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Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 6. Berlin, 1952.

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45. An Emanuel.

Vielen Dank für diese Briefe, deren Sinn, wenn auch [nicht]
Stil, mich dießmal sehr erfreuete. Indeßen kommt doch der gute
Th[ieriot] mit aller wachsenden Selbstbeschauung dem Glücke der5
Einheit nicht näher, sondern bleibt ein sich selber und der Ordnung
bewußtes Chaos.

46. An Emanuel.

Guten Morgen, Guter! Gern hör' ich Ihr Lob und Lachen.10
Hier haben Sie ihn zurück für Fischer. Nächstens das Mehrere.

47. An Emanuel.

Die Fabeln sind ganz gut für Kinder, nur müssen sie wie die
Nahrung der Säuglinge, erst den Weg durch die Mutterbrust15
nehmen. -- Hätten Doehlau's Obergerichte das zugeschriebne
Recht der Nothzucht etc.: so wäre das Gut wahrscheinlich das
theuerste in Deutschland. -- Können Sie mir nicht auf einige
Minuten die Abschrift des verbrannten Briefs an mich (in Jason)
schicken?20

48. An Emanuel.

Mein Alter! Ich unterschreibe Ihren Witz und Verstand zu-
gleich; und es wäre Schade, wenn W[angenheim] ein Salz- und
Goldkörnchen davon einbüßte. Morgen früh, eigentlich heute25
kommt mein Paquet an Cotta auf die Post; in dieses könnten Sie
Ihres einschließen. -- Am Ende fall' ich im Morgenblatt darüber
her.

49. An Emanuel.
30

Das Abschreiben rieth ich selber an. Zurück zu bekommen aber
kostet es ja nur mein Wort. Auch wünscht' ich, daß Sie die Über-

45. An Emanuel.

Vielen Dank für dieſe Briefe, deren Sinn, wenn auch [nicht]
Stil, mich dießmal ſehr erfreuete. Indeßen kommt doch der gute
Th[ieriot] mit aller wachſenden Selbſtbeſchauung dem Glücke der5
Einheit nicht näher, ſondern bleibt ein ſich ſelber und der Ordnung
bewußtes Chaos.

46. An Emanuel.

Guten Morgen, Guter! Gern hör’ ich Ihr Lob und Lachen.10
Hier haben Sie ihn zurück für Fischer. Nächſtens das Mehrere.

47. An Emanuel.

Die Fabeln ſind ganz gut für Kinder, nur müſſen ſie wie die
Nahrung der Säuglinge, erſt den Weg durch die Mutterbruſt15
nehmen. — Hätten Doehlau’s Obergerichte das zugeſchriebne
Recht der Nothzucht ꝛc.: ſo wäre das Gut wahrſcheinlich das
theuerſte in Deutſchland. — Können Sie mir nicht auf einige
Minuten die Abſchrift des verbrannten Briefs an mich (in Jaſon)
ſchicken?20

48. An Emanuel.

Mein Alter! Ich unterſchreibe Ihren Witz und Verſtand zu-
gleich; und es wäre Schade, wenn W[angenheim] ein Salz- und
Goldkörnchen davon einbüßte. Morgen früh, eigentlich heute25
kommt mein Paquet an Cotta auf die Poſt; in dieſes könnten Sie
Ihres einſchließen. — Am Ende fall’ ich im Morgenblatt darüber
her.

49. An Emanuel.
30

Das Abſchreiben rieth ich ſelber an. Zurück zu bekommen aber
koſtet es ja nur mein Wort. Auch wünſcht’ ich, daß Sie die Über-

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[16/0025] 45. An Emanuel. [Bayreuth, 12. März 1809] Vielen Dank für dieſe Briefe, deren Sinn, wenn auch [nicht] Stil, mich dießmal ſehr erfreuete. Indeßen kommt doch der gute Th[ieriot] mit aller wachſenden Selbſtbeſchauung dem Glücke der 5 Einheit nicht näher, ſondern bleibt ein ſich ſelber und der Ordnung bewußtes Chaos. 46. An Emanuel. [Bayreuth, 14. März 1809] Guten Morgen, Guter! Gern hör’ ich Ihr Lob und Lachen. 10 Hier haben Sie ihn zurück für Fischer. Nächſtens das Mehrere. 47. An Emanuel. [Bayreuth, 14. März 1809] Die Fabeln ſind ganz gut für Kinder, nur müſſen ſie wie die Nahrung der Säuglinge, erſt den Weg durch die Mutterbruſt 15 nehmen. — Hätten Doehlau’s Obergerichte das zugeſchriebne Recht der Nothzucht ꝛc.: ſo wäre das Gut wahrſcheinlich das theuerſte in Deutſchland. — Können Sie mir nicht auf einige Minuten die Abſchrift des verbrannten Briefs an mich (in Jaſon) ſchicken? 20 48. An Emanuel. [Bayreuth, 20. März 1809] Mein Alter! Ich unterſchreibe Ihren Witz und Verſtand zu- gleich; und es wäre Schade, wenn W[angenheim] ein Salz- und Goldkörnchen davon einbüßte. Morgen früh, eigentlich heute 25 kommt mein Paquet an Cotta auf die Poſt; in dieſes könnten Sie Ihres einſchließen. — Am Ende fall’ ich im Morgenblatt darüber her. 49. An Emanuel. [Bayreuth, 20. März 1809] 30 Das Abſchreiben rieth ich ſelber an. Zurück zu bekommen aber koſtet es ja nur mein Wort. Auch wünſcht’ ich, daß Sie die Über-

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Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Historisch-kritische Ausgabe der Werke und Briefe von Jean Paul. Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Bereitstellung der Texttranskription. (2016-11-22T15:17:09Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Markus Bernauer, Matthias Boenig: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-11-22T15:17:09Z)

Weitere Informationen:

Die digitale Edition der Briefe Jean Pauls im Deutschen Textarchiv basiert auf der von Eduard Berend herausgegebenen III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe mit den Briefen Jean Pauls. Die Bände werden im Faksimile und in getreuer Umschrift ohne Korrekturen vollständig zugänglich gemacht. Nicht aufgenommen, da in der hier gewählten Präsentation kaum nutzbar, sind Berends umfangreiche Register über die III. Abteilung in Band III/9, die in das elektronische Gesamtregister über die Briefe von und an Jean Paul eingegangen sind. Das bedeutet: Aufbewahrungsorte von Handschriften sowie veraltete Literaturverweise blieben ebenso bestehen wie die Nummern der von Jean Paul beantworteten Briefe oder der an ihn gerichteten Antworten, Nummern, die sich auf die Regesten in den digitalisierten Bänden beziehen und nicht auf die neue IV. Abteilung mit den Briefen an Jean Paul (s. dort die Konkordanzen).

Eine andere, briefzentrierte digitale Edition der Briefe Jean Pauls ist derzeit als Gemeinschaftsprojekt der Jean-Paul-Edition und der Initiative TELOTA in Vorbereitung. Die Metadaten dieser Ausgabe sowie veraltete Verweise in den Erläuterungen werden dort so weit als möglich aktualisiert. Die Digitalisierung wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.




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Zitationshilfe: Jean Paul: Dritte Abteilung Briefe. In: Jean Pauls Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Abt. 3, Bd. 6. Berlin, 1952, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/jeanpaul_briefe06_1962/25>, abgerufen am 19.08.2019.