Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Menzel, Carl August (Hrsg.): Der praktische Maurer. Halle, 1847.

Bild:
<< vorherige Seite

testen sind. Die feinkörnigen sind, wie bereits mehrfach bemerkt, die
festesten.

Basalt. Die braunen, rothen, gelben Farben daran sind ge-
wöhnlich Folgen hoher Verwitterung, je dünner die Säulen, desto
fester das Gestein. Jst gegen die Witterung beständig.

Eisenstein verbindet sich leicht mit dem Mörtel und ist, frisch
gebrochen, mit dem Hammer leicht zu behandeln. Er ist wetterfest.
Man findet ihn in niedrigen Gegenden, in Elsbrüchen und Wiesen.
Die Ecken der damit erbauten Mauern und Maueröffnungen werden
mit Ziegeln eingefaßt.

Die Steine sind meistens im Lager weicher, und erhärten nach
und nach in der Luft.

Alle Steine, welche frisch gebrochen sind, enthalten Erdfeuchtig-
keit und müssen erst austrocknen (je länger je besser), ehe man sie zu
Mauern verwendet. Um ihre Dauer zu prüfen, setzt man sie vor
dem Gebrauche mindestens 1 Jahr lang der Witterung aus. Die
schlechten, und diejenigen, welche viel Feuchtigkeit enthalten, blättern
dann bedeutend ab oder zerfrieren im Winter. Am besten bricht man
die Steine im Frühjahr, dann können sie den Sommer über gehörig
austrocknen.

Mörtelüberzüge, so wie Anstriche mit Oelfarbe und Tränken
mit Oel, wenn es auf ausgetrocknetem Gestein geschieht, verlängern
deren Dauer; vorausgesetzt daß diese Ueberzüge immer in gutem
Stande gehalten werden, welches gewöhnlich nicht geschieht.

§. 4. Festigkeit der Steinarten, welche zum Bauen gebraucht
werden.
1) Gegen das Zerdrücken. Bei schwerer Belastung ein-
zelner Steine, wie einzelne Säulen, Schlußsteine von Gewölben etc.,
muß man vorher überzeugt sein, daß der Stein durch die Last nicht
zerquetscht werden kann. Man hat deshalb Versuche angestellt und
Steine so lange belastet bis sie zerquetschten. Man hat aber nur
Annäherungsweise gefunden, daß diejenigen Steinarten, welche bei
gleichen Abmessungen der Stücken am schwersten waren (oder das
größte specifische Gewicht hatten), meistentheils auch den größten
Widerstand leisteten. Auch trugen Stücke von größeren Abmessungen
mehr, als solche von kleineren Abmessungen, woraus folgt, daß die
Festigkeit in so großen Stücken, wie man sie zum Bau verwendet, grö-
ßer ist als in so kleinen als man zu den Versuchen verwendete. Als
Erfahrungssatz gilt, daß man einem Baustein nie mehr Last auflege,

teſten ſind. Die feinkörnigen ſind, wie bereits mehrfach bemerkt, die
feſteſten.

Baſalt. Die braunen, rothen, gelben Farben daran ſind ge-
wöhnlich Folgen hoher Verwitterung, je dünner die Säulen, deſto
feſter das Geſtein. Jſt gegen die Witterung beſtändig.

Eiſenſtein verbindet ſich leicht mit dem Mörtel und iſt, friſch
gebrochen, mit dem Hammer leicht zu behandeln. Er iſt wetterfeſt.
Man findet ihn in niedrigen Gegenden, in Elsbrüchen und Wieſen.
Die Ecken der damit erbauten Mauern und Maueröffnungen werden
mit Ziegeln eingefaßt.

Die Steine ſind meiſtens im Lager weicher, und erhärten nach
und nach in der Luft.

Alle Steine, welche friſch gebrochen ſind, enthalten Erdfeuchtig-
keit und müſſen erſt austrocknen (je länger je beſſer), ehe man ſie zu
Mauern verwendet. Um ihre Dauer zu prüfen, ſetzt man ſie vor
dem Gebrauche mindeſtens 1 Jahr lang der Witterung aus. Die
ſchlechten, und diejenigen, welche viel Feuchtigkeit enthalten, blättern
dann bedeutend ab oder zerfrieren im Winter. Am beſten bricht man
die Steine im Frühjahr, dann können ſie den Sommer über gehörig
austrocknen.

Mörtelüberzüge, ſo wie Anſtriche mit Oelfarbe und Tränken
mit Oel, wenn es auf ausgetrocknetem Geſtein geſchieht, verlängern
deren Dauer; vorausgeſetzt daß dieſe Ueberzüge immer in gutem
Stande gehalten werden, welches gewöhnlich nicht geſchieht.

§. 4. Feſtigkeit der Steinarten, welche zum Bauen gebraucht
werden.
1) Gegen das Zerdrücken. Bei ſchwerer Belaſtung ein-
zelner Steine, wie einzelne Säulen, Schlußſteine von Gewölben ꝛc.,
muß man vorher überzeugt ſein, daß der Stein durch die Laſt nicht
zerquetſcht werden kann. Man hat deshalb Verſuche angeſtellt und
Steine ſo lange belaſtet bis ſie zerquetſchten. Man hat aber nur
Annäherungsweiſe gefunden, daß diejenigen Steinarten, welche bei
gleichen Abmeſſungen der Stücken am ſchwerſten waren (oder das
größte ſpecifiſche Gewicht hatten), meiſtentheils auch den größten
Widerſtand leiſteten. Auch trugen Stücke von größeren Abmeſſungen
mehr, als ſolche von kleineren Abmeſſungen, woraus folgt, daß die
Feſtigkeit in ſo großen Stücken, wie man ſie zum Bau verwendet, grö-
ßer iſt als in ſo kleinen als man zu den Verſuchen verwendete. Als
Erfahrungsſatz gilt, daß man einem Bauſtein nie mehr Laſt auflege,
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0020" n="10"/>
te&#x017F;ten &#x017F;ind. Die feinkörnigen &#x017F;ind, wie bereits mehrfach bemerkt, die<lb/>
fe&#x017F;te&#x017F;ten.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#g">Ba&#x017F;alt.</hi> Die braunen, rothen, gelben Farben daran &#x017F;ind ge-<lb/>
wöhnlich Folgen hoher Verwitterung, je dünner die Säulen, de&#x017F;to<lb/>
fe&#x017F;ter das Ge&#x017F;tein. J&#x017F;t gegen die Witterung be&#x017F;tändig.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#g">Ei&#x017F;en&#x017F;tein</hi> verbindet &#x017F;ich leicht mit dem Mörtel und i&#x017F;t, fri&#x017F;ch<lb/>
gebrochen, mit dem Hammer leicht zu behandeln. Er i&#x017F;t wetterfe&#x017F;t.<lb/>
Man findet ihn in niedrigen Gegenden, in Elsbrüchen und Wie&#x017F;en.<lb/>
Die Ecken der damit erbauten Mauern und Maueröffnungen werden<lb/>
mit Ziegeln eingefaßt.</p><lb/>
            <p>Die Steine &#x017F;ind mei&#x017F;tens im Lager weicher, und erhärten nach<lb/>
und nach in der Luft.</p><lb/>
            <p>Alle Steine, welche fri&#x017F;ch gebrochen &#x017F;ind, enthalten Erdfeuchtig-<lb/>
keit und mü&#x017F;&#x017F;en er&#x017F;t austrocknen (je länger je be&#x017F;&#x017F;er), ehe man &#x017F;ie zu<lb/>
Mauern verwendet. Um ihre Dauer zu prüfen, &#x017F;etzt man &#x017F;ie vor<lb/>
dem Gebrauche minde&#x017F;tens 1 Jahr lang der Witterung aus. Die<lb/>
&#x017F;chlechten, und diejenigen, welche viel Feuchtigkeit enthalten, blättern<lb/>
dann bedeutend ab oder zerfrieren im Winter. Am be&#x017F;ten bricht man<lb/>
die Steine im Frühjahr, dann können &#x017F;ie den Sommer über gehörig<lb/>
austrocknen.</p><lb/>
            <p>Mörtelüberzüge, &#x017F;o wie An&#x017F;triche mit Oelfarbe und Tränken<lb/>
mit Oel, wenn es auf ausgetrocknetem Ge&#x017F;tein ge&#x017F;chieht, verlängern<lb/>
deren Dauer; vorausge&#x017F;etzt daß die&#x017F;e Ueberzüge immer in gutem<lb/>
Stande gehalten werden, welches gewöhnlich nicht ge&#x017F;chieht.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">§. 4. Fe&#x017F;tigkeit der Steinarten, welche zum Bauen gebraucht<lb/>
werden.</hi> </head><lb/>
            <list>
              <item>1) <hi rendition="#g">Gegen das Zerdrücken.</hi> Bei &#x017F;chwerer Bela&#x017F;tung ein-<lb/>
zelner Steine, wie einzelne Säulen, Schluß&#x017F;teine von Gewölben &#xA75B;c.,<lb/>
muß man vorher überzeugt &#x017F;ein, daß der Stein durch die La&#x017F;t nicht<lb/>
zerquet&#x017F;cht werden kann. Man hat deshalb Ver&#x017F;uche ange&#x017F;tellt und<lb/>
Steine &#x017F;o lange bela&#x017F;tet bis &#x017F;ie zerquet&#x017F;chten. Man hat aber nur<lb/>
Annäherungswei&#x017F;e gefunden, daß diejenigen Steinarten, welche bei<lb/>
gleichen Abme&#x017F;&#x017F;ungen der Stücken am &#x017F;chwer&#x017F;ten waren (oder das<lb/>
größte &#x017F;pecifi&#x017F;che Gewicht hatten), <hi rendition="#g">mei&#x017F;tentheils</hi> auch den größten<lb/>
Wider&#x017F;tand lei&#x017F;teten. Auch trugen Stücke von größeren Abme&#x017F;&#x017F;ungen<lb/>
mehr, als &#x017F;olche von kleineren Abme&#x017F;&#x017F;ungen, woraus folgt, daß die<lb/>
Fe&#x017F;tigkeit in &#x017F;o großen Stücken, wie man &#x017F;ie zum Bau verwendet, grö-<lb/>
ßer i&#x017F;t als in &#x017F;o kleinen als man zu den Ver&#x017F;uchen verwendete. Als<lb/>
Erfahrungs&#x017F;atz gilt, daß man einem Bau&#x017F;tein nie mehr La&#x017F;t auflege,<lb/></item>
            </list>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[10/0020] teſten ſind. Die feinkörnigen ſind, wie bereits mehrfach bemerkt, die feſteſten. Baſalt. Die braunen, rothen, gelben Farben daran ſind ge- wöhnlich Folgen hoher Verwitterung, je dünner die Säulen, deſto feſter das Geſtein. Jſt gegen die Witterung beſtändig. Eiſenſtein verbindet ſich leicht mit dem Mörtel und iſt, friſch gebrochen, mit dem Hammer leicht zu behandeln. Er iſt wetterfeſt. Man findet ihn in niedrigen Gegenden, in Elsbrüchen und Wieſen. Die Ecken der damit erbauten Mauern und Maueröffnungen werden mit Ziegeln eingefaßt. Die Steine ſind meiſtens im Lager weicher, und erhärten nach und nach in der Luft. Alle Steine, welche friſch gebrochen ſind, enthalten Erdfeuchtig- keit und müſſen erſt austrocknen (je länger je beſſer), ehe man ſie zu Mauern verwendet. Um ihre Dauer zu prüfen, ſetzt man ſie vor dem Gebrauche mindeſtens 1 Jahr lang der Witterung aus. Die ſchlechten, und diejenigen, welche viel Feuchtigkeit enthalten, blättern dann bedeutend ab oder zerfrieren im Winter. Am beſten bricht man die Steine im Frühjahr, dann können ſie den Sommer über gehörig austrocknen. Mörtelüberzüge, ſo wie Anſtriche mit Oelfarbe und Tränken mit Oel, wenn es auf ausgetrocknetem Geſtein geſchieht, verlängern deren Dauer; vorausgeſetzt daß dieſe Ueberzüge immer in gutem Stande gehalten werden, welches gewöhnlich nicht geſchieht. §. 4. Feſtigkeit der Steinarten, welche zum Bauen gebraucht werden. 1) Gegen das Zerdrücken. Bei ſchwerer Belaſtung ein- zelner Steine, wie einzelne Säulen, Schlußſteine von Gewölben ꝛc., muß man vorher überzeugt ſein, daß der Stein durch die Laſt nicht zerquetſcht werden kann. Man hat deshalb Verſuche angeſtellt und Steine ſo lange belaſtet bis ſie zerquetſchten. Man hat aber nur Annäherungsweiſe gefunden, daß diejenigen Steinarten, welche bei gleichen Abmeſſungen der Stücken am ſchwerſten waren (oder das größte ſpecifiſche Gewicht hatten), meiſtentheils auch den größten Widerſtand leiſteten. Auch trugen Stücke von größeren Abmeſſungen mehr, als ſolche von kleineren Abmeſſungen, woraus folgt, daß die Feſtigkeit in ſo großen Stücken, wie man ſie zum Bau verwendet, grö- ßer iſt als in ſo kleinen als man zu den Verſuchen verwendete. Als Erfahrungsſatz gilt, daß man einem Bauſtein nie mehr Laſt auflege,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/menzel_maurer_1847
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/menzel_maurer_1847/20
Zitationshilfe: Menzel, Carl August (Hrsg.): Der praktische Maurer. Halle, 1847, S. 10. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/menzel_maurer_1847/20>, abgerufen am 18.08.2019.