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Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 2. Berlin, 1876.

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Besondere Pflanzenbaulehre.
[Abbildung] Fig. 17.

Getreiderüßler, schwarzer
Kornwurm (Sitophilus granarius
L.
). -- a Larve in einem Korne,
c Käfer.

Wintersaateule, Erdraupe (Agrotis segetum Hb.).
Fig. 40. Raupe sehr schädlich.

Saatzünsler (Pyralis frumentalis L.). Fig. 67. Raupe
schädlich.

Kleinzirpe (Cicada sexnotata Fall.).

Getreideblattlaus (Aphis cerealis), schädlich.

Blüthen, Aehren, Körner, Spelzen:

Weizenälchen (Anguillula tritici Roffr.), verursachen
die Gicht- oder Radenkrankheit.

Getreidelaufkäfer (Zabrus gibbus F.). Fig. 15, S. 23.
Käfer und Larve sehr schädlich.

Getreiderüßler, schwarzer Kornwurm (Sitophilus gra-
narius Sch.
). Fig. 17. Käfer und Larve sehr schädlich.
Vertilgungsmittel siehe Band I. S. 280.

Kornmotte, weißer Kornwurm (Tinea granella L.).
Fig. 37. S. 37. Raupe sehr schädlich. Vertilgungs-
mittel siehe Band I. S. 280.

Getreidemotte (Tinea cerealella Ol.). Raupe sehr
schädlich.

Getreideblasenfuß (Thrips cerealium Hal.), schädlich.

Oscinis granarius Curt. Made schädlich.

5. Die Ernte.

Der zweckmäßigste Zeitpunkt zur Ernte, 1) und zwar ebensowohl für zur Saat,
als für andere Zwecke bestimmten Weizen, ist jener Moment, in welchem die Körner der
vollkommeneren Aehren des Getreidefeldes in die Gelbreife treten. Dabei ist voraus-
gesetzt, daß das Getreide nicht früher eingefahren wird, als bis fämmtliche Körner
ganz hart geworden sind. Wird bei Körnern, welche zur Saat bestimmt sind, zu
früh eingefahren, so kann durch die eintretende Erhitzung in der Scheune oder in der
Feime die Keimfähigkeit der Körner leicht vernichtet werden. Wenn das Reifen bei sehr
heißem und trockenem Wetter zu rasch verläuft, oder unzureichende Arbeitskräfte
zur Verfügung stehen, so muß vor oder nach diesem günstigsten Momente gemäht
werden, wenn auch, je weiter man sich von diesem Momente entfernt, der Verlust
sich um so mehr vergrößert. Der größte Verlust tritt ein, wenn das Mähen schon
in der Milchreife vorgenommen wird -- es sind dann die Körner noch nicht vollkommen
ausgebildet -- oder wenn das Getreide bis in die Todtreife stehen gelassen wird, in
welcher sich wieder die Gefahr des Körnerausfalles beträchtlich steigert.

Die Ansicht der Landwirthe, daß durch eine frühzeitige Ernte, z. B. gegen Ende
der Milchreife, oder durch ein langsameres Nachreifen in Puppen das Glasigwerden

1) Dr. A. Nowacki. Untersuchungen über das Reifen des Getreides, nebst Bemerkungen
über den zweckmäßigsten Zeitpunkt zur Ernte. Halle 1870. S. 123.
Beſondere Pflanzenbaulehre.
[Abbildung] Fig. 17.

Getreiderüßler, ſchwarzer
Kornwurm (Sitophilus granarius
L.
). — a Larve in einem Korne,
c Käfer.

Winterſaateule, Erdraupe (Agrotis segetum Hb.).
Fig. 40. Raupe ſehr ſchädlich.

Saatzünsler (Pyralis frumentalis L.). Fig. 67. Raupe
ſchädlich.

Kleinzirpe (Cicada sexnotata Fall.).

Getreideblattlaus (Aphis cerealis), ſchädlich.

Blüthen, Aehren, Körner, Spelzen:

Weizenälchen (Anguillula tritici Roffr.), verurſachen
die Gicht- oder Radenkrankheit.

Getreidelaufkäfer (Zabrus gibbus F.). Fig. 15, S. 23.
Käfer und Larve ſehr ſchädlich.

Getreiderüßler, ſchwarzer Kornwurm (Sitophilus gra-
narius Sch.
). Fig. 17. Käfer und Larve ſehr ſchädlich.
Vertilgungsmittel ſiehe Band I. S. 280.

Kornmotte, weißer Kornwurm (Tinea granella L.).
Fig. 37. S. 37. Raupe ſehr ſchädlich. Vertilgungs-
mittel ſiehe Band I. S. 280.

Getreidemotte (Tinea cerealella Ol.). Raupe ſehr
ſchädlich.

Getreideblaſenfuß (Thrips cerealium Hal.), ſchädlich.

Oscinis granarius Curt. Made ſchädlich.

5. Die Ernte.

Der zweckmäßigſte Zeitpunkt zur Ernte, 1) und zwar ebenſowohl für zur Saat,
als für andere Zwecke beſtimmten Weizen, iſt jener Moment, in welchem die Körner der
vollkommeneren Aehren des Getreidefeldes in die Gelbreife treten. Dabei iſt voraus-
geſetzt, daß das Getreide nicht früher eingefahren wird, als bis fämmtliche Körner
ganz hart geworden ſind. Wird bei Körnern, welche zur Saat beſtimmt ſind, zu
früh eingefahren, ſo kann durch die eintretende Erhitzung in der Scheune oder in der
Feime die Keimfähigkeit der Körner leicht vernichtet werden. Wenn das Reifen bei ſehr
heißem und trockenem Wetter zu raſch verläuft, oder unzureichende Arbeitskräfte
zur Verfügung ſtehen, ſo muß vor oder nach dieſem günſtigſten Momente gemäht
werden, wenn auch, je weiter man ſich von dieſem Momente entfernt, der Verluſt
ſich um ſo mehr vergrößert. Der größte Verluſt tritt ein, wenn das Mähen ſchon
in der Milchreife vorgenommen wird — es ſind dann die Körner noch nicht vollkommen
ausgebildet — oder wenn das Getreide bis in die Todtreife ſtehen gelaſſen wird, in
welcher ſich wieder die Gefahr des Körnerausfalles beträchtlich ſteigert.

Die Anſicht der Landwirthe, daß durch eine frühzeitige Ernte, z. B. gegen Ende
der Milchreife, oder durch ein langſameres Nachreifen in Puppen das Glaſigwerden

1) Dr. A. Nowacki. Unterſuchungen über das Reifen des Getreides, nebſt Bemerkungen
über den zweckmäßigſten Zeitpunkt zur Ernte. Halle 1870. S. 123.
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[24/0038] Beſondere Pflanzenbaulehre. [Abbildung Fig. 17. Getreiderüßler, ſchwarzer Kornwurm (Sitophilus granarius L.). — a Larve in einem Korne, c Käfer. ] Winterſaateule, Erdraupe (Agrotis segetum Hb.). Fig. 40. Raupe ſehr ſchädlich. Saatzünsler (Pyralis frumentalis L.). Fig. 67. Raupe ſchädlich. Kleinzirpe (Cicada sexnotata Fall.). Getreideblattlaus (Aphis cerealis), ſchädlich. Blüthen, Aehren, Körner, Spelzen: Weizenälchen (Anguillula tritici Roffr.), verurſachen die Gicht- oder Radenkrankheit. Getreidelaufkäfer (Zabrus gibbus F.). Fig. 15, S. 23. Käfer und Larve ſehr ſchädlich. Getreiderüßler, ſchwarzer Kornwurm (Sitophilus gra- narius Sch.). Fig. 17. Käfer und Larve ſehr ſchädlich. Vertilgungsmittel ſiehe Band I. S. 280. Kornmotte, weißer Kornwurm (Tinea granella L.). Fig. 37. S. 37. Raupe ſehr ſchädlich. Vertilgungs- mittel ſiehe Band I. S. 280. Getreidemotte (Tinea cerealella Ol.). Raupe ſehr ſchädlich. Getreideblaſenfuß (Thrips cerealium Hal.), ſchädlich. Oscinis granarius Curt. Made ſchädlich. 5. Die Ernte. Der zweckmäßigſte Zeitpunkt zur Ernte, 1) und zwar ebenſowohl für zur Saat, als für andere Zwecke beſtimmten Weizen, iſt jener Moment, in welchem die Körner der vollkommeneren Aehren des Getreidefeldes in die Gelbreife treten. Dabei iſt voraus- geſetzt, daß das Getreide nicht früher eingefahren wird, als bis fämmtliche Körner ganz hart geworden ſind. Wird bei Körnern, welche zur Saat beſtimmt ſind, zu früh eingefahren, ſo kann durch die eintretende Erhitzung in der Scheune oder in der Feime die Keimfähigkeit der Körner leicht vernichtet werden. Wenn das Reifen bei ſehr heißem und trockenem Wetter zu raſch verläuft, oder unzureichende Arbeitskräfte zur Verfügung ſtehen, ſo muß vor oder nach dieſem günſtigſten Momente gemäht werden, wenn auch, je weiter man ſich von dieſem Momente entfernt, der Verluſt ſich um ſo mehr vergrößert. Der größte Verluſt tritt ein, wenn das Mähen ſchon in der Milchreife vorgenommen wird — es ſind dann die Körner noch nicht vollkommen ausgebildet — oder wenn das Getreide bis in die Todtreife ſtehen gelaſſen wird, in welcher ſich wieder die Gefahr des Körnerausfalles beträchtlich ſteigert. Die Anſicht der Landwirthe, daß durch eine frühzeitige Ernte, z. B. gegen Ende der Milchreife, oder durch ein langſameres Nachreifen in Puppen das Glaſigwerden 1) Dr. A. Nowacki. Unterſuchungen über das Reifen des Getreides, nebſt Bemerkungen über den zweckmäßigſten Zeitpunkt zur Ernte. Halle 1870. S. 123.

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Zitationshilfe: Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 2. Berlin, 1876, S. 24. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/krafft_landwirthschaft02_1876/38>, abgerufen am 26.04.2019.