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Littrow, Joseph Johann von: Die Wunder des Himmels, oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems. Bd. 1. Stuttgart, 1834.

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Planetensysteme.

Für die vier neuen Planeten hat man folgende Epochen für
den 1. Januar 1820 mit ihren täglichen Aenderungen:


Epoche.Tägliche Aenderung.
Vesta 278°,500°,27120
Juno 200°,270°,22591
Ceres 123°,270°,21414
Pallas 108°,420°,21400

§. 117. (Neigung und Knoten der Planetenbahnen.) Es wird
aber gut seyn, schon hier zu bemerken, daß diese Auflösung un-
seres Problems noch in manchen Beziehungen sehr unvollständig
ist. Wir haben, um nur des wichtigsten Mangels desselben zu
erwähnen, vorausgesetzt, daß die kreisförmigen Planetenbahnen
alle in den Ebenen der Ecliptik liegen, und daher mit ihr zusam-
menfallen, was der Wahrheit nicht gemäß ist. Sie liegen zwar
in Ebenen, die sämmtlich durch den Mittelpunkt der Sonne ge-
hen, aber diese Ebenen sind, die eine mehr, die andere weniger,
gegen die Ebene der Ecliptik geneigt, und diese Neigung wird,
wie es für sich klar ist, auch den Ort des Himmels, an welchem
man den Planeten, von der Sonne oder von der Erde aus, beob-
achtet, verändern, daher man auf sie Rücksicht nehmen muß.

Wir haben bereits oben (§. 100) gesagt, daß man die ge-
rade, durch den Mittelpunkt der Sonne gehende Linie, in welcher
die Ebene der Planetenbahn die der Ecliptik schneidet, die Kno-
tenlinie
, und den einen Punkt derselben, wo sie, verlängert, die
Sphäre des Himmels trifft, den aufsteigenden Knoten der
Bahn nennt. Dieser Punkt fällt also immer in die Ebene der
Ecliptik, und damit in sie die ganze Knotenlinie. Zieht man
dann, durch irgend einen Punkt dieser Knotenlinie, zwei auf die-
selbe senkrechte Gerade, von welchen die eine in der Ebene der
Ecliptik, und die andere in der Ebene der Planetenbahn liegt,
so heißt der Winkel, welchen diese beiden Ebenen mit einander
bilden, die Neigung der Planetenbahn. Dieß sind also zwei

Planetenſyſteme.

Für die vier neuen Planeten hat man folgende Epochen für
den 1. Januar 1820 mit ihren täglichen Aenderungen:


Epoche.Tägliche Aenderung.
Vesta 278°,500°,27120
Juno 200°,270°,22591
Ceres 123°,270°,21414
Pallas 108°,420°,21400

§. 117. (Neigung und Knoten der Planetenbahnen.) Es wird
aber gut ſeyn, ſchon hier zu bemerken, daß dieſe Auflöſung un-
ſeres Problems noch in manchen Beziehungen ſehr unvollſtändig
iſt. Wir haben, um nur des wichtigſten Mangels deſſelben zu
erwähnen, vorausgeſetzt, daß die kreisförmigen Planetenbahnen
alle in den Ebenen der Ecliptik liegen, und daher mit ihr zuſam-
menfallen, was der Wahrheit nicht gemäß iſt. Sie liegen zwar
in Ebenen, die ſämmtlich durch den Mittelpunkt der Sonne ge-
hen, aber dieſe Ebenen ſind, die eine mehr, die andere weniger,
gegen die Ebene der Ecliptik geneigt, und dieſe Neigung wird,
wie es für ſich klar iſt, auch den Ort des Himmels, an welchem
man den Planeten, von der Sonne oder von der Erde aus, beob-
achtet, verändern, daher man auf ſie Rückſicht nehmen muß.

Wir haben bereits oben (§. 100) geſagt, daß man die ge-
rade, durch den Mittelpunkt der Sonne gehende Linie, in welcher
die Ebene der Planetenbahn die der Ecliptik ſchneidet, die Kno-
tenlinie
, und den einen Punkt derſelben, wo ſie, verlängert, die
Sphäre des Himmels trifft, den aufſteigenden Knoten der
Bahn nennt. Dieſer Punkt fällt alſo immer in die Ebene der
Ecliptik, und damit in ſie die ganze Knotenlinie. Zieht man
dann, durch irgend einen Punkt dieſer Knotenlinie, zwei auf die-
ſelbe ſenkrechte Gerade, von welchen die eine in der Ebene der
Ecliptik, und die andere in der Ebene der Planetenbahn liegt,
ſo heißt der Winkel, welchen dieſe beiden Ebenen mit einander
bilden, die Neigung der Planetenbahn. Dieß ſind alſo zwei

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[247/0259] Planetenſyſteme. Für die vier neuen Planeten hat man folgende Epochen für den 1. Januar 1820 mit ihren täglichen Aenderungen: Epoche. Tägliche Aenderung. Vesta 278°,50 0°,27120 Juno 200°,27 0°,22591 Ceres 123°,27 0°,21414 Pallas 108°,42 0°,21400 §. 117. (Neigung und Knoten der Planetenbahnen.) Es wird aber gut ſeyn, ſchon hier zu bemerken, daß dieſe Auflöſung un- ſeres Problems noch in manchen Beziehungen ſehr unvollſtändig iſt. Wir haben, um nur des wichtigſten Mangels deſſelben zu erwähnen, vorausgeſetzt, daß die kreisförmigen Planetenbahnen alle in den Ebenen der Ecliptik liegen, und daher mit ihr zuſam- menfallen, was der Wahrheit nicht gemäß iſt. Sie liegen zwar in Ebenen, die ſämmtlich durch den Mittelpunkt der Sonne ge- hen, aber dieſe Ebenen ſind, die eine mehr, die andere weniger, gegen die Ebene der Ecliptik geneigt, und dieſe Neigung wird, wie es für ſich klar iſt, auch den Ort des Himmels, an welchem man den Planeten, von der Sonne oder von der Erde aus, beob- achtet, verändern, daher man auf ſie Rückſicht nehmen muß. Wir haben bereits oben (§. 100) geſagt, daß man die ge- rade, durch den Mittelpunkt der Sonne gehende Linie, in welcher die Ebene der Planetenbahn die der Ecliptik ſchneidet, die Kno- tenlinie, und den einen Punkt derſelben, wo ſie, verlängert, die Sphäre des Himmels trifft, den aufſteigenden Knoten der Bahn nennt. Dieſer Punkt fällt alſo immer in die Ebene der Ecliptik, und damit in ſie die ganze Knotenlinie. Zieht man dann, durch irgend einen Punkt dieſer Knotenlinie, zwei auf die- ſelbe ſenkrechte Gerade, von welchen die eine in der Ebene der Ecliptik, und die andere in der Ebene der Planetenbahn liegt, ſo heißt der Winkel, welchen dieſe beiden Ebenen mit einander bilden, die Neigung der Planetenbahn. Dieß ſind alſo zwei

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Zitationshilfe: Littrow, Joseph Johann von: Die Wunder des Himmels, oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems. Bd. 1. Stuttgart, 1834, S. 247. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/littrow_weltsystem01_1834/259>, abgerufen am 19.07.2019.