversale Weite der Gaumenlücke 11,0 6,0. In Bezug auf dieses letzte Mass ergiebt sich also die relative Gaumenweite von 1 (Basilarlänge) : 0,150 (Hase) und 1 : 0,097 (Kanin- chen); oder im Vergleich zu dem grössten transversalen Durchmesser der adjazenten Molaren (Seite 24) (5,5 und 4,5) für den Hasen = 1 : 0,50, für das Kaninchen 1 : 0,75. — Dieser Hase steht also dem Durchschnitt der relativen Gaumenweite sehr nach, während dieses Kaninchen dem gefundenen Minimum nahe steht. Die Angaben über die Körperlängen und die Längen einzelner Regionen der Wirbelsäule sind unverständlich, weil die nothwendigen Angaben fehlen, ob die Messungen am frischen Präparat, am getrockneten natürlichen oder am künstlichen Skelet, ob in der natürlichen Krümmung

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Zitationshilfe: Nathusius, Hermann Engelhard von: Über die sogenannten Leporiden. Berlin, 1876, S. 41. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nathusius_leporiden_1876/49>, abgerufen am 18.07.2019.