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Menzel, Carl August (Hrsg.): Der praktische Maurer. Halle, 1847.

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von den eisernen Keilen, und schlägt mit dem Hammer auf die Keile
von einem Ende des Steines zum andern, abwechselnd erst schwach,
dann stärker und zuletzt geschwind und mit doppelten Kräften auf
einen Keil nach dem andern; vorzüglich aber auf diejenigen, welche
am leichtesten eingehen und gut ziehen, da denn der Stein sehr bald
in einer ebenen Fläche von einander springt.
Die eingelegten keilförmigen Bleche wirken ebenfalls als Keile
mit, und dienen dazu, das Zermalmen der Rinnflächen durch die Keile
bei deren Eintreiben zu verhindern.
Der Stein giebt zuweilen kurz vor dem Spalten einen leisen
Ton auf dem einen Ende, welcher das Reißen anzeigt, und es ist als-
dann nöthig, auf die Keile am andern Ende sogleich mit voller Macht
zu schlagen, weil, wenn man dabei langsam zu Werke geht, die ebene
Fläche verfehlt wird.
Die härtesten Steine lassen sich am besten in große Stücke mit
ziemlich ebenen Flächen spalten. Haben die Steine aber schon natür-
liche Risse und Sprünge, so zerspalten sie bei dem Eintreiben der
Keile in unregelmäßige Stücke.
6) Will man vorher gesprengte Steine zu regelmäßigen Stücken
gestalten, so geschieht dies auf die bekannte Art mittelst flach und
rund zugespitzter Eisen, auf welche man mit hölzernen Schlägeln
schlägt, auch durch Zersägen mit zahnlosen Sägen von Eisen (bes-
ser von Kupfer). Jn die Schnittfuge wird Sand, bei sehr harten
Steinen auch wohl Schmergel, oder Abgänge von Zinn und Blei
mit Wasser getröpfelt. Der Sand muß so scharf als möglich sein,
weshalb zerstoßne Feuersteine und Glas hierzu zweckmäßig sind. Mit
einer solchen Säge kann ein Arbeiter täglich 6 # F. mittelmäßig har-
ten Sandsteines zerschneiden.
7) Es kommt auch vor daß man, bei Grundbauten namentlich,
Steine unter dem Wasser sprengen muß. Tafel I. Fig. 24. zeigt
die Vorrichtung dazu, wenn die Steine nicht zu tief unter Wasser
liegen. Der Stein M wird, wenn das Wasser so trübe ist, daß man
den Stein nicht sehen kann, hinsichtlich seiner Lage, Form und Größe
durch Peilstangen untersucht. Hiernach bestimmt man die Lage und
Größe des Bohrloches. Das Loch wird trichterförmig gebohrt. Hie-
rauf wird eine hölzerne Röhre 11/2 Zoll stark ausgebohrt, und nach
Maaßgabe der Trichteröffnung im Steine zugespitzt, eingekerbt, mit
Hechelabgang in dieser Spitze umwickelt und mit einer Mischung von
Terpentinöl, Wachs und Talg beschmiert eingebracht. Nun wird der
Bohrer in das Bohrloch gesteckt und an ihm diese Röhre herunter-
von den eiſernen Keilen, und ſchlägt mit dem Hammer auf die Keile
von einem Ende des Steines zum andern, abwechſelnd erſt ſchwach,
dann ſtärker und zuletzt geſchwind und mit doppelten Kräften auf
einen Keil nach dem andern; vorzüglich aber auf diejenigen, welche
am leichteſten eingehen und gut ziehen, da denn der Stein ſehr bald
in einer ebenen Fläche von einander ſpringt.
Die eingelegten keilförmigen Bleche wirken ebenfalls als Keile
mit, und dienen dazu, das Zermalmen der Rinnflächen durch die Keile
bei deren Eintreiben zu verhindern.
Der Stein giebt zuweilen kurz vor dem Spalten einen leiſen
Ton auf dem einen Ende, welcher das Reißen anzeigt, und es iſt als-
dann nöthig, auf die Keile am andern Ende ſogleich mit voller Macht
zu ſchlagen, weil, wenn man dabei langſam zu Werke geht, die ebene
Fläche verfehlt wird.
Die härteſten Steine laſſen ſich am beſten in große Stücke mit
ziemlich ebenen Flächen ſpalten. Haben die Steine aber ſchon natür-
liche Riſſe und Sprünge, ſo zerſpalten ſie bei dem Eintreiben der
Keile in unregelmäßige Stücke.
6) Will man vorher geſprengte Steine zu regelmäßigen Stücken
geſtalten, ſo geſchieht dies auf die bekannte Art mittelſt flach und
rund zugeſpitzter Eiſen, auf welche man mit hölzernen Schlägeln
ſchlägt, auch durch Zerſägen mit zahnloſen Sägen von Eiſen (beſ-
ſer von Kupfer). Jn die Schnittfuge wird Sand, bei ſehr harten
Steinen auch wohl Schmergel, oder Abgänge von Zinn und Blei
mit Waſſer getröpfelt. Der Sand muß ſo ſcharf als möglich ſein,
weshalb zerſtoßne Feuerſteine und Glas hierzu zweckmäßig ſind. Mit
einer ſolchen Säge kann ein Arbeiter täglich 6 □ F. mittelmäßig har-
ten Sandſteines zerſchneiden.
7) Es kommt auch vor daß man, bei Grundbauten namentlich,
Steine unter dem Waſſer ſprengen muß. Tafel I. Fig. 24. zeigt
die Vorrichtung dazu, wenn die Steine nicht zu tief unter Waſſer
liegen. Der Stein M wird, wenn das Waſſer ſo trübe iſt, daß man
den Stein nicht ſehen kann, hinſichtlich ſeiner Lage, Form und Größe
durch Peilſtangen unterſucht. Hiernach beſtimmt man die Lage und
Größe des Bohrloches. Das Loch wird trichterförmig gebohrt. Hie-
rauf wird eine hölzerne Röhre 1½ Zoll ſtark ausgebohrt, und nach
Maaßgabe der Trichteröffnung im Steine zugeſpitzt, eingekerbt, mit
Hechelabgang in dieſer Spitze umwickelt und mit einer Miſchung von
Terpentinöl, Wachs und Talg beſchmiert eingebracht. Nun wird der
Bohrer in das Bohrloch geſteckt und an ihm dieſe Röhre herunter-
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[7/0017] von den eiſernen Keilen, und ſchlägt mit dem Hammer auf die Keile von einem Ende des Steines zum andern, abwechſelnd erſt ſchwach, dann ſtärker und zuletzt geſchwind und mit doppelten Kräften auf einen Keil nach dem andern; vorzüglich aber auf diejenigen, welche am leichteſten eingehen und gut ziehen, da denn der Stein ſehr bald in einer ebenen Fläche von einander ſpringt. Die eingelegten keilförmigen Bleche wirken ebenfalls als Keile mit, und dienen dazu, das Zermalmen der Rinnflächen durch die Keile bei deren Eintreiben zu verhindern. Der Stein giebt zuweilen kurz vor dem Spalten einen leiſen Ton auf dem einen Ende, welcher das Reißen anzeigt, und es iſt als- dann nöthig, auf die Keile am andern Ende ſogleich mit voller Macht zu ſchlagen, weil, wenn man dabei langſam zu Werke geht, die ebene Fläche verfehlt wird. Die härteſten Steine laſſen ſich am beſten in große Stücke mit ziemlich ebenen Flächen ſpalten. Haben die Steine aber ſchon natür- liche Riſſe und Sprünge, ſo zerſpalten ſie bei dem Eintreiben der Keile in unregelmäßige Stücke. 6) Will man vorher geſprengte Steine zu regelmäßigen Stücken geſtalten, ſo geſchieht dies auf die bekannte Art mittelſt flach und rund zugeſpitzter Eiſen, auf welche man mit hölzernen Schlägeln ſchlägt, auch durch Zerſägen mit zahnloſen Sägen von Eiſen (beſ- ſer von Kupfer). Jn die Schnittfuge wird Sand, bei ſehr harten Steinen auch wohl Schmergel, oder Abgänge von Zinn und Blei mit Waſſer getröpfelt. Der Sand muß ſo ſcharf als möglich ſein, weshalb zerſtoßne Feuerſteine und Glas hierzu zweckmäßig ſind. Mit einer ſolchen Säge kann ein Arbeiter täglich 6 □ F. mittelmäßig har- ten Sandſteines zerſchneiden. 7) Es kommt auch vor daß man, bei Grundbauten namentlich, Steine unter dem Waſſer ſprengen muß. Tafel I. Fig. 24. zeigt die Vorrichtung dazu, wenn die Steine nicht zu tief unter Waſſer liegen. Der Stein M wird, wenn das Waſſer ſo trübe iſt, daß man den Stein nicht ſehen kann, hinſichtlich ſeiner Lage, Form und Größe durch Peilſtangen unterſucht. Hiernach beſtimmt man die Lage und Größe des Bohrloches. Das Loch wird trichterförmig gebohrt. Hie- rauf wird eine hölzerne Röhre 1½ Zoll ſtark ausgebohrt, und nach Maaßgabe der Trichteröffnung im Steine zugeſpitzt, eingekerbt, mit Hechelabgang in dieſer Spitze umwickelt und mit einer Miſchung von Terpentinöl, Wachs und Talg beſchmiert eingebracht. Nun wird der Bohrer in das Bohrloch geſteckt und an ihm dieſe Röhre herunter-

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Zitationshilfe: Menzel, Carl August (Hrsg.): Der praktische Maurer. Halle, 1847, S. 7. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/menzel_maurer_1847/17>, abgerufen am 21.10.2019.