Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Menger, Carl: Grundsätze der Volkswirthschaftslehre. Wien, 1871.

Bild:
<< vorherige Seite

Der Güterbesitz.
Gütern, welche entweder, gleich wie in der isolirten Wirthschaft
direct, oder wie dies unter unseren entwickelten Verhältnissen
der Fall ist, zum Theile in directer, zum Theile in indirecter
Weise den einzelnen wirthschaftenden Individuen verfügbar ist,
und nur in dieser Gesammtheit jenen Erfolg herbeiführt, den
wir die Deckung des Bedarfs und in weiterer Folge die Sicherung
des Lebens und der Wohlfahrt der Menschen nennen.

Die Gesammtheit der einem wirthschaftenden Individuum
für die Befriedigung seiner Bedürfnisse verfügbaren Güter nennen
wir seinen Güterbesitz, und stellt sich uns derselbe demnach
nicht als eine willkürlich zusammengefügte Quantität von
Gütern, sondern als das Spiegelbild seiner Bedürfnisse, als ein
gegliedertes Ganzes dar, das in keinem wesentlichen Theil ge-
mindert oder vermehrt werden kann, ohne dass die Verwirk-
lichung des Gesammtzweckes, dem es dient, dadurch berührt
würde.



Der Güterbesitz.
Gütern, welche entweder, gleich wie in der isolirten Wirthschaft
direct, oder wie dies unter unseren entwickelten Verhältnissen
der Fall ist, zum Theile in directer, zum Theile in indirecter
Weise den einzelnen wirthschaftenden Individuen verfügbar ist,
und nur in dieser Gesammtheit jenen Erfolg herbeiführt, den
wir die Deckung des Bedarfs und in weiterer Folge die Sicherung
des Lebens und der Wohlfahrt der Menschen nennen.

Die Gesammtheit der einem wirthschaftenden Individuum
für die Befriedigung seiner Bedürfnisse verfügbaren Güter nennen
wir seinen Güterbesitz, und stellt sich uns derselbe demnach
nicht als eine willkürlich zusammengefügte Quantität von
Gütern, sondern als das Spiegelbild seiner Bedürfnisse, als ein
gegliedertes Ganzes dar, das in keinem wesentlichen Theil ge-
mindert oder vermehrt werden kann, ohne dass die Verwirk-
lichung des Gesammtzweckes, dem es dient, dadurch berührt
würde.



<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0049" n="31"/><fw place="top" type="header">Der Güterbesitz.</fw><lb/>
Gütern, welche entweder, gleich wie in der isolirten Wirthschaft<lb/>
direct, oder wie dies unter unseren entwickelten Verhältnissen<lb/>
der Fall ist, zum Theile in directer, zum Theile in indirecter<lb/>
Weise den einzelnen wirthschaftenden Individuen verfügbar ist,<lb/>
und nur in dieser Gesammtheit jenen Erfolg herbeiführt, den<lb/>
wir die Deckung des Bedarfs und in weiterer Folge die Sicherung<lb/>
des Lebens und der Wohlfahrt der Menschen nennen.</p><lb/>
          <p>Die Gesammtheit der einem wirthschaftenden Individuum<lb/>
für die Befriedigung seiner Bedürfnisse verfügbaren Güter nennen<lb/>
wir seinen <hi rendition="#g">Güterbesitz</hi>, und stellt sich uns derselbe demnach<lb/>
nicht als eine willkürlich zusammengefügte Quantität von<lb/>
Gütern, sondern als das Spiegelbild seiner Bedürfnisse, als ein<lb/>
gegliedertes Ganzes dar, das in keinem wesentlichen Theil ge-<lb/>
mindert oder vermehrt werden kann, ohne dass die Verwirk-<lb/>
lichung des Gesammtzweckes, dem es dient, dadurch berührt<lb/>
würde.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
    </body>
  </text>
</TEI>
[31/0049] Der Güterbesitz. Gütern, welche entweder, gleich wie in der isolirten Wirthschaft direct, oder wie dies unter unseren entwickelten Verhältnissen der Fall ist, zum Theile in directer, zum Theile in indirecter Weise den einzelnen wirthschaftenden Individuen verfügbar ist, und nur in dieser Gesammtheit jenen Erfolg herbeiführt, den wir die Deckung des Bedarfs und in weiterer Folge die Sicherung des Lebens und der Wohlfahrt der Menschen nennen. Die Gesammtheit der einem wirthschaftenden Individuum für die Befriedigung seiner Bedürfnisse verfügbaren Güter nennen wir seinen Güterbesitz, und stellt sich uns derselbe demnach nicht als eine willkürlich zusammengefügte Quantität von Gütern, sondern als das Spiegelbild seiner Bedürfnisse, als ein gegliedertes Ganzes dar, das in keinem wesentlichen Theil ge- mindert oder vermehrt werden kann, ohne dass die Verwirk- lichung des Gesammtzweckes, dem es dient, dadurch berührt würde.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/menger_volkswirtschaftslehre_1871
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/menger_volkswirtschaftslehre_1871/49
Zitationshilfe: Menger, Carl: Grundsätze der Volkswirthschaftslehre. Wien, 1871, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/menger_volkswirtschaftslehre_1871/49>, abgerufen am 19.08.2019.