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Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689.

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Zuschrifft.
lauchtesten Herrn Vatern Fußstapfen voll-
kömmlich getreten zu seyn; in dem Selbte so wol zu
grosser Verwunderung aller Fürsten/ als hohem Ver-
gnügen aller aufrichtig-gesinnten deutschen Hertzen die
deutsche Freyheit zu beschirmen allbereit einen höchst-
rühmlichen und die Unsterbligkeit verdienenden An-
fang gemacht haben; also Selbte nicht minder als
ein ander Heermann/ wie vor Dero eigene Län-
der/ als des gantzen deutschen Reichs Wolstand zu
sorgen bemühet sind.

Jch verhoffe die glückseligsten Zeiten/ und darinnen
meinen Angel-Stern erreichet zu haben/ da in Dero
nunmehr durch eine wieder aufs neue aufgegangene
Sonne bestrahlten Himmels- und Erden-Kreiße ich
meinen würcklichen Sitz gefunden/ in welchem Gerech-
tigkeit und Eriede sich küssen/ Künste und Waffen sich
umbarmen/ und der heilige Gottesdienst die Grund-
feste ist; also ein ieder Unterthan mit mehrerm Recht/
als die Egyptier/ welche ihren Segen weder dem
Himmel/ noch ihren Königen/ sondern eintzig dem
Nilus zuschreiben/ vor die ewige Erhaltung des zeit-

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Zuſchrifft.
lauchteſten Herrn Vatern Fußſtapfen voll-
koͤmmlich getreten zu ſeyn; in dem Selbte ſo wol zu
groſſeꝛ Verwundeꝛung aller Fuͤrſten/ als hohem Ver-
gnuͤgen aller aufrichtig-geſinnten deutſchen Hertzen die
deutſche Freyheit zu beſchirmen allbereit einen hoͤchſt-
ruͤhmlichen und die Unſterbligkeit verdienenden An-
fang gemacht haben; alſo Selbte nicht minder als
ein ander Heermann/ wie vor Dero eigene Laͤn-
der/ als des gantzen deutſchen Reichs Wolſtand zu
ſorgen bemuͤhet ſind.

Jch verhoffe die gluͤckſeligſten Zeiten/ und darinnen
meinen Angel-Stern erreichet zu haben/ da in Dero
nunmehr durch eine wieder aufs neue aufgegangene
Sonne beſtrahlten Himmels- und Erden-Kreiße ich
meinen wuͤrcklichen Sitz gefunden/ in welchem Gerech-
tigkeit und Eriede ſich kuͤſſen/ Kuͤnſte und Waffen ſich
umbarmen/ und der heilige Gottesdienſt die Grund-
feſte iſt; alſo ein ieder Unterthan mit mehrerm Recht/
als die Egyptier/ welche ihren Segen weder dem
Himmel/ noch ihren Koͤnigen/ ſondern eintzig dem
Nilus zuſchreiben/ vor die ewige Erhaltung des zeit-

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[0017] Zuſchrifft. lauchteſten Herrn Vatern Fußſtapfen voll- koͤmmlich getreten zu ſeyn; in dem Selbte ſo wol zu groſſeꝛ Verwundeꝛung aller Fuͤrſten/ als hohem Ver- gnuͤgen aller aufrichtig-geſinnten deutſchen Hertzen die deutſche Freyheit zu beſchirmen allbereit einen hoͤchſt- ruͤhmlichen und die Unſterbligkeit verdienenden An- fang gemacht haben; alſo Selbte nicht minder als ein ander Heermann/ wie vor Dero eigene Laͤn- der/ als des gantzen deutſchen Reichs Wolſtand zu ſorgen bemuͤhet ſind. Jch verhoffe die gluͤckſeligſten Zeiten/ und darinnen meinen Angel-Stern erreichet zu haben/ da in Dero nunmehr durch eine wieder aufs neue aufgegangene Sonne beſtrahlten Himmels- und Erden-Kreiße ich meinen wuͤrcklichen Sitz gefunden/ in welchem Gerech- tigkeit und Eriede ſich kuͤſſen/ Kuͤnſte und Waffen ſich umbarmen/ und der heilige Gottesdienſt die Grund- feſte iſt; alſo ein ieder Unterthan mit mehrerm Recht/ als die Egyptier/ welche ihren Segen weder dem Himmel/ noch ihren Koͤnigen/ ſondern eintzig dem Nilus zuſchreiben/ vor die ewige Erhaltung des zeit- b 3

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Zitationshilfe: Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_feldherr01_1689/17>, abgerufen am 08.08.2020.