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Lessing, Gotthold Ephraim: Die Erziehung des Menschengeschlechts. Berlin, 1780.

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Der Verfasser hat sich darinn auf
einen Hügel gestellt, von welchem er
etwas mehr, als den vorgeschriebenen
Weg seines heutigen Tages zu über¬
sehen glaubt.

Aber er ruft keinen eilfertigen Wan¬
derer, der nur das Nachtlager bald
zu erreichen wünscht, von seinem Pfa¬
de. Er verlangt nicht, daß die Aus¬
sicht, die ihn entzücket, auch jedes an¬
dere Auge entzücken müsse.

Und so, dächte ich, könnte man
ihn ja wohl stehen und staunen lassen,
wo er steht und staunt!

Wenn

Der Verfaſſer hat ſich darinn auf
einen Huͤgel geſtellt‚ von welchem er
etwas mehr, als den vorgeſchriebenen
Weg ſeines heutigen Tages zu uͤber¬
ſehen glaubt.

Aber er ruft keinen eilfertigen Wan¬
derer, der nur das Nachtlager bald
zu erreichen wuͤnſcht‚ von ſeinem Pfa¬
de. Er verlangt nicht‚ daß die Aus¬
ſicht‚ die ihn entzuͤcket, auch jedes an¬
dere Auge entzuͤcken muͤſſe.

Und ſo‚ daͤchte ich‚ koͤnnte man
ihn ja wohl ſtehen und ſtaunen laſſen‚
wo er ſteht und ſtaunt!

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[[4]/0007] Der Verfaſſer hat ſich darinn auf einen Huͤgel geſtellt‚ von welchem er etwas mehr, als den vorgeſchriebenen Weg ſeines heutigen Tages zu uͤber¬ ſehen glaubt. Aber er ruft keinen eilfertigen Wan¬ derer, der nur das Nachtlager bald zu erreichen wuͤnſcht‚ von ſeinem Pfa¬ de. Er verlangt nicht‚ daß die Aus¬ ſicht‚ die ihn entzuͤcket, auch jedes an¬ dere Auge entzuͤcken muͤſſe. Und ſo‚ daͤchte ich‚ koͤnnte man ihn ja wohl ſtehen und ſtaunen laſſen‚ wo er ſteht und ſtaunt! Wenn

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Zitationshilfe: Lessing, Gotthold Ephraim: Die Erziehung des Menschengeschlechts. Berlin, 1780, S. [4]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lessing_menschengeschlecht_1780/7>, abgerufen am 24.08.2019.