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Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821.

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II. Cap. CulturGeschichte und Literatur.
Geschichte Kaiser Carls V., Th. I, S. 172. Man s. auch die
Einleitung in A. H. L. Heeren's Handbuch der Geschichte des
europäischen StaatenSystems. -- Ueber den Einfluss der fran-
zösischen Revolution, insbesondere der Eroberungssucht und
der Usurpationen Napoleon's Buonaparte, auf Politik und
Völkerrecht, s. man Benjamin Constant de Rebecque, de
l'esprit de conquete et de l'usurpation, dans leurs rapports
avec la civilisation europeenne. (Sine loco) 1814. 8. Teutsch
übersetzt unter folg. Titel: Ueber Eroberungsgeist und Usur-
pation, im Verhältniss zur neu-europäischen Bildung; von
B. Constant. 1814. 8. De la restauration politique de l'Eu-
rope et de la France; par M. de Flassan. Paris 1814. 8.
Ans. v. Feuerbach, die Weltherrschaft, das Grab der Mensch-
heit. München 1814. 8. C. H. K. A. v. Kamptz Beiträge zum
Staats- und Völkerrecht, Bd. I, S. 95 -- 112.
§. 13.
II) Wissenschaftliche Bearbeitung des VR.
Vor Grotius
.

Was vor Grotius für die Völkerrechts Wis-
senschaft
geschah, war Stückwerk, und auch
dieses meist ohne feste Begründung. Aristoteles
und Plato beschäftigten sich einigermassen mit
dem rechtlichen Verhältniss der Staaten. Die
griechischen Geschichtschreiber, die römischen
Philosophen, Rechtsgelehrten, Gesetzgeber, lie-
fern wenige, zerstreute Bemerkungen darüber a).
Sehr ungünstig für wissenschaftliche Ausbildung
des Völkerrechtes, waren in dem Mittelalter,
das Ansehen der unpassenden Aussprüche der
Kirchenväter b), die überwiegende politische
Wichtigkeit der Päpste, die abentheuerliche Grille
von einem Dominio mundi und Imperio christia-

Klübers Europ. Völkerr. I. 3
II. Cap. CulturGeschichte und Literatur.
Geschichte Kaiser Carls V., Th. I, S. 172. Man s. auch die
Einleitung in A. H. L. Heeren’s Handbuch der Geschichte des
europäischen StaatenSystems. — Ueber den Einfluſs der fran-
zösischen Revolution, insbesondere der Eroberungssucht und
der Usurpationen Napoleon’s Buonaparte, auf Politik und
Völkerrecht, s. man Benjamin Constant de Rebecque, de
l’esprit de conquête et de l’usurpation, dans leurs rapports
avec la civilisation européenne. (Sine loco) 1814. 8. Teutsch
übersetzt unter folg. Titel: Ueber Eroberungsgeist und Usur-
pation, im Verhältniſs zur neu-europäischen Bildung; von
B. Constant. 1814. 8. De la restauration politique de l’Eu-
rope et de la France; par M. de Flassan. Paris 1814. 8.
Ans. v. Feuerbach, die Weltherrschaft, das Grab der Mensch-
heit. München 1814. 8. C. H. K. A. v. Kamptz Beiträge zum
Staats- und Völkerrecht, Bd. I, S. 95 — 112.
§. 13.
II) Wissenschaftliche Bearbeitung des VR.
Vor Grotius
.

Was vor Grotius für die Völkerrechts Wis-
senschaft
geschah, war Stückwerk, und auch
dieses meist ohne feste Begründung. Aristoteles
und Plato beschäftigten sich einigermaſsen mit
dem rechtlichen Verhältniſs der Staaten. Die
griechischen Geschichtschreiber, die römischen
Philosophen, Rechtsgelehrten, Gesetzgeber, lie-
fern wenige, zerstreute Bemerkungen darüber a).
Sehr ungünstig für wissenschaftliche Ausbildung
des Völkerrechtes, waren in dem Mittelalter,
das Ansehen der unpassenden Aussprüche der
Kirchenväter b), die überwiegende politische
Wichtigkeit der Päpste, die abentheuerliche Grille
von einem Dominio mundi und Imperio christia-

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[33/0039] II. Cap. CulturGeschichte und Literatur. a⁾ Geschichte Kaiser Carls V., Th. I, S. 172. Man s. auch die Einleitung in A. H. L. Heeren’s Handbuch der Geschichte des europäischen StaatenSystems. — Ueber den Einfluſs der fran- zösischen Revolution, insbesondere der Eroberungssucht und der Usurpationen Napoleon’s Buonaparte, auf Politik und Völkerrecht, s. man Benjamin Constant de Rebecque, de l’esprit de conquête et de l’usurpation, dans leurs rapports avec la civilisation européenne. (Sine loco) 1814. 8. Teutsch übersetzt unter folg. Titel: Ueber Eroberungsgeist und Usur- pation, im Verhältniſs zur neu-europäischen Bildung; von B. Constant. 1814. 8. De la restauration politique de l’Eu- rope et de la France; par M. de Flassan. Paris 1814. 8. Ans. v. Feuerbach, die Weltherrschaft, das Grab der Mensch- heit. München 1814. 8. C. H. K. A. v. Kamptz Beiträge zum Staats- und Völkerrecht, Bd. I, S. 95 — 112. §. 13. II) Wissenschaftliche Bearbeitung des VR. Vor Grotius. Was vor Grotius für die Völkerrechts Wis- senschaft geschah, war Stückwerk, und auch dieses meist ohne feste Begründung. Aristoteles und Plato beschäftigten sich einigermaſsen mit dem rechtlichen Verhältniſs der Staaten. Die griechischen Geschichtschreiber, die römischen Philosophen, Rechtsgelehrten, Gesetzgeber, lie- fern wenige, zerstreute Bemerkungen darüber a). Sehr ungünstig für wissenschaftliche Ausbildung des Völkerrechtes, waren in dem Mittelalter, das Ansehen der unpassenden Aussprüche der Kirchenväter b), die überwiegende politische Wichtigkeit der Päpste, die abentheuerliche Grille von einem Dominio mundi und Imperio christia- Klübers Europ. Völkerr. I. 3

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Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Europäisches Völkerrecht. Bd. 1. Stuttgart, 1821, S. 33. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_voelkerrecht01_1821/39>, abgerufen am 24.04.2019.