Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817.

Bild:
<< vorherige Seite

öffent. Rechtes. Bundesgewalt, etc.
II) Die Lehre von der Staatsverwaltung
(Staatsadministration), das Staatsverwal-
tungsrecht
, umfasst alle Rechtsbestim-
mungen, welche auf die Ausübungsart
der Staatsgewalt (modus administrandi
civitatems. rempublicam), in dem innern und
äussern Staatsverhältniss, sich beziehen. III)
Die einzelnen Rechte, welche zusammen die
Staatshoheit bilden, und deren Ausübung, als
Mittel zu dem Zweck, zu der Staatsverwaltung
gehört, heissen Staats Hoheitsrechte
(Majestäts- oder SouverainetätsRechte b), Re-
gierungsrechte, Regalien, Gewalten, jura
majestatis s. regiminis, jura regia s, regalia,
pouvoirs). IV) Das Recht zur Staatsverwal-
tung, gebührt dem regierenden Subject. Der
Inbegriff der StaatsHoheitsrechte, in dem
Besitz des Regenten, heisst seine Macht-
vollkommenheit
, plenitudo potestatis c).

a) Unzulänglich, selbst in der Theorie, ist die aristotell-
sche (Politic. lib. III. c. 5--7.) Eintheilung der Staats-
formen
, in monarchische, aristokratische und demokra-
tische. Vergl. W. T. Krug über Staatsverfassung u.
Staatsverwaltung Königsb. 1805. 8 Maecenas über Volks-
gewalt u. Alleinherrsehafr. Halle 1817. 8. Schlözers
Staatsgelahrtheit, Th. I, S. 112. -- Einfach ist die Staats-
Form, wenn sie nur aus einer der verschiedenen Staats-
formen besteht: zusammengesetzt oder gemischt, wenn sie
aus mehreren Staatsformen zusammengesetzt ist. Die

öffent. Rechtes. Bundesgewalt, etc.
II) Die Lehre von der Staatsverwaltung
(Staatsadministration), das Staatsverwal-
tungsrecht
, umfaſst alle Rechtsbestim-
mungen, welche auf die Ausübungsart
der Staatsgewalt (modus administrandi
civitatems. rempublicam), in dem innern und
äussern Staatsverhältniſs, sich beziehen. III)
Die einzelnen Rechte, welche zusammen die
Staatshoheit bilden, und deren Ausübung, als
Mittel zu dem Zweck, zu der Staatsverwaltung
gehört, heiſsen Staats Hoheitsrechte
(Majestäts- oder SouverainetätsRechte b), Re-
gierungsrechte, Regalien, Gewalten, jura
majestatis s. regiminis, jura regia s, regalia,
pouvoirs). IV) Das Recht zur Staatsverwal-
tung, gebührt dem regierenden Subject. Der
Inbegriff der StaatsHoheitsrechte, in dem
Besitz des Regenten, heiſst seine Macht-
vollkommenheit
, plenitudo potestatis c).

a) Unzulänglich, selbst in der Theorie, ist die aristotell-
sche (Politic. lib. III. c. 5—7.) Eintheilung der Staats-
formen
, in monarchische, aristokratische und demokra-
tische. Vergl. W. T. Krug über Staatsverfassung u.
Staatsverwaltung Königsb. 1805. 8 Mæcenas über Volks-
gewalt u. Alleinherrsehafr. Halle 1817. 8. Schlözers
Staatsgelahrtheit, Th. I, S. 112. — Einfach ist die Staats-
Form, wenn sie nur aus einer der verschiedenen Staats-
formen besteht: zusammengesetzt oder gemischt, wenn sie
aus mehreren Staatsformen zusammengesetzt ist. Die
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0183" n="159"/><fw place="top" type="header">öffent. Rechtes. Bundesgewalt, etc.</fw><lb/>
II) Die Lehre von der <hi rendition="#g">Staatsverwaltung</hi><lb/>
(Staatsadministration), das <hi rendition="#g">Staatsverwal-<lb/>
tungsrecht</hi>, umfa&#x017F;st alle Rechtsbestim-<lb/>
mungen, welche auf die <hi rendition="#g">Ausübungsart</hi><lb/>
der <hi rendition="#g">Staatsgewalt</hi> (modus administrandi<lb/>
civitatems. rempublicam), in dem innern und<lb/>
äussern Staatsverhältni&#x017F;s, sich beziehen. III)<lb/>
Die einzelnen <hi rendition="#g">Rechte</hi>, welche zusammen die<lb/>
Staatshoheit bilden, und deren Ausübung, als<lb/>
Mittel zu dem Zweck, zu der Staatsverwaltung<lb/>
gehört, hei&#x017F;sen <hi rendition="#g">Staats Hoheitsrechte</hi><lb/>
(Majestäts- oder SouverainetätsRechte <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">b</hi></hi>), Re-<lb/>
gierungsrechte, Regalien, Gewalten, jura<lb/>
majestatis s. regiminis, jura regia s, regalia,<lb/>
pouvoirs). IV) Das Recht zur Staatsverwal-<lb/>
tung, gebührt dem regierenden Subject. Der<lb/>
Inbegriff der StaatsHoheitsrechte, in dem<lb/>
Besitz des Regenten, hei&#x017F;st seine <hi rendition="#g">Macht-<lb/>
vollkommenheit</hi>, plenitudo potestatis <hi rendition="#i"><hi rendition="#sup">c</hi></hi>).</p><lb/>
            <note place="end" n="a)">Unzulänglich, selbst in der Theorie, ist die aristotell-<lb/>
sche (Politic. lib. III. c. 5&#x2014;7.) Eintheilung der <hi rendition="#i">Staats-<lb/>
formen</hi>, in monarchische, aristokratische und demokra-<lb/>
tische. Vergl. W. T. <hi rendition="#k">Krug</hi> über Staatsverfassung u.<lb/>
Staatsverwaltung Königsb. 1805. 8 <hi rendition="#k">Mæcenas</hi> über Volks-<lb/>
gewalt u. Alleinherrsehafr. Halle 1817. 8. <hi rendition="#k">Schlözers</hi><lb/>
Staatsgelahrtheit, Th. I, S. 112. &#x2014; <hi rendition="#i">Einfach</hi> ist die Staats-<lb/>
Form, wenn sie nur aus <hi rendition="#i">einer</hi> der verschiedenen Staats-<lb/>
formen besteht: <hi rendition="#i">zusammengesetzt</hi> oder gemischt, wenn sie<lb/>
aus mehreren Staatsformen zusammengesetzt ist. Die<lb/></note>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[159/0183] öffent. Rechtes. Bundesgewalt, etc. II) Die Lehre von der Staatsverwaltung (Staatsadministration), das Staatsverwal- tungsrecht, umfaſst alle Rechtsbestim- mungen, welche auf die Ausübungsart der Staatsgewalt (modus administrandi civitatems. rempublicam), in dem innern und äussern Staatsverhältniſs, sich beziehen. III) Die einzelnen Rechte, welche zusammen die Staatshoheit bilden, und deren Ausübung, als Mittel zu dem Zweck, zu der Staatsverwaltung gehört, heiſsen Staats Hoheitsrechte (Majestäts- oder SouverainetätsRechte b), Re- gierungsrechte, Regalien, Gewalten, jura majestatis s. regiminis, jura regia s, regalia, pouvoirs). IV) Das Recht zur Staatsverwal- tung, gebührt dem regierenden Subject. Der Inbegriff der StaatsHoheitsrechte, in dem Besitz des Regenten, heiſst seine Macht- vollkommenheit, plenitudo potestatis c). a⁾ Unzulänglich, selbst in der Theorie, ist die aristotell- sche (Politic. lib. III. c. 5—7.) Eintheilung der Staats- formen, in monarchische, aristokratische und demokra- tische. Vergl. W. T. Krug über Staatsverfassung u. Staatsverwaltung Königsb. 1805. 8 Mæcenas über Volks- gewalt u. Alleinherrsehafr. Halle 1817. 8. Schlözers Staatsgelahrtheit, Th. I, S. 112. — Einfach ist die Staats- Form, wenn sie nur aus einer der verschiedenen Staats- formen besteht: zusammengesetzt oder gemischt, wenn sie aus mehreren Staatsformen zusammengesetzt ist. Die

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/183
Zitationshilfe: Klüber, Johann Ludwig: Öffentliches Recht des teutschen Bundes und der Bundesstaaten. Frankfurt (Main), 1817, S. 159. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/klueber_recht_1817/183>, abgerufen am 20.05.2019.